Die Woche fängt gut an, und zwar mit einer direkten Nachricht eines Lesers auf Facebook, der uns wiederum auf einen Beitrag von Peter Schmidt aufmerksam gemacht hat. Peter Schmidt, so haben wir uns gefragt, Peter Schmidt, den kennen wir doch, von einer Tagung der International Sociological Association damals in Montréal. Aber, nein, nicht dieser Peter Schmidt, ein anderer Peter Schmidt ist es, auf den uns unser Leser hingewiesen hat, ein Peter Schmidt, den man sich auch merken muss, denn das, was er schreibt, ist der Lichtblick des Tages, ja der Woche.
Peter Schmidt, Präsident des Deutschen Arbeitgeberverbandes, hat genug. Er hat die Nase gestrichen voll, und er findet deutliche Worte. Allein das, macht in im Deutschland der mediokren Einheitsmeiner zu etwas Besonderem.
Und Peter Schmidt verzweifelt an demselben, an dem auch wir verzweifeln:
„Wie kommt es, dass eine ganze Gesellschaft sich klaglos in die schleichende Entmündigung begibt? Wie kommt es, dass Unternehmer, die tragende – und finanzierende – Säule, mit Unglauben oder Fatalismus, in jedem Fall aber ohne Gegenwehr, immer stärkere Eingriffe in die unternehmerische Freiheit akzeptieren?“
Anders als ScienceFiles gibt Peter Schmidt jedoch keine Antwort auf diese Frage. Und wir wollen seinen Post zum Anlass nehmen, um eine Antwort zu geben, die auf Thomas Schelling zurückgeht. Thomas Schelling hat ein einfaches Modell entwickelt, um zu erklären, wie es zu Rassen-Segregation in Wohngebieten kommt. Wir wollen sein Modell etwas abwandeln und einen Tipping Point ergänzen, um zu erklären, wie es dazu kommt, dass in einer Gesellschaft die Freiheit eines eigenverantwortlichen Lebens zu Gunsten einer Abhängigkeit vom staatlichen Pater Familias oder heute besser: vom Nanny State aufgegeben wird.
Jetzt hat sich die Welt für die angrenzenden schwarzen Spieler verändert. Sie sind mit einem weißen Spieler konfrontiert, der aus ihrer Sicht unfair hohe Auszahlungen für wenig oder gar keine Leistung erhält. Je nach dem Toleranzlevel, das die angrenzenden Spieler haben, werden sie früher oder später denken: „Ja bin ich denn dumm?“ und ins weiße Lager wechseln und je mehr angrenzende Spieler ins weiße Lager überwechseln, umso mehr schwarze Spieler werden sich die Frage stellen: „Ja bin ich denn dumm?“. Und das Ende kann sich jeder selbst ausrechnen.
Mit anderen Worten, warum wehren sich so wenige dagegen, dass ein stetiger Strom so genannter Gesetzgebung ihre Freiheit reduziert? Weil so viele von diesem Staat, der Freiheit stiehlt, finanziell abhängig sind und profitieren. Ganze Wohngebiete der Mittelschicht hängen auf die ein oder andere Weise am Tropf des Staates und seiner Subventionen, und wer beißt schon die Hand, die ihn füttert?
Insofern ist es wohltuend, dass Peter Schmidt den Mut hat, den Mund aufzumachen, wohlwissend, dass er sich damit in die Minderheit derer begibt, die den Mund aufmachen.
Mehr noch: Er hat den Mut zu folgendem Satz:
„Weibliche Politiker vom kommunistischen Rand bis zur CSU stehen untergehakt und solidarisch für staatliche Regulierung.“
Der Mann hat wirklich Mut, und wir wetten, ab heute gilt er als Masku oder als Antifeminist. Aber was er ausspricht, ist ein wiederkehrendes Forschungsergebnis, das Sozialwissenschaftler immer und immer wieder repliziert haben. Wenn es darum geht, sich dem Staat zu überantworten, in die schützenden Arme des Pater Familias zu flüchten, dann ist niemand schneller als vermeintlich nach Emanzipation strebende Frauen.
Nur mit einem, hat Peter Schmidt nicht recht:
„Auf Sicht dürfte der [Arbeitgeber-]Verband die einzige Stimme sein, die ohne Opportunismus und wie auch immer geartete Verpflichtungen Stellung nehmen kann.“
Das ist falsch. ScienceFiles stellt seit Jahren Informationen bereit und wird auch in den folgenden Jahren Informationen bereit stellen, die die Verheerungen aufzeigen, die von einem Staatsfeminismus und seiner Durchdringung der Gesellschaft ausgehen.
Aber: Ehre, wem Ehre gebürt und deshalb erteilen wir Peter Schmidt das Schlusswort:
„In den nächsten Wochen wird Prinz Karneval die Macht im Land übernehmen. Die Narren, die danach wieder das Ruder übernehmen, sind kaum kompetenter. Nur weniger lustig.“
