Grüne sind dümmer als der Durchschnitt …

vielleicht sind sie auch nur die Speerspitze anti-intellektueller Isomorphie, die politische Kader erfasst hat.

Das folgende Fundstück stammt aus einer kleinen Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Luise Amtsberg, Cem Özdemir, Monika Lazar, Katja Keul, Renate Künast, Irene Mihalic, Dr. Konstantin von Notz, Hans-Christian Ströbele und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Bundestagsdrucksache 18/11897. In der kleinen Anfrage geht es um das Geschäft mit Flüchtlingen. Genau: Um die Werterziehung von Flüchtlingen, denn Flüchtlingen muss ja beigebracht werden, was sie offenkundig selbst weder wissen noch zu lernen im Stande sind, jedenfalls aus Sicht von Bündnis90/Grüne.

In der kleinen Anfrage fragen die Abgeordneten Folgendes:

„Gehören folgende Aspekte nach Auffassung der Bundesregierung zu der Wertebildung im Integrationsprozess:

– die Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufwachsen zu dürfen;
– die Freiheit, Ehe- bzw. Lebenspartnerinnen und -partner frei und ohne Zwang auswählen zu dürfen oder auf Ehe und Lebenspartnerschaft zu verzichten;
– die Freiheit in selbstbestimmten Partnerschafts- oder Familienstrukturen zu leben“

Wir haben schon öfter über den verbreiteten Versuch von Politdarstellern geschrieben, philosophische Konzepte zu verwenden. Auch dieses Mal ist es beim Versuch geblieben, wie schon im Hinblick auf Gerechtigkeit und Gleichheit, so zeigen die Grünen, dass sie auch keine Idee davon haben, was Freiheit bedeutet.

FreedomFreiheit wird gewöhnlich über die Abwesenheit äußerer Hindernisse definiert und ist immer dann gegeben, wenn ein Akteur seinen Willen ohne Rücksicht auf Randbedingungen umsetzen kann. Entsprechend wird Freiheit im Liberalismus in der Regel als Abwesenheit von Zwang definiert (Hayek spricht von Freiheit als einem Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass man nicht dem willkürlichen Zwang anderer unterworfen ist).

In Demokratien hat sich Freiheit meist als Grundrecht in Verfassungen verirrt. Entsprechend garantiert z.B. das Grundgesetz die Meinungs-,Versammlungs- oder die Religionsfreiheit. Diese Garantie hätte Philosophen wie Thomas Hobbes, die eine rechtspositivistische Auffassung von Freiheit haben, nach der Menschen die Freiheit zu allem haben und nur ihr Verstand sie davon abhält, in der Regel davon abhält, von ihrer Freiheit im vollen Umfang Gebrauch zu machen, zum Lachen gebracht. Dass nach rechtspositivistischer Ansicht der Verstand ein Bollwerk gegen die Ausübung der Freiheit auf alles darstellt, ist ein Gedankengang, der leicht nachvollziehbar wird, wenn man bedenkt, dass umfassende Freiheit auch die Freiheit zu Mord und Diebstahl einschließt.

Zwischen dieser Definition absoluter Freiheit und der zuerst gegebenen Definition, seinen Willen ohne Berücksichtigung von Randbedingungen umsetzen zu können, liegt das, was man als real-existierende Freiheit bezeichnen könnte, nämlich in pessimistischer Formulierung die Illusion, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, das nur an die Grenzen der Selbstbestimmung anderer oder die Grenzen von Regeln stößt, die z.B. die Freiheit, über das volle Gehalt, das man erarbeitet hat, zu verfügen, beschneiden. In optimistischer Formulierung wird Freiheit von der Illusion zur Käfighaltung, d.h. in heutigen Gesellschaften ist Freiheit da möglich, wo sie nicht durch Regeln und andere ausgeschlossen ist, die Freiheit der Wahl des Fernsehsenders, die Freiheit aus fünf Kneipen eine aussuchen zu können, die Freiheit, zwischen mehreren nahezu identischen Parteien wählen zu können, die Freiheit, den Urlaubsort weitgehend selbst bestimmen zu können. Moderne Menschen sind bescheiden, wenn es um Freiheit geht. Für diese Bescheidenheit erhalten sie Sicherheit, im Tausch, oder die Illusion von Sicherheit, je nachdem, ob man zur pessimistischen oder zur optimistischen Sichtweise neigt.

In jedem Fall ist Freiheit ein individuelles Konzept, das sich auf den Möglichkeitsraum bezieht, den man durch eigenes willentliches Handeln ausnutzen kann.

Somit muss man die oben genannten Grünen in die nächste Integrationsmaßnahme der Bundesregierung stecken: Sie haben keine Ahnung davon, was Freiheit bedeutet.

Denn:

a) – die Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufwachsen zu dürfen;

Friedman Capitalism and FreedomEs kann keine Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufzuwachsen, geben, denn erstens wird dadurch die Freiheit dessen, der Gewalt in Familien tragen will, meistens sind das die Mütter, in Abrede gestellt und wer hätte je davon gehört, dass die Grünen Frauen etwas in Abrede stellen wollen? Zweitens ist Freiheit wie gesagt ein individuelles Recht, was dazu führt, dass die Grünen hier ein Absurdum formuliert haben, denn man kann Freiheit nicht verordnen, wie es den Grünen vorschwebt. Jeder hat die Freiheit, sich Gewalt zu entziehen, niemand kann die Freiheit haben, etwas zu dürfen. Dürfen setzt die Gewährung eines Rechts durch Dritte voraus und ist somit das Gegenteil individueller Freiheit. Aber das verstehen die grünen Kollektivisten vermutlich nicht.

b) – die Freiheit, Ehe- bzw. Lebenspartnerinnen und -partner frei und ohne Zwang auswählen zu dürfen oder auf Ehe und Lebenspartnerschaft zu verzichten;

Es gilt, was oben bereits gesagt wurde. Freiheit ist etwas, das man hat und sich nimmt. Zuweilen kann man auch auf Freiheit verzichten. Manche, wie Thomas Hobbes haben es geradezu als Grundlage einer Gesellschaft gesehen, dass alle Mitglieder auf bestimmte ihrer Freiheiten (z.B. die auf Mord und Diebstahl) verzichten. Es gibt aber keine Freiheit von Grünen Gnaden, die dadurch definiert wird, dass man etwas darf.

c) – die Freiheit in selbstbestimmten Partnerschafts- oder Familienstrukturen zu leben“

Da Freiheit gewöhnlich als Abwesenheit von Zwang definiert ist, ist Selbstbestimmung eine Anwendung von Freiheit. Deshalb formulieren die Grünen hier eine weitere Absurdität: Die Freiheit, den Partner zu wählen, kann niemand nehmen. Es mag Regime geben, die Menschen zu bestimmten Handlungen zwingen wollen, aber durch diesen Zwang, etwas zu tun und anderes zu unterlassen, wird den entsprechenden Menschen nicht die Freiheit genommen, zu handeln, wie sie das gerne wollen. Dass Zwang nichts daran ändert, dass Menschen frei sind, belegt die Existenz von Kriminalität. Trotz des Zwangs, der eingesetzt wird, um Menschen daran zu hindern, andere zu ermorden oder zu bestehlen, gibt es Diebstahl und Mord, entscheiden sich Menschen, ihre entsprechende Freiheit auch zu leben.

Die Grünen mit ihrem Unverständnis von Freiheit, mit ihrer Ansicht, Freiheit sei gegeben, wenn der große Pater Familias seinen Kindern einräumt, dass sie bis 21 Uhr aufbleiben dürfen, sie wirken wie ein Relikt aus der Zeit des gewalttätigen Katholizismus, der Zeit, als versucht wurde, Freiheit auf Scheiterhaufen und in Folterkammern zu beseitigen. Aber vielleicht ist das ja der intellektuelle Status, den man bei den Grünen derzeit erreicht hat.

Heiko Maas und Philosophie: Zwei Welten, nichts Gemeinsames

Heiko Maas twittert wieder. Dieses Mal hat er eine philosophische Erkenntnis getwittert, die ihm wohl auf der Toilette gekommen ist:

 

Wir sind zwar nicht alle gleich.
Aber wir sind alle gleich viel wert.

