Diffamierungsspirale II: Wie Linke FakeNews produzieren und zum Diffamieren benutzen

Vor einiger Zeit haben wir die „Theorie der Diffamierungs-Spirale“ aufgestellt, die sich wie folgt zusammenfassen lässt.

  • black hole spiralEine falsche Behauptung wird in die Welt gesetzt.
  • Die falsche Behauptung wird von Mainstream-Medien aufgenommen und verbreitet. Die Mainstream-Medien haben sich mit viel Begeisterung auf die falsche Behauptung gestürzt, Stängele wollte mit seiner Petition Homosexualität aus dem Lehrplan von Schulen verbannen.
  • Die falsche Behauptung zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus einer Bewertung besteht und sich gegen eine Person oder Personen richtet, die z.B. gegen den politischen Mainstream Stellung bezogen hat oder haben. Unser Beispiel, an dem entlang wir die Theorie der Diffamierungsspirale entwickelt haben, war die Petition von Gabriel Stängle, die sich gegen den Bildungsplan 2015 der Baden-Württembergischen Landesregierung gerichtet hat. Die falsche Behauptung, die anschließend durch die Medien ging, lautete: Die Petition fordere, Homosexualität solle aus dem Lehrplan gestrichen werden – eine nachweislich falsche Behauptung, die von der damaligen Landesregierung in Baden-Württemberg in die Welt gesetzt wurde.
  • Auf Basis der falschen Behauptung, die von Mainstream-Medien verbreitet wird, formiert sich Widerstand. Der Widerstand richtet sich gegen die Chimäre, die Mainstream-Medien verbreiten. Die nächste Schleife der Diffamierungs-Spirale ist erreicht. Aktivisten und sonstige Berufsaufgeregte machen gegen die falsche Behauptung mobil und drehen die Spirale durch Begriffe wie Homophobie und Homosexuellen-Hass eine Umdrehung weiter.
  • In der nächsten Schleife der Diffamierungs-Spirale können Mainstream-Medien nun wahre Berichte über z.B. eine Gegenpetition, die verlangt, dass Homosexualität im Lehrplan enthalten bleibt und die sich gegen die ursprüngliche Petition von Stängle richtet, verbreiten und damit die falsche Behauptung, die Grundlage aller nachfolgenden Aktivitäten ist, zementieren.

Mit jeder Schleife der Diffamierungs-Spirale wird eine weitere Aufregungsstufe genommen. Zwischen dem, was in der ursprünglichen Petition von Stängle steht und dem, was in Massenmedien, Gegenpetitionen, aktuellen Stunden und zu anderen Anlässen über diese Petition verbreitet wird, gibt es nicht einmal mehr eine Schnittmenge. Die Fronten zwischen denen, die mit der Petition ein ihnen wichtiges Anliegen kundgetan haben und denen, die auf Grundlage einer falschen Behauptung ein Feindbild errichtet haben und es nun geradezu liebevoll ausschmücken, sind verhärtet, es gibt keine Möglichkeit der Verständigung.

Das ist der Zweck von Diffamierungs-Spiralen: Verständigung zwischen Bürgern, die von sich denken, sie seien unterschiedlicher Ansicht, zu verunmöglichen. So, wie wir die Systematik der Diffamierungs-Spirale hier beschrieben haben, könnte man denken, die Technik stamme direkt aus dem Werkzeugkasten sozialistischer Diffamierungs-Spezialisten, wie sie in der Stasi (Stichwort: Zersetzung) am Werk gewesen sind (Wohin sind die entsprechenden Stasi-Experten eigentlich alle verschwunden?).

Und tatsächlich zeigt das, was Prof. Dr. Werner Patzelt wiederfahren ist, dass Linke sich sehr gerne der Technik der Diffamierungs-Spirale bedienen. Patzelt hat auf seinem eigenen Blog gerade seine Erfahrungen damit zusammengefasst, dass er die Pegida-Bewegung wissenschaftlich aufgearbeitet hat. Weil Patzelt an Erkenntnis und nicht an Ideologie interessiert ist, fehlen bei ihm die für Linke und Meinungsterroristen so wichtigen Stichworte, wie „Nazis“, „Rechtsextreme“, „Pack“. Patzelt untersucht, was Pegida ist, wie Pegida entstehen konnte und welchem Zweck, Pegida dient. Er tut dies, wie es Wissenschaftler tun, beschreibend und erklärend, nicht bewertend.

Das war zu viel für einige Mitarbeiter und Studierende der Technischen Universität Dresden, von denen man sich fragen muss, was sie an einer Universität wollen. Wissenschaft wollen sie offensichtlich nicht betreiben. Ihr Bestreben war vielmehr darauf gerichtet, eine Diffamierungs-Spirale gegen Werner Patzelt zu starten:

  • Jamula IndoktrinationDie Diffamierungs-Spirale beginnt damit, dass die Mitarbeiter und Studenten der TU-Dresden, sich „tatsachenverdrehend-denunziatorisch“, wie Werner Patzelt schreibt, über Patzelt äußern. Dass man ihn vom Beobachter und Analytiker der Pegida zum Unterstützer und Anhänger der Pegida gemacht hat, erklärt sich Patzelt mit einerseits Ahnungslosigkeit, andererseits Böswilligkeit auf Seiten der entsprechenden Mitarbeiter und Studenten.
  • Die falsche Behauptung, Patzelt sei Unterstützer und Anhänger der Pegida wirkt auf mache Journalisten, wie Licht auf Mücken. Sie schwärmen, denn das journalistische Geschäft läuft besser mit denunziatorischen als mit deskriptiven Inhalten, wie sie glauben. Also verbreiten einige Zeitungen die böswillig falsche Behauptung der Mitarbeiter und Studenten aus Dresden.
  • Auf Grundlage dieser falschen Medienberichte inszenieren Studenten außerhalb von Dresden Widerstand gegen Werner Patzelt, wenn Patzelt z.B. an der HTWK in Leipzig einen Vortrag halten soll oder an die Universität Mainz eingeladen ist, um dort einen Vortrag zu halten.
  • Dieser Widerstand der Studenten, die böswilligen Falschaussagen nur zu willig auf den Leim gehen, vermutlich weil nicht wenige von ihnen die Böswilligkeit teilen, die die Triebkraft hinter den falschen Behauptungen ist, die Mitarbeiter und Studenten der TU-Dresden aufgestellt haben, wird wiederum Gegenstand von Berichten in den Mainstream-Medien. Das falsche Bild vom Pegida-Unterstützer Patzelt hat sich mittlerweile gesetzt und dazu geführt, dass im Hinblick auf Werner Patzelt zwei Lager von Feinden und Freunden entstanden sind, zwischen denen keine Verständigung mehr möglich ist.

Hier endet zunächst die Diffamierungs-Spirale, und für Wissenschaftler stellt sich hier die Frage, wie es dazu kommen kann, dass falsche Behauptungen aufgestellt werden, von Medien verbreitet werden und dazu genutzt werden, Personen des öffentlichen Lebens zu diffamieren. Das Stasi-Konzept der Zersetzung stellt eine Möglichkeit der Erklärung dar. Die Böswilligkeit, mit der falsche Behauptungen wissentlich in die Welt gesetzt werden, kann so erklärt werden, denn Ziel des Konzeptes der Zersetzung ist die „systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben“. So steht es nachzulesen in Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge (OV) des Ministeriums für Staatssicherheit.

Diese Erklärung geht von zielgerichtetem Verhalten, von absichtlicher Verleumdung und Diskreditierung derjenigen Menschen aus, die es wagen, von der Ideologie abzuweichen, die die Diffamierer als Wahrheit durchsetzen wollen. Dass diese Erklärung zutrifft, dafür spricht, dass Werner Patzelt sich von Anfang an sehr ausführlich mit den falschen Behauptungen, die über ihn in die Welt gesetzt wurden, auseinandergesetzt und jede falsche Behauptung widerlegt hat. Zudem hat er die falschen Behaupter regelmäßig zu Stellungnahmen aufgefordert und hat ebenso regelmäßig Schweigen geerntet.

Ein anständiger Mensch, der einsehen muss, dass er eine falsche Behauptung über z.B. Werner Patzelt in die Welt gesetzt hat, einfach deshalb, weil ihm klipp und klar nachgewiesen wird, dass seine Behauptung falsch ist, ein anständiger Mensch entschuldigt sich und stellte seine falsche Behauptung richtig. Schon das Schweigen derjenigen, die die falschen Behauptungen in die Welt gesetzt haben, zeigt: Bei ihnen handelt es sich nicht um anständige Menschen. Das spricht dafür, dass sie Patzelt böswillig und absichtlich diffamieren und verleumden wollten.

Nun gibt es noch eine zweite Erklärung, eine, auf die wir regelmäßig zurückkommen und die Patzelt mit dem Begriff „Ahnungslosigkeit“ beschreibt: Dummheit, die einem Realitätsverlust geschuldet ist.

Wir haben den Umstand, dass Dumme am öffentlichen Diskurs in Deutschland teilnehmen können, darauf zurückgeführt, dass es eine Reihe geschlossener Systeme gibt, wie Luhmann das genannt hat. Geschlossene Systeme (oder Echo-Chambers), Mainstream-Medien, politische Netzwerke, linke Studenten und Mitarbeiter an der TU-Dresden, sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Mitglieder des Systems nur die Inhalte als korrekte Inhalte ansehen, die sie sich gegenseitig wieder und wieder als korrekte Inhalte bestätigt haben. Die gegenseitige Bestätigung und Beglaubigung der Richtigkeit der eigenen Position erfolgt dabei nicht über kognitive Mechanismen, die eine Prüfung dessen, was man glaubt, an dem was ist, zum Gegenstand hat. Die Mitglieder der geschlossenen Systeme tauschen vielmehr Affekte miteinander. Sie bestätigen sich gegenseitig, gute Menschen und würdige Angehörige der eigenen Gruppe zu sein, indem sie einen gemeinsamen Feind bekämpfen. Sie zetern über Rechte, wüten gegen Nazis, schimpfen über Anti-Feministen und stilisieren jeden zum Feind, der nicht ist, wie sie selbst. Die Mitglieder derartiger selbstreferentieller Gruppen müssen über kurz oder lang verdummen, weil sie zum einen nicht lernen können, denn lernen kann man nur aus Fehlern und im Austausch mit der Realität und beides kommt in der Welt der Abgeschlossenen nicht vor. Zum anderen verdummen die Mitglieder derartiger Gruppen, weil man durch den ausschließlichen Austausch von Affekten notwendig verdummen muss. Wer das nicht glaubt, der soll einmal den Test machen, wie lange er es durchhält, seinen Selbstwert und seine Identität einzig daraus zu beziehen, dass er über eine Gruppe (imaginierter) Feinde und von morgens bis abends herzieht. Weil die Mitglieder selbstreferentieller Gruppen als Folge ihrer Weigerung, sich mit Fakten in der wirklichen Welt auseinanderzusetzen, verdummen, deshalb sind sie nicht fähig einzusehen, wenn sie sich im Irrtum befinden, und sie sind nicht dazu in der Lage, Argumente entweder zu formulieren oder zur Kenntnis zu nehmen. Folglich müssen sie jeden Kontakt mit Widerspruch und Kritik vermeiden, was uns zurückführt zu der Kommunikationsverweigerung, die Patzelt regelmäßig begegnet ist, wenn er versucht hat, mit denen, die falsche Behauptungen über ihn in die Welt setzen, Kontakt aufzunehmen.

