Drei Typen stehen sich gegenüber.
Sie stehen am Rande eines Friedhofs.
Sie sind bewaffnet.
Es ist heiß.
Sie beäugen sich genau.
Sie schwitzen.
Sie versichern sich gegenseitig.
Sie greifen nach ihren Waffen.
Und schießen auf einander.
Wie lange hat es gedauert, bis sie wussten, es handelt sich um einen Western?
Die beschriebenen Verhaltensweisen für sich geben keine Geschichte. Sie haben keine über die jeweilige Beschreibung hinausreichende Bedeutung. Die Bedeutung wird geschaffen. Von den drei Typen in der Situation ausgehandelt, von denen, die unsere Beschreibung gelesen haben, an diese Beschreibung herangetragen.
Er blickt seinem Gegner ins Auge.
Plant seinen nächsten Zug.
Wägt seine Möglichkeiten ab.
Tänzelt von einem Fuß auf den nächsten.
Geht auf seinen Gegner zu.
Weicht aus.
Weicht zurück.
Wartet auf die Gelegenheit.
Und schlägt zu.
Der Gegner hat es vorhergesehen.
Die Finte erkannt und ist dem Schlag zuvorgekommen.
Offenkundig beschreiben wir einen Boxkampf.
Was sonst sollten wir beschreiben?
Das Wissen, dass es sich um einen Boxkampf, gegenseitiges Verprügeln nach Regeln handelt, gibt der Beschreibung den Rahmen, macht aus einer unspezifischen, eine spezifische Handlung, erweckt, wenn es als Rahmung einer Geschichte vorangestellt wird, bestimmte Erwartungen und ermöglicht es demjenigen, der seine Geschichte rahmt, Erwartungen und damit über kurz oder lang Meinungen und Verhalten zu manipulieren.
Probieren Sie es.
Erzählen Sie unsere Boxergeschichte als Auseinandersetzung zweier Dicker um das letzte Stück Torte auf dem Tisch. Machen Sie “und schlägt zu”, zu einer Metapher und die Erzählung wird eine andere.
So funktioniert Propaganda: Im Wesentlichen über die Manipulation von Erwartungen und nachfolgend Meinungen, darüber, dass man Ereignisse, denen von sich aus keine Bedeutung und schon gar keine Bewertung innewohnt, in einen Rahmen stellt, der ihnen eine eindeutige Bedeutung im Sinne des Rahmenden gibt:
„Tatsächlich: Die letzte Woche, da “Westeuropa röstete” (”International Herald Tribune”), findet schon nicht mal mehr im Hundertjährigen Kalender ihresgleichen. Eine ganze Woche mit örtlich Tagestemperaturen von jeweils über 30 Grad — das notierte man, zumindest im Juni, hierzulande noch nie. Und daß Juni-Dürre die Niederschlagsmenge des ersten Halbjahres unter 110 Millimeter drückte, wie in Berlin verbucht, das gab”s seit 1851 nicht mehr.
Hitzetage ohne Beispiel: Im Ruhrgebiet fuhren winterliche Streukolonnen, um aufgematschten Asphalt mit Sand griffig zu halten. An der Saar schwärmten Inspektoren aus, um entlang den Flüssen zu verhindern, dass unter trockenheitsgeschädigten Bauern “der Höhergelegene dem Tiefergelegenen was wegnimmt” (ein Ministeriumssprecher).
Fahrzeugschlangen stauten sich kilometerweit, weil in Nord wie Süd auf Autobahnen die Betondecken bei Temperaturen über 70 Grad aufrissen; Züge fuhren mit Tempolimit, zwischen Köln und Koblenz galten 50 km/h, weil durch Hitzeglut “Gleisverdrückungen” (Bundesbahnjargon) entstanden.
Medizinern und Agrariern bot sich gleichermaßen eine “katastrophale Lage”. In den Städten sammelten Ambulanzen rund um die Uhr Hitzeopfer auf — für die allein in Frankfurt ständig 44 Klinik-Betten freigehalten wurden. Draußen darbten Ernte und Vieh, wuchsen Schäden der Landwirtschaft: in Hessen und Rheinland-Pfalz beispielsweise schon in Milliardenhöhe. In Nordrhein-Westfalen loderten schon 650 Waldbrände, im Raum Hannover, wo allein 90 000 Hektar künstlich beregnet werden, sind bis September die Brunnenbohrer ausgebucht.“
Glauben Sie, das ist eìn aktueller Bericht?
Wenn ja, haben Sie nicht den Begriff “Klimawandel” vermisst?
Tatsächlich ist dieser Bericht in der Spiegel-Ausgabe vom 5. Juli erschienen, vom 5. Juli 1976. Damals hatte noch niemand den anthropogenen Klimawandel erfunden, deshalb kommt der Begriff im ganzen Beitrag nicht vor. Ungeachtet des fehlenden Klimawandels war es 1976 mindestens so heiß wie 2026 und deutlich dürrer als 2026 … ganz ohne Einfluss des Menschen und des von ihm angeblich verursachten Klimawandels.
„Im letzten Halbjahr fielen in Europa 45% weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. Auch mit Gewittern, die überdies verheerende Folgen haben, ist das Regendefizit kaum aufzuholen. Zeichen der Dürre: In der Pflanzenwelt ist der „permanente Welkpunkt“ erreicht. Vielerorts fehlt Grünfutter für das Vieh, Kühe werden zum Weiden in zwergwüchsige Sommersaatfelder getrieben oder müssen auf die Schlachtbank.. Europas Weizenernte ist auf drei Viertel der Normalernte zusammengedorrt, und es ist kein Regen in Sicht. Schlechte Nachricht aus dem Westen: Es herrscht Ruhe über dem Atlantik, Europas Wetterküche ist außer Betrieb. Das Thermometer steigt seit Wochen, die Stimmung sinkt täglich, drückende Hitze lastet auf allen Ländern. Die Sonne versengt das Leben, erstickt Hoffnungen, knickt Erwartungen. Die Landschaft glüht rot, gelb und braun, der Boden liegt staubig und knochentrocken, saftlose Wiesen welken dahin. Ausgemergelte Flussläufe winden sich aufgerissen durch flimmernde Täler. Staubfahnen wehen über knisternde Getreidefelder, erbarmungslos werden die Felder gegrillt.“
Einmal mehr kommt Klimawandel als Begriff in der Beschreibung nicht vor. Das lukrative Geschäft mit der Leichtgläubigkeit derjenigen, deren Ahnung in meteorologischen Dingen auf Hilfestellung angewiesen ist, war 1976 noch nicht erfunden. Die Folgen eines heißen Sommers wurden noch dem Sommer zur Last gelegt. Es gab keine “Menschen-machen-Klimawandel”-Erzählung, die jede Erscheinung, jede Beobachtung, jedes Ereignis, das zu ihr passt als Indiz der Korrektheit der Erzählung ausgegeben hat. Es gab noch keine Rahmengeschichte, die Ereignissen eine Bedeutung zugeschrieben, eine Bewertung ein-interpretiert hat.
Begriffe wie Klimawandel oder Rechtsextremismus oder Antifeminismus oder Rassismus dienen dazu, Bewertungen an Wahrnehmbares heranzutragen, das Wahrnehmbare quasi seiner Unschuld zu berauben und zum Raub der Ideologie zu machen, etwas hineinzuinterpretieren, eine ideologische Bewertung zum festen Bestandteil eines Ereignisses zu machen, so dass der Beobachtende zum konditionierten Deppen wird, der nicht mehr sieht, was ist, sondern sieht, was ihm vorgegeben wurde. Er sieht nicht mehr einen heißen Sommer, wie es 1976 der Fall war, sondern die Folgen von Klimawandel, er bildet sich ein, Folgen zu sehen, denn natürlich kann ein sprachliches Konstrukt wie Klimawandel, eine Erzählung wie das Menschen-machen-Klimawandel-Narrativ keinerlei Folgen in der Realität zeitigen, so wenig wie Rassismus oder andere Ismen.
Herbert Blumer, von dem wir das Beispiel des Boxers entliehen haben, das Blumer wiederum von George Herbert Mead entliehen hat, hat mit seinem symbolischen Interaktionismus die Tatsache, dass Bedeutung den Dingen und Handlungen und schon gar nicht den sozialen Interkationen nicht INNEWOHNT, sondern zugeschrieben, bei sozialen Interaktionen ausgehandelt werden muss, zur Grundlage seiner Forschungsrichtung gemacht. Wenige Jahre später hat William I. Thomas das Thomas-Theorem verbreitet: “Wenn Menschen eine Situation als real ansehen, dann hat sie reale Konsequenzen”.
Die Möglichkeiten, die sich für Propaganda ergeben, sind umfassend. Wenn es gelingt, eine bestimmte Bewertung für Ereignisse durchzusetzen, sie als “wahre Bewertung” zu popularisieren (X ist ein Ergebnis von Klimawandel), wenn es gelingt, das “Menschen-machen-Klimawandel”-Narrativ als Beschreibung einer realen Situation durchzusetzen, dann hat dies reale Konsequenzen. Wir sehen sie täglich u.a. in den Medien, die voller Gläubiger sind, die sich nicht vorstellen können, dass sie Opfer einer umfassenden Propaganda und Indoktrination geworden sind.
Herbert Blumer (1969). Symbolic Interactionism: Perspective and Method. Hoboken: Prentice-Hall.
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„Es sollte eine Vielzahl von Wissenschaftlern im Fernsehen und in Zeitungskolumnen zu sehen sein, die Maßnahmen wie Hochwasserschutzanlagen und Stauseen fordern, um die erwarteten riesigen Mengen an Regenwasser umzuleiten und für Zeiten zu speichern, in denen wir es brauchen. Entsalzungsanlagen, um lang anhaltende Sommerdürren zu bewältigen und Mittel zur Bekämpfung von Waldbränden bereitzustellen. Riesige Gewächshäuser, in denen die Temperaturen reguliert werden können (und den Pflanzen Kohlendioxid zugeführt werden kann), um unsere Nahrungsmittelversorgung zu sichern. Die Umstellung auf Tierrassen, die mit Extremsituationen zurechtkommen, und die Bereitstellung von Unterständen für das Vieh – wiederum zum Schutz unserer Nahrungsmittelversorgung. Bauvorschriften, die nicht nur die Notwendigkeit der Wärmespeicherung im Winter berücksichtigen – was sie bereits tun –, sondern auch die Wärmeableitung im Sommer.
Aber keiner von ihnen spricht davon; alles, was wir hören, ist die Notwendigkeit von Windkraftanlagen, Solarmodulen und Elektroautos. Alles, was staatlich subventioniert wird oder überwiegend in China hergestellt wird. Man muss sich fragen, woher das Geld kommt, um diese Wissenschaftler zu bezahlen.“
Wenn ich solche alten Meldungen einem ehemaligen Kollegen, einem Weltuntergangsjünger, schicke, antwortet er: Ja, aber jetzt ist das immer häufiger, praktisch jedes Jahr.
Man kann sie auch mit Statistiken nicht überzeugen. Mit gar keinem Argument, keinem Fakt.
Stattdessen weicht es aus und klagt Frau Reiche an, die ist wohl das aktuelle Feindbild der deutschen Grünen.
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„Klimaforscher glauben offensichtlich nicht an ihre eigenen Untergangsszenarien“
https://uncutnews.ch/klimaforscher-glauben-offensichtlich-nicht-an-ihre-eigenen-untergangsszenarien/
Letzten 2 Absätze des Artikels:
„Es sollte eine Vielzahl von Wissenschaftlern im Fernsehen und in Zeitungskolumnen zu sehen sein, die Maßnahmen wie Hochwasserschutzanlagen und Stauseen fordern, um die erwarteten riesigen Mengen an Regenwasser umzuleiten und für Zeiten zu speichern, in denen wir es brauchen. Entsalzungsanlagen, um lang anhaltende Sommerdürren zu bewältigen und Mittel zur Bekämpfung von Waldbränden bereitzustellen. Riesige Gewächshäuser, in denen die Temperaturen reguliert werden können (und den Pflanzen Kohlendioxid zugeführt werden kann), um unsere Nahrungsmittelversorgung zu sichern. Die Umstellung auf Tierrassen, die mit Extremsituationen zurechtkommen, und die Bereitstellung von Unterständen für das Vieh – wiederum zum Schutz unserer Nahrungsmittelversorgung. Bauvorschriften, die nicht nur die Notwendigkeit der Wärmespeicherung im Winter berücksichtigen – was sie bereits tun –, sondern auch die Wärmeableitung im Sommer.
Aber keiner von ihnen spricht davon; alles, was wir hören, ist die Notwendigkeit von Windkraftanlagen, Solarmodulen und Elektroautos. Alles, was staatlich subventioniert wird oder überwiegend in China hergestellt wird. Man muss sich fragen, woher das Geld kommt, um diese Wissenschaftler zu bezahlen.“
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Wenn ich solche alten Meldungen einem ehemaligen Kollegen, einem Weltuntergangsjünger, schicke, antwortet er: Ja, aber jetzt ist das immer häufiger, praktisch jedes Jahr.
Man kann sie auch mit Statistiken nicht überzeugen. Mit gar keinem Argument, keinem Fakt.
Stattdessen weicht es aus und klagt Frau Reiche an, die ist wohl das aktuelle Feindbild der deutschen Grünen.