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Die Normalität der täglichen Manipulation

Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) verbreitet heute eine Pressemeldung aus dem BIBB, dem Bundesinstitut für Berufsbildung. Verantwortlich für die Pressemeldung ist Andreas Pieper, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im BIBB. Die Pressemeldung bezieht sich auf einen Bericht von Ursula Beicht  und Günter Walden, der mit dem Titel: „Berufswahl junger Frauen und Männer: Übergangschancen in betriebliche Ausbildung und erreichtes Berufsprestige“ überschrieben ist.

Das ist natürlich ein Ladenhüter, ein Titel, wie ihn sich nur der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Unkundige ausdenken können – ein Titel, der keinen Leser hinter dem Ofen hervorholt. So oder ähnlich muss Andreas Pieper der Presse- und Öffentlichkeitsarbeitsprofi aus dem BIBB gedacht haben, als er seine Pressemeldung verfasst hat und aus dem langweiligen, aber inhaltlich korrekten Titel oben, den folgenden Titel gemacht hat: „Geringere Aussichten junger Frauen bei der Ausbildungsstellensuche„.

Es ist dies ein politisch korrekter Titel, der Pieper bestimmt Browny-Points bei Genderisten in Ministerien einbringt, immerhin gehört das BIBB zum Geschäftsbereich des BMBF und wird aus dem Haushalt des entsprechenden Ministeriums finanziert.

Es ist ein logisch falscher Text, denn „geringere Aussichten“ verlangt ein als, einen Bezugspunkt. Entsprechend fragt man sich, geringer als was? – als erwachsene Frauen, als Mähdrescher, als Behinderte, als Transsexuelle?

Es ist ein Titel, der die Opferrolle von Frauen zementieren soll, was Andreas Pieper als guten Soldaten der Genderisten ausweist, er sieht überall Benachteiligung von Frauen, in jedem Winkel, der ihn umgibt.

Und es ist ein manipulativer, irreführender und falscher Titel, der suggeriert, es gebe Strukturen auf dem Ausbildungsmarkt, die „junge Frauen“ beim Eintritt in den Arbeitsmarkt behindern, sie gegenüber jungen Männern benachteiligen, sie diskriminieren.

Ob Pieper tatsächlich mit seinem Titel manipulieren will, ob er ein genderistischer Dope ist, der nicht anders kann, als zu manipulieren oder ob er tatsächlich so dumm ist, dass er glaubt, der Report, über den er berichtet, habe an irgend einer Stelle gezeigt, dass junge Frauen nach der Schule von Arbeitgebern benachteiligt werden, das sind Fragen, die dahingestellt bleiben können. Der Report ist selbstredend.

Der Report von Ursula Beicht und Günter Walden zeigt in den für die Überschrift, die Andreas Pieper seiner Pressemeldung gegeben hat, relevanten Stellen Folgendes:

Dass die meisten jungen Frauen sich nur wenige Berufe vorstellen können, in denen sie eine Ausbildung machen wollen, dass junge Männer sich auf deutlich mehr Berufe verteilen, in denen sie sich eine Ausbildung vorstellen können und dass junge Frauen aufgrund ihrer eigenen Selbstbeschränkung in intensiver Konkurenz zueinander stehen und entsprechend Schwierigkeiten haben, sich im Gedränge durchzusetzen, das ist es, was Andreas Pieper als „geringere Aussichten junger Frauen bei der Ausbildingsplatzsuche“ beschreibt.

Primitiver kann ein Manipulationsversuch kaum mehr sein, aber in einem Land, in dem die meisten sowieso nur die Überschriften lesen, wird ein derartiger Versuch durchaus effizient sein.

Bei aller Fixierung auf die Opferrolle von „jungen Frauen“, deren herbeiphantasierte Benachteiligung, ja Diskriminierung auf dem Ausbildungsmarkt, sind Herrn Pieper Ergebnisse des Reports entgangen, die Beicht und Walden zum Teil in blauer Farbe und kursiv dargestellt haben, damit man sie nicht übersieht: Entsprechend haben Hauptschüler, Schüler mit Migrationshintergrund und Schüler, die die Schulausbildung nicht in der Normzeit beendet haben, weil sie z.B. sitzen geblieben sind oder später eingeschult wurden, erheblich schlechtere Aussichten auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz als Schüler, auf die diese Merkmale nicht zutreffen.

Das sind eigentlich berichtenswerte Nachteile. Aber sie betreffen in der Mehrzahl junge Männer, junge Männer, die sich häufiger auf Hauptschulen finden als junge Frauen und junge Männer, die häufiger sitzenbleiben als junge Frauen. Deshalb sind sie nicht berichtenswert. Deshalb kommen sie im Hirn von Pieper nicht vor.

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