Welche der beiden Erklärungen richtig ist, ob sich beide Ergänzungen ergänzen, das sind empirische Fragen, die man im Rahmen eines entsprechenden Forschungsprojektes beantworten müsste.

fakenewsEs ist problemlos möglich, FakeNews als Begriff in die Diffamierungs-Spirale einzubauen, denn FakeNews, die nachweislich falschen Behauptungen über Stängeles Petition oder Patzelts Präferenzen, die es in die Mainstream-Medien geschafft haben, sind der Ausgangspunkt der Diffamierungs-Spirale, was zeigt, FakeNews sind nicht neu und wurden auch nicht von der Stasi erfunden, nur sehr wirkungsvoll eingesetzt. Das legt den Schluss nahe, dass FakeNews kein Problem sind, das sich ausschließlich auf der rechten Seite des ideologischen Spektrums findet, sondern ein Problem, das sich in gleichem Ausmaß, wie Patzelt meint auf der linken Seite des politischen Spektrums findet. Wir sind hier anderer Meinung, wir denken, dass FakeNews ihren Ausgangspunkt auf der linken Seite des politischen Spektrums haben, schon weil Linke affiner für böswillige Unterstellungen sind, wenn es darum geht, den politischen Gegner zu diskreditieren. Dennoch wollen wir Werner Patzelt das Schlusswort überlassen:

“(1) Fake News lassen sich wirkungsvoll als Kampfmittel einsetzen – was ja lange schon bekannt ist.

(2) Die einschlägigen Fake News über mich gingen von Mitarbeitern und Studierenden am Dresdner Institut für Politikwissenschaft aus. Dass diese Fake News weiterhin – und zwar ganz kontrafaktisch – wie korrekte Aussagen behandelt und kolportiert werden, geniert diese Leute nicht. Ich behandle das als ein verachtenswertes Verhalten.

(3) Es wurde in diesem Fallbeispiel nachgewiesen, dass mit Fake News zu arbeiten bzw. naiv mit ihnen umzugehen keine Eselei nur von Rechten ist. Vielmehr waren auch Linke – sowie Wissenschaftler – schon lange vor ihren heute bekundeten Sorgen über die Folgen von Fake News ihrerseits im „postfaktischen Zeitalter“ angekommen. Meine Meinung: Es wäre gut, wenn die Blüte des Post- oder Alternativfaktischen allmählich zu Ende ginge – und zwar ebenso wie inzwischen jene Zeit des „radikalen Konstruktivismus“ zu Ende gegangen ist, zu dessen absehbar missratenem Nachfolger die heutige „Post- und Alternativfaktik“ geworden ist.

Lückenpresse: Öffentlich-rechtliche Medien im Manipulationsmodus

Dass wir ausgerechnet den Spiegel einmal loben werden, das war wirklich nicht vorherzusehen. Aber: Der Spiegel ist bislang das einzige deutsche Medium, das zumindest auf eine zweite Petition hinweist, die sich im Vereinigten Königreich mit Donald Trumps Staatsbesuch befasst.

Ausführlich haben alle deutschen Medien und vor allem die öffentlich rechtlichen Medien über eine  Online-Petition berichtet,in der gefordert wird Donald Trump von einem Staatsbesuch im Vereinigten Königreich abzuhalten. Die Petition, die seit mehr als einem Monat online ist, wurde zwischenzeitlich von rund 1.8 Millionen Briten unterzeichnet:

Beispiele:

NYT Donald TrumpOriginaltext der Petition

Donald Trump should be allowed to enter the UK in his capacity as head of the US Government, but he should not be invited to make an official State Visit because it would cause embarrassment to Her Majesty the Queen.

Donald Trump’s well documented misogyny and vulgarity disqualifies him from being received by Her Majesty the Queen or the Prince of Wales. Therefore during the term of his presidency Donald Trump should not be invited to the United Kingdom for an official State Visit.

Ob Her Majesty amused ist, dass es Graham Guest als Initiator der Petition übernommen hat, für die Queen zu entscheiden, was für sie beschämend wäre? Ob die Queen auch der Meinung ist, mit Donald Trump konfrontiert zu sein, sei peinlich und ob sie oder Prince Charles den feministischen Grundton der Petition teilen, ist eine Frage, der man sich nicht stellen muss. Es reicht festzustellen, dass Linke generell nicht in der Lage zu sein scheinen, andere als Personen in eigenem Recht, denen man nicht die politisch korrekte Ansicht oktroyieren kann, zu respektieren – nicht einmal ihre Queen.

Ein gerne gewähltes Mittel der Manipulation ist die Auslassung. In Umfragen kann man die gewünschten Antworten erhalten, in dem man Antwortalternativen, die einem nicht in den Kram passen, bei sensiblen Fragen einfach nicht vorgibt. Im Rundfunk und Fernsehen kann man ähnlich manipulieren, in dem man Teile von Meldungen oder Informationen, die Berichte, die man gerne verbreiten will, relativieren würden, weglässt. Wie die entsprechende Manipulation funktioniert, kann man derzeit nicht nur in öffentlich-rechtlichen Anstalten nahezu jeden Tag im Rahmen der dort herrschenden Trump-Mania beobachten.

Eine Executive Order, die Bürgern aus genau sieben Ländern die Einreise in die USA verbietet, wird als genereller Einreisebann für Muslime und somit falsch dargestellt, dass die große Mehrheit der Muslime nicht vom Bann betroffen ist, wird unterschlagen.

Die Executive Order wird in seinen Auswirkungen auf Inhaber eines Doppelpasses in Deutschland in einer Vielzahl von Herz-Schmerz-Geschichten, denen man entnehmen kann, dass die Welt, durch den Bann, ein Ende genommen hat, dargestellt und ein paar Tage später wird nachgeschoben, was bereits im Text der Ausführungsanordnung enthalten war: Inhaber eines Doppelpasses, die z.B. eine deutsche und eine syrische Staatsbürgerschaft inne haben, können ganz normal ein Visum in die USA beantragen. Dabei wird so getan, als sei dies ein Ergebnis der Reaktionen auf die Executive Order und nicht bereits Bestandteil der Ausführungsanordnung.

Schließlich wird die Executive Order als Untergang der freien liberalen Welt verkauft, obwohl Bürger aus denselben sieben Länder zum Amtsantritt von Barack Obama ebenfalls von einem Einreisebann in die USA betroffen waren. Dem Nobelpreis an die damalige Lichtgestallt Obama hat dies keinen Abbruch getan, ja es wurde nicht einmal darüber berichtet.

Die falschen Darstellungen, Auslassungen und Versuche, die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen, sind dann, wenn es um Donald Trump geht, Legion. Anstand und Moral bleiben entsprechend auf der Strecke.

Und weil beides auf der Strecke bleibt und der Versuch, zumindest den Anschein einer ausgewogenen Berichterstattung zu erwecken, längst aufgegeben wurde, deshalb werden Leser, Hörer und Seher öffentlich-rechtlicher Medien nichts davon erfahren, dass die Petition gegen den Staatsbesuch von Donald Trump nicht die einzige Petition ist, die sich im Vereinigten Königreich mit Donald Trump befasst.

Denn es gibt seit dem 30. Januar eine zweite Petition, initiiert von Alan Augustus Brown, die es in den rund 48 Stunden ihres Online-Lebens bereits auf 233.000 Unterschriften gebracht hat. Gegenstand dieser Petition sind ur-britische Werte von (Meinungs-)Freiheit, Toleranz und Akzeptanz:

Donald Trump should be invited to make an official State Visit because he is the leader of a free world and U.K. is a country that supports free speech and does not believe that people that appose our point of view should be gagged. [Donald Trump soll zu einem offiziellen Staatsbesuch in das Vereinigte Königreich eingeladen werden. Donald Trump ist der Führer einer freien Welt und das Vereinigte Königreich ist ein Land, in dem die Meinungsfreiheit gilt und in dem Menschen, die eine andere Meinung haben als wir, nicht mundtot gemacht werden.]

uk-trump-petition

Mainzer Studie: Vertrauen, von Medien belogen zu werden, steigt

Ein Beitrag zum Thema „Fake-Wissenschaft“

„Vertrauen in Medien steigt“ – das meldet die ZEIT„Studie: Vertrauen in die Medien steigt massiv an – das Misstrauen aber ebenso“ – so titelt MeediaUnd im Tagesspiegel dilettiert Joachim Huber unter der Schlagzeile „Vertrauen in die Medien deutlich gestiegen – und gefallen“.

contradictionAlle drei Schlagzeilen beziehen sich auf eine „Studie der Uni Mainz“, die „Kommunikationsforscher der Universität Mainz“ (ZEIT), der Kommunikationsforscher Tanjev Schultz und sein Kollege Oliver Quiring (Tagesspiel und Meedia) durchgeführt haben. Nein, nicht die beiden Kommunikationsforscher, von denen einer (Tanjev Schultz) unlängst von der Redaktion der Süddeutschen Zeitung auf einen Lehrstuhl für Journalistik an der Universität Mainz gewechselt ist und einer (Oliver Quiring) Leiter des Forschungsbereichs Kommunikationswissenschaft an der Gutenberg Universität Mainz ist, haben die „Studie“ durchgeführt, sondern Ifak.

Ifak, eines der vielen Meinungsforschungsinstitute, die den Glauben an die Repräsentativität hochhalten, weil sie damit ihr Geld verdienen, hat „bundesweit 1.200 Personen“ (Meedia) befragt, von Oktober bis November 2016. Herausgekommen ist dabei laut ZEIT, dass die „Zahl der Bürger, die den Medien vertrauen … in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist“. Denn: Heute sind 40 Prozent der Deutschen der Ansicht, man könne den Medien „in wichtigen Fragen eher oder voll und ganz vertrauen. 2008 hatte der Aussage nur knapp jeder Dritte zugestimmt“.

Hurra, das Vertrauen in die Medien ist gestiegen.

