#keingeldfürrechts: Operation gelungen, Patient tot

Melodramatik gibt es heute auf MEEDIA und beim Stern. „Angriff auf mein persönliches Leben“, heißt es bei MEEDIA: „Gerald Hensel verlässt Scholz & Friends“.

davaidavaiEin Shitstorm ist angeblich über Gerald Hensel hereingebrochen. Der Shitstorm, der Hensel scheinbar völlig unvorbereitet getroffen hat, ist das Ergebnis eines „so großen“ Erfolges der Aktion #keingeldfürrechts, dass sich Gerald Hensel entschlossen hat, Scholz & Friends zu verlassen. Er habe alles richtig gemacht, so sagt Hensel und bestätigt, dass sein ehemaliger Arbeitgeber rückhaltlos hinter ihm stehe und dass der große Erfolg von #keingeldfürrechts ein „systematischer, konzertierter Shitstorn ist, der zu einem Angriff auf mein persönliches Leben und mein Arbeitsumfeld, meine Kollegen, meinen Arbeitgeber geworden ist“. Und natürlich erhält Gerald Hensel Hass-Tweets – einfach so, denn er hat ja nichts falsch gemacht: „Ich habe alles richtig gemacht“, so sagt er.

Nun denn: Offensichtlich sind Tausende von Twitter-Nutzern, die täglich Hensel das schicken, was er Hass-Tweets nennt, gar nicht der Meinung, dass Hensel „alles richtig gemacht“ habe. Vielmehr sind sie wohl der Meinung, dass Hensel alles falsch gemacht habe, dass sein Aufruf, Werbung nur noch auf gesinnungskonformen Seiten zu schalten, die nicht das sind, was Hensel für rechts hält, das Überschreiten einer Grenze darstellt, das sie nicht hinnehmen wollen.

Machen wir also einmal wieder eine kleine Analyse in Empathie, in Logik und in Komplexität.

Empathie

GarfinkelDer von uns schon oft zitierte Harold Garfinkel hat eine Reihe von Experimenten durchgeführt, die er als Erschütterungsexperimente bezeichnet hat. Erschüttert hat Garfinkel in seinen Experimenten regelmäßig kulturelle Erwartungen, kulturelle Selbstverständlichkeiten. Die Reaktionen waren immer und ausnahmslos heftig. Die Erwartung, fair behandelt zu werden, ist eine grundlegende Erwartung, die man als menschliches Erbe, als psychologische Selbstverständlichkeit ansehen kann. Der Aufruf nur noch Webseiten mit der richtigen Gesinnung mit Werbung zu unterstützen, ist ein Bruch dieser grundlegenden Erwartung an Fairness und fairen Wettbewerb. Und wie so oft, wenn grundlegende Erwartungen enttäuscht oder gar mutwillig zerstört werden, ist die nachfolgende Reaktion heftig, sehr heftig. Das war Hensel sicher bewusst oder will er andeuten, er wurde in einer anderen Welt sozialisiert, in der man nicht heftig darauf reagiert, wenn kulturelle Normalitäten, wie z.B. das Gebot der Fairness gebrochen werden?

Ob sich die heftigen Reaktionen in 1000 täglichen Hass-Tweets niederschlagen, muss man angesichts des bei Hensel offensichtlich nicht sonderlich weit entwickelten Urteilsvermögens wohl eher bezweifeln. Dass sich unter den Tweets, die er bekommt, deftige Tweets, in denen er als „ekelhafter Denunziant“ oder als „Propaganda glorifizierender Giftzwerg“ bezeichnet wird, befinden, ist sicher keine Frage. Es ist schon eher eine Frage, ob es sich bei diesen Tweets um Hass-Tweets oder um deskriptive Tweets handelt, die die Meinung dessen, der sie verschickt hat, wiedergeben. Und da die NoHateSpeech Bewegung Deutschland verkündet hat, dass Hass keine Meinung ist, muss man folgern, dass die Giftzwerg-Meinung kein Hass sein kann.

Logik

Damit sind wir bei der Logik bzw. dem Widerspruch zur Logik angekommen, den Hensel formuliert, wenn er die Lösung seines Arbeitsverhältnisses als „großen Erfolg“ bewertet und behauptet, er habe alles richtig gemacht, was voraussetzt, dass er geplant hat, bei Scholz und Friends auszuscheiden und deshalb die Aktion #keingeldfürrechts ins Leben gerufen hat. Dass ein Arbeitgeber rückhaltlos zu einem Arbeitnehmer steht, von dem er sich gerade getrennt hat, ist ebenfalls eine Mär aus dem Reich der Widersprüche, denn rückhaltlos wäre eine Unterstützung genau dann, wenn sie nicht darin münden würde, sich in Zukunft aus dem Weg zu gehen, sondern darin, die Arbeitsbeziehungen beizubehalten oder gar auszubauen. Dass jemand „hinter jemandem steht“ hat oft den Grund, dass er diesem jemand nicht in die Augen blicken, sondern in den Hintern treten will.

