Massenflucht aus dem staatlichen Bildungssystem

Beim Statistischen Bundesamt, dem Amt, das in den letzten Jahren immer mehr zum ideologischen Interpretator der Daten geworden ist, die man dort eigentlich nur sammeln soll, kämpfen die Mitarbeiter, und zwar damit,  dass immer mehr Eltern eine Abstimmung mit den Füßen vornehmen, die man bei denen, die Bildung und Politik in Einklang bringen wollen, wohl nicht für möglich gehalten hat, sonst wären private Schulen nicht zugelassen worden:

Destatis

„Vom 14. bis 18. Februar 2017 findet die Bildungsmesse didacta in Stuttgart statt. Betrachtet man das Bildungs­wesen in Deutschland, fällt unter anderem auf, dass die Zahl der Schülerin­nen und Schüler an Privat­schulen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist: Im Schul­jahr 2015/16 besuchte von den gut 8,3 Millionen Schü­lerin­nen und Schülern an allgemein­bildenden Schulen rund 9 % eine Privat­schule. Im Schul­jahr 2005/06 waren es noch 7 %.“

Rund 750.000 Schüler haben somit dem staatlichen Bildungssystem den Rücken gekehrt und suchen ihre Bildung an privaten Schulen.

Beim Statistischen Bundesamt kämpft man mit den Daten.
Wie soll diese Abkehr vom staatlichen Bildungssystem, die mit einem Wachstum von 20% in 10 Jahren den Charakter einer Massenflucht angenommen hat, erklärt werden?

Wie gesagt: Beim Statistischen Bundesamt kämpft man mit den Daten.
An privaten Schulen werden mehr Unterrichtsstunden erteilt als an öffentlichen Schulen. Das ist die erste Hypothese, mit der die Massenflucht erklärt werden soll. Und sie ist falsch. An privaten Schulen werden nicht mehr Unterrichtsstunden erteilt.

Nächste Hypothese: An privaten Schulen sind die Klassen kleiner. Auch eine nette Hypothese, aber nur marginal richtig: Ein Schüler weniger ist es an privaten Schulen im Durchschnitt, und der macht noch keine Massenflucht.

Damit sind die Statistiker in Wiesbaden mit ihrem Latein am Ende. Mehr Gründe dafür, dass Eltern ihre Kinder auf eine private Schule schicken und den öffentlichen Schulen entziehen, fallen ihnen nicht ein – oder dürfen ihnen nicht einfallen.

Dabei gibt es so viele Gründe, die viel näher liegen als die zwei, die den Wiesbadenern eingefallen sind, Gründe, die allerdings nicht politisch korrekt und entsprechend mit einem Denkverbot aus dem zuständigen Ministerium versehen sind, darunter:

  • An privaten Schulen sind kompetentere Lehrer als an öffentlichen Schulen.
  • An privaten Schulen wird mehr Wissen vermittelt als an öffentlichen Schulen.
  • An privaten Schulen findet keine Indoktrination statt, wie dies in öffentlichen Schulen der Fall ist.
  • An privaten Schulen ist der Zugriff des Staates auf die Kinder nicht über Schulsozialarbeiter bis zur letzten Minute der letzten Unterrichtsstunde am Freitag möglich.
  • An privaten Schulen ist die Zusammensetzung der Schüler dem Unterricht förderlicher als an öffentlichen Schulen.
  • An privaten Schulen werden Lehrer oftmals nach Leistung und nicht nach Anwesenheit bezahlt.
  • usw.

Schleimen und lügen lohnt sich – zumindest an der HU-Berlin

Wie viele ehemalige Universitätsmitarbeiter aus der DDR wurden nach 1990 nicht weiterbeschäftigt, weil sie korrekte Angaben im Hinblick auf ihre Tätigkeit für die Stasi gemacht haben? Die Liste dürfte zu lang sein, als dass Sie auf einer Blogseite veröffentlicht werden kann.

StasiNach der Übernahme der BRD durch die DDR hat man es zunächst als gerecht angesehen, quasi als eine Form des materialisierten Wittgensteinschen Scheinsatzsystems, DDR-Wissenschaftler, die sich dem Regime angedient haben und sich um die ideologische Verdummung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch den Marxismus-Leninismus und das, was angeblich Philosophie sein soll, verdient gemacht haben, aus dem wissenschaftlichen Betrieb zu entfernen: Verdiente Wissenschaftler des Volkes, zu verdient, als dass man sie den Studenten, die nach dem Anschluss der BRD an die DDR an Universitäten gekommen sind, hätte zumuten wollen, schließlich ging es darum, den Schein aufrecht zu erhalten, den Anschein der Wahrheit des Satzes, dass die Chefideologen der DDR, die Wissenschatfler, die sich in der DDR durch besondere Regimetreue ausgezeichnet haben, aus dem wissenschaftlichen System, in dem sie nichts zu suchen haben, entfernt worden wären. Es ist, wie gesagt, alles ein Scheinsatzproblem.

Und im Jahre 27 nach der Übernahme der BRD kann man auch den Schein aufgeben und die Dinge so aussprechen, wie sie sind. Selbst ein Offiziersschüler bei der Auswertungs- und Kontrollgruppe der Abteilung XX der Bezirksverwaltung Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit und somit jemand, der die DDR in erster Frontlinie und wenn notwendig mit Waffengewalt zu verteidigen bereit zu sein hatte, ein Offiziersschüler, von dem der Bundesstaatsanwalt so sehr der Überzeugung war, er sei nach der Wende zum Mitglied einer terroristischen Vereinigung geworden [militante gruppe, mg], dass er einen Haftbefehl erlassen, den ehemaligen Offiziersschüler erst inhaftiert und dann mangels hinreichendem Tatverdacht wieder auf freien Fuß gesetzt hat, selbst ein solcher Offiziersschüler, der seinen Arbeitgeber, die HU-Berlin bewusst über seine Vergangenheit als Offiziersschüler des Ministeriums für Staatssicherheit getäuscht und belogen hat und es zu einem kurzen Intermezzo als Staatssekretär unter den Berliner Blockparteien gebracht hat, für die er sich dann aber als nicht haltbar herausgestellt hat, selbst ein solcher Offiziersschüler findet Wiederaufnahme an die Humboldt-Universität Berlin, wie der verlorene Sohn, so wird Andrej Holm wieder in den Kreis seiner Berliner Kollegen aufgenommen und all die anderen DDR-Wissenschaftler und ehemaligen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, die wahrheitsgemäße Angaben gemacht haben und deshalb in die Arbeitslosigkeit entlassen wurden, sie sehen: Lügen lohnt sich.

