„Fast jeden Tag ein Anschlag?“, nein, fast jeden Tag eine öffentlich-rechtliche Manipulation

Wer zum Lügen zu feige ist, der versucht es mit der Suggestion. Ziel: anderen das als Gedanken nahelegen, was man, weil es eine Lüge wäre, selbst nicht aussprechen will.

So geht’s.
ARD Tagesschau von heute.
Folgendes Bild:

Folgende Schlagzeile:
„Fast jeden Tag ein neuer Anschlag“.

211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte habe es in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 gegeben. Die Tagesschau berichtet das mit Bezug auf die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Die Tagesschau hat die Daten der NOZ zweitverwertet.

Wenn man Bild, Schlagzeile, das Wort „Anschlag“ und die „211 Attacken“ in eine Reihe stellt, dann ergibt sich ein konsistentes Bild entsteht, bei dem eine Gleichsetzung von 211 Attacken, die zu Anschlägen werden, die – wie im Bild dargestellt – ausgebrannte Asylbewerberunterkünfte zurücklassen.

Nun muss man wissen, dass in den Lageberichten des Bundeskriminalamt, aus dem die Zahlen, die die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet und die Tagesschau mit dem Ziel arglistiger Täuschung übernimmt, zwischen Straftaten gegen Asylunterkünfte und Gewalttaten gegen Asylunterkünfte unterschieden wird. Die 211 Attacken, sind nämlich keine Attacken und schon gar keine Brandstiftungen, wie ein boshafter Redakteur, dem es zu wenig ausgebrannte Flüchtlingsunterkünfte zu geben scheint, nahelegen will. Letzteres muss man daraus schließen, dass die Neue Osnabrücker Zeitung, auf die sich die Tagesschau bezieht noch ganz andere Zahlen veröffentlicht hat, nämlich:

„Seit Jahresbeginn (Stand 23. Oktober) registrierte das Bundeskriminalamt bundesweit 226 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Mindestens 213 dieser Übergriffe hatten laut BKA einen rechtsradikalen Hintergrund, bei einigen weiteren Taten wird das vermutet. Bei den meisten Taten handelte es sich um Sachbeschädigung (74) , Schmierereien und Propaganda (71) sowie Überfälle und Gewaltdelikte (32). Es waren aber auch 12 Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen darunter.”

Ursprünglich war bei der Neuen Osnabrücker Zeitung auch von 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte die Rede. Diese Information, im ersten Abschnitt des Textes, ist die einzige Information, die der Tagesschau-Redakteur aufgenommen zu haben scheint. Reicht wohl, um das eigene Mütchen zu kühlen.

Bei der NOZ werden aus 211 Attacken innerhalb von drei Absätzen erst 226 Übergriffe, die dann zu mindestens 213 Übergriffen mit rechtsradikalem Hintergrund mutieren.

Die Attacken der Tagesschau, die mit Anschlägen bebildert und gleichgesetzt werden, transformieren bei der NOZ innerhalb weniger Abschnitte von Attacken zu Übergriffen, die sich bei genauem Hinsehen in 74 Sachbeschädigungen und 71 Propaganda-Delikte, also in der Regel Hakenkreuzschmierereien, verwandeln. Man tut den Begriffen der Attacke und des Anschlags doch arge Gewalt an, wenn man Schmierereien oder eingeworfene Fenster als solche bezeichnet.

Von den 211 Attacken, die für die Tagesschau auch allesamt Anschläge sind, die – wie die Bebilderung nahelegt – Brandstiftung zum Gegenstand haben, bleiben 12 Straftaten, bei denen es sich tatsächlich um Brandstiftungen handelt, übrig. Wenn man auf Grundlage von 7% der Straftaten, die man tatsächlich als Anschlag bezeichnen kann, eine Aussage macht, die 93% der „Straftaten gegen Asylunterkünfte“ zu Anschlägen und Attacken umdeutet, dann ist das kriminelle Energie, die ihrerseits in den nächsten Lagebericht des Bundeskriminalamts eingehen könnte. Titel des Lageberichts: Straftaten gegen die Wahrheit, Volksverhetzung und vorsätzliche Irreführung der Allgemeinheit.

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Meinungsmache durch Staatsfunk? Die Lügenpresse ist in der Mitte angekommen

Lügenpresse, Staatsfunk, Volkserzieher, diese Begriffe der politischen Rechten, so Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft in Tübingen, „verminten das Gelände“ für richtige Medienkritik und führten dazu, dass richtige Medienkritiker sich nicht mehr trauten, die Medien zu kritisieren, aus Angst, zu den falschen Medienkritikern gezählt zu werden.

Pörksen hat sich in der ZEIT aufgemacht zu beklagen, dass „der Verdacht, von den öffentlich-rechtlichen Medien und vermeintlich übermächtigen Journalisten manipuliert zu werden – vom rechten Rand bis in die Mitte der Gesellschaft“ gewandert sei. Da es letztlich für die Frage, ob Kritik berechtigt ist oder nicht, irrelevant ist, von wo sie kommt, weckt Pörksen hier schon Zweifel an seiner intellektuellen Unabhängig- und Kritikfähigkeit.