Der „große Erfolg“, den Hensel damit erreicht hat, dass er alles richtig gemacht hat, er besteht in einem systematischen, konzertierten „Shitstorm, der zu einem Angriff auf mein persönliches Leben … geworden ist“. Wie wohl ein Misserfolg für Hensel aussieht?

Egal.

Komplexität

prigogine-order-out-of-chaosHensel sieht sich also als Opfer einer zentral dirigierten, einer „konzertierten Aktion“, bei der, sagen wir der allgegenwärtige Henryk M. Broder per Knopfdruck und täglich aufs Neue mindestens 1000 Nutzer von Twitter in die Bahn setzt und dazu verführt, den armen Gerald Hensel, der lediglich dafür sorgen wollte, dass anderen mit aus seiner Sicht falscher Gesinnung die Existenzgrundlage entzogen wird, mit Hass-Tweets zu bombardieren. Nun, das ist etwas zu viel der Egomanie.

Nehmen wir einmal an, die Aktion #keingeldfürrechts ist bei all denen, die Fairness noch für einen wichtigen Baustein demokratischer Gesellschaften halten, auf Widerspruch gestoßen, Nehmen wir weiter an, für etliche derer, die an Fairness glauben, hat Hensel eine Demarkationslinie überschritten, die für sie großen Wert hat. Nehmen wir schließlich an, dass sich dieser große Wert in einer großen Empörung darüber niederschlägt, dass ein Hensel des Weges kommt, und anderen vorschreiben will, wen sie bewerben dürfen und wen nicht.

Komplexe Systeme, die heutzutage nicht nur in der Komplexitätstheorie, sondern im Management und selbst in der Gesundheitsforschung thematisiert werden, zeichnen sich dadurch aus, dass es viele Akteure gibt, die miteinander interagieren und mit ihrer Interaktion etwas Neues produzieren. Dan Briklin hat in diesem Zusammenhang von „The Cornucopia of the Commons“ gesprochen, das sich darin ausdrückt, dass viele einzelne Akteure im Internet die Möglichkeit haben, sich selbst zu organisieren und durch ihr Arbeiten am selben Projekt, z.B. am Projekt „Fairness gegenüber Hensel verteidigen“, einen entsprechenden Effekt zu erzielen in der Lage sind. Shirky hat diesen Effekt z.B. im Hinblick darauf diskutiert, unterschiedliche Nutzer das Etikettieren (tagging) von Exponaten in virtuellen Museen übernehmen zu lassen, in der Überzeugung, dass das korrekte Tagging sich mit der Zahl der Nutzer, die sich daran beteiligen, einstellen muss.

Insofern sind hohe Zahlen von Tweets, die an die Adresse von Gerald Hensel gerichtet sind, zum einen ein Beleg dafür, dass er es tatsächlich geschafft hat, kulturelle Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen (hier: Fairness). Insofern war seine Aktion tatsächlich ein Erfolg. Zum anderen sind sie ein Beleg dafür, dass es die Öffentlichkeit in Deutschland nicht gerne sieht, wenn jeder Hensel denkt, er könne Dritten vorschreiben, was nach seiner Ansicht politisch korrekt ist und was nicht. Die vielen Tweets, die Hensel und sein Arbeitgeber erhalten haben, sind somit ein Beleg dafür, dass Hensel in der wirklichen, also nicht in seiner eingebildeten Welt, eben nicht alles richtig gemacht hat, sondern dass er ziemlich viel falsch gemacht hat.

Entsprechend sind die Tweets auch kein Shitstorm, sondern eine Rückmeldung, die ein rationaler Akteur benutzen würde, um sein Verhalten zu modifizieren. Wohlgemerkt: ein rationaler Akteur – nicht Gerald Hensel, denn Hensel hat ja alles richtig gemacht, wie er meint.