Williamson_OpportunismZumindest an der Humboldt-Universität kann man damit rechnen, dass die Präsidentin, Sabine Kunst, die den Job macht, den sonst niemand wollte, keinerlei Prinzipien walten lässt und auch nicht davor zurückschreckt, ein Vertrauensverhältnis, das einst von ihr als zerstört bezeichnet wurde, auf mirakulöse Weise als „zwar gestört, aber nicht mehr vollständig zerstört“ zu reparieren. Der Unterschied zwischen zerstört und nicht mehr vollständig gestört besteht darin, dass Andre Holm wieder seine Tätigkeit an der HU-Berlin aufnehmen und fortan wieder auf Kosten der Steuerzahler leben kann: Aus der Kündigung durch die Humboldt-Universität ist eine Abmahnung geworden.

Wer nun nach der Ursache, dieses Berliner Wunders fragt, dem sei geantwortet: Schleimen. Man kann lügen, das sich die Balken biegen, aber keine Lüge ist schlimm genug, als dass sie nicht durch nachträgliches Schleimen wieder eingerenkt werden könnte. Honig um den Mund der Präsidentin geschmiert, hat – wie es scheint – das Wunder vollbracht.

HU-BerlinHier der Holmsche Honig: „Ich bin mir heute bewusst, dass ich gegenüber der HU objektiv falsche Angaben hinsichtlich meiner Tätigkeit für das MfS gemacht habe. Ich bedauere das und ebenso, dies nicht sofort gegenüber der HU zum Ausdruck gebracht zu haben. Ich versichere gleichzeitig, neben der Grundausbildung und den von mir geschilderten Tätigkeiten in der Auswertungs- und Kontrollgruppe keine weiteren Aufgaben, weder hauptamtlich noch inoffiziell, für das MfS erledigt zu haben.“

Ist es nicht putzig, dass Holm lieber behauptet, er sei bei der Unterzeichnung seines Arbeitsvertrags unzurechnungsfähig gewesen und habe deshalb termporär vergessen, dass er Offizierschüler des MfS war, als dass er zu seiner Lüge steht? Demnächst kommt noch jemand und findet in einer Qualle ein Rückgrat.

All denen, die nach der Übernahme der BRD durch die DDR ehrlich gewesen sind und korrekte Angaben zu ihrer Tätigkeit für das MfS gemacht haben, Angaben, die sie in Hartz IV gebracht haben, sei gesagt: Ihr ehrlichen Deppen, was sagt Ihr auch die Wahrheit. Wisst Ihr nicht, dass in dekadenten und niedergehenden Systemen Lügen die Währung sind, die Erfolg verspricht, schon weil mit dem System, die Moral verloren niedergeht?

Also daran denken, wenn staatliche Institutionen Dinge wissen wollen: lügen, immer lügen, lügen, dass sich die Balken biegen. Es lohnt sich, wie der Fall Holm zeigt, denn Holm kann nun all seine Erkenntnisse wieder an Studenten vermitteln, das, was die Präsidentin „seine Expertise im Lehrbereich Stadtsoziologie“ nennt, eine Expertise gewonnen aus Hausbesetzung, Lug und Betrug, ist sicherlich eine gute Grundlage, um den Studenten die Art of Opportunism beizubringen, jene akrobatische Form der Selbstentäußerung, bei der für Methoden, Techniken und vor allem wissenschatftliche Prinzipien kein Platz ist, denn das ist der geforderten Anpassung und der notwendigen Flexibilität, die man braucht, um sich den unterschiedlichsten Dienstherren anzudienen, hinderlich.

Die deutsche Atombombe

Es geht ein Riss durch das nachhaltige Deutschland, ein nachhaltiger Sicherheitsriss. Wer erinnert sich noch an den Nato Doppelbeschluss von 1979, der die Nachrüstung des Atomwaffenarsenals mit Pershing II und BGM-109 Tomahawk vorgesehen und gleichzeitig Verhandlungen mit der damaligen Sowjetunion über die Abrüstung des Arsenals an Atomwaffen verlangt hat?

Das ist Geschichte, u.a. die Geschichte von Abschreckung, deren Ziel darin bestand, die Gefahr eines Krieges zu minimieren, weil derjenige, der einen Krieg beginnt, damit rechnen musste, mit Atomwaffen bekämpft zu werden und entsprechend verwüstet zu werden. Deutschland hat bekanntlich keine Atomwaffen und musste sich deshalb darauf verlassen, dass die USA für Deutschland die Drohung bereitstellen, von der man in der Rückschau sagen kann, dass sie für eine lange Friedensperiode verantwortlich war, eine sehr lange.

pershing-iiNun ist seit Donald Trump in Deutschland der Anti-Amerikanismus nicht mehr latent, sondern manifest. Und mit dem manifesten Anti-Amerikanismus kommt das Problem, dass die Abschreckung und damit die Gewährleistung von deutscher Sicherheit immer noch auf den Schultern der USA ruht, denn Deutschland hat nach wie vor keine Atomwaffen.

Und die Angst geht um. Sicherheit, Abschreckung, Schutz, kann man diese wichtigen Aufgaben noch den USA überlassen, deren Präsident es gewagt hat, die NATO in Frage zustellen, also jene OTAN auf französisch, die über Jahrzehnte von Frankreich so sehr in Frage gestellt wurde, dass das Gründungsmitglied von 1966 bis 2009 kein Mitglied der NATO war? Dennoch keine Anzeichen von Hysterie auf deutscher Seite, von 1966 bis 2009 nicht, obwohl Frankreich Atomwaffen besitzt. Erst mit Trump, ist die Hysterie in Full Bloom, wie man in den USA sagt, und sie ist nicht nur Hysterie, sie ist auch Phobie, Angst vor dem schutzlosen Zustand, wenn der große Beschützer USA keine Lust mehr hat, diejenigen zu beschützen, deren Medien den gewählten Präsidenten beschimpfen.