Allerdings ist auch das Misstrauen in die Medien gestiegen, denn laut derselben Studie des Mainzer Professoren und des ehemaligen Angestellten der Süddeutschen Zeitung, die Ifak durchgeführt hat, sagt etwa „jeder vierte Deutsche, dass man den Medien in wichtigen Fragen eher nicht oder überhaupt nicht vertrauen könne. 2008 waren das noch neun Prozent gewesen“ (ZEIT).

Prinzip 1 des Rationalen Widerstands besagt: Etwas ist nicht sein Gegenteil. Das Vertrauen in die Medien kann nicht gleichzeitig steigen und sinken. Dass dennoch behauptet wird, es steige und falle gleichzeitig, ist einem Trick geschuldet, den die Mainzer Universitätsangestellten anwenden: Normalerweise gibt man dann, wenn man Aussagen über die Antworttendenz machen will, ein zentrales Maß wie den Mittelwert an. Nur dann, wenn man ein Ergebnis schönreden will, zerlegt man eine zentrale Tendenz in zwei sich widersprechende Tendenzen, von denen aber nur eine wahr sein kann.

Gehen wir der Sache auf den Grund.

Zunächst das Argument dafür, die Studie des Kommunikationsforschers und des ehemaligen Journalisten von der Süddeutschen Zeitung in den Mülleimer zu werfen, denn da gehört die Junk-Studie hin.

Methoden eSEs ist nicht möglich, auf der Basis zweier Befragungen, zweier Querschnittsbefragungen, die im Abstand von 7 Jahren, einmal 2008 und einmal 2016 durchgeführt wurden, Aussagen über die Entwicklung zu machen. 2008 wurden völlig andere Personen befragt als 2016, Aussagen darüber, dass sich z.B. die Einstellung gegenüber den Medien verändert hat, kann man aber nur machen, wenn man dieselben Befragten zu unterschiedlichen Zeitpunkten befragt, wenn man die Daten einer Längsschnittsstudie zur Verfügung hat. Diese Daten haben die beiden in empirischer Sozialforschung Unbedarften aus Mainz nicht zur Verfügung. Ergo sind aussagen wie: „Vertrauen in Medien steigt“ oder „Vertrauen in die Medien steigt massiv an“ auf Basis der Daten von Schultz und Quiring nicht möglich.

Aber in der Zwischenzeit hat man sich daran gewöhnt, dass Verlaufsaussagen auf Grundlage diskreter Zeitpunkte, die wiederum von nicht vergleichbaren Populationen gewonnen wurden, gemacht werden. Warum sollen nicht auch Schultz und Quiring als Vertreter dieses Fehlers in empirischer Sozialforschung bekannt werden?

In jedem Fall werden sie bekannt werden als zwei Lehrstuhlbesetzer, die ihre Position an der Universität wohl dazu ausnutzen wollen, die Leser von ZEIT, Meedia, Tagesspiegel und all den anderen Mainstream-Medien, die die Meldung gerne und wortgetreu übernehmen werden, zu manipulieren und zu betrügen.

Die Manipulation steckt im Detail und ist denen, die in empirischer Sozialforschung nicht bewandert sind, schnell untergeschoben.

Wer hat bei den Formulierungen „eher oder voll und ganz“ bzw. „eher nicht und überhaupt nicht“ gestutzt?

Was meinen Sie, wie sehr kann man deutschen Medien in wichtigen Fragen vertrauen?“ Eher oder voll und ganz bzw. eher nicht und überhaupt nicht?

Ganz nebenbei werden den Lesern hier zusammengefasst Antwortkategorien untergeschoben, ohne dass ihnen das mitgeteilt wird, denn die Antwortmöglichkeiten auf die Fragen waren:
Voll und ganz vertrauen
Eher vertrauen
Eher nicht vertrauen
Überhaupt nicht vertrauen.

Wenn aus vier ursprünglichen Kategorien plötzlich zwei werden, dann ist Vorsicht geboten, denn dann wollen Forscher oft etwas verbergen. Es ist umso mehr Vorsicht geboten, wenn plötzlich der Usus, Kennzahlen der zentralen Tendenz zur Zusammenfassung der Antwortverteilung zu nutzen, fallengelassen wird, wie dies im vorliegenden Beispiel der Fall ist, in dem dieselbe Frage einmal mehr Vertrauen und einmal weniger Vertrauen für die Befragung in 2016 ergibt, als dies 2008 der Fall war. Warum ist Vorsicht geboten? Weil durch die Zusammenfassung die Daten manipuliert werden können, und zwar so, dass das Ergebnis geschönt wird.

Ausgangspunkt z.B. diese Verteilung für das Jahr 2008:

  • Voll und ganz vertrauen: 15%
  • Eher vertrauen: 14%
  • Eher nicht vertrauen: 6%
  • Überhaupt nicht vertrauen: 3%

So könnte die Verteilung, die zu dem zusammengefassten Ergebnis für 2008 (29% Vertrauen, 9% kein Vertrauen) geführt hat, ausgesehen haben. Die Verteilung für 2016 kann folgendes Aussehen haben:

  • Voll und ganz vertrauen: 15%
  • Eher vertrauen: 25%
  • Eher nicht vertrauen: 6%
  • Überhaupt nicht vertrauen: 19%

Oder

  • Voll und ganz vertrauen: 5%
  • Eher vertrauen: 35%
  • Eher nicht vertrauen: 10%
  • Überhaupt nicht vertrauen: 15%

Die Prozente, die zu 100% fehlen, lassen vermuten, dass es neben einer Kategorie „weiß nicht“ noch eine Mittelkategorie des „weder noch“, also derjenigen gibt, die nicht wissen, ob sie Mainstream Medien vertrauen oder nicht. Offensichtlich halten die Mainzer Universitätsangestellten diese Information für entbehrlich.

sciencefiles-rationaler-widerstand-3Beide oben dargestellte Verteilungen für das Jahr 2016 führen zu 40% zusammengefasstem Vertrauen und zu 25% zusammengefasstem Misstrauen an deutschen Medien. Dahinter verbergen sich jedoch gänzlich andere Verteilungen und gänzlich andere Zuschreibungen von Vertrauen. Das wissen Wissenschaftler natürlich und deshalb nutzen sie Maße der zentralen Tendenz. Dass dies der Komminkationslehrer und der Journalist aus Mainz nicht tun, kann daran liegen, dass sie keine Ahnung von wissenschaftlichen Gepflogenheiten haben oder daran, dass sie mit ihren Ergebnissen manipulieren und betrügen wollen.

Wie dem auch sei, selbst mit zusammengefassten Daten lässt sich noch ein Teil Wahrheit rekonstruieren und ein Maß der zentralen Tendenz berechnen. Wir berechnen den Mittelwert für die Verteilung von 29% Vertrauen und 9% Misstrauen in 2008 und den Mittelwert für die Verteilung von 40% Vertrauen und 24% Misstrauen in 2016 (unsere Werteskale reicht von 1 bis 2. Je höher der Mittelwert, desto weniger Vertrauen in Medien besteht).

Der Mittelwert für 2008 beträgt: 1,23, der Mittelwert für 2016 beträgt: 1,375. Mit anderen Worten, wenn man die Befragung von 2008 mit der Befragung von 2016 vergleicht, dann muss man feststellen, dass das Misstrauen in öffentliche Medien 2016 größer ist als 2008. Das sieht man auch daran, dass die Anzahl derjenigen, die kein Vertrauen zu Medien haben, 2016 um 15% höher liegt, als 2008. Dagegen liegt die Zahl derer, die vertrauen, im Jahr 2016 um 11% höher als 2008.

Aus den vorhandenen Daten herauslesen zu wollen, dass das Vertrauen in Medien steigen würde bzw. massiv gestiegen sei, grenzt an Datenfälschung. Es ist in jedem Fall ein Fall für die Ethikkommission der Universität Mainz, sofern es die dortige Ethikkommission als ihre Aufgabe betrachtet zu verhindern, dass Universitätsangestellte, von denen einer zugegebenermaßen mehr Erfahrung mit der Süddeutschen Zeitung als mit dem, was an Universitäten gefordert wird und Standard sein sollte, hat, versuchen, die Öffentlichkeit mit manipulierten Daten zum Narren zu halten.

Wissenschaftlichen Ansprüchen und Ansprüchen an Moral und Ehrlichkeit genügt die Darstellung der Daten durch Schultz und Quiring nicht. Aber vielleicht reicht es ja für einen Gastauftritt beim diesjährigen Mainzer Karneval, bei Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht…

Grassierende Trump-Phobie: Die Welt, 1984 und Fake-Kausalitäten

Zufall oder Kausalität“, so fragt ein Redakteur der Welt, von dem wir einmal nicht annehmen wollen, dass er den Text von AP/AFP/sara einfach nur wörtlich übernommen hat, eher scheinheilig und unbedarft, denn die Antwort steht für ihn, der nicht weiß, dass es neben Zufall und Kausalität noch die Korrelation gibt, berets fest:

„Mit den unbelegbaren und falschen Behauptungen rund um die Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump beflügelt das Weiße Haus offenbar die Verkäufe von George Orwells Klassiker ‚1984‘. Bis Dienstagmittag fand sich der dystopische Roman über einen totalitären Überwachungsstaat, in dem Fakten durch Neusprech unterdrückt und verzerrt werden, in den Top fünf der Bücher-Hitliste bei Amazon.com“

Eine kleine Übung in primitiver Manipulationstechnik:

  1. Behauptet wird von der Welt eine Kausalität. Mit Trump steigen die Verkaufszahlen von „1984“, und zwar deshalb, weil manche in ihrer Ignoranz denken, Neusprech sei das zentrale Thema von „1984“.
  2. Behaupten kann man auch, dass die Nachfrage deshalb steigt, weil vielen US-Amerikanern durch die Demonstrationen gegen Trump deutlich geworden ist, wie knapp sie einer Meinungsdiktatur, wie sie in 1984 dargestellt wird, entgangen sind.

Beide Behauptungen sind logisch äquivalent, und beide Behauptungen können nichts als die Plausibilität, die sich einstellt, wenn man ideologisch versucht, Korrelationen zu Kausalitäten zu machen, als Indiz für ihre Richtigkeit reklamieren. Wer Trump nicht mag, der wir zu 1) tendieren. Wer ihm wohlgesonnen ist, zu 2). Wer Wissenschaftler ist, wird den Kopf schütteln ob dieses gewaltsamen Versuchs, die Vernunft zu übertölpeln.

amazon-movers-shakersBehauptet wird mit der Kausalität auch eine Entwicklung, denn: In der Nachfolge von Trumps Inauguration und wegen dieser, sei die Nachfrage nach 1984 gestiegen. Deshalb sind die ganzen Meldungen, die sich auf die Bestseller-Liste von Amazon beziehen, die aktuelle Verkaufszahlen enthält, Unsinn, denn ein diskretes Datum gibt keinerlei Auskunft über eine Entwicklung. Wer eine Entwicklung nachzeichnen will, der muss mindestens zwei Zeitpunkte vergleichen, so wie wir das tun auf Basis der Movers und Shakers-Liste, die Amazon ebenfalls erstellt. Darin sind die Bücher, deren Verkaufszahlen sich in den letzten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, verändert haben, für den Fall aufgelistet, dass die Verkaufszahlen massiv gestiegen sind.

