Hass auf Heterosexualität: Gegenwartsverlierer und ihr gestörtes Verhältnis zu Kritik

Hass und Heteronormativität, so lautet die Überschrift eines Beitrags in Jungle World, auf den uns ein Leser dankenswerter Weise hingewiesen hat. Christian Jakob, Autor des besagten Beitrags, der mit “Hassanfälle hat er täglich” beginnt und Akif Pirincci zum Gegenstand hat, versucht in seinem Beitrag ein sehr schwieriges Framing zu schaffen: Wie schreibt man über einen Gegenstand, den man verabscheut, ja hasst, ohne zu sagen, dass man ihn hasst.

king louisDie pseudo-intellektuelle Art, die in den Teilen der Mittelschicht Anwendung findet, die sich aus welchen Gründen auch immer, für distinguiert halten (vermutlich weil sie den Inhalt von Pierre Bourdieus “feinen Unterschieden” nur aus vierter Hand kennen und gänzlich missverstanden haben), funktioniert hintenrum: Man unterstellt anderen, denn man selbst macht sich natürlich nicht die Hände schmutzig, tägliche Hassanfälle, zum Beispiel, sekundiert von einer “Fangemeinde von  alten und neuen Rechten”, man berichtet von furchtbaren Einträgen auf Facebook, die zwischenzeitlich “offenbar gelöscht” wurden (Nachprüfung entsprechend unmöglich), man zitiert die wüstesten Ausfälle von Kommentatoren, die man finden kann, natürlich nur aus Gründen der Darstellung, nicht, weil sie einem besonders geil machen, streut die gelegentliche “Hasstirade” ein und  gestaltet damit den Rahmen, den man Lesern vorgeben will, denn: die Bösen sind nun benannt.

Jetzt kommen die vermeintlich Guten. Elisabeth Tuider ist eine vermeintlich Gute. Sie ist ganz urplötzlich und ohne eigenen Anteil Opfer von Kritik geworden. “Ihre Kontakdaten” hat sie von ihrer Homepage bei der Universität Kassel gelöscht, sie ist “abgetaucht”, wie Jakob weiß, und dabei ist alles, was sie wollte, Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer Sexualität zu helfen und vor allem ihren Lehrern Hilfestellung bei Antworten auf Fragen, die sie täglich gestellt bekommen, zu geben, Fragen wie: “Wie richtet man eigentlich ein Bordell ein, das auf die sexuelle Orientierung seiner Kunden Rücksicht nimmt?” oder “Wie geht Analverkehr?”. Kinder und Jugendliche bewegt nichts mehr als diese Fragen, so weiß Tuider, woher auch immer.

Und nach den vermeintlich Guten kommen die vermeintlichen Helfer der vermeintlichen Guten, jene, die im Fahrwasser der Kritik fahren, die die vermeintlich Guten ernten, und versuchen, dabei das Beste für sich herauszuschlagen, ein Unterfangen, das nicht jedermanns Sache ist: Wer eigene Ideen hat, ist ungeeignet. Wer nicht von Ideologien profitieren will, ist ungeeignet. Wer eine klare, argumentierbare und in Fakten basierte Position hat, ist ungeeignet. Kurz: als vermeintlicher Helfer vermeintlich Guter eignen sich nur Ideologen, die anders als mit vermeintlicher Gutheit, keinen Blumentopf gewinnen, die im Diskurs der Argumente untergehen, weil sie Emotionen verkaufen, und zwar in der Form von Bewertungen.

politische DenunziationVerkäufer von Emotionen, die keine Argumente, aber Mengen von Bewertungen feil bieten, sind in den letzten Jahren an sozialwissenschaftlichen Instituten von Universitäten leider häufig geworden. Als Günstlinge des Staatsfeminismus installiert oder als neo-marxisische oder neo-kommunistische Sprach-Phönixe aus der Asche des real existierenden Sozialismus wie ein Golem geformt, verbreiten sie ihre Bewertungen, weil sie zur Verbreitung von Argumenten nicht kompetent sind. Und nun ist ihnen etwas ungeheuerliches Widerfahren: Sie werden kritisiert. Sie werden aufgefordert, ihre Berechtigung an Universitäten ein Dasein zu fristen, zu begründen, zu zeigen, welche gesellschaftlichen Vorteile daraus erwachsen, dass sie von Steuerzahlern finanziert werden.  Das ist ungeheuerlich und fordert eine Reaktion. Welche? Die übliche: Bewertungen und Emotionen an Stelle von Wissen und Argumenten – schließlich kann man nun mal nichts anderes.

Da ist zum Beispiel Paula-Irene Villa, die nach Ansicht von Christian Jakob eine Münchner Soziologin ist. Vermutlich ist er deshalb dieser Ansicht, weil Frau Villa es geschafft hat, einen Lehrstuhl für, na raten Sie, richtig: “Soziologie/Gender Studies” zu besetzen. Man beachte vor allem den Trennstrich zwischen Soziologie und Gender Studies, denn der Trennstrich ist wichtig: er trennt das Unvereinbare: Soziologie hat mit Gender Studies so viel gemeinsam wie Wissenschaft mit Theologie – nichts.

Wie wenig Frau Villa in den Grundlagen einer Wissenschaft bewandert ist, für die sie einen Lehrstuhl besetzt, haben wir bereits in der Vergangenheit dargestellt. Aber selbst wenn wir es nicht bereits dargestellt hätten, ihre Originaltöne, die Jakob in seiner Dschungel-Welt verarbeitet, sind ausreichender Beleg, denn: Argumente sucht man vergebens. An ihrer Stelle findet man Klagen und Bewertungen: Von Leuten, die “antigenderistisch” unterwegs seien, weiß Villa, Leuten, die das “Feld der Gender Studies diffamieren” als “Feminazis, die auf Steuerkosten die eigene Karriere vorantreiben” ist die Rede. “Aggressive Gruppen” seien dies, die sich gegen gesellschaftliche Modernisierung wenden, wobei die gesellschaftliche Modernisierung offensichtlich darin besteht, Kinder und Jugendliche über Analverkehr zu unterrichten. Und so fragt sich Villa, sind das nun “Modernisierungsverlierer” oder “Modernisierungsverängstigte”, die als “aggressive Gruppen” die “Gender Studies diffamieren”.

Warum ist Villa kein Wissenschaftler?

Sie hat kein Erkenntnisproblem. Sie weiß genau, was gut und was richtig ist, sie kennt den Schlüssel zum Heil, in das, was wir als wissenschaftsfreie Nach-Moderne beschrieben haben. Seltsam nur, dass sie selbst in einem archaischen Bild von der Gesellschaft verharrt. Die Moderne und deren Verlierer sind Themen, die in der Soziologie seit Immanuel Wallerstein, also spätestens seit den 1970er Jahren gegessen und weitgehend verdaut sind. Dass Wilhelm Heitmeyer den Ladenhüter in den 1980er Jahren in die deutschen Versuche, Rechtsextremismus zu erforschen, eingeführt hat, macht ihn nicht “moderner”.

Modernity in 19ctAber selbst wenn man mit Frau Villa von der Existenz einer zeitlosen Moderne, die so zeitlos ist, dass man sich fragt, wann es eine Antike gegeben haben kann, ausgeht, so erfodert der Typus des Modernisierungsverlierers doch auch sein Gegenstück, den Modernisierungsgewinnler, den man sich dann wohl als jemanden vorstellen muss, der kein Problem mit Analverkehr hat und ansonsten versucht, als Günstling des Staatsfeminismus Karriere zu machen. Dass es Menschen geben könnte, denen ihre Integrität wichtig ist, die sich wegen ihrer Integrität nicht verkaufen, kommt Frau Villa nicht in den Sinn, aber sie ist ja auch der Ansicht, Kinder und Jugendliche müssten bereits über die Art und Weise, in der ein Bordell betrieben wird, Bescheid wissen.

Aber es geht Frau Villa ja auch nicht um eine Beschreibung sozialer Fakten, wie dies der Gegenstand der Soziologie ist, seit sie Emile Durkheim begründet hat, nein, es geht ihr um Bewertung, Abwertung um genauer zu sein. Sie glaubt offensichtlich an eine Art Wortmagie: Sie sagt: “aggressive Gruppen”, denn “aggressiv” ist schlecht im Weltbild der Frau Villa. Sie sagt: “Modernisierungsverlierer”, “Modernisierungsverängstigte” und meint, der so Bezeichnete rennt nun ins Bockshorn und wartet dort auf bessere Zeiten. Die einzigen, die derartiger Wortmagie zugänglich sind, sind die, die daran glauben, Leute wie Villa und Jakob, die immer noch denken, man könne Menschen mit Begriffen manipulieren, mit Emotionen, bräuchte keine Argumente.

