Miteinander im Fördersumpf: Politische Korruption und Sachsen-Anhalts „Amadeu-Stiftung“

Ironie ist, wenn von denen, die die Demokratie von innen heraus zerstören, behauptet wird, sie seien angetreten, die Demokratie zu retten, vor Rechtspopulisten, Rechtsradikalen oder Rechtsextremisten oder … Nazis eben!

Saage_2005_DemokratietheorieWenn Demokratie klappen soll, dann ist dazu ein offener Markt an Ideen notwendig, auf dem jeder um Unterstützung für seine Ideen werben kann und auf dem keiner der Anbieter Privilegien genießt, z.B. Privilegien im Zugang zu Steuergeldern oder Privilegien im Zugang zu Sendezeit in öffentlich-rechtlichen Medien. Der Ideenmarkt wird in Demokratien meist von Parteien beliefert, die dort u.a. ihre Vorstellungen davon, wie die Gesellschaft in Zukunft aussehen soll und wer was dazu beitragen soll, dass die Gesellschaft in Zukunft so aussehen soll, vortragen und miteinander um die Gunst der Wähler, die letztlich entscheiden sollen, welche der vorgestellten Ideen umgesetzt werden, buhlen. Werden nun manche Anbieter von Ideen auf dem Markt der Demokratie bevorzugt behandelt, während andere ein Handicap aufgebürdet wird, dann ist weder ein gleichberechtigter Wettbewerb zwischen den Anbietern gewährleistet noch ist gewährleistet, dass sich die Wähler ein unvoreingenommenes und weitgehend verzerrungsfreies Bild, geschweige denn ein realistisches Bild machen können.

Das ist der Idealtyp einer Demokratie, von dem die real existierenden Demokratien mehr oder weniger weit abweichen, und zwar deshalb, weil Parteien und Politiker, die in Positionen gelangen, die Möglichkeiten, die die Positionen bieten, nutzen werden, um politische Gegner auf dem Markt der politischen Ideen in ein schlechtes Licht zu rücken und sich und der eigenen Partei einen Vorteil zu verschaffen. Damit ist das Phänomen der politischen Korruption beschrieben. Um politischer Korruption Einhalt zu gebieten oder sie auf einem Minimum zu halten, ist es notwendig, die Mittel, die z.B. Ministerien zur Verfügung stehen, sehr knapp zu bemessen. Knappe Mittel garantiert Konkurrenz um die entsprechenden Mittel und reduzieren die Möglichkeiten der Vergabe politischer Gefallen, schon weil mit jedem Gefallen, der auf Basis knapper Mittel vergeben wird, etliche, für die nun kein Geld mehr da ist, zu Gegner dessen werden, der die Mittel vergeben hat und entsprechend an seiner Amtsenthebung arbeiten werden, so dass es letztlich für einen rationalen Akteur das Beste ist, gar keine politischen Gefallen zu vergeben, da er auf diese Weise sein eigenes Überleben am besten sichern kann.

Betrachtet man den deutschen demokratischen Versuch, dann ist die Abweichung vom Ideal eher bei mehr als bei weniger weit angesiedelt. Deutsche Ministerien sind sehr üppig mit Steuermitteln ausgestattet, so üppig, dass es sich das Bundesministerium für FSFJ z.B. erlauben kann, mehr als 105 Millionen Euro einzusetzen, um Einfluss auf die Meinungsbildung von Bürgern zu nehmen. Ein Unding, das zur Regel geworden ist, wie die Methoden der Landesfürsten, Schüler über den Lehrplan zu indoktrinieren, zur Genüge belegen.

miteinander-evDoch bleiben wir beim Bundesministerium für FSFJ, das der größte ideologische Agitator unter den deutschen Ministerien ist und eine Unzahl von Organisationen dafür finanziert, die demokratischen Werte zu fördern. So jedenfalls lautet die offizielle Begründung dafür, dass 105 Millionen Euro landauf landab verteilt werden. Z.B. an den Magdeburger gemeinnützigen Verein „Miteinander e:V.“

Miteinander e.V. wird vom Bundesministerium für FSFJ ausgehalten und von der Antidiskriminierungsstelle, die der Haushaltsplan des Bundes dem Einzelhaushalt des BMFSFJ zuweist, ebenfalls subventioniert. Die 13 Angestellten von Miteinander e.V. werden somit gleich doppelt aus dem Hause FSFJ finanziert. Und wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, ist die Existenz von Miteinander e.V. vollständig vom Geld aus dem BMFSFJ abhängig: Fließt das Geld nicht, können die Mitarbeiter nicht bezahlt werden. Miteinander e.V. ist somit also ein fast 100%iger Kostgänger des BMFSFJ. Das führt jedoch nicht dazu, dass auch nur der Funke eines Nachweises über die Verwendung auch nur eines Euro geführt wird. Miteinander e.V. legt keinerlei Bilanz. Die Verantwortlichen kassieren die Steuergelder und sehen keinerlei Anlass, denen, die sie finanzieren, also den Steuerzahlern, Rechenschaft über die Verwendung abzulegen.

Also muss man schauen, was die 13 Angestellten von Miteinander e.V. im Rahmen von Demokratie leben! so treiben. Sie bekämpfen den Rechtsextremismus. Wer hätte es gedacht. Dabei widmen sie sich so wichtigen Themen wie der Frage wie man mit „rechtsaffinen Kindern“ umgehen soll, wobei es das Ziel ist, „Distanzierungsprozesse vom Rechtsextremismus zu fördern bzw. den Einstieg von Kindern und Jugendlichen in die rechte Szene zu verhindern“. Demokratie leben! hat offensichtlich nichts mit Respekt und Toleranz zu tun, Respekt für die Rechstaffinität von Kindern und Toleranz dafür, dass manche Jugendliche sich mit so genannten rechten Inhalten auseinandersetzen wollen, während andere vielleicht lieber mit Steinen auf Polizeibeamte werfen, weil letztere das „kapitalistische Schweinesystem“ gegen linke Demonstranten sichern wollen. Letztere verdienen die Toleranz und die Akzeptanz des demokratischen Systems, jedenfalls gibt es keine Programme, die Erzieher von Kindern und Jugendlichen, die linksaffin sind, beraten und „Distanzierungsprozesse“ zum Linksextremismus fördern wollen. Demokratie lebt man nur im Kampf gegen rechts, wie die Miteinanders meinen, die offensichtlich die Grundidee des Ideenwettbewerbs, wie er oben beschrieben wurde, nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen, denn schließlich hängt das wirtschaftliche und finanzielle Überleben der Mitarbeiter von Miteinander davon ab, vom BMFSFJ gefördert zu werden.

Im Rahmen der gelebten Demokratie haben es sich die Miteinanders auch zur Aufgabe gemacht, gegen die AfD zu agitieren. Letztere, so weiß man bei Miteinander habe „die offene Gesellschaft zum Feind erklärt und fast ein Viertel der …Wähler ist ihr dabei gefolgt“. Die Offene Gesellschaft von Miteinander e.V. ist demnach auch nicht so offen, denn AfD und ein Viertel der Wähler der letzten Landtageswahl in Sachsen-Anhalt werden aus ihr ausgeschlossen: Sie sind weder akzeptier- noch tolerierbar, müssen entsprechend bekämpft werden, was auch die Miteinanders zu Feinden der offenen Gesellschaft macht.

Miteinander

Mit Steuermitteln finanzierte Wahlkampfhilfe für etablierte Parteien

Im Gegensatz zur AfD wird Miteinander e.V. aber vom Bundesministerium für FSFJ finanziert (doppelt) und nicht von einem Viertel derjenigen gewählt, die an der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt teilgenommen haben. Daraus scheinen die Miteinanders eine besondere Legitimation abzuleiten, eine Legitimation, die sich in zwei Broschüren niederschlägt, mit denen die Sachsen-Anhaltiner vor der Landtagswahl davon abgehalten werden sollten, die AfD zu wählen.

Bekanntlich hat dies nicht so geklappt, wie man sich das Miteinander vorgestellt hat, deshalb wollen die Miteinanders, die vom BMFSFJ finanziert werden, nun die Parteien im Landtag von Sachsen-Anhalt beraten, und zwar darüber, wie man mit der AfD umgeht: „Sofern gewünscht“, so schreibt Pascal Begrich, der mit seinem Bruder David Miteinander e.V. wohl als eine Art Familienunternehmen betreibt, „werden wir die Parteien hinsichtlich der zu erwartenden Politikinhalte der AfD und ihrer parlamentarischen Strategie beraten“.