Und in dieser Liste finden wir, mit einem Zuwachs von 45.032% das Buch „House Industries: The Process Is the Inspiration“ auf Platz 1 Das Buch ist von Verkaufsrang 145.772 auf Verkaufsrang 323 emporgeschossen.

An zweiter Stelle findet sich ein Buch über das Meer, „The Sea around us“, das ein populärwissenschaftliches Buch ist. Es ist von Verkaufsrang 58.424 auf Verkaufsrang 148 gestiegen, ein Zuwachs in den Verkaufszahlen von 33.375%.

An dritter Stelle findet sich das Buch „Control Girl: Lessons on Surrendering Your Burden of Control from Seven Women in the Bible”, eines jeder Ratgeberbücher, die dem naiven Gemüt ein glückliches Leben versprechen.

Erst an 9. Stelle der Movers und Shakers findet sich „1984“ von George Orwell. Das Buch, das sich immer unter den Büchern findet, die einen hohen Verkaufsrang haben, ist von 575 auf Verkaufsrang 27 gestiegen, der Verkauf hat somit um 2.049% zugelegt.

Warum ist der geringere Verkaufszuwachs von 1984 so viel interessanter als der weit höhere Zuwachs der drei oben genannten Bücher?

Die Antwort ist einfach.

evil-gnomeWenn man auf der Suche nach etwas Negativem ist, das man mit einem gerüttelten Maß an Rabulistik Donald Trump und seiner Administration anlasten kann, weil man in Deutschland dann, wenn man das tut, Brownie-Points bekommt, die z.B. die Welt mit dramatisch sinkender Auflage dringend nötig hat, am besten in Form einer Förderung durch die Bundesregierung in hard cash, dann wird man auch etwas Entsprechendes finden. Das Gefundene steht zwar in keinerlei belegbarem Zusammenhang zu dem, was behauptet wird, aber das macht nichts, denn die Naiven, die gerne Schlechtes von Trump glauben wollen, sie interessieren sich nicht für Fakten und gehen jeder noch so fadenscheinigen Korrelation, die als Kausalität missrepräsentiert wird, auf den Leim. Ob Journalisten absichtlich versuchen, Stimmung zu machen und Fake-Kausalitäten zu vertreiben oder Opfer ihrer eigenen ideologischen Verblendung und daraus resultierenden intellektuellen Unfähigkeit sind, ist eine Frage, die derzeit wohl nur AP/AFP/sara beantworten kann.

Wie plump der Manipulationsversuch ist, zeigt sich deutlich, wenn man die verbleibenden Bücher mit einer entsprechenden ideologischen Komponente versieht und mit der Inauguration von Trump in Verbindung bringt.

Am stärksten zugelegt hat der Verkauf von „House Industries“, einem Buch, das sich um Hausdesign rankt:

A standard-bearer of American design since 1993, House Industries answers the burning question, “Where do you find inspiration?” with this illustrative collection of helpful lessons, stories, and case studies that demonstrate how to transform obsessive curiosity into personally satisfying and successful work.

Etwas Ideologie und ein wenig Phantasie und schon wird daraus die Feststellung, dass die Administration Trumps den US-Amerikanischen Häuslebauer und –besitzern wieder Mut auf eine bessere Zukunft macht. Die Aussicht auf Prosperität führt dazu, dass sie ein Buch nachfragen, in dem Vorschläge darüber, wie man seine Prosperität und seinen sozialen Status angemessen deutlich machen kann, zu finden sind.

Oder:

Mit Trump ist das Interesse an Fakten und wissenschaftlicher Forschung zurückgekehrt: US-Amerikaner wollen sich wieder ein eigenes Bild über ihre Umwelt machen und sich nicht auf das verlassen, was Klimakatastrophen-Wissenschaftler ihnen erzählen. Das erklärt die starke Zunahme der Verkaufszahlen von „The sea around us“.

Oder: Nehmen wir den Aufsteiger auf Platz 6, die Acid Watcher Diet:

acid-watcher-diet“Do you suffer from abdominal bloating; a chronic, nagging cough or sore throat; postnasal drip; a feeling of a lump in the back of your throat; allergies; or shortness of breath?

If so, odds are that you are experiencing acid reflux without recognizing its silent symptoms, which can lead to serious long-term health problems, including esophageal cancer. “

Angesichts von Gift und Galle, die al jene gespuckt haben, denen das Ergebnis der US-Wahl sauer aufgestoßen ist, scheint es angebracht, den Versuch zu unternehmen, nunmehr die eigene Magensäure zu regulieren und im nächsten Schritt vielleicht das zu akzeptieren, was Trump ins Weiße Haus gebracht hat, den so genannten Wählerwillen. Von Verkaufsrang 25.121 auf 221 ist der Säure-Klassiker gestiegen. Ein Beleg dafür, dass viele derjenigen, die Trump mit Hass, Gift und Galle begegnet sind, zwischenzeitlich an den Folgen, ihrer unregulierten Magensäure leiden.

Natürlich berichten Mainstream-Medien in Deutschland nur davon, dass „1984“ im Absatz etwas zugelegt hat. Und die Wahlentscheidung und das ideologische Lager der Naiven und Dummen vorherzusagen, die die angebotene Kausalität fressen und weitererzählen, ist kein Problem – leider, denn wo Ideologie einsetzt, da hört das Denken auf.

Nebenbei bemerkt, die Partei und das System, gegen das sich 1984 von Orwell richtet, sie fanden sich als Orwell geschrieben hat, im Osten und hatten den Kommunismus oder den Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben. Aber bei manchen Journalisten scheint die Bildung nur dazu ausreichen, negative Konnotationen mit dem zusammenzupacken, was sie nicht mögen.


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Manche Deutsche lieben es, manipuliert zu werden

Vor wenigen Tagen haben wir einen Tweet der taz kritisiert, der eine Form der Manipulation darstellt, die man getrost als weit unter der Gürtellinie ansehen kann. Von Moral und Anstand zu sprechen, verbietet sich in diesem Fall von selbst.

Der Tweet lautet:
„In Zeiten von Trump und AfD ist der Blick zurück wichtiger denn je. Über Euthanasie in der NS-Zeit“

Im Tweet wird also ein Zusammenhang zwischen AfD, Trump und der Euthanasie in der NS-Zeit hergestellt. Im verlinkten Text kann man dann die Geschichte von Walter Frick nachlesen, der angesichts seiner Einberufung in die Wehrmacht wohl die Nerven verloren hat. Er wurde in die Nervenheilanstalt Bernau eingeliefert und ist dort kurze Zeit später verstorben. Ein Opfer von Euthanasie, wie seine Verwandten vermuten.

Was hat die Geschichte mit Trump und der AfD zu tun? Warum bringt die taz die Geschichte eines in der Nervenheilanstalt vermutlich oder vielleicht Ermordeten mit der AfD und Trump in Verbindung? Eigentlich ist der brachiale Versuch der Suggestion: Wenn die AfD an die Macht kommt, dann werden wieder Behinderte in der Anstalt umgebracht, [AfD mit Trump austauschbar] zu offensichtlich, als dass man ihn übersehen kann.

ManipulationstechnikenDas Problem mit suggestiver Manipulation, wenn sie dermaßen dumm angestellt wird, wie im Beispiel der taz, besteht nun darin, dass man es auch wörtlich nehmen und mit der vermeintlichen Euthanasie von Walter Frick beginnen kann, um aus der Geschichte in der taz auf den Tweet zu schließen und daraus die offensichtliche Empfehlung abzuleiten, aus der Vergangenheit zu lernen und aus Sicht der taz Behinderte wie Trump oder die Mitglieder der AfD per Euthanasie zu beseitigen.

Wir haben uns für die zweite Variante entschieden, um die taz in ihrer ganzen Armseligkeit bloßzustellen. Und wir mussten einmal mehr lernen, dass es offensichtlich in Deutschland Leute gibt, die uns Kommentare schicken, die selbst dieser Armseligkeit etwas abgewinnen können und behaupten, der Tweet sei gar nicht so gemeint, sei eigentlich ganz in Ordnung, jedenfalls kein Aufruf zur Euthanasie.

Angesichts dieses Ausmaßes an, sagen wir: Naivität, kann man nur Folgern, dass die entsprechenden Kommentatoren entweder dumm sind (oder bei der taz arbeiten) oder es lieben, manipuliert zu werden. Oder sie haben kein Problem mit Manipulation, so lange sie die politisch Andersdenkenden betrifft.

Wie kann man geistige Tiefschläfer wecken?
Wir haben uns für die taz-Brachialmethode entschieden und die ideologische Passung, die im taz Tweet vorhanden ist, gestrichen.

Was würden Sie wohl sagen angesichts eines Tweets wie:

In Zeiten von AIDS und LSBTI ist der Blick zurück wichtiger denn je. Über Euthanasie in der NS-Zeit:
Der Link führt auf die Geschichte von Walter Frick.

Oder wie wäre es damit:

In Zeiten von LINKE und Bündnis90/Grüne ist der Blick zurück wichtiger denn je: Über die Ermordung politisch anders Denkender während der Stalinistischen Säuberungen.

Oder, auch ganz nett:
In Zeiten von Feminismus ist der Blick zurück, wichtiger denn je: Miles wird von seiner Erzieherin ermordet.

Wie wäre es damit:
In Zeiten von Migration ist der Blick zurück, wichtiger denn je: Die Zerstörung Roms durch keltische Migranten.

Einer geht noch:
In Zeiten von Dummheit ist der Blick zurück, wichtiger denn je: Die Zerstörung der Bibliothek von Alexandria durch Caliph Omar.

Lust auf Brachialsuggestion wider den politischen Mainstream?

Schicken Sie uns ihren taz-Tweet als Kommentar!

Suggestion, Lüge, Agitation und Propaganda: Die Staatssicherheitsmethoden der Amadeu-Antonio Stiftung

Professional spongerWir haben schon mehrfach auf die Notwendigkeit hingewiesen, soziale Phänomene als Probleme zu inszenieren und zu übertreiben, wenn man öffentliche Förderung einstreichen will. Diese Notwendigkeit ergibt sich grundsätzlich für alle Schwamm-Organisationen, die Steuergelder aufsaugen, wie ein Schwamm, um den Organisations-Mitgliedern ein Auskommen zu verschaffen.