Aber für den Ernstfall, dass die Abschreckung auf deutschen Schultern lastet, hat der NDR schon einen Plan B in der Schublade:

„Die offene Debatte scheut die Politik bisher weitgehend – auch über eine deutsche Atombombe. Die ist wohl technisch möglich, aber aufgrund vieler Verträge wie dem Atomwaffensperrvertrag momentan nicht erlaubt. Die Idee sei nicht komplett absurd, sagt Sicherheitsforscher Kühn. „Sollte sich in den nächsten Jahren die Sicherheitslage in Deutschland und Europa deutlich weiter negativ verändern, sprich Russland weiter den Frieden in Europa bedrohen und die Amerikaner sich gleichzeitig zurückziehen, dann möchte ich nicht ausschließen, dass man auch in Deutschland damit anfängt, darüber nachzudenken, wie man sich wirklich verteidigen muss.“ Es ist ein sensibles Thema – unpopulär und heikel – das angesichts des neuen Mannes im Weißen Haus leider schneller als gedacht aktuell werden könnte.“

Eine deutsche Atombombe! Besser: deutsche Atomsprengköpfe, denn Bomben sind eigentlich schon seit Jahrzehnten out, wie Sicherheitsforscher Kühn eigentlich wissen sollte. Abschreckung funktioniert über Raketen und Marschflugkörper, nicht über Bomben.

Aber ist es ein Wunder, dass man im Land der Deutschen, in dem es nie notwendig war, die Abschreckung aus eigener Kraft zu üben, keine Ahnung von der Art und Weise der Abschreckung hat?

Nein.

Doch damit ist jetzt Schluss.

Die deutsche Atombombe, also der entsprechende Sprengsatz, diese weiterentwickelten Hiroshima-Dinger müssen her. Der NDR hat es beschlossen, und Sicherheitsforscher Kühn hat es kühn ausgesprochen.

Wissenschaftler: Macht mal!

Welche Wissenschaftler?

Ein Problem, das sich mit Humankapital besonders dann verbindet, wenn es sich um hochspezialisiertes Humankapital handelt, und um solches handelt es sich im Fall von Atomsprengköpfen, ist: diejenigen, die es haben, sind gesuchte Leute. Nicht nur das, sie sind mobile Leute. Sie gehen dahin, wo sie am meisten Geld dafür bekommen, dass sie ihr Humankapital zur Anwendung bringen. Und sie gehen dahin, wo ihnen das Umfeld am besten gefällt.

In Deutschland herrscht ein feindliches Umfeld. Die nachhaltigen Politiker haben beschlossen, aus der friedlichen Nutzung der Atomkraft auszusteigen, was sich zwangsläufig auch auf deren militärische Nutzung auswirkt, denn: Forschung und Wissen im Hinblick auf die Nutzung von Kernkraft wird in Deutschland nicht mehr angehäuft, diejenigen, die sich mit friedlicher und militärischer Nutzung von nuklearer Energie befassen, sie wandern ab, denn einen besseren Forschungsort als Deutschland finden sie überall.

epr-third-generationWelche Folgen ein der Nutzung nuklearer Energie feindliches Klima, wie es in Deutschland herrscht, hat, kann man am Beispiel von Frankreich studieren, das nuklearer Energie nicht feindlich gegenübersteht, wohl aber den Kosten, die mit Forschung und Entwicklung verbunden sind, schon weil die Regierung (noch) eine sozialistische ist. Folglich hat man bei EDF [Electricité de France], dem Betreiber der 58 französischen Kernkraftwerke, der fast vollständig im Besitz des französischen Staates ist, die Forschung und Entwicklung etwas schleifen lassen. Das hat dazu geführt, dass die Reaktoren, die auf der EPR-Technologie, also der dritten Generation von Wasserreaktoren (Reaktoren, die Wasser unter hohem Druck zur Kühlung in den Reaktor pumpen) basiert und die derzeit in China (Taishan 1 und 2) gebaut werden (und 2017 ans Netz gehen sollen), dort bislang verlässlicher funktionieren als der entsprechende Reaktor in Frankreich (Flamanville 3).

Vor allem EDF hat große Probleme mit EPR, was wohl ein Grund dafür ist, dass CGN (China General Nuclear) einen 33% Anteil im Reaktor Hinkley Point C, der im britischen Sommerset von EDF gebaut werden soll, hat. Offenkundig verfügt man in China mittlerweile über besseres Humankapital, mehr Erfahrung und mehr praktische Kenntnissen, was den Bau von Kernkraftwerken angeht, als in Europa.

Angesichts dieser Episode kann man sich vorstellen, wie es in Deutschland um das Humankapital, das zur friedlichen oder zur militärischen Nutzung von nuklearer Energie notwendig ist, bestellt ist. Zu sagen, dass entsprechende Experten in Deutschland selten zu finden sind, ist vermutlich eine Untertreibung. Aber: nichts ist unmöglich für den NDR und seine Sicherheitsexperten: Bauen wir also eine Atombombe.

Damit das Ergebnis des neuen technologischen Abenteuers nicht ganz so beschämend ausfällt, wie der Versuch, Berlin mit einem neuen Flughafen zu versehen und nicht aller Welt vor Augen geführt wird, wie schlecht es um deutsche Technologie und deutsches Humankapital bestellt ist, schlagen wir vor, die entsprechende deutsche Aufrüstung zu Zwecken der US-unabhängigen Abschreckung mit den Mitteln zu betreiben, für die Deutschland noch auf nachhaltiges Humankapital zurückgreifen kann.

