Sklaven der Kontrollvariablen: Genderismus und Wissenschaft sind unvereinbar

Wer wie wir die wissenschaftliche Landschaft beobachtet, der hat in den letzten Jahren, wenn nicht im letzten Jahrzehnt eine  Veränderung festgestellt: Qualitative Forschung wird immer häufiger, quantitative Forschung immer seltener.

Das hat natürlich eine Ursache. Quantitative Forschung kann man nicht einfach so betreiben. Man benötigt eine methodologische Ausbildung, muss den Unterschied zwischen Operationalisierung und Faktum kennen. Man muss in Mathematik zumindest firm sein. Es ist nicht notwendig, Matrizenrechnung zu beherrschen, aber man sollte doch wissen, was passiert, wenn man z.B. eine Faktorenanalyse rechnet und es wäre auch hilfreich in der Lage zu sein, auf Grundlage einer vorhandenen Verteilung eine lineare Annäherung an die Verteilung von Hand berechnen zu können.

Qualitative Forschung ist mathematikfrei. Eine Erleichterung für all diejenigen, die Schwierigkeiten haben, eine Gerade einzuzeichnen, wenn man ihnen zwei Punkte in einem Koordinatenkreuz gibt. Um fair zu sein: Auch qualitative Sozialforscher haben sich bemüht, eine Methode zu entwickeln, die es ermöglich, die Willkür, die qualitativer Forscher anhaftet, loszuwerden. Die zum Teil recht guten methodologischen Lösungen haben jedoch wenig Widerhall in den Sozialwissenschaften gefunden. Qualitative Forschung ist vielmehr verkommen. An die Stelle methodischer Erwägungen ist das Draufloswurschteln getreten, das, damit es nicht als das solches kenntlich wird, als reflexive Forschung oder als Experteninterview bezeichnet wird. Experteninterviews sind in der Regel die Übertragung des Kaffeekränzchens aus dem Cafe um die Ecke in die Wissenschaft. Sie verlaufen bar jeder methodologischen Erwägungen oder gar Einsichten und resultieren zumeist in reflexiven Erkenntnissen, die keinerlei Bezug zur Wirklichkeit haben.

Diese Entwicklung hat eine Reihe von Ursachen. Eine davon ist die Etablierung von Gender Studies an Hochschulen. Gender Studies sind das Gegenteil von Wissenschaft. Die sie betreiben, haben kein Interesse an nachvollziehbarer Forschung und sind schon gar nicht im Stande, mit mathematischen Modellen oder gar mit Statistik umzugehen. Sie haben sich deshalb auf qualitative Methoden gestürzt und wie alles, was die Genderista in die Finger bekommt, so haben auch die qualitativen Methoden einen Qualitätseinbruch erlitten.

Die Art und Weise, in der die Genderista die qualitativen Methoden erledigt haben, zeigt deutlich, dass hier ein bunch of nuts unterwegs ist, um seine Phantasien auszuleben.

Ein mentaler Führer dieses bunch of nuts scheint eine gewisse Maria Mies zu sein, die vor ihrer Emeritierung an der Fachhochschule in Köln tätig war. Wikipedia beschreibt Mies wie folgt:

“Maria Mies (* 1931 in Steffeln) ist eine deutsche Soziologin. Sie hat feministische, ökologische und entwicklungspolitische Bücher publiziert, die international beachtet wurden. Sie ist Professorin emerita der Fachhochschule Köln. Bekannt und tätig ist sie weiterhin als strikte Gegnerin der Globalisierung und gehört zu feministAttac, einem Frauennetz von Attac.”

Damit ist eigentlich alles gesagt. Wer zu Attac gehört, hat in der Regel mit Wissenschaft nichts am Hut, seine Anwesenheit an einer Hochschule kann daher nur als Betriebsunfall bezeichnet werden. Dass Mies als mentaler Anführer der Knalltüten angesehen werden kann, die sich heute an Hochschulen breit gemacht haben, zeigt sich auch deutlich, wenn man das, was sie zu Feminismus und Sozialforschung zusammen geschrieben hat, liest.

