Wissenschaftlicher Unsinn gefährdet Ihre Gesundheit

Grundsätzlich ist es das Ziel von wissenschaftlicher Forschung, allgemeine Zusammenhänge, verallgemeinerbare Aussagen, Theorien aufzustellen, die es erlauben, auf Basis einiger Kriterien Aussagen über die Zukunft, also Prognosen aufzustellen.

Tatsächlich verkommt wissenschaftliche Forschung immer mehr zu ideologischem Geschwätz oder sie wird dazu genutzt, die letzten Trivialitäten zu verkünden oder dazu, den allgemeinen Wald vor lauter speziellen Bäumen nicht mehr zu sehen. Häufig sind angebliche Wissenschaftler nur noch damit beschäftigt, ihren geistigen Tellerrand abzulaufen und kommen nicht einmal auf die Idee, es könnte eine Erkenntnis jenseits der eigenen Engstirnigkeit geben.

Opp MethodologieDie „Bonner Ökonomen Armin Falk und Fabian Kosse“ gehören zu Letzteren. Sie produzieren Ergebnisse, die (1) trivial, (2) engstirnig und (3) idiosynkratisch sind, und zwar unter der Überschrift: “Unfaire Löhne gefährden die Gesundheit”.

Falk und Kosse haben 80 Studenten in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe enthielt Chefs, eine Arbeiter. Die Arbeiter mussten 25 Minuten lang langweilige Rechenaufgaben lösen, während die Chefs entspannten. Für jede gelöste Rechenaufgabe gab es Geld. Je mehr Rechenaufgaben gelöst wurden, desto höher das gemeinsame Verdienst, das am Ende der 25 Minuten von den 25 Chefs mit den 25 Arbeitern geteilt wurden. Dabei haben sich die Chefs regelmäßig mehr Geld zugewiesen als sie ihren Arbeitern zugebilligt haben, was bei den Arbeitern dazu geführt hat, dass sich die Herzfrequenzvariabilität abgesenkt hat.

Sie waren gestresst, wie Falk und Kosse meinen, verärgert wäre das Wort, das wir gewählt hätten. Nun bringt eine niedrigere Herzfrequenzvariabilität, wie Falk und Kosse meinen, das erhöhte Risiko einer Herzerkrankungen mit sich. Entsprechend folgern sie, dass die unfaire Teilung des von den Arbeitern erwirtschafteten Gelds durch die Chefs letztlich die Arbeiter krank machen kann.

Von hieraus machen Falk und Kosse einen Sprung zu Ergebnissen, die auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels erzielt wurden. Demnach haben Befragte, die ihren Lohn als unfair empfunden haben, auch ihren Gesundheitszustand schlechter eingeschätzt als Befragte, die ihren Lohn als fair empfanden. Der Sprung soll die eigenen, mageren Ergebnisse, die auf dem Rücken von 80 studentischen Opfern gewonnen wurden, aufpeppen und allgemein machen. Tut er aber nicht. Vielmehr vergleichen Falk und Kosse Äpfel mit Birnen.

Im SOEP wurde real erhaltener Lohn und subjektive Einschätzung von Gesundheit untersucht, während Falk und Kosse erspielten Gewinn, willkürliche Entscheidung und gemessene Herzfrequenzvariabilität in Zusammenhang gebracht haben. Sie behaupten also einen Syllogismus ohne Mittelglied, und so lange sie nicht belegt haben, dass unfairer Lohn mit erspieltem Gewinn und mit Herzfrequenzvariabilität und subjektiv schlecht eingeschätzter Gesundheit zusammenhängt, ist ihre wilde Assoziation eben das: eine wilde Assoziation.

Wenn der Schluss, den Falk und Kosse gerne im Hinblick auf Lohngerechtigkeit ziehen würden, wohl weil Lohngerechtigkeit derzeit ein trendy Thema ist, mit dem man viel Browniepoints verdienen kann, nicht gezogen werden kann, was bleibt dann von ihrer Forschung?