Nachdem unser erster Entwurf eines deutschen Flugzeugträgers, Modell Maria-Göppert, sich als Dauerbrenner in der Zugriffsstatistik herausgestellt hat, haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, um die erste nachhaltige und vollständig abbaubare Bombe zu entwickeln, die Deutschland unabhängig von US-amerikanischem Schutz macht und Trump zeigt, dass wir wieder wer sind.

Hier ist sie.

Warum Journalismus in Deutschland so unterirdisch schlecht ist

Ein Erklärungsversuch.

Wir hatten gerade in der Redaktion eine kurze Diskussion, über deren Inhalt wir unsere Leser nicht in Unkenntnis lassen wollen.

Zusammenfassung in Form einer These:

Die Zunahme diffamatorischer und derogativer Beiträge in den Medien ist eine Folge der Entprofessionalisierung der Medien, die zunehmend zu dem werden, was man in der Ökonomie einen market for lemons nennt, eine Abraumhalde für diejenigen, deren Qualifikation nicht dazu reicht, einen guten Job auszuüben.

Dass dem so ist, ist – wie wir denken – eine Folge von drei Prozessen:

race-to-the-bottomIsomorphie
Irgendwie scheinen Journalisten alle dieselbe schlechte Ausbildung, die allein unter dem Motto „Frechheit siegt“, steht, zu erhalten. Die Gleichschaltung deutscher Mainstream-Medien, in denen man eine kritische oder auch nur eine abweichende Stimme vergeblich sucht, z.B. wenn es darum geht, die Einheitsfront der Trump-Hasser und –Diffamierer aufzubrechen, zeigt, dass Journalisten in einem Echo-Chamber sitzen, dessen Wände gegen jeden Einfluss von außen abgeschirmt sind.

Entprofessionalisierung
Die mangelhafte Ausbildung von Journalisten führt dazu, dass viele die Grundtechniken des Journalismus, Recherche, Abwägen von Fakten, korrekte Darstellung der Fakten, die keine Wertung und keine Suggestion enthält usw. nicht mehr beherrschen. Da sie die Techniken und Methoden des Journalismus nicht mehr beherrschen müssen sie sich mit Affekt und Emotionalität behelfen. Entsprechend berichten sie nicht, sie bewerten, sie stellen nicht dar, sie beschimpfen, sie recherchieren nicht, sie wissen schon. Entprofessionalisierung hat mit dem Absenken von Standards, z.B. in Schulen zu tun, denn mit dem Absenken von Standards steigt einerseits das Ausmaß der mangelhaft Gebildeten, die unfähig sind, sich ein eigenes Urteil zu bilden oder auch nur Fakten nach bestimmten Kriterien zu ordnen, andererseits die Wahrscheinlichkeit, dass nachhaltig Verblödete auf gesellschaftlichen Positionen landen.

Politische Korrektheit
Die Entprofessionalisierung wiederum ist das Ergebnis politischer Korrektheit. Politische Korrektheit verlangt nach Individuen, die nicht selbst denken, sondern sich das Denken vorgeben lassen. Journalisten, denen die Aufgabe zugewiesen ist, politische Korrektheit zu verbreiten, ein Eindruck, den man jeden Tag aufs Neue bestätigen kann, müssen entsprechend aus dem Teil der Bevölkerung rekrutiert werden, in dem man sich gerne sagen lässt, was richtig ist und Angst davor hat, ein eigenes Urteil zu bilden. Im Ergebnis ist die Rekrutierung von Journalisten ein Race to the Bottom, das immer häufiger unfähige Nachplapperer offizieller Verlautbarungen in Redaktionen ankommen sieht.

sciencefiles-rationaler-widerstand-vorlageMit dem Zustrom der Unterdurchschnittlichen sinkt das Image von und der Wert, der sich in Form von sozialem Status durch den Beruf „Journalist“ gewinnen lässt, weiter und die Wenigen, die Fähigkeit und Willigkeit zum Journalismus noch in ihrer Person vereinen, werden davon abgeschreckt, Journalismus zu betreiben. Übrig bleiben diejenigen, die selbst wenn sie zwei Leben zu leben hätten, nie in die Verlegenheit kämen, eine neue Idee zu denken und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Übrig bleiben diejenigen, die Journalismus durch Zufall, nicht aus Berufung ergriffen haben. Übrig bleiben diejenigen, die ihren Mangel an Fähigkeit, Journalist zu sein, durch ein Mehr an Unterordnung unter die Fittiche der politisch korrekten Darstellung kompensieren wollen. Da man Unterordnung nicht mit dem, was Journalismus eigentlich ausmacht, in Einklang bringen kann, mit Recherche, mit Darstellung von Fakten und Präsentation von Neuem, bleibt ihnen nur, sich als 100%tige Anhänger der vorgegebenen Meinung und dadurch zu profilieren zu versuchen, dass sie diejenigen, die zu Feinden der politische korrekten Ansicht erklärt wurden, verbal bekämpfen, sie beleidigen, sie diffamieren, sich mit lauter und aufgeregter Stimme in den Chor derer einreihen, die nicht nur im Gleichklang marschieren, sondern auch schreien können.

Verantwortlich für diese Entwicklung sind Sozialismus und seine Spielart der Feminismus, die beide mit Entprofessionalisierung einhergehen und regelmäßig dazu führen, dass Unfähige in gesellschaftliche Positionen gelangen, die sie dann, aufgrund ihrer Unfähigkeit, nachhaltig zerstören.

Journalismus ist ein Beispiel dafür.
Politik ist ein anderes Beispiel.
Und die Wissenschaft, zumindest die Sozialwissenschaft, ist auf dem besten Weg, dem Beispiel der beiden Erstgenannten zu folgen.

Der Hitlergruß: Nazi-Sucht in Leipzig

Ein Grundpostulat des Symbolischen Interaktionismus lautet: Der Sinn einer Interaktion wird von den an der Interaktion Beteiligten, gemeinsam hergestellt. Was damit gemeint ist, kann man an einem Beispiel deutlich machen, das wir von Herbert Blumer, dem Gründungsvater des Symbolischen Interaktionismus, entliehen und für unsere Zwecke angepasst haben:

Interaktionbericht 1:

BlumerX berichtet, dass er A und B dabei beobachtet habe, wie sie sich prügeln. A sei dabei der aktivere gewesen. Er habe mit seiner Faust wiederholt auf B eingeschlagen, der seine Fäuste schützend vor das eigene Gesicht gehalten habe. Der ebenfalls anwesende C habe den Streit zwischen A und B anscheinend schlichten wollen.