Nein, wir haben es nicht gelesen. Wir haben die Lektüre Alan Bryman überlassen. Bryman muss diesen Unsinn lesen, denn er hat ein Buch über Social Research Methods geschrieben, das nicht auf sinnvolle Social Research Methods beschränkt ist, sondern die gesamte Bandbereite von Unsinn mit erfasst, die sich heutzutage an Hochschulen finden lässt. Und so findet sich auch Mies.

Alan Bryman (2015). Social Research Methods. Oxford: OUP.

Man muss das, was Genderista von sich geben, häufig erst einmal einsickern lassen und sich selbst bestätigen, dass die den Blödsinn, den sie schreiben, Ernst meinen. Dann muss man das Gelesene noch einmal lesen und sich fragen, wie jemand auf die Idee kommen kann, seine Phantasien an Dinge heranzutragen, von denen er keine Ahnung hat, überhaupt keine Ahnung.

So ist Mies der Ansicht, dass quantitative Forschung die Stimme von Frauen unterdrücken würde, weil quantitative Forschung auf der Suche nach Wahrheit „valid knowledge“ Frauen zu Objekten der Forschung mache, sie in Kategorien stecke und die quantitative Unterdrückung von Frauen noch durch die Einführung von Kontrollvariablen amplifiziere.

So einen Blödsinn muss man wirklich erst einmal verdauen.

Wie soll man jemandem antworten, der denkt, man könne Forschung betreiben, ohne ein Forschungsobjekt? Kein Wunder, dass Genderista keine Forschungsergebnisse vorzuweisen haben. Ohne Forschungsobjekt kann man halt nichts erforschen. Aber damit nicht genug, wenn man die Antworten, die Frauen in einem Fragebogen gegeben haben, im Rahmen quantitativer Sozialforschung berücksichtigt, dann macht man diese Frauen nach Ansicht von Frau Mies nicht nur zum Objekt der Forschung, nein, man beutet sie auch aus, nutzt ihre Antworten und gibt nichts zurück. Selbst Frauen machen sich dieser Form modernen Befragungssklaventums nach Kenntnis von Mies schuldig. Man muss schon hart an der Grenze zur Debilität entlanglaufen, um auf derartigen Unsinn zu kommen. Wenn Fragen Ausbeutung darstellen, dann wird es Zeit, die Fragestunde im Bundestag abzuschaffen und Lehrer daran zu hindern, systematisch ihre Schüler auszubeuten und die Ausbeutung noch mit Bewertung zu krönen. 

Der absolute Knaller kommt jedoch erst noch:

Dass man Frauen in quantitativen Modellen als Kontrollvariable benutze, verstärke noch deren Ausbeutung.

Wir haben keine Worte mehr, um einen derartigen, ja, was eigentlich, Unsinn, Blödsinn … angemessen zu bezeichnen. Die Frau hat wirklich Phantasie. Aber leider eben keine Ahnung. Ein Datensatz besteht in der Regel aus Zeilen und Reihen mit Zahlen darin. In einem Datensatz finden sich keinerlei Frauen, auch keine Männer. Es finden sich Operationalisierungen, z.B. die Operationalisierung von Geschlecht: 1 „männlich“, 2 „weiblich“. Damit kann man dann rechnen, Geschlecht als binäre Variable mit nominalem Skalenniveau behandeln und, ja, wir geben es zu, als Kontrollvariable in ein statistisches Modell einführen. Das hat jedoch nichts mit den Sado-Masochistischen Phantasien, die Frau Mies zu haben scheint, zu tun, nichts mit Kontrolle und Unterdrückung. Es heißt nämlich nur Kontrollvariable, weil damit ein Einfluss konstant gehalten werden soll, so dass man Ergebnisse bekommt, die man unabhängig vom Geschlecht interpretieren kann. Nicht nur haben Kontrollvariablen nichts damit zu tun, dass Frauen oder Männer gefesselt oder überwacht werden, Frauen und Männer sind nicht einmal in einem Datensatz, lediglich eine Zahl, eine Operationalisierung ist in einem Datensatz enthalten. Und weil dem so ist, deshalb suchen quantitative Sozialforscher auch nicht nach „Wahrheit“ oder „valid knowledge“, sondern nach Zusammenhängen und sie versuchen, Theorien mit Daten zu bestätigen oder zu falsifizieren, aber eben nicht zu beweisen.