Eine damit eng verbundene Notwendigkeit besteht darin, die öffentliche Wahrnehmung im Sinne der Schwamm-Organisation zu beeinflussen, dahingehend, dass die Verschwendung von Steuergeldern, also die Finanzierung der Schwamm-Organisationen, nicht mit öffentlichem Widerspruch zu rechnen hat.

Die in der DDR praktizierten Methoden der Agitation und Propaganda sowie das von der Staatssicherheit ausgearbeitete Mittel der Zersetzung sind bestens geeignet, um beide Notwendigkeiten zu erfüllen, um die Relevanz des Themas, von dem die Schwamm-Organisation lebt, zu übertreiben und die öffentliche Meinung im Sinne der Schwamm-Organisation zu beeinflussen.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist eine Schwamm-Organisation, die von Steuergeldern lebt. Und wie es der Zufall so will, gibt es bei der Amadeu-Antonio-Stiftung Mitarbeiter, die in DDR und Stasi-Techniken geübt und versiert sind bzw. zu sein scheinen.

Zunächst zur Begrifflichkeit:

“Die Agitation und Propaganda (kurz. Agitprop) war ein wichtiges Mittel der Herrschaftssicherung der politischen Eliten der DDR. Marx hat selbst die Verwendung des Begriffes Propaganda abgelehnt …, jedoch bediente sich die DDR-Führung der Begriffsauslegung und Deutung nach Lenin. Die Vorstellung der Agitation und Propaganda basiert auf Lenins Postulat, die Massen im Sinne der marxistischen Weltanschauung zu erziehen“. (Otto, 2015: 49)

Um die Massen im Sinne der marxistischen Weltanschauung zu erziehen, war jedes Mittel recht: Lüge und Betrug, wenn sie den Zielen der Weltanschauung, die man wohl besser marxistisch-leninistische Weltanschauung nennt, waren ein ebenso häufig genutztes Mittel, wie das Mittel der Zersetzung, das sich auf den politischen oder Klassenfeind richtete, um ihn in der Öffentlichkeit zu diskreditieren.

agitprop-ddrZersetzung, so kann man in „Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge (OV)“ des Ministeriums für Staatssicherheit aus dem Jahre 1976 nachlesen, dient dazu, den politischen Gegner, sei er ein Individuum oder eine Gruppe, zu zersplittern, zu lähmen, zu desorganisieren, zu isolieren, ihn schlicht und ergreifend zu zerstören. Die Techniken, die dazu genutzt werden, sind nicht zimperlich und reichen von der Zerstörung des Rufs bzw. des öffentlichen Ansehens durch gezieltes Streuen von Falschmeldungen über das „systematische Organisierung beruflicher und gesellschaftlicher Misserfolge zur Untergrabung des Selbstvertrauens einzelner Personen“ bis zum „örtliche[n] und zeitliche[n] Unterbinden bzw. Einschränken der gegenseitigen Beziehungen der Mitglieder einer Gruppe, Gruppierung oder Organisation“.

Die Mittel der Zersetzung haben als Kern die Verbreitung von Lügen und den Versuch, ein öffentliches Bild von einem Menschen oder einer Organisation aufzubauen, das nicht der Realität entspricht, ein Zerrbild, das genutzt werden kann, um die entsprechende Person oder Organisation zu zerstören und sich dadurch einen eigenen Vorteil zu verschaffen.

Wir bitten unsere Leser, die Ziele des Agitprop und das Mittel der Zersetzung in Erinnerung zu behalten.

Wenden wir uns nun der Amadeu-Antonio-Stiftung zu, die den Umgang mit Neonazi-Immobilien kritisiert, und zwar auf der eigenen Homepage und der des Evangelischen Pressedienstes.

Unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen teilt die Stiftung mit, dass es bundesweit „rund 250 Immobilien“ gebe, die „von rechtsextremen Gruppierungen genutzt“ würden. Auf Basis dieser Behauptung wird im nächsten Abschnitt das Schreckensszenario einer rechtsextremen Szene entworfen, die eine rechtsextreme Infrastruktur, wohl auf Basis der 250 Immobilien, wie suggeriert werden soll, aufbaue: „Seit über zehn Jahren trieben Neonazi-Gruppen die Entstehung von Wohn- und Gewerberäumen und Unternehmensgründungen voran“, so behauptet Timo Reinfrank, Geschäftsführer der AAS-Stiftung. „In diesen Immobilien wird volksverhetzende Propaganda produziert, Waffen, zum Teil Sprengstoffe gelagert und aus ihnen heraus werden Angriffe verübt“, so behauptet Reinfrank weiter, um schließlich zu fordern, dass mit „Blick auf beschlagnahmte Immobilien … eine gesetzliche Grundlage“ geschaffen werden solle, „damit diese Gebäude künftig zivilgesellschaftlich umgenutzt werden können“.

Der Inhalt der Pressemeldung, die die AAS-Stiftung gerade veröffentlicht hat, ist offenkundig: Es soll ein Szenario entworfen werden, demnach eine rechtsextreme Infrastruktur mit 250 Stützpunkten deutschlandweit im Aufbau sei, um volksverhetzende Propaganda zu verbreiten und Waffen und Sprengstoff wohl für den Tag X zu lagern.

Das Problem mit diesem Szenario ist schnell benannt: Es ist von Anfang bis Ende erfunden, basiert auf Behauptungen, Übertreibungen ist schlicht Agitprop, um naive Mitbürger zur richtigen Einstellung zu manipulieren und den politischen Gegner zu zersetzen. Beste Stasi-Schule.

Wenden wir uns doch der Realität zu, der Realität von Bundestagsdrucksache 18/4995, der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine (und wiederkehrende) Anfrage der Grünen, auf die sich die Pressemeldung der AAS-Stiftung und deren Geschäftsführer berufen, die sie aber leider nicht als Quelle benennen, damit man sich kein eigenes Bild machen kann. Mit gutem Grund.

Steht doch in der Antwort der Bundesregierung Folgendes:

“Es kann davon ausgegangen werden, dass bundesweit rund 250 Objekte für rechts¬extremistische Zwecke genutzt werden. Davon befinden sich ca. 60 Immobilien im Eigentum bzw. Besitz von Rechtsextremisten. In allen anderen Fällen erfolgte eine kurzzeitige Nutzung für einen bestimmten Anlass.

Nicht 250, sondern 60 Immobilien sind es also, die sich im Besitz, im Privateigentum von Personen befinden, die vom Verfassungsschutz als Rechtsextremisten eingestuft werden. Das nimmt der Behauptung, dass eine rechtsextremistische Infrastruktur im Aufbau sei, die schon 250 Immobilien umfasse, die von rechtsextremen Gruppierungen genutzt würden, ihre Grundlage und legt das Motiv bei der AAS-Stiftung frei, das Notwendigkeit 1 folgt: Aufbauschen des Gegenstands und Versuch, eine gefährliche Maus zu einem im Porzellanladen wütenden Elefanten zu machen. Agitprop nach Stasi-Muster.

SED giftige WorteDie Behauptung, dass die 250 Immobilien, die von rechtsextremen Gruppierungen genutzt würden, zur Lagerung von Waffen, zur Verbreitung von volksverhetzenden Materialien oder zum Bunkern von Sprengstoff verwendet werden, kann damit ebenso ins Reich der AgitProp-Lügen verwiesen werden, vor allem vor dem Hintergrund, dass die kurzzeitig genutzten Immobilien, von denen in der Antwort der Bundesregierung die Rede ist, Immobilien sind, die für Veranstaltungen, z.B. Musikveranstaltungen angemietet werden.

Entsprechend kommen wir zur Notwendigkeit, beschlagnahmte Immobilien, die sich im Besitz von Rechtsextremen befunden haben, „zivilgesellschaftlich umzunutzen“, eine Notwendigkeit, die die AAS-Stiftung auf Grundlage der falschen Zahl von 250 Immobilien behauptet hat und deren Ziel darin besteht, den Eindruck zu erwecken als wäre es an der Tagesordnung, dass Immobilien von Rechtsextremen beschlagnahmt werden und auf diese Weise der Behauptung oder der AgitProp-Lüge, dass die Immobilien zur Lagerung von Sprengstoff, Waffen oder Verbreitung volksverhetzender Schriften genutzt werden, Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Dazu schreibt die Bundesregierung: „Im Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung wurden seit dem Jahr 1990 im rechtsextremistischen Bereich infolge des Verbotes des ‚Collegium Humanum e.V. sowie seiner Teilorganisation ‚Bauernhilfe e.V.‘, eine Immobilie in Vlotho (Nordrhein-Westfalen) … eingezogen…

Es gibt im Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung also genau eine Immobilie, die einst Rechtsextremisten gehörte und die eingezogen wurde.

Im weiteren Verlauf weist die Bundesregierung darauf hin, dass die eingezogene Immobilie an eine Privatperson verkauft wurde und dass es bereits eine gesetzliche Regelung gebe, nach der „eingezogene Immobilien … nicht an namentlich bekannte Personen bzw. Personenzusammenschlüsse, die dem verbotenen Verein angehörten, verkauft werden“ dürfen.

StasiKurz: Die Pressemeldung der AAS-Stiftung ist von vorne bis hinten ein Werk der Agitation und Propaganda, dessen Ziel darin besteht, ein soziales Phänomen zu inszenieren und aufzubauschen, einen falschen Eindruck in der Öffentlichkeit zu erwecken, der für das eigene Schwamm-Dasein förderlich ist und auf dieser falschen Grundlage einen neuen Popanz zu schaffen: Die Notwendigkeit, die wie suggeriert werden soll, vielen eingezogenen Immobilien, einer zivilgesellschaftlichen Nutzung zuzuführen, also sie z.B. der AAS-Stiftung zu schenken und dafür eine gesetzliche Grundlage zu schaffen. Letztere gibt es tatsächlich nicht. Es gibt nur eine Verordnung, die besagt, dass eingezogene Immobilien nicht an bekannte Sympathisanten der verbotenen Organisation veräußert werden dürfen, dass sie der AAS-Stiftung zu schenken sind, ist bislang nicht gesetzlich geregelt.

Man muss also feststellen, dass die Stasi-Tradition in den Räumen der AAS-Stiftung fortlebt und die Methoden von Agitprop und Zersetzung sich dort großer Beliebtheit erfreuen. Und finanziert wird das Ganze vom BMFSFJ.

Bleibt zu hoffen, dass die Mehrheit der Bevökerung dieses Mal nicht auf die AgitProp-Lügen hereinfällt.