Interaktionsbericht 2:

X erzählt vom Boxkampf zwischen A und B, der ziemlich einseitig verlaufen sei, denn: A war deutlich überlegen, und B wusste sich nur dadurch zu helfen, dass er versucht hat, die Schläge von A zu blocken. Schiedsrichter C hat leider zu häufig in den Kampf eingegriffen, so dass A seine Überlegenheit nicht durch den K.O. seines Gegners deutlich machen konnte.

Beide Male wird die gleiche Interaktion geschildert, aber der Sinn, der den jeweiligen Handlungssituationen zugeschrieben wird, ist ein gänzlich anderer. Die Beispiele machen zudem deutlich, dass die richtige Interpretation einer beobachteten Handlungssituation davon abhängt, dass der Beobachter den Handlungssinn, den die Handelnden in ihren Handlungen ausdrücken, richtig erschließen kann.

Wie falsch man dabei liegen kann, zeigt das Beispiel des ersten Beobachters, der den Boxkampf vollkommen missverstanden hat, und zwar deshalb, weil er den Sinn der Handlungen nicht erkannt und entsprechend falsch rekonstruiert hat.

Das Beispiel zeigt nicht nur, dass es möglich ist, ein und die selbe Situation mit völlig unterschiedlichen Sinnzuschreibungen zu versehen, es zeigt auch, dass Sinnzuschreibung eine Tätigkeit ist, an der sinnvollerweise all diejenigen teilnehmen, die auch an der Handlung beteiligt waren.

Und wie so oft, so kommen wir auch heute wieder bei den Gutmenschen an, die denken, sie könnten ihre Sinnzuschreibung absolut setzen und anderen aufoktroyieren, denn das, was sie sehen und als Sinn einer Handlung ausmachen, das MUSS der Sinn der Handlung gewesen sein. Zweifel ausgeschlossen. Nicht nur, sind Gutmenschen ungeeignet, um soziale Situationen zu analysieren, sie sind auch durch einen extremen Hang zum Dogmatismus gekennzeichnet, der sie nicht einmal in Betracht ziehen lässt, sie könnten mit ihrer Sinnzuschreibung einer Handlung so daneben liegen, dass die Zuschreibung eher ein Beleg für ihren geistig abnormalen Zustand ist als ein Beleg für das, was sie gesehen zu haben glauben.

blinder-schule-leipzigNehmen wir den Leipziger Schüler M, der seinen rechten Arm „halbwegs deutlich“ „auf Augenhöhe“ und mit „flacher Hand schräg nach oben“ gehalten hat. Damit so haben die Mitschüler von M., die Handlung rekonstruiert, habe sich M vor der Sonne, die ihn wohl geblendet habe, schützen wollen. Der Sozialkundelehrer von M, sah das anders: M habe einen Hitlergruß gezeigt. Und weil das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole im Strafgesetzbuch als Tatbestand erfasst ist, deshalb wurde M auf Betreiben seines Sozialkundelehrers und mit dem Segen des Leiters der Bernd Blindow Schule in Leipzig der Schule verwiesen. Die Staatsanwaltschaft hat keinerlei Grund gesehen, den Vorfall zu verfolgen.

Keine Pointe.

Das Beispiel von M, dessen Mitschülern und des Sozialkundelehrers macht deutlich, wie weit Sinnzuschreibungen voneinander abweichen können. Da gibt es den Schüler und seine Mitschüler, die die Notwendigkeit sehen, die Augen gegen die Sonne zu schützen und da gibt es den Lehrer, der darin einen Hitlergruß zu erkennen glaubt. Wer hat recht?

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Was ist hier zu sehen? Eine Aufgabe für den Sozialkundelehrer der Bernd Blindow Schule Leipzig

Der Schutz der eigenen Augen vor der Sonne, einfach dadurch, dass man die flache Hand nutzt, um die eigenen Augen mit Schatten zu versorgen, ist eine Tätigkeit, deren Sinn sich den meisten Beobachtern unmittelbar erschließt, und zwar aufgrund geteilter Menschlichkeit und der Kenntnis, einer im Moment der Handlung blendenden Sonne. Wenn nun ein Anwesender in der Handlung nicht den Schutz der eigenen Augen vor der Sonne, sondern einen Hitlergruß erkennt, dann muss er nicht nur unempfindlich gegen die Tatsache einer blendenden Sonne sein, er muss zudem eine ganz eigene Sinnstiftung vornehmen, die eine bestimmte Haltung der Hand als Hitlergruß und nur als Hitlergruß erkennt. Nicht genug damit, er muss den Hitlergruß auf der Rechnung haben, ständig erwarten, mit einem Hitlergruß konfrontiert zu werden und den anderen, in diesem Fall seinen Schülern, mit einem entsprechenden Argwohn gegenüberstehen. Um den Argwohn und die ständige mentale Habacht-Stellung gegenüber dem Hitlergruß sinnvoll fassen zu können, muss man annehmen, dass sich der entsprechende Lehrer von Nazi-Symbolik umstellt sieht, sie hinter jedem Busch, Baum und Mitmenschen lauern sieht und entsprechend ein psychopathisches Dasein führt, das man ihm dadurch erleichtern sollte, dass man nicht seine Schüler, sondern ihn von der Schule verweist, zunächst zur Entzugskur in einem naheliegenden Asyl, in dem man ihn in mühsamer Kleinarbeit und vermutlich über Monate hinweg, von seiner Nazi-Sucht entwöhnen muss, so lange, bis er bei normalen menschlichen Handlungen die normalen menschlichen Handlungen erkennt, die auch andere Mitglieder der Normalgesellschaft in dieser Situation erkennen.