Aber: in dubio pro reo!
Betrachten wir also, was nach Ansicht von Pörksen den derzeitigen Diskurs über die deutschen Medien vergiftet. Es ist das Folgende:

  • Medien würden durch „Schmähvokabeln wie ‚Staatsfunk‘ zu Marionetten der Politiker gemacht. Es werde nahegelegt, dass Journalisten keine unabhängigen Akteure, sondern Lakaien der Politiker seien und entsprechend berichten würden, was Letztere sich wünschen.
  • Journalisten würden unter Rechtfertigungsdruck stehen und ständig betonen, dass sie nicht aus dem Bundeskanzleramt angerufen und auf Linie getrimmt worden seien.
  • Medien würden als „autoritäre Gatekeeper“, die „letztlich bestimmen, was sagbar und politisch durchsetzbar“ sei, beschrieben. Es werde behauptet, sie wären darauf ausgerichtet, ihren Konsumenten bestimmte Weltsichten zu vermitteln und sie gleichzuschalten.

Alle drei Vorwürfe, die Pörksen in seinem Beitrag auflistet, findet er moralisch verwerflich. Für keinen davon führt er den Beleg, dass er falsch ist. Dass politischer Druck auf Journalisten ausgeübt werde, um Journalisten zur genehmen Berichterstattung zu bewegen, ist für ihn ein ebenso absurder Gedanke, wie die Vorstellung, öffentlich-rechtliche Medien würden bewusst Inhalte verzerren und nicht objektiv berichten: die ganze Schar der Journalisten wäre also darin einig, die Position als Selegierer von Information für den Versuch zu nutzen, die Empfänger der Informationen durch entsprechende Aufbereitung oder Auslassung, durch leichte Verdrehung oder offene Bewertung zu manipulieren.

Das erscheint Pörksen lächerlich.
Natürlich kann das Kanzleramt nicht bei allen deutschen Journalisten anrufen. Natürlich sind vermutlich nicht alle Journalisten dem gemeinsamen Ziel, die Konsumenten ihrer Nachrichten zu manipulieren oder es doch zumindest zu versuchen, verpflichtet.

Ergo, so schließt Pörksen, seien die Vorwürfe an die Adresse der öffentlich-rechtlichen Medien unangebracht, ideologisch motiviert, mit rechtem Stallgeruch belastet und deshalb falsch.

Hier irrt Pörksen, und man weiß nicht wirklich, ob er aus gutem Glauben irrt oder deshalb irrt, weil er mit seinen drei Punkten einen Strohmann aufgebaut hat, den er vor der Meute abbrennen kann, um anschließend zu behaupten, er habe den Teufel getötet. In jedem Fall ist sein Beitrag von einem Bruch durchzogen: Die Aussagen, die er macht, werden von seiner Argumentation nicht getragen.

Man braucht seine Annahmen und die Beschreibung der Absurditäten, die angeblich hinter der Rede von der Lügen- oder Lückenpresse stehen sollen, nämlich gar nicht, um dennoch zu demselben Ergebnis zu kommen, dem Ergebnis, dass öffentlich-rechtliche Medien einen politischen Bias haben, bestimmte Nachrichten unterdrücken, einseitige Bewertungen vornehmen und insgesamt der politischen Agenda, wie sie von der Einheitsfront der linken Politiker, die von linksaußen bis in die CDU reicht, verpflichtet sind.

Um zu erklären, warum öffentlich-rechtliche Medien einen Bias haben und man eben nicht davon ausgehen kann, dass sie im Allgemeinen korrekt oder am Kriterium der objektiven Berichterstattung ausgerichtet berichten, reichen zwei Feststellungen:

  • Parteineigung von Politik-Journalisten in Deutschland

    Die meisten Journalisten ordnen sich selbst eher links ein. Der Anteil der Journalisten, die eine linke Ideologie pflegen ist höher als der derer, die liberale oder rechte Überzeugungen haben.

  • Journalismus ist ein Beruf, der wie der Beruf des Lehrers oder der des Hochschullehrers entprofessionalisiert wurde. Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen von Zeitungen und bei öffentlich-rechtlichen Medien führen nicht dazu, dass die Besten sich dort einfinden. Vielmehr finden sich durchschnittliche, wenig imaginative und vor allem kaum mit Phantasie oder Kreativität belastete Durchschnittsjournalisten ein, die die Redaktion verwalten.

Diese beiden Annahmen, reichen aus, um den derzeitigen (ideologischen) Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien zu erklären. Man braucht dazu keinerlei Annahmen darüber zu machen, dass Journalisten absichtlich die Konsumenten ihrer Nachrichten belügen (obwohl dies sicherlich vorkommt).

Amos Tversky und Daniel Kahneman haben ebenso wie Leon Festinger in vielen Studien belegt, dass Menschen Informationen eher aufnehmen, wenn sie in einem positiven Verhältnis zum eigenen Überzeugungssystem stehen. Das Kriterium für die Auswahl von Informationen ist entsprechend nicht deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, sondern deren Übereinstimmung mit der Überzeugung dessen, der die Informationen auswählt.