Das alles weiß Frau Mies nicht, kann sie nicht wissen, sonst würde sie nicht den Blödsinn schreiben, den sie schreibt, und das alles wissen Gendersita nicht. Wie häufig uns in den letzten Jahren das Missverständnis begegnet ist, dass es Wissenschaftler gäbe, die denken würden, man könne objektive Wahrheit finden, … wir haben aufgehört zu zählen. Wann immer uns dieser Unsinn begegnet ist, kam er jedoch von Genderista, die die einzigen zu sein scheinen, die an diesen Unsinn glauben, was einmal mehr zeigt, dass sie nicht nur nichts mit Wissenschaft zu tun haben, sondern nicht einmal eine Vorstellung davon haben, was Wissenschaft eigentlich ist.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn – wie abermals Bryman herausgearbeitet hat – sind Genderista der Ansicht, quantitative Sozialforschung sei abzulehnen, weil sie wertneutral vorgehe. Und hier haben sie ausnahmsweise einmal zumindest im Ansatz recht. Quantitative Sozialforschung soll wertneutral sein, aber nicht nur quantitative Sozialforschung, auch qualitative Sozialforschung, ja Sozialforschung überhaupt, Wissenschaft als Ganzes. Tatsächlich ist es eine der unverrückbaren Grundlagen von Wissenschaft, wertneutral vorzugehen. Da Genderista, wie Bryman gezeigt hat, das explizit nicht wollen, stellen sie sich – wie all die anderen politischen Aktivisten – selbstgewählt und bewusst außerhalb der Wissenschaft auf und machen deutlich, dass Genderismus keine Wissenschaft ist.

Warum sind Genderista dann an Hochschulen präsent? Man muss nach den Ausführungen, die Brynman zitiert, davon ausgehen, dass die Unterwanderung von Hochschulen durch Genderista die Zerstörung von Wissenschaft zum Ziel hat.

Es ist nicht mehr lustig: Einerseits sind Irre dabei, Bücher wie die Kleine Hexe zu zensieren, weil darin Worte vorkommen, die sie nicht mögen, andererseits sind Bücher wie die von Mies und anderen Genderista im freien Handel zugänglich und werden nicht mit einem Zusatz wie: “Das Lesen dieses Buches kann ihren Intellekt beschädigen” versehen. 

Wie weit die Genderista mit ihrem Vorhaben schon gelangt ist, wie sehr sie deutsche Universitäten bereits infiltriert hat, das weiß niemand. Wir wollen es untersuchen, in einem Forschungsprojekt, das nur von Privatleuten, die ein Interesse an unserer Forschung haben, finanziert wird. Wir haben bereits 75% der Mittel zusammen, die notwendig sind, um die erste Phase des Projekts zu beginnen. Wenn Sie auch dazu beitragen wollen, das Ausmaß der Gender-Unterwanderung an deutschen Universitäten zu untersuchen, dann können finden Sie hier Näheres zu Projekt und den Möglichkeiten, uns zu unterstützen.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Unsinn der Woche: Bochumer Stadtverordnete sind inkompetent

“Großen Anklang”, so heißt es in einer Pressemeldung der Ruhruniversität Bochum (RUB), finde “ein soeben abgeschlossenes Forschungsprojekt der RUB mit dem Frauenbeirat der Stadt Bochum”. Wir wollen einmal dahin gestellt lassen, ob der große Anklang ein positives oder ein negatives Zeichen ist, und uns diesem Forschungsprojekt der RUB widmen, für das der Juniorprofessor Dr. Katja Sabisch, an der RUB für Gender Studies angestellt, verantwortlich zeichnet.

RUBDas groß anklingende Forschungsprojekt ist aus zwei Gründen der Erwähnung wert. Zum einen ist es wohl nicht so häufig, dass Mitarbeiter der RUB Stadtverordneten in Bochum Inkompetenz attestieren, zum anderen bietet das Forschungsprojekt einen Einblick in das, was im Rahmen von Genderstudies gelehrt wird und somit einen Einblick in einen Bereich, den Genderisten gewöhnlich vor der Öffentlichkeit verbergen.