Für die Schulleitung der Bernd Blindow Schule Leipzig mag es in Zukunft vielleicht sinnvoll sein, der Tatsache, dass an Interaktionen immer mindestens zwei beteiligt sind, dadurch Rechnung zu tragen, dass sie den Schüler, also M., danach befragt, was er mit seiner flachen Hand in Augenhöhe bezweckt hat. Sagt der Schüler: „Meine Augen vor der Sonne schützen“, dann steht seine Aussage, die praktisch nachvollziehbar ist, der Aussage des Lehrers, die nur ideologisch nachvollziehbar ist, gegenüber. In Fällen wie diesem, liegt es nahe, mit Ockhams Razor das anzunehmen, was häufiger vorkommt: Und die flache Hand zu benutzen, um die Augen gegen die Sonne zu schützen, ist häufiger, als die flache Hand zum Hitlergruß zu erheben.

Und selbst wenn es ein Hitlergruß gewesen wäre, so stellt sich die Frage, ob es in irgendeinem Verhältnis steht, einem Schüler die Bildungskarriere und damit seine Lebenschancen zu beschädigen, weil er einen Hitlergruß gezeigt hat. Lehrer, die diese Frage mit „ja“ beantworten, sind aus unserer Sicht nicht tragbar, schon weil die Schule nicht der Ort ist, um die richtige Gesinnung absolut zu setzen, sondern der Ort, an dem z.B. Sozialkundelehrer die Grundlagen des politischen Systems Deutschlands vermitteln sollen, also z.B. den Meinungsstreit als Grundlage der Auswahl des politischen Personals.


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Rot-grüne Studenten wollen Gotteslästerung an Hochschulen unter Strafe stellen

Mit Religion ist untrennbar die Kritik an der Religion verbunden, denn: Der bedingungslose Glaube an Phänomene, die sich der Empirie und damit der Prüfbarkeit entziehen, ist nicht jedermanns Sache. Vor allem ist der Glaube an die entsprechenden Phänomene, die in Religionen zumeist mit dem Begriff „Gott“ bezeichnet werden, etwas, was mit Wissenschaft nicht vereinbar ist, denn in der Wissenschaft geht es um Erkenntnis, also um geprüftes Wissen über Zusammenhänge in der Natur oder im sozialen Leben. Es geht nicht darum, sich vorzumachen, man könne dieses Wissen durch einen Glauben an etwas, was sich menschlicher Erkenntnis entzieht, ersetzen.

burned-at-the-stakeWissenschaft und Religion sind jedoch nicht nur im Hinblick auf die Frage nach der Erkenntnis Gegenpole. Sie sind auch im Hinblick auf die Rolle von Individuen und Fragen der Macht inkommensurabel. Wissenschaft ist ein individualistisches, ein liberales Unterfangen, an dem jeder, der die Methode der Wissenschaft beherrscht und bereit ist, empirische Fakten als die Macht anzuerkennen, die seine Erkenntnis konstituiert, mitmachen kann. Religion ist im Gegensatz dazu ein hierarchisches und kollektives Unterfangen, in der diejenigen, die auf höheren Stufen der Hierarchie angekommen sind, per Textauslegung und Exegese, den Gläubigen vorgeben, was richtig und was falsch ist. In den meisten Religionen geht es gerade nicht darum, Individuen die Freiheit einzuräumen, einen eigenen Glauben zu definieren und die dazugehörige Auslegung einer Sammlung heiliger Schriften vorzunehmen, es geht darum, Individuen die Freiheit eigener Glaubensdeutung zu nehmen, sie auf einen gemeinsamen Katechismus und damit eine gemeinsame Glaubenssicht auf die Welt zu verpflichten. Deshalb sind Religion und Wissenschaft unvereinbar.

Und deshalb argumentieren wir seit nunmehr fast sechs Jahren gegen den Genderismus, der an Hochschulen nichts zu suchen hat. Denn: Genderismus ist eine Religion, was sich schon daran zeigt, dass die Gender-Gläubigen nicht in der Lage sind, einfachste Fragen nach Erkenntnisinteresse und Methode der Gender Studies zu beantworten. Wie alle Religionen besteht Genderismus aus einem festen Set von Glaubensinhalten, die vor jeder Kritik immunisiert werden müssen und aus denen die allein seligmachende Art und Weise, zu leben, abgeleitet wird. An dieses Set von Glaubensinhalten muss man glauben, denn sie sind weder prüf- noch falsifizierbar. Ein weiterer Grund, warum Genderismus eine Religion ist.

Vermutlich sind Genderismus, Sozialismus und Ökofaschismus deshalb so eng miteinander verwoben, weil sie drei Spielarten derselben Glaubensrichtung sind, einer Glaubensrichtung, die Individuen verachtet und nur Kollektive gelten lässt, eine Glaubensrichtung, in der Macht und Herrschaft dadurch gesichert werden soll, dass es einen Kanon der ewigen und unhinterfragbaren Wahrheiten gibt, der von Hohepriestern gehütet und bewacht wird, der als Rechtskanon genutzt wird, um diejenigen, die den Kanon nicht achten, nicht glauben oder gar der Ansicht sind, er sei Blödsinn mit mindestens religiösem Eifer und zuweilen auch dem Schwert oder Verbrennen am Stab zu verfolgen. Abermals gibt es nichts, was Religion und Wissenschaft verbindet.

Dennoch nisten sich neuerdings Gläubige an Hochschulen ein, versuchen sie, Hochschulen zu übernehmen und zu Pilgerstätten des Genderismus oder Kultstätten der Rassismuskritik umzufunktionieren. Die Glaubens-Allianz mit Sozialismus und Ökofaschismus war ihnen dabei in hohem Maße hilfreich, um z.B. die Position des politischen Kommissars, die Lenin einst geschaffen hat, um die Kontrolle seiner Staatsreligion über alle Bereiche der Gesellschaft zu üben, in Form von Gleichstellungsbeauftragten wiederzubeleben.