Bleibt noch festzustellen, dass die Art und Weise, wie Schuld in Mainstream-Medien zugeschrieben und die Guten und Bösen voneinander unterschieden werden, revisionsbedürftig ist, denn die alte Masche, Widerspruch und Empörung als Shitstorm disqualifizieren zu wollen, sie hat sich überlebt. Niemand wird die Empörung, die er angesichts von Übergriffen auf seine kulturellen Selbstverständlichkeiten empfindet, deshalb herunterschlucken, weil in Mainstream-Medien anschließend wieder von einem Shitstorm gefaselt wird. Wenn Mainstream-Medien nicht noch mehr Leser verlieren wollen, sollten sie sich wieder in deskriptiven Bahnen bewegen und damit aufhören zu versuchen, ihre Leser bereits durch die Wortwahl zu manipulieren, denn in der Regel sind die Leser intelligenter als die Schreiber.

Übrigens: Weihnachtszeit ist Spendenzeit!

Fern-Sadismus: Die Lust, anderen zu schaden

Im letzten Post haben wir eine rationale Erklärung dafür angeboten, dass ein Marketing-Hensel aus Hamburg offensichtlichen Spaß daran hat, Dritten aus der Ferne zu schaden. Nun befassen sich die Sozialwissenschaften mit menschlichem Verhalten und menschliches Verhalten ist bekanntermaßen nicht immer rational. Folglich kann man das Zufügen eines Schadens aus der Ferne auch über die Lust, anderen zu schaden, erklären.

Sozialwissenschaftler sind mit gesellschaftlichen Phänomenen beschäftigt, und zwar damit, die entsprechenden Phänomene zu erklären. Eines der Phänomene, das in den letzten Jahrzehnten immer mehr zum Problem geworden ist, ist die Fern-Emotionalität. Fern-Emotionalität lässt Menschen behaupten, der Tod eines Dritten, den sie weder persönlich kannten, noch je in ihrem Leben tatsächlich gesehen haben, habe sie psychisch so leiden lassen, dass sie zu normalen Verrichtungen des Lebens nicht mehr fähig gewesen seien.

In seiner negativen Variante wird die Fern-Emotionalität zum Fern-Sadismus. Der vom Fern-Sadismus Befallene findet Gefallen daran, Dritten, die er weder persönlich kennt noch jemals persönlich gesehen hat, zu schaden. Dieser Fern-Sadismus hat Eingang in das DSM III-R gefunden, das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, und zwar als Sadistic Personality Disorder.

Eine Sadistische Persönlichkeit erfreut sich am Leid anderer und findet Befriedigung darin, anderen zu schaden. Dabei sieht die Definition nach DSM III-R vor, dass die sadistische Persönlichkeit ihren Opfern direktes Leid zufügt. Dazu ist jedoch Mut erforderlich und wenn die Moderne und ihre Tertiarisierung durch etwas ausgezeichnet ist, dann dadurch, dass Mut sich vielfach nur noch verbal, nicht mehr in Handlungen niederschlägt.

Entsprechend schlagen wir vor, die Sadistischen Persönlichkeitsstörung dadurch zu ergänzen, dass die Möglichkeit aufgenommen wird, dass ein Gestörter seine Befriedigung allein daraus gewinnt, dass er Dritten, die von ihm räumlich getrennt sind und deren Reaktion er sich nur einbilden, die er jedoch nicht beobachten kann, um sich daran zu weiden, aus der Ferne Leid zufügt.

dsm-iii-rWie bereits im DSM ausgeführt ist, ist die Sadistische Persönlichkeitsstörung eine der Störungen, die in der Regel mit einer Reihe von Ko-Morbiditäten einhergehen. Schizophrenie ist hier eine der häufigsten Ko-Morbiditäten. Schizophrenie, die sich im Zusammenhang mit einer Sadistischen Persönlichkeitsstörung als Dr. Jekyll and Mr. Hyde Syndrom äußert, führt dazu, dass der Gestörte der Ansicht ist, wenn er (Fern-)Leid zufüge, wenn er Dritten schade, dann werde er dadurch erhöht, transzendiere auf eine höhere moralische Stufe, werde quasi zum besonderen zum guten Menschen. Das Bild der Störung entspricht hier dem KZ-Wächter, der den Gashahn aufdreht und dabei denkt, er tue dem deutschen Volk einen Gefallen oder dem Inquisitor, der den Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrennt, um dessen Seele zu befreien.

Wie die Beispiele zeigen, ist die (Fern-)Sadistische Persönlichkeitsstörung in Verbindung mit einer Schizophrenie kein neues Krankheitsbild. Heute äußert sich das Krankheitsbild vor allem im Zusammenhang mit dem Syndrom der „Weltverbesserung“. In diesem Syndrom sind von der Störung Befallene der Ansicht, sie würden die Gesellschaft von Parasiten oder von schlechten Menschen, von Rechten oder Antifeministen oder von Antisemiten reinigen, purifizieren und sich auf diese Weise als besonderer Mensch verdient machen.