Journalismus hat die Auswahl von Informationen zum Gegenstand. Die Idee einer objektiven Berichterstattung ist ähnlich abstrus wie die Idee von Leben auf der Sonne. Natürlich ist Journalismus selektiv. Guter Journalismus versucht, die vorhandene Selektivität dadurch zu beherrschen, dass er sich am Kriterium einer möglichst umfassenden Berichterstattung ausrichtet. Da man nicht umfassend berichten kann, besteht der einfachste Weg, dem Kriterium nahezukommen darin, den berichteten Gegenstand von mehreren Seiten, auf Basis mehrerer Aspekte zu analysieren oder im einfachsten Fall beide Seiten zu Wort kommen zu lassen. „Guter Journalismus“, von dem Pörksen schreibt, für den er aber kein Kriterium nennen kann, besteht z.B. darin, nicht nur Gegner von Donald Trump zu Wort kommen zu lassen, sondern Trump die Möglichkeit zur Reaktion auf Vorwürfe einzuräumen. Guter Journalismus wäre auch dann gegeben, wenn Einordnungen erfolgen, wenn z.B. das Unglück von Fukushima nicht zum Anlass genommen worden wäre, um ausschließlich die Risiken der Kernenergie zu beklagen, sondern auch dazu, die Vorteile der Technologie mit der Tatsache zu verweben, dass nicht einmal ein Tsunami letztlich in der Lage war, eine großflächige atomare Katastrophe auszulösen.

Ideologische Überzeugungssysteme, so haben Tversky und Kahneman gezeigt, beeinflussen die Wahrnehmung von Fakten, beeinflussen die Auswahl von Fakten. Davor ist niemand gefeit, weshalb es notwendig ist, sich selbst zu kontrollieren oder sich in einem kritischen Umfeld zu bewegen, um gegebenenfalls auf einen vorhandenen Bias zugunsten der eigenen Überzeugung hingewiesen zu werden. In einem Markt sorgen die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage dafür, dass Anbieter von Nachrichten, die sich durch einen zu starken Bias auszeichnen, die die Wahrheit zu sehr in einem ihnen genehmen Licht darstellen bzw. verzerren oder gänzlich einseitig darstellen, vom Markt verschwinden, denn es gibt alternative Anbieter, die keinen oder nur einen geringen Bias haben. Nun gibt es keinen Markt für Nachrichten in Deutschland, schon weil es keinen Wettbewerb zwischen Journalisten gibt, der den Namen verdient, schon weil Angestellte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten unabhängig von der Nachfrage nach ihren Nachrichten sind. Im Extremfall können öffentlich-rechtliche Anbieter auch dann überleben, wenn niemand mehr ihre Texte oder Sendungen konsumiert. Egal, was sie schreiben, ihr Einkommen ist gesichert. Die Motivation, sich an Kriterien guten Journalismus‘ wie wir sie oben genannt haben, zu halten, ist daher gering. Die Versuchung, politisch-korrekte und vor allem unkritische Beiträge zu verbreiten, die letztlich die Sicht derer widerspiegeln, die im Aufsichtsrat der Sender sitzen und von denen Journalisten meinen, sie hätten die Schlüssel zu beruflichem Aufstieg und Nebenverdienst in der Tasche, ist somit groß, denn: Die Loyalität von öffentlich-rechtlichen Journalisten ist nicht bei den Konsumenten ihrer Nachrichten, sondern bei denen, die sie für relevant im Hinblick auf die eigenen Karriere ansehen. Bei ihnen dienen sie sich an. Mit welcher ideologischen Überzeugung sie sich andienen, das dürfte angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Journalisten sich politisch auf der linken Seite des Spektrums einordnet, offensichtlich sein.

Doch warum gibt es nicht zwischen Sendern oder zwischen verschiedenen Medien Unterschiede in der Berichterstattung? Warum sieht man sich als Konsument öffentlich-rechtlicher Medien einer Nachrichten-Einheitsfront gegenüber, die mit der Neugier und dem Engagement, der Suche nach Neuem, die man den Mitgliedern der menschlichen Spezies so gerne attestiert, nicht in Einklang zu bringen ist?

Die Antwort darauf gegen DiMaggio und Powell mit ihrem Konzept der Isomorphie.

Neues zu publizieren, etwas anders zu machen, sich zu exponieren, das alles sind Tätigkeiten, die mit einem Risiko verbunden sind. Wenn sich das Neue bei der eigenen Bezugsgruppe, den Vorgesetzten, den Kollegen nicht bewährt, das Andere abgelehnt wird und man sich dafür exponiert hat, dann kann es passieren, dass die eigene Karriere beendet ist, man anstelle der Produktion von Sendungen Archivarbeit leistet. Ein derartiges Risiko gehen in der Regel nur Menschen ein, die hoch motiviert sind und die davon überzeugt sind, dass ihre abweichenden Ideen zum Erfolg werden. Solche Menschen sind keine durchschnittlichen Standardjournalisten. Sie ragen aus der Menge heraus, machen eine entsprechende Karriere oder werden dann, wenn die Organisation Neues oder Anderes nicht toleriert, aus der Organisation entfernt oder sie wandern ab, z.B. in soziale oder alternative Medien.

Bei öffentlich-rechtlichen Medien scheint Letzteres der Fall zu sein. In jedem Fall kann man feststellen, dass ein akuter Mangel an herausragenden, an guten Journalisten vorhanden ist, dass alles im Durchschnitt versinkt. Das wiederum führt dazu, dass die Atmosphäre in öffentlich-rechtlichen Medienanstalten risikofeindlich ist. Mitarbeiter versuchen, Neues und Anderes zu vermeiden. Sie trampeln ausgetretene Pfade entlang, um auf Nummer sicher zu gehen – oder wie ein Leipziger Handwerker einmal gesagt hat: Mach‘ nichts anders, dann kommst Du auch in nichts hinein.

