Widerstand gegen GEW-Versuch, die Realität umzudeuten, wächst stetig! GEW bereits mit Fragen von ca. 300 Bürgern konfrontiert – Immer mehr Wissenschaftler melden sich zu Wort
Vielen Dank an alle, die sich bislang an der konzertierten Aktion beteiligt haben. Nach meiner Zählung sind es rund 300, die eine Email an die GEW-Verantwortlichen geschrieben haben. Die Verantwortlichen, Ulf Rödde und Anne Jenter hüllen sich allerdings weiter in beredtes Schweigen.
Unter den Mails, die mich als Referenz erreicht haben, gab es einige, die die Mailaktion zum Anlass genommen haben, sich persönlich an die GEW zu wenden. Stellvertretend für all die anderen, habe ich drei Stellungnahmen ausgewählt und mit der freundlichen Genehmigung der Autoren veröffentlicht.
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M. Hendricks schreibt:
„Insbesondere beziehe ich mich auf eine Aussage in der Studie, die wie folgt lautet:
»Jungen verlassen im Vergleich zu Mädchen die Schule häufiger mit einem niedrigeren oder keinem Schulabschluss … Jedoch sind davon hauptsächlich ein bestimmter Teil von Jungen betroffen: Jungen mit Migrationshintergrund und aus unteren sozialen Schichten…«.
Als Lehrender kann ich nicht begreifen, wie einem in den Sinn kommen kann, den Lehrauftrag für die o.g. Personengruppe mit einem Argument abzubügeln, das dem Sinn nach »lohnt sich sowieso nicht« gleichkommt. Meine Berufsauffassung sträubt sich komplett gegen ein solches Pflichtverständnis. Die Schulen haben den unbedingten Auftrag, ihre Lehrtätigkeit neutral und ohne Gewichtung bzw. Bevorzugung von bestimmten Personengruppen (egal welcher Art) durchzuführen. Eine Aussage, die bestimmte Schüler – eben vorwiegend männliche – von Grund auf von Themen wie Förderung und persönlichem Respekt ausschließt, ist an einer öffentlichen Schule komplett fehl am Platz. Für mein Verständnis tritt hier Sozialdarwinismus in Reinform zutage. Tröstlich ist allein, dass meine Kollegen und Kolleginnen in den Schulen einem solchen hanebüchenen Unsinn überwiegend nicht folgen (von Ausnahmen abgesehen).
Ich bitte Sie daher dringend,
die Studie zurückzuziehen,
für die nicht wegzudiskutierende schlechtere Allgemeinsituation der Jungen Konzepte zu entwickeln (dies ist Ihr originärer Auftrag),
ideologisch – genderpolitisch – eingefärbte Steuerungsmaßnahmen abzustellen, da Sie damit lediglich eine wissenschaftlich äußerst fragwürdige und nicht verifizierbare Position einnehmen,
– sich um eine diskutable Datenbasis zu kümmern.
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Prof. Dr. Walter Hollstein schreibt:
„Unlängst habe ich ihre schrift „Bildung von Geschlecht“ gelesen – mit dem Untertitel „zur Diskussion um Jungenbenachteiligung und Feminisierung in deutschen Bildungsinstitutionen“.
Ich war einigermassen entsetzt, dass eine angesehene Gewerkschaft eine ja nicht unbeträchtliche Summe an Geldmitteln für ein solches Machwerk investiert. Abgesehen davon, dass der Verfasser wohl sämtliche Grundkurse über wissenschaftliches Arbeiten geschwänzt hat, ist besonders der selektive Blick auf die Problematik ärgerlich. Der Autor berücksichtigt an Daten und Quellen nur das, was ihm für sein Vorhaben, die offensichtliche Jungenkrise kleinzuschreiben, dienlich ist. Die Arbeitsweise ist ideologisch statt objektiv und sachlich, wie eigentlich etwas sein sollte, das sich „Studie“ nennt.
Da das ganze Projekt ja auch unter dem Label „Frauen in der GEW“ firmiert, liegt der Verdacht nahe, dass es hier darum geht, die manifesten Probleme von Jungen im Bildungsbereich zu leugnen, um damit weiterhin den Fokus auf der Mädchenförderung zu belassen. Eine solche Politik ist nicht nur unehrlich, sondern auch kurzsichtig. Schon jetzt zeigen sich die auswirkungen der hohen Versagerquoten von Jungen im Bildungssystem u.a. beim Mangel von Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt. Sie dokumentieren sich aber auch als allgemeine Orientierungskrise bei Sinnproblemen von Jungen, in Gewalt, zunehmendem Hooliganismus oder der hohen Suizidrate in der Pubertät.
Es ist schon makaber, wenn eine Gewerkschaft das alles nicht zur Kenntnis nimmt. Da es ja nicht nur „Frauen in der GEW“ gibt, sondern auch Männer, wäre es ja vielleicht eine vornehme Aufgabe der selben, sich einmal auf aufrichtige und authentische Weise der Probleme der eigenen, heranwachsenden Geschlechtsgenossen anzunehmen.“
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Prof. Dr. Wolfgang Tischner schreibt:
„…als Wissenschaftler und Hochschullehrer kritisiere ich mit allem Nachdruck den Versuch der GEW, wissenschaftlich erwiesene Tatsachen wie die erhebliche Bildungsbenachteiligung von Jungen gegenüber ihren Mitschülerinnen in Deutschland durch eine „Studie“, die nicht den elementarsten Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens in bezug auf Korrektheit, Transparenz, Redlichkeit und logische Argumentation genügt, zu relativieren respektive zu widerlegen.
Es steht zu befürchten, daß der Ruf eines Verbandes, der solche „Studien“ in Auftrag gibt und ungeprüft veröffentlicht, Schaden nehmen wird. Dies wäre um so bedauerlicher, als Gewerkschaften innerhalb einer demokratischen Gesellschaft meines Erachtens eine wichtige Aufgabe nicht nur für ihre Mitglieder, sondern für Gesellschaft und Staat insgesamt wahrnehmen.
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