Sie haben die Rechnung ohne die oben angesprochene Integrität gemacht, und wenn man auch nicht unbedingt erstaunt darüber sein muss, dass Villa Integrität nicht auf der Rechnung hat, immerhin ist Integrität ein Fremdwort, so muss man doch einmal mehr konstatieren, dass ausgerechnet diejenigen, die reflexiv sind und über alles, was andere betrifft, Reflexionen anstellen, nicht in der Lage sind, über ihre eigene Wirkung auf andere zu reflektieren. George Herbert Mead, der von diesen Möchtegern-Soziologen zuweilen vereinnahmt wird, der von der Fähigkeit, sich selbst und seine eigene Wirkung zu antizipieren als “Looking-Class-Self” geschrieben hat, würde – würde er noch leben – seine Theorie für zukünftige Generationen einfrieren, angesichts der Unfähigkeit derjenigen, die heute medienwirksam Soziologe oder Sozialwissenschaftler spielen.

Und natürlich, wenn es darum geht, Bewertung abzugeben, zu behaupten und nicht zu belegen, dann darf Thomas Viola Rieske von mittlerweile “Dissens” nicht fehlen. Rieske hat, seit er dafür bezahlt wurde, im Namen der GEW die Realität der Nachteile von Jungen im Bildungssystem in Abrede zu stellen, ein mehr als gestörtes Verhältnis zu eben dieser Realität und zu etwas, was er “Maskulismus” nennt. Und jenem Maskulismus, dessen imaginäres Stadium bei Rieske schon zur Phobie zu werden droht, widmet er den Versuch, die ganze Schlechtigkeit der Kritik, die neuerdings auf vermeintlich Gute, die Kinder und Jugendliche sozialtechnologischen Experimenten unterziehen wollen, ohne dass sie eine Idee davon, gar Untersuchungsergebnisse darüber hätten, wie die Experimente auf die 12 bis 15jährigen, die ihnen unterzogen werden, wirken, um deren ganze Schlechtigkeit deutlich zu machen:

“Pirinccis Kritik sei ‘extrem nah an dem, was Maskulismus mit Feminismus macht: Immer krass persönlich beleidigend, dabei wird dann mit Verschwörungstheorien gearbeitet, die Lesben übernehmen die Welt und der Feminismus den Staat”

Wissen Sie, was das Problem an den Pseudo-Intellektuellen aus der Mittelschicht ist, die versuchen, indirekt zu beleidigen und sich quasi auf eine “über-Ebene” der Beleidigung zu stellen: Sie gleichen der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt: Seine Not, Maskulismus und Feminismus zusammen mit Pirincci in die Welt der Bösen zu stellen, hat Rieske dazu veranlasst, eine klassische Verschwörungstheorie zu entwerfen, auf deren Basis er dann anderen eine Verschwörungstheorie vorwirft: Denn was anderes als eine klassische Verschwörungstheorie ist es, wenn man “dem Maskulismus” vorwirft, er verbreite eine Verschwörungstheorie über “den Feminismus”?

Wenn Sie also demnächst den Maskulismus treffen, wie er sich krass beleidigend gegen den Feminismus stellt, dann wissen Sie: Der Maskulismus ist eine Verschwörung, die die vermeintliche Verschwörung des Feminismus verhindern will. Rieske ist zwischenzeitlich bei Dissens angestellt, einem Netzwerk, das im Widerspruch zur “HERRschenden Männlichkeit” steht, und das schon seit 1989. Seit 1989 bildet man sich bei Dissens also ein, es gebe eine “HERRschende Männlichkeit”. Das kann nicht folgenlos bleiben, insbesondere dann nicht, wenn die eigenen Behauptungen und Bewertungen, die seit 1989 ungeprüfte Grundlage eigenen Nutznießens waren, plötzlich hinterfragt werden, ja kritisiert werden, wenn plötzlich Blogs wie ScienceFiles verlangen, dass Belege für die aufgestellten Behauptungen vorgetragen werden. Dass die damit ausgelöste Angst, zu Gegenwartsverlierern zu werden, dass eine entsprechend Gegenwartsängstlichkeit alle Nutznießer des Staatsfeminismus erfasst, sie wild, emotional bewertend, verbal um sich schlagen sieht, weil ihnen das Argumentieren nicht in die Wiege gelegt wurde (sonst würden sie z.B. Genderismus nicht mit Wissenschaft verwechseln, also Ideologie nicht mit Wissenschaft), ist daher nachgerade verständlich.

Was uns zum abschließenden Statement einer “Fachgesellschaft Gender Studies” bringt, bei der es jemanden gibt, der wohl nicht genannt werden will und sagt: Es gebe einen Versuch: “die Geschlechterforschung als ‘unwissenschaftlich’ zu denunzieren”.

junk scienceUnd wieder finden wir die Bewertung, wo man das Argument erwartet. Wenn die Geschlechterforschung wissenschaftlich ist, was ist leichter, als den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit zu entkräften? Die Studienergebnisse, die Forschung zur Verbesserung wissenschaftlicher Methoden all das, was eine Wissenschaft auszeichnet, es zu produzieren und als Beleg anzuführen, sollte eine Leichtigkeit sein. Aber Belege gibt es offensichtlich nicht. Es gibt Bewertungen, Aufgeregtheit, ja Empörung ob der Unglaublichkeit, dass nach einem Beleg für die behauptete Wissenschaftlichkeit der Geschlechterstudien gefragt wird. Nach Jahren des unbekümmerten Nutznießens ist dies in der Tat ein herber Schlag, und selbst die für Ideologen so wichtige Benutzung ironischer Anführungszeichen geht, angesichts dieser Unglaublichkeit in die Hose, da man sich nicht gleichzeitig von denen per ironischem Anführungszeichen differenzieren kann, die Geschlechterstudien für unwissenschaftlich halten und behaupten kann, sie würden eben jene Geschlechterstudien als unwissenschaftlich denunzieren. Das Ergebnis gleicht der doppelten Verneinung oder wie jeder aus dem Mathematikunterricht weiß: minus mal minus gibt plus.

Wissenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass mit klaren Methoden nachvollziehbare und nachprüfbare Ergebnisse produziert werden, die einen Erkenntnisgewinn darstellen. So lange es aus der Geschlechterforschung und den Gender Studies nichts davon gibt, ist der Schluss klar: Gender Studies sind keine Wissenschaft. Und das wiederum ist ein Faktum. Kurz: Man kann etwas, das nicht wissenschaftlich ist, nicht als unwissenschaftlich denunzieren, denn das Adjektiv “unwissenschaftlich” ist in diesem Fall eine Beschreibung der Realität und keine Bewertung, und damit sind wir wieder bei den Problemen, die Ideologen mit Argumenten haben, den Problemen, die überhaupt erst ihre Vorliebe für Bewertungen begründen.

Bleiben noch fünf Feststellungen zum Ende:

(1) Toleranz gegen Andersdenkende ist bei den Villas und Tuiders, bei all denen, die so modern zu sein vorgeben, nur dann vorhanden, wenn die Andersdenkenden nicht wirklich anderer Meinung sind. Die Toleranz endet da, wo offene Kritik erfolgt, wo Belege und Begründungen eingefordert werden. Dann holen die selbst-erklärten Toleranten die Keule und bewerten Andersdenkende als Rechte oder als Vormoderne.

(2) Der beleidigende Stil, den Intolerante wie Villa und vor ihr viele Genderisten in den öffentlichen Diskurs eingeführt haben, bleibt nicht ohne Antwort: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es einem entgegen. Das ist eine vormoderne Weisheit, was erklärt, warum Genderisten wie Villa sie nicht kennen.

(3) Wären Genderisten Wissenschaftler, Kritik wäre ihr Lebenselixier. Zuwachs an Erkenntnis, Wachtsum von Wissen ist ohne Kritik, ohne die Beseitigung des veralteten, zuweilen falschen, durch das neue, bessere Wissen nicht möglich. Wer Kritik fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser hat offensichtlich das Problem, dass er keine Verbesserung, keinen Wissenszuwachs will, weil Verbesserung und Wissenszuwachs das Ende jeder Ideologie sind.

(4) Wären Genderisten Wissenschaftler, sie würden sich fragen, was die heftigen Reaktionen auf das, was sie für harmlose, moderne Vorschläge halten, ausgelöst, ja verursacht hat. Sie würden sich fragen, warum so viele der Ansicht sind, Analverkehr habe nichts im schulischen Unterricht verloren. Aber statt Argumenten gibt es Denunziation: Wer kritisiert ist vor-modern, ein Verlierer der Modernisierung, eben falsch – anstelle von Erklärungsversuchen gibt es die Abkanzlung, die Einteilung der Welt in gut und böse, wie sie für Ideologen ein Markenzeichen ist.

(5)Schließlich: wären Genderisten Wissenschaftler, sie hätten von Anfang an Argumente und Begründungen an die Stelle von Bewertungen und Behauptungen gesetzt, hätten ihre Position mit empirischer Forschung zu untermauern gesucht. Dass sie es nie getan haben, ist der beste Beleg dafür, dass Genderisten nicht an Wissenschaft, sondern an Nutznießen, Brunnenvergiftung und Ideologie interessiert sind.

Und vielleicht liegt eben hier die Ursache für die heftige Ablehnung, die sie zu erfahren scheinen.