Dieses Bemühen um die Vermeidung von Unsicherheit trifft sich mit der Tatsache, dass die Mehrzahl der Journalisten einer linken Ideologie anhängt und führt im ersten Schritt dazu, dass in öffentlich-rechtlichen Medien ein linker Bias vorhanden ist. Mitarbeiter von ARD und ZDF bewegen sich in einem links-dominierten Nachrichtenfeld. Ihre Auswahl von Nachrichten und ihre Bewertung von Nachrichten erfolgt in diesem Rahmen. Die Einseitigkeit mancher Berichterstattung und die Auslassung von Informationen ist somit nicht hauptsächlich das Ergebnis des Vorsatzes, die Konsumenten der Nachrichten zu manipulieren, sondern Ergebnis des Versuches, Risiko zu vermeiden. Unter Wölfen ist es besser mit der Meute zu heulen als das Schaf zu geben.

Das Bemühen, mit der Auswahl von Nachrichten bzw. der eigenen Form von Journalismus kein Risiko einzugehen, hat noch drei weitere Effekte, die DiMaggio und Powell als koersive, mimetische und normative Isomorphie bezeichnet haben. Das Risiko, mit einer nicht-konformen Berichterstattung aufzufallen, kann dadurch minimiert werden, dass man kopiert, was andere berichtet haben und von dem bekannt ist, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Karriere des berichtenden Journalisten hatte. Das ist mimetische Isomorphie. Das Risiko nicht-konformer Berichterstattung kann auch dadurch verringert werden, dass man sich dem anpasst, was es als Klima in einer Redaktion gibt. Mehrheitlich ist dies ein linkes Klima. Schließlich kann auch Zwang ausgeübt werden, um eine abweichende Berichterstattung zu verhindern, z.B. von der Gewerkschaft im Sender, die Handreichungen verfasst, auf denen dargelegt wird, wie man bei Kollegen „falsche“ Einstellungen entdecken kann oder ein verdecktes Mitglied der AfD in der Redaktion enttarnen kann.

Alle drei Mechanismen führen zur Isomorphie, also zur Angleichung von Handlungen, Aussagen und letztlich Medienberichten.

Damit wäre der Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien, wie er in Begriffen wie Lückenpresse, Lügenpresse oder Staatsfunk pointiert beschrieben wird, erklärt, ohne auch nur auf eine der Annahmen über geheime Verschwörungen, einen direkten Einfluss von Politikern auf Journalisten oder sonst etwas, das den Strohmann von Pörksen ausgemacht hat, zurückgreifen zu müssen.

Dass öffentlich-rechtliche Medien in dem bedauernswerten Zustand sind, in dem sie nun einmal sind, ergibt sich als logische Folge aus der Tatsache, dass die meisten Journalisten eine linke Überzeugung haben, sich entsprechend ein linkes Klima in Redaktionen ausbreitet, in Redaktionen, die mit durchschnittlichen Journalisten bevölkert sind, die nicht auffallen und nichts politisch Unkorrektes schreiben wollen und deshalb kopieren, was andere schreiben, sich an das Meinungsklima in der Redaktion anpassen und ansonsten versuchen, in nichts hinein zu kommen. Dass am Ende dann Berichte stehen, die ideologisch gefärbt sind, von Auslassungen und einseitigen Bewertungen durchzogen sind, ist Ergebnis der beschriebenen Faktoren und der Tatsache, dass Menschen aus Informationen eher diejenigen auswählen, die zu ihrer eigenen Überzeugung passen. Die Lückenpresse wäre somit das Ergebnis vorhandener Strukturen in öffentlich-rechtlichen Institutionen im Zusammenwirken mit Journalisten, die so durchschnittlich sind, dass sie nicht einmal damit ein Problem haben, dass sie nicht auffallen. Letztlich kann eine selegierte Population wie mehrheitlich linke Journalisten, die im eigenen Saft braten, eben keine Nachrichtenbreite anbieten, die der Diversität der Gesellschaft, die dieselbe in Redaktionen um ein Vielfaches übersteigt, gerecht wird. 

Selbst wenn man keine der von Pörksen genannten Aussagen zum Ausgangspunkt nimmt, keine direkte Einflussnahme der Politik, keine absichtlichen Versuche der Manipulation, kommt man somit zum selben Ergebnis: Deutsche Medien haben einen ideologischen Bias, der in Lücken, Auslassungen und Lügen resultiert, um die eigene Agenda zu befördern. Nun wissen wir natürlich, dass es gezielte Einflussnahmen gibt. Parteivertreter sitzen in Rundfunkräten. Ministerien versuchen, über allerlei Auftrags- und Legitimationsforschung und die nachfolgenden Pressemeldungen, die Berichterstattung zu beeinflussen. Politische Gefallen werden gegen Beiträge in Medien gehandelt. Die personellen Überlappungen zwischen Politik und Medienwirtschaft sind zu groß, als dass man nicht davon ausgehen müsste, dass die gemeinsame Sache gegen die Konsumenten der Nachrichten nicht an der Tagesordnung wäre. Die SPD unterhält einen Medienkonsern. Warum wohl? Zudem haben wir auf ScienceFiles viele Belege für falsche oder einseitige oder ideologisch verdrehte Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien zusammengetragen, so dass man auch annehmen muss, dass einige (?), manche (?), viele (?) Journalisten das Ziel der Manipulation von Nachrichtenkonsumenten verfolgen.