Wir haben schon die mannigfaltigsten Verwirrungen über Gleichheit gelesen, aber Heiko Maas schafft es, noch die letzte Normalität aus dem Fenster zu werfen, denn: Wir sind alle gleich, aber wir sind nicht alle gleich viel wert: Das ist die Crux der philosophischen Geschichte des Abendlandes, die mehrere tausend Jahre zurückreicht. Nein, das war die Crux, denn jetzt gibt es ja Heiko Maas, den Philosophen aus dem Saarland.

Halten wir uns dennoch an den Standard, der vorhanden war, bevor die Maassche Verwirrung eine Verständigung über Grundlegendes zerstört hat.

sciencefiles-rationaler-widerstand-vorlageEntsprechend sind wir alle bei Geburt gleich. Liest man z.B. bei Thomas Hobbes nach, dann geht die Gleichheit noch weiter und erstreckt sich auf alle Rechte, die man als Mensch von Natur aus so haben kann. Von Naturrechten ist entsprechend die Rede. Die umfassen z.B. das Recht auf Freiheit und finden bei Hobbes gar kein Ende, denn bei ihm gibt es keine Instanz außer dem jeweiligen Menschen selbst, die das Recht auf alles, das ein Mensch hat (und das umfasst ausdrücklich das Recht, Leben und Besitz eines anderen zu nehmen) einschränken kann. Und weil Menschen neben Rechten auch mit Verstand ausgestattet sind, vertraut Hobbes darauf, dass sie zu einer Übereinkunft dahingehend kommen, dass es besser ist, sein Recht auf alles, einzuschränken, weil man, wenn man z.B. das Recht, anderer Leben zu nehmen, abgibt und einen Leviathan einsetzt, um zu überwachen, dass auch andere das entsprechende Recht nicht mehr nutzen, zwar nicht mehr Leben nehmen kann, aber in der Gewissheit Leben kann, das eigene Leben nicht genommen zu bekommen. An dieser Übereinkunft sind alle Menschen in gleicher Weise beteiligt, mit den gleichen Rechten, denn von Natur aus sind alle Menschen gleich.

Da kommt so ein Mensch also auf die Welt, wächst und entwickelt sich, und ein anderer Mensch kommt auf die Welt, wächst und entwickelt sich anders. Der eine wird Erfinder, der nächste wird Maurer, wieder ein anderer wird Politiker und alle drei sind sie nicht dasselbe wert, denn der Wert, den Heiko Maas im Munde führt, er ist nicht von Geburt an vorhanden, wie die Gleichheit, von der oben die Rede war, der Wert wird zugewiesen.

In einem Markt erfolgt die Zuweisung durch die Nachfrage. Wir alle wollen ein Dach über dem Kopf. Der Maurer wird entsprechend gewertschätzt, hat einen angegbaren Wert. Der Erfinder, der den Mörtel und die Ytongsteine erfunden hat, ohne ihn hätte der Maurer nichts zu mauern oder nichts so Schönes zu mauern, entsprechend hat der Erfinder auch einen Wert, einen, der vielleicht höher geschätzt wird, als der des Maurers. In Kriegszeiten wird der Wert von Soldaten hoch geschätzt. Wer einen Unfall hat, kann den Wert des Feuerwehrmannes, der ihn aus dem Auto schneidet, gar nicht hoch genug einschätzen.

Je nach Situation und Motiv der Zuschreibung von Wert, variiert der Wert von Menschen. Für die Gesellschaft sind Menschen, die arbeiten und einen Nutzen erwirtschaften, mehr wert als Menschen, die nur konsumieren und keinen Finger krumm machen. Wir sind entsprechend nicht alle dasselbe Wert. Um das zu sehen, muss man sich einfach nur überlegen, was passieren würde, wenn man einen bestimmten Menschen einfach streichen würde. Streichen wir Howard W. Florey, Ernst B. Chain und Norman Heatley aus der Geschichte und wir haben damit Penicillin gestrichen, Antibiotika ade, denn Florey, Chain und Heatley sind für die Erfindung des Penicillin verantwortlich (und Ian Fleming war später auch dabei). Der Beitrag, den Florey, Chain und Heatley zur Wohlfahrt der Menschheit geleistet haben ist viel mehr wert als z.B. der Beitrag von Wladimir Iljitsch Lenin, der hauptsächlich darin bestand, Marxens Ausgangspunkt zu einer totalitären Philosophie weiter zu entwickeln und einen blutigen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen. Oder nehmen wir Heiko Maas, wer würde, wenn er sich entscheiden müsste, zwischen seinem Müllfahrer und Heiko Maas, auf den Müllfahrer verzichten und Heiko Maas wählen?

Eben.
Deshalb sind wir nicht alle gleich viel wert.

P.S.

Die Behauptunug, wir seien alle gleich viel wert, ist Ergebnis eines Essentialismus, der sich aus der Maaschen Formel der Ungleicheit ableitet: Wir sind nicht alle gleich, was bedeutet: schon bei Geburt verschieden. Diese Aussage macht nur Sinn, wenn man Menschen Eigenschaften unterstellt, die sie definierren, und zwar so, dass sie nicht gleich sein können, Eigenschafen wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnische Abstammung usw. Diese Eigenschaften müssen für Heiko Maas essentiell, also unveränderlich sein, und sie müssen auf alles durchschlagen, was den entsprechenden Menschen ausmacht. Damit löst Maas die Gemeinsamkeit zwischen Menschen auf, ersetzt sie durch essentielle Unterschiede und stellt sich auf eine Stufe mit den Nationalsozialisten, die auch der Meinung waren, es gäbe Eigenschaften, die Menschen qua Geburt und unwiderruflich so definieren, dass sie nicht gleich sind, dass die einen zu Unter-, die anderen zu Herrenmenschen geboren sind. Ob Heiko Maas diese Konsequenz seiner Philosophie bedacht hat?


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Und hier über den traditionellen Weg:

Gleichwertig Gleiches für gleiches Gleichwertiges

Wir räumen gerade unsere eMail-Accounts auf und sind auf die unsägliche Pressemeldung des BMFSFJ angesichts des rituellen Genderfestes „Equal Pay Day“ gestoßen. Die Pressemeldung ist überschrieben mit:

Gerechte Arbeitswelt braucht gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

Mehr muss man gar nicht lesen, um zu wissen, da schreibt oder redet ein Politikdarsteller Unsinn.

Fragen wir stattdessen doch lieber:
Warum gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit?

Warum nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit?

Warum nicht gleichwertigen Lohn für gleiche Arbeit?

Was ist so besonders am gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit?

Der Witz steckt in der Bestimmung von gleichwertig. Gleichwertig wozu? Wer stellt die Gleichwertigkeit fest, z.B. die Gleichwertigkeit des Lohnes?

Das machen wir jetzt einmal.

Angeblich machen die Inhaber von Genderlehrstühlen an Universitäten die gleiche Arbeit wie die Inhaber anderer Lehrstühle. Wie sähe eine gleichwertige Bezahlung aus, wenn man die Behauptung, dass Inhaber von Genderlehrstühlen an Universitäten die gleiche Arbeit machen wie die Inhaber anderer Lehrstühle, einmal so stehen lässt?

So:
Ein Sack Kartoffeln (ungeschält) pro Stunde für Genderprofessoren. Das ist einem Studenverdienst von 35 Euro gleichwertig.

So:
Eine Beratung beim Psychiater gratis. Entspricht dem Gegenwert von einem Tag Genderprofessorinsein.

So:
Ein Gutschein in Höhe von 50 Euro für einen Einkauf bei Amazon. Eineinhalb Stunden Genderprofessorindasein sind damit abgegolten.

Und so:
Eine Reise in die Wüste, einfach und ohne Rückfahrkarte, entspricht einem Jahresverdienst ehemaliger Genderprofessorinnen.

Das „gleichwertig“ vor der Arbeit ist deshalb so beliebt unter Genderisten, weil man mit dem Adjektiv jeden Ramsch zum selben Preis verkaufen kann, wie Arbeit.

Die Kommentarfunktion steht übrigens für weitere Vorschläge zur Verfügung, mit denen der einer Bezahlung gleiche Wert der Leistungen von Genderprofessorinnen bestimmt werden kann.

Was vom Euro bleibt: Deutsche arbeiten vorwiegend für Ihren Staat (und Griechenland)

Die katholische Kirche hat sich früher als Grundeigentümer den Zehnten des Ertrages eines Ackers vorbehalten.