Trivialitäten.
Diese zum Beispiel: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der menschliche Körper auf soziale und kontextbezogene Informationen reagiert und sie systematisch verarbeitet“.

Unglaublich. Menschen sind Teil einer Umwelt und reagieren auf diese Umwelt. Es soll Menschen geben, die bei Hitze schwitzen, andere sollen bei Kälte frieren und wieder andere sollen mit Ärger reagieren, wenn sie öffentlich-rechtliche Sender anschalten, Behördenbriefe erhalten oder derart dünngeistigen Unsinn zugemutet bekommen, wie ihn Fabian Kosse hier formuliert hat.

Nicht genug mit Trivialitäten, Engstirnigkeit kommt noch hinzu.

Völlig fixiert auf ihr Ansinnen, auf dem Trittbrett der Lohngerechtigkeit mitzufahren (um vielleicht vom BMFSFJ gefördert zu werden), sehen sie den Wald vor lauter Bäumen nicht, obwohl Gerechtigkeit eine Universalie ist, die den Schluss nahelegt, dass eine Verletzung des Gerechtigkeitsempfinden im generellen und nicht nur im Speziellen für die niedrigere Herzfrequenzvariabilität verantwortlich ist. Der Spiellohn bei Falk und Kosse wäre somit ein Anwendungsfall eines größeren Themas, eines Themas, das eigentlich in der Wissenschaft bearbeitet wird, nur nicht von Falk und Kosse.

Vielleicht scheuen Sie davor zurück, weil der Schluss, dass eine niedrige Herzfrequenzvariabilität ein Maß für ein erhöhtes Risiko einer Herzerkrankung ist, vor allem dann, wenn es um gesunde und junge Menschen geht, unter Ärzten umstritten ist bzw. nicht gezogen wird. Ärzte begnügen sich damit festzustellen, dass die Herzfrequenzvariabilität bei Patienten, die bereits unter einer Erkrankung des Herzens leiden, ein hilfreicher Indikator sein kann und dass es wohl einen, bislang ungeklärten Zusammenhang zwischen Herzfrequenzvariabilität und Alter gibt:

“ Die Mechanismen der altersassoziierten HRVAbnahme sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Sicher spielen bei einem Teil der Menschen gerade auch mit zunehmendem Alter Lifestyle – Faktoren, vor allem die Abnahme der körperlichen Aktivität und daraus resultierend der körperlichen Fitness eine Rolle. Darüber hinaus scheint jedoch auch der Alterungsprozess per se zu einer Beeinträchtigung der autonomen Funktion zu führen, wobei nach derzeitiger Datenlage vor allem vagusvermittelte Prozesse und Regelkreise betroffen sind.“

Vom Forschungsergebnis, das Falk und Kosse mit umfangreichen und weitreichenden Behauptungen vertreiben, bleibt nichts übrig, so dass man wohl feststellen muss: handwerklich schlecht, theoretisch unfundiert, assoziativ und falsch. Forschung 2017.

Bonn/Vallendar; Forscher finden: Unternehmen bestehen aus Menschen

Forschung aus Bonn sorgt derzeit für Aufsehen: “Die Studie hat seit ihrem Erscheinen das beste Medienecho aller jemals im Journal of Organizational Behvior veröffentlichten Artikel erhalten”, so frohlockt es in der Pressemeldung der Otto Beisheim School of Management in Vallendar.

Verdient ist dieses Medienecho, hat sich doch nun endlich auch unter Betriebswirtschaftlern die Erkenntnis verbreitet, dass in Unternehmen Menschen arbeiten, nein, schlimmer noch, dass sie gezwungen sind, miteinander zu arbeiten: “An organization’s success critically depends on the ability of its members to coordinate and cooperate well with each other” (Momm et al, 2015: 158).

Lexus

Endlich geklärt: Bei den beiden Gestalten handelt es sich um Arbeiter

Endlich, so möchte man ausrufen, endlich haben Betriebswirtschaftler bemerkt, dass es nicht reicht, Programme auzulegen, Anreize auszusetzen und Human Resource Management zu betreiben, nein, man muss die neuendeckten Menschen, die in Unternehmen gefunden wurden, manche nennen sie schon Arbeiter, dazu bringen, effektiv und gut miteinander zu arbeiten.

Dazu ist es z.B. wichtig zu wissen, ob Hans immer noch sauer ist, weil Horst ihn gestern als Faulenzer bezeichnet hat und er deshalb neben dem Fließband sitzt und schmollt. Denn wenn Horst schmollt, dann arbeitet er nicht gut, auch dann nicht, wenn man ihm ein in grün angemaltes Fließband (als Job Design Maßnahme) verspricht.

Doch wie entdeckt man, dass Horst schmollt und entsprechend nicht sonderlich kooperativ ist? Wie merkt man überhaupt, welche emotionale Verfassung die unterschiedlichen Gestalten, die sich in Unternehmen herumtreiben, haben?

Diese Frage haben Tassilo Momm, Gerhard Bickle, Yongmei Liu, Andreas Wihler, Mareike Kholin und Jochen I. Menges nun endlich beantwortet, und jetzt räumen sie auf: “‘Emotionserkennung ist ein ökonomischer Erfolgsfaktor, wird aber in ihrer Bedeutung oft unterschätzt. Damit räumt unsere Studie nun auf. Daher freue ich mich besonders, dass unsere Forschungsergebnisse eine derart große mediale Beachtung finden’, so Menges”.

Denn: Wer besser erkennt, ob Horst schmollt oder nicht, der verdient auch mehr. Das haben die Bonner Forscher eindeutig und auf Grundlage von 142 Angestellten1-Angestellter2-Vorgesetzter-Triaden herausgefunden. Es rechnet sich also, zu wissen, wann Horst schmollt. Eindeutig! Mit einem Beta von .16 in Mplus 7.1, und da Mplus 7.1 ein Strukturgleichungsmodell berechnet, muss stimmen, was hinten herauskommt: Ein Plus von Beta = .16 im Einkommen, für alle, die Horst als schmollend erkennen, nein, die ingesamt im DANVAS2, der Diagnostic Analysis of Nonverbal Accuracy 2, gut abschneiden, denn DANVAS2 misst, wie gut ihre Emotionale Intelligenz ausgeprägt ist, so sagen Momm et al.

Emotionale Intelligenz, nein, das misst DANVAS2 nicht wirklich, aber diese kleine Verallgemeinerung muss man den Autoren verzeihen, die vermutlich zu aufgeregt ob ihrer herausragenden Erkenntnisse waren.

Denn DANVAS2 misst nur, ob Sie 47 Gesichter akkurat den Zuständen: traurig, glücklich, ärgerlich und ängstlich zuordnen können.

Gesichter wie das folgende:

DANVAS2

Was für ein Gesicht ist das? Ein trauriges, ein ängstliches, ein ärgerliches, ein glückliches? Machen Sie den DANVAS2 Test, der sich hier findet, und testen Sie ihre Gesichtsausdruckserkennungsfähigkeit. Es lohnt sich, denn Momm et al. aus Bonn haben herausgefunden, dass es sich mit einem Beta von .16 in Mplus 7.1 auf das Jahreseinkommen auswirkt.

Richtig. Nur ihre Fähigkeit, Horst am Schmollen zu erkennen, macht die Gehaltssteigerung (um Beta: .16 in Mplus 7.1), nicht ihre Leistung, nicht ihr Alter, nicht ihre Bildung, nein, nur die Emotionserkennungsfähigkeit macht den Unterschied. Das steht nach der Forschung der Bonner fest: “Alternativerklärungen für die unterschiedlich hohen Einkommen der Arbeitnehmer” seien ausgeschlossen, denn: “Auch unter Berücksichtigung von Faktoren wie Intelligenz, Gewissenhaftigkeit, Geschlecht, Alter, Ausbildung, wöchentliche Arbeitszeit und der hierarchischen Position in der Organisation blieb der Effekt der Emotionserkennungsfähigkeit auf das Einkommen bestehen”.

So steht es in der Pressemeldung, in der “Professor Menges”, der im Autorenteam zuletzt Genannte, noch anfügen darf, dass “[o]bwohl Emotionserkennungsfähigkeiten so wichtig sind und – wie wir nun wissen – sogar finanziell belohnt werden, werden diese Fähigkeiten bisher eher selten systematisch in Bildungseinrichtungen trainiert oder in Bewerbungsverfahren abgefragt”.

Wundern Sie sich also nicht, wenn sie demnächt von ihrem Unternehmen zu einem Emotionserkennungstraining an die Universität Bonn geschickt werden. Die Kosten von vielleicht 5.000 Euro, die trägt ihr Unternehmen. Wundern Sie sich auch nicht, wenn sie in Einstellungsgesprächen gefragt werden: “Können Sie eigentlich die emotionale Verfassung von Horst an dessen Gesicht erkennen?”

Emotionserkennungsfähigkeiten sind wichtig, sie führen dazu, dass das Zusammenarbeiten, das zwischen den in Unternehmen neu entdeckten Menschen, die manche bereits Arbeiter nennen (wir berichteten oben), reibungslos funktioniert und mehr Umsatz und mehr Gehalt erwirtschaftet wird.

Wie gut es doch ist, dass uns Betriebswirtschaftler regelmäßig mit dieser Art revolutionärer Erkenntnis versorgen, wir wüssten gar nicht, was wir ohne derartige Erkenntnisse tun würden.

P.S.
Wer die Studie komplett liest, wird vielleicht über “political skills” und “interpersonal facilitation ratings” stolpern. Dabei handelt es sich zum ersten um Einschätzungen, ob ein Arbeiter in der Lage ist mit anderen auszukommen (das sind dann politische Fähigkeiten für die Autoren) oder ob ein Arbeiter besser zuhören kann als andere Arbeiter, das sind dann Fähigkeiten, die Interaktionen zwischen Arbeitern erleichtern. Beides hängt ebenso wie die Fähigkeit, schmollende Gesichter zu erkennen, mit dem Jahresgehalt zusammen und ebenso wie bei der Emotionserkennungsfähigkeit, so ist auch für die beiden Variablen vollkommen unklar, warum sie mit einem höheren Einkommen einhergehen. Wie dem auch sei, die Autoren schenken diesen Variablen in ihren Pressemeldungen keinerlei Beachtung, also haben wir sie auch außen vor gelassen.

Momm, Tassilo, Bickle, Gerhard, Liu, Yongmei, Wihler, Andreas, Kholin, Mareike & Menges, Jochen I. (2015). It Pays to have an Eye for Emotions: Emotion Recognition Ability Indirectly Predicts Annual Income. Journal of Organizational Behavior 36(1): 147-163.

Mädchen- und Frauenförderung

Wir werden der vielen eMails, die uns derzeit mit Hinweisen auf bedrückende Nachrichten aus der Wissenschaft erreichen, kaum mehr Herr, aber wir versprechen, sie alle und im Laufe der Zeit abzuarbeiten.

Das tun wir heute unter dem Stichwort: “Mädchen- und Frauenförderung“.

Mädchen- und Frauenförderung ist ein Moloch, der sich immer weiter durch die deutsche Institionenlandschaft frisst und dafür sorgt, dass die Ausgangsposition bei Bewerbungen oder beim Start in das Berufsleben zwischen Frauen und Männern nicht gleich ist. Mit anderen Worten: Mädchen und Frauenförderung beseitigt Chancengleichheit zwischen Jungen und Mädchen und zwischen Männern und Frauen zu Gunsten von Mädchen und Frauen.

Mädchen- und Frauenförderung basiert darüber hinaus auf der Prämisse, das Mädchen im Vergleich zu Jungen und Frauen im Vergleich zu Männern nicht über das selbe Kompetenzniveau verfügen und zudem und im Hinblick auf Fertigkeiten und Fähigkeiten hinter Jungen und Männern zurückbleiben. Und ganz so, wie es in den 1970er Jahren chick war, eine Rollstuhlfahrerrampe als Form der öffentlich sichtbaren Behindertenförderung zu bauen, schießen heute die Förderprogramm aus dem Boden, mit denen Mädchen und Frauen, denn im Vergleich zu Jungen und Männern ein geringeres Kompetenz- und Fähigkeitenniveau attestiert wird, unter die Arme gegriffen werden soll.

Diese Form des staatlichen Paternalismus, den ausgerechnet Feministen fordern, basiert explizit auf der Annahme, dass Mädchen und Frauen aus eigener Kraft unfähig sind, ein Leistungs- und Kompetenzniveau zu erreichen, das Jungen und Männern von den selben Feministen fraglos zugestanden wird. Wer sich unter der Prämisse, dass er offensichtlich zu blöd ist, aus eigenem Antrieb, eigener Leistung und eigener Fähigkeit etwas zu erreichen, fördern lassen will, dem seien die folgenden Hinweise von unseren Lesern, bei denen wir uns herzlich bedanken, empfohlen.

Universitaet Stuttgart Girls dayBeginnen wollen wir mit einem internen Schreiben der Universität Stuttgart, jener Universität, an der man nur Schülerinnen, aber keine Schüler für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern will. Das interne Schreiben sieht abermals die (Be-)Förderung von ausschließlich Mädchen “der Klassen 5 bis 10” … in “vorwiegend technische und techniknahe Berufsfelder” vor. Dergleichen Förderprogramme, so das interne Schreiben der Universität Stuttgart, das den Briefkopf des Rektors, der Gleichstellungsbeauftragten und der Beauftragten für Chancengleichheit trägt (womit klar ist, dass Gleichstellung nichts mit Chancengleichheit zu tun hat), gebe es an der Universität zwar in Hülle und Fülle für “Grundschülerinnen” und “Oberstufenschülerinnen”, aber das sei nicht genug, denn Schülerinnen, die keine Grundschülerinnen mehr und noch keine “Oberstufenschülerinnen” seien, seien nicht erfasst. Das soll sich am “Girl’s Day” ändern, denn, diese Schülerinnen der Klassenstufe 5 bis 10 “darf die Universität Stuttgart mit ihrem dezidiert naturwissenschaftlichen und technischen Profil nicht vernachlässigen”.

Dagegen darf die Universität Stuttgart ganz offensichtlich Jungen in jedem Alter, vom Grundschulalter bis in die Oberstufe vernachlässigen, da es keine speziellen Förderprogramme für Jungen an der Universität Stuttgart gibt. Daraus muss man schließen, dass die Universität Stuttgart, also deren Rektor, deren Gleichstellungsbeauftragte und deren Beauftragte für Chancengleichheit der Meinung sind, Mädchen benötigten ob entsprechender Defekte im Vergleich zu Jungen eine gezielte Förderung, eben weil sie behindert sind, was man daran sieht, dass sie sich seltener als Jungen für ein technisches oder ein naturwissenschaftliches Studienfach entscheiden.

schnuppernDie Universität Bonn sieht sich dazu aufgerufen, Schülerinnen besonders zu fördern und richtet deshalb eine “Schülerinnen Schnupper-Uni” aus. Schnuppern, also Witterung aufnehmen, wie Hunde, dürfen nur Mädchen, und das Ziel der Schnupper-Uni besteht offensichtlich darin, die jungen, um in der Metapher zu bleiben, Hündinnen auf eine universitäre Nachschulzeit abzurichten.

Eine entsprechende Fährte sollen die teilnehmenden Zweibeinerinnen in den Fächern Physik/Astronomie, Chemie, Geodäsie/Geoinformation, Informatik, Mathematik und Meteorologie aufnehmen. Bei Jungen sieht man seitens der Universität Bonn keinerlei Bedarf für Schnupperkurse, was darauf verweist, dass Jungen im Gegensatzu zu Mädchen und in der Denk-Welt der Universität Bonn nicht abgerichtet werden müssen.

Ebenfalls an der Universität Bonn findet sich das “Maria von Linden-Programm“, das “der gezielten Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft” dienen soll, ihnen also eine Gehhilfe im täglichen universitären Betrieb bieten will. Dieses Programm zeichnet sich durch etwas aus, was man geistigen Durchfall nennen muss:

Cjacob“Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), welches u.a. eine ungerechtfertigte Benachteiligung aufgrund des Geschlechts verbietet, könnte man davon ausgehen, dass Gleichbehandlung auch die gleichen Angebote für Frauen und Männer impliziert. Fakt ist aber, dass Frauen dort, wo sie unterrepräsentiert sind, solange eine besondere und bevorzugte Unterstützung erfahren müssen bis eine annähernde Chancengleichheit hergestellt ist.”

Wir haben schon viel Unsinn gelesen, seit wir uns mit Genderismus befassen, aber dieser hier schlägt wirklich alles: Weil es ein Gesetz gibt, das Benachteiligung eines Geschlechts verbietet, muss Gleichbehandlung auch die gleichen Angebote für Frauen und Männer implizieren. Weil es aber Bereiche gibt, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, es also keine gleiche Verteilung gibt, kann es keine gleichen Angebote geben, und zwar so lange nicht, bis “eine annähernde Chancengleichheit” hergestellt ist.

Da Chancengleichheit nichts mit einer gleichen Verteilung, also Ergebnisgleichheit zu tun hat und Ergebnisgleichheit nichts mit Gleichbehandlung, sondern hier mit Bevorzugung von Frauen und Diskriminierung von Männern, müssen wir an dieser Stelle feststellen, dass der Verfasser der zitierten Passage trotz der Chancengleichheit, die er zu Beginn seines Lebens durch einen Schulbesuch erfahren hat, es nicht geschafft hat, eine intellektuelle Gleichstellung seiner entsprechenden Fähigkeiten mit der Mehrheit der Deutschsprecher herbeizuführen.

Robert Bosch StiftungWeitere Beispiele dafür, wie in Deutschland systematische Startvorteile für als behindert geltende Frauen geschaffen werden, finden sich bei der Robert Bosch Stiftung, wo ein Fast Track Programm dafür sorgen soll, dass “Wissenschaftlerinnen auf der Überholspur” sind. Ein entsprechendes Behinderten-Beförderungsprogramm findet sich für männliche Wissenschaftler nicht, denn, so die Prämisse, männliche Wissenschaftler sind im Vergleich zu weiblichen Wissenschaftlern aus eigener Kraft und Kraft eigener Kompetenz in der Lage, auf die Überholspur zu wechseln.

TU chemnitzDer absolute Tiefpunkt der Beispiele führt uns an die Technische Universität im ehemaligen Karl-Marx Stadt und heutigen Chemnitz. Dort findet ein interdisziplinäres Symposium für ausschließlich Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen statt, das dem “interdisziplinären Austausch zwischen … [h]ochkarätige[n] Expertinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft” dient. Das hochkarätige Symposium wird von der hochkarätigen Prof. Dr.-Ing. Olfa Kanoun und der hochkarätigen Gleichstellungsbeauftragten, Dipl-Päd. Karla Kebsch, geleitet.

Ob die Messlatte von hochkarätig für diejenigen tiefer gelegt werden muss, die der Ansicht sind, Leistung sei vom Geschlecht abhängig und hochkarätige Wissenschaftler tragen ihr Geschlecht und nicht ihr Gehirn zum Markt, ganz so wie es Prostituierte tun, das ist hingegen keine offene, sondern eine klar beantwortete Frage.

Die Beispiele, die wir hier zusammengestellt haben, geben ein bedrückendes Bild einer geschlechtsgeilen und männerfeindlichen deutschen Subkultur, die man noch vor Jahrzehnten außerhalb geschlossener Anstalten nicht für möglich gehalten hätte.

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