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Trump von Dummen gewählt? Die ARD manipuliert schon wieder

Die Ruhe im Blätterwald, der Schock, der sich offensichtlich bei denen, die mit Politik ihr Geld verdienen, eingestellt hat, sie sind bezeichnend. Wie nach dem BREXIT scheint es ein kollektives Pinch-Me zu geben, immer in der Hoffnung, es handle sich um einen Traum.

Aber es ist kein Traum.

Es ist Realität: Donald Trump wurde zum 45. Präsidenten der USA gewählt.

Entgegen allen Umfragen, entgegen allen Erwartungen, entgegen aller Mainstream-Pressearbeit hat Trump eine Mehrheit der US-amerikanischen Wahlmänner hinter sich versammelt. Es ist wie ein deja vu nach der britischen Abstimmung über den BREXIT, den niemand für möglich gehalten hat, und dennoch haben sich die Briten gegen die EU entschieden.

An allen Enden bröckelt das Gebälk des Staates in dem sich die etablierten politischen Kostgänger so bequem eingerichtet haben. Times, they are changing!

Wandel ist nun etwas, das man nur gut findet, wenn es in einer Weise stattfindet, von der man profitieren kann, und offensichtlich sehen immer mehr Politiker ihre Felle davon schwimmen, sehen sich konfrontiert mit einer Masse von Wählern, die sie schlicht nicht mehr wollen, die den Wechsel wählen, einfach um des Wechsels willen, weil man die etablierten Politikergesichter nicht mehr sehen und ihre eingeübten Leerformeln einfach nicht mehr hören kann.

Mit Donald Trump wurde einer von außen, einer außerhalb des US-amerikanischen Establishments gewählt, ein Fremder. Entsprechend befremdet sind die Reaktionen der deutschen Politiker: „Das ist ein Schock“, sagt Cem Özedemir und Sigmar Gabriel, erzogen in der Sprache der kommunistischen Internationalen sieht eine andere Internationale am Horizont, denn Trump sei ein: „Vorreiter einer autoritären und chauvinistischen Internationale“.

ard-trump-wahlUnd wieder sehen wir das Problem, das sich mit einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht in freien Ländern verbindet: Es kann genutzt werden. In den USA haben es, wie die ARD, ganz schnell herausgefunden haben will, vor allem dumme Wähler, nein politisch korrekt: ungebildete Wähler genutzt, um für Trump zu stimmen. Das behaupten die ARDler allen Ernstes und unter Zuhilfenahme von Andrew B. Denison, der den Lesern als „US-Politologe“ untergeschoben werden soll.

Denison ist nichts dergleichen. Er ist Direktor der Transatlantik Networks, einem Institut mit Sitz in Königswinter, von dem wir nicht so richtig wissen, was es eigentlich macht, außer Denison als Talkshowgast zu promoten. Denison hat an der Universität Hamburg einen Magister in Politikwissenschaft erreicht und an der Johns Hopkins University in Baltimore in „European Studies“ promoviert. Seither scheint er in Deutschland als Direktor des Transatlantik Networks durch Talkshows zu tingeln. Nicht unbedingt die Pedigree, die man von einem US-Politologen erwarten würde. Schon gar nicht das, was Denison als Wahlforscher und entsprechenden Experten auszeichnet.

Aber genau in dieser Funktion hat ihn die ARD angefragt, und Denison hat die ARD beglückt: Die Wahl Trumps stelle die Gesetze der Politik auf den Kopf, so erklärt er und fügt an: „Die Umfragen [die alle Trump als Verlierer vorhergesagt haben] lagen deshalb daneben, weil sie die Bereitschaft zur Wahlbeteiligung bei ungebildeten Wählern, die vorher nie gewählt haben, nicht richtig einschätzen konnten. Wir sehen hier auch eine Well des Populismus, die in Meinungsumfragen schwierig zu erfassen ist“.

Ungebildete Wähler, ungebildete Erstwähler, die von richtigem Wählen keine Ahnung haben, so die angebliche Erkenntnis des angeblichen US-Politologen, sind für die Wahl von Donald Trump verantwortlich. Da sieht man, was passiert, wenn man Dumme wählen lässt, so die Meldung, die die ARD unters Volk streuen will. Populismus und Meinungsmache pur, denn: Ob Dumme Trump gewählt haben, ist eine Frage, die derzeit nicht beantwortet werden kann, weil es keine entsprechenden Daten gibt und ob es die entsprechenden Daten in Zukunft geben wird, ist eine Frage, die eher abschlägig beantwortet werden muss, da Intelligenztests in Meinungsumfragen nicht gut ankommen und deshalb nicht durchgeführt werden.

In Befragungen erhebt man die Schulausbildung, den Schulabschluss. Der Schulabschluss ist aber ein denkbar schlechter Indikator für Intelligenz. Man denke an den mangelnden Schulerfolg von Albert Einstein oder die Genderisten auf Universitätsprofessuren. Aber selbst wenn man Schulausbildung als Näherungswert für Intelligenz benutzen wollte, so könnte man dennoch keine Aussage darüber machen, ob die Wähler, die es nur zum Abschluss der Junior High School gebracht haben, dmmer sind als die, die einen Collegebesuch abgebrochen haben.

Warum behauptet Denison also, Trump sei es gelungen, so viele dumme Wähler zu mobilisieren, wie keinem Kandidaten vor ihm?

Die naheliegende Antwort stellt eine Verbindung zwischen kognitiver Dissonanz und dem Wunsch, zu diskreditieren her: Weil mit Trumps Wahl eingetreten ist, was nicht sein durfte, muss die Dissonanz zwischen dem, was nicht nur von Denison offensichtlich gewünscht wurde und dem, was geschehen ist, überwunden werden, und zwar so, dass der eigene Irrtum darüber, wie die Wahl wohl ausgehen wird, in einen Erfolg umgemünzt werden kann, in wahrer Kleinkindermanier: Bäh, der wurde ja von Dummen gewählt.

Psychologisch interessant ist dabei die implizite Selbsteinschätzung von Redakteuren in der ARD oder von Denison, man selbst sei natürlich intelligent und den dummen Trump Wählern überlegen. Wie kommen die nur auf diese Selbsteinschätzung?

Wie dem auch sei, in informierten Kreisen, die etwas von Wahlforschung verstehen und wissen, was man so kurz nach der Wahl sagen kann und vor allem, was man weder kurz noch lange nach der Wahl sagen kann, ist bekannt, dass alle Angaben auf so genannten Exit-Poll-Befragungen basieren, deren Verlässlichkeit etwas höher ist als die der falschen Vorhersagen zum Wahlausgang. Erfasst werden bei Exit-Poll-Befragungen eine Reihe von Informationen, darunter auch die Schulbildung.

Doch der Reihe nach:

trump-vote-religionDie Informationen, die es bislang gibt, weisen eher dahin, dass nicht überproportionale Wählermobilisierung durch Trump dessen Erfolg gebracht hat, sondern unterproportionale Wählermobilierung durch Clinton, bleibt Clinton doch bei den demokratischen Stammwählern, den African-Americans (88% für Clinton), den Latinos (65% für Clinton) und den jungen Wählern von 18 bis 29 Jahren (54% für Clinton) regelmäßig um rund 6% hinter dem letzten Ergebnis zurück, das Barack Obama erzielen konnte.

Andere Daten, die die Washington Post veröffentlicht hat, zeigen, dass es Trump gelungen ist, vor allem die Stammwählergruppen der Republikaner zu motivieren. 81% der Evangelisten, eine Art Protestanten, haben Trump gewählt und 61% der Mormonen.

Die umfassendste Zusammenstellung der Exit-Poll-Ergebnisse finden sich bei der New York Times. Demnach hat Donald Trump Vorteile bei den folgenden Wählergruppen:

  • Männer (53% für Trump);
  • Weiße (58% für Trump);
  • Wähler die 45 Jahre oder älter sind (53% für Trump);
  • Generell Besserverdienende mit mehr als 99.000 US-Dollar im Jahr
  • Personen mit High School Abschluss oder weniger (51%), das entspricht in Deutschland Personen mit einem Realschulabschluss oder weniger, also einem Hauptschulabschluss oder keinem Abschluss;
  • 67% Weiße ohne College Abschluss, d.h. Weiße, die keinen Bachelor-Abschluss an einer Hochschule erreicht haben.

Wer aus diesen Daten konstruieren will, dass vor allem ungebildete Trump gewählt haben, wie die ARD dies offensichtlich will, der will also durchsetzen, dass alle, die keine Hochschule besucht haben oder weniger als ein Abitur als Schulabschluss erreicht haben als dumm anzusehen sind. Das ist eine wilde Behauptung, die nur von Dummen aufgestellt werden kann. Ungeachtet davon sind die vermeintlich Dummen, offensichtlich klug genug, um zu den Besserverdienenden zu gehören.

Kurz: Der Versuch, die eigenen Dissonanzen dahingehend zu beseitigen, dass man die Wahl von Trump als das Ergebnis einer Mobilisierung von dummen Wählern ansieht, ist gescheitert. Indes offenbart alleine der Versuch, einen Wahlerfolg als Ergebnis der übermäßigen Beteiligung dummer Wähler darzustellen, ein erschreckendes Nichtverständnis dessen, was ein allgemeines und gleiches Wahlrecht aussagt: Egal, wie dumm ein Wähler ist, er hat ein Wahlrecht und zumindest klug genug, ein Wahllokal zu finden und eine Wahlmaschine zu benutzen, muss er schon sein. Die Frage, wie intelligent ein Wähler ist, spielt im Hinblick auf das Wahlrecht schlicht keine Rolle, und tatsächlich kann ein Wahlrecht in diesem Zusammenhang nur durch Entmündigung z.B. bei Debilität erlöschen, das schließt dumme Wähler aber komplett von Wahlen aus.

Wieder müssen wir also feststellen, dass es deutschen Journalisten und Direktoren von deutschen Instituten, die als US-Politologen verkauft werden sollen, nicht möglich zu sein scheint, einfache demokratische Verfahrensweisen zu akzeptieren. Sie wollen bestimmen, was die richtige Wahl ist und entsprechend diejenigen, die die aus ihrer Sicht eine falsche Wahl treffen, diskreditieren. Warum sie überhaupt am allgemeinen und gleichen Wahlrecht festhalten, ist vor dem Hintergrund dieser anti-demokratischen Anwandlungen eine Frage, die wir nicht beantworten können.

Nach aller Konvention, die in der Politikwissenschaft gültig ist, muss es sich bei solchen Anti-Demokraten entweder um Kommunisten oder um Faschisten handeln.