Wie man es dreht und wendet, es kommt ein Bias, eine Lücken-, eine Lügenpresse dabei heraus.


DiMaggio, Paul J. & Powell, Walter W. (1983). The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in
Organizational Fields. American Sociological Review 48(2): 147-160.

Lünenborg, Magreth & Berghofer, Simon (2010). Politikjournalistinnen und -journalisten. Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus. Berlin: Freie Universität Berlin, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Arbeitsstelle Journalistik.

Tversky, Amos & Kahneman, Daniel (1986). Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59(4): S251-S278.

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Mainstream-Journalisten nicht AfD-Anhänger lassen sich am einfachsten irreführen

In den letzten Monaten ist es unter Journalisten immer beliebter geworden, über angebliche Studien zu berichten, bevor diese veröffentlicht werden. Die entsprechenden Studien, die man, weil nicht veröffentlicht, als dubios bezeichnen muss, liegen in der Regel angeblich entweder der Süddeutschen Zeitung oder dem Spiegel vor und finden von dort eine rasante Verbreitung durch die Mainstream-Medien, deren Originalität letztlich nur in den Fehlern besteht, die sie beim voneinander übernehmen oder kopieren oder abschreiben machen.

Die neueste Studie, die dieses Mal dem Spiegel vorliegt und auf deren Rezeption in der WELT wir uns hier beziehen, wurde von der „Berliner Denkfabrik ‚Stiftung neue Verantwortung‘“ durchgeführt, eine Stiftung, die nicht unbedingt bekannt dafür ist, dass ihre Angestellten in empirischer Sozialforschung besonders bewandert wären. Eigentlich ist die Stiftung bislang überhaupt nicht bekannt, uns jedenfalls nicht. Es ist also eine Stiftung, die bekannt werden will. Und was macht sich in Mainstream-Medien besser, um bekannt zu werden, als AfD-Bashing.

Die AfD-Anhänger, wer auch immer das sein mag, denn wir wissen nicht, ob es sich hier um AfD-Wähler, solche, die eine Wahlabsicht für die AfD oder eine Sympathie für die AfD angegeben haben, wir wissen nicht einmal wie viele AfD-Anhänger die Denkfabrikanten aus Berlin überhaupt befragt haben, wir wissen von ihnen nur, dass sie besonders anfällig für Fake-News sein sollen. AfD-Wähler, so der unbekannte Redakteur der WELT, der in der Überschrift zu seinem Beitrag noch von AfD-Anhängern geschrieben hat [er weiß es also auch nicht, auf wen sich die Ergebnisse eigentlich beziehen] seien für Falschnachrichten besonders anfällig. Die implizite Meldung die hier verbreitet werden soll, lautet natürlich: AfD-Wähler haben nur deshalb AfD gewählt, weil sie auf Falschnachrichten der AfD hereingefallen sind.

Alexander Sängerlaub, Leiter des Fake-News-Projekts, ordnet die Ergebnisse seines Fake-News-Projekts so ein: „Geglaubt wird, was ins Weltbild passt“.

Gibt es in der Sozialforschung einen älteren Hut als diesen?
Leon Festinger hat bereits 1957 seine Theorie der kognitiven Dissonanz veröffentlicht. Informationen, die nicht ins Weltbild passen, so Festinger, würden eben passend gemacht. Informationen, die ins Weltbild passen, schnell und problemlos inkorporiert.

Amos Tversky und Daniel Kahneman haben 1986 mit dem Konzept des Framing die Manipulationsvariante ergänzt und gezeigt, dass man mit der Formulierung von Fragen oder Aussagen Antworten beeinflussen kann.

Und damit sind wir wieder zurück bei der „Studie“ aus der „Denkfabrik in Berlin“, die angeblich zeigt, dass AfD-Wähler/Anhänger/Sympathisanten besonders anfällig sind für Falschnachrichten. Wir müssen die Studie, die angeblich dem Spiegel vorliegt, auf Basis der öffentlichen Informationen beurteilen, aber das reicht bereits, um feststellen zu können, dass auch die Denkfabrizierer aus Berlin nur gefunden haben, was ihnen ins Weltbild gepasst hat.

Folgende Aussagen wurden Befragten vorgelegt:

  • Der CDU-Wahlspruch ‚Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben‘, stammt von einem SED-Plakat.
  • Im baden-württembergischen Schorndorf randalierten 1000 Migranten auf einem Volksfest.
  • Flüchtlinge bekommen in Deutschland kostenlos einen Führerschein vom Staat finanziert.
  • 59 Prozent der Flüchtlinge haben keinen Schulabschluss.
  • Flüchtlinge aus Baden-Württemberg machten mehrmals Urlaub in ihren Heimatländern.
  • Martin Schulz (SPD) fordert die Einführung eines sogenannten ‚Arbeitslosengeld Q‘.
  • Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat alle Deutschen als Nazis bezeichnet.

Fällt ihnen bei diesen Aussagen etwas auf?
Ein Bias vielleicht?
Eine Richtung?
Eine Zielgruppe?