Auch moderne Formen der (Fern-)Sadistischen Persönlichkeitsstörung mit der Ko-Morbidität Schizophrenie zeichnen sich dadurch aus, dass sich für die Gestörten gemäß der von George C. Homans formulierten Deprivations-Sättigungs-Hypothese die Befriedigung, die sie daraus, dass sie Dritten Schaden zufügen, zu gewinnen im Stande sind, mit jedem Mal, mit dem sie Dritten einen Schaden zufügen, geringer wird. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, den Sadismus entweder immer häufiger oder immer intensiver auszuleben. So erklärt es sich, dass z.B. aus dem Verbot einer Gesinnung, der Internierung von Menschen mit dieser nunmehr falschen Gesinnung letztlich die Vernichtung der Menschen mit dieser falschen Gesinnung wird.

Insofern ist es an der Zeit, den Anfängen zu wehren und die Versuche, durch Schaden, der Dritten aus der Ferne zugefügt wird, Befriedigung zu gewinnen, im Keim zu ersticken.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Gegen alles was Recht(s) ist: Das neue Bösartigkeits-Marketing

Marketing ist einer jener Bereiche der Betriebswirtschaftslehre, die sich durch besondere Willkür auszeichnen, einer jener Bereiche, bei denen man ernsthaft Probleme hat, von Wissenschaft zu sprechen. Dies mag die Ursache dafür sein, dass gerade im Marketing die „ergebnis-zielorientierten“ Leerformeln zu einem Markenzeichen der Zunft geworden sind, und es mag die Ursache dafür sein, dass die Ladenhüter der Marketing-Beliebigkeit regelmäßig unter so hochtrabenden Bezeichnungen wie Ethno-Marketing, Grünes Marketing oder Neuro-Marketing weiter vermarktet werden.

Marketing ist in erster Linie eine white-collar Tätigkeit der Mittelschicht, eine Tätigkeit derer, die sich viel lieber reden hören, als dass sie in der Lage wären, zuzuhören, von denen, die die ersten sind, die auf ihre eigenen Leerformeln und Manipulationsversuche hereinfallen und von denen, die die einzigen sind, die an die Wirkung des Marketing glauben: Denn bislang gibt es keine Studie, keine Untersuchung, kein Experiment, das belegt hätte, dass man mit Marketing auch nur einen Schokoriegel mehr verkauft als ohne Marketing oder dass man mit Marketing die Regierungspolitik auch nur in einem Punkt glaubwürdiger verkaufen kann als ohne Marketing.

Marketing ist wie Geldscheine. So lange an den Wert des Marketing geglaubt wird, so lange kann man nutzlose oder wertlose Marketingleistungen in Hochglanzbroschüren und sinnentleerten Werbespots verkaufen, wenn erst einmal Zweifel an der Wirksamkeit von Marketing aufgetaucht sind, dann ist Panik angesagt.

evil-gnomeUnd Panik muss die Herrschaften bei Scholz & Friends in Hamburg gepackt haben als klar war, dass der CDU-Wahlkampf 2017 nicht von Scholz & Friends geplant wird. Wenig verwunderlich glauben Politiker noch an die magische Kraft des Marketing, das gleich einem Werbe-Alchemisten aus Stroh Gehirn zu machen verspricht.

Wenn ein Großauftrag ausfällt, das damit verbundene Geld ausbleibt, dann ist das misslich, vor allem, weil es in der Willkür des Marketing so wenige Möglichkeiten gibt, für sich zu werben. Was will man für sich gegenüber der Konkurrenz ins Feld führen: Unsere Plakate sind genauso tumb wie die der Konkurrenz aber mehr hochglanz?

Nein, wenn man mit seinem Marketing-Latein am Ende ist, so wie Scholz & Friends dies wohl sind, dann muss man zum alten Trick des Marketing greifen und den gleichen Marketing-Mist unter einer neuen Bezeichnung, einem Bindestricht-Marketing vertreiben. Und wenn man so sehr mit seinem Marketing-Latein am Ende ist, dass einem nicht einmal ein neues Bindestrich-Marketing einfällt, ein Wein-Marketing oder ein Lifestyle-Marketing, dann muss man Trittbrett fahren und versuchen, über einen bereits etablierten Gravy Train an die Gelder von Parteien und Organisationen, an Steuergelder zu kommen.