Der nächste Schritt, der nun folgen soll und der in Österreich bereits begangen wurde, besteht nun darin, diejenigen, die an Hochschulen sind, weil sie etwas lernen wollen, weil sie nach Erkenntnis und eben nicht nach dem richtigen Genderglauben streben, zu verfolgen und dann, wenn sie ihren Zweifel am wahren Genderglauben öffentlich machen, mit Konsequenzen zu bedrohen. Kurz: Gotteslästerung soll an Hochschulen als zu ahndender Tatbestand eingeführt werden, Lästerung am Gendergott.

Wie alle Religionen, so lebt auch die Genderreligion von den Mitläufern, von denen, die bereit sind, die Drecksarbeit zu machen, damit die Inquisitoren der Genderreligion einerseits genügend Material haben, um sich zu erregen, andererseits nicht genötigt sind, sich die Finger schmutzig zu machen.

Die studentischen Mitläufer, die ihren Lebenssinn und ihre Identität aus ihrer Zuordnung zur Genderreligion gewinnen, sie führen in Österreich bei Sitzungen der Österreichischen Hochschülerschaft penibel Protokoll über diejenigen, die nicht wie sie der Genderreligion anhängen. Die studentischen Genderspione beobachten die Ungläubigen dabei administrativ geordnet, über die Funktionen von Protokollführer, Mandatar und Berichterstatter. Die interne Hierarchie soll den kleinen studentischen Spionen den Eindruck vermitteln, sie hätten irgend eine Form von Status, sie seien wer, seien etwas anderes als ein kleiner Spion, der die Drecksarbeit macht.

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In diesem Hochgefühl führen die Genderspione penibel Buch über die Geschlechtsverteilung in Plenum und bei Wortmeldungen, protokollieren sie jede Reaktion auf Wortmeldungen der Genderreligiösen, die als Lästerung am Gendergott angesehen werden kann: Grimassen und verdrehte Augen, die zeigen, dass der Grimassen Schneidende oder die Augen Verdrehende die Genderreligion für Blödsinn hält, werden ebenso protokolliert, wie die mangelnde Aufmerksamkeit für die Genderreligion. Denn schreibt ein Student während einer Sitzung der Österreichischen Hochschülerschaft demonstrativ eine SMS während das Heil der Genderreligion verkündet wird, dann ist das als sonstige Störung zu erfassen und nachträglich zu ahnden. Natürlich werden auch die schlimmsten Frevel an der Genderreligion penibel protokolliert: sexistische Wortmeldungen und die Nutzung einer normalen und keiner gendergerechten Sprache gelten als schlimmste Formen der Häresie am Gendergott.

Leider ist das, was wir hier beschreiben, kein Scherz, schon weil man als normaler Mensch auf den Irrsinn, den sich die Gendergläubigen jeden Tag aufs Neue ausdenken, nicht kommen kann. Leider ist es die Neuauflage einer Geisteshaltung, die Philosophen wie Francis Bacon und Immanuel Kant überkommen wollten und die seit der Emanzipation der Wissenschaften und ihrer Ablösung von Religion im Zeichen der Aufklärung des 16. und 17. Jahrhunderts, die einen unglaublichen Wissensschub nach sich gezogen hat, aus der Wissenschaft ausgemerzt schien. Rot-grüne Studenten, die dem Gendergott huldigen, wollen zurück ins Vor-Mittelalter, zurück in die Zeit der Inquisition und der Gotteslästerung, die noch 1751 im Codex Juris Bavarici Criminalis wie folgt beschrieben wurde:

Gotteslästerung liegt dann vor, wenn „man von Gott selbst, dessen göttlichen Eigenschaften oder seinen Heiligen fürnehmlich der seeligsten Jungfrau Maria Mutter Gottes oder von dem Christlich-Katholischen Glauben, dessen Artikeln und Geheimnissen, der Heil. Schrift dem wahren Gottesdienst, oder auch von anderen Dingen in Absicht auf Gott schimpflich und verächtlich spricht“.

Führen Sie sich das Gender Watch Protokoll aus Österreich vor dem Hintergrund dieses Zitats vor Augen und bekommen Sie das kalte Grausen. 

„Achtung [[r]echter] Hinterhalt!“ – wie Jugendschutz.net Jugendliche zu manipulieren versucht

Gesellschaftliche Normalität in Deutschland 2017: Erwerbstätige zahlen Steuern. Aus den gezahlten Steuern werden Institutionen finanziert, die versuchen, im Einklang mit dem, was Parteien und staatliche Kommissionen oder Institutionen oder Ministerien für richtig halten, die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Kurz: Erwerbstätige arbeiten dafür, von staatlichen Stellen erzogen und eines Besseren belehrt zu werden.

Früher waren Steuern dazu da, staatliche Dienstleistungen zu finanzieren, z.B. die Sicherung von Freiheit und Eigentum. Heute sind die Steuern dazu da, ein Heer von Missionaren zu unterhalten, dessen Ziel darin besteht, die bestehende Ordnung gegen alle Ideen zu schützen, die dieser Ordnung gefährlich werden können.

Jugendschutz.net ist eine der Organisationen, die ohne die Steuergelder der Erwerbstätigen, die üppig vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Kommission für Jugendschutzmedien der Landesmedienanstalten, der obersten Landesjugendbehörden, vertreten durch das Ministerium für Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz als federführende Stelle, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Europäischen Union und dem Medienkompetenz Forum Südwest bereitgestellt werden, nicht bestehen würden.

Und da Jugendschutz-Netz von Parteipolitikern über Ministerien und von Landesmedienanstalten finanziert wird, deshalb wundert es nicht, dass Jugendschutz.net die Interessen von Mainstream-Parteien und Mainstream-Medien vertritt.

achtung-hinterhalt-1„Achtung Hinterhalt!“, so die Überschrift einer Broschüre, die angeblich auf Erkenntnissen basieren soll, die man bei Jugendschutz.net aus der Analyse von 612 Postings und 540 Kommentaren, die über eine Woche gesammelt wurden, gewonnen haben will. Postings und Kommentare auf Internetseiten rechtsextremer Gruppen natürlich. Welche Internetseiten von Jugendschutz.net wie analysiert wurden, wie die Postings und die Kommentare, die analysiert wurden, ausgewählt wurden, mit welchem Ziel und zu welchem Zweck sie ausgewählt wurden, das sind alles Fragen, deren Antworten von Jugendschutz.net gegeben werden würden, wäre man bei Jugendschutz.net an seriöser wissenschaftlicher Arbeit interessiert und nicht daran, Jugendliche zu manipulieren. Entsprechend soll mit dem Verweis auf die vielen Kommentare und Postings der Eindruck der gründlichen Analyse erweckt werden:

Manipulation 1: Vorspiegeln einer großen Basis von Beobachtungen, aus der Schlüsse gezogen werden, ohne dass die Basis dargestellt, beschrieben oder deren Auswahlkriterien dargelegt würden. Ziel: Seriös erscheinen.

Die angebliche Analyse, die auf Basis von 612 Postings und 540 Kommentaren, die nicht weiter spezifiziert werden können, erfolgt sein soll, führt zur ersten Erkenntnis: Nachrichten aus seriösen Quellen stünden auf den analysierten Internetseiten, (welche es auch immer gewesen sein mögen, es muss reichen, dass man bei Jugendschutz.net behauptet, die Internetseiten seien rechtsextrem oder würden überhaupt existieren), immer neben Verweisen auf „sogenannte alternative Medien. Sie stammten aus einem rechtsextremen Umfeld und verbreiteten bewusst „Falschmeldungen und Lügen, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen“. So wie es da steht, wäre es mit ein wenig Modifikation auch auf Jugendschutz.net zutreffend, verbreitet Jugendschutz.net doch bewusst „Falschmeldungen und Lügen, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen“, z.B. dadurch, dass alternative Medien generell und ohne Einschränkung in ein „rechtsextremes Umfeld“ gerückt werden.

Jugenschutz.net behauptet also auf Grundlage einer Analyse, von der wir nicht wissen, was, wozu und wie analysiert wurde (bzw. ob es sie überhaupt gibt), dass das, wovon wir nicht wissen, wozu und wie es analysiert wurde, seriöse Medien nutze, um auf alternative Medien, als solche in einem rechtsextremen Umfeld zu verlinken. Was alternative Medien sind? Und was ein rechtsextremes Umfeld auszeichnet? Niemand weiß es, und Jugendschutz.net verrät es auch mit Absicht, wie wir meinen, nicht, geht es den Betreibern von Jugendschutz.net doch darum, alternative Medien aus dem Internet in Gänze zu diffamieren und für Jugendliche in ein „rechtsextremes Umfeld“ und den „seriösen Medien“ gegenüber zu stellen. Die seriösen Medien, das sind natürlich ARD und ZDF, schließlich finanzieren ARD und ZDF über die Landesmedienanstalten Jugenschutz.net.

Manipulation 2: Nicht belegte Behauptungen aus unbekannten angeblichen Forschungen werden genutzt, um eine ganze Gruppe von Medien, die sich dadurch auszeichnen, dass sie keine öffentlich-rechtlichen Medien sind, zu diffamieren.

Für Jugendschutz.net sind übrigens reißerische Überschriften ein Indikator dafür, dass man es mit nicht-seriösen Medien zu tun hat, also Überschriften wie „Achtung Hinterhalt!“…

Weiter geht es mit dem Schwarz-Weiß Bild, das von Steuerzahlern finanziert wird und benutzt werden soll, um Jugendliche zu manipulieren.

“Nicht selten werden Beiträge eingeleitet mit Slogans wie ‚Das verschweigt die Lügenpresse‘. Das Ziel dahinter: Zweifel säen an der Glaubwürdigkeit seriöser Quellen und gleichzeitig eigene Angebote und ‚alternative Medien‘ als diejenigen promoten, die ‚endlich die Wahrheit verbreiten‘“

Die Primitivität dieser versuchten Manipulation ist eigentlich eine Beleidigung für den Intellekt. Aber seit in Hamburg Abiturnoten geschönt werden, sind wir nicht mehr so sicher, dass Jugendlichen in der Lage sind, derartige Manipulationsversuche zu erkennen und sie ins Leere laufen zu lassen.

Beginnen wir mit den wilden Behauptungen und freien Erfindungen von Jugendschutz.net:

achtung-hinterhalt-2Überschriften wie „Das verschweigt die Lügenpresse“ sind nicht per se falsch, wie dies Jugendschutz.net glauben machen will. Ob die Überschriften, es handelt sich dabei nicht um Slogans, zutreffen, ist eine empirische Frage, die man prüfen muss. Daran hat Jugenschutz.net natürlich kein Interesse, schon weil die Finanzierung von Jugenschutz.net von den Medien kommt, die als Lügenpresse bezeichnet werden.

Das Ziel hinter entsprechenden Überschriften kann man nur wissen, wenn man die Urheber der entsprechenden Überschriften zu ihren Zielen befragt hat. Aus einer Überschrift wie „Achtung Hinterhalt“ kann man Ziele nicht herauslesen, sondern nur vermuten. Die Behauptung, es ginge mit Überschriften wie: „Das verschweigt die Lügenpresse“ darum, „Zweifel an der Glaubwürdigkeit seriöser Quellen“ zu verbreiten, ist daher ein Fehlschluss, denn die Ziele können auch darin bestehen, über eine falsche Berichterstattung Aufklärung zu betreiben.

Damit sind wir am Kern des Problems, denn Jugendlichen soll durch Jugendschutz.net eingehämmert werden, dass es seriöse Medien gibt, also ZDF und ARD, die Jugendschutz.net finanzieren und dass diesen unseriöse Medien, alternative Medien in Gänze, gegenüberstehen, die versuchen, mit Begriffen wie Lügenpresse völlig unberechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der immer richtigen Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zu schüren. Derartigen Unfug kennt man eigentlich nur aus der DDR, in der die Partei immer Recht hatte oder aus dem Dritten Reich, in dem die Wahrheit über den Volksempfänger verkündet wurde. Kurz: Die Gegenüberstellung von seriösen, immer glaubwürdigen