Das Bundesministerium für FSFJ finanziert somit einen Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen politischen Gegner des SPD-geführten Ministeriums zu diskreditieren und gegen diesen politischen Gegner zu agitieren, und weil das noch nicht reicht, finanziert dasselbe Ministerium denselben Verein auch dafür, Schulungen in politischer Strategie durchzuführen, die den im Landtag von Sachsen-Anhalt schon seit mehr als einer Legislaturperiode vertretenen Parteien dabei helfen sollen, die ungewollte Konkurrenz im Parlament wieder loszuwerden. Ein unglaublicher Vorgang, ein Lehrbeispiel in politischer Korruption und ein weiterer Beleg dafür, dass Deutschland in das Lager der Bananenrepubliken abgedriftet ist.

Es sei abschließend noch angemerkt, dass niemand jemals auf die Idee gekommen ist, die Qualifikation derer, die vom BMFSFJ ausgehalten werden, zu prüfen, geschweige denn ihre „Bildungsangebote, Projekte und Maßnahmen“ zu evaluieren. Eine Veranstaltung, die demnächst in Berlin stattfinden wird, und in der David Begrich dazu referieren wird, „ob die ‚Neue Rechte‘ nun die Stichwortgeberin der AfD geworden ist und wie sich das Verhältnis dieser extrem rechten Ideologen zur AfD gestaltet“ spricht dafür, dass es mit den Kompetenzen der Miteinanders nicht allzuweit her ist, denn das Institut für Staatspolitik (IFS), das Begrich offenkundig der „Neuen Rechten“ zuordnet, hat so wenig mit der Neuen Rechten zu tun, wie die Neue Rechte etwas mit Rechtsextremismus zu tun hat. Ein wenig Lektüre und Auseinandersetzung mit den Arbeiten von z.B. Alain de Benoist, der allgemein als Gründer der Neuen Rechte gilt, und ein begeisterter Kapitalismushasser war, was ihn wohl eher auf die Seite der Miteinanders stellt als auf die Seite des Instituts für Staatspolitik, würde vielleicht Erkenntnis und vielleicht sogar Kompetenz begründen.


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Pilgern gegen Straftaten (Unsinn der Woche)

Man muss es Sozialpädagogen lassen: Wenn es darum geht, an das Geld von Steuerzahlern zu kommen, dann sind sie findig, wie sonst kaum jemand. Was Sozialpädagogen alles an Therapien und Maßnahmen in öffentlich finanzierte Programme eingeschleust haben, vom betreuten Wohnen auf dem Bauernhof bis zum Antigewaltkurs, bei dem aus dem notorischen Schläger der liebende Nächste werden soll … Respekt.

Findig wie sie sind, haben sie sich eine neue Masche einfallen lassen, um denjenigen ein Auskommen zu verschaffen, die von Universitäten und Fachhochschulen in immer größerer Zahl auf den Markt der Sozialpädagogik drängen:

Lamnek_abweichendes VerhaltenPilgern mit Straftätern, nein mit „Menschen … die an sich oder der Gesellschaft verzweifelt sind, denen Arbeitslosigkeit, Armut oder Gefängnis drohen“. Denn siehe, wenn Ede in Dein Haus einsteigt und Deinen Mammon mit nimmt, dann liegt das nicht daran, dass Ede ein Einbrecher ist, nein, es ist ein Akt der Verzweiflung. Überhaupt ist delinquentes Verhalten nicht dem zuzurechnen, der es zeigt, sondern der Gesellschaft. Linke randalieren durch Berlin: Die Gesellschaft ist schuld. Jugendliche schlagen einen noch jugendlicheren krankenhausreif: Die Gesellschaft ist schuld. Ein Angestellter im Finanzdienstleistungsgewerbe überweist das Geld seiner Kunden auf sein eigenes Konto: Er ist an sich verzweifelt oder es drohte ihm die Armut, wer weiß. Ein Nazi schlägt einen Asylbewerber: auch ein Verzweifelter der Gesellschaft, dem nun Gefängnis droht.

Oder schlimmer noch: Es droht ihm und allen, die aus Verzweiflung strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, also Omas Handtasche gestohlen oder Polizisten mit Pflastersteinen beworfen haben, das Pilgern. Das betreute Andächtigsein auf dem Weg nach Santiago de Compostella oder Lourdes oder nach Jerusalem (oder nach Mekka?).

Gottfredson crimeDas macht sicher Spaß. Vor allem denen, die betreuend mitlaufen, wenn die Straftäter sich auf die Pilgerschaft machen.
Einst hat ein Leipziger Landrichter eine Geschichte zum Besten gegeben, die aus einer Zeit stammt, als er fast, aber noch nicht ganz Landrichter war. Er war zum Urlaub in Neuseeland, hat sein Erspartes dafür aufgebraucht, um die atemberaubende Natur von Neuseeland zu sehen und zu bewundern. Er war dort nicht allein. Ein Sozialarbeiter mit einem jugendlichen Straftäter hat seinen Pfad gekreuzt. Steuerzahler hatten beiden die Reise und den vierwöchigen Aufenthalten bezahlt. Und beide waren bemüht, in Zukunft ein straffreies Leben zu führen, Neuseeland soll dabei irgendwie helfen. Das hat auf den angehenden Landrichter abschreckend gewirkt. Anschließend wollte er um keinen Preis mit jugendlichen Straftätern etwas zu tun haben. Er sei nach der Erfahrung einfach nicht mehr neutral, so hat er gerne gesagt.

So wie die vierwöchige Reise nach Neuseeland beim Versuch, nicht an sich zu verzweifeln und in Zukunft keine Straftaten mehr zu begehen, vielleicht helfen kann, so kann vielleicht auch die Pilgerschaft nach Lourdes, Mekka, oder Jerusalem helfen. Vielleicht. Vielleicht wird der Schläger aus Berlin zu einem heiligen Mann, wenn er in Lourdes angekommen ist, geht in ein Kloster und verprügelt fortan nur noch sich selbst: Selbstkasteiung. Vielleicht wird der Serieneinbrecher zu einem ehrbaren Menschen, wenn er die (Pilger-)Reise nach Jerusalem erfolgreich bestanden und mit dem Leben davon gekommen ist. Manche Erfahrungen sollen Menschen ja verändern.

Manche, vielleicht. Und genau hier liegt das Problem der sozialpädagogischen Ansätze: Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass Straftäter, die auf Pilgerschaft gehen oder irgend einer anderen sozialpädagogischen Maßnahme unterzogen werden, deshalb nicht mehr straffällig sind bzw. werden. Es gibt keine Untersuchung, die den Erfolg von sozialpädagogischen Interventionen evaluiert: Es gibt keine Untersuchung, die sich dafür interessiert, wie die Jugendlichen, die man durch den Erlebnispark in Haßloch gescheucht hat, ihre Erfahrung in ihrem täglichen Leben umsetzen. Denn niemand interessiert sich für die Jugendlichen, die verzweifelt an der Gesellschaft oder sich selbst, ihr Heil im blauen Auge des Gegenüber suchen. Die meisten Sozialpädagogen sind eher daran interessiert, Maßnahmen durchzuführen, eher nicht daran, die Maßnahmen dahingehend zu evaluieren, ob sie außer Sozialpädagogen auch anderen etwas bringen.

Es geht um rent seeking, darum, sich ein Auskommen auf Kosten der Allgemeinheit zu verschaffen, mit Programmen, Maßnahmen und Aktionen, die Steuerzahler Geld in einer Höhe kosten, die vermutlich in keinem Verhältnis zum Erfolg steht.

Cornish Clarke crimeAber vielleicht tun wir den Sozialpädagogen, die am 15. September in Dresden über die Nutzung der Pilgerschaft zur Bekämpfung von Delinquenz diskutieren wollen, ja unrecht. Vielleicht sind sie ja gar nicht der Meinung, dass die Pilgerschaft etwas bringt, sondern die Drohung, dass man, wenn man eine Straftat begeht, auf eine Pilgerschaft geschickt werden kann. Das wäre dann im Einklang mit der am besten empirisch bewährten Theorie, die die Kriminologie zu bieten hat: Abschreckung. Je wahrscheinlicher eine Bestrafung für delinquentes Verhalten, je höher bzw. empfindlicher die Strafe und je schneller sie die Straftäter trifft, desto geringer die Gefahr einer Wiederholung delinquenten Verhaltens.

Aber hier sind wir wieder beim vielleicht, vielleicht kennen Sozialpädagogen kriminologische Theorien, vielleicht auch nicht. Wir tendieren dazu Letzteres zu vermuten und empfehlen daher eine Pilgerschaft in die nächste Universitätsbibliothek: Siegfried Lamnek ist ein guter Anfang, Gottfredson und Hirschi eine gute Fortsetzung und Cornish und Clarke ein guter Abschluss.


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Was kostet ein Bundestagsabgeordneter?

China, bekannt für seine endlosen Wälder und seine Expertise auf dem Gebiet der „nachhaltigen Forst- und Holzwirtschaft“ ist Ziel einer Delegation des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages. Die Delegation wird vom 18. bis zum 25. August in China Bäume staunen und mit „der chinesischen Staatsforstverwaltung und der chinesischen Staatsforstakademie“ sprechen. Ob die Abgeordneten auch mit Menschen sprechen, ist eine derzeit ungeklärte Frage. Die Delegation besteht aus den Abgeordneten Cajus Caesar, André Berghegger, beide CDU/CSU, und Christian Petry von der SPD: Ob die Abgeordneten das Wissen, das sie (hoffentlich) von ihrer siebentägigen Reise mitbringen, in einem Reisebericht oder gar in einer Abhandlung über die nachhaltige Holzwirtschaft in China niederschreiben oder auf welche andere Art, sie den Steuerzahlern, die den Ausflug finanzieren, den Nutzen desselben erklären, ist eine weitere Frage, die ebenfalls ihrer Beantwortung harrt.

Bis die Antworten von Bürgern eingefordert werden und vorliegen, haben wir uns die Frage gestellt: Was kostet so ein Bundestagsabgeordneter eigentlich. Die folgende Rechnung stellt die durchschnittlichen Kosten per Bundestagsabgeordnetem für ein Jahr einer Legislaturperiode auf Grundlage des Bundeshaushaltsplanes für das Jahr 2016 zusammen.

Diäten 104.761 Euro
Kostenpauschale 50.476 Euro
Mitarbeiter von MdBs 321.151 Euro
Geschäftsbedarf / Büromaterial 12.048 Euro
Zuschuss zu Krankheitskosten 12.373 Euro
Übergangsgeld 818 Euro
Beitrag zur Rentenversicherung 72.183 Euro
Kostenerstattung f. Nutzung ÖPNV 3.487 Euro
Reisekostenerstattung 21.111 Euro
Zuschuss an die Fraktionen 133.843 Euro
Gesamtkosten eines MdB pro Jahr 732.251 Euro

Das entspricht monatlichen Kosten von 61.021 Euro pro Bundestagsabgeordnetem bzw. monatlichen Gesamtkosten von 38.443.230 Euro alleine dafür, die 630 Abgeordneten des Bundestages bei Laune zu halten.

Wer von unseren Lesern es schon einmal geschafft hat, 3.487 Euro im Jahr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu verfahren und darüber hinaus Reisekosten in Höhe von 21.111 Euro zu akkumulieren, der möge sich bei uns melden. Wir wüssten gerne, wie das geht.

Orwell Animal Farm_Während ein Eckrentner mit einer Lebensarbeitsleistung von 45 Jahren monatlich rund 2.700 Euro (brutto) verdienen muss, um am Ende seiner Tage auf die Höhe der Standardrente von rund 1.176 Euro zu kommen, benötigt ein Bundestagsabgeordneterauf Basis seiner Rentenbeirtäge, dazu etwas mehr als 4 Jahre.

Es gibt im Bundestag übrigens eine Reihe von Abgeordneten, die behaupten, alle Menschen seien gleichwertig. Wie sie das mit den soeben beschriebenen Privilegien, die sie als Bundestagsabgeordnete genießen, vereinbaren, und warum sie es ablehnen, eine Rentenquote für Arbeiter einzuführen, die nach 45 Jahren nicht einmal annähernd das erhalten, was ein Bundestagsabgeordneter nach 8 Jahren, die er im Parlament abgesessen hat, einstreicht, und warum Bundestagsabgeordnete nicht einen Fonds einrichten, in den sie einen Teil, sagen wir 50% ihrer Rentenzahlungen einbringen, um die Ungleichheit, die zwischen ihnen und der Mehrheit ihrer Wähler im Hinblick auf die Höhe der Rente im Verhältnis zur Lebensarbeitszeit besteht, zu beseitigen, sind Fragen, die man gezielt den Abgeordneten stellen muss, die die Gleichwertigkeit aller Menschen beschwören.


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Auflösungserscheinungen: Amadeu-Antonio-Stiftung nimmt Neue Rechte Wiki vom Netz

Wir haben es gestern schon festgestellt: Denunziation ist in Deutschland nur dann erlaubt, wenn sie sich nicht gegen die Hand richtet, die den Denunzianten füttert.

AA-Stiftung neue RechteDie Verbindung, die die Amadeu-Antonio-Stiftung (AA-Stiftung) zwischen der CDU und Rechtsextremen, Nazis, im Jargon der AA-Stiftung, hergestellt hat, sie war wohl der eine Tropfen zu viel.

Entsprechend ist das Neue Rechte Wiki, das einerseits die Neue Rechte zum Hort von Rechtsextremen und Mördern erklärt hat und andererseits Wissenschaftler wie den gerade verstorbenen Ernst Nolte zu Neuen Rechten macht und damit in die Nähe von Rechtsextremen und Mördern rückt  es ist down, vom Netz, wird überarbeitet bzw. wird die Überarbeitung geprüft:

AAStiftung Neue Rechte Ernst Nolte

“ Eine Überarbeitung des Wikis »Neue Rechte« wird derzeit überprüft.

Das ist ein historischer Augenblick, denn erstmals in der Geschichte der Amadeu-Antonio-Stiftung ist Stiftungs-Hetze, und als solche muss man das Wiki wohl bezeichnen, aufgrund des öffentlichen Drucks vom Netz genommen worden.

Leider ist der öffentliche Druck nur zum Teil von der Tatsache ausgelöst worden, dass das Neue Rechte Wiki dazu dient, Personen, wie z.B. Ernst Nolte zu denunzieren. Aber wir üben ja auch erst Demokratie in Deutschland, und vielleicht setzt es sich ja als Folge der ganzen Aufregung die Erkenntnis durch, dass Denunziation an sich kein Mittel des demokratischen Umgangs ist und nicht nur dann zu verurteilen ist, wenn man selbst zum Opfer von Denunziation geworden ist.

Man soll bekanntlich die Hoffnung nicht aufgeben.

Petition: Öffentliche Förderung der Amadeu-Antonio-Stiftung stoppen!

Jetzt ist die Zeit zu sehen, ob die Politiker, die sich gerade über die Amadeu-Antonio-Stiftung echauffieren, Rückgrat besitzen oder nicht.

Zu diesem Zweck weisen wir sehr gerne auf eine Petition hin, die Felix Maximilian Leidecker wohl schon vor einigen Tagen gestartet hat. Das Ziel der an die Bundesregierung gerichteten Petition ist es, die Finanzierung der Amadeu-Antonio-Stiftung aus Steuergeldern zu stoppen.

BasenwirtschaftEin löbliches Unterfangen, das wir gerne unterstützen, schon weil gute Dinge, wie diejenigen, die die Amadeu-Antonio-Stiftung behauptet zu tun, sicherlich auf Basis von Spenden durch all die Begeisterten, die die Arbeit der Stiftung unterstützen wollen, getan werden können und keiner öffentlichen Finanzierung bedürfen. Der Zweck öffentlicher Finanzierung besteht ja auch nicht darin, Ladenhüter an den Mann zu bringen oder Stiftungen auszuhalten, sondern darin, mit dem Steuergeld, das eingesetzt wird, wirtschaftliches Wachstum und damit gesellschaftlichen Wohlstand zu erzeugen, der allen zu Gute kommt.

Schon von daher, ist eine dauerhafte Förderung von Stiftungen wie der Amadeu-Antonio-Stiftung ein Unding, werden doch Steuermilliarden für keinerlei gesellschaftlichen Nutzen, geschweige denn Mehrwert aus dem Fenster geworfen, einzig, um damit eine funktionierende Basenwirtschaft zu betreiben und die alten Kumpane zu finanzieren.

Diese Gründe sind schon hinreichende Gründe, um die öffentliche Finanzierung von Stiftungen generell zu stoppen und nicht nur die der Amadeu-Antonio-Stiftung. Es ist geradezu eine Absurdität, Stiftungen, die von sich behaupten, sie würden das zivilgesellschaftliche Engagement fördern, nicht über zivilgesellschaftliches, sondern über öffentliches Engagement zu unterhalten. It somehow defeats the purpose.

Nun ist die Amadeu-Antonio-Stiftung nicht nur ein Kostgänger von Ministerien, sie ist, ein schädlicher Kostgänger, der mit seinem Wirken nicht nur die Meinungsfreiheit untergräbt, sondern auch wichtige Themen wie Rassismus und Extremismus der Lächerlichkeit preisgibt.

Hier setzt die Petition von Leidecker an.

AA-Stiftung Petition

Wir rekapitulieren die Highlights des Wirkens der Amadeu-Antonio-Stiftung, wie wir sie beschrieben haben und wie sie sich in Teilen bei Leidecker finden:

Die Gründe, die öffentliche Finanzierung der Amadeu-Antonio-Stiftung einzustellen, sind zahlreich, und es ist längst überfällig, dass der Raubbau an Steuermitteln, wie ihn die vielen Organisationen, die sich im Speckgürtel der Ministerien eingenistet haben, um öffentliche Förderung einzustreichen, beendet wird.

Wer mit seiner Unterschrift zeigen will, dass es reicht und dass z.B. ein Ministerium, das Senioren in seinem Namen trägt, besser dafür sorgt, dass Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben, einen würdevollen Lebensabend verbringen und nicht zu Vieren in ein Zimmer im Pflegeheim gepfercht werden, als dass es Geld für Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung aus dem Fenster wirft, der kann sich in die Liste der Unterstützer der Petition eintragen.

Einfach klicken und die Petition unterschreiben!

HINWEIS: Derzeit wird die Petition von OpenPetition mit dem folgenden Hinweis versehen:

„Tatsachenbehauptungen: Behauptungen nicht mit Quellen belegt // Scherbengericht: Petitionen, die über das Verhalten von Personen oder Gruppen subjektiv urteilen, werden beendet und gesperrt.“

Wir haben dem Autoren der Petition angeboten, ihm dabei behilflich zu sein, die Belege in seinen Text einzubauen und OpenPetition mit dem Hinweis angeschrieben, dass sich alle Belege, die im Text der Petition fehlen, auf ScienceFiles finden und wir sie gerne zur Verfügung stellen. Entsprechend steht dem Zeichnen der Petition nichts im Wege.

Die letzten Tage von Amadeu – Antonio wird zu Descensio

Es ist schon ein paar Monate her, dass wir über das „Neue-Rechte-Wiki“ der Amadeu-Antonio-Stiftung (AA-Stifung) berichtet haben. Mit diesem Wiki hat eine neue Kultur der Denunziation Einzug gehalten, besteht doch der Gegenstand des Wiki darin, Personen und Organisationen als Teil der Neuen Rechten zu denunzieren, wobei man wissen muss, dass die Amadeu-Antonianer nicht wissen, was die Neue Rechte eigentlich ist und die Neue Rechte kurzerhand für das halten, was sie immer und überall sehen: Nazis.

Amadeu Hetze 2

Ist das Neue Rechte Wiki ein Hasskommentar? Wenn ja, folgen Sie der Anleitung aus der AA-Stiftung!

Das Neue Rechte Wiki, so haben wir gezeigt, dient in erster Linie dazu, eine Liste von Personen und Organisationen zu erstellen, die der AA-Stiftung nicht genehme Inhalte vertreten und die entsprechenden Personen und Organisationen als Rechtsextremisten zu denunzieren und in die Nähe von Kriminellen und Mördern zu rücken. Entsprechend haben wir die folgenden Fragen gestellt:

“ Was das Neue-Denunziations-Wiki der Amadeu-Antonio-Stiftung in einer Demokratie zu suchen hat; Wie es sein kann, dass das Bundesministerium für FSFJ eine Stiftung unterstützt, deren Ziel offensichtlich darin besteht, Menschen wie Karl Albrecht Schachtschneideroder Ernst Nolte zu diffamieren und in die Nähe von Mördern und Attentätern zu rücken, sind Fragen, die hoffentlich viele Leser an die Verantwortlichen in dem entsprechenden Ministerium richten – vielleicht ergänzt um die Frage, wie man sich fühlt, wenn man in die Fußstapfen von Erich Mielke getreten ist und nun an seiner Stelle Anetta Kahane finanziert.

Es gab den üblichen kurzen Aufruhr über das neueste Projekt aus dem Hause Kahane, mit dem die Meinungsfreiheit untergraben und Steuergelder verprasst werden, und das war es. Kein Politiker, kein Journalist und kein ministerialer Streiter für die zivile Gesellschaft in Deutschland hat sich genötigt gesehen, dem Treiben bei der Stiftung ein Ende zu setzen.

Dass die Stiftung mit ihrem Wiki Menschen denunziert, ist scheinbar kein Problem.

Dass die Stiftung von einer ehemaligen inoffiziellen Mitarbeiterin der Staatssicherheit der DDR geführt wird, ist scheinbar kein Problem.

Dass eine Mitarbeiterin der Stiftung Hasskommentare schreibt, von denen sich selbst das Bundesministerium für Justiz distanziert, ist scheinbar kein Problem.

Doch nun hat Don Alphonso in der FAZ in einem Beitrag das Neue Rechte Wiki aufgenommen und dort die CDU gefunden, als Teil der Neuen Rechten. Das ist ein Problem. Aufregung aus direkter Betroffenheit ist die Folge:

 

Denunziation, so lernt man, ist nur dann ein Problem, wenn sie sich an die eigene Adresse richtet. Armutszeugnisse wie dieses, sind eine Ursache dafür, dass demokratische Systeme zu Grunde gehen. Denn demokratische Systeme beruhen auf Prinzipien. Alle sind so lange unschuldig, so lange ihre Schuld nicht erwiesen ist und nicht nur die Mitarbeiter der Amadeu-Antonio-Stiftung. Denunziation ist immer eine Handlung, die in demokratischen Systemen nicht toleriert werden kann und nicht nur dann nicht, wenn die Denunziation an die Adresse der CDU geht.

Aber nun hat sich die Denunziation einmal an die Adresse der CDU gerichtet und jetzt ist das geschehen, was wir Briten mit „all hell breaks loose“ bezeichnen: Eine konservative Aufgeregtheit sondersgleichen, die erstaunen muss, wenn man bedenkt, dass der selbe Generalsekretär der CDU, der sich nun erbost, kein Wort darüber zu verlieren weiß, wenn dieselbe Stiftung die gesellschaftliche Mitte rundheraus zu Rechtsextremisten erklärt.

Jetzt hat er sich aber erbost. Nutzen wir die neue Öffentlichkeit für die Inoffiziellen Mitarbeiter des Bundesminsiteriums für FSFJ, die sich bei der AA-Stiftung finden und fragen wir Herrn Tauber, wie er es findet, dass Steuergelder dazu genutzt werden, eine Stiftung zu finanzieren, die die CDU zum Teil der Neuen Rechte erklärt, was bei der AA-Stiftung mit Nazi zu übersetzen ist. Wie gesagt, die Antonianer wissen nicht, was die Neue Rechte ist?

Ob er den Mut hat, die Praxis der Steuerverschwendung im SPD-geführten Ministerium auch zu thematisieren? Warten wir es ab.

Zwischenzeitlich gibt es auch eine Stellungnahme von der AA-Stiftung, in der die Stiftung wieder die Rolle gibt, die sie am besten kann, die des Opfers. Völlig überrascht sei man von den Vorwürfen, die AA-Stiftung ordne die CDU unter die Neue Rechte ein (was kein Problem wäre, wenn man bei der AA-Stiftung und der CDU wüsste, was das ist).

Und:

“ Weder die Amadeu Antonio Stiftung noch das Wiki „Neue Rechte“ behaupten die CDU sei der „Neuen Rechten“ zuzuordnen. Im Wiki werden bekannte Personen benannt, die im Zusammenhang mit der „Neuen Rechten“ stehen und wie diese öffentlich auftraten und auftreten. Es wird ausschließlich im Zusammenhang mit vier Personen auf die ehemalige und in einem Fall bestehende CDU-Mitgliedschaft hingewiesen – namentlich: Alexander Gauland, Peter Münch, Martin Hohmann sowie Hedwig von Beverfoerde. Damit kommt die CDU durch den technischen Aufbau des Wikis als Schlagwort in der Kategorie „Partei“ vor. Darüber hinaus ist die CDU als Partei ist nicht Gegenstand des Wikis.“

Es ist also nicht so, wie es in dem folgenden Screenshots erscheint und auch nicht so, wie es der einleitende Text zur Wiki, nahelegt:

AA-Stiftung neue Rechte.jpg

“ Um eine effektive, demokratische Auseinandersetzung mit den derzeitigen Akteur_innen der »Neue Rechten« in Deutschland führen zu können, gilt es, die Verbindungen zwischen den Akteur_innen und dem Netzwerk hinter der »Neuen Rechten« offenzulegen. Diesem Zweck soll das Wiki NEUE RECHTE dienen. Den Schwerpunkt bildet die deutsche Rechte, auch wenn die »Neue Rechte« gleichfalls international organisiert ist.“

Wenn nun Alexander Gauland oder Peter Münch mit der CDU in Verbindung gebracht werden, dann muss man wohl davon ausgehen, dass die CDU über Gauland und Münch in das Netzwerk der Neuen Rechten verstrickt ist. So will es die Logik der Wiki.

Dass die AA-Stiftung nun zurückrudert und behauptet, alles sei ganz anders und man selbst wieder das arme Opfer fieser Angriffe, ist einer einfachen Ursache geschuldet: Die Stiftung ist zu rund 75% von öffentlichen Geldern aus Ministerien abhängig. Fallen die Gelder weg, fällt die Stiftung weg, wird aus Amadeu Antonio die Amadeu Decensio Stiftung.

Grund für ein bisschen Panik in Berlin.


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Empirisch belegt: kleine Menschen (mit kleinen Gehirnen) wählen linke Parteien

Erinnern Sie sich noch an die Rede von der Partei des kleinen Mannes? Das hat man bei der SPD einst behauptet zu sein. Nun, es scheint, die Genossen haben Recht, sie sind die Partei des kleinen Mannes und die Partei der kleinen Frauen, die sind sie auch, aber nicht in der Weise, wie sie das denken.

Raj Arunachalam und Sara Watson haben in einer gerade im British Journal of Political Science veröffentlichten Untersuchung den Nachweis geführt, dass es die Kleinen sind, die sozialistische Parteien wählen.

Doch der Reihe nach: Man nehme das Brititish Household Panel aus dem Jahre 2006, in dem Angaben zu rund 9.000 Erwachsenen und zu mehreren Zeitpunkten enthalten sind. Dann nehme man die Angabe der entsprechenden Erwachsenen dazu, wie hoch ihr Einkommen ist und welche Partei sie präferieren und wählen und bringe alles in Zusammenhang.

Ergebnis: Je höher das Einkommen der Befragten, desto seltener wählen sie eine linke Partei, desto häufiger wählen sie eine konservative Partei, im Fall der Befragten von Arunachalam und Watson, die Conservative Party.

Nun würde man, wäre man ein der SPD nahestehender kleiner- Mann-Theoretiker, denken, dass die linke Welt in Ordnung sei: Die Reichen, die Erfolgreichen, sie wählen die anderen Parteien. Die Armen und Erfolglosen, sie bleiben als Stammwähler der SPD, genau, wie die selbsterklärte Partei des kleine Mannes das immer behauptet (Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum die SPD alles daran setzt, Arme, arm zu halten. Denn wenn die Armen reich oder reicher werden würden, dann wählten sie am Ende nicht mehr die SPD…).

Dieses Denken hat jedoch einen Haken. Es ist falsch. Was viele Politikwissenschaftler immer vermutet und etliche empirische belegt haben, sozialistische Parteien im Allgemeinen und die SPD im Besonderen, sie sind gar nicht die Partei des kleinen Mannes, sondern die Partei der kleinen Menschen.

Wirklich.

Arunachalam und Wilson haben nämlich nicht nur das Einkommen und die Wahlpräferenz und eine Reihe von Einstellungen in Zusammenhang gebracht, sondern auch die Körpergröße. Das Ergebnis ist eindeutig: Je mehr Körpergröße ein Mensch vorzuweisen hat, desto eher wählt er eine konservative Partei, jedenfalls keine sozialistische Partei.

Egal, welche anderen Variablen die Autoren in ihre Analysen geworfen haben, egal, zu welchem Zeitpunkt sie es untersucht haben, die Körpergröße war immer da, um die Wahlpräferenz, die politischen Einstellungen und die tatsächliche Wahl zu erklären und immer in die genannte Richtung: mit der Körpergröße nimmt der Anteil der Wähler konservativer Parteien zu.

Gabriel Stinkefinger

Ein Indikator für den Zusammenhang zwischen Gehirngröße und Argumentationskraft?

Jetzt wissen wir auch, warum die SPD eine Partei im Verschwinden ist, denn, wie titelte die WELT bereits vor drei Jahren: Körpergröße: Deutschland wächst um 15 Zentimeter. Dieser Titel ist zwar blanker Unsinn, aber das Ergebnis, das hier verballhornt wird, es ist real: Die Deutschen werden im Durchschnitt immer größer, und da große Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit eine konservative, jedenfalls keine sozialistische Zwergenpartei wählen, deshalb ist die SPD eine unter 20% Partei auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit.

Nun werden sich Leser, die ScienceFiles kennen, vielleicht fragen, wo bleibt, was sie seit einigen Zeilen erwarten. Hier kommt es: Warum sollte die Körpergröße die Parteipräferenz und die Wahlentscheidung beeinflussen? Welche Theorie kann man bilden, die einen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Parteinwahl aus dem Bereich des Amüsements in den Bereich der realen Wissenschaft überführt.

Nun, Arunachalam und Watson, rekurrieren auf ökonomische und anthropologische Forschung, die einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Wohlergehen, das sich letztlich auch (aber vermutlich über Generationen) in Körpergröße ausdrückt und kommen zu dem (vermutlich Fehl-)Schluss, dass zunehmende Körpergröße mehr wirtschaftlichen Erfolg symbolisiert, der wiederum im Einkommen seinen Beleg findet, so dass die Wahl nicht-sozialistischer Parteien doch wieder zu einem Resultat des wirtschaftlichen Erfolgs wird: Erfolgreiche wählen nicht sozialistisch, wie man sagen könnte. Indes, die Evolutionsbiologie hat einen Zusammenhang zwischen der maximal möglichen Energieversorgung und der Größe des Gehirns gefunden. Je mehr Energie einem Gehirn zur Verfügung gestellt wird, desto leistungsfähiger und desto komplexer seine Funktion(en). Die Körpergröße ist ein Indikator für die Menge von Energie, die in einem Körper vorhanden ist und damit einem Gehirn zur Verfügung steht. Entsprechend ist es kein Wunder, so die Evolutionsbiologen, dass Menschen, die z.B. Primaten in Körpergröße überragen, ein weiter entwickeltes Gehirn haben.

Damit wäre die Wahl sozialistischer Parteien als Ergebnis eines kleineren Gehirns anzusehen.
Auch ein Ergebnis.
Dieser Text wurde übrigens u.a. von einem Autor jenseits der 2 Meter Körpergröße geschrieben.


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Ent-Dämonisierung von Adolf Hitler

Spätestens seit Albert Speer von den dämonischen Augen des Adolf Hitler geschrieben hat, die seine nähere Umgebung in Bann geschlagen und zu den unmenschlichsten aller Taten getrieben hat, ist die deutsche Welt in Ordnung. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, sie beschränkt sich darauf, keine Diskussion über ihn aufkommen zu lassen, Hitler und den Nazis in seiner direkten Umgebung, die Alleinschuld zu übertragen und ansonsten Greise wegen ihrer Anwesenheit in einem KZ und wegen Beihilfe zum Mord zu verurteilen.

Die deutsche Welt, sie ist, wie schon Jerome K. Jerome um 1905 festgestellt hat, eine gewaltsam heile Welt. Die Geschichte vom Führer und dem Nazi-Clan, die das deutsche Volk, also die tumbe Masse der deutschen Mitläufer, verführt haben, sie passt auch zum Populismus-Gerede, das heute so verbreitet ist und – wie die Geschichte von der nationalsozialistischen Verführung – auf der Annahme basiert, dass Deutsche von Politikern verführbar sind, dass Deutsche so schlichte Gemüter sind, dass sie sich unhinterfragt vorsetzen lassen, was Politiker ihnen erzählen und vor allem, dass Politiker etwas zu sagen haben könnten, was Bürger erstens glaubten und zweitens nicht schon selbst wüssten.

Derartige Prämissen mögen das Ego von Studienabbrechern und kognitiv eher durchschnittlich Begabten, wie sie die Parlamente bevölkern, streicheln, sie sind mit der Realität jedoch nicht zu vereinbaren, jener Realität, in der die meisten der Bürger, und mit Sicherheit alle, die einen richtigen Beruf nicht nur erlernt haben, sondern auch ausüben, besser qualifiziert sind, als die im Parlament versammelten Politiker, die nichts Besseres gefunden haben.

Es ist an der Zeit, mit derartigen Mythen aufzuräumen, wie es an der Zeit ist, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus informiert zu führen und nicht auf einer Basis von Angst, wie sie in der Gesetzgebung zum § 130 StGB, also zur Volksverhetzung, ihren Niederschlag gefunden hat, oder auf der Basis von Kindischkeit, wie sie sich derzeit in der unsäglichen No-Hate-Speech-Kampagne Bahn bricht, bei der das Geld der Steuerzahler dafür verschwendet wird, Kindereien zu finanzieren, die nicht nur dumm, sondern in höchsten Maße schädlich sind, denn sie beschädigen die gute Sache, für die sie sich angeblich einsetzen.

Wir haben vor einigen Tagen unsere Leser vor die Aufgabe gestellt, den Autor eines Textes, den wir aus einer alten Publikation entnommen haben, zu raten. Im Text wird etwas dargestellt, was man als Race to the Bottom beschreiben könnte, eine Entwicklung also, die man als Problem moderner Demokratien ansehen und darauf zuspitzen kann, dass der Anreiz für kompetente und fähige Menschen, sich in der Politik zu engagieren, in dem Maße schwindet, wie unfähige, inkompetente Menschen, Menschen mit abgebrochenem Studium, erfundenem Lebenslauf, abgeschriebener Doktorarbeit oder solche, die in ihrem Leben noch nie einen richtigen Beruf ausgeübt haben, das Niveau dessen, was als Politik gilt, derart verringern dass der gesellschaftliche Status von und die gesellschaftliche Achtung für  Politiker(n) sinken, bis sie nicht mehr sinken können. Politik wird zunehmend zum Abstellplatz für Unfähige, der von allen anderen gemieden wird. Folglich entwickelt sich die Politik zu einem Panoptikum der Irrationalität, Unsinnigkeit und der fixen und wahnhaften Ideen und, nun ja, die derzeitige Realität ist nicht mehr weit von dieser Dystopie entfernt.

Wer nun ist der Autor, der diese Entwicklung beschreibt?
Zehn Namen haben wir unseren Lesern vorgegeben.
Hier ihre Wahl:

Raetsel MK AH

177 unserer Leser sind also der Meinung, der zitierte Text stamme von Adolf Hitler. Ob sie nun aufgrund eigener Kenntnis oder auf Grund ihrer Textsuche mit Google zu diesem Ergebnis gekommen sind, sei einmal dahingestellt. Fest steht, sie haben Recht. Der von uns zitierte Text stammt aus Mein Kampf.

Interessanter als die Tatsache, dass 177 Leser richtig liegen, ist die Tatsache, dass 397 (69%) Leser falsch liegen. Sie ordnen den Text von Adolf Hitler nicht Adolf Hitler zu. Die Art zu schreiben, erinnert 124 Leser an Arthur Schopenhauer und 83 Leser sehen Ähnlichkeiten zu dem, was Friedrich Nietzsche, 59 zu dem, was Wilhelm Grimm geschrieben hat. Selbst Jean Jacques Rousseau, Heinrich Böll, Karl Liebknecht und August Bebel kommen auf eine stattliche Anzahl von Nennungen.

Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass ein Text, den Adolf Hitler geschrieben hat, eindeutig zuordenbar ist. Steht Hitler doch für Rassismus, Antisemitismus, für alles, was aus heutiger Sicht schlecht ist. Gilt er doch als die Personifikation des Bösen. Entsprechend muss es entweder verwundern, dass er sich in der Nähe der ebenfalls zur Wahl stehenden Personen findet, oder man muss konzedieren, dass offensichtlich nicht alles, was Hitler geschrieben hat, diesen schrecklichen Hauch des Bösen ausströmt, der dem Dämon Hitler zugeschrieben wird.

THe Nazis a warningDeshalb ist es an der Zeit, sich richtig und sachgemäß mit dem auseinanderzusetzen, wofür Nationalsozialismus und Adolf Hitler stehen. Von einer aufgeklärten und mündigen Gesellschaft kann man erwarten, dass ihre Mitglieder in der Lage sind, sich ein Bild von den Ursachen des Phänomens zu machen, das die Nationalsozialisten an die Macht gespült und Hitler zum Führer gemacht hat. Man wird von ihr erwarten, dass sie die historischen Strömungen und Meinungen identifiziert, die in der deutschen Gesellschaft weitverbreitet waren, die es lange vor den Nazis gab, die sich als Antisemitismus, Antikapitalismus, als Suche nach der nationalen Identität schon Jahrhunderte vor den Nazis niedergeschlagen haben und von den Nationalsozialisten einfach nur genutzt wurden, um an die Macht zu kommen. Man wird, will man sich mit dem Dritten Reich wie ein erwachsener Mensch auseinandersetzen, zugestehen müssen, dass es eine sehr große Nähe zwischen sozialistischen und nationalsozialistischen Ideen gab, dass z.B. die Verballhornung des Darwinismus im Sozialdarwinismus nicht von den Nazis stammt, die mit Darwin’s Lehre nachweislich nichts anfangen konnten, sondern von Sozialisten wie August Bebel, die Darwin’s Lehre nachweislich nicht verstanden haben oder nicht gelesen haben können. Man wird sich der Frage widmen müssen, inwiefern der Anti-Amerikanismus von heute nur ein Abklatsch der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung ist, der sich die Nazis bedient haben, um Stimmen einzusammeln. Man wird sich der Frage stellen müssen, inwiefern dumme und sich selbst überschätzende Politiker dazu beigetragen haben und dazu beitragen, dass anti-liberale Strömungen, die eine Demokratie zerstören, wieder hoffähig werden. Man wird aufhören müssen, sich um eine Diskussion der historischen Fakten zu drücken und jeden Zweifel strafrechtlich als Volksverhetzung zu brandmarken und, am aller schwierigsten: Man wird damit anfangen müssen, die tatsächlichen Ursachen des Nationalsozialismus zu diskutieren und die historischen Fakten gegen die historischen Fabrikationen mit Argumenten und Belegen zu verteidigen und nicht durch Staatsanwälte verteidigen zu lassen. Das heißt auch, man wird Adolf Hitler ent-dämonisieren müssen und sich erneut die Frage stellen müssen, die z.B. die Briten seit Jahrzehnten beschäftigt: Wie konnte es dazu kommen, dass ein Kulturvolk wie die Deutschen in Teilen zu einer Horde von Mördern verkommt, die sich gegenseitig darin überbieten, dem von ihnen nicht dämonisierten, sondern glorifizierten Führer gefällig zu sein?


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Dummheit erster Ordnung: Gender Pay Gap

Derzeit scheinen Argumentationshilfen Konjunktur zu haben. Nun ja, eigentlich sind die meisten der vermeintlichen Argumentationshilfen, keine Argumentationshilfen, sondern bestenfalls Jammer- oder Beleidigungshilfen. Deshalb und weil wir den Begriff „Gender Pay Gap“ nun wirklich nicht mehr hören können, haben wir uns entschlossen, eine kurze und prägnante Argumentationshilfe für all diejenigen zu schreiben, die es ebenfalls nicht mehr ertragen können, mit dem Unsinn des Gender Pay Gaps belästigt zu werden. Abgesehen davon, wollen wir hier einmal darstellen, wie eine richtige Argumentationshilfe aussieht.

Ausgangspunkt für den Mythos vom Gender Pay Gap ist ein Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen. Vergleicht man den Durchschnitt der Stundenlöhne aller Männer und aller Frauen, dann zeigt sich, dass die Stundenlöhne, die Männer verdienen, irgendwo zwischen 21% und 23% höher sind.

Hier treffen wir die Dummheit erster Ordnung, die darin besteht, dass besonders schlichte Gemüter, diese ungleiche Verteilung nicht nur als Problem, sondern als Beleg für die Diskriminierung von Frauen ansehen.

Wissenschaftlich gesprochen erklären sie damit das, was zu erklären ist, die ungleiche Verteilung zwischen Männern und Frauen, mit dem, was zu zeigen wäre, denn ob eine ungleiche Verteilung überhaupt ein Problem ist, das man beheben oder beklagen muss, geschweigen denn ein Ergebnis von Diskriminierung, ist eine empirische Frage, die man erst untersuchen muss.

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Will man untersuchen, ob eine ungleiche Verteilung eine Diskriminierung darstellt, dann muss man untersuchen, ob man die ungleiche Verteilung nicht mit anderen Variablen erklären kann. Es liegt nahe, Verdienstunterschiede mit Unterschieden in der Anstrengung, der Kompetenz, der Arbeitszeit, der Arbeitserfahrung und vielem anderen zu erklären und tatsächlich kann der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen vollständig damit erklärt werden, dass Männer öfter in Branchen arbeiten, in denen höhere Stundenlöhne gezahlt werden, öfter Überstunden machen, in der Regel mehr Kompetenz aufweisen, über mehr Arbeitserfahrung verfügen usw. als Frauen. Wir haben dies schon vor nunmehr fünf Jahren in einem der ersten Beiträge für ScienceFiles gezeigt.

Es gibt also kein Diskriminierung von Frauen beim Verdienst. Was diejenigen nicht interessiert, die durch Dummheit zweiter Ordnung ausgezeichnet sind. Sie setzen nicht nur eine Äquivalenz zwischen einer ungleichen Verteilung und Diskriminierung, sie fabulieren zudem, wie sie dies bereits bei der Diskriminierung, die sie nie empirisch belegt haben, sondern lediglich erfunden haben, weil sie unbedingt wollen, dass Frauen diskriminiert werden, getan haben, eine Erklärung für die Diskriminierung, die sich wiederum dadurch auszeichnet, dass man sie empirisch nicht messen kann und dass sie voraussetzt, was sie erst zeigen soll.

Entsprechend wird behauptet, dass Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, weniger gesellschaftliche Achtung (was für die Dummen zweiter Ordnung in weniger Stundenlohn niederschlägt) entgegen gebracht wird als Berufen, die überwiegend von Männern ausgeübt werden. Es wird behauptet, dass Geschlechtsrollen die Ursache allen Übels seien, weil Frauen in Kinderjahren zur Wahl eines schlechter bezahlten Jobs erzogen würden. Schließlich wird behauptet, dass Arbeitgeber Vorlieben für eine bestimmte Art von Mitarbeitern hätten, die nun einmal nicht Frauen sind. All diese Pseudoerklärungen auf Basis von Dummheit zweiter Ordnung, setzen voraus, was sie erklären sollten: Die Existenz der Lohndiskriminierung von Frauen.

Nun gibt es aber keine – wie oben gezeigt wurde.

Auf Basis dieser Analyse ist es nun möglich, diejenigen, die behaupten, es gäbe ein Gender Pay Gap argumentativ zu zerlegen. Dazu ist es zunächst einmal notwendig festzustellen, ob es sich bei dem Gegenüber um eines mit Dummheit erster oder zweiter Ordnung handelt.

Dummheit erster Ordnung, die darin besteht, eine ungleiche Verteilung als Diskriminierung zu behaupten, begegnet man am besten dadurch, dass man die Belege für die angebliche Diskriminierung einfordert:

Woran erkennt man, dass eine ungleiche Verteilung eine Diskriminierung darstellt?

Was unterscheidet den durchschnittlich höheren Stundenlohn den Männer gegenüber Frauen beziehen, von dem durchschnittlich höheren Stundenlohn, den IT-Spezialisten gegenüber Maurern beziehen?

Wenn nun auf die höhere Kompetenz der IT-Spezialisten hingewiesen wird, kann man genüsslich darauf verweisen, dass es keinen Grund gibt anzunehmen, dies sei bei dem durchschnittlich höheren Stundenlohn von Männern nicht auch die Erklärung. Tatsächlich, so mag man anfügen, zeigen eine Reihe von Analysen, dass die höhere Kompetenz von vollzeiterwerbstätigen Männern sich gegenüber der geringeren Kompetenz von teilzeiterwerbstätigen Frauen in der Höhe des Lohnes niederschlägt.

Dummheit zweiter Ordnung

Wenn das Gegenüber nicht nur eine ungleiche Verteilung als Diskriminierung ausgibt, sondern die entsprechende Diskriminierung auch gleich mit allerlei Phantasiegebilden erklären will, dann hat man es mit Dummheit zweiter Ordnung zu tun. Hier hilft nur, die Befallenen mit Gewalt auf den Boden der Realität zu stellen:

facepalm-GodzillaWenn alle Frauen durch Geschlechtsrollen dazu erzogen werden, Frauenberufe zu wählen, wie erklärt man dann die Frauen, die dennoch IT-Berufe wählen? Wie beseitigt man den Widersprich, dass Geschlechtsrollen, die flächendeckend anerzogen worden sein sollen, nur punktuell wirken? Wenn Frauen, die IT-Berufe ergreifen, als Beispiel für Frauen gewertet werden, die nicht mit traditionellen Rollenbildern erzogen wurden, wie kann man dann die Frauen, die mit traditionellen Rollenbildern erzogen wurden und dennoch einen IT-Beruf gewählt haben, erklären?

Wie misst man, dass die Gesellschaft Berufen, die Frauen ausüben, eine geringere Achtung entgegen bringen? Hier kommt mit Sicherheit die Antwort: Am Stundenlohn, der für Frauen geringer ist. Prima. Darauf reagiert man mit der Feststellung, dass der geringere Stundenlohn bereits der Indikator für das Gender Pay Gap war. Entsprechend kann er nicht auch der Indikator für die geringere gesellschaftliche Achtung sein.

Die Behauptung, dass Arbeitgeber Frauen bei Einstellungsgesprächen diskriminieren und lieber Männer einstellen, ist die einzige Behauptung, die einen direkten Bezug zu Verhalten in der Realität herstellt. Sicher wird man eine solche Behauptung nur aufstellen, wenn man entsprechende Belege vorliegen hat, also genau angeben kann, welche(r) Arbeitgeber welche Frau(en) bei Einstellungsgesprächen diskriminiert hat/haben.

Und weil aus einem Einzelfall kein durchschnittlicher Verdienstunterschied wird, müssen diejenigen, die hier auf der Stufe von Dummheit zweiter Ordnung fabulieren, noch erklären, wie es aus wenigen Einzelfällen zu systematischen Unterschieden zwischen Millionen von Männern und Frauen kommen kann. Sicher soll nicht behauptet werden, dass alle Arbeitgeber Frauen diskriminieren.

Wer das Glück hat, auf ein Gegenüber zu stoßen, das behaupten will, dass Arbeitgeber Frauen generell diskriminieren, also auf ein Gegenüber, das sich auf der Stufe von Dummheit dritter Ordnung befindet, der kann darauf hinweisen, dass es schwierig sein dürfte, eine flächendeckende Diskriminierung unter der Herrschaft von Tarifverträgen durchzuführen, es sei denn, Tarifverträge sind per se Instrumente zur Diskriminierung von Frauen, dadurch z.B. das gleiche Stundenlöhne für eine bestimmte Arbeit festgesetzt werden. Es bietet sich auch der Hinweis darauf an, dass rund 5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig sind und notwendig, wenn Diskriminierung flächendeckend ist, von ihrem Arbeitgeber, also dem Staat und seinen Institutionen, diskriminiert werden. Wenn dem aber so ist, wie kann man von einem Staat, der selbst diskriminiert, erwarten, dass er seine eigene Praxis durch entsprechende Gesetze beendet?

Und so weiter.

Leider findet sich nie jemand, der mit uns über Hirngespinste wie das Gender Pay Gap diskutieren will.

Mit uns wollen Genderisten einfach nicht reden. Nicht einmal die Fragen, die wir seit Jahren stellen, um Genderisten die Gelegenheit zu geben, ihre Wissenschaftlichkeit, die wir ihnen aufgrund unseres Wissenschaftsverständnisses absprechen (siehe unser Grundsatzprogramm), uns zum Trotz, unter Beweis zu stellen, können sie beantworten.


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Geschwätz ist keine Wissenschaft: Methodologie der SozialWISSENSCHAFTEN

Sozialwissenschaften sind bzw. waren Wissenschaften. Es ist Zeit, einmal wieder daran zu erinnern. Wissenschaft unterscheidet sich von Nicht-Wissenschaft nicht dadurch, dass erstere an Universitäten betrieben wird und letztere nicht, wie viele zu meinen scheinen, sondern durch die Methode und das Ziel, dem diese Methode dient.

Albert TraktatDas Ziel jeder Wissenschaft ist Erkenntnisgewinn, die Akkumulation von Wissen, von bewährtem Wissen. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt Wissenschaft eine Methode. Die Methode der Wissenschaft, die systematisches Sammeln von Wissen ermöglich, sie besteht darin, Theorien zu entwickeln und an der Realität zu testen. Entsprechend müssen wissenschaftliche Theorien etwas über die Realität aussagen. Fabuliertes, wie man es z.B. bei Hegel oder Habermas lesen kann, hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Es mag für den einen oder anderen gelehrt klingen oder gar interessant sein, aber so lange man aus dem, was Hegel oder Habermas von sich geben, nicht logisch korrekt Hypothesen ableiten kann, die man wiederum an der Realität testen kann, ist ihr Fabuliertes heiße Luft ohne weiteren Wert.

Entsprechend kann Wissenschaft im Ziel nur empirisch sein, d.h. die formulierten Aussagen müssen dem Ziel dienen, unser Wissen über die Wirklichkeit zu vermehren. Entsprechend ist Genderismus keine Wissenschaft. Denn entweder erzählen Genderisten im Inbrunst der Überzeugung Trivialitäten, die schon seit Aristoteles und vermutlich schon lange vor ihm bekannt waren oder sie machen Aussagen, die nichts über die Wirklichkeit aussagen oder gar der täglichen Erfahrung von Menschen widersprechen.

Dass Frauen diskriminiert werden, wo sie gehen und stehen, ist eine solche Behauptung, die, so lange sie nicht mit Antezedens-Bedingungen verbunden wird, keinerlei empirischen Gehalt hat und somit belanglos ist. Erst wenn angegeben werden kann, unter welchen empirisch messbaren Bedingungen Frauen wo und von wem diskriminiert werden und welche empirisch messbare Folge sich daraus ergibt, haben Genderisten einen Schritt in Richtung Wissenschaft getan. Bislang sind sie nicht einmal in der Lage, die einfachsten Fragen zu Erkenntnisinteresse und Erkenntnismethode zu beantworten, geschweige denn, zur Erkenntnistheorie, so dass man Genderismus mit der Kaffeedomantie auf einer Stufe sehen kann. Der einzige Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass Kaffeesatzlesen derzeit von keinem Ministerium gefördert wird, derzeit …

Sozialwissenschaften verfügen über einen Grundstock an Methoden, der sie zur Wissenschaft qualifiziert. Die 1960er bis Mitte der 1990er Jahre haben entsprechend viele Arbeiten zu Wissenschaftstheorie bzw. Methode oder Methodologie der Sozialwissenschaften gesehen. Sozialwissenschaftler haben sich damals die Frage gestellt, welche Kriterien ihre Sozialwissenschaft erfüllen muss, um als Wissenschaft zu gelten. Und Sozialwissenschaften wie die Soziologie und die Politikwissenschaft waren kurz davor, einen einheitlichen und verpflichtenden Methoden-Korpus zu entwickeln.

Die genderistische und sozialistische Unterwanderung der Sozialwissenschaften hat dies anscheinend zum Stocken gebracht, und die Sozialwissenschaften in ein Methodenbrache verwandelt, in der viele denken, qualitative Befragungen seien die Möglichkeit, sich der Mühe strukturierten Arbeitens zu entledigen und eine billige Möglichkeit, um mit dem Interview-Gesülze Seiten zu füllen. Experteninterviews sind an die Stelle von theoretischen Annahmen getreten, denn viele der derzeitigen Sozialwissenschaftler machen keine Annahmen mehr, dazu müsste man Texte lesen, Bücher am Ende und sich Gedanken machen. Das qualitative Schmarotzen in Form von vermeintlichen Experteninterviews, in deren Verlauf die möchtegern-Forscher hoffen, das zu erfahren, was sie nicht wissen, also so ziemlich alles, ist an die Stelle des eigenen Denkens getreten.

In der quantitativen Sozialforschung sieht es nicht besser aus. Das alte „data speak to me“ feiert neue Feste und Befragungen werden in der Regel nicht mehr durchgeführt, um Annahmen zu testen, sondern um die eigenen ideologischen Überzeugungen zu bestätigen.

Die empirische Sozialforschung liegt weitgehend am Boden, aber immerhin sehen empirische Sozialforscher noch die Notwendigkeit, zumindest den Versuch zu machen, eine Beziehung zur Realität herzustellen. Andere haben längst damit aufgehört, sich um die Realität zu kümmern und sind zum alten Modell der Offenbarungslehre zurückgekehrt, von dem Hans Albert noch 1991 schreiben konnte, dass es im 15. Jahrhundert überwunden wurde. Er hat die Rechnung ohne die Sozialwissenschaftler gemacht, die sich Sozialwissenschaftler nennen, weil sie einen Lehrstuhl inne haben, der eine entsprechende Bezeichnung nahelegt. Von diesem Lehrstuhl aus offenbaren sie ihrer Umwelt die von ihnen für richtig gehaltene Lehre, deren Richtigkeit man nur erkennen kann, wenn man sich eingehend mit dem Gegenstand der Heilslehre beschäftigt hat, so eingehend, wie der Verkünder der Wahrheit. Auch für diese Form des Missbrauchs wissenschaftlicher Einrichtungen gibt es Begriffe. Sie reichen von der Afterwissenschaft, wie sie Max Weber genannt hat, bis zur Kritikimmunisierung, die Hans Albert in diesen Zusammenhängen beschrieben hat.

Angesichts der aufgezeigten Entwicklung der deutschen Sozialwissenschaften ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es nicht nur eine Zeit gegeben hat, in der deutsche Sozialwissenschaftler Methode und Erkenntnisinteresse hatten, es ist auch an der Zeit, auf entsprechende Veröffentlichungen hinzuweisen, ehe sie dem Vergessen anheim fallen.

Opp_MethodologieEine solche Veröffentlichung ist die „Methodologie der Sozialwissenschaften“ von Karl-Dieter Opp. Ursprünglich in den 1970er Jahren geschrieben, ist die derzeitige Version eine knappere Darstellung des ursprünglichen Buches, bereinigt um all die logischen Operatoren und Zusammenhänge, die man heutigen Studenten nicht mehr zumuten soll, weil heutige Studenten den Unterschied zwischen einer Implikation und einer Äquivalenz nicht mehr kennen. Die abgespeckte Version bietet einen leichten Zugang zu der Art und Weise, in der man Sozialwissenschaft betreibt, damit am Ende Wissenschaft und nicht Ideologie dabei herauskommt.

Opp beschreibt die Struktur sozialwissenschaftlicher Aussagen und dabei die Logik kausaler Beziehungen im Rahmen von Satzgeflechten, die man Theorie nennt. Er erklärt den Unterschied zwischen einer Erklärung, als dem, wonach Wissenschaftler streben und dem Verstehen, als dem, was Wissenschaftler können sollten, was aber nicht ihr Erkenntnisinteresse darstellt. Er gibt Beispiele für die Bildung theoretischer Modelle und wendet sich dann dem „Informationsgehalt sozialwissenschaftlicher Aussagen“ zu, also der Frage, was eine Aussage zu einer sozialwissenschaftlichen Aussage macht. Es folgt ein Kapitel über die Logik sozialwissenschaftlicher Theorienbildung. Weil Theorien nicht um ihrer selbst willen gebildet werden, sondern dazu, einen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen, also in der Regel dazu, Probleme zu lösen, und weil Erkenntnisgewinn eine Beziehung zwischen Theorie und Empirie voraussetzt, kommt Opp im zentralen achten Kapitel seiner Methodologie zur Beantwortung der alles überragenden Frage: Wie prüft man sozialwissenschaftliche Theorien? Allein die Lektüre dieses Kapitels macht deutlich, warum so vieles, was uns derzeit als Sozialwissenschaft untergeschoben wird, nicht einmal dazu taugt, den Status einer Hypothese zugewiesen zu bekommen. Die Lektüre sei entsprechend jedem an Sozialwissenschaft Interessierten empfohlen.

Die Auseinandersetzung mit der Frage, wie man eine Theorie kritisiert, die Opp unabhängig von der Frage diskutiert, wie man eine Theorie prüft, führt schließlich zu dem, was man als gängige Praxis dessen ansehen kann, was derzeit als Sozialwissenschaften verkauft werden soll: „Wie formuliert man eine Theorie, die unprüfbar ist?“, so fragt Opp und beantwortet die Frage auch selbst:

“In Lehrveranstaltungen zur Wissenschaftstheorie stelle ich zuweilen die Aufgabe, eine sozialwissenschaftliche Theorie – z.B. die Anomietheorie – so umzuformulieren, dass sie unwiderlegbar wird und dass es möglichst schwierig wird, dies zu erkennen. Um dies zu bewerkstelligen, muss man die Begriffe möglichst unklar lassen, die Struktur der Theorie bestenfalls andeuten, und die Wenn- und Dann-Komponente so formulieren, dass die Theorie analytisch wahr (oder falsch) wird – und zwar so, dass der analytische Charakter der Theorie nicht erkennbar ist.“ (220).

Wem also eine angebliche sozialwissenschaftliche Theorie begegnet, die so komplex ist, dass man sie nicht verständlich formulieren kann, der sollte sensibel dafür sein, dass man versucht, ihn zu täuschen. Ähnliches gilt für Aussagen, mit denen behauptet wird, bestimmte Inhalte seien zu komplex, als dass man sie in einfache Aussagen verpacken könnte. Wenn bestimmte Inhalte zu komplex sind, als dass man sie in einfache Aussagen zerlegen kann, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass diejenigen, die behaupten, die Aussagen seien so komplex, in der Lage sind, sie zu verstehen, denn komplexe Aussagen überfordern die meisten Gehirne, wie jeder leicht feststellen kann, wenn er versucht, sich einen vierdimensionalen Raum vorzustellen.

Wohlgemerkt ist die Kritik von Opp eine Kritik auf hohem Niveau, denn der meiste Unsinn, der heute aus den Sozialwissenschaften kommt, schafft es nicht einmal auf die Stufe, auf der man zugestehen könnte, dass hier ein Versuch gemacht wurde, eine Theorie zu formulieren. Vermutlich ist die Komplexität der eigenen Gedanken in den entsprechenden Fällen zu groß, als dass es möglich wäre, sie in geordneter Form und für andere verständlich mitzuteilen.

Das bringt uns zur letzten Frage: Warum wirken Geschwätzburgen, die aus der Komplexität aneinandergereihter Nominalkonstruktionen bestehen, die sich bei näherem Besehen als Leeformel herausstellen, auf manche so anziehend? Die Antwort ist unseres Erachtens eine sozialpsychologische: Wessen Kompetenz nicht ausreichend, um Leerformeln als solche zu erkennen, wer Nominalkonstruktionen nachbetet, weil er sie für wahre Erkenntnis hält, der kommt auch nicht auf die Idee, dass Dritte ihn durchschauen und merken könnten, dass er versucht, sich mit leerem Geschwätz zu schmücken, das er für große Erkenntnis hält. Käme er auf diese Idee, er würde sich nicht mit leerem Geschwätz schmücken, sondern das leere Geschwätz als solches erkennen. Die Frage, was aus diesen Ausführungen für die institutionalisierten Sozialwissenschaften und das viele Geschwätz, das aus ihnen zu hören ist, folgt, ist eine Frage, die sich nun jeder selbst beantworten muss.


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