Scholz & Friends scheinen aus diesem Grund das erfunden zu haben, was wir, weil die Kreativität weder bei Scholz noch bei seinen Freunden dazu ausreicht, ein neues Bindestrich-Marketing zu erfinden, als Bösartigkeits-Marketing bezeichnen wollen.

Das neue Bösartigkeits-Marketing hat nicht das Ziel, etwas zu verkaufen oder zu vermarkten, sondern im Gegenteil, denen zu schaden, die mit Erfolg etwas verkaufen oder vermarkten. Der Gegenstand von Bösartigkeits-Marketing ist nicht die Bewerbung eines Produkts, sondern die Bekämpfung eines Produkts. Die dafür angewendete Strategie des Bösartigkeits-Marketing besteht darin, einerseits Dritte zu denunzieren, andererseits sich selbst als guten Menschen, als Gutmenschen zu inszenieren.

Und wo kann man gleichzeitig fies, niederträchtig und bösartig sein und sich selbst als Gutmensch inszenieren? Wo kann man nach Lust und Laune versuchen, Dritten zu schaden und dabei sich selbst als Wohltäter an der Menschheit beweihräuchern? Richtig: Im Kampf gegen Rechte oder Rechtsradikale oder Rechtspopulisten oder Rechtsextremisten.

davaidavai2Und so hat Gerald Hensel, einer der Freunde von Scholz, dazu aufgerufen, nicht mehr bei Rechten zu werben: „Kein Geld für Rechts“, so hat er gefordert. „Liebe Kollegen“, so sein Aufruf, „lasst uns Breitbart und Co. vom Media Tropf abschneiden“. Unter „& Co.“ hat sich Hensel die „Achse des Guten“ ausgesucht. Warum die Achse des Guten? Vielleicht hat Hensel einen persönlichen Groll gegen Henryk M. Broder. Vielleicht passt ihm die Nase von Dirk Maxeiner nicht. Warum? Wir wissen es nicht und Hensel weiß es vermutlich auch nicht rational zu begründen. Marketing ist eben Beliebigkeit.

Der einzige rote Faden, der sich im Bösartigkeits-Marketing findet, führt zur Amadeu Antonio Stiftung (AAS) und deren Experten in Denunziation. Gemeinsam mit der AAS hat sich Hensel für „#keinGeldfuerrechts“ stark gemacht und der Werbedienstleister, den die Achse des Guten beauftragt hatte, er ist eingeknickt. So wie viele Unternehmen eingeknickt sind, weil deren Manager letztlich unter der selben Käseglocke leben, unter der auch Scholz und seine Freunde leben, eine Käseglocke, in der man sich gegenseitig von der Wirkung des Marketing überzeugt und entsprechend Angst hat, wenn ein Marketing-Hensel gegen Rechts Front macht, noch seine Werbung da zu platzieren, wo angeblich rechts ist.

Warum die Achse des Guten rechts ist, ist eine Frage, die man vermutlich nur dann beantworten kann, wenn man wie Hensel an den roten Stern von Stalin glaubt. Warum die Achse des Guten und nicht Steve Bannons Breitbart von Hensel angepinkelt wurde, ist leicht zu beantworten, denn wenn eine Ameise einen Elefanten anpinkelt, dann … eben.

davaidavaiBösartigkeits-Marketing ist darauf ausgerichtet, zu zerstören, und zwar aus Lust an der Zerstörung. Bösartigkeits-Marketing basiert auf einer Schizophrenie, denn Leute wie Hensel sind tatsächlich der pathologischen Ansicht, sie könnten als gut durchgehen, wenn sie aus purer Lust am Zerstören, Dritten schaden. Schließlich ist Bösartigkeits-Marketing ein Trittbrettfahrer-Marketing, das – wen wundert’s – auf gesellschaftlichen Diskursen aufsetzt, die unter der Käseglocke der Mittelschichts-Marketers immer noch als Themen angesehen werden, mit denen man sich profilieren kann.

Das eben ist das Elend des Marketing. Weil jede Theorie fehlt, weil keinerlei System im Marketing vorhanden ist, weil der Marketing-Mix so leer ist, dass man ihn mit nahezu jeder entsprechenden (Leer)Formel füllen kann, deshalb hängen Marketers immer und zwangsläufig hinter gesellschaftlichen Entwicklungen hinterher. Und so erklärt es sich, dass Hensel auf den Stasi-Zug aus Kahaneland aufgesprungen ist, der doch längst auf dem Abstellgleis geparkt ist.

Übrigens: Weihnachtszeit ist Spendenzeit!

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar