Nonsense gegen Hatespeech: Anleitung zur Verblödung

Kontern, so kann man auf der Seite des deutschen Ablegerns von „NoHateSpeech“ lesen, sei wichtig. Man dürfe HateSpeakern nicht die Bühne überlassen, müsse sie in die Ecke argumentieren, Counterspeech heißt das Wundermittel, mit dem gegen HateSpeech vorgegangen werden soll. Counterspeech wird als hoch-intellektuelles Unterfangen verkauft, was gut ankommt, kann man sich als Counterspeaker doch für intelligent halten, ganz ohne eigenes Zutun.

So listet die Amadeu-Antonio-Stiftung, die auch federführend hinter dem deutschen Auftritt von no-hate-speech.de steht, folgende Strategien der Counterspeech gegen HateSpeech:

  • Nachfragen nach Fakten;
  • Diskriminierung benennen;
  • Gegenargumentieren und auf Fehler in der Argumentation hinweisen;

Offensichtlich geht mit dem Counterspeech ein gewisser kognitiver Anspruch einher. So sind das Argumentieren und das Aufdecken von Fehlern anspruchsvolle Tätigkeiten, die eine gewisse Kenntnis von Fakten und logischen Fehlern voraussetzen, eine Kenntnis, auf die hin, wir uns die „Konter“, die man auf der Seite von no-hate-speech.de finden kann und die dazu dienen sollen, Hatespeech zu bekämpfen, angesehen haben.

Und in der Tat, wird sind fündig geworden:

Logische Fehler, aber kein Argument:

NoHate 1

Eine reductio ad absurdum, denn: wer Leute, die andere nicht leiden können, nicht leiden kann, kann sich nicht leiden, weil er jemand ist, der andere nicht leiden kann. An diesem logischen Fehler ändert auch die Einschränkung „nicht sonderlich“ nichts.

Beleidigung, aber kein Argument:

NoHate3

Für alle, die es nicht verstehen: Du bringst den Arsch in den Hass, damit soll, da „ass“ im Englischen auch als Kurzform für Asshole gilt, gesagt werden, dass derjenige, gegen den sich diese Form der Nicht-Argumentation richtet, ein Arschloch ist.

Biologismus als genetischer Fehlschluss, aber kein Argument:

NoHate4

Hass wird hier zum Essentialismus erklärt, zur angeborenen Disposition, an der nichts geändert werden kann. Wer einmal hast, der hast immer. Die entsprechende Argumentation, die eine Beobachtung oder ein Merkmal in unzulässiger Weise verallgemeinert, gilt in der Wissenschaft als Totalitarismus, hinter dem in der Regel eine autoritäre Persönlichkeit steht.

Rassismus und Sexismus, aber kein Argument

NoHate5

Unter den Bekämpfern von Hatespeech ist der Irrtum verbreitet, dass es nicht möglich ist, weiße Männer zu beleidigen oder gar mit Hate Speech zu überziehen. Entsprechend muss man konstatieren, dass die Szene von Rassismus durchtränkt ist, denn Rassismus macht nicht an der Hautfarbe halt, er liegt dann vor, wenn ein Merkmal (weiße Haut), manchmal auch zwei (weiße Haut und männlich) zur Grundlage von Vorurteilen (sind nicht nicht beleidigungsfähig und somit generell Täter) gemacht werden.

Die Gegenrede, wie wir sie bislang zusammengetragen haben, besteht somit aus logischen Fehlern, aus Beleidigungen, aus Essentialismus und aus Rassismus. Es findet sich nicht einmal die Spur eines Arguments, nicht einmal der Versuch, ein Argument zu machen. Insgesamt vermittelt die Kampagne den Eindruck eines kognitiven Regresses, den man unter Kindern als „Ätsch“ kennt oder als Versuch, das Gegenüber mit Grimassen zu traktieren, weil das Maß an kognitiver Entwicklung, das allein Argumentation möglich macht, nicht vorhanden ist.

Wenn das Ziel von no-hate-speech.de darin besteht, die Diskussion in den vorschulischen Bereich zu verlagern und auf Kita-Niveau zu führen, dann ist dieses Ziel hiermit erreicht und es bleibt anzufügen, dass die Infantilisierung des öffentlichen Diskurses und der Feldzug gegen Vernunft und Argumentation aus einer bestimmten ideologischen Ecke kommt, in der ausgeschlossen ist, dass HateSpeech aus der eigenen Ecke kommen kann. Noch ein Beispiel dafür, dass hier Dummheit am Werk ist, wie man sie bei Kindern erwarten muss, die noch keinerlei Erziehung, geschweige denn Bildung genossen haben.

NoHateGroups

Wenn der Kampf gegen HateSpeech einen kognitiven Regress in der beschriebenen Art voraussetzt, dann scheint uns HateSpeech das geringere Übel zu sein. Wenn das Ziel der NoHateSpeech Kampagne in Deutschland darin besteht, die Aktivisten gegen HateSpeech lächerlich zu machen, dann ist dieses Ziel hiermit erreicht. Dass es dadurch zunehmend unmöglich wird, ernste Probleme ernsthaft zu diskutieren, ist quasi der Kollateralschaden, der daraus resultiert, dass kognitiv Defizitäre sich in der Öffentlichkeit ausleben dürfen.

Da es sich bei der Kampagne um eine Youth Campaign handelt, sollten sich Eltern gegen diese Art der Verdummung ihrer Kinder zur Wehr setzen.


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BREXIT-Referendum Petition ist Betrug!

Die BBC berichtet, dass derzeit das House of Commons Petition Committee dem Verdacht nachgehe, dass es sich bei der Petition, die in Deutschland so prominent von den Medien verbreitet und hochgejubelt wird, um Betrug handelt.

Wie wir berichtet haben, kommen viele der Unterzeichner der Petition nicht aus dem Vereinigten Königreich. Wie unsere gespeicherten Daten zeigen, kommen alleine 41.336 der gezählten Stimmen aus Vatikan City. Vatikan City hat rund 800 Einwohner:

{"name":"Vatican City","code":"VA","signature_count":41336}

Inzwischen wurden bereits 77.000 Unterschriften aus der Petition entfernt, etliche davon, aus Vatikanstadt:

{"name":"Vatican City","code":"VA","signature_count":44}

Wie groß das Ausmaß von Betrug ist, das zu den mehr als 3 Millionen Unterzeichnern der Petition geführt hat, das kann man nur ahnen. Was wir wissen ist, dass sehr viele derjenigen, die die Petition unterzeichnet haben, gar nicht aus dem Vereinigten Königreich stammen. Was als Erfahrung bleibt ist, dass es offensichtlich eine Vielzahl von Aktivisten und sonstigen politischen Saboteuren gibt, die nur darauf warten, einen erklärten Willen der Mehrheit der Wähler, der ihnen nicht passt, unterlaufen zu können. Das Ausmaß totalitärer Tendenzen in modernen Demokratien ist erschreckend.

Healey PetitionDie Petition hat William Oliver Healey angestrengt, ein Befürworter von Leave, der befürchtet hat, dass die Leave-Campaign unterliegen könnte. Er hat sich zwischenzeitlich verärgert über den Missbrauch seiner Petition gezeigt, die er bereits zum 24. Mai, also einen Monat vor dem Referendum auf der Petitionsseite des House of Commons eingestellt hat. Bis zum Tag des Referendums hat die Petition 22 Unterstützer gefunden.

Es steht zu erwarten, dass die Petition, hätte nicht Leave gewonnen, vollständig in Vergessenheit geraten wäre. Allerdings zeichnen sich diejenigen, die für sich in Anspruch nehmen, die Wahrheit nicht nur mit Löffeln gefressen zu haben, sondern auch anderen, notfalls mit Gewalt und Betrug, zumuten zu dürfen, weder durch ein Verständnis oder gar eine Akzeptanz demokratischer Grundlagen noch durch Anstand aus und so kommt es, dass sie mit allen Mitteln versuchen, eine Entscheidung, die von einer Mehrheit der britischen Wähler getroffen wurde, zu unterminieren.

Man kann eigentlich nur mit Ekel und Sprachlosigkeit vor solchen Auswüchsen stehen.

Ob die deutschen Medien auch darüber berichten, dass die Petition auf Betrug basiert, zum Beispiel mit Bezug auf die entsprechende Pressemeldung des House of Commons Petition Committee ?

Petition committeeCl32torWYAAJrWC

 

Schulische Indoktrination: Schüler spielen Flüchtling

Seit Staaten die Schulen übernommen haben, ist das Interesse von Politikern an den Möglichkeiten, die Schulen bieten, um Schüler zu indoktrinieren, stetig gewachsen. Dabei kommt die Indoktrination regelmäßig als Unterrichtung in angeblich für das Führen eines selbstbestimmten und glücklichen Lebens wichtigen Dingen daher.

Der Einbruch der Ideologie in die Schulen, die Instrumentalisierung des Unterrichts zur Indoktrination von Schülern, sie kommt häppchenweise:

Wie funktioniert das politische System Deutschlands? Kenntnisse über die politische Ordnung, sie sind wichtig, so wichtig, dass man nicht darauf vertrauen kann, dass Schüler sie sich dann, wenn sie notwendig werden, selbst aneignen.

Warum ist Rauchen schädlich und warum sollen Jugendliche keinen Alkohol trinken? Ein gesundes und glückliches Leben ist das Ziel der meisten, wenn nicht aller Menschen. Also ist es doch nur recht und billig, wenn in Schulen die Grundlagen dafür vermittelt werden, schon weil nicht vorstellbar ist, dass ein Raucher, der säuft, glücklich sein kann – und gesund.

KaninchenwerderWarum sind Frauen in Deutschland so selten Chef eines Unternehmens? Die deskriptive Frage ist das Einfallstor in die Indoktrination, die Vorurteile und Diskriminierung behauptet und Schüler dafür sensibilisieren will, wie schwierig es doch ist, weiblich zu sein. Nebenbei hat diese Sensibilisierung den positiven Begleiteffekt, dass die meisten Schüler keinerlei Fragen stellen, wenn sie später sehen, wie massiv ein weiblicher Lebensentwurf gefördert und aus Steuergeldern finanziert wird, während ein männlicher Lebensentwurf fast schon etwas ist, für das man sich schämen muss. Stellen Sie sich vor, sie sind ein Junge und wollen sich körperlich mit anderen messen. Einfach so. Unfassbar!


Und wo wir gerade bei Frauen und ihren Nachteilen sind, die in Schulen unbedingt thematisiert werden müssen, handelt es sich doch um Wissen, ohne das ein Schüler heute nicht mehr im täglichen Leben überleben kann, thematisieren wir doch Sex gleich mit. Das liegt nahe – oder? Sexuelle Orientierung und sexuelle Praktiken. Man kann seinen Bürgern heute nichts mehr selbst überlassen, nicht einmal das, was sie hinter verschlossenen Türen tun. Also muss man Schüler lehren und sie dafür sensibilisieren, wie vielfältig sexuelle Orientierungen und sexuelle Techniken sind und man muss sie Desensibilisieren, sonst denken sie am Ende noch, Sexualität hätte etwas mit Gefühl und Liebe und nicht mit Methode und Technik zu tun.

Die richtige und gute Gesellschaft, zu der Schulen ihren Beitrag leisten müssen, sie ist natürlich nur möglich, wenn es keinen Extremismus und keine Gewalt gibt. Der Einfachheit halber behandeln wir beides zusammen und mit Bezug auf das Dritte Reich. Das zeigt, nur Rechte sind zu Extremismus und Gewalt in der Lage, zu Terror und Kontrolle. Deshalb müssen wir den Anfängen wehren und unsere Schule zur rassismusfreien Schule erklären. Und wenn wir schon dabei sind, stellen wir unseren Schülern eine unauffällige Frage: Sind AfD und NPD mit dem Grundgesetz vereinbar? Und schon ist klar, AfD und NPD haben etwas gemeinsam.

Und natürlich funktioniert eine Gesellschaft nicht richtig, wenn der richtige Umgang mit Flüchtlingen nicht bekannt ist, wenn Bürger nicht wissen, welcher Umgang mit Flüchtlingen von ihnen erwartet wird. Deshalb gilt es, Schüler in den Umgang mit Flüchtlingen einzuüben und sie damit vertraut zu machen, dass es nicht schön ist, ein Flüchtling in Deutschland zu sein.

Zu diesem Zweck dürfen Schüler Flüchtling spielen, „Flüchtling für einen Tag“, wie das in Mecklenburg-Vorpommern heißt. Dort pfercht das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, zweifellos auf Kosten von Steuerzahlern, rund 100 Schüler regelmäßig auf einer Insel ein, der Insel Kaninchenwerder und zwingt sie dazu, die Rolle von Flüchtlingen zu spielen. Die Idee hat dem Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, ein weiteres von Steuerzahlern finanziertes Sammelbecken von Menschen, die genau wissen, wie die Gesellschaft zu sein hat, so gut gefallen, dass er sie unterstützt. Also wird Schüler Gord zu Java Ahmadnejad, natürlich ein Iraner, der auf der Flucht vor den Ayatollahs ist, ein anderer wird zum Kurden, der aus dem Irak geflohen ist. Und gemeinsam werden sie durch den Gang der Behörden gescheucht, von der Erstaufnahmeeinrichtung, in die Ausländerbehörde, zum Jobcenter und in die Abschiebezelle: Flüchtling hautnah, live und in Farbe; Damit die Schüler sensibilisiert werden, für Flüchtlinge, Empathie entwickeln, für Flüchtlinge, oder so.

Unbestritten ist es kein Zuckerschlecken, als Flüchtling nach Deutschland zu kommen und in das Mühlrad der Institutionen zu gelangen. Unbestritten ist das Leben in einer Flüchtlingsunterkunft, ohne Privatsphäre, Tag und Nacht mit anderen zusammen, auf engstem Raum, etwas, das selbst den Langmütigsten irgendwann überschnappen lässt. Und sicherlich haben eine Vielzahl von Organisationen, die an Flüchtlingen verdienen, ein großes Interesse daran, dass Flüchtlinge so lange wie möglich in ihren Aufnahmestationen verbleiben und dort zum Faktor werden, mit dem die Höhe der staatlichen Grundzuweisen multipliziert werden kann. All das ist unbestritten, und all das, ist etwas, von dem die Schüler auf Kaninchenwerder nichts erfahren. Alles, was ihnen vermittelt wird, ist die institutionelle Rohheit die menschlicher Verfügungsmasse gegenüber gezeigt wird, wenn die Maschinerie des Verwaltungssystems Individuen negiert, sie zum Futter des Verwaltungssystems werden.

Sherif Robbers caveDas jedoch ist keine Besonderheit der Verwaltung von Flüchtlingen. Die Ignoranz des Verwaltungssystems gegenüber dem Individuum, sie könnte Schülern auch an anderen Beispielen gezeigt werden: Bürger weigern sich ihre Steuern zu bezahlen. Wie reagiert die Finanzbehörde? Ein Schüler hat eine abweichende Meinung und sagt im Unterricht, dass Schulen nur dazu da sind, Schüler zu indoktrinieren. Wie reagieren die Lehrer, wie die Schulleitung? Eltern haben kein Vertrauen in schulische Erziehung und wollen ihre Kinder selbst lehren. Sie schicken sie nicht mehr zur Schule. Wie reagiert die Schulbehörde? Eine Familie wird von ihren Nachbarn beim Jugendamt denunziert. Die Behörde schickt ihre Schergen, um danach zu schauen, dass bei der Familie auch alles mit kindgerechten Dingen zugeht. Wie wirkt sich der soziale Status der Familie auf ihre Behandlung durch die Jugendamtshäscher aus? Eine Kindergärtnerin erfährt, dass die Eltern eines Kindes der „rechten Szene“ zugehörig sein sollen. Wie ändert sich die Behandlung des Kindes im Kindergarten? Ein Sachbearbeiter hat keine Lust immer die Arbeit von Sachbearbeiterin B zu übernehmen, die in Teilzeit tätig ist und häufig wegen ihrer Kinder fehlt. Wie reagiert die Behördenleitung? Ein Arbeitnehmer schreibt auf Facebook einen Kommentar zu Heiko Maas. Der fühlt sich beleidigt und erstattet Anzeige. Welche Räder des pönalen Systems werden in Gang gesetzt? Wie reagiert der Arbeitgeber des Kommentators? Wie wird der Arbeitnehmer behandelt?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Schülern die Unmenschlichkeit eines Verwaltungssystems darzustellen, das auf ideologischer und nicht auf rationaler Grundlage basiert. Warum ausgerechnet Flüchtlinge gewählt werden? „‘Die Teilnehmer sollen durch Selbsterfahrung erleben, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land zu landen und sich dort zurecht finden zu müssen‘, sagt Mitorganisatorin Angela Leymannek vom Netzwerk für Füchtlinge“. Und das scheinen die Schüler auch mitzunehmen, dass man es als Flüchtling, als Angehöriger des Kollektivs der Flüchtlinge, als Teil der Gruppe der Flüchtlinge schwer hat: „Die Lage der Flüchtlinge könne er nun noch besser nachvollziehen“, sagt ein Schüler. Er hat die Lektion gelernt und wird in Zukunft sein Urteil nach Gruppenzugehörigkeit und nicht nach individuellen Merkmalen treffen. Flüchtling? Gut. AfD-Mitglied? Schlecht. Bildungsfern? Bemitleidenswert. Bildungsnah? Überlegen.

Das schulische Training, Muzafer Sherif hätte es nicht besser erfinden können. Aber Sherif ging es nicht darum, Schüler in die Lage zu versetzen, ein gutes und glückliches Leben führen zu können, sondern darum, das Entstehen von Vorurteilen, die jederzeit instrumentalisiert werden können, um Aggression und Gewalt gegen z.B. Andersmeinende zu entfesseln, zu verstehen und zu erklären. Liest man seinen Forschungsbericht, dann hat man den Eindruck, auch dem deutschen Bildungswesen geht es nicht um das glückliche Leben, sondern darum, Vorurteile in Schüler zu implementieren, die jederzeit aktiviert werden können, Schüler zu kollektiven Schafen auf der Suche nach dem Leitwolf zu machen.

 


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„Illegale Hetze“: EU-Zensur macht Meinungsfreiheit von Willkür abhängig

Die Europäische Kommission hat es geschafft, Vertreter von Twitter, Facebook, Google und Microsoft zur Unterzeichnung eines Verhaltenskodexes zu zwingen, als dessen Folge sie nun gegen „illegale Hetze“ und „illegale Hassrede“ vorgehen müssen.

Ist jemandem bis hier etwas aufgefallen?

Nein?

free Hate speechDer Verhaltenskodex, er richtet sich gegen illegale Hassrede und gegen illegale Hetze. Beide Begriffe werden in der Presse-Erfolgsmeldung der Europäischen Kommission sehr häufig benutzt: „Illegale Hassrede“ kommt auf den dreieinhalb Seiten fünfmal vor, von „illegaler Hetze“ ist sechsmal die Rede. Ohne den Zusatz „illegal“ wird dreimal von Hetze  und fünfmal von Hassrede gesprochen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hetze und Hassrede?

Und wie hat man sich legale Hassrede oder legale Hetze vorzustellen? Beides muss es notwendig geben, als logische Folge der Qualifikation von Hassrede und Hetze durch den Zusatz „illegal“. Warum sollte man auf das Adjektiv „illegal“ Wert legen, wenn man nicht die Möglichkeit legaler Hassrede und legaler Hetze vorsehen wollte?

Sicher, Dummheit und Unkenntnis der Sprache sind immer mögliche Ursachen, aber wir wollen beide Ursachen einmal ausschließen, auf Basis der Annahme, dass es selbst bei der EU Bürokraten gibt, die weder dumm noch der Sprache, in deren Verwendungsbereich sie geboren wurden, nicht mächtig sind.

Wenn also durchweg mit „illegal“ qualifiziert wird, dann kann man dies nur dadurch erklären, dass sich die Bürokraten und Wächter über die guten Sprachsitten im Internet ein Hintertürchen offen halten wollen, um politisch korrekte Hetze betreiben zu können.

Einen ähnlichen Gedanken muss der britische Soziologe Frank Furedi gehabt haben, als er gesagt hat: „Hate speech is the secular equivalent of blasphemy.“ Und Claire Fox, Direktor des Institute of Ideas denkt auch in diese Richtung, wenn sie sagt: „Writing off opponents as haters, so that you can then just ignore them, is usually a precursor to dishing out today’s acceptable form of hate speech: labelling those you disagree with as bigots.“

Der Schluss, dass es der EU mit ihrem Verhaltenskodex nur darum geht, die Nutzung der Meinungsfreiheit zu unterdrücken, die nicht in den politisch-korrekten Syllabus passt, der in Brüssel geschrieben wird, er liegt schon deshalb nahe, weil sich niemand die Mühe gemacht hat, zu definieren, was „illegale Hassrede“ oder „illegale Hetze“ eigentlich sein soll. Die Lektüre der Presse-Erfolgsmeldung ist hier vielsagend:

hate_speech1Vera Jourová, die den EU-Kommissar für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung geben darf, sagt: „Die jüngsten Terroranschläge haben uns vor Augen geführt, wie dringend gegen illegale Hetze im Internet vorgegangen werden muss“. „Illegale Hetze“, so muss man daraus schließen, hat etwas mit Terroranschlägen in Belgien oder Frankreich zu tun. Da Jourová weiter von „illegalen Hasskommentaren“ und der Notwendigkeit von deren Entfernung spricht, muss sie wohl der Ansicht sein, „illegale Hasskommentare“ hätten irgend etwas mit terroristischen Anschlägen zu tun.

Dieser Ansicht ist auch John Frank von Microsoft, der für sein Unternehmen feststellt, dass speziell das Einstellen terroristischer Inhalte verboten sei.

Karen White ist dagegen der Ansicht, dass auf Twitter kein „Platz für hassvolles Verhalten“ sei, wobei hassvolles Verhalten, „Verhaltensweisen“ seien, die zu Gewalt und Hass aufstacheln. Hassvolles Verhalten ist also Verhalten, das zu Hass aufstachelt, nicht etwa selbst Hass zum Ausdruck bringt, wobei sich die Frage stellt, wie man auf Twitter „Verhaltensweisen“ zum Ausdruck bringen kann.

Lie Junius von Google sagt, dass Google illegale Hetze auf den eigenen Plattformen schon immer unterbunden hat und freut sich auf die Entwicklung von Selbstregulierungskonzepten zur Bekämpfung von Online-Hetze, die doch eigentlich zumindest Google nach den Aussagen von Junius gar nicht nötig hat.

Auch auf Facebook ist für Hassrede kein Platz, wie Monika Bickert von Facebook Deutschland behauptet, die ansonsten den Verhaltenskodex der EU begrüßt und in Gemeinschaftsstandards klarstellen will, dass auf Facebook alles in einer respektvollen Atmosphäre geschieht.

Bei so viel heißer Wortluft von Unternehmensvertretern, die das Anbiedern vermutlich nicht erst seit gestern betreiben, bei so viel heißer Wortluft, die stickig ist, wie illegale Hetze und Hassrede, ist es kein Wunder, dass niemand fragt, was eigentlich Hassrede und Hetze sind, was zu bekämpfen oder zu löschen oder zu verbieten oder zu unterbinden man sich denn nun gegenüber der EU-Kommission verpflichtet hat.

arbitrarinessDer löschenswerte und bekämpfenswerte Gegenstand, er ist ein großes schwarzes Loch. Das lässt alle Löschmöglichkeiten offen und macht es zudem möglich, die Grenze zwischen der illegalen und der legalen Hetze ständig neu zu bestimmen. Wutbürger gilt vermutlich als legale Hetze, während Lügenpresse eine illegale Hetze darstellen dürfte. Der Willkür sind keine Grenzen gesetzt und das ist es ja auch, was die EU-Kommission mit ihrem Verhaltenskodex durchsetzen will: einen Rahmen der es erlaubt, willkürlich zu definieren, was gerade als illegale Hassrede oder illegale Hetze angesehen wird, die entsprechenden Wortmeldungen zu löschen und gleichzeitig einen Freiraum für die politisch-korrekte Hetze zu schaffen, die genutzt wird, um diejenigen, die sich ein anderes Urteil bilden, als es von der EU-Kommission oder den vielen Wächtern über das politisch Korrekte gerade vorgesehen ist, mundtot zu machen.

Mick Hume, Herausgeber der britischen Zeitschrift Spiked hat seine Meinung zum Verhaltenskodes der nicht ernannten Brüsseler Wächter über die verbal-korrekten Sitten, wie folgt zusammengefasst:

“Everybody must be free to hate what or who they choose. That means being free to hate, not just fascists or Nigel Farage, but Muslims or Christians, transsexuals or Scousers, bankers or Bono.“

Dem schließen wir uns in vollem Umfang an und ergänzen nur noch, dass es Regulationen wie der Verhaltenskodex sind, die einen BREXIT so notwendig machen, schon um dem kontinentalen EU-Gefängnis eine Insel der Freiheit entgegensetzen zu können.


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Journalisten beim ZDF – Alle miteinander unzuverlässig

Eigentlich wollten wir diesen Post mit „Oh Herr, schmeiß Hirn“ überschreiben, aber dann hat Dr. habil. Heike Diefenbach darauf hingewiesen, dass vom Himmel fallendes Hirn die Fähigkeit, es auch aufzufangen und zu nutzen, voraussetzt. Also wieder nichts.

BREXIT the movieEntsprechend haben wir uns für den oben genannten Titel entschieden, der eine Kolportage auf den unglaublich differenzierten Titel „Brexit-Umfragen allesamt unzuverlässig“ ist, mit dem der angebliche Kenner der Materie, Andreas Stamm, seinen Beitrag bei heute.de überschrieben hat. Denn ein Kenner der Materie muss Stamm sein, schließlich weiß er genau, dass Briten und vor allem die britischen Umfrageinstitute alle mit einander unzuverlässigen Blödsinn erfragen, oft per telefonischer Befragung, wie er in seinem Text anmerkt. Ganz im Gegensatz zum ZDF, dessen Politbarometer Umfragen, die die Forschungsgruppe Wahlen per Telefon durchführt, natürlich immer zuverlässig sind. Vor allem die Hochrechnungen der Ergebnisse von Volksabstimmungen und von Wahlabsichten sind beim ZDF immer ganz akkurat – in den monatlichen telefonischen Umfragen. Ganz anders im Vereinigten Königreich: Dort herrscht der Umfragen-Dilettantismus wie Stamm offensicht weiß, weil er sich täglich mit all den verschiedenen Befragungsinstituten und ihren falschen Methoden beschäftigt. Oder schreibt er am Ende nur Beiträge aus englischen Tageszeitungen wie dem Guardian ab?

Wie auch immer, Stamm ist ein Kenner der Materie. Und deshalb beginnt er seinen Beitrag damit, dass er das Britische Wahlsystem und die Schwierigkeiten, die sich für Umfragen damit verbinden, dass es ein first-past-the-post-Wahlsystem gibt, beschreibt. Das ist für Brexit-Umfragen zwar vollkommen irrelevant, aber für Stamm ist es relevant. Er nähert sich quasi seinem Thema, erarbeitet sich das unbekannte Land und kommt nach dem unnötigen Umweg beim britischen Wahlsystem schlussendlich bei den angeblich unzuverlässigen Umfragen zum Brexit an.

Warum interessieren sich Stamm und das ZDF überhaupt für die entsprechenden Umfragen, wo Stamm doch selbst schreibt: „Die Unsicherheit ist groß“? Oder: Die Umfragen sind das Ergebnis von Langeweile? Oder: „In Großbritannien wird täglich eine neue ‚Umfrage-Sau“ durchs Dorf getrieben“? Warum also beteiligt sich Stamm am Sau-Treiben, warum wird er selbst zum Sau-Treiber in seinen Worten?

ManipulationstechnikenDie Antwort liegt auf der Hand: Die Leave-Campaign hat in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen. Der Vorsprung der Befürworter eines Verbleibs in der EU, er ist von Woche zu Woche geschmolzen, und jetzt ist er ganz weg. Die Poll of Polls, eine Zusammenstellung aller Befragungen zum Brexit, die man bei der BBC findet, sie zeigt erstmals keinen Vorsprung der Befürworter eines EU-Verbleibs. Die BBC berechnet die Poll of Polls aus Einzelergebnissen und man kann angesichts der offenkundigen ideologischen Ausrichtung der BBC sicher sein, dass die Berechnung nicht zu Gunsten derjenigen erfolgt, die die EU verlassen wollen. Schlimmer noch, telefonische Befragungen, die für Stamm noch die zuverlässigen unter den Unzuverlässigen sind, wenngleich natürlich nicht so zuverlässig wie die ZDF-Politbarometer-Telefonbefragung, die immer akkurate Ergebnisse bringt [das war Sarkasmus, für alle, die es nicht gemerkt haben], sie erbringen erstmals eine Mehrheit für einen Austritt aus der EU: Bei ICM votieren 45% der telefonisch Befragten für einen Austritt, 42% wollen in der EU bleiben, 13% sind unentschieden.

Die letzten Wochen haben einen stetigen Zugewinn der Befürworter eines EU-Austritts gesehen und einen stetigen Rückgang derjenigen, die in der EU bleiben wollen. Selbst bei der BBC ist das angekommen. Das ist nicht nur das Motiv, das erklärt, warum Andreas Stamm plötzlich und nach wochenlangem Schweigen zu den unzuverlässigen Umfrage-Säuen, die in Großbritanninen doch täglich durchs Dorf getrieben werden, nun die angebliche Unzuverlässigkeit der Umfragen thematisiert (ganz im Gegensatz zu den immer zuverlässigen Umfragen des ZDF).

Und weil der BREXIT nicht nur für Stamm und das ZDF langsam zu einer Möglichkeit wird, mit der sie nicht im Entferntesten gerechnet haben und zudem eine Welle der BREXIT-Panik durch das kontinentale Europa schwappt, deshalb muss Stamm in die unterste Kiste journalistischer Manipulationsversuche greifen. Entsprechend erklärt er Nigel Farage zum „Vater des Referendum[s]“, jenes Referendums, das David Cameron versprochen und anberaumt hat. Deshalb schafft er eine falsche Dichotome zwischen der United Kingdom Independence Party (UKIP), die er als allein für einen Austritt votierend darstellen will und den guten Menschen in all den anderen Parteien. Und deshalb stellt der die falsche Behauptung auf, dass im Leave-Camp keinerlei politische Strategie vorhanden sei, für die Zeit nach dem BREXIT: „Alles wird gut, wenn wir nicht mehr in der EU sind“, sei das, was die Leave-Campaign anzubieten habe und Stamm hat hier nicht mehr als eine Übersetzung einer Behauptung von David Cameron anzubieten, um das vermeintliche Fehlen von Konzepten zu belegen.

Bei so viel manipulativer Verdrehung weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht am besten da, wo die Insinuation von Stamm endet: Die Leave-Campaign wird nicht von den angeblichen Rechtspopulisten der UKIP getragen, die außer Dagegensein keine politischen Konzepte haben, wie Stamm nahelegen will. Da er angeblich in London sitzt, sollte es ihm zumindest ab und zu möglich sein, den Fernseher einzuschalten und dann festzustellen, dass u.a. Michael Gove der derzeitige Lord Chancellor and Secretary of State for Justice, also der britische Justizminister, Boris Johnson, der frühere Londoner Bürgermeister und designierte Nachfolger von David Cameron und Daniel Hannan, der profilierteste Europaabgeordnete der Conservatives, sich für einen Austritt aus der EU stark machen, und zwar mit guten Argumenten. Nigel Farage und UKIP sind somit ein Teil der Leave-Campaign, weite Teile der Conservative-Party ein anderer Teil und selbst in derLabour Party gibt es Abgeordnete und Mitglieder, die aus der EU austreten wollen.

Die krude Formel, nach der es in Großbritannien eine Abstimmung geben wird, die zeigt, wie groß der Einfluss von angeblichen Rechtspopulisten auf die britische Bevölkerung ist, die Stamm gerne unter die Deutschen bringen will, sie trifft schlicht nicht zu. Der BREXIT ist ein Gegenstand, der quer durch alle Parteien diskutiert wird, und wenn sich in den letzten Wochen etwas verändert hat, dann ist dies eine wachsende Zustimmung dazu, dass es bei der Abstimmung auch um die Wirtschaft und um Migration geht, dass es aber vor allem eine Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit mit vielleicht kurzfristigen negativen wirtschaftlichen Folgen und zunehmender Kontrolle mit vielleicht kurzfristigen positiven Folgen ist. Immer mehr Briten ziehen die Freiheit vor, eine Offensichtlichkeit, die Stamm eigentlich mitbekommen müsste, so wie er mitbekommen müsste, dass man bei Briten durch „scaremongering“, also durch Angstmachen eher das Gegenteil von dem, was beabsichtigt ist, erreicht.

Dass immer mehr Briten die Freiheit außerhalb der EU der Kontrolle innerhalb vorziehen, das zeigen auch die Bookies, die Buchmacher, diejenigen, die Andreas Stamm wohl in einem Anfall von geistiger Umnachtung zu Experten ernennt, die für die Odds (die Wettquoten) verantwortlich sind (neben Angebot und Nachfrage, wie er einräumt). Sie, so Stamm, sähen die Remainer in Führung: 77% Wahrscheinlichkeit für einen Verbleibt, sieht einer der von Stamm zu Experten ernannten Buchmacher. Tatsächlich sind auch die Odds ständig im Wandel, und tatsächlich sieht man auch bei den Wetten, dass die Zahl derer, die auf einen Verbleibt wetten, zurückgeht, während die Zahl derer, die auf einen Austritt wetten, weil sie den Austritt für wahrscheinlicher halten, steigt. Bei BetFair hat sich die Wahrscheinlichkeit für einen BREXIT in den letzten Tagen um 28% erhöht.

Ob der Beitrag von Andreas Stamm als Beschwörungszauber gemeint ist, der dazu führen soll, den Brexit zu verhindern, das wissen wir nicht, dass er von der ersten bis zur letzten Zeile kaum etwas enthält, das den Tatsachen entspricht und in manipulativer Absicht erstellt wurde, dagegen schon.


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Grüne Hetze?

Es gibt eine neue Konfliktlinie in Deutschland. Sie verläuft zwischen denen, die Mehrwert schaffen, und denen, die von diesem Mehrwert leben. Gleichzeitig gibt es Versuche, die deutsche Gesellschaft in zwei ungleichwertige Gruppen zu teilen, eine Gruppe, die mit negativen Attributen belegt wird, steuerflüchtig, egoistisch, männlich, reich, privat, eine Gruppe, die mit positiven Attributen belegt wird, sozial, caring, altruistisch, weiblich, nicht reich. Um beide Gruppen voneinander zu trennen und die Differenzierung zwischen beiden deutlich zu machen, wird mit Neid gearbeitet, so dass die erste Gruppe zur Gruppe der Beneideten wird und die zweite Gruppe zur Gruppe der Neider. Um den Neid nicht als miesen und kleinbürgerlichen Neid erscheinen zu lassen, wird er mit Gleichheitsfloskeln überlagert, die den Neidern suggerieren sollen, sie seien keine Neider, hätten vielmehr ein Anrecht auf das, was andere erwirtschaften, denn die sozialen Unterschiede, die Grundlage des Neids sind, sie seien ungerecht und nicht mit lauteren Mitteln zu Stande gekommen.

Den Mechanismus, den wir eben beschrieben haben, kann man mit einem derzeitigen Modewort als Hetze beschreiben, denn Hetze meint eigentlich Aufhetzen, also z.B. eine gesellschaftliche Gruppe gegen eine andere gesellschaftliche Gruppe aufbringen, wobei normalerweise mitschwingt, dass die Hetze grundlos und auf Basis von keinerlei Kriterien erfolgt. Entsprechend muss man Behauptungen, die geeignet sind, Menschen gegeneinander aufzubringen und die erfunden oder erlogen sind oder eine wissentlich falsche Darstellung oder wissentlich unvollständige Darstellung der Wirklichkeit darstellen, als Hetze bezeichnen. Dieses Verständnis liegt auch dem Paragraphen 130 StGB (Volksverhetzung) zu Grunde.

Gruene HetzeDie neuen Servicestellen der Krankenkassen sollten die Wartezeiten für Kassenpatienten auf einen Arzttermin verkürzen. Doch offenbar hat sich die Situation keineswegs verbessert. Ein Test der Bundesabgeordneten der Grünen Kordula Schulz-Asche ergab: Im Schnitt mussten gesetzliche Versicherte zum Beispiel in Hessen 38 Tage auf einen Arzttermin warten. Privatpatienten erhielten ihn bereits nach neun Tagen.”

Dieser Text findet sich im Fokus, er findet sich in der FAZ, der Frankfurter Rundschau usw. Die Meldung soll die Privatpatienten, also diejenigen, die von geneigter Seite mit den Attributen reich, privat, egoistisch, vermutlich mehrheitlich männlich und steuerflüchtig in Verbindung gebracht werden, gegen die sozialen, solidarischen in gesetzliche Krankenversicherungen gezwungene, vermutlich weibliche Nicht-Reichen in Stellung bringen. Erstere werden als Profiteure gesellschaftlicher Ungerechtigkeit, die von Ärzten bevorzugt werden, (die man ebenfalls der ersten Gruppe von Reichen, Privaten, Egoistischen und vermutlich Steuerflüchtigen zuordnen kann) dargestellt, Letztere werden als Opfer, Ausgebeutete, Arme stilisiert, als diejenigen, die man bei den Grünen gerne gegen die erste Gruppe aufbringen würde, was wiederum einen Leser von ScienceFiles so aufgebracht hat, dass er einen Beitrag geschrieben hat, in dem er die Informationen präsentiert, die die Grünen verschweigen oder nicht kennen, Informationen, die u.a. erklären, warum gesetzlich Versicherte auf einen Behandlungstermin warten müssen, während Privatpatienten das nicht (so lange) müssen. Die Ursache findet sich nicht in den Gründen, die die Grünen suggerieren wollen, sondern in dem Regelungssystem, das deutsche Regierungen unter Beteiligung nicht zuletzt der Grünen, Ärzten aufgezwungen haben. Insofern erlaubt es die folgende Darstellung von Hans Peter Hammer jedem ScienceFiles-Leser sich anhand der oben genannten Kriterien ein eigenes Urteil darüber zu bilden, ob wir es bei den Berichten in Focus, FAZ, Frankfurter Rundschau und anderen Zeitungen mit einer Verbreitung von grüner Hetze zu tun haben oder nicht.

Die Grünen haben eine „Erhebung“ gemacht und dabei herausgefunden, dass Kassenpatienten im Schnitt 27 Tage länger auf einen Termin warten müssen als Privatpatienten. Und natürlich schieben sie das auf eine 2-Klassenmedizin und die Medien (z.B. Welt, RP, Focus, etc.) tröten ins gleiche Horn!
Die Ärzte sind ja so böse!
Traurig daran ist, dass die Grünen eigentlich die gesetzlichen Grundlagen der GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) kennen müssten! Wenn nicht, ist das tatsächlich nicht nur traurig, sondern schon bedenklich für eine im Bundestag – nicht erst seit gestern – vertretene Partei.

Ebensolches gilt für die Medien. Auch die sollten entweder die gesetzlichen Hintergründe kennen, oder wenigstens etwas recherchieren, bevor sie ungeprüft dummes Zeug weiterverbreiten. So ist das tatsächlich ein Beleg für manipulative Berichterstattung (oder Faulheit!?), um nicht zu sagen: „Lügenpresse“

Was die Grünen, bzw. die Presse nämlich (wohlweislich) nicht erwähnen, ist ein wesentlicher Unterschied zwischen gesetzlichen und Privatpatienten für die Praxen: Für gesetzlich Versicherte gibt es für jede Praxis (Ausnahme Zahnärzte, bei denen wird das Gleiche über z.B. den „Honorarverteilungsmaßstab“ geregelt) ein sogenanntes RLV (Regelleistungsvolumen). Das RLV legt – unter Zuhilfenahme vorheriger Abrechnungszahlen, den Abrechnungszahlen der umliegenden Kollegen gleicher Fachrichtung, den Fallpauschalen und dem zur Verfügung stehenden Gesamtbudget der Kassen – fest wie viel ein Arzt im Quartal abrechnen darf. Es ist, salopp gesagt, ein Praxisbudget. Aus dem RLV ergibt sich somit auch wie viele GKV-Patienten ein Arzt im Quartal behandeln darf, ohne dass ihm sein Honorar gekürzt wird!

Ein Beispiel zum Verständnis: Ergibt sich aus dem RLV, dass die Praxis im Quartal 1500 GKV-Patienten behandeln darf, bekommt der Arzt für diese 1500 Patienten das volle Honorar. (Zumindest ist das so gedacht, ob es so eintrifft ist eine ganz andere, und zu häufig durchaus offene, und manchmal erst nach mehreren Jahren endgültig geklärte Frage.) Für die Patienten 1501 – 1700 erhält der Arzt dann nur noch 80%, für die Patienten 1701- 1800: 70%, für die Patienten 1801-1900: 60%, für die Patienten 1901-2000 noch 50% der Behandlungskosten erstatten., bis er am Ende Nichts mehr bekommt, das heißt umsonst arbeitet!

Bis zu dem Punkt an dem die Honorierung nicht mal mehr die Praxiskosten deckt, kann der Arzt das Spiel eventuell mitmachen, aber spätestens ab diesem Zeitpunkt ist Schluss mit lustig, ab da müsste er nämlich die Behandlung seiner Patienten aus eigener Tasche bezahlen. Daraus ergibt sich, dass es für begrenzte Bezahlung auch nur begrenzte Patientenversorgung und damit auch nur eine begrenzte Zahl an Terminen gibt.

Ergo: RLV heißt begrenzte Zahl von Terminen, heißt Wartezeiten!

Und hier liegt die Ursache des Problems, nicht bei einer angeblichen Bevorzugung von Privatpatienten. Das ist völliger Quatsch!

Über 90% der Patienten sind gesetzlich versichert und nur für die gilt das RLV! Nur rund 10% der Patienten sind Privatversicherte, die a) erwiesenermaßen seltener zum Arzt gehen als gesetzlich Versicherte, und b) zum Teil nur Privatärzte aufsuchen, also gar nicht von Vertragsärzten behandelt werden und entsprechend auch gar keine Termine bei Vertragsärzten in Anspruch nehmen.

Selbst wenn alle Privatversicherten genauso häufig zum Arzt gingen wie die gesetzlich Versicherten, würde das für die Wartezeiten Letzterer höchstens Minuten bedeuten. Ein Arzt wird die Termine die sich aus seinem RLV ergeben möglichst gleichmäßig auf das gesamte Quartal (außer er macht Urlaub) verteilen, allein schon, um eine gleichmäßige Auslastung zu haben und nicht im letzten Monat des Quartals seine Mitarbeiter herumsitzen zu haben, oder in „RLV-ausgereizt-Urlaub“ schicken zu müssen, das kostet nämlich sein Geld. (Das hatten wir schon mal und hieß da „Budgetferien“ und löste einen ungeheuren Shitstorm aus, was schon damals die Falschen traf, statt der Verantwortlichen in Politik und Kassen!)

Folglich gibt es zwischen den „RLV-Terminen“ durchaus die Gelegenheit Privatversicherte „dazwischen zu schieben“, oder halt auch mal außerhalb der regulären Behandlungszeiten zu behandeln, da diese sein RLV nicht belasten. Der Irrtum besteht darin zu glauben diese Termine stünden ansonsten den gesetzlich Versicherten zur Verfügung, die Privatversicherten würden vorgezogen und nähmen den GKV-Patienten die Termine weg.

Das ist falsch!

Gäbe es keine Privatversicherten, nicht ein einziger gesetzlich Versicherter käme früher zum Zug. Aber genau das wollen uns Grüne und Medien glauben machen.

Und ich bin mir sicher, sie wissen, dass das eine Lüge ist!

Dazu muss man wissen, dass nach deutschem Kassenrecht nur Vertragsärzte (früher: Kassenärzte, also Ärzte mit Kassenzulassung) die Behandlung gesetzlich Versicherter über die Kassenärztlichen/Kassenzahnärztlichen Vereinigungen mit den Krankenkassen abrechnen dürfen und die Krankenkassen auch nur an Vertragsärzte zahlen dürfen (Ausnahme. Notfall!). Der Vertragsarzt muss sich an die Richtlinien und Vorgaben der Krankenkassen welche Behandlung wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig ist, halten.

Das war früher durchaus interessant, da es einen sicheren monatlichen Zahlungseingang bedeutete. Heute, nachdem Honorare vielfach gekürzt wurden, die Bürokratie überhand nimmt, Politik und Medien fortwährend auf die Ärzte einschlagen, nicht mehr der Patient und seine Krankheit, sondern die Frage wie viel das die Kassen kostet und ob man sich als Arzt die Behandlung noch leisten kann, im Mittelpunkt steht, spielt so mancher Arzt jedoch mit dem Gedanken die Kassenzulassung zurückgeben. (Was auch nicht so einfach ist, denn es gibt da den Paragraphen 95b im Sozialgesetzbuch V, genannt „Seehofers Rache“! Ein Vertragsarzt der seine Zulassung „… in einem mit anderen Ärzten aufeinander abgestimmten Verfahren oder Verhalten ..“ und sei es auch nur angenommen, zurückgibt, wird mit verschiedenen Maßnahmen bestraft. Es lohnt sich den Paragraphen 95b des Fünften Sozialgesetzbuches zu lesen und zu überlegen, ob er mit dem Grundgesetz vereinbar ist?)

Lässt sich ein gesetzlich Versicherter (was er natürlich darf) von einem Privatarzt behandeln muss er die Kosten selbst tragen und bekommt im Regelfall von den Kassen keinen Cent!

Nun könnte man auf die Idee kommen das Problem durch mehr Ärzte zu lösen, was funktionieren könnte, gäbe es da nicht die Zulassungsbeschränkungen!

Nach KV/KZV [Kassenärztliche/Kassenzahnärztliche Vereinigung] verschieden – und auch innerhalb der KV Gebiete noch unterschiedlich – gibt es Kennzahlen wie viele (Vertrags-)Ärzte welcher Fachrichtungen tätig sein dürfen. Wird die Kennzahl um eine bestimmte Höhe überschritten wird der Bereich „zulassungsgesperrt“, das heißt es darf sich kein weiterer (Vertrags-)Arzt der Fachrichtung für die die Sperre gilt, in dem Gebiet- für das die Sperre gilt, niederlassen!

Das war früher auch im Interesse der Ärzteschaft um ruinösen Wettbewerb zu verhindern. Inzwischen ist es aber ein Mittel der Politik und Kassen um die Gesundheitsausgaben zu begrenzen, das die Terminproblematik verschärft.

Wie man deutlich sieht, wird mal wieder auf die Falschen eingeschlagen.

Es sind NICHT die Ärzte die das Problem verursacht haben, es ist die Politik – und ihres Zeichen eine bestimmte ehemalige Bundesgesundheitsministerin, Ulla „Das-steht-mir-doch-zu“ Schmidt, die dafür verantwortlich zeichnet.

Die Ärzte halten sich lediglich an das was ihnen Politik und Kassen vorschreiben.

Aber seit Ehrenberg ist es immer dasselbe: Die Politik entdeckt etwas was sie meint regeln zu müssen, hört NIE auf die warnenden Stimmen (besonders der Ärzte, die jedes Mal das Scheitern begründet vorhersagten) und wenn es dann mal wieder in die Hose geht, sind die Ärzte schuld. Was dann wiederum zum Anlass genommen wird, um die nächste Sau durchs Dorf zu treiben und den Ärzten die Daumenschrauben anzuziehen.

Wie sagte Prof. Schnauz es in der „Feuerzangenbowle“ so treffend: „Bäh! Wat habt ihr für ’ne fiese Charakter!“

Nun noch einmal die Frage: Betreiben die Grünen mit Unterstützung der so genannten Qualitätsmedien gerade Hetze gegen Ärzte und Privatpatienten?


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Womania: Manipulieren mit dem Statistischen Bundesamt

Die Meldung des Tages vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden:

„Grundsicherung: Im Rentenalter sind besonders Frauen betroffen

Mit der Grund­sicherung im Alter unterstützt der Staat Personen, deren Rente zusammen mit eventuell weiteren Einkünften nicht ausreicht, um den Lebens­unterhalt zu bestreiten. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Leistungs­empfängerinnen und -empfänger um 4,7 % zugenommen.

Im Renten­alter benötigten Frauen deutlich häufiger Unter­stützung vom Staat als Männer: Im Dezember 2015 waren rund 60,1 % der Personen, die Grund­sicherung im Alter bezogen, Frauen.“

Wie so oft, wenn es darum geht, Leser zu täuschen, werden Prozentzahlen genutzt, um Augenwischerei zu betreiben. Die Basis-Trickserei besteht dieses Mal darin, dass verschwiegen wird, dass es auch viel mehr Frauen im Rentenalter gibt als Männer, so dass Frauen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Grundsicherung im Alter zu beziehen als Männer.

Die Altersklassen ab 65 Jahre sehen eine Entwicklung des Frauenanteils wie in der folgenden Abbildung dargestellt. Insgesamt sind 56% der über 65jährigen weiblich, 44% männlich.

Rentenalter

Angesichts dieses Übergewichts und angesichts der einfachen Tatsache, dass die Rentenansprüche von Frauen im Durchschnitt deshalb geringer sind als die von Männern,

  • weil sich die Höhe der Rente nach der Anzahl der Arbeitsjahre und der Höhe des Verdienst richtet,
  • weil Männer durchschnittlich mehr Arbeitsjahre ansammeln als Frauen und Feministen ja nach wie vor den unbereinigten Verdienstunterschied von rund 22% bejammern, der sich daraus ergibt, dass Männer im Durchschnitt mehr und Produktiveres arbeiten als Frauen,

sind die 5%, die zwischen 61% Frauen im Rentenalter, die Grundsicherung benötigen und den 56% Frauen, die im Rentenalter sind (gegenüber 44% Männern) lächerlich gering und ergo ein Ergebnis der frauenfreundlichen Rentenpolitik.

In jedem Fall suggeriert die Herz-Schmerz-Meldung des Statistischen Bundesamtes etwas völlig Falsches. Und nicht nur das Statistische Bundesamt geht normalen Menschen mit seiner Womania auf die Nerven.

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Korruption: Sigmar Gabriel ist als Wirtschaftsminister befangen

Früher kannte man noch Begriffe wie „Befangenheit“ oder „Interessenkonflikt“. Befangen können heute nur noch Richter sein und das auch nur in höchst seltenen Fällen, und Interessenkonflikte scheinen vollständig abgeschafft worden zu sein. Wohlfühl-Geschichten, die schon in Kindergärten erzählt werden und darauf abzielen, Kinder zu naiven Kaspar Hausern zu erziehen, die keinerlei Ahnung von der Welt, die sie umgibt, haben und Gemeinwohl-Erzählungen, die Erwachsene oder diejenigen, die sich dafür halten, mit großer Wichtigkeit anfüllen sollen, so großer Wichtigkeit, dass sie plötzlich der Ansicht sind, sie seien das Zünglein an der Waage die zwischen ökologischer Katastrophe und ökologischem Paradies pendelt, sie haben die Interessen und die Konflikte zumindest in der Vorstellung der entsprechend Gläubigen abgeschafft.

Und weil niemand mehr Interessen hat und es folglich keine Interessenkonflikte mehr geben kann, deshalb ist es in Deutschland unglaublich einfach, sich auf Kosten der Allgemeinheit und als Gemeinwohl-Apostel zu etablieren und fürstlich davon zu leben.

Derzeit beschäftigt die Bundesrepublik Deutschland mit Sigmar Gabriel einen Minister, der für Wirtschaft und Energie zuständig ist. Gleichzeitig ist Gabriel Vorsitzender der SPD und damit so etwas wie der CEO des Firmenimperiums der SPD, eines Imperiums das weitverzweigte Interessen hat, denen politische Entscheidungen, die Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister trifft, zuträglich sein können.

Die Gefahr, dass Sigmar Gabriel Klientelpolitik im Ministerium zu Gunsten der Unternehmen betreibt, die ihm nominell als Vorsitzender der SPD zuzurechnen sind, sie ist eine konkrete Gefahr und selbst wenn es keine konkrete Gefahr wäre, würde es der Anstand gebieten, sich nicht in den Ruch zu bringen, Gesetze zu Gunsten von Unternehmen zu erlassen, die der SPD und damit ihrem Vorsitzenden Sigmar Gabriel erhebliche Vorteile einbringen.

Aber – wie gesagt – Anstand und Würde und Begriffe wie Befangenheit und Interessenkonflikt, sie kommen in der schönen neuen Scheinwelt der Politik nicht mehr vor – stattdessen regiert das krude sich Vorteile verschaffen, sich auf Kosten anderer bereichern und den Seinen politische Gefallen erweisen.

Gabriel Befangen 1.jpg

Das SPD-Unternehmen Utopia-GmbH macht Stimmung gegen Banken

„Konventionelle Banken bremsen die Energiewende
Die Mehrheit der Deutschen will keine gefährliche Atomkraft. Dass der Ausbau der Kohleenergie den Klimawandel vorantreibt, ist auch jedem klar. Trotzdem investieren konventionelle Banken nach wie vor in beide Risiko-Technologien. Sie unterhalten Geschäftsbeziehungen zu den großen Atomkonzernen, verhelfen Firmen aus der Kohle-Industrie zum Börsengang, verwalten deren Vermögen und investieren in den Bau von Minen und Kraftwerken. An erster Stelle sind Deutsche Bank, Hypo Vereinsbank und Commerzbank zu nennen. Aber auch mit den Sparkassen und Volksbanken verbundene Geldinstitute stehen in Geschäft[s]beziehungen zur Atom- und Kohleindustrie.“

Das ist einer von fünf Gründen, mit denen die Utopia GmbH auf Ihrer Webseite versucht, herkömmlichen Banken ihre Kunden madig und abspenstig zu machen und zu alternativen Banken zur UmweltBank, zur GLSBank, zur EthikBank oder zur TriodosBank zu kanalisieren.

Die Marketingstrategie der Utopia GmbH besteht hier im Wesentlichen darin, herkömmliche Banken als fiese Investoren von Atomkraftwerken, als Kriegsprofiteure, als Nahrungsmittelspekulanten und als Steuerflüchtige, die in Steueroasen ihr Geld anlegen, Steueroasen wie Hong Kong zum Beispiel, zu verunglimpfen.

Dagegen sind Ethikbanken die guten, diejenigen, die für den Planeten, gegen Kriege, gegen Steueroasen und gegen Kohlebergbau zu Felde ziehen. So findet sich z.B. bei der Ethikbank eG, die wiederum eine Ausgründung der Volksbank Eisenberg ist, ein Hinweis auf einen Onlineprotest von Robin Wood, der dem Ziel dient, einen Wechsel zu 100 % Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu schaffen:

Gabriel Befangen 2

Politisch nützlicher Protest auf Bestellung?

Sehr geehrter Herr Gabriel,

im Dezember 2015 verabschiedeten 192 Staaten in Paris ein neues Weltklimaabkommen. Diesem Bekenntnis zum Klimaschutz müssen auch in Deutschland konsequente Schritte folgen: Der zeitnahe Ausstieg aus der Kohle!

Ob dies gelingt, entscheidet sich u.a. bald in der Brandenburger Lausitz. Im ersten Halbjahr 2016 will der Energiekonzern Vattenfall dort seine Braunkohlesparte verkaufen. Statt der notwendigen Stilllegung droht jahrzehntelanger Weiterbetrieb der Tagebaue und Großkraftwerke. Die Energiewende wird dadurch in der Lausitz und in der ganzen Bundesrepublik massiv behindert!

Braunkohle ist extrem klimaschädlich! Bitte setzen Sie sich für einen Ausstiegsplan ein, der Kohle schnell durch Erneuerbare ersetzt!

Braunkohle bedroht unsere Gesundheit, sie bedroht die Energiewende und unsere Glaubwürdigkeit bei allen internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz!

Sorgen Sie für Verbindlichkeit beim Kohleausstieg und für klugen, konsequenten Klimaschutz!

Hochachtungsvoll

Selbstverständlich haben die Erzeuger Erneuerbarer Energien keinerlei Interesse an Profit. Ihnen geht es ausschließlich um den Planeten. Deshalb arbeiten sie alle zu moderaten Salären und lassen sich nur im engen Rahmen und mit ein paar lumpigen 100 Milliarden aus den Steuergeldern finanzieren, die wiederum Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister verwaltet.

Und so kann man eine interessante Interessenverflechtung am Beispiel der Erneuerbaren Energie deutlich machen:

Sigmar Gabriel als Wirtschaftsminister treibt den Ausbau Erneuerbarer Energien voran und bürdet dafür den Deutschen die europaweit zweithöchsten Strompreise auf. Die Subventionen für die Betreiber von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie sind jenseits der 100 Milliarden Grenze angekommen. Gabriel hat ein entscheidendes Wort dabei mitzureden, wie hoch die Erneuerbare Energien Abgabe ist und wie hoch die Subventionen sind, die sich die Erzeuger von erneuerbaren Energien einverleiben können. Um die Entscheidung für die entsprechende Verwendung von Steuergeldern zu legitimieren, verweisen Politiker gerne auf die entsprechende Unterstützung in der Bevölkerung, Unterstützung, die z.B. durch NGOs oder Petitionen oder Aktionen gleichwelcher Art präsentiert wird.

Gabriel ist zudem Chef der SPD und somit CEO über das Imperium des sozialdemokratischen Konzerns. Über sein Unternehmen Utopia.de macht er Werbung für nachhaltigen Konsum, nachhaltige Finanzierung und nachhaltige Energie und Stimmung gegen alle, die nicht auf dem Nachhaltigkeits-Nutznießer-Zug sitzen. Zudem diffamiert er über sein Unternehmen Utopia.de, das zu 100% der SPD gehört, vor allem Privatbanken in der oben dargestellten Weise.

Gabriels Utopia.de bewirbt unter anderem Banken wie die Ethikbank, die Genossenschaftsbank der Volksbank Eisenberg, die wiederum massiv Stimmung gegen alle macht, die nicht in ihr Bild der Nachhaltigkeit passen, z.B. durch den Verweis auf die Online-Petition von Robin Wood (Text siehe oben), deren Ziel darin besteht, Sigmar Gabriel, dieses Mal nicht als CEO der SPD, sondern als Wirtschaftsminister eine Legitimation für weiterführende Förderung alternativer Energien zu verschaffen.

Ob Gabriel im Vorfeld von Gesetzesentscheidungen über seinen SPD-Konzern Entwürfe lanciert, um die Beschäftigten bei Utopia oder bei den SPD-eigenen Zeitungen dazu zu veranlassen, in seinem Sinne Bericht zu erstatten oder Aktionen zu starten, die seiner beabsichtigten Gesetzgebung nützlich sind, ist eigentlich eine Frage, deren Antwort egal ist, denn allein die Tatsache, dass Gabriel es könnte, dass er sich quasi selbst die Legitimation für welche Form von Gesetz auch immer verschaffen könnte, frei nach Belieben, ist eine Katastrophe für jedes System, das sich demokratisch nennen will.

Gordon Tullock hat vor Jahrzehnten das Konzept des Rent Seekings in die ökonomische Diskussion eingeführt. Rent Seeking bezieht sich auf Organisationen und Institutionen innerhalb eines gesellschaftlichen Gefüges, die durch die Beeinflussung von Gesetzgebung in der Lage sind, sich einen Vorteil zu verschaffen, der wiederum von allen anderen finanziert werden muss. Das System Gabriel, das man als Kreislaufwirtschaft der Nutznießung bezeichnen kann, sprengt alles, was sich Tullock vorstellen konnte. Es ist jenseits von Nepotismus und Rent Seeking und kann entsprechend nur als Korruption bezeichnet werden.

 

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Forscher der Uni Bonn: Wir züchten den neuen, nein: den richtigen Menschen

Falls Sie es noch nicht gewusst haben: Der moderne, der richtige Mensch ist prosozial. Prosozial zu sein ist wichtig, gut, richtig, denn: „[p]rosociality is a particularly important aspect of human personality and affects a wide range of economic decisions and outcomes“ (Kosse et al. 2015: 1). Prosozialität ist also richtig und wichtig. Warum? Ja, weil Prosozialität eben richtig und wichtig ist, Prosozialität, Sozialität eben – verstanden?

white mouseDie Erforschung von „Prosozialität“ ist das neueste Steckenpferd des Bonner Professors Armin Falk, der ansonsten dadurch auffällt, dass er hilflose Mäuschen im Namen der Sozialforschung ermordet (wohl eher ermorden lässt). Mit der Prosozialität hat er nun noch eine Schippe draufgelegt: Die Anleitung zur Züchtung des richtigen Menschen.

Und so geht’s (Im Folgenden stellen wir die Methode „Falk“ zur Bestimmung der Prosozialität vor. Sie kann hier nachgelesen werden.):

Schritt 1:

Also Liebe Leser, stellen Sie sich vor, sie haben sechs Goldbarren und müssen sich nunmehr dreimal hintereinander entscheiden, ob sie zwei Goldbarren für sich behalten oder einen Goldbarren behalten und einen an einen armen Menschen in Köln oder Stuttgart oder in Lome, Togo abgeben.

Wenn Sie sich dreimal hintereinander entscheiden, alle Goldbarren für sich selbst zu behalten, dann schreiben Sie sich jetzt bitte sechs Punkte gut. Wenn Sie sich entscheiden, dreimal zu teilen, dann schreiben Sie sich bitte keinen Punkt gut, und wenn Sie einmal so und zweimal anders entscheiden, egal wie, dann schreiben Sie sich 100 Punkte gut

Schritt 2:
Das ist einfach. Stimmen Sie den folgenden Aussagen zu oder nicht:

    • Anderen Menschen kann man trauen.
    • Andere Menschen haben gute Absichten mir gegenüber.
    • Man kann sich auf andere Menschen verlassen, auch wenn man sie nicht gut kennt.

Wenn Sie alle drei Fragen verneint haben, dann schreiben Sie sich bitte 6 Punkte gut, wenn sie alle drei Fragen bejaht haben, dann schreiben Sie sich 0 Punkte gut, und wenn Sie alterniert haben, wie auch immer, dann schreiben Sie sich 3000 Punkte gut.

Schritt 3:
Noch ein paar Fragen. Was meinen Sie, wie andere Sie einschätzen. Auch dieses Mal können sie einfach mit ja oder nein antworten:

        Wie werden Sie von anderen eingeschätzt?

      • Geht rücksichtsvoll mit den Gefühlen anderer um.
      • Teilt bereitwillig mit anderen.
      • Hilft, wenn jemand verletzt oder verärgert ist oder sich schlecht fühlt.
      • Ist nett zu anderen.
      • Bietet sich freiwillig an, um anderen zu helfen.

Wenn Sie fünfmal mit nein geantwortet haben, schreiben Sie sich bitte wieder 6 Punkte zu, wenn sie fünfmal mit ja geantwortet haben, dann schreiben Sie sich bitte 0 Punkte gut und wenn sie alterniert haben, dann schreiben sie sich dieses Mal 50000 Punkte zu.

Und nun addieren Sie die Punkte aus den drei Runden.

Ethik fuer dummiesDer korrekte, der neue Mensch, den die Bonner züchten wollen, er ist die glatte Null. Alle, die insgesamt 0 Punkte erreicht haben, sind optimal und dürfen sich freuen, denn ihnen bleibt die Umerziehung erspart. Alle, die 18 Punkte erreicht haben, sind asoziale Schweine, die den Zweck des Lebens nicht verstanden haben, denn der Zweck des Lebens, er besteht darin, sich wie Schritt 1 zeigt, als irrationaler Akteur zu erweisen, der mit Leuten teilt, die er nicht kennt, von denen er nichts weiß und die er anhand keiner Kriterien von anderen differenziert.

Als ein solcher irrationaler Akteur legen Sie keinen Wert auf Leistung, gehen davon aus, dass jeder Mensch gleichviel Anspruch auf ihren Goldbarren hat und machen entsprechend keinerlei Unterschiede. Sie sind ein wahrer Heiliger, der mit dem Raubmörder in gleicher Weise teilt, wie mit dem netten Typen von nebenan, der ihnen immer den Wasserkasten schleppt.

In Schritt zwei haben sie sich darüber hinaus als vertrauensseliger Naivi erwiesen, den man perfekt ausnehmen kann, von dem in keiner Weise Widerspruch oder gar Widerstand zu erwarten ist, wenn ihn sein Staat zum Teilen der Wohnung oder des Autos oder zur Abgabe seines kompletten Eigentums auffordert. Sie sind voller Vertrauen, dass es damit schon seine Richtigkeit haben wird. Bürger wie sie braucht das Land.

Schließlich haben Sie sich im dritten Schritt als wirklich Heiliger erwiesen, der kein ich kennt und dessen ganzes Leben aus dem Opfer des eigenen Daseins für andere besteht. Egal, welches Leiden die anderen haben, egal, welche Probleme andere drücken, Sie sind da und helfen, umsonst natürlich, in freiwilliger Selbstverpflichtung und im ehrenamtlichen Engagement. Sie sind nützlich, heilig und naiv.

Kurz: Der neue Mensch ist ein irrationaler, naiver Heiliger, der von anderen optimal ausgenutzt werden kann und sich perfekt instrumentalisieren lässt, weil er in seiner Heiligkeit nicht merkt, wenn man den Affen mit ihm macht. Das also ist er, der neue Mensch.

beakerUnd es gibt ihn bereits häufiger in den mittleren und höheren sozialen Schichten, so haben Falk und seine Kumpane herausgefunden. Nur in der Unterschicht, da hat man noch den eigenen Vorteil im Blick, ist rational und denkt man müsse Unterschiede zwischen Menschen machen, denn nicht alle Menschen sind gut und entsprechend kann man nicht allen Menschen trauen. Und zudem denken Unterschichtler, dass nicht jeder es verdient, geholfen zu bekommen, dass es Ausnutzer und Faulenzer gibt, die sich auf Kosten anderer, anderer Naiver ein gutes Leben verschaffen wollen, am besten ohne Arbeit und hinter einem Schreibtisch in einem Amt, in dem man über die Unterschicht wachen kann.

Aber, auch das haben Falk und seine Kumpane herausgefunden, der Unterschicht kann geholfen werden. Werden Kinder bereits in der Grundschule in ein Mentorenprogramm gesteckt, dann entwickeln sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zum richtigen Menschen, zum neuen Menschen, den Falk und Kumpane gerne züchten wollen: Sie erinnern sich, der irrationale, vertrauensselige, heilige Depp, den man so trefflich ausnutzen kann.

Entsprechend lautet die Auflösung unseres kleinen Experiments:

    • 0 Punkte – Bei Ihnen ist jede Hoffnung verloren. Sie sind schon der richtige Mensch, der Zombie der Moderne.
    • 18 Punkte – Sie gehören zum rationalen Widerstand, zum Kreis derer, die noch wissen, dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt.
    • mehr als 100, 3000 oder 50000 Punkte, es besteht noch Hoffnung für Sie, aber die Hoffnung sie schwindet mit der Höhe der Punktzahl.

Es wird niemanden verwundern, dass die Mitglieder der ScienceFiles-Redaktion, wohl geprägt von ihrer Herkunft aus der Arbeiterschicht, alle zu denen gehören, für die keine Hoffnung mehr besteht, zum richtigen Menschen wie Armin Falk ihn will, zu werden. Prosozialität ist bei uns dem Realismus gewichen: Wir sind der rationale Widerstand!

Wer sich dafür interessiert, wie Armin Falk und seine Kumpane Grundschulkinder manipulieren und für ihre politisch-korrekte Anbiederungsforschung missbrauchen, der kann sich hier davon überzeugen, dass es keine Ethikkommission gegeben hat, die dem Missbrauch an Grundschulkindern einen wie auch immer gearteten Riegel vorgeschoben hätte.

Kosse, Fabian, Deckers, Thomas, Schildberg-Hörisch, Hannah & Falk, Armin (2015). The Formation of Prosociality: Causal Evidence on the Role of Social Environment.

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Naive gesucht: Umweltministerium missbraucht Bürger

Wenn es darum geht, das, was sie durchsetzen wollen, mit Legitimität zu versorgen, greifen Politiker immer häufiger auf Repräsentativität zurück. Eine repräsentative Stichprobe soll dabei helfen, Kritikern den Mund zu stopfen, denn die Maßnahmen, die man gerade in ein Gesetz verpacken will, sie werden von einer repräsentativen Stichprobe der Bundesbürger unterstützt.

Ein Stammleser hat uns heute auf den Bürgerreport zum „Bürgerdialog zum Klimaschutzplan 2050“ hingewiesen, über den auf Eike-Klima-Energie berichtet wird. Der Bürgerreport ist nicht nur ein Beispiel dafür, wie Bürger für staatliche Zwecke eingespannt und missbraucht werden, er ist auch ein Beispiel dafür, dass sich manche Naiven gerne als Vorzeigebürger missbrauchen lassen, er ist ein Beispiel für den in Deutschland galoppierenden Nepotismus, die Versorgungsnetzwerke, in denen sich Basen und Vettern gegenseitig Steuergelder zuschieben, und er ist ein Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Konzepte, hier das Konzept einer repräsentativen Stichprobe, von Statistik-Legasthenikern missbraucht werden, um anderen vorzugaukeln, das, was man nun verkünde, sei die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung.

Repräsentativität als Legitimationsbeschaffer: Der armselige Versuch des Bundesumweltministeriums

Das Umweltministerium hat einen Bürgerreport erarbeitet, dessen Ziel darin besteht, den Klimaschutzplan, den die Bundesregierung Ende 2016 verabschieden will, mit Legitimation zu versorgen, denn: In den Klimaschutzplan sind Vorschläge eingeflossen, die Bürger gemacht haben. Bürger waren daran beteiligt, den Klimaschutzplan aufzustellen. Es sind die Ideen der Bürger, die die Bundesregierung hier aufnimmt und umsetzt.

Die letzten Sätze sind Vorhersagen, Vorhersagen über Sätze, die man im Zusammenhang mit dem Klimaschutzplan hören wird.

Wer sind die Bürger, deren Meinungen in den Klimaschutzplan eingeflossen sind?

Die Bürger stammen aus Hamburg, Leipzig, Essen, Frankfurt und Nürnberg. Schon diese Auswahl von fünf deutschen Städten gewährleistet, dass es keinerlei für deutsche Bürger repräsentative Auswahl geben kann. Dessen ungeachtet entblödet sich der Verfasser des Bürgerreports nicht zu schreiben: „Um einen Querschnitt der Bevölkerung abzubilden, wurden die Bürgerinnen und Bürger durch eine telefonische Zufallsauswahl in Stadt und Umland gewonnen“ (5). Drei Seiten weiter, wird der Betrug am Leser, der mit der vermeintlichen „Zufallsauswahl“ erreicht werden sollte, noch deutlicher formuliert:

„Auf diese Weise kam ein Meinungsbild zu den Bürgervorschlägen zustande, das auf einem zufällig ausgewählten Querschnitt der Bevölkerung beruht und damit Verzerrungen und Mobilisierungseffekte vermeidet.“ (8)

Das ist nun keine schludrige Formulierung mehr. Das ist eine glatte Lüge und ein krasser Manipulationsversuch. Denn Bürger aus fünf Städten Deutschlands sind schon deshalb kein „zufällig ausgewählter Querschnitt der Bevölkerung“, weil es in Deutschland mehr als fünf Städte und darüber hinaus noch kleinere Gemeinden gibt, sie sind auch deshalb nicht repräsentativ, weil das Auswahlverfahren es geradezu darauf angelegt hat, selbst in den fünf Städten eine verzerrte Stichprobe zu erhalten und die Mobilisierungseffekte, die angeblich vermieden wurden, systematisch zu produzieren.

  • In den fünf Städten wurden 76.451 Bürger, die im Telefonbuch verzeichnet sind, angerufen (Das Telefonbuch ist nicht repräsentativ).
  • Von diesen 76.451 Bürgern haben sich 2.454 bereit erklärt, an einer Veranstaltung zum Klimaschutzplan teilzunehmen. Die 2.454 Bürger sind somit eine positive Selektion der Bevölkerung. Sie sind diejenigen, die sich für Klimaschutz interessieren und Zeit haben, an Veranstaltungen des Bundesministeriums teilzunehmen. Und Zeit, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen haben regelmäßig Aktivisten, die nichts anderes machen als sich um Kimaschutz zu kümmern. Sie wurden durch die Art und Weise, in der die Teilnehmer gewonnen wurden, mobilisiert und niemand sonst.
  • Damit die 2.454 Bürger auch nicht mit falschen Ideen zu den Veranstaltungen, die dann als Bürgerbeteiligung verkauft werden sollen, kommen, wurde ihnen umfangreiches Material zugeschickt, in dem sich die letztendlichen 77 Maßnahmen, die im Bürgerdialog benannt wurden, mit Sicherheit schon rudimentär, wenn nicht explizit finden.
  • Das Zusenden von Material hat ausgereicht, um 1.899 der ursprünglich interessierten Bürger abzuschrecken und nur noch einen harten Kern von 555 Bürgern übrig zu lassen, von denen schließlich 472 oder 0,62% der ursprünglichen Stichprobe von 76.451 Bürgern an der Veranstaltung teilgenommen haben.

Wer behauptet, diese Auswahl sei repräsentativ, eine Zufallsauswahl und lasse irgend einen Schluss auf die Meinung der Bürger in Deutschland zu, der hat entweder nicht mehr alle Tassen im Schrank oder er ist der Ansicht, alle außer ihm und seinen Mitwissern seien so dumm, dass sie diese krude Art der Lüge und Manipulation nicht durchschauen.

Nepotismus im Dilettantismus

Wenn man derartige Manipulationsversuche durchführen will und Bürger missbrauchen will, benötigt man Helfer und Helfershelfer, die entweder in einer Abhängigkeit zu den Auftraggebern stehen, die es ihnen nicht erlaubt, vom Manipulationsversuch Abstand zu nehmen oder die nicht die Integrität oder Kompetenz und Qualifikation haben, um Sozialforschung korrekt durchzuführen.

Was auch immer zutreffen mag, nach Recherchen von Eike-Klima-Energie, die von einem Beitrag in der Welt ausgehen, war das Unternehmen IFOK mit der Durchführung dieser Travestie auf Sozialforschung beauftragt. Der Gründer von IFOK, Hans-Peter Meister war u.a. Pressesprecher des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Anscheinend hat man den ehemaligen Mitarbeiter in seinem Ministerium nicht vergessen und ihm einen Auftrag zugeschustert, mit welchen Auflagen auch immer und wohl unter Umgehung der normalerweise stattfindenden Ausschreibung.

Deutschland als Bananrepublik zu bezeichnen, wäre wirklich nicht richtig, denn die Art von systematischem Nepotismus, des systematischen Austauschs von Steuergeldern gegen Legitimation, sie stellt jede Bananenrepublik in den Schatten.

Missbrauch von Bürgern und Naive, die sich gerne missbrauchen lassen

Der gesamte Bürgerdialog dient offensichtlich nur dazu, eine Reihe willfähriger oder nichtsahnender Bürger vor den Karren des Umweltministeriums zu spannen und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Und es gibt tatsächlich Bürger in Deutschland, die sich noch freuen, wenn sie missbraucht werden.

Hier ein paar Beispiele, die zu Legitimationszwecken im Bürgerreport abgedruckt wurden:

Klimaschutz enthusiasten.jpg

Ob das Anlass zum Lachen oder zum Weinen ist, das ist eine Frage, die zu beantworten wir jedem Leser selbst überlassen.

Kein Grund zum Lachen, sondern ein Grund zum Entlassen sind Ministerdarsteller wie Barbara Hendricks, die Aussagen wie die folgende abgeben:

„Wir haben jetzt die Chance und die Pflicht, die Welt so zu verändern, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder gut leben können.“

Personen, die keinen Zweifel kennen, die der Überzeugung sind, sie könnten in die Zukunft sehen und die Zukunft gestalten, hätten die Wahrheit gepachtet und wären bar jeglichen Irrtums, haben in öffentlichen Ämtern nichts zu suchen. Sie gehören in den Kindergarten, um dort nachzuholen, was sie offensichtlich nicht gelernt haben: Man kann nicht in die Zukunft sehen und deshalb kann man auch nicht wissen, ob das, was man heute tut, morgen von der nächsten Generation als gut angesehen wird – oder sich als die größte Idiotie aller Zeiten erweist.

Wenn man der Argumentation auf Eike-Klima-Energie folgt, dann ist der Klimaschutzplan 2050, so wie er sich derzeit abzeichnet, die größte Idiotie aller Zeiten, die den Morgenthau-Plan mit einigen Jahrzehnten Verzögerung nachholt. Wir empfehlen unseren Lesern, den entsprechenden Post auf .

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