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42 Responses to Hass auf Heterosexualität: Gegenwartsverlierer und ihr gestörtes Verhältnis zu Kritik

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  2. Zukunft says:

    Ich muss konstatieren, ich bin zu spät geboren. Diese “Chancen”, die ich heute hätte:

    Ich hasse Mathematik, ist vielleicht in einer Dyskakulie begründet – allerdings nicht getestet.
    Die u.a. heutige DGS würde mit passenden “Studien” bereit stehen.
    Politik setzt das um. GEW unterfüttert. Meine Abi-Mathe Note, wäre nicht schlecht (Niveau-Absenkung, keiner bleibt zurück etc.). Programme “Frauen in MINT” würden mir helfen. Und dann spätestens “Professorinnen-Programm”.
    Ich könnte Mathematik-Professorin sein! Ich blicke einem chinesischen Forschungs-/Austausch-Projekt hoffnungsvoll entgegen. Ich hoffe “Toleranz” ist dort kein Fremdwort 😉

  3. user unknown says:

    Wer sagt denn wo, dass Analverkehr etwas im schulischen Unterricht verloren habe, außer dem Satiriker Pirincci, der es der Frau Tuider in den Mund legt – als Humorist aber kaum wie eine wissenschaftliche Quelle gelesen werden darf.

    • Es ist nun wirklich einfach, das, was Frau Tuider im Unterricht einführen will, zu finden und zu sehen, dass Pirincci hier nur das verwertet, was von Frau Tuider vorgeschlagen wurde, z.B. in der HNA oder in ihrem einschlägigen Werk, in dem man z.B. auf Seite 209 erfährt, dass “vor allem Jungen” den Analverkehr als gängige Sexualpraktik vorziehen. Was man auf Seite 209 nicht erfährt ist, woher die Erkenntnis der Autoren kommt – so dass man feuchte Träume als empirische Basis annehmen muss.

      • user unknown says:

        Nach meiner Lesart will Frau Tuider nicht Analverkehr in den Unterricht einführen, sondern nur das Thema, aber auch das Thema nicht selbst einführen, sondern nur erörtern, wenn es von den Jugendlichen selbst thematisiert wird.

        • Was erwarten Sie für eine Antwort auf diesen Kommentar. Die Verleihung des goldenen Blättchens für Spizfindigkeit oder die vertrocknete Distel für Naivität? Aber sicher, es ist wie in Mathematik, da wird auch nur erörtert, was von den Jugendlichen kommt, deswegen kennen die meisten von Ihnen den Satz des Pythagoras nicht…

          • Stuff says:

            …deswegen kennen die meisten von Ihnen den Satz des Pythagoras nicht…

            Und kennten sie ihn und könnten sie deutsch schreiben, schrieben sie wohl: “Jeder Winkel im Halbkreis ist ein Rechter.”

        • peter says:

          Na da fühl ich mich doch gleich besser. Und meine Kinder auch.
          Und die vegan-verschwulte endgegenderte Lehrerschaft auch. Hatte schon Angst, meine Kinder müssen sich das Wissen selbst aneignen oder gar die Eltern fragen. Einer ist immer dabei …

          • user unknown says:

            Was sollen denn Lehrer tun, wenn sie gefragt werden, was Analverkehr ist? Einen hochroten Kopf kriegen und alle Schüler in die Schulkapelle schicken, wo man gemeinsam 10 Rosenkränze betet?

            Im Unterricht wird ja auch erklärt, was ein Weltkrieg ist, ohne dass alle in den nächsten geschickt werden, hoffe ich.

            • Es ist wirklich erstaunlich, was für Normalitätsmaßstäbe mittlerweile für Schulen gelten…

            • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

              Wieviele Leute in Ihrer Klasse haben Ihrer Kenntnis nach aus Notwehr einen Lehrer gefragt, was Analverkehr ist?

              In meiner Klasse niemand.
              In der Klasse meiner Schwester niemand.
              In der Klasse meines Neffen niemand.
              In Michael Kleins Klasse niemand.

              Man kann natürlich immer eine enorme Dunkelziffer in dieser Hinsicht herbeiphantasieren. Aber normalerweise bringt man BELEGE für starke Behauptungen, besonders dann, wenn sie in Bildungspolitik und Erziehungspraxis umgemünzt werden sollen.

              • rjb says:

                In früheren Zeiten (vielleicht als Reaktion auf Überideologisierung während des “3. Reiches”) wurden in der Schule Kenntnisse (“Wissen”) und Fertigkeiten (etwa Fremdsprachenkenntnisse) vermittelt. Unabhängig vom teilweise durchwachsenen Siinn und Wert dieses Schulstoffs berührte das Ganze den Kern der Persönlichkeit des Schülers nicht; und es gab Bereiche im Leben der Schüler, die außerhalb des offiziellen Horizonts der Schule blieben, etwa alles, was mit Sexualität in nicht rein biologischem Sinne zu tun hatte – kein Schüler wäre auf die Idee gekommen, einen Lehrer nach Erläuterungen über Analverkehr zu fragen.

                Heute geht es in der Schule um “Kompetenzen”, und, so mein Eindruck, unter diesem Titel kann man die Persönlichkeit des Schülers restlos zur pädagogischen Bearbeitung zugänglich machen, und entsprechend wird auch alles früher außerhalb verbliebene in den offiziellen “Bildungsplan” einbezogen. Während andererseits alles das, was früher unter “Bildung” verstanden wurde, nämlich die Spuren nicht rein zweckorientierter Erkenntnis- und Denklust aus jetzigen “Bildungsplänen” (etwa diesem, vor ein paar Monaten aufsehenerregenden, baden-württembergischen Machwerk) verschwinden. Und mit dem Schulstoff wird den Schülern auch gleich vermittelt, was sie von der betreffenden Sache halten und wie sie darüber fühlen sollen. Analog zu den Fernsehnachrichten, die früher von dem legendären Tagesschausprecher Köpcke mit ungerührter Miene verkündet wurden und heute standardmäßig mit Anweisungen zur Beurteilung daherkommen, ja oft genug kommen erst diese Anweisungen dazu, was von der noch verhüllten Nachricht zu halten ist.

                Soziologische Aufklärung dazu fände ich interessant, im Gegensatz zu Genderkrampf und Kinderverblödungsschwachsinn im Stile dieser Tuider, der zu so etwas wie dem Phänomen “Conchita Wurst”, zu dem man nun einiges sagen könnte, nichts anderes einfällt als wie toll sexuell divers diese Inszenierung ist.

            • rjb says:

              Eine Möglichkeit wäre, zu erklären, was Analverkehr ist. Eine andere Möglichkeit wäre, es nicht zu erklären. Diese zweite Möglichkeit wäre übrigens von den pädagogischen Prinzipien, die einer anderen Ecke der hiesigen ujniversitären Blödheitsbiotope entwachsen sind, nicht allzuweit entfernt. Danach soll man nämlich Grundschüler geraume Zeit über die Differenzen zwischen ihren Schreibweisen und den allgemein als korrekt erachteten im Unklaren lassen, um sie, wie diese Pädagogenfraktion daherschwadroniert, nicht zu verunsichern. Als ob man einem Kind nicht freundlich sagen könne, dies und jenes könnte zwar so geschrieben werden, tatsächlich schreibt man es aber anders.

              Beim Schwachsinn dieser Tuider geht es aber nicht nur darum, interessierten Schülern mitzuteilen, was Analverkehr ist, sondern da werden allerlei “praktische Übungen” veranstaltet. z.B.

              “Altersstufe: ab 13 Jahren. Die Jugendlichen bilden Vierergruppen und ziehen vier Karten, auf denen verschiedene erste Male stehen. Neben das erste Mal Eifersucht, Händchenhalten oder Küssen gibt es auch das erste Mal Petting und das erste Mal Analverkehr. Die Jugendlichen sollen dann ein erstes Mal auswählen und es in frei gewählter Form (zum Beispiel als Gedicht, als Bild, als Theaterstück oder Ähnliches) darstellen. Die Zuschauenden müssen dann raten, was dargestellt wird.”
              http://www.hna.de/lokales/kassel/kasseler-soziologin-fordert-sexualkundeunterricht-praktischen-uebungen-3664580.html
              Es geht offenkundig nicht nur um die Kenntnis, worin diese oder jene Sexualpraktik besteht, denn dazu trägt diese Übung nichts bei, sondern auch um eine “positive” Einstellung zu dieser. Man muß nicht evangelikal oder pietistisch oder prüde sein, um es für angemessen zu halten, daß diese Tuider und Konsorten mit diesem Ansinnen hart gegen die Wand laufen.

              • user unknown says:

                Ziel der Methode wird genannt, dass Wünsche und Ängste bei unterschiedlichen ersten Malen thematisiert werden können.

                Ich lese da nichts von einer positiven Einstellung. Das scheint doch mehr eine Befürchtung Ihrerseits zu sein.

                Der Verweis auf eine bestimmte Rechtschreibpädagogik sieht mir auch sehr aus der Luft gegriffen aus. Der Zusammenhang ist, dass sie es auch kürzlich in der Zeitung gelesen haben.