Die Stadtverordneten in Bochum sind inkompetent,

denn sie hängen zwischen “Wissen und Willen”. Sie sind so etwas wie gutmütige Trottel, die zwar wollen, aber nicht können, denn es herrscht “Mangel an Wissen und Umsetzungsideen”. Genauer: “… die Bereitschaft, Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen, ist zwar vorhanden, doch es fehlt das nötige Geschlechterwissen”. Bochumer, es ist an der Zeit, bei Kommunalwahlen andere Maßstäbe anzulegen. Es geht nicht an, dass Stadtverordnete gewählt werden, die Männlein nicht von Weiblein unterscheiden können. Bei der nächsten Wahl also auf das Geschlechterwissen achten, fragen, welche Erfahrungen in Geschlechterfragen die Kandidaten auf den Posten eines Stadtverordneten haben!

Einblicke in die Lee/hrwelt der Genderforschung

Die Inkompetenz der Stadtverordneten ist das Ergebnis des oben angesprochenen Kooperationsprojekts, an dem Studenten von Juniorprofessor Sabisch beteiligt waren. Entsprechend kann man aus den Ergebnissen auf das schließen, was den Studenten von ihrem Juniorprofessor vermittelt wird.

Die erste entsprechende Erkenntnis ist besser als gedacht: Genderisten kennen zumindest qualitative Formen der Sozialforschung, d.h. sie haben davon gehört, denn auf den zweiten Blick zeigt sich, die Methoden zu den qualitativen Formen der Sozialforschung sind unbekannt.

Glaser grounded theorySo haben “[f]ünf Leitfaden gestützte Interviews mit jungen Eltern, die in der Bochumer Kommunalpolitik aktiv sind”, zu der Erkenntnis geführt, dass “Probleme mit der Vereinbarkeit von Familile und Beruf immer im Vordergrund stehen”, schlimmer noch: Die “Herausforderung ‘Ehrenamt'” gerate bei allen Interviewten in den Hintergrund: “Erwerbsarbeit ist damit das Definitivum, von dem aus politisches Engagement … gedacht wird” (Definitivum meint übrigens endgültiger Zustand, aber das nur nebenbei).

Fünf Leitfadeninterviews haben also zu dem Ergebnis geführt, dass es Menschen gibt, die arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, selbst unter kommunalpolitisch Aktiven. Anstatt diese seltene Spezies von politisch Engagierten, also von politisch Engagierten, die arbeiten und selbst Steuern zahlen, statt Steuerzahlern auf der Tasche zu liegen, zu thematisieren, wird lamentiert, dass man als arbeitender Mensch andere Prioritäten setzen muss als als Berufspolitiker, insbesondere wenn man sich zudem zur Fortpflanzung entschieden hat.

Bemerkenswert sind auch drei Interviews zum Gender Mainstreaming, die gezeigt haben, dass vor allem oder nur die “städtische Bauplanung” der Bereich ist, in dem Gender Mainstreaming eine Bedeutung hat. Leider wird hier nicht vertieft, also am Beispiel die Bedeutung von gendergerechter Stadtplanung deutlich gemacht. Das wäre interessant gewesen, denn wir wissen zwar um die Rampen für Rollstuhlfahrer, die in den 1980er Jahren in Mode waren und öffentlich gefördert behindertengerechte Gebäude erschaffen sollten, was allerdings gendergerechtes Bauen darstellt, we hestitate to speculate… Na ja, vielleicht große Küchen anstelle von Küchenzeilen? Ah, das hat jetzt gerade Diskussionen in der Redaktion ausgelöst. Vielleicht besser: Doppeltoiletten falls die Freundin zu Besuch kommt … Ok. Besser wir hören damit auf. Vielleicht haben ja manche unserer Leser eine (bessere) Idee von gendergerechter städtischer Bauplanung.

BlumerDie Erfolgsmeldung aus der “städtischen Bauplanung” ist leider nicht uneingeschränkt gültig. Hier der Wermutstropfen: Die städtischen Bauplaner machen Gender Mainstreaming wegen einer entsprechenden “Anordnung”, sie fügen sich in Vorgaben eines “Top-Down-Prozesses”, “ein wirkliches Umdenken in den Köpfen der Beteiligten” hat nicht stattgefunden. Trotz aller Versuche der Indoktrination, so muss man ergänzen, hat auch das Gender Mainstreaming bislang keinen Weg gefunden, die Gedanken der Menschen unfrei zu machen. Ja, Bochumer, es ist noch Hoffnung, selbst wenn es um “städtische Bauplanung” geht, scheinen manche Stadtverodneten noch selbst zu denken.