Bis auf drei Aussagen haben alle Aussagen Flüchtlinge zum Gegenstand und somit ein Thema, von dem man angenommen wird, dass es bei AfD-Wählern die Wahrscheinlichkeit, bei Nichtwissen zum negativen Extrem zu tendieren, erhöht, bei Wählern von Grünen, SPD, CDU usw. den gegenteiligen Effekt haben kann. Man kann also erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass AfD-Wähler/Sympathisanten/Anhänger die Aussage, dass Flüchtlinge aus Baden-Württemberg gleich mehrmals in ihrer Heimat Urlaub machen, in Schorndorf randaliert haben, zu 59% keinen Schulabschluss haben und den Führerschein umsonst machen dürfen, für wahr halten, höher ist als die entsprechende Wahrscheinlichkeit für CDU, Grüne, SPD und LINKE-Wähler.

Den Denkfabrikanten aus Berlin ist es ganz offensichtlich darum gegangen, AfD-Anhänger und –Wähler als anfälliger für Fake-News darzustellen. Wäre es ihnen nicht darum gegangen, sie hätten nicht alle Aussagen, die sich auf Flüchtlinge beziehen, in die selbe Richtung kodiert und z.B. als Aussage angeboten: Die meisten Flüchtlinge haben zwar einen Schulabschluss, aber keine Berufsausbildung. Oder: Die Flüchtlinge, die in Deutschland einen Führerschein machen, müssen diesen Führerschein aus ihren Hartz-IV-Bezügen finanzieren.

Noch deutlicher wird die Absicht der Denk- und wohl auch Ergebnisfabrikanten, die AfD-Wähler als besonders anfällig für Falschnachrichten hinzustellen, am Fehlen all der Themen, die für nicht-AfD-Wähler oder Sympathisanten oder Anhänger sensibel sind und deren Zustimmungswahrscheinlichkeit erhöhen. Welches Ergebnis bekäme man wohl, wenn man die folgenden Aussagen auf Richtigkeit beurteilen ließe von Anhänger/Wählern/Sympathisanten der CDU, FDP, SPD, von Grünen oder LINKE?

  • Glypohosat führt zu Bienensterben.
  • Kernenergie ist die gefährlichste Form der Energiegewinnung.
  • Kurdische Perschmerga haben irakische Regierungstruppen mit deutschen Raketen beschossen?
  • Arbeitgeber haben ein Kartell gebildet, um die Löhne in Deutschland niedrig zu halten.
  • Unternehmen versuchen über die Finanzierung von Unterrichtsmaterialien, Schüler in ihrem Sinne zu beeinflussen.
  • Der Sozialismus hat mehr Menschen umgebracht als der Kapitalismus.
  • Kommunisten haben mehr Menschen ermordet als Nationalsozialisten.
  • Am Sklavenhandel haben auch viele Schwarze verdient.
  • Die Ausschreitungen in Hamburg anlässlich des G20 wurden von Polizeibeamten in Zivil provoziert.
  • Donald Trump ist Mitglied des Ku-Klux-Klan.
  • Männerbünde sorgen dafür, dass Frauen weniger verdienen und seltener in Führungspositionen gelangen.
  • Frauen verdienen 22% weniger als Männer.

Welche Ergebnisse könnte man wohl vorweisen, wenn man Anhängern von CDU, FDP; SPD, Grünen und LINKE diese Aussagen vorgelegt hätte? Und wären AfD-Anhänger oder Wähler oder Sympathisanten dann immer noch diejenigen, die für FakeNews am anfälligsten sind. Wir halten die Wette, dass dies nicht der Fall wäre.

Die kurze Darstellung zeigt, dass die Berliner Denkfabrik entweder eine Fabrik ist, die manipulierte Umfrageergebnisse produziert oder eine, in der der Methoden der empirischen Sozialforschung kenntnislos gegenüberstehende Ideologen genau das in ihren Umfragen finden, was sie zu finden hoffen. Was auch immer zutrifft, Manipulation aus Unkenntnis oder Manipulation aus ideologischer Boshaftigkeit, es bleibt Manipulation. Jeder Journalist, der noch zum selbständigen Denken in der Lage ist, hätte das eigentlich mit einem einfachen Blick auf das, was gefragt wurde, sehen können. Aber für Journalisten gilt eben auch, dass sie genau das sehen, was ihnen ideologisch in den Kram passt.

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Der Betrug mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen

Man muss fraglos anerkennen, dass die Erzählung, nach der Sozialversicherungsbeiträge zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden, eine der erfolgreichsten Manipulationen der Öffentlichkeit darstellt, die es derzeit gibt.

Gewerkschaften und nicht nur linke Politiker lieben es, sich als diejenigen auszugeben, die für Arbeitnehmer in den Ring steigen und die unwilligen Arbeitgeber darin so lange verprügeln, bis letztere bereit sind, die Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung, zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung usw. in gleicher Höhe wie die Arbeitnehmer zu entrichten.

Es ist eine schöne Erzählung.

Politiker und Gewerkschaftler lieben sie.

Aber die Geschichte ist von vorne bis hinten gelogen.

Sie ist Betrug.

Denn die Arbeitgeber zahlen nicht die Abgaben für die Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer zahlen ihren und den Anteil der Arbeitgeber.

Für Arbeitgeber sind die Kosten, die die Anstellung eines Arbeitnehmers bereitet, eine einzige Zahl, sagen wir, die Lohnkosten (ohne indirekte Lohnkosten für Material etc.) betragen für einen Arbeitnehmer 5000 Euro im Monat.

Einem Arbeitnehmer stünden somit 5000 Euro Lohn zu, ginge es nach dem Arbeitgeber. Aus diesen 5000 Euro könnte der Arbeitnehmer dann seine Sozialabgaben und Steuern bezahlen. Ginge es nach dem Arbeitgeber.

Aber es geht nicht nach dem Arbeitgeber.

Die Politiker, die sich für Parlamentarier halten, bestimmen in ihrer Mehrheit die Spielregeln. Sie beschließen z.B., dass Arbeitnehmer 18,7% zur Sozialversicherung und 3% zur Arbeitslosenversicherung beitragen sollen. Von den Lohnkosten des Arbeitgebers gehen somit 21,7% direkt in die Taschen des Staates. Anstelle von 5000 Euro erhielte der Arbeitnehmer nur 3.915 Euro, 1085 Euro gehen an den Staat.

Damit der Staat in seiner Raffgier nicht allzu offensichtlich seinen Niederschlag auf dem Lohnzettel des Arbeitnehmers findet, wurde die Erzählung von den Arbeitgeberbeiträgen zu den Sozialversicherungen erfunden. Die Kosten für die Beiträge, so die Erzählung, die tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam.

Die Lohnkosten für den Arbeitgeber sind immer noch 5000 Euro. Doch nun wird der Arbeitgeber genötigt, die Lohnkosten unterschiedlich zu bezeichnen. Aus den 5000 Euro, die ihn ein Arbeitnehmer kostet, werden so Lohnkosten und der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben. Und doch sind die Kosten nichts anderes alsd ie 5000 Euro, die ein Arbeitgeber von Anfang an als den Betrag festgesetzt hat, der dem Wert der Arbeit des Arbeitnehmers entspricht.

Von diesen 5000 Euro gehen nunmehr sofort die 10,85% Arbeitgeberanteil an Arbeitslosen- und Rentenversicherung ab (542,50 Euro), so dass 4.457,50 Euro an Lohn für den Arbeitnehmer übrig blieben. Von diesen 4.457,50 Euro geht nun sein Anteil an Arbeitslosen- und Rentenversicherung ab, also weitere 542,50 Euro. Es bleiben abermals 3.915 Euro. Es werden also keine Kosten geteilt, sondern Kosten, die dem Arbeitnehmer entstehen, umbenannt, so dass es den Anschein hat, Arbeitnehmer wären nicht diejenigen, die die Kosten zu tragen und unter staatlichen Abgaben zu leiden haben, wären nicht diejenigen, deren Lohn die Arbeitgeberanteile in voller Höhe zu gute kämen, würden sie nicht in die Taschen des Staates umgeleitet.

Wie man es dreht und wendet, die Raffgier des Staates wird voll von Arbeitnehmern getragen und nicht nur zur Hälfte. Die Erfindung der Arbeitgeberbeiträge ist eine gelungen Manipulation der Öffentlichkeit, die es Gewerkschaftlern und (nicht nur) linken Politikern erlaubt, sich als diejenigen zu profilieren, die für die Rechte von Arbeitnehmern kämpfen, während sie dieselben Arbeitnehmer durch Steuern und Abgaben bestehlen.

Niemand hat diese Illusion, es gäbe einen „Free Lunch“ besser zerlegt als Milton Friedman. Die kürzeste Darstellung des beschriebenen Mythos und anderer Mythen, die von der politischen Linken gepflegt werden, um Arbeitnehmer an der Nase herum zu führen, finden sich in dem folgenden Ausschnitt aus einem Vortrag, den Friedman gehalten hat.

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Wenn Bildung zur Freiheitsberaubung wird: Eugenik des Nachhaltigen Menschen

BNE ist gut.
BNE ist wichtig.
BNE muss man kennen.
BNE wird schon in der frühkindlichen Bildung verankert.
BNE ist die neustes Form der frühkindlichen Freiheitsberaubung.
BNE steht natürlich für Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Die Bundesregierung hat gerade ihre Stellungnahme zum nationalen Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung vorgelegt. Der Aktionsplan ist im Wesentlichen eine Aufstellung darüber, wie Mensch zu leben hat. Er ist voller Ziele (130 davon), Maßnahmen (349 davon) , Absichtsbekundungen (Unmengen), die es erfordern, „ein Strategiepapier zu entwickeln“, „Fachveranstaltungen durchzuführen“, „Arbeitsgruppen einzusetzen“ und noch viel mehr zu veranstalten, was dem akademischen Präkariat, dessen Studium auf dem Freien Markt nicht nachgefragt wird, Lohn und Brot verschafft.

Im Gegenzug arbeitet das akademische Prekariat am neuen Menschen, wie er den Regierenden und der UN vorschweb. Der Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung geht zu diesem Zweck alle Stationen durch, zu denen der Staat Zugriff auf die Bildungsanstrengungen von Individuen hat. Er reicht von der frühkindlichen Bildung über die schulische Bildung, die berufliche Bildung, bis zu Hochschulen, erfasst auch das non-formale „informelle Lernen“ und Kommunen. Das Prokrustesbett für den modernen Menschen, die Art und Weise, wie er zu leben hat, es nimmt Gestalt an, nachhaltige Gestalt.