Lang‘ ist es her und schon der Zehnte und die Frondienste, die Bauern ihren Lehnsherren schuldig waren, haben 1525 zu den Zwölf Artikeln und schon 1524 zum Bauernkrieg geführt. Damals muss es Menschen gegeben haben, die den Ertrag ihrer Arbeit in eigenen Händen und nicht in fremden Händen sehen wollten.

Lang‘ ist es her.

Laffer Curve 2Und wie sich die Zeiten geändert haben. Mit modernen Wohlfahrtsstaaten sind Solidarität und Umwerteilung als neue Methode der Eigentumsentziehung entstanden und mit ihnen offensichtlich eine neue Spezies, eine Spezies von Staatsbürger, der gerne bezahlt, der sich gerne verdingt, der gerne für andere arbeitet. Mit ihm ist die Anzahl der Beschwörer des Altruismus gewachsen, jener, die davon leben, dass andere arbeiten und sie davon unterhalten und mit ihnen ist die Solidarität zur Norm geworden, jene Solidarität, die ihrer Umsetzung nach ein Schmarotzen an den Leistungsfähigen meint, denn bislang ist noch niemand auf die Idee gekommen, mit Leistungsfähigen solidarisch zu sein.

Letzteres wäre jedoch dringend notwendig, denn:

Die Motivationsforschung lehrt, dass die Motivation in dem Maße nachlässt wie Akteure nicht mehr die überwiegenden Nutznießer ihrer eigenen Anstrengungen sind.

Die Equitätsforschung zeigt, dass Akteure in dem Maße die Lust an Leistung verlieren, wie sie sehen, dass ihre Anstrengung im Vergleich mit der Anstrengung anderer unterproportional entgolten wird.

Schließlich zeigt die so genannte Laffer-Kurve, dass es einen Wendepunkt gibt, ab dem eine Erhöhung der Steuerbelastung dazu führt, dass die Steuereinnahmen eines Staates zurückgehen, und zwar deshalb, weil die Motivation und die Leistungsbereitschaft schwinden und deshalb, weil sich ein Schwarzmarkt entwickelt, auf dem unter Ausschluss des Staates getauscht wird.

Nach aller Theorie sollte man erwarten, dass Menschen, denen weniger als die Hälfte der Fürchte ihrer Arbeit verbleiben, demotiviert sind, dass ihre Leistungsbereitschaft sinkt und dass entsprechend die Steuereinnahmen des Staates, die z.B. aus Einkommens- oder Lohnsteuer stammen, zurückgehen.

Das wissen auch diejenigen, die Steuersätze in die Höhe schrauben wollen, um sich und ihre Klientel glücklich zu machen. Deshalb wenden sie einen Trick an, den man als Steuerportfolio oder Steuerdiversifikation bezeichnen kann. Sie erfinden eine Vielzahl von Steuern auf dieses und jenes, auf Kaffee, Benzin, Tabak, Haus- und Grundbesitz, Erbschaft und Mehrwert, Einkommen und Lohn. Andere Steuern werden umbenannt, als Abgaben zur Pflege, zur Krankenkasse oder zur Rentenkassebezeichnet oder gleich zum Solidaritätszuschlag erklärt.

Und sie bedienen sich aus allen diesen Steuerquellen, während diejenigen, die die Steuersäckel füllen, gar nicht so richtig merken, wie ihnen mitgespielt wird.

Und weil dem so ist, deshalb sind Veröffentlichungen, wie das Belastungsbarometer 2015, das der Bund der Steuerzahler gerade zusammengestellt hat, so wichtig. Das tatsächliche Ausmaß der Deutschen Steuerlast, es wird anhand des Belastungsbarometers mehr als deutlich:

Im Durchschnit gerade einmal 47,6 Prozent des Einkommens bleiben in der eigenen Tasche! 52,4% werden umverteilt:

Was vom Euro bleibt

Dazu schreibt der Bund der Steuerzahler:

„Selbst wenn Sie sich sonst wenig für volkswirtschaftliche Quoten interessieren, bei dieser werden Sie sicher aufhorchen. Für 2015 hat der Bund der Steuerzahler eine Einkommensbelastungsquote von 52,4 Prozent berechnet. Das heißt: 52,4 Prozent ihres Einkommens gehen an den Fiskus und die sozialen Sicherungssysteme. Auf den Jahreskalender bezogen arbeiten die Steuerzahler rein rechnerisch damit erst ab dem 11. Juli, also nach mehr als sechs Monaten, für ihr eigenes Portemonnaie.“

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch die Verfügungsgewalt über den Löwenanteil des durch eigene Arbeit erwirtschafteten Einkommens. Vor diesem Hintergrund muss man feststellen: In Deutschland sind diejenigen, die arbeiten, längst entmündigt.

Aber es kommt noch besser.

Dass es unter den Steuerzahlern Abstufungen im Ausmaß der Leibeigenschaft gibt, macht die folgende Gegenüberstellung deutlich, die am Beispiel eines Ehepaars aus Dresden mit zwei Kindern und Mietwohnung und am Beispiel eines Singles aus Göttingen mit Mietwohnung, einerseits die ideologische Grundlage des Steuerfrondienstes zeigt, anderseits das unglaubliche Ausmaß, das der entsprechende Frondienst mittlerweile angenommen hat, verdeutlicht:

Steuerleibeigene

So sehen Steuerleibeigene in Deutschland aus: 62,4% des Einkommens eines Single wird vom Staat einvernahmt, mit allen Folgen, die die entsprechende Einvernahme für die Motivation und das Gerechtigkeitsempfinden derjenigen hat, die derart steuerlich ausgezogen werden. Nicht nur das: Single werden von ihrem Staat vor die Wahl gestellt: Entweder sie erweitern ihren Frondienst und geben dem Staat die Kinder, die er sich wünscht, ein Wunsch, der mit entsprechenden Geldgeschenken an diejenigen, die den Frondienst auf sich nehmen, verbunden ist, oder er wandert aus, in ein Land, in dem die Steuerleibeigenschaft noch nicht das Niveau erreicht hat, wie dies in Deutschland der Fall ist, in ein Land, wo noch Menschen leben, die Freiheit, auch oder besonders vom Staat wertschätzen.

Oder: noch eine Möglichkeit – er baut sich eine Zeitmaschine und reist ins 16. Jahrhundert. Damals haben Menschen gelebt, die sich gegen 10% Steuern und Abgaben sowie gegen Frondienste zur Wehr gesetzt haben.

Das muss der homo libertas gewesen sein.

Es ist schon erstaunlich, dass in einem Land, das Gleichheit so auf seine Fahnen gechrieben hat wie Deutschland, manche bis aufs Hemd ausgezogen werden, damit andere nicht im Hemd dastehen müssen –  von Gerechtigkeitserwägungen ganz zu schweigen.

Gerechtigkeit? Gleichheit? Gleichstellung? Idiotentest für Verteilungsfragen

Der Pro Quote Regie Unsinn hat uns den Rest gegeben.

Wir haben nun wirklich genug von all den Aktivisten, die mit Begriffen um sich werfen, deren Gehalt und Sinn sich ihnen nicht einmal entfernt erschließt.

idiotentestDeshalb haben wir uns entschlossen, sozusagen einen Idiotentest für alle diejenigen, die sich in der Öffentlichkeit zu Fragen der Gerechtigkeit oder Gleichheit von Verteilungen äußern wollen, zu konzipieren.

Wir schlagen den entsprechenden Personen den entsprechenden Idiotentest für Verteilungsfragen zum Selbsttest vor, um zu testen, wo sie intellektuell stehen, bevor sie den Mund zum Thema aufmachen.

Idiotentest für Verteilungsfragen

A. Was ist Gerechtigkeit?

  1. Gerechtigkeit ist, wenn ich bekomme, wonach ich ein starkes Bedürfnis habe.
  2. Gerechtigkeit ist, wenn ich das bekomme, was meiner Leistung entspricht.
  3. Gerechtigkeit ist, wenn ich das bekomme, was andere schon haben oder bekommen.