                • @user unknown

                  Die Infragestellung der Einschätzungen anderer Kommentatoren ALLEIN ergibt noch keine POSITIVE Begründung für die Vorschläge, wie sie Tuider gemacht hat.

                  Also: erstens müsste gezeigt werden, warum eine Umsetzung dieser Vorschläge notwendig oder nützlich sein soll, und zweitens müsste argumentiert werden, dass und warum das Interesse an der Umsetzung dieser Vorschläge die Gegenargumente und von mir auch auch die Befürchtungen, die der Umsetzung entgegenstehen, schwerer wiegt.

                  Aber noch wartet die interessierte Öffentlichkeit darauf, dass dies alles präsentiert wird.

                  Statt diese Arbeit zu erledigen, werden von denjenigen, die Vorschläge wie die von Tuider gutheißen, ideologisch motivierte Prämissen als nicht hinterfragbare moralische Standpunkte dargestellt und jeder, der sie nicht teilt, mit leeren Floskeln belegt, die wohl als Beschimpfungen gedacht sind (“vormodern”, “rechts”, was auch immer).

                  Warum? Offensichtlich haben sie keinerlei Argumente, die mit denen Leute erreichbar wären, die dieselben affektiven Bewertungen aufgrund irgendwelcher seltsamer Ideologien teilen.

                  Und das ist der, wodurch sich Kommentatoren wie rjb positiv von abheben: sie bringen Argumente.

                  Sie, “user unknown”, mögen diese nicht akzeptieren und lediglich als unfundierte Befürchtungen einordnen, und vielleicht sind sie das, aber genau dies wäre zu begründen. Und in jedem Fall sind Befürchtungen anderer Leute ernstzunehmen, weil die Gestaltung unseres sozialen Lebens FÜR die real existierenden Menschen erfolgen muss und nicht gegen sie – außer, sie wollen alle vom marxschen falschen Bewußtsein heilen und umerziehen und am besten gleich, den neuen Menschen nach dem von Ihnen präferierten Vorbild produzieren.

                  Aber das würde ich Totalitarismus oder vielleicht Faschismus nennen.

                  Vor allem aber haben wir – wie eingangs bemerkt – von Ihnen hier auf dem blog noch kein positives Argument für die Vorschläge von Tuider gehört.

                  Und wenn Sie ein solches Argumente vorbringen würden, wie würden Sie es dann finden, wenn jemand einfach kommentieren würde: “”user unknown”, mir scheint hier eher Ihre Ideologie, an die Sie sich affektiv gebunden fühlen, zu sprechen als die Tatsachen”?

                  Fairerweise sollten Sie zugeben, dass Sie sich ungerecht behandelt fühlen würden, also fragen würden: worauf gründet dieser Kommentator denn diese Behauptung? Sie würden den Kommentar unbegründet und vielleicht auch respektlos finden.

                  Und genau dies fragen sich/finden Leser Ihres Kommentars, weshalb solche Kommentare niemandem, der an einer vernünftigen Diskussion interessiert ist, weiterhelfen.

                  Und weil ich gerade von vernünftigen Diskussionen spreche:

                  Frau Tuider beansprucht für sich, Wisserschaftler zu sein. Von ihr sollte man in jedem Fall erwarten können, dass Sie weiß, dass ihre Vorgehensweise nichts bringt und sie ARGUMENTIEREN statt verkünden und bewerten muss. Wenn sie das nicht kann, gehört sie nicht auf eine Stelle, die eigentlich für jemanden bestimmt ist der Wissenschaft betreiben will, denn Wissen hat nun einmal etwas mit Argumenten zu tun, und wenn man angeblich etwas weiß, dann kann man es auch begründen und zur öffentlichen Diskussion stellen, ohne beleidigt/betroffen – was auch immer – zu sein, dass andere Leute die eigene verkündete Position nicht teilen oder in Frage stellen.

                  • user unknown says:

                    Ich weiß nicht woher Sie den neuen Menschen nehmen, den ich zu produzieren im Schilde führen soll.

                    Ich stehe Frau Tuider gar nicht nahe und weiß nicht, was sie aus welchen Gründen genau beabsichtigt – ich habe lediglich den Eindruck gewonnen, dass Herr Pirnicci die Lage darstellt, als sollten mit Grundschulkindern praktische Übungen in Sexualpraktiken, insbes. Analverkehr durchgeführt werden, was als Satire eine lustige Übertreibung ist, aber eben keine sachliche Darstellung der Lage.

                    Die Darstellung der Tuiderschen Pläne anhand des Spotts Pirinccis fand ich zu entstellend, um ihn unkommentiert zu lassen. Daraus folgt nicht, dass ich die Pläne und Vorschläge Tuiders für gut, optimal, wohlbegründet und seriös erforscht halte. Ganz grundsätzlich halte ich es aber für richtig einem Kind, das ernsthaft fragt, was Analverkehr ist, die Frage ernsthaft zu beantworten.

                    • karstenmende says:

                      Und was soll eine Lehrkraft, ERNSTHAFT, darauf antworten? Soll sie ernsthaft erwähnen, dass diese Praxis bei schwulen Männern ein erhöhtes Risiko von HIV-Infektion bedeuten kann? Soll sie erwähnen, dass durch diese Praxis die Übertragung oder auch Entstehung von Geschlechtskrankheiten ermöglicht wird? Soll sie dem Kind ergo für die Zukunft abraten, eine solche Intimpraxis einzugehen? Ja, das sollte sie!!! Allerdings ist es im heutigen zeitgeistlichen Bildungsunwesen eher fraglich, ob eine Lehrkraft das Risiko eingehen würde, auf diese Art Disziplinarmaßnahmen zu riskieren. Sollte eine Lehrkraft eine ablehnende und eher kritische Haltung zum Gegenstand dieser expliziten Frage haben, wird sie wohl schweigen müssen. Und DA liegt das Problem!

                    • user unknown says:

                      Wen interessiert eine ablehnende Haltung der Lehrkraft? Ein Lehrer der keine Linsensuppe mag soll trotzdem neutral über Linsen unterrichten können – wir sind hier doch nicht bei wünsch-Dir-was. Der nächste erzählt was vom Klapperstorch, oder was?

                    • Sie wollen also ernsthaft argumentieren, dass die Abneigung gegenüber Linsensuppe der Abneigung gegenüber Analverkehr gleichzusetzen ist? Bislang war mir nicht bewusst, dass Linsensuppe ein moralisches Problem darstellen kann. Man lernt nie aus.

                    • user unknown says:

                      Inwiefern sollte Analverkehr eines sein?

                    • Das sagt eigentlich alles. Sie finden also, dass die Belehrung von Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Themen, sagen wir Analverkehr, die in bestimmten Bereichen der Gesellschaft, nennen wir sie die 75% Moralischen, die es nicht normal finden, im Internet Pornos zu surfen und in der Schule über Analverkehr zu sprechen, die entsprechende Moralität besitzen, die darauf abzielt, private Dinge, privat sein zu lassen, nichts mit Moral zu tun hat? Dann darf ich Ihre Exklamation aus ihrem letzten Kommentar aufgreifen:

                      “wir sind hier doch nicht bei wünsch-Dir-was”

                      Wenn wir nicht bei einem wünsch-Dir-was sind, wieso kommt es dann, dass sich verschrobene Gestalten plötzlich wünschen, im schulischen Unterricht solle über Analverkehr gesprochen werden? Wo sind die empirischen Belege dafür, dass das irgend ein Lehrer, irgend ein Schüler wünscht? Wo sind die Studien, die die Wirkung dieser Art des Unterrichts analysieren?
                      Solange weder ein Beleg für die Notwendigkeit noch für die Wirkung dieses Unterrichts vorhanden ist, halte ich das ganze für eine Form extrovertierter Perversion, die der in westlichen Gesellschaften so verbreiteten Obsession mit Sexualität geschuldet ist.

                    • karstenmende says:

                      Sie sagen es: er SOLL… Darf er aber nicht, da das ideologische Programm die Risiken eben nicht in ihrer Synthax erfasst hat. Sollte sich ein Lehrer als “Synthax Error” zu erkennen geben, wird das Programm gestört und der Fehler beseitigt. Wie ich sehe, läuft bei Ihnen die “Wünsch-Dir-was” Schleife, da Sie Idealzustände als gegeben annehmen und Ihnen der Blick auf den real-ideologischen Ist-Zustand im heutigen Schulwesen verstellt ist.

                    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

                      Und ich weiß nicht, woher Sie die Idee nehmen, ich hätte geschrieben, Sie wollten den neuen Menschen produzieren. Wenn Sie meine Antwort richtig gelesen haben, haben Sie sicherlich bemerkt, dass ich Sie in diesem Zusammenhang gar nicht erwähnt habe, und dann haben Sie doch sicherlich auch verstanden, dass ich eine bestimmte Argumentation durchgespielt habe, die auf die Vertreter und Verteidiger der Vorschläge von Truider bezogen war.
                      Da ich Sie dabei nicht angesprochen habe und Sie sich nach eigener Auskunft nicht zu dieser Personengruppe zählen, ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso Sie sich in diesem Zusammenhang angesprochen gefühlt haben.