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Wie flüchtlingsfeindliche Vorfälle erfunden werden

  • (1) Statistiken zu führen, will gelernt sein. Nicht jeder, der denkt, er könne Statistiken erstellen und Daten sammeln, ist dazu in der Lage, schon weil es nicht so leicht ist, wie manche denken, eine präzise Beschreibung zu formulieren, die die Fälle, die in eine Statistik aufgenommen werden sollen, gegenüber allen anderen Fällen diskriminiert.
  • (2) Wir haben in einer Reihe von Beiträgen dargestellt, wie das Phänomen „Rechtsextremismus“ aufgeblasen und gepflegt wird, um die Illusion zu erzeugen, es wimmle nur so von Rechtsextremen in Deutschland. Dahinter stehen politische Motive, wie sie bei der LINKEN vorhanden sind, deren Bundestagsfraktion manisch jeden Monat nach politisch motivierter Kriminalität fragt, die von rechts ausgeht – nicht jedoch nach politisch motivierter Gewalt, die von links ausgeht.
  • mut-gegenr-echte-gewalt-aas(3) Und dahinter stehen finanzielle Motive. So haben wir gezeigt, wie der Gravy Train, das Nutznießernetzwerk der Kämpfer gegen Rechts funktioniert, und welche Interessen diese Nutznießer daran haben, die Gefahr von rechts, wie das dann heißt, aufzublasen und für sich als Einkunftsquelle zu sichern. Dies ist recht einfach, denn alles, was man mit Rechtsextremismus in Verbindung bringen kann, wird von Journalisten willig aufgenommen, da es zur politischen Hygiene des Biedermanns gehört, den Nazis keine Chance mehr zu geben. Entsprechend sind die Schlagzeilen dann gesichert, wenn man z.B. Kriminalität als Werk von Rechtsextremen darstellen kann. Nicht nur die Schlagzeilen sind sicher, auch die gesammelte Aufregung der „No-Nazi“-Bewegung ist sicher. Für Letztere wirkt ein Bericht über vermeintlich rechte Gewalt wie der Stimulus auf Pawlows Hund, und sie fallen in den Bekämpfen-Modus, was in Ministerien zur Folge hat, dass viel Geld von Steuerzahlern aufgewendet wird, um die gefährlichen Rechten zu bekämpfen. Das Geschäft mit dem Nutznießen, es kann beginnen.
  • (4) Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Schaffung von viel Aufmerksamkeit für Randprobleme, deren Gefahr man zu diesem Zweck völlig übertreiben muss, dazu führt, dass die entsprechenden Randprobleme aus ihrer Randständigkeit gelöst und in den Mainstream überführt, dort salonfähig gemacht werden. Soziologen nennen das eine Self-Fullfilling Prophecy, denn angeblich wollen Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung ja Rechtsextremismus beseitigen. Damit man sie dafür finanziert, müssen sie viel Aufmerksamkeit für ein marginales Problem schaffen, und mit dieser Aufmerksamkeit, die sie für den Rechtsextremismus schaffen, machen sie ihn in der Welt der Medien zur Normalität. Dadurch verliert der Rechtsextremismus, die Ächtung, die er vor dem Auftauchen der Stiftung hatte, erhält Zulauf und wächst. Und die Ursache dafür ist u.a. die Amadeu-Antonio-Stiftung und all die in den rudimentärsten sozialen Phänomenen Ungebildeten, die Ministerien derzeit bevölkern.

aas_fluechtlingsfeindliche-vorfaelleZentral dafür, dass öffentliche Gelder zur Bekämpfung von vermeintlichen Problemen verschleudert werden, ist eine entsprechende Aufbereitung der Probleme, die dazu führt, dass das vermeintliche Problem als tatsächliches und relevantes Problem wahrgenommen wird, dem man mit Steuergeldern entgegen treten müsse. Zu diesem Zweck führen die Amadeu-Antonio-Stiftung und der Stern auf dem gemeinsam betriebenen Portal „Mut gegen rechte Gewalt“ eine Statistik „flüchtlingsfeindlicher Vorfälle“. Die Statistik ist sehr nützlich. Sie wird in Medien zitiert, spielt immer da eine Rolle, wo deutlich gemacht werden soll, wie verbreitet flüchtlingsfeindliche, also rechte Gewalt doch ist und wird gerne in Anfragen der Linken und der Grünen im Bundestag zitiert, um die Bedeutung des rechten Problems zu demonstrieren.

Anhand welcher Kriterien ein Fall in die Statistik als „flüchtlingsfeindlicher Vorfall“ aufgenommen wird, welche Definition eines flüchtlingsfeindlichen Vorfalls Grundlage der Aufnahme entsprechender Fälle ist und wie zwischen flüchtlingsfeindlichen Vorfällen und nicht-flüchtlingsfeindlichen Vorfällen unterschieden wird, das alles sind Fragen, die kaum jemand bislang gestellt hat. Politiker stellen diese Fragen nicht, weil sie ihnen nicht in den Sinn kommen, denn um sie zu stellen, muss man eine gewisse Idee davon haben, wie Statistiken zu Stande kommen (außerdem passen ihnen die Ergebnisse in den ideologischen Kram). Journalisten stellen diese Fragen nicht, weil damit eine zusätzliche Recherche verbunden wäre, und der Journalist von heute recherchiert nicht.

Nein, falsch.
So stimmt das nicht.
Es gibt einen Journalisten, der recherchiert hat. Sein Name: Ansgar Mönter. Er schreibt für die Neue Westfälische und hat sich die fünf Vorfälle (zwischenzeitlich sechs) angesehen, die die Amadeu-Stiftung als flüchtlingsfeindliche Vorfälle für Bielefeld auflistet.

kraemer_so-luegt-man-mit-statistikSein Ergebnis: Keiner der Vorfälle kann als flüchtlingsfeindlicher Vorfall in Bielefeld gewertet werden, obwohl es einen tätlichen Angriff auf Flüchtlinge gab, den die Polizei registriert hat, aber das war die Polizei in Paderborn, nicht die in Bielefeld, denn der Vorfall, den die Amadeu-Stiftung auflistet, hat sich in Paderborn, nicht in Bielefeld ereignet. Ein Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Bielefeld wird von der Amadeu-Antonio-Stiftung als flüchtlingsfeindlicher Vorfall gezählt, aber das Feuer ist in der Waschküche der Flüchtlingsunterkunft ausgebrochen und es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Außenstehende an dem Feuer beteiligt sind, dass es sich um Brandstiftung handelt. Bei einem weiteren flüchtlingsfeindlichen Vorfall, den die Stiftung auflistet, handelt es sich um das „Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen“, also abermals nicht um einen flüchtlingsfeindlichen Vorfall und ob die fünf jungen Männer, die im November 2015 in Bielefeld randaliert haben und dabei in der Paderborner Straße in Bielefeld Blumenkübel umgeworfen und Böller gezündet haben, privaten Frust abgebaut haben, wie die Polizei sagt oder fremdenfeindlich sein wollten, wie man bei der Amadeu-Stiftung mit Blick auf die Flüchlingsunterkunft, die sich auch in der Paderborner Straße befindet, behauptet, ist eine Frage, die der gesunde Menschenverstand im Sinne der Polizei beantwortet.

Ein einziger Check der Statistik der Amadeu-Stiftung hat eine Fehlerquote von 80%, wenn man wohlwollend ist, und von 100% wenn man das nicht ist, erbracht.

Statistiken leben von der Akkuratheit, jedenfalls dann, wenn man damit etwas über die Realität aussagen will. Auf die Akkuratheit von Statistiken kann man verzichten, wenn es nicht darum geht, etwas über die Realität auszusagen, sondern darum, einen Schein zu konstruieren, der der eigenen Ideologie, den eigenen (finanziellen) Interessen und den eigenen Zwecken dienlich ist. Es spricht vieles dafür, dass die Amadeu-Antonio-Stiftung das ist, was man in der Ökonomie einen opportunistischen Akteur nennt, einen, der versucht, andere zu täuschen, zu manipulieren, ganz in dem Sinne, in dem Oliver Williamson Opportunismus definiert hat: „By opportunism I mean self-interest seeking with guile. This includes but is scarcely limited to more blatant forms, such as lying, stealing, and cheating. Opportunism more often involves more subtle forms of deceit“ (Williamson 1985: 47).

Wie die ARD ihre Online-Leser belügt

Wissenschaft bedeutet, empirische Fakten als Fall einer allgemeinen Regel zu erklären. Wissenschaftlicher ausgedrückt, singuläre Sätze sollen aus allgemeinen Sätzen abgeleitet werden. Ein solcher singulärer Satz lautet z.B.: Die EEG-Umlage wird erhöht, um satte 8,3% und von 6,35 ct/kWh auf 6,88 ct&kWh.

windkraftgegenerDie EEG-Umlage ist die Methode, mit der die Bundesregierung eine Umverteilung vornimmt: Geld aus den Taschen von Stromkunden wird in die Taschen von denen verteilt, die erneuerbare Energien erzeugen und davon mehr als üppig leben und komplett ohne Risiko, denn obwohl die Hersteller erneuerbarer Energien von sich behaupten, sie seien Unternehmer, sind sie doch keine, denn das, was Unternehmer ausmacht, das unternehmerische Risiko, das damit einhergeht, dass Preise fallen und Nachfragen sinken oder ganz versiegen können, die Erzeuger erneuerbarer Energien, sie tragen es nicht: Ihren Abnehmern wird die erneuerbar erzeugte Energie aufgezwungen: Netzbetreiber und Stromkonzerne sind verpflichtet, Energie aus erneuerbaren Rohstoffen mit Priorität abzunehmen (deshalb stehen moderne Gaskraftwerke still) und die Preise des Stromes, den sie erzeugen, sind garantiert, egal, ob die Strompreise an den Börsen fallen, die Erzeuger erneuerbarer Energie erhalten immer Höchstpreise und als Ergebnis einer geradezu genial-zynischen Konstruktion, die sich Lobbyisten haben einfallen lassen und willigen Politikern aufgeschwatzt haben, wird der Strom für Stromkunden umso teurer, je billiger er an Strombörsen gehandelt wird.