Über weitere bahnbrechende Erkenntnisse wie z.B. die Feststellung, dass “gleichstellungspolitische Themen … in der Arbeit des Ausschusses für Migration und Integreation” keine “übergeordnete Rolle spielen” (am Ende stehen hier die Menschen im Vordergrund?) und der bereits gemachten Feststellung, dass Stadtverordnete inkompetent sind und mehr wollen als sie können, gelangen wir zum Höhepunkt der Forschung zum “Doing Gender”.

Die Erkenntnisse zu “Doing Gender” basieren auf “teilnehmenden Beobachtungen von zwei Ausschusssitzungen”. Aus diesen beiden teilnehmenden Beobachtungen resultiert die Erkenntnis, dass “das Dasein für Frauen in der Politik durchaus kein leichtes ist. Frauen sind nicht nur zahlenmäßig unterpräsentiert, sondern erfahren auch … an anderer Stelle Diskriminierung”. Das ist der bisherige Höhepunkt (aber es wird noch beser): Wo immer Frauen in der Minderheit sind, liegt also Diskriminierung vor, bei der Müllabfuhr werden Frauen vom Mülllehren ausgeschlossen, die große Mehrheit männlicher Müllfahrer zeigt: Frauen werden diskriminiert. Im Zweiten Weltkrieg blieb ihnen das letzte Opfer für ihr Land versagt. Die Mehrheit  männlicher Weltkriegstoter zeigt: Frauen werden diskriminiert. Und durch Frauenhäuser wird Frauen die Möglichkeit genommen, obdachlos zu werden. Ergebnis: Sie sind unter Obdachlosen unterrepräsentiert, werden diskriminiert und nicht in gleicher Zahl zu Obdachlosigkeit zugelassen.

Wir haben versprochen, dass es noch besser wird, und es wird noch besser. Die Diskriminierung an “anderer Stelle”, die die Studenten in teilnehmender Beobachtung dingfest gemacht haben, ist der “Umgang mit dem Mikrofon”, der wohl nicht meint, dass Frauen, die es in Bochum unter Stadtverordnete geschafft haben, zu dumm sind, ein Mikrofon zu bedienen, sondern der impliziten Prämisse huldigt, dass Frauen der Zugang zu Mikrofonen absichtlich von männlichen Patriachen verstellt wird: Ergebnis, den Ohren Gewalt antuendes Gekreische oder in den Worten der Studenten: “Oftmals waren es Frauen, die sich ohne jede teschnische Unterstützung äußerten, was klar zu ihrem Nachteil geschah”.

Einer geht noch!

Hier nun wirklich der Höhepunkt der studentischen Forschung unter Anleitung von Juniorprofessor Sabisch:

“Traditionelle Rollenzuweisungen waren nicht erkennbar. Für die Forschung bedeutet dies, dass weibliche Unterrepräsentanz in der Politik nicht auf der praktischen Ebene der Politikgestaltung stattfindet, sondern im Vorfeld eine Vielzahl von Schließungsmechanismen greifen, die dazu führen, dass Frauen gar nicht erst in politische Führungspositionen gelangen können. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, dass Frauen, die bereits in der Politik beispielsweise als Ratsfrauen angenommen sind, auch denselben Status genießen, wie ihre männlichen Ratskollegen”.

Ein wirklich bemerkenswertes Dokument geistiger Verwirrung. Man weiss gar nicht, wo man anfangen soll:

  • Logik f dummiesWenn etwas nicht erkennbar ist, aber Frauen dennoch seltener vorkommen als Männer, dann ist das ein Indiz für Schließungsmechanismen, die verhindern, dass Frauen in einer bestimmten Position, z.B. als Maat auf einem Walfänger, ankommen. Die logische Konsequenz aus diesem Unsinn lautet: Wann immer etwas nicht vorhanden ist, muss geschlossen weden, dass eine Vielzahl von Schließungsmechanismen für das Nichtvorhandensein verantwortlich sind.
  • Aufgabe für die Studenten von Juniorprofessor Salisch: Einen Tag lang sammeln, was alles nicht vorhanden ist und dann die Schließungsprozesse benennen.
  • Verlassen wir dieses hervoragende Beispiel des Fehlschlusses der Verneinung des Antecedens, denn die Prämisse ist auch lohnend: Wie uns die Studenten von Juniorprofessor Sabisch unter ihrer fachkundigen Anleitung zeigen, sind Frauen keine Wesen mit Willenskraft, und sie sind in keiner Weise dazu in der Lage von Männern abweichende Entscheidungen zu treffen. Männer sind das non plus ultra, an dem die weiblichen Lemminge gemessen werden müssen, und wenn relativ zu Männern nicht genug weibliche Lemminge in Positionen gekommen sind, dann sind sie auf dem Weg dahin wohl von bösen Mächten ins Meer umgeleitet worden.
  • Obwohl im Satz vorher behauptet wurde, dass “eine Vielzahl an Schließungsmechanismen” dafür sorgt, dass “Frauen gar nicht erst in Führungspositionen gelangen können” gibt es dennoch Frauen, “die bereits in der Politik beispielsweise als Ratsfrauen angenommen sind” – ein klassischer Widerspruch, der zum Umkehrschluss überleitet, der keiner ist. (Das Verb “angenommen” offenbart eine erschreckende Prämisse. Wer hätte das von Genderisten gedacht, dass sie danach streben, in angeblich männlichen Domänen angenommen zu werden?)
  • Umkehrschlüsse werden vornehmlich von Juristen bedient, was bereits einen Hinweis auf ihre Korrektheit gibt. Ein Umkehrschluss läge z.B. vor, wenn ein Gesetz X aussagen würde, dass nur verheiratete Frauen Ratsmitglied sein können und daraus, im Umkehrschluss geschlossen würde, dass unverheiratete Frauen nicht im Rat sitzen können, was letztlich auf dem Satz des ausgeschlossenen Dritten basiert, der hier davon ausgeht, dass es keine Frauen gibt, die zugleich verheiratet und unverheiratet sind.
  • Aufgabe für die Studenten von Juniorprofessor Sabisch: Herausfinden, warum der behauptete Umkehrschluss kein Umkehrschluss ist.

Wenn man den vierseitigen Unsinn aus dem Forschungsprojekt der “RUB mit dem Frauenbeirat der Stadt Bochum” an sich vorbeiziehen lässt, dann kann man nicht anders, als Mitleid mit den Studenten zu haben, die so völlig bar wissenschaftlicher Methoden durch die Welt der qualitativen Sozialforschung wanken. Deshalb abschließend, der konstruktive Teil:

  • Es gibt Methoden der qualitativen Sozialforschung.
  • Qualitative Sozialforschung ist nicht Willkür Marke: Wir gehen ins Feld und lassen uns etwas erzählen , oder wir setzen und in eine Ratssitzung, mal sehen, was uns auffällt.
  • Philip Mayring, Barney G. Glaser und Anselm Strauss oder Uwe Flick, sie alle haben Methoden der qualitativen Sozialforschung begründet und gezeigt, wie man versucht, sinnvoll qualitative Forschung zu betreiben.
  • Bei Mayring finden sich sogar Reliabilitäts- und Validitätskriterien, die es erlauben, die Relevanz der eigenen qualiativen Forschung zu bewerten.
  • Ganze Zweige der Soziologie, die u.a. von Herbert Blumer und Harold Garfinkel begründet wurden, haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, worin sich qualitative Sozialforschung auszeichnet. und z.B. ein monumentales Werk von Aaron V. Cicoural hat die entsprechenden Anstrengungen in eine Methode gegossen.

Die Lektüre der entsprechenden Arbeiten sei den Studenten von Junoiorprofessor Sabisch dringend empfohlen:

Cicoural, Aaron V. (1964). Method and Measurement. New York: Free Press.

Flick, Uwe (2007). Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Reinbek: Rowohlt.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (2006). The Discovery of Grounded Theory: Strategies for Qualitative Research. New Brunswick: Aldine Transaction.

Mayring, Philipp (2008). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz.

Mayring, Philipp (1990). Einführung in die qualitative Sozialforschung. Eine Anleitung zu qualitativem Denken. München: Psychologie Verlags Union.

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