                      Die Angemessenheit der Darstellung der Vorschläge Truiders durch Pirinnci kann ich nicht beurteilen, weil Truider sich ja leider beleidigt in Schweigen hüllt, statt diesbezüglich für Aufklärung zu sorgen. Man kann sicherlich festhalten, dass Pirinccis Schreibstil nicht von jedem geschätzt wird (inklusive meiner Person). Aber die Angemessenheit der Darstellung durch Pirincci war auf diesem blog kein Thema, sondern die Sache selbst. Und die Sache selbst bleibt leider bislang unbegründet – das ist ja gerade der Kritikpunkt: statt die Sache zu argumentieren, weicht man der Diskussion aus, um über Stilfragen und Angemessenheit zu diskutieren.

                      Würden Sie nicht zustimmen, dass es einfach albern und in keiner Weise sachdienlich ist, wenn man sich damit aufhält, was wer wie und warum von wem nicht nett formuliert fand oder findet und wer wem warum zustimmt, dass das nicht nett ist oder war? Wäre das nicht – gelinde gesagt – eine Diskussionskultur in Stagnation und auf Kindergartenniveau (“du, der hat zu mir gesagt, XXXX!”)? Uns interessiert deshalb nicht, wer was wie aus Überzeugung, im Affekt, aus PR-Gründen oder weil er sich für distinguiert hält ausdrückt, sondern uns interessieren die Begründungen und Argumente, die jemand vorbringt oder eben nicht vorbringt (oder hat). Also fragen wir nach denselben und erwarten von unseren Kommentatoren, dass sie dasselbe tun oder (eigene oder von anderen vorgebrachte) Begründungen mitteilen, vertreten oder zur Diskussion stellen.

                      Ja, grundsätzlich halte ich es auch für wichtig, dass ein Kind, das ernsthaft etwas fragt, eine ernsthafte Antwort bekommt. Und wenn ein Lehrer ernsthaft gefragt wird, dann sollte er auch ernsthaft antworten, ist doch klar. Und m.W. hat das auch niemand in Frage gestellt, m. W. auch nicht Herr Pirinnci. Nur – das haben die bei Weitem meisten Erwachsenen, auch oder insbesondere Lehrer, bislang sicherlich auch so gesehen und gehalten (das vermute und hoffe ich jedenfalls). Dafür bedarf es sicherlich nicht dessen, was Truider vorschlägt, und insofern bietet unsere geteilte Auffassung darüber, dass ernsthafte Fragen ernsthafte Antworten erfordern (auch dann, wenn Kinder fragen,) keinerlei Begründung für die Vorschläge Truiders.

                      Sie würden vielmehr eine Begründung dafür abgeben, warum es wichtig ist, jedem Menschen, Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, mit Respekt zu begegnen, und wenn jemand planen würde, dies im schulischen Curriculum einen hohen Stellenwert einzuräumen, würde ich das nicht nur befürworten, sondern ich könnte mir auch durchaus vorstellen, einige gute Argumente beizusteuern, die diesen Plan unterstützen.

                    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

                      @unser unknown

                      Sie fragen: “Inwiefern sollte Analverkehr eines [d.h. ein moralisches Problem] sein?”

                      Dem entnehme ich wieder fehlenden Respekt vor einer großen Anzahl von Mitmenschen oder vor den Tatsachen:

                      vor Mitmenschen, weil es offensichtlich für viele Menschen ein moralisches Problem ist, wenn Kindern in der Schule Analverkehr nahegebracht werden soll,

                      vor den Tatsachen, weil es sicherlich moralische Fragen aufwirft, wenn man, nur, um irgendwelchen ideologisch begründeten Empfindlichkeiten zu bedienen oder die eigene Toleranz durch die Manege zu führen, Kindern körperliche Praktiken bekannt macht und als Normalität präsentiert, wenn nicht als wünschenswert, die mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Ja, Kinder sollen Kenntisse über solche Risiken erhalten, aber dazu genügt sicherlich der gute alte Biologieunterricht. Wem der nicht genügt, der hat andere Pläne mit Bezug auf körperliche Praktiken,die man als sexuelle Praktiken ansehen kann (oder auch nicht).

                      A propos moralisches Problem:

                      Ich sehe ein moralisches Problem, wenn mich jemand anlügt und mir erzählt, seine Aussagen sprächen nicht dafür, dass er mit den Vorschlägen Truiders sympathisiert, dann aber (weiterhin) Aussagen macht, die keinen anderen Schluss zulassen.

                      Und falls Sie dies nicht sehen bzw. mit Lügen kein moralisches Problem haben, dann könnten Sie einmal darüber nachdenken, ob es vielleicht sonst irgendein nennenswertes Problem gibt, wenn es jemandem nicht möglich zu sein scheint, erstens zu seinen Gefühlen, Sympathien oder intuitiven Anschauungen zu stehen und zweitens sich von ihnen zu emanzipieren, wenn sie sich als nicht begründet bzw. nicht vernünftig argumentierbar erweisen.

                    • A.S. says:

                      @user unknown
                      „Wen interessiert eine ablehnende Haltung der Lehrkraft? Ein Lehrer der keine Linsensuppe mag soll trotzdem neutral über Linsen unterrichten können.“

                      Gilt das dann auch für Sado-Maso-Praktiken? Soll sich jetzt jeder Lehrer mit BDSM beschäftigen, verschiedene Fesselmethoden und Peitschensorten kennen nur weil manche Kinder vielleicht Mami und Papi beim „spielen“ überraschen könnten?
                      Muss sich jetzt jeder Lehrer eine Antwort auf die Frage „Herr Lehrer, ich hab bei Mami eine Taschenlampe gefunden die nur brummt“ ausdenken? Oder wäre es nicht doch besser einfach zu sagen: „Leg die einfach zurück und frag erst in 10 Jahren was das ist.“
                      Oder wenn die Kinder Zuhause hören das Papi irgendeinen Fetisch hat, soll das dann auch in der Klasse diskutiert werden (zu Erheiterung des nächsten Elternabends)?
                      Soll man jetzt mit Kindern diskutieren ob es Spaß machen kann sich gegenseitig anzustrullern oder dass manche Menschen von Exkremente essen scharf werden?
                      Und was macht man wenn Kinder Begriffe wie Nekrophilie, Zoophilie, Apotemnophilie hören und erklärt haben wollen? Oder irgendwie von der Vorlieben des „Kannibale von rothenburg“ hören.
                      Soll das alles dann auch in der Schule behandelt werden, auch dass alle Kinder Brechreiz bekommen (den ich schon langsam unterdrücken muss)? Und wenn nein, warum? Warum soll Analverkehr behandelt werden, aber z.B. Urinspielchen nicht? Ist beides legal und ähnlich harmlos.

                      Vielleicht wäre es doch besser den Kindern einen Schutzraum zu gewähren und sich einfach auf den biologischen Teil zu beschränken. Es gehört nicht jedes Thema in die Schule. Der Intimbereich (und da gehört Sexualität rein) gehört nicht in einer Zwangsinstitution (was die Schulen sind) behandelt. Da gehört die notwendige Aufklärung rein (Krankheiten und Schwangerschaft), mehr nicht. Macht man mehr, so läuft man Gefahr die Kinder mit intimen Themen zu konfrontieren denen sie nicht gewachsen sind. Das ist potentielle Misshandlung.

                    • rjb says:

                      user unknown, Sie fragen, inwiefern Analverkehr ein moralisches Problem sein sollte: Antwort: Insofern, als jedermann berechtigt ist, darin für sich ein moralisches Problem zu sehen (daraus ein Verbot für die Allgemeinheit zu machen, ist wieder eine ganz andere Geschichte). Und diese Tuiderschen Unterrichtsvorschläge zielen m.E. eben darauf ab, diese Freiheit etwa der persönlichen moralischen Beurteilung einzuschränken, zugunsten dessen, was ich verkürzend “eine positive Einstellung” genannt hatte.

                      In diesem Zusammenhang möchte ich eine Rezension des Tuiderschen Buches nennen:
                      http://www.socialnet.de/rezensionen/6710.php
                      und darin den Absatz, in dem die Schraube eine Umdrehung weitergedreht wird:
                      “Arg ins Auge stösst der auf S.39/40 formulierte Kulturrelativismus, mit der Empfehlung, religiös-kulturelle Einwände oder Geschlechterdifferenz in Scham umzudeuten und stehen zu lassen. Gerade das hier gewählte Beispiel der möglichen Schamgefühle muslimischer Mädchen bei der Vorführung der Kondomanwendung wäre weit mehr geeignet gewesen, die Dialektik der aktuellen in den Menschenrechten verankerten Sexualpädagogik zu entfalten. Das hier angeführte Gefühl der Scham ist ein im Sozialkontext erlerntes. Die von Menschenrechten, Grundgesetz und Schulgesetzgebung eingeforderte Entfaltung der Persönlichkeit würde hier jedoch zumindest die reflektierende Auseinandersetzung bedeuten, um eben darüber zu einem selbstbestimmten Umgang mit sozial und kulturell-religiös intendierten Vorgaben zu gelangen. Mit der Empfehlung, bestimmten Schülerinnen und Schülern eben diese Lernerfahrung vorzuenthalten widerspricht sich das Autorenteam selbst in Bezug auf die geforderte Vielfalt. Dieses Vorgehen ist eher geeignet, die von der UNO als „schädliche kulturelle Praktiken“ definierten Mechanismen aufrecht zu erhalten. Es wäre wünschenswert, in einer Neuauflage diesen Punkt ebenfalls den stattgehabten Entwicklungen anzupassen.”

                      Das ist ungeheuerlich. Zunächst: Der Islam ist mir nicht sonderlich sympathisch (ebensowenig Ergüsse türkischer stellvertretender Ministerpräsidenten). Die Art und Weise, in der aber die hier genannten Schülerinnen der Berechtigung und Authentizität ihrer Ansichten und Einstellungen beraubt werden, um diese im Vollzug einer sogenannten “Lernerfahrung” mit brutaler Rücksichtslosigkeit plattzumachen, in gestelztem pseudowissenschaftlichem Geschwätzvokabular formuliert, ist mir in einer jede weitere Diskussion ausschließenden Weise widerwärtig und ekelerregend Man kann allerdings fragen, ob die hier gezeigte Kombination von Dummheit, Ignor- und Arroganz eine naturwüchsige oder eine im “Sozialkontext” des akademischen Blödelbiotops erlernte ist. Die Ignoranz erstreckt sich natürlich auch auf die Frage, wie sich die Vorstellungen dieses Herrn innerhalb der Gruppendynamik einer Schulklasse auswirken, unter Berücksichtigung des Umstandes, daß es eine Schulpflicht gibt und sich die Schüler dem nicht wie in einem unverbindlichen Freizeitkontext ggf. auch entziehen können. Und es zeigt sich, in welche Abgründe man mit undurchdachter, aber ideologisch aufgebrezelter Menschenrechtsrhetorik geraten kann. Dem Herrn geht offenbar auch jegliches Bewußtsein für das Paradoxe an fremdgesteuerter Entfaltung der Persönlichkeit (so etwas Ähnliches wie die Aufforderung, jetzt mal spontan zu sein) ab. Die erzwungene “reflektierende Auseinandersetzung” führt eben nicht zu einem “selbstbestimmten Umgang mit sozial und kulturell-religiös intendierten Vorgaben”, sondern bestenfalls zu einer noch tieferlliegend fremdbestimmten Anpassung an möglicherweise andere und vielleicht nicht mehr religiös, aber immer noch “sozial und kulturell intendierte Vorgaben”; schlechterenfalls geraten die Betroffenen in eine unangenheme Konfliktlage, für die der Herr Pädagoge sich aber sicherlich aus jeder Verantwortung herausschwafeln kann.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          @unser unknown (of course ….:-)

          Und was hat das Ganze in jeglicher Form – direkt, meta oder meta-meta – im Schulunterricht verloren?

          Und selbst, wenn man meinen würde, dass es dort etwas verloren habe, was ich explizit nicht meine, dann fragt man sich doch, wie Frau Tuider auf die Idee kommt, es käme nennenswert oft vor, dass Jugendliche einfach so mal bei der Lehrerin anfragen:

          “Frau X, ich habe da so ein komisches Wort gehört, von dem ich den Eindruck hatte, dass meine Eltern es nicht so gern benutzen und sie es nicht so gerne haben, wenn ich es benutze. Da dachte ich, die frage Sie, weil bei Ihnen kann ich ja ruhig alles Mögliche anbringen, von dem ich sonst den Eindruck habe, dass ich komisch angeschaut werde, wenn ich es anspreche, ohne dass es Ihren Eindruck von mir beeinflusst, weil Sie schließlich die Gerechtigkeit in Person sind und noch nie Kinder in der Klasse unterschiedlich behandelt haben, oder mir ist meine Leistungsbeurteilung und Benotung durch Sie sowieso egal. Was wirklich wichtig ist, ist doch: was ist denn eigentlich ‘Analverkehr’?”

          Wir alle waren doch ‘mal Kinder und Jugendliche. Und alle mir verfügbaren Erfahrungswerte sagen, dass wir alle den Teufel getan hätten, ausgerechnet die Lehrkraft nach Dinge zu fragen, die wir nicht so richtig einschätzen konnte, die aber irgendwie, sagen wir: von zweifelhafter Annständigkeit und damit Formulierbarkeit vor Erwachsenen, waren.

          Vielleicht sagen Sie mir, dass das heute alles ganz anders ist und Kinder dermaßen atomisiert sind, dass Sie solche Dinge die Lehrkraft fragen MÜSSEN, aber das schiene mir eine sehr starke Behauptung zu sein, und ich würde in diesem Fall gerne Ihre Datenbasis kennenlernen.

          Und von all dem abgesehen: Hat Frau Tuider sich überlegt, wie sich eine Antwort durch die Lehrkraft, falls es nennenswert häufig vorkäme, zum Erziehungsrecht der Eltern verhält? Hat sie überlegt, ob die Kinder/Jugendlichen das möchten? Ob sie nicht vielleicht das Gefühl haben, dass hier ihre sich gerade entwickelnde Privatheit verletzt wird, die, weil in Entwicklung befindlich, sensibel ist? Oder ist diese Privatheit nicht schützenswert? Dann können wir alle Kinder und Jugendlichen ja auch wieder kollektiv auf die Töpfchen setzen.

          Ich persönlich denke, dass Frau Tuider zweifellos zumindest eines ist: naiv bis völlig weltfremd. Wenn man seine reale Umgebung wahrnimmt, weiß man, wann man für diese Umgebung starken Tobak rauchen lässt, und wenn man das realisiert, kann man entweder die Klappe halten, oder man hat sich darauf vorbereitet, SEHR, SEHR GUTE ARGUMENTE für die Erfordernis oder den Nutzen dessen, was man da vorschlagen will, zusammenzutragen und zu formulieren. Offensichtlich hat sie beides nicht getan.

          Es steht ihr aber auch jetzt noch offen, das Gespräch zu suchen, sich zu entschuldigen, wenn Sie moralische Gefühle oder Privatheit verletzt haben sollte, und die guten Argumente (samt hierfür relevante empirische Daten!) für ihren Vorschlag vorzubringen. Nur – sie tut es nicht, sondern sucht den edlen Ritter, z.B. in Form des DGS-Vorstands, der ihr ganz heldenhaft-männlich zur Seite eilt, um Kritik zu unterdrücken, auf die Frau Tuider keine Antwort hat.

          Und das ist das Problem und sollte jemandem, der Wissenschaftler sein will, nicht passieren.

          Und vielleicht ist es auch ein Problem, dass viele Leute auf wissenschaftlichen Positionen sie nicht nur nicht ausfüllen können, sondern es ihnen an Feingefühl, Takt und Respekt vor denen mangelt, die die Steuermittel aufbringen, um sie zu bezahlen, und vor allem vor denen,denen sie ihre geplanten Behandlungen zugedenken. Kein Wunder, dass ein solches Verhalten auf starken Widerspruch stößt, der tatsächlich keinesfalls selbst immer die Regeln des Anstands einhält. Aber die Leute, die so kritisieren, haben das Gefühl, dass sie nicht damit angefangen haben, diese Regeln zu verletzen.

          Und tatsächlich beleidigen Feministen/Genderisten Leute routinemässig sozusagen im Vorbeigehen, grenzen sie aus, schieben sie nach rechts ab (was immer das genau bedeuten soll), halten sie für nicht des Dialoges wert – sie setzen das schlechteste Beispiel für die Diskussionskultur dieses Landes, und sie sind deshalb die Letzten, die sich darüber aufregen dürfen, wenn sie unter der Gürtellinie angegangen werden – was den Fakt an sich nicht besser macht, aber doch wenig überraschend.

  4. karstenmende says:

    Pirincci hat geholfen diese fragwürdigen Verbildungsmaßnahmen in die Öffentlichkeit zu bringen. Mit welchen drastischen Stilmitteln ein Autor dabei vorgeht ist sein künstlerisches Ermessen. Bis zur Veröffentlichung seines Buches haben Genderisten so getan, als hätte das massive Schweigen der Öffentlichkeit zu diesen Perversionen etwas mit Zustimmung zu tun. Langsam scheint ihnen zu dämmern, dass das nicht so ist. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass der Kritik Einsicht folgen wird. So etwas ist in ihrer Programmierung nicht vorgesehen.

  5. TomTom says:

    Mich würde interessieren, ob diese Soziologinnen Männer als Lebensgefährten haben, und was diese dazu zu sagen haben! Aber ich vermute einmal, die haben keinen Mann. Und wahrscheinlich ist darin der Hass auf die Männer begründet, den diese Soziologinnen verbreiten.