Das ist natürlich eine Erklärung für die in Deutschland europaweit nach Dänemark höchsten Strompreise, die weder den Apologeten der Wunder grüner Energie noch der Bundesregierung gefallen kann, bei der man nicht in den Ruch geraten will, Werkzeug in der Hand von alternativen Energielobbyisten zu sein. Also bedient man sich der öffentlich-rechtlichen Anstalten, in denen willige und vielleicht auch mutwillige Journalisten nur zu gerne bereit sind, die Schuld für die hohen Strompreise an diejenigen zu verteilen, die nun wirklich nichts dafür können, die aber gerne genutzt werden und gut genutzt werden können, weil es in Deutschland eine Vielzahl von kognitiv auf bescheidenem Niveau verharrenden Ideologen gibt, die immer noch denken, der Feind sitze in Unternehmen oder Konzernen und nicht in Regierungen, die politische Gefallen nach Lust und Laune verteilen. Für die neuerliche Erhöhung der EEG-Umlage ist die Schmutzarbeit, die üblichen angeblich Schuldigen zu diskreditieren, Werner Eckert vom SWR zugefallen. Er hat Folgendes zu berichten:

“Die sogenannte EEG – die Umlage für Wind- und Sonnenstrom und andere erneuerbare Energien – steigt im kommenden Jahr. Und zwar um einen halben Cent pro Kilowattstunde von 6,35 auf 6,88 Cent. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Strom teurer wird. Denn parallel dazu sind die Einkaufspreise für Strom an der Börse gesunken und zwar mindestens um den gleichen Betrag. Geben die Energieunternehmen das an die Kunden weiter, könnte alles gleich bleiben.
Allerdings ist es eher wahrscheinlich – und die Erfahrung zeigt das -, dass die meisten die Chance für eine weitere Preiserhöhung nutzen. Kunden können sich dagegen nur wehren, wenn sie zu jenen Anbietern wechseln, die stabil günstige Tarife anbieten.“

Ob Eckert es nicht besser weiß oder mutwillig lügt, ist eine Frage, die wir seit wir einen stellvertretenden Chefredakteur einer westdeutschen Zeitung getroffen haben, der dachte, Darwin sei ein Wal, nicht mehr spontan beantworten wollen. Es ist auch egal, denn Faktum ist, was Eckert sagt, ist falsch, stimmt nicht, ist eine Lüge.

Beginnen wir die Aufklärung mit der EPEX, der European Power Exchange in Paris. Dort kann man Strom verkaufen. Die Preise schwanken stark zwischen 0,67 ct/kWh am frühen Sonntagmorgen und 4 ct/kWh am späten Mittwochmorgen. Im Wochendurchschnitt gibt es Strom für 2,5 ct/kWh zu kaufen.

EEG SubventionenDie Erneuerbare Energien Umlage, die jeder private Stromverbraucher in Deutschland zu entrichten hat, beläuft sich bereits auf 6,345 ct/kWh und soll weiter auf nunmehr 6,88 ct/kWh steigen, d.h. allein das, was Deutsche bezahlen müssen, um die Energiewende zu finanzieren, ist schon derzeit um 152% mehr als der Strompreis an der Strombörse in Paris. Und das Witzige ist, damit haben sie noch keine einzige Kilowattstunde gekauft.

Mit der EEG-Umlage, die Stromkunden abgezwackt wird, finanzieren die privaten Stromverbraucher horrende Preise für die alternativ erzeugte Energie, z.B.

  •  15,4 ct/kWh für Strom, der in Offshore-Windanlagen erzeugt wurde. Der Preis wird in § 50 EEG garantiert. Der garantierte Abnahmepreis für offshore produzierte Windenergie liegt 445% über dem Preis, zu dem man Strom an der EPEX kaufen kann. Die 445% Mehrkosten tragen die privaten Stromverbraucher.
  • 9,23ct/kWh für Strom aus Solarenergie, garantiert in § 51 EEG. Der Preis liegt 269% über dem durchschnittlichen Strompreis an der EPEX.
  • 8,9 ct/kWh für Strom aus Windenergie, der an Land erzeugt wurde. § 49 EEG regelt die entsprechende Höhe. Der garantierte Abnahmepreis liegt 256% über dem Strompreis an der EPEX.

Deutsche Stromverbraucher sind also dazu verdammt, Strom zu weit höheren Preisen zu kaufen als es notwendig wäre.

Aber es kommt noch besser. Erzeuger alternativer Energie können ihren Strom direkt an der EPEX vermarkten. Natürlich erhalten sie dann den Marktpreis, der deutlich geringer ist als der Abnahmepreis, der ihnen im EEG garantiert wird, 445% geringer im Fall von offshore erzeugter Windenergie. Aber das macht nichts. § 34 EEG ist überschrieben mit „Marktprämie“. Wer direkt vermarktet, der wird dafür belohnt, und zwar dadurch, dass die Stromkunden dazu verpflichtet werden, die Differenz zwischen dem Marktpreis an der EPEX und dem garantierten Abnahmepreis über die EEG-Umlage zu tragen.

Das Perfide an dem ganzen System besteht nun darin, dass die Erzeuger erneuerbarer Energien den Strommarkt mit ihrem Strom überschwemmen, was dazu führt, dass der Preis, der an der EPEX für Strom zu erzielen ist, sinkt. Die Differenz, die die Steuerzahler in Deutschland über die EEG-Umlage auszugleichen haben, wird entsprechend immer größer, was zu dem absurden Zustand führt, dass die EEG-Umlage steigt, der Strom für private Verbraucher in Deutschland immer teurer wird obwohl der Strom an Strombörsen immer billiger wird.

Die Ursache dafür, dass Strom in Deutschland immer teurer wird, liegt also nicht darin, dass Stromkonzerne die tiefen Preise, zu denen Strom an Börsen gehandelt wird, nicht an ihre Kunden weitergeben, sondern darin, dass die nämlichen Kunden steigende Ausgleichszahlungen zu finanzieren haben, um die Differenz zwischen den niedrigen Börsenpreise und den horrenden Preisgarantien für Erzeuger alternativer Energien zu decken.

rent-seeking-gordon-tullock-paperback-cover-artGordon Tullock, von dem das Konzept des Rent Seeking stammt, er hätte seine Freude an diesem perfiden System, mit dem Lobbyisten es nicht nur geschafft haben, ihren alternativen Strom von Preisschwankungen auszunehmen, sie haben es auch geschafft, jede Verbindung von erzeugter Menge und Preis zu kappen, denn egal, wie viel sie produzieren und egal, wie tief die Preise an internationalen Börsen ob des Überangebots an alternativ erzeugtem Strom fallen, ihnen kann es egal sein, denn ihr Preis ist garantiert: die Stromkunden zahlen dafür, müssen dafür zahlen.

Das EEG-Gesetz sorgt also dafür, dass eine kleine Clique von alternativen Stromerzeugern nicht nur keinerlei unternehmerisches Risiko tragen muss, es sorgt auch dafür, dass sie auf Kosten der Stromkunden munter die Menge an alternativ-erzeugtem Strom erhöhen können, denn das Marktgesetz, nachdem die erzeugte Menge den Preis drückt, gilt nicht für alternative erzeugten Strom in Deutschland. Ein geniales System des rent seeking, bei dem die Allgemeinheit dazu verurteilt ist, den Profit einiger weniger zu finanzieren.

Aber Deutschland hat Journalisten wie Werner Eckert, die gerne bereit sind, sich vor den Lobbykarren spannen zu lassen, aus Unkenntnis oder mutwillig, um weiter zu behaupten, dass der hohe Strompreis die Schuld der Stromkonzerne ist, denn man weiß ja, wie gierig Konzerne sind und wie sehr am Wohlergehen ihrer Bürger Regierungen und deren Mitglieder interessiert sind … Journalisten wie Eckert sind offensichtlich darum bemüht, der Märchensammlung der Gebrüder Grimm auch nach deren Tod noch täglich neues Material anzufügen.


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Test: Wie leicht lassen Sie sich vom BMFSFJ manipulieren?

Soziale Netzwerke liegen Politikern und Ministerien ja bekanntlich besonders am Herzen (oder im Magen). In sozialen Netzwerken, so hört man, gibt es Hate Speech, es werden Lügen verbreitet, Gerüchte hochgekocht, es wird manipuliert und getäuscht, dass sich die Balgen bieten. So jedenfalls die Folklore, die Politiker verbreiten. Und weil sie die ersten zu sein scheinen, die an ihre eigene Folklore glauben, deshalb treten manche von ihnen, allen voran das Propaganda-Ministerium, das angeblich auch etwas für Familie, Senioren und Jugendliche tut, in sozialen Netzwerken an, um deren Nutzer zu täuschen und zu indoktrinieren.

Testen Sie sich: Wie schnell gehen Sie dem BMFSFJ auf den Leim? Wie leicht sind Sie zu indoktrinieren und zu manipulieren?

Derzeit verbreitet man aus den Hallen des Ministeriums die folgende Meldung:

 

Nun, was haben Sie gedacht, was die Meldung aussagt? Dass 89% der Deutschen der Ansicht sind, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer? Wenn ja, dann hat die Indoktrination bei Ihnen geklappt, und die Manipulation gleich mit, denn die Abbildung basiert auf der folgenden Frage, die Infratest Dimap im Rahmen einer Befragung gestellt hat, die bislang noch nicht veröffentlicht wurde, vermutlich damit niemand derjenigen, die den Suggestiv- bzw. Falschmeldungen des Ministeriums auf den Leim gegangen sind, merken, dass sie dem Ministerium auf den Leim gegangen sind.

Die Frage, auf der die Meldung oben basiert, lautet:

“Bekommen in Deutschland Frauen und Männer alles in allem den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit?“

framingScheinbar teilt man bei Infratest dimap nicht den Hang des Ministeriums, Bürger zu manipulieren und hat eine Frage gestellt, die aus methodischen Gesichtspunkten unsinnig ist und die entsprechend nur nutzbar ist, wenn man eine Ideologie an die Frage heranträgt. Denn: Als Forscher, der diese Frage vor sich hat, weiß man nicht, was die Antworten auf diese Frage aussagen: Bedeutet eine Zustimmung zu dieser Aussage, dass der Zustimmende der Ansicht ist, Männer werden nicht entsprechend ihren Leistungen bezahlt, was angesichts der Bevorzugung von Frauen im Rahmen des Staatsfeminismus eine Möglichkeit ist? Oder bedeutet die Zustimmung zu dieser Aussage, dass Befragte der vergangenen Indoktrination des BMFSFJ so auf den Leim gegangen sind, dass sie denken, Frauen würden für die gleiche Arbeit mit einem geringeren Lohn entlohnt?

Wir werden es nicht erfahren, denn die Befragten können nicht nachträglich befragt werden, was sie eigentlich gemeint haben, als sie die Frage beantwortet haben. Entsprechend können 88% der 89% der Meinung sein, Männer erhalten für die gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn wie Frauen. Es kann auch sein, dass 45,67% denken, Frauen würden bei gleicher Arbeit mit weniger Lohn nach Hause geschickt.

Die Frage ist absoluter Junk. Sie ist nicht verwendbar. Es sei denn, man ist gar nicht an der Frage und dem Ergebnis der Befragung interessiert, sondern lediglich daran, Material zu haben, um die eigene Ideologie zu verbreiten und andere zu manipulieren. Da das BMFSFJ munter verbreitet, kann man davon ausgehen, dass dort Letzteres der Fall ist und die Bezeichnung „Propagandaministerium“ eine sehr passende Bezeichnung ist.


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