Am 9. September hat sich der Todestag von Mao Zedong zum 50. Mal gejährt. Kein Grund zum Feiern, schon weil der Kult der Maoisten wieder wächst, die Zahl derjenigen, die ihre Dummheit hinter ideologischen Floskeln zu verbergen suchen, wieder zunimmt.
Mao Zedong hat am Tag seines Todes ein Vermächtnis von irgendwo zwischen 70 und 100 Millionen Toten hinterlassen. Er benötigte keinerlei Krieg, um diese menschliche Tragödie zu verursachen. Ein Mann, seine Überheblichkeit und seine irren Ideen und eine Umgebung voller Sykophanten und mindestens ebenso Dummen, reichten aus, um aus dem Armenhaus China, das Mao 1958 noch als ebensolches, ein armes Land beschrieben hatte, ein elendig armes Land zu machen.
“Armut erzeugt den Wunsch nach Veränderung”, so hat Mao 1958 gedichtet, auf einem unbeschriebenen Blatt könne man die schönsten Schriftzeichen malen, so hat er geträumt und in seinem Wahn Rückständigkeit zu einer Tugend erklärt. Die “Massen” [heute “die Menschen”] könnten in wenigen Jahren erreichen, wofür der Westen Jahrzehnte gebraucht habe”, so hat er geglaubt (dieser und weiterer Unfug findet sich hier).
Ein Großer Sprung sei dafür notwendig und er, Mao, wisse natürlich wie, wo und wann zu springen sei, um – so die Slogans der Zeit:
In 15 Jahren Großbritannien zu überholen (in der Stahlproduktion);
Das “Paradies des Kommunismus” über den Weg der Volkskommunen zu errichten.
Auf dem Weg dahin, so die chinesische Propaganda müssten Berge ihren Kopf beugen und Flüsse den Weg freimachen. In Volkskommunen werde Kommunismus gelebt, beim gemeinsamen Essen, aus dem schnell ein gemeinsames Verhungern wurde, ohne Eigentum, durch eine militärische Organisation der Arbeit und “Industrie auf dem Dorf”. In nur wenigen Jahren wurde aus dem Großen Sprung ein Großes Desaster, das in der Hungersnot der Jahre 1959-1961 gipfelte und irgendwo zwischen 20 und 55 Millionen Menschen das Leben gekostet hat.
Wie es dazu kam, dazu hat Krzysztof Szczawinski gerade eine kleine Sammlung von Irrsinn aus Maos China veröffentlicht, die sehr schön die Hybris eines Idioten, der mit seinen Entscheidungen Menschen das Leben kostet, darlegen und demonstrieren, warum aus dem Großen Sprung das Große Desaster wurde, dem die Kulturrevolution als Versuch von Mao, seinen eigenen Kopf zu retten, quasi folgen musste.
Alle Beispiele, so irre sie erscheinen mögen, sind historisch belegte Fakten.
Spatzenkampagne – die Vier-Schädlinge-Kampagne vom 1958
Die gesamte Bevölkerung wurde von Mao und den Sykophanten, die diesem Irren zudiensten waren, mobilisiert, um Spatzen (neben Ratten, Fliegen und Mücken) zu töten: Schätzungen gehen von hunderten Millionen bis etwa 2 Milliarden getöteten Spatzen aus. Ohne ihre natürlichen Feinde explodierten Insekten- und Heuschreckenpopulationen und fraßen Ernten. Neuere Studien rechnen der Kampagne allein etwa 20 % des Ernteausfalls und rund 2 Millionen Hungertote zu. 1960 wurden Spatzen von der Vier-Schädlinge-Liste genommen und durch Bettwanzen ersetzt. Der eingetretene Spatzenmangel sollte durch den Import von ca. 250.000 Spatzen aus der Sowjetunion behoben werden.
Maos Anbauteorien
Samen sollten dicht nebeneinander gesät werden, denn Samen und Pflanzen derselben Art würden nicht miteinander konkurrieren. Tiefes Pflügen, den Boden bis in eine Tiefe von zwei Meter umgrabenn fördere den Ertrag, denn tiefere Wurzeln resultierten in höheren Erträgen, so Mao. Zweimal vollkommener Unsinn, der durch “Erfolgsberichte” aus der Sowjetunion, zweifellos das, was heute als Fake News bezeichnet wird, ausgelöst wurde. Jeder Bauer hätte Mao sagen können, dass seine Ansichten BS sind. Aber kein Bauer wurde gefragt. Der große Mao wusste alles aus sich heraus…
Wie in der Sowjetunion, so galt auch im China Maos das als Wahrheit, was die Ideologie vorgab, was “die Partei” verkündete. Ergo traute sich niemand, das Scheitern der Maoschen Erfolgsrezepte auf dem Acker und bei der Ernte zu berichten. Die lokalen Repräsentanten der kommunistischen Partei berichteten übertriebene Erntemengen nach Peking. Dort freute man sich und requirierte auf Basis der übertriebenen Zahlen große Mengen Getreide, um sie zu exportieren und der Welt den Erfolg der Methode “Mao” zu demonstrieren. Vor Ort blieb entsprechend kein Getreide, um die Bevölkerung zu ernähren. Hunger, Hungersnot und Hungertod folgten in schneller Folge. Millionen starben.
Die ideologische Vorgabe, in 15 Jahren Großbritannien bei der Stahlproduktion zu überholen, trug das ihre zum Fiasko bei. Um dieses Ziel zu erreichen, ordnete Mao die Bildung von Hinterhof”hochöfen” an. Millionen Haushalte schmolzen ihre eigenen Töpfe, Werkzeuge, Türklinken und landwirtschaftlichen Geräte in Lehmöfen ein und verbrannten ihre Möbel und Türen als Brennstoff. Das Ergebnis war unbrauchbares Roheisen, das sofort entsorgt wurde. Sie hatten Arbeitsgeräte zerstört, um Schlacke zu produzieren. Und sie hatten dies während der Erntezeit getan, sodass die Ernte auf den Feldern verrottete.
By Red Guards (China) – Scan of cover of elementary school textbook from Guangxi 1971, Public Domain, Link
Der Große Sprung war ein so großer Sprung ins Desaster, dass die Führungsposition von Mao in ernsthafter Gefahr war. Eine Gefahr, die Mao durch die Erfindung der Kulturrevolution neutralisierte. Seine Kritiker wurden als Rechtsopportunisten etikettiert und entsorgt. Das versprochene “wirtschaftliche Wunder”, das zur menschlichen Katastrophe geworden war, mündete in den ideologischen Krieg, der “Altes”, für das Scheitern des “Neuen” verantwortlich machte. Das Alte, das waren Bräuche, Traditionen, Kultur, Gewohnheiten, alles, was nicht der kommunistischen Vorgabe entsprach, einer Vorgabe, die sich im opportunistischen Wind drehte, wie ein Windrad, lediglich die Ergebnisse waren stets dieselben: Tote. Rund 2 Millionen Opfer forderte die Kulturrevolution. Sie hinterlies zerstörte Bibliotheken, niedergebrannte Tempel, beseitigtes Resteigentum im Handel und ein Land, das noch weiter im Chaos versank als vor der Kulturrevolution.
Mao: Ein Mörder, der das morden nicht lassen kann.
Die Idiotie, die unter Mao zur Doktrin entwickelt wurde, weist entnervende Ähnlichkeiten zu heute vorhandenen Idiotien auf:
Der Wille schlägt die Wirklichkeit. Jeder Dilettant der wurschtelt ist wichtiger als ein “Fachmann”, der weiß, was er tut.
Kritik ist Klassenverrat: Jeder Zweifel an dem, was vorgegeben wird, wird mit der Bestrafung des Zweiflers verfolgt. Eine Prüfung der Zweifel findet nicht statt.
Korrekte Daten verhindern den Fortschritt;
Jugend und “Masse” werden als moralische Instanz gegen Tradition, Erfahrung, Alter und Individuum in Stellung gebracht;
Wer bei 1 an das Personal politischer Parteien und andere Aktivisten denkt, bei 2 an die Unterdrückung kritischer Stimmen während der Plandemie und den Versuch, Kritik am Klimawandel zur “Konsens-Häresie” zu machen, bei 3 an den Widerspruch zwischen Klimamodell und Realität und bei 4 an den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als progressive Spitzen gegen die konservativen Alten oder im Rahmen von Friday for Future denkt, der versteht vermutlich die Einordnung: entnervende Ähnlichkeiten.
Die gesamten Verheerungen, die Leute wie Mao und viele andere selbstüberzeugte, an ihrer Persönlichkeit massiv gestörte Leute, die gemeinhin aus dem Lager des Kommunismus kommen, verursacht haben, finden ihre direkte Ursache in der Ahnungslosigkeit, der Idiotie und Dummheit dieser Leute, die sich zweifellos für intelligent gehalten haben, eine Dummheit, deren Aufdeckung letztlich nur durch Bösartigkeit verhindert werden konnte.
Ein weiterer Grund, warum linke Ideologien zwangsläufig in totalitäre Systeme, in denen Idioten den Ton angeben, münden.
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