    • lernender says:

      Eine weitere und sehr einfach Erklärung ist, nachdem tausend mal versucht und ebenso tausend mal bewiesen wurde, MINT Fächer sind eine von überwiegend männlichen Studenten besetzte Fächer, (was auch noch die nächsten tausend Jahre der Fall sein wird),
      mach sich unter den Powerfrauen doch eine gewisse Resignation breit, die kompensiert werden muss.

      Deswegen werden jetzt – zwecks Gleichstellung, Quote etc – Fächer aus dem Nichts erschaffen, für die es auf mit dem dann erworbenen Wissen auf dem freien Markt keine natürliche Nachfrage gibt. (GenderStudies)

      Das ist natürlich auch doof. Ergo muss die Politik bei der “Nachfrage” etwas nachhelfen.
      Zack die Bohne —> Frauenqoute in Vorständen und Aufsichtsräten, politisch verordnet.
      Denn – obwohl keine einzige Sau mit dieser “Wissenschaft” was zu tun haben möchte, möchten die Powerfrauen nicht nur allgemeine Anerkennung sondern auch den Verdienst.

      Natürlich nicht durch hart erarbeitetes Wissen und Verzicht im Privatleben ehrlich erarbeitet, sondern unverblümt gefordert. Im Fordern sind Sie gut. Solange niemand die Grenzen zieht.

      Mittlerweile kann sich die Rumgenderei – wie in einem Schneeballsystem – nur noch plausibel über Wasser halten, wenn für die Person, die beruflich in ihrem Metier aufsteigt, von zwei anderen Gesinunngsgenossen_innen* getragen wird, die auch das nur können, wenn diese wiederum in dem “spannenden und vielschtigen” Thema am laufenden Band Unterthemen kreieren.

      Somit werden wir in den kommenden Jahren mit einem Blumenstrauß voller angeforschten sozialen, kulturellen als auch gesesellschaftlichen Verwerfungen konfrontiert, von denen niemand dachte daß es diese gibt, dass es diese jemals gegeben hat und man sich im nachhinein nur wundern kann, wie die menschliche Gesellschaft es geschafft hat, aufrecht zu gehen ohne dass es von Gendernahen Unis hinreichend erforscht wurde.

      Hand aufs Herz – wir alle hatten doch schon immer das dumpfe Gefühl am Rande des Erziehungsversagens zu wandeln, weil keiner wusste wie man dem zwölfjährigen Sohn oder Tochter die Bedeutung von Liebeskugeln, Vakuumpumpen, Dildos beibringen zu vermochten.

      Heil Gender, jetzt macht es die Schule.

      Einst ein Ort um Kinder und Jugendlichen Lesen, Schreiben, Rechnen beizubringen. Ein Ort wo die älteren Schüler Fremdsprachen lernen durften, lustige und lehrreiche physikalische als auch chemische Experimente mit den Lehrern durchführten, die Wahlfächer hießen damals technisches Werken und Hauswirtschaft.

      Mit den – lt Gendertrullas – völlig veralteten Lehrinhalten, ließ man uns los die Welt zu erkunden. Der eine suchte sein Frieden (lol Befriedigung) als Automechaniker, der oder die andere hats nach höherem gestrebt, machte Abendkurse oder die Fachhochschulreife bzw. das Abitur nach. Jede/Jeder nach seiner Fasson.

      Im nachhinein war das eine zutiefst grausame und menschenverachtende Institution namens Grund/Hauptschule, fabrizierte diese doch nach heutigen Vertändnis arme Seelen*innen, die
      lebenslang gestört sind, weil im Alter von zwölf Liebeskugeln, Dildos und Vaginalpumpen nicht der vorrangigste Unterrichtsstoff war und die halbe Menschheit bereits auf den besten Weg war, in den Aids, Herpes, Syphillistod zu gehen.

      Wir werden – solange es was zu verteilen gibt – in den nächsten Jahren zugeschissen!
      Zugeschissen mit Genderthemen – und natürlich Forderungen, von denen wir nicht einmal zu träumen wagen.

      Und es ist immer die gleiche Vorgehensweise. Es wird was in den Raum gestellt, gibt es keine Gegenwehr, wird es institutionalisiert und steuersubventioniert. Ende.

  6. “Wissen Sie, was das Problem an den Pseudo-Intellektuellen aus der Mittelschicht ist, die versuchen, indirekt zu beleidigen und sich quasi auf eine “über-Ebene” der Beleidigung zu stellen: Sie gleichen der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt: Seine Not, Maskulismus und Feminismus zusammen mit Pirincci in die Welt der Bösen zu stellen, hat Rieske dazu veranlasst, eine klassische Verschwörungstheorie zu entwerfen, auf deren Basis er dann anderen eine Verschwörungstheorie vorwirft: Denn was anderes als eine klassische Verschwörungstheorie ist es, wenn man “dem Maskulismus” vorwirft, er verbreite eine Verschwörungstheorie über “den Feminismus”?”

    und: “Wären Genderisten Wissenschaftler…”

    Allein wegen diesen beiden Aussagen ist der Beitrag schon richtig gut. (y)

  7. Daniel Frey says:

    Als ich meiner Frau vor wenigen Jahren erklärte was Gender Mainstreaming ist und dass dieses bereits zur Agenda der Bundesregierung gehört sagte sie mir ich solle doch mal zum Arzt gehen.
    Als ein Beitrag über Daniel Cohn-Bendit im Fernsehen lief und ich meinte “der widerliche Kinderf…. schon wieder” das gleiche…und wie ich darauf käme?! Die Beweise hab ich ihr gezeigt. (Textauszüge, das Internet ist ja so ergiebig)
    Unsere Tochter kommt bald zur Schule und ich oder bis dahin eher wir werden sehr genau darauf achten was dort gelehrt werden wird.

    Was ich damit sagen will?: Nicht nur darüber im Internet lesen und dort Kommentare veröffentlichen! Nein, jeden Tag, bei jeder Gelegenheit mit den Mitmenschen reden und ihnen diesen Wahnsinn aufzeigen…und auch belegen, sonst ist man schnell “der SWpinner von nebenan”.

    • dentix07 says:

      Leider, folgt man Deinem Rat, bist Du auf jeden Fall der Spinner von nebenan! Ein großer Teil derjenigen denen Du das erzählst glauben immer noch den Verlautbarungen der MSM (aber in der Tagesschau hieß es doch…, in der Zeitung (am besten eine die der SPD gehört 🙂 ) stand doch…., da gabs doch die Sendung mit Ranga Y. …. etc. pp.), der andere Teil, der zwar durchaus zweifelt und kritisch ist, kann sich das Ausmaß der Verderbtheit schlicht nicht vorstellen, es geht über deren Horizont, daß der Sumpf so tief sein soll!
      Und der “Spinner von nebenan” zu sein, bzw. Kritik zu üben kann durchaus existenzgefährdend sein! Vor Jahren berichtete mir mein – inzwischen verstorbener – langjähriger Familien-Hausarzt (der keiner Partei angehörte) wie er sich mit dem Ortsverband der SPD in seinem Wohnort angelegt hatte. Es war bloß normale und (wohl leider) zutreffende Kritik an bestimmten Vorhaben der SPD-Ratsmehrheit! Dennoch wurden im Ortsverband die Parteimitglieder offen dazu aufgerufen ihn als Arzt nicht mehr aufzusuchen! (Glücklicherweise für ihn war den meisten Patienten (auch den SPD-Mitgliedern) wohl ein guter Arzt wichtiger! Denn was da abgelaufen war wurde ihm ausgerechnet von einem Genossen gesteckt!)
      In Bayern hätte die Rolle wohl die CSU übernommen, in anderen Ländern/Orten eine andere Partei!
      Da muß man sich – speziell als Selbstständiger – durchaus fragen, ist es das wert? Bist Du bereit dafür deine Existenz und die deiner Familie aufs Spiel zu setzen?
      Ja, wir sind schon wieder so weit! Man google mal nach der “Niemöller”-Stele!
      Daher halte ich gerade das Kommentieren und Bloggen für unerlässlich und für viele auch für die einzige Möglichkeit Kritik zu äußern, die Widersprüche und Manipulationen aufzuzeigen, ohne dadurch (noch?) persönliche und berufliche Nachteile befürchten zu müssen!
      Es ist (schon wieder!) das alte Dilemma, vor dem auch die Bürger im “braunen Deutschland”, in der DDR, in allen Diktaturen standen und stehen, wer das Maul zu laut und zu offen aufreißt muß mit Konsequenzen rechnen, für sich, und viel schlimmer, für seine Familie – und kannst von Glück sagen, wenn man Dich nur als “Spinner von nebenan” einschätzt!

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        Ich stimme Ihnen völlig zu, dass es wichtig ist, zu bloggen und zu kommentieren, weil man dann Argumente austauchen oder formulieren kann und weil jeder sehen kann, dass er mit seiner Auffassung keineswegs alleine steht und eben nicht “der Spinner von nebenan” ist und dass viele andere Leute sagen, was er bislang nur dachte, und dies offensichtlich, ohne dass es für eine nennenswerte Anzahl von Leuten irgendwelche objektiven Sanktionen nach sich gezogen hätte.