B. Was ist Ergebnisgleichheit?

  1. Ergebnisgleichheit ist, wenn alle dasselbe bekommen, egal, was sie dafür getan haben.
  2. Ergebnisgleichheit ist, wenn alle das bekommen, was sie sehr gerne hätten.
  3. Ergebnisgleichheit ist, wenn so verteilt wird, dass alle am Ende dasselbe haben, egal, was sie dafür getan haben.

C. Was ist Chancengleichheit?

  1. Chancengleichheit ist, wenn jeder denselben Zugang zu Positionen hat.
  2. Chancengleichheit ist, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen denselben Zugang zu Positionen haben.
  3. Chancengleichheit ist, wenn benachteiligte Gruppen bevorteilt werden.

D. Verteilungsaufgabe I

  • In Deutschland sind rund 15% der Beschäftigten im Baugewerbe weiblich. Kann man daraus schließen, dass Frauen im Baugewerbe benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

E. Verteilungsaufgabe II

  • In Deutschland sind 69% der Beschäftigten im Bereich von Erziehung und Unterricht weiblich. Kann man daraus schließen, dass Männer im Bereich Erziehung und Unterricht benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

F. Verteilungsaufgabe III

  • In Deutschland sind rund 12% der Regisseure, die für die Filme öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten Verantwortung tragen, weiblich. Kann man daraus schließen, dass weibliche Regisseure benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

G. Verteilungsaufgabe IV

  • In Deutschland sind 30% derjenigen in Führungspositionen von Unternehmen und staatlichen Institutionen weiblich. Kann man daraus schließen, dass Frauen benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

H. Was ist Gender-Gerechtigkeit?

  1. Der Versuch, Ergebnisgleichheit zwischen Männern und Frauen herbeizuführen.
  2. Ein inhaltsleerer Kampfbegriff
  3. Ein Synonym für Gleichstellung

I. Was ist Gleichstellung?

  • Der Versuch von Frauen, sich einen Vorteil auf Kosten von Männern zu verschaffen.
  • Der Versuch, Ergebnisgleichheit für Personen oder Gruppen herzustellen, die keine Rücksicht auf Leistung nimmt.
  • Ein Synonym für Gender-Gerechtigkeit.

J. In welchem der drei folgenden Fälle liegt Diskriminierung vor?

  • Diskriminierung liegt vor, wenn ich nicht das habe, was andere schon haben.
  • Diskriminierung liegt vor, wenn ich vom Zugang zu Ressourcen ausgeschlossen werde, nur, weil ich ein Mann bin.
  • Diskriminerung liegt vor, wenn ich nicht dasselbe bekomme, was andere bekommen.

Pro richtiger Antwort gibt es einen Punkt.

Wer 10 Punkte hat, darf in der Öffentlichkeit den Mund aufmachen.

Wer 9 Punkte hat, sollte prüfen, ob er nicht aus Versehen bei einer Frage die falsche Antwort angekreuzt hat.

Wer 8 Punkte und weniger hat, der sollte sich zu Fragen von Gerechtigkeit oder Gleichheit der Verteilung von Ressourcen an Personen oder Gruppen bis auf weiteres nicht (mehr) öffentlich äußern, sondern versuchen, die jeweiligen Ideen und Konzepte zu begreifen.

Und hier die Auflösung der Aufgaben

A. Gerechtigkeit

  • Gerechtigkeit ist ein Prinzip, das eine der Leistung entsprechende Auszahlung garantiert. D.h. wer mehr leistet, erhält auch eine höhere Auszahlung. Daher ist das Gerechtigkeitsprinzip eng mit dem Leistungsprinzip verbunden.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

B. Ergebnisgleichheit

  • Die Schaffung von Ergebnisgleichheit ist das Gegenteil einer gerechten Verteilung weil Erstere die Verteilung von Ressourcen unabhängig von Leistung vornimmt. Im Gegensatz zu Gerechtigkeit wird Ergebnisgleichheit in der Regel auf Gruppen und nicht auf Individuen angewendet.
  • Alternative 3 ist die richtige Antwort.

C. Chancengleichheit

  • Chancengleichheit liegt vor, wenn keinem Individuum oder keiner gesellschaftlichen Gruppe durch Privilegien der Zugang zu Positionen im Vergleich zu anderen Individuen oder gesellschaftlichen Gruppen erleichtert wird (oder durch negative Sanktionen erschwert wird). Chancengleichheit ist das Gegenteil von „affirmative action“, also von Maßnahmen der positiven Diskriminierung.
  • Alternative 1 ist die richtige Antwort.

D. Verteilungsaufgabe I

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden.

E. Verteilungsaufgabe II

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden.

F. Verteilungsaufgabe III

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden. Wer es dennoch tut, will sich entweder persönlich bereichern, oder er ist dumm.

G. Verteilungsaufgabe IV

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden. Wer es dennoch tut, will sich entweder persönlich bereichern, oder er ist dumm.

H. Gender-Gerechtigkeit

  • Gender-Gerechtigkeit ist ein inhaltsleerer Kampfbegriff. Gerechtigkeit als Verteilungsprinzip besagt, dass jeder unabhängig von sonstigen Merkmalen und somit auch unabhängig von seinem Geschlecht die Auszahlung erhält, die seiner Leistung entspricht.
  • Wenn Gender-Gerechtigkeit dann vorläge, wenn Männer und Frauen eine Auszahlung entsprechend ihrer Leistung erzielen, sie also ihrer Leistung entsprechend behandelt werden, dann wird nach dem Gerechtigkeitsprinzip verteilt, für das „Gender“ völlig irrelevant ist. Deshalb ist der Begriff „Gender-Gerechtigkeit“ unsinnig.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

I. Gleichstellung

  • Gleichstellung ist, wenn so verteilt wird, dass am Ende eine Ergebnisgleichheit herrscht. Dementsprechend handelt es sich um eine Verteilung, die unabhängig von Leistung vorgenommen wird. Gleichstellung ist somit das Gegenteil von Gerechtigkeit.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

J. Diskriminierung

  • Diskriminierung liegt vor, wenn willkürliche Merkmale einer Person genutzt werden, um die entsprechende Person vom Zugang zu Ressourcen auszuschließen, z.B. Männer von bestimmten Professuren, wie dies im Professorinnenprogramm der Fall ist.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

Der Idiotentest für Verteilungsfragen steht hier als PDF bereit, um heruntergeladen, ausgedruckt und verteilt zu werden. Wir geben die Hoffnung eben nicht auf, dass sich die Vernunft durchsetzt!

ScienceFiles Aphorismen: Ohne Ungleichheit stirbt die Gesellschaft

Soziale und geschlechtliche Gleichmacherei feiert derzeit einen Hysterie-Hype nach dem nächsten. Gestern war es der paritätische Wohlfahrtsverband, der wieder einmal mit der relativen Armut Schindluder getrieben hat, heute ist einem, der davon vermutlich einen Nutzen nießen kann, aufgefallen, dass es in Deutschland fünf Filme mit männlichen Regisseuren auf einen Film mit einem weiblichen Regisseur gibt, und das ist natürlich eine Benachteiligung, und morgen wird es einem besonders Intelligenten auffallen, dass die eigentlich Armen, die Armen sind, die sich tagein und tagaus mit der Armut anderer beschäftigen, weshalb sie vom Steuerzahler mit einem doppelt so hohen Einkommen für ihr aufopferndes Verhalten belohnt werden müssen.

Trotz aller Widersprüchlichkeit boomt der Markt mit der sozialen Gleichheit, die man als Utopie verkaufen kann, mit der man Neid schüren kann und, nicht zuletzt, an der man hervorragend verdienen kann.

Aber ist Ungleichheit, soziale Ungleichheit nicht der Lebensnerv einer Gesellschaft, nicht das, was eine Gesellschaft überhaupt am Leben erhält – ihre Beseitigung damit das Ende des Sozialen?