Z.B. in der frühkindlichen Entwicklung:

„Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Kindertageseinrichtungen umzusetzen bedeutet, Kindern im Alter von null [!sic] bis sechs Jahren die Möglichkeit zu bieten, sich spielerisch mit zukunftsrelevanten Themen und Fragestellungen zu beschäftigen, ihnen den Raum zu geben, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihr unmittelbares Lebensumfeld im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten. Die konkreten Alltagserfahrungen, Bedürfnisse und Interessen der Kinder stellen hierbei primäre Bezugs- und Ansatzpunkte für die Bearbeitung und das Aufgreifen der vielfältigen Themen einer nachhaltigen Entwicklung dar (wie zum Beispiel Wasser, Ernährung, Energie, Gerechtigkeit). Abwechslungsreiche Lernzugänge und offene Lernarrangements wie Morgenkreise, Projektarbeit, Experimentieren, Philosophieren [mit Kindern von 0 bis 6 Jahren], Freispiel und viele andere Angebote prägen den Alltag in den Einrichtungen und bieten Gelegenheiten, nachhaltige Entwicklung erlebbar zu machen“ (11).

Haben Sie schon bemerkt, dass immer dann, wenn es darum geht, Kindern jede Möglichkeit, etwas Eigenes zu entdecken und etwas zu machen, an das kein Erwachsener bis dahin gedacht hat, zu nehmen, davon die Rede ist, dass man den Kindern „Möglichkeiten bieten wolle“. Diese Form des Angebots von Möglichkeiten erinnert doch stark an die Möglichkeit von Strafgefangenen zwischen 11 und 12 Uhr auf dem Hof der Haftanstalt zu tun und zu lassen, was innerhalb von Mauern und Stacheldraht möglich ist. Deutsche Schulen und nicht nur deutsche Schulen, denn treibende Kraft hinter der beabsichtigten perfiden Form von Freiheitsberaubung, die Kindern und Jugendlichen jede Möglichkeit nehmen will, sich autonom und ohne Richtungsvorgabe zu entwickeln, ist die UN, federführend die UNESCO, ähneln immer mehr Haftanstalten. Vielleicht treten die USA ja auch aus der UN aus?

Weil es nicht reicht, Kinder von 0 bis 6 Jahren damit zu penetrieren, dass für die Herstellung eines t-Shirts viel Wasser benötigt wird, wird die kontinuierliche Indoktrination, die Dauerberieselung mit dem, was Gutmenschen für gut halten, auch in der Schule vorgesetzt:

„Wenn es darum geht, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfolgreich im Bildungswesen zu verankern, kommt der schulischen Bildung durch ihren prägenden Einfluss auf individuelle Bildungsbiografien eine besondere Bedeutung zu. BNE stellt dabei die handelnden Akteure im schulischen Bereich vor die Herausforderung, das orientierende Bildungskonzept BNE auf den unterschiedlichen Handlungsebenen (z.B. Bildungsverwaltung, Hochschule/Seminare, Schule) sinnvoll und vor allem wirksam zu verankern. Dabei gilt es, die wesentlichen Handlungsbereiche für diese Integration stärker in den Blick zu nehmen. Aus Sicht des Fachforums Schule wurden für den Bereich der schulischen Bildung zentrale Handlungsfelder, prioritäre Ziele und geeignete Maßnahmen formuliert, die eine zielgerichtete Implementierung von BNE im schulischen Bereich ermöglichen können. Hierbei geht es insbesondere darum, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als selbstverständliche Aufgabe der Bildungsverwaltung und des Bildungswesens zu verstehen, BNE in der Lehr- und (pädagogischen) Fachkräftebildung zu integrieren und strukturell in den Lehr- und Bildungsplänen sowie am Lernort und im Sozialraum Schule zu verankern und dabei die Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Zivilgesellschaft als (Mit-)Gestaltungsinstrument sinnvoll zu berücksichtigen. Die hier formulierten Ziele gelten in gleichem Maße für allgemein- und berufsbildende Schulen” (23).

Kein Schüler, kein Lehrer, keine Schule, kein Lehrplan, nichts, was mit Bildung auch nur entfernt in Zusammenhang steht, wird von BNE verschont. Es gibt eine einzige, richtige Art zu leben und jeder Schüler hat die Freiheit, diese richtige Art zu leben. Wer sich dem BNE-Heil in der Schule verweigert, der wird an der Hochschule, in der beruflichen Bildung, in der Weiterbildung, in der Kommune weiter verfolgt, mit BNE und der richtigen Art selig zu werden.

Einst lebte man in Monarchien, die aus heutiger Sicht als rückwärtsgewandt bezeichnet werden, und durfte nach seiner Fasson selig werden. Heute lebt man angeblich in einer Demokratie und hat genau eine Wahl, mit BNE selig zu werden. Die Freiheitsberaubung durch Gutmenschen geht weiter und sie setzt wie gewöhnlich bei denen an, die sich am wenigsten wehren können, bei „0 bis 6 jährigen Kindern“, bei Schülern und Jugendlichen. Die können zwar in immer größerer Zahl weder lesen noch schreiben noch rechnen, aber das brauchen sie auch nicht. Zu viel Wissen ist hinderlich, wenn die Vorgabe für das richtige Leben darin besteht, mit BNE selig zu werden.

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