        Aber selbst, wenn Letzteres anders wäre, sollte man nicht vergessen, dass das Leben in einem totalitären Staat für fast JEDEN früher oder später so unerträglich wird, dass er sich gezwungen sieht, irgendwie Widerstand zu zeigen, und Widerstand zu zeigen, ist umso risikoreicher, je später er gezeigt wird. Es ist daher im Interesse jeder einzelnen Person, Widerstand so früh wie möglich zu zeigen. Und es ist im kollektiven Interesse, dass möglichst viele Leute FRÜH Widerstand zeigen, weil die Exzesse dann früher als solche erkennbar werden und alle eine bessere Chance haben, dass die schlimmeren Exzesse gar nicht erst zustande kommen. Daher gilt: Kritik und ihr offener Ausdruck ist erste Bürgerpflicht.

        Und von der derzeitigen Lage in Deutschland habe ich eigentlich kein so negatives Bild, d.h. ich denke nicht, dass die “Spinner-von-Nebenan”-Wertung für Deutschland so noch zutrifft. Gerade in den vergangenen paar Jahren hat sich diesbezüglich doch sehr viel getan, und der Genderismus hat in vielen Hinsichten einen regelrechten Absturz erfahren. Mir scheint, dass ein großer Bevölkerungsteil ihn lange still toleriert hat, weil er in ihrem Leben keinen für sie erkennbaren (!) Schaden angerichtet hat, aber dieser Trägheitsbonus scheint doch ziemlich aufgebraucht zu sein.

        Immerhin kommen ja solche Dinge wie die Petition gegen den Bildungsplan in BaWü samt öffentlicher Kundgebung seiner Gegner zustande – und zwar mit einigem Erfolg, einem Erfolg, der sicherlich größer war als manch einer gedacht hätte, wenn man ihn vorher gefragt hätte. Wichtig ist, glaube ich, jetzt nur, dass man nicht nach Anfangserfolgen, wenn z.B. BaWü das ein oder andere aus dem Plan streicht, vor lauter Erleichterung und Dankbarkeit zurückfällt in die Rolle des Untertanen und vor lauter Dankbarkeit, netterweise von Verwaltungsbeamten gehört worden zu sein, im emotionalen Taumel der allverzeihenden Brüderlichkeit schwört, in den nächsten 10 Jahren keine Kritik am Genderismus zu formulieren.

        Ich halte ehrlich gesagt dies für eine typisch deutsche Eigenschaft: diese schreckliche Dankbarkeit für einen einmaligen Brotkrumen, die dazu führt, dass man meint, es schuldig zu sein, dauerhaft nicht mehr nach Brot zu fragen. Damit feilscht man einem totlitären Staat etwas ab, aber man baut so keine Zivilgesellschaft.

  8. ogt says:

    @ Daniel Frey

    Wenn ihre Tochter demnächst eingeschult wird, sollten sie sich vielleicht mal mit diesem Link befassen.

    http://www.grundschulservice.de/

  9. zrwd says:

    Einmischung_ apropos user unknown
    ————————————————-

    der Anonymous beschäftigt gleich eine ganze Reihe hochgebildete Diskutanten, indem er die übliche Strategie abspult, welche diese Leute schon auf der Schule von ihrem extremistischem Lehrkörper gepredigt bekommen.

    Im ersten Waffengang wird erst einmal alles abgestritten und damit der Gegner de-legitimiert, salopper ausgedrückt als debiler Untermensch ‘entlarvt’. Häufig reicht dieser Hieb bereits aus, um den ‘Diskurs’ zugunsten des Extremisten zu entscheiden.

    Da er damit scheiterte, ging er zum zweiten Waffengang über, nämlich Fallen stellen, wie an diesem Beispiel demonstriert:

    ‘Inwiefern sollte Analverkehr eines sein?’

    Die Falle schnappt zu, wenn man auf das enorm hohe HIV Risiko, das von allen Hochkulturen und -Religionen abgelehnte Schmutzige und Ekelhafte und das zentrale krankhaft Macht-fixierte Motiv des Penetrators nach Unterwerfung und Demütigung, hinweist.

    Damit ist dann die Grundlage des vierten Waffengangs gelegt. Der Gegner wird persönlich angegriffen und denunziert. Und um die Sache ‘rund’ zu machen, distanziert sich der Extremist im dritten Waffengangs auch noch scheinbar vom wahren Ziel seiner Agitation und heuchelt sogar vor, die Ziele der Gegner besser als diese selber zu vertreten, womit der ‘Diskurs’ zugunsten des Extremisten dann üblicherweise entschieden ist.

    Mein Rat an die Diskutanten: Ignoriert diese Leute ganz einfach. Gar nicht erst antworten!

    Mein Rat an den Betreiber: Beiträge löschen und Konto sperren, denn auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Ansonsten werden Ergebnisse wie in diesem Thema bewirkt, indem ein einziger Anonymous gleich eine ganze Reihe hochgebildeter Diskutanten beschäftigt und damit vom eigentlichen Thema ablenkt.

    • @zrwd

      Danke für den Rat und Ihre Analyse des immer gleichen Verhaltens “dieser Leute”!

      Ich halte Ihre Beschreibung dieses Verhaltens allerdings für in Teilen falsch, und für gänzlich falsch halte ich Ihre folgenden Aussage:

      “… heuchelt sogar vor, die Ziele der Gegner besser als diese selber zu vertreten, womit der ‘Diskurs’ zugunsten des Extremisten dann üblicherweise entschieden ist”.

      Wenn Sie das so sehen, tut es mir leid, aber mir ist nicht nachvollziehbar, wie Sie zu der Auffassung kommen, dass hier auf dem blog ” der ‘Diskurs’ zugunsten des Extremisten dann üblicherweise entschieden ist”. Wenn ich mir die Kommentarentwicklung und besonders die Kommentare auf Kommentare ansehe, kann ich diese Einschätzung beim besten Willen nicht nachvollziehen.

      Sie scheinen mir diesbezüglich unnötig fatalistisch, und wir werden Ihrem Rat deshalb nicht folgen und auch deshalb nicht, weil wir im Unterschied zu Ihnen nichts davon halten, “diesen Leuten” das Feld zu überlassen und ihnen auch noch die Vorlage zu geben, behaupten zu können, es sei umgekehrt als es wirklich ist, nämlich dass wir und nicht sie selbst sich der Kommunikation entziehen.

      Im übrigen ist, so fürchte ich, genau dies das “eigentliche Thema”, das so vielen kleinen Einzelfragestellungen zugrunde liegt:

      Werden bloß emotional und ideologisch begründete Positionen als solche entlarvt oder nicht, und wird es für andere Leute sichtbar, dass “diese Leute” sich in Auseinandersetzungen genauso und immer wieder so verhalten, wie Sie es korrekt beschrieben haben?

      Wir widmen uns auf diesem blog letztlich diesem eigentlichen Thema im Interesse einer Beförderung vernünftiger Argumentation, und uns ist klar, dass das viel Arbeit und Aufwand bedeutet und dass es in konkreten Einzelfällen auch gar nichts nutzt, aber es geht eben nicht nur oder nicht vorrangig um diese konkreten Einzelfälle, sondern um all diejenigen, die hier mitlesen. Und deshalb erscheint uns schlichtweg notwendig, aber auch effektiv, diese Arbeit zu tun.

      Uns würde es helfen, wenn wir diesbezüglich von immer mehr Leuten entlastet würden, statt Mehraufwand dadurch zu haben, dass wir denen antworten, die sich lieber zurücklehnen und abwinken wollen – und damit dazu beitragen, dass die Dinge möglich sind, die “diese Leute” verfolgen.

      Dass man den Konflikt scheut, vielleicht, weil man meint, er bringe nichts, ist die eine Sache, aber die andere ist es, andere Leute statt zu motivieren, dazu aufzurufen, ebenballs nur abzuwinken und zu sehen, wie “diese Leute” ungehindert ihren Diskurs entfalten. Eine solche Einstellung öffentlich mitzuteilen, könnte problemlos Teil der diskursiven Strategie “dieser Leute” sein und darauf abzielen, Kritiker zu entmutigen und hoffentlich mundtot zu machen. Selbstverständlich wird das bei uns aber nicht funktionieren.

      Ich erlaube mir, Ihnen den Rat zu geben, es auch bei Ihnen nicht funktionieren zu lassen.

  10. Norbert says:

    Fr. Tuider möchte daß die Kinder und Jugendlichen den Analverkehr als Gedicht, Theaterstück oder ähnliches darstellen.

    Spricht daraus nicht unterschwelig die Annahme, daß Jungs und Mädchen gleich sind und deswegen völlig geschlechtsunabhängig behandelt werden sollen ?
    Bilder malen, Gedichte aufsagen und Theaterspielen würde ich doch eher Mädchen zuordnen.
    Zappelige Jungs würden Analverkehr doch viel lieber mit Fischer Technik nachbauen oder wahlweise in den Schnee pinkeln.

    Die Jungs, die so einen Mist – den sich eine Frau für Mädchen ausgedacht hat – über sich ergehen lassen müssen, können einem wirklich Leid tun.

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Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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