Wir fragen Sir Ralf Dahrendorf und erhalten posthum die folgende Antwort:

Pfade aus Utopia„Dies ist der Ort, um noch einmal an Kants kritische Bemerkung zu Rousseau zu erinnern, die Ungleichheit sei zwar die ‚reiche Quelle so vieles Bösen, aber auch alles Guten‘. Dass Kinder sich ihrer Eltern schämen, dass Angst und Armut, Leid und Unglück über Menschen kommen und manche andere Folge der Ungleichheit, mag man gewiß beklagen. Dass historische und daher in einem letzten Sinn willkürliche Kräfte unübersteigbare Schranken der Kaste oder des Standes eines Menschen errichten, mag man mit guten Gründen bekämpfen. Dass es aber überhaupt Ungleichheit unter den Menschen gibt, ist, indem es die Geschichtlichkeit von Gesellschaften garantiert, ein Moment der Freiheit. Die völlig egalitäre Gesellschaft ist nicht nur ein unrealistischer, sie ist auch ein schrecklicher Gedanke: denn in Utopia wohnt nicht die Freiheit, der stets unvollkommene Entwurf in das Unbestimmte, sondern die Perfektion entweder des Terrors oder der absoluten Langeweile“. (Dahrendorf, 1986, S.379).

Die Sehnsucht nach der Gesellschaft der Gleichen ist damit nichts anderes als das morbide Schwärmen, das Freud als Todessehnsucht bezeichnet hat.

Die Mutation der Moral

Orginaltitel: Moral Mutation
Aus dem Englischen übersetzt von Michael Klein, sciencefiles.org

Mutation der Moral

von Nigel Farage

Nigel Farage, MEP

Mit dem Aufkommen der Europäischen Diktaturen im 19. und 20. Jahrhundert – am markantesten im post-revolutionären Frankreich, im Dritten Reich und in der UdSSR – ging Pflege der und Aufsicht über die öffentliche Moral von religiösen Institutionen auf atheistische, politische Institutionen über. So kam es, dass öffentliches Verhalten der Regulation durch politische Korrektheit unterstellt wurde, der politischen Korrektheit, die von säkularen Institutionen rigide vorgegeben wurde und nicht vom moralischen Wert, wie er durch Tradition und die Einsicht in einen universellen Zweck bereitgestellt wurde, einem moralischen Wert, der individuelle menschliche Interpretation übersteigt und entsprechend durch gesellschaftliche und demokratische Interpretation bestimmt werden muss.

Der derzeitige und im Moment noch gebändigte Nachfolger dieser blutigen Diktaturen ist die Europäische Union (EU). Die EU ist ein komplexes System, das sich aus den herrschenden Parteien 27 früherer Demokratien, den Regierungen, die sie bestimmen und einer blühenden zentralen Bürokratie zusammensetzt. Dieses System kanalisiert Steuergelder und Gelder von Konsumenten in eine Infrastruktur, die die herrschenden Parteien unterstützt. Mit Hilfe dieser Infrastruktur wurde nicht nur für die letzten Jahrzehnte sichergestellt, dass die herrschenden Parteien auch an der Macht bleiben, es wurde damit auch das Entfernen jeglicher Konzepte von Moral und moralischem Wert und deren Ersetzen durch Konzepte von „Moral“ wie sie von den herrschenden Parteien definiert wurden, finanziert.

Es ist ein normaler Vorgang, dass Menschen nach Macht streben und dann, wenn sie Macht erreicht und Machtpositionen inne haben, danach trachten, die erreichte Macht, die erreichten Machtpositionen dauerhaft zu sichern, indem sie den demokratischen Prozess, durch den sie an die Macht gelangt sind, schwächen bzw. zu schwächen versuchen. Deshalb ist es eminent wichtig, dass diejenigen, die nicht an der Macht sind, die sich nicht in Machtpositionen befinden, die Möglichkeit und Gelegenheit dazu haben, die herrschenden Parteien von der Macht und aus ihren Machtpositionen zu entfernen. Reguläre Wahlen sollen diesem Zweck dienen. Wenn allerdings alle Parteien, die herrschenden und die Parteien in der Opposition, Teil desselben politischen Komplexes sind, dann ist es nicht möglich das Regime dadurch zu verändern, dass einfach die Parteien ausgetauscht werden. Dies ist in der EU der Fall.

Mit der Unmöglichkeit, das Regime zu ändern, sind die politischen Eliten jedoch nicht zufrieden. Sie wollen die Gesellschaft in eine Lage bringen, in der es ausgeschlossen ist, die herrschenden Eliten überhaupt aus ihren Machpositionen zu entfernen (das ist die Hoffnung der politischen Eliten). Die politischen Eliten sind deshalb auf der Jagd nach moralischen Werten, die sich bislang ihrer Kontrolle entziehen. Ihr Ziel ist es, diese moralischen Werte zu eliminieren und durch ihre legalistischen Konstruktionen politischer Korrektheit zu ersetzen. Legalistische Konstruktionen politischer Korrektheit lassen sich auf jede Feinheit und nach Belieben zuschneiden. Und mit dem Mittel legalistischer Konstruktionen politischer Korrektheit wollen die politischen Eliten ihre Macht auch in Zukunft sichern.

Die Grundlage der beschriebenen Methode, die wohlklingenden „Droits de L’Homme“ (heute übersetzt als Menschenrechte) kamen im Verlauf der Französischen Revolution auf und sind heute zu einem weltweiten Kult weiterentwickelt worden, einem Kult, der zunächst die Vereinten Nationen (UN), dann den Europarat, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, eine Vielzahl internationaler Organisationen und Gerichte und schließlich die Europäische Union hervorgebracht hat.

In jedem der genannten Fälle wurde die Wirtschaft, oder einfach: Geld benutzt, um dass Trojanische Pferd in ehemals demokratische Gesellschaften einzuführen, um sie mit den künstlichen Menschenrechten zu unterwandern. Auf diese Weise wurden negative Rechte (es ist alles erlaubt, was nicht verboten ist) schrittweise mit positiven Rechten (es ist alles verboten, was nicht erlaubt ist) ersetz. Das traditionelle oder auch Gott gegebene Recht der Individuen, ihr Leben mit gleichem Recht zu leben und nach ihren Verdiensten beurteilt zu werden, ist untergraben worden. Es wird zunehmend dadurch ersetzt, dass die Rechte von Individuen an willkürlich formulierte Gruppen und Klassen gebunden und die Individuen entsprechend behandelt werden.

Kurioser oder unerhörter Weise wird diese ungleiche Behandlung (oder positive Diskriminierung) damit begründet, dass soziale Gleichheit hergestellt werden soll, allerdings nur dort, wo die politischen Eliten soziale Gleichheit als „fehlend“ empfinden. Gerechtigkeit wird entsprechend zum Gegenstand sozialer Planung und die Gesellschaft wird mehr und mehr fragmentiert, denn immer mehr Minoritäten, benachteiligte Gruppen und ethnische Minderheiten werden identifiziert, vage definiert und mit speziellen Privilegien versorgt.

Die so privilegierten Gruppen werden zur schnellen Eingreiftruppe, die die politischen Eliten (be)nutzen, um den Angriff auf die Mehrheit führen. Die Mitglieder der schnellen Eingreiftruppe sind immer bereit, „Opfer“ für Rechtsstreite bereit zu stellen, die als Präzedenzfälle dienen, um die neuen Menschenrechts-Gesetze voranzutreiben. Die Mitglieder der privilegierten Gruppen werden zum Stammesgefangenen der herrschenden Parteien und der mit ihnen verbundenen internationalen und supra-nationalen Organisationen und alle gemeinsam speien sie neue Rechtssätze mit Atem beraubendem Tempo aus.

Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit dem Durcheinanderwirbeln der Weltbevölkerung, mit der Produktion einer kulturellen Heterogenität, die mit der Demokratie nicht vereinbar ist und die die Machposition der herrschenden Parteien sichert. Durch die Segmentierung der Gesellschaft, deren Reduzierung auf kleine Fraktionen, die sich in ineffizientem Gezänk miteinander ergehen, geht die Unfähigkeit einher, einen gemeinsamen Willen, einen Willen der Mehrheit des Volkes zu formulieren.

The EU – a sinking ship?

Dies ist in jedem Fall der derzeitige Plan. Manche werden ihn einen spontanen Prozess nennen, aber diese Unterscheidung ist künstlich. Der Plan wird derzeit in die Tat umgesetzt, und er wird schnell in die Tat umgesetzt. Wir müssen ihn stoppen, solange von unserem einst ausgezeichneten Rechtssystem, solange von unserem einst geachteten System demokratischer Repräsentation noch etwas übrig ist. Diese Mutation der Moral kann jedoch nur gestoppt werden, wenn die derzeitigen, im System der EU herrschenden Parteien ersetzt werden. Dies kann im Vereinigten Königreich nur durch die Wahl einer patriotischen Partei gelingen, die bereit ist, die Herausforderungen einer Unabhängigkeit in einer sich wandelnden Welt anzunehmen und dennoch den Traditionen mit Respekt zu begegnen, die über Jahrhunderte echte moralische Maßstäbe bereitgestellt und den Instinkt und die Intuition, ihnen zu folgen, begründet haben.

Bildnachweis:
Nigel Farage
They Real – EU – a Sinking Ship?
Everyting Technology Marketing

Soziale Ungleichheit: Nicht mehr als ein „In-Begriff“ der Linken

Soziale Ungleichheit ist für manche eine Geißel der Menschheit, wobei der religöse Impetus dieser Formulierung den Vertretern einer Gesellschaft der Gleichen durchaus gerecht wird. So behauptet Günter Buchholz in einem Interview mit Alexander Ulfig, dass die „politische Linke i.w.S. Gleichheit positiv bewertet“, bei der Frankfurter Rundschau weiß man, dass Gleichheit Glück ist, womit auf einen Beitrag der beiden britischen Epidemiologen Richard Wilkinson und Kate Pickett Bezug genommen wird, die gezeigt haben wollen, dass ungleiche Gesellschaften unglücklicher sind als gleiche Gesellschaften (aber nicht die Menschen!), und im neuesten Versuch, den Fetisch „soziale Ungleichheit“ zu geißeln, kommt Armin Schäfer (2012) zu dem Schluss, dass soziale Ungleichheit die Demokratie gefährdet (dazu gleich mehr).

Jedem Wissenschaftler, der diese Behauptungen hört oder liest, stellt sich zunächst die Frage, was unter der vielbemühten sozialen Ungleichheit eigentlich verstanden wird. So bettet Günter Buchholz seine Vorstellung von „sozialer Gleichheit“ in das romantische Bett der Gemeinschaftlichkeit, das zwar genauso amorph in seiner Bedeutung ist, wie „soziale Gleichheit“, aber die selbe affektive Ladung für bestimmte ideologische Kreise mit sich bringt. Die Frage, was „soziale Gleichheit“ sein soll, wird damit zwar nicht beantwortet, aber die Anbindung „sozialer Gleichheit“ an Begriffe wie „Gemeinschaftlichkeit“ oder auch Freiheit soll eines deutlich machen: soziale Gleichheit ist gut, soziale Ungleichheit entsprechend schlecht.

Wer nicht bei der affektiven Konnotierung „sozialer Gleichheit“ stehen bleibt, und weiter bohrt, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass diejenigen, die die Beseitigung „sozialer Ungleichheit“ fordern damit nicht meinen, man solle ein Kind aus der Arbeiterschicht in ihrem sozial privilegierten Mittelschichtshaushalt einquartieren, um die Chancen dieses Kindes, ein Abitur zu erreichen und an einer Universität zu studieren, zu erhöhen. Entsprechende Verfechter sozialer Gleichheit werden zwar von sich behaupten, kein Problem mit dem Homosexuellen im Haus nebenan zu haben, hätten aber vorhersehbar erhebliche Probleme mit dem Asylbewerberheim um die Ecke, obwohl die Durchmischung von Wohngebieten einen positiven Effekt auf soziale Gleichheit hätte. Nein, wer weiter sucht, um die Bedeutung „sozialer Gleichheit“ zu erkunden, der kommt bei der Erkenntnis an, dass mit sozialer Gleichheit nichts anderes als Einkommensgleichheit gemeint ist.

Einkommensungleichheit, zumeist über den Gini-Koeffizienten* gemessen, ist es dann auch, von der Wilkinson und Pickett fälschlicherweise behaupten, sie wirke sich negativ auf das Glück von Menschen aus. Und Einkommensungleichheit ist auch die Grundlage, auf der Armin Schäfer in einem Beitrag für die Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft Erstaunliches behauptet:

„This essay, … has shown that income inequality negatively affects not only trust in parliaments and politicians but also diminishes satisfaction with democracy. … Growing inequality is particularly relevant to democracy, as a strong correlation exists between social inequality and how citizens evaluate democracy. The more unequally income is distributed in a given country, the more dissatisfied citizens become with the way in which democracy functions and the less they trust in political institutions“ (Schäfer, 2012).

Schäfer (2012)

In aller Kürze: in Ländern, in denen die Ungleichheit größer ist als in anderen Ländern, ist die Demokratie, die demokratische Grundordnung in Gefahr. Ein Blick auf eine Tabelle, die Schäfer im Anhang zu seinem Artikel bereitstellt, zeigt, dass der Gini-Koeffizient, zwischen 0,23 (Schweden und Dänemark) und 0,42 (Portugal) variiert. Die meisten der 17 von Schäfer untersuchten Länder befinden sich in einem Bereich von 0,27 (Österreich, Belgien, Finnland, Niederlande) und 0,35 (Italien). Eine Bandbreite von 0,08 ist für einen Koeffizienten wie den Gini-Koeffizienten, dessen Wertebereich von 0 (gleiche Einkommensverteilung) bis 1 (ungleiche Einkommensverteilung) reicht, recht bescheiden (siehe das Ende dieses Post für eine Erklärung des Gini-Koeffizienten). Zudem befinden sich alle Länder, die Schäfer untersucht, im unteren Wertebereich des Gini-Koeffizienten, so dass man sagen muss, es ist nicht so weit her mit der Einkommensungleichheit in den 17 Ländern. Diese geringe Varianz hindert denjenigen, der Einkommensungleichheit als eines der Grundübel der Welt brandmarken will, jedoch nicht daran, den Gini-Koeffizienten mit Individualdaten in eine „multi-level Analyse“, also letztlich in eine Regressionsanalyse zu befördern und ihren Einfluss auf zwei Variablen zu berechnen: Das Vertrauen in Politiker und Parlamente** und die Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie***. Befragte aus 17 europäischen Ländern wurden im Rahmen des European Social Surveygebeten, die entsprechenden Fragen zu beantworten.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Italiener und werden gebeten, ihre Zufriedenheit mit der Art und Weise, in der die Demokratie in Italien funktioniert, auf einer Skala von 0 bis 10 anzugeben, wobei 0 bedeutet, dass sie überhaupt nicht zufrieden sind, 10, dass sie sehr zufrieden sind. Nun, als Italiener hat man wenig Grund mit dem Funktionieren seiner Demokratie zufrieden zu sein, also vergeben sie eine „4“, und die Frage, ob man Vertrauen in seine Politiker hat, bringt Italiener vermutlich eher zum Lachen und somit zum Wert 3, als dass sie eine positive Bewertung abgeben würden. Aber, irgend jemand muss damals Berlusconi gewählt haben (zum Befragungszeitpunkt war Berlusconi noch Ministerpräsident), also würde man erwarten, dass diejenigen, die ihn gewählt haben, ein wenig zufriedener mit dem Funktionieren der Demokratie sind und ein wenig mehr Vertrauen in ihre Politiker haben, „5“ und „6“ vielleicht. Fragt man Briten danach, ob sie Politikern trauen, dann wird man, insgesamt schlechtere Einschätzungen bekommen als z.B. in Schweden oder Deutschland, denn das Misstrauen gegenüber Politikern und die Notwendigkeit, Politiker und Regierung zu misstrauen und sie zu kontrollieren, ist gerade Teil einer civic culture wie Großbritannien. Wie man der oben dargestellten Tabelle entnehmen kann, leben Italiener und Briten in Ländern, die durch einen höheren Gini-Koeffizienten beschrieben sind als Schweden oder Deutschland – aber ist das mehr als ein Zufall?

Schäfer (2012)

Die im letzten Absatz gemachten ad-hoc Annahmen, die letztlich kulturelle Unterschiede in Rechnung stellen, werden eindrücklich durch die Berechnungen von Schäfer bestätigt, die ich für „Vertrauen in Politiker und Parlamente“ hier wiedergegeben habe (Abbildung): Höher gebildete Befragte, mit relativ höherem Einkommen, die religiös sind, relativ mehr politisches Interesse haben, die Regierungspartei gewählt haben und die nicht zum linken Rand des politischen Spektrums gehören, haben eher Vertrauen in Politiker und Parlamente als Befragte, für die diese Variablen nicht zutreffen. Alle diese Variablen, die im Modell von Schäfer als erklärende Variablen identifziert werden und die einen signifikanten Effekt auf die abhängige Variable haben, kommen in der Zusammenfassung der Ergebnisse, die Schäfer vornimmt, nicht vor. Die einzige Variable aus den in der Abbildung dargestellten Modellen, die Schäfer erwähnenswert findet, ist der Gini-Koeffizient, eine Auswahl, die angesichts der mageren 17 Fälle, für die der Gini-Koeffizient Varianz aufweist und angesichts der oben thematisierten geringen Varianz erstaunlich ist.

Die Wahl ist umso erstaunlicher als man sich unwillkürlich fragt, was zwischen der ungleichen Einkommensverteilung in einem Land und dem Misstrauen in Politiker vermittelt. Ist es tatsächlich so, wie Linke vermuten, dass Menschen mit geringem Einkommen dann, wenn ihr Land durch ein großes Einkommensgefälle gekennzeichnet ist, Politikern durch die Bank, also auch linken Politikern eher misstrauisch gegenüberstehen? Oder hat Misstrauen gegenüber Politikern etwas mit dem Verhalten von Politikern und eben nicht mit der Einkommensungleichheit zu tun, etwa damit, ob man von Politikern belogen wird, damit, dass man mit der Politik der Partei, die man unter falschen Erwartungen gewählt hat, nicht zufrieden ist oder dergleichen Variablen? Wem ist in seinem täglichen Leben schon bewusst, dass die Einkommensungleichheit in Deutschland geringer ist als in Italien und dass er deswegen mehr Vertrauen zu seinen Politikern haben muss als Italiener? Die ganze Fragestellung erscheint absurd, insbesondere, wenn man die Prämisse betrachtet, auf der sie basiert: Demokratie müsse Einkommensgleichheit herstellen. Warum? Was ist gut an Einkommensgleichheit?

Als jemand, der aus der Arbeiterschicht stammt, weiß ich, welchen Ansporn man daraus nehmen kann, nach etwas zu streben, was man selbst derzeit nicht hat, z.B. ein hohes Einkommen, und als jemand, der immer wieder gerne in F. A. von Hayeks Büchern liest, weiß ich, wie wichtig Hayek soziale Ungleichheit für das Funktionieren einer Marktwirtschaft war. Der Antrieb von Gesellschaften, Wachstum und Fortschritt basieren auf der Möglichkeit des Experimentierens mit neuen Gütern. Experimente können schief gehen, und entsprechend setzt das Experimentieren mit neuen Gütern Kapital voraus, Kapitaleigner, die den Verlust von Kapital in fehlgeschlagenen Experimenten (z.B. neuen Produkten, die von den Konsumenten nicht angenommen werden oder Arzneimitteln, die sich als nicht marktfähig erweisen) verschmerzen können.

Diejenigen, die über Kapital verfügen und bereit sind, es auch einzusetzen und zu experimentieren, um dadurch einen Nutzen (für sich und für andere) zu erzielen, schaffen dadurch – gewollt oder ungewollt – einen Nutzen für alle Gesellschaftsmitglieder. (Die Diskussion darüber, ob der Nutzen gewollt oder ungewollt hergestellt wird, ist müsig, denn das Arzneimittel, das gegen Kopfschmerzen hilft hat u.a. im Entdeckungsprozess jemanden benötigt, für den Kopfschmerzen ein Problem darstellten und der etwas dagegen tun wollte.) Einkommensungleichheit ist also notwendig, um eine Gesellschaft nicht nur voranzubringen, sondern auch am Laufen zu halten, denn wer sollte nach etwas streben, wenn damit z.B. kein höheres Einkommen oder ein höherer Status verbunden ist, als er es/ihn derzeit hat? Linke Ideen von Gleichheit erweisen sich hier einmal mehr als einem erschreckenden Menschenbild verbunden, das davon ausgeht, dass Individuen nicht streben, nicht bemüht sind, sich zu verbessern und mit dem zufrieden sind, was ihnen vom Staat zugeteilt wird.

Anhang:

* GINI-Koeffizient:
Der Gini-Koeffizient misst die statistische Abweichung der Einkommensverteilung von der Lorenz Kurve, wobei die Lorenz Kurve die kumulative Verteilungsfunktion einer Zufallsverteilung darstellt. Gini nimmt mit seinem Koeffizienten an, dass Einkommensgleichheit als Gerade dargestellt werden kann, die in einem Winkel von 45-Grad den kumulativen Anteil von Niedriglohnbeziehern am kumulativen Gesamteinkommen verbindet. Die Fläche, die zwischen der Lorenzkurve (also der Zufallsverteilung) und der Gerade (also der Einkommensgleichheit) aufgespannt ist, stellt die Abweichung dar, die mit dem Gini-Koeffizienten berechnet wird und zwischen dem Wert 0 für Einkommensgleichheit und 1 für das größte mögliche Maß der Ungleichheit variiert. Häufig wird das Ausmaß der Einkommenskonzentration, wie es mit dem Gini-Koeffizienten gemessen wird, auch als Prozentwert, der von 0 bis 100 reicht, ausgedrückt.

** Fragetext Vertrauen in Politiker und das Parlament
Using this card, please tell me on a score of 0-10 how much you personally trust each of the institutions I read out. 0 means you do not trust an institution at all, and 10 means you have complete trust.
National Parliament
Politicians

*** Fragetext Zufriedenheit mit der Demokratie
And on the whole, how satisfied are you with the way democracy works in [country]? Please answer using this card, where 0 means extremely dissatisfied and 10 means extremely satisfied.

Literatur

Schäfer, Armin (2012). Consequences of Social Inequality for Democracy in Western Europe. Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenshaft: online first.

Bildnachweis:

The Peoples Cube

Macht Sozialismus glücklich?

Bei bestimmten Büchern kann man die Rezeptionsgeschichte quasi vorher sagen. Als Richard Wilkinson und Kate Pickett (übrigens in genau der Autorenreihenfolge und nicht etwa umgekehrt, wie Liana Fix in einem Anfall von Genderismus  meint) ihr Buch „The Spirit Level“ veröffentlicht haben, in dem Belege zusammengetragen sein sollen, die zeigen, „dass eine … Gesellschaft, in der Einkommen, Vermögen und Macht möglichst gleich verteilt sind, eine bessere Gesellschaft ist“ (Fix, 2010, S.2), war bereits vorherzusehen, dass Vertreter eines umverteilenden Sozialstaats dieses Buch mit Begeisterung aufnehmen werden.

So schrieb die Frankfurter Rundschau unter dem Titel „Gleicheit ist (!sic) Glück“: Zwei englische Mediziner haben erforscht, dass für die Gesundheit der Menschen Reichtum weniger wichtig ist als Verteilungsgerechtigkeit“. In der FAZ spekulierte Wolfgang Kersting darüber, warum sich Glück rentiert, und er tat dies ebenfalls unter der Überschrift: Gleichheit ist Glück. Der selbe Autor stellt im Freitag die Frage, ob Gleichheit Glück ist und beantwortet sie auch gleich selbst, mit Verweis auf den „common sense“ und mit „ja“.

Es scheint also nichts daran zu rütteln zu geben, dass Gleichheit Glück bedeutet, das sagt Wolfgang Kerstings „gesunder Menschenverstand“ und Wilkinson und Pickett haben es in ihrem Buch belegt. Oder etwa nicht? Zunächst ist es interessant die Quelle der Erkenntnis bei Wilkinson und Pickett zu suchen, und die Quelle der Erkenntnis der beiden Epidemiologen zu inspizieren. Die Autoren beziehen ihre Erkenntnis ausschließlich aus der Analyse von Aggregatdaten bzw. aggregierter Daten, d.h. sie vergleichen Daten auf der Ebene von Ländern: Der Mittelwert des Glücks wird mit dem Mittelwert gesellschaftlicher Ungleichheit in Beziehung gesetzt. Nun gibt es natürlich keinen Mittelwert des Glücks per se. Vielmehr muss man Menschen befragen, um zu wissen, ob sie glücklich sind, so wie dies im World Value Survey geschieht, dem Wilkinson und Pickett ihr Glücksmaß entnehmen.

So wurde etwa 1997 in Deutschland gefragt:
Ganz allgemein: Würden Sie sagen, daß Sie zur Zeit sehr glücklich, ziemlich glücklich, nicht sehr glücklich oder überhaupt nicht glücklich sind?  Berechnet man den Mittelwert aller Angaben deutscher Befragter zu dieser Frage, dann ergibt sich der nationale Glücksmittelwert. Dieser nationale Glücksmittelwert wird nun mit einem Maß für die Gleichheit der Einkommensverteilung in Verbindung gesetzt, wobei die Einkommensverteilung als Differenz des Einkommens zwischen den obersten und den untersten 20% einer Einkommensverteilung bestimmt wird. Und wenn man beide Maße in Verbindung miteinander bringt, dann zeigt sich: „that there is no relation between inequality and WVS [World Value Survey] measures of happiness“ (Wilkinson & Pickett, 2010, S.8). Da sitzt man nun, und wundert sich: Wo kommt der Glaube, Gleichheit sei Glück her, der doch angeblich seinen Ursprung im Buch von Wilkinson und Pickett haben soll? Wie steht es überhaupt mit dem Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Glück?

Quelle: Snowdon (2012), S.102

Nun, die Forschung zu diesem Thema bestätigt das Ergebnis, das Wilkinson und Pickett in Auseinandersetzung mit ihren Kritikern einräumen: Es besteht kein Zusammenhang zwischen Glück und gesellschaftlicher Ungleichheit. Christopher Snowdon (2012) hat dies gerade in einer neuen Untersuchung und einmal mehr gezeigt (Abbildung). Ob eine Gesellschaft (man sehe mir an dieser Stelle nach, wenn ich Nation mit Gesellschaft gleichsetze) im Mittelwert glücklicher ist als eine andere Gesellschaft hat überhaupt nichts mit dem Ausmaß der gesellschaftlichen Ungleichheit zu tun. Zum selben Ergebnis kommt Arthur C. Brooks (2007), der untersucht hat, wie sich das in den letzten Jahrzehnten zunehmende Maß an gesellschaftlicher Ungleichheit auf das Glückslevel der jeweiligen Gesellschaft ausgewirkt hat. Sein Ergebnis: Gar nicht – Obwohl sich die Ungleichheit  erhöht habe, bleibe das gesellschaftliche Glückslevel gleich.

Welche Faktoren bestimmen eigentlich Ihr Glück? Ist es für Sie ausschlaggebend, ob Fürst von Thun und Taxis eine neue Million in seine Schatulle gesteckt hat, ob Bill Gates die Milliardengrenze abermals durchbrochen hat? Oder ist es nicht eher so, wie Kenneth J. Galbraith einst gesagt hat: „We don’t compare ourselves with the distant rich [or poor]“? Wenn Galbraith Recht hat, dann bedeutet dies, dass die unmittelbare Lebenserfahrung, Fragen der alltäglichen Fairness, der täglichen Behandlung für das eigene Glück wichtiger sind als die Anzahl der Stellen vor dem Komma auf dem Kontoauszug von Dietmar Hopp. Wichtiger für individuelles Glück sind somit soziale Vergleichprozesse in unserer unmittelbaren Umgebung.

Wer sich von morgens bis abends den Buckel krumm arbeitet, z.B. im Stahlwerk, der findet es wahrscheinlich ungerecht, wenn er die Abzüge auf seinem Lohnstreifen sieht und vor allem sieht, was ihm bleibt und dieses Ergebnis umverteilender Eingriffe des Staates, das ihn als Geber sieht, dann mit seinem Nachbarn vergleicht, der eine ruhige Kugel im Amt schiebt und dem nach Abzug seiner Steuern deutlich mehr Einkommen verbleibt als seinem körperlich arbeitenden Nachbarn. Möglicherweise findet unser Stahlwerker es auch nicht richtig und nicht fair, dass der freigestellte Betriebsrat mehr verdient als er selbst und vermutlich schlägt dieses Gefühl der „Unfairness“ auf die Einschätzung seines eigenen Glückslevels durch. Möglicherweise wird seine Zufriedenheit und in der Folge sein Glück dadurch getrübt, dass er die Umverteilung seiner Abzüge auf „bedürftige“ Landwirte, „bedürftige“ Frauenhäuser, „bedürftige“ Alleinerziehende oder „bedürftige“ politische Stiftungen vor dem Hintergrund seiner eigenen Finanzen als ungerecht ansieht und eher unglüklich darüber ist. Möglicherweise ist er unglücklich, wenn er an die geringe Rente denkt, die ihm nach rund 45 Erwerbsjahren im Stahlwerk bleibt, und möglicherweise findet er es ungerecht und es macht ihn unglücklich, dass  ein Bundesminister bereits nach zwei Amtsjahren einen höheren Rentenanspruch hat als er nach 45 Jahren Maloche. Aber möglicherweise interessiert ihn das auch alles nicht und er ist zum Zeitpunkt der Befragung gerade glücklich, weil Schalke gewonnen und Leverkusen verloren hat.

Dass Vergleichsprozesse wie die beschriebenen, die Wahrnehmung von Fairness und somit die eigene Zufriedenheit und das eigene Glück beeinflussen, hat J. Stacy Adams bereits 1965 im Rahmen seiner Equity Theory gezeigt: Wichtig, so Adams, für wahrgenommene Fairness ist nicht die Ergebnisgleichheit, wichtig ist, dass bei gleicher Anstrengung vergleichbare Ergebnisse am Ende stehen, wichtig ist Gerechtigkeit, nicht Gleichheit. Die Wichtigkeit von sozialen Vergleichsprozessen  bestätigen auch unzählige sozialpsychologische Studien, in denen Teilnehmer z.B. ein Einkommen von 50.000 Euro, einem Einkommen von 100.000 Euro vorzogen, weil die experimentelle Bedingung es vorsah, dass der Nachbar, dann, wenn die Teilnehmer 50.000 Euro erhalten, ein Einkommen von 10.000 Euro erhält, während er dann, wenn die Teilnehmer 100.000 Euro erhielten, ein Einkommen von 200.000 Euro zugewiesen bekam (Luttmer, 2004). Offensichtlich sind Menschen bereit, sozialen Status gegen Einkommen einzutauschen.

Diese Ergebnisse stehen in diametralem Gegensatz zur Behauptung, Gleichheit mache glücklich. Und wenn man es sich so richtig besieht, dann ist die Ansicht, Gleichheit mache glücklich auch ein Widerspruch in sich, denn, wenn alles gleich ist, worüber sollte man glücklich sein? Was wäre in einer gleichen Welt das Kritierum, das Glück befördert, die Besonderheit, die den glücklichen Moment vom unglücklichen Moment unterscheidet? Ein solches Kriterium gibt es in einer gleichen Welt nicht, und entsprechend ist eine gleiche Welt eine in jeder Hinsicht indifferente Welt: Eine Welt, in der es sich nicht lohnt, nach etwas zu streben, eine Welt, in der Werte keine Rolle spielen, da es nichts zu bewerten gibt, da Bewertung Ungleichheit voraussetzt und Ungleichheit ja nicht mehr vorhanden ist. Was uns Sozialisten mit ihrer Gleichheitsphantasie einreden wollen, ist somit eine Dsytopie, eine Gesellschaft der Zombies, die nichts mehr kennt, was das Leben lebenswert machen würde.

Literatur:
Adams, J. Stacy (1965). Inequity in Social Exchange. In: Berkowitz, Leonard (ed.): Advances in Experimental Social Psychology, Volume 2. New York: Academic Press, pp. 267-299.

Brooks, Arthur C. (2007). What Really Buys Happiness? City Journal (Summer).

Fix, Liana (2010). Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind. Bonn: Friedrich Ebert Stiftung.

Luttmer, Erzo F. P. (2004). Neigbors as Negatives: Relative Earning and Well-Being. Cambridge: National Buerau of Economic Research, NBER Working Paper #10667

Snowdon, Christopher (2012). Are More Equal Countries Happier? In: Booth, Philip (ed.) … and the Pursuit of Happiness. Wellbeing and the Role of Government. London: Institut of Economic Affairs.

Wilkinson, Richard & Pickett, Kate (2009). The Spirit Level. London: Allen Lane.

Wilkinson, Richard & Pickett, Kate (2010). Professor Richard Wilkinson and Kate Pickett, Authors of The Spirit Level Reply to Critics.

Bildnachweis:
Life Examinations
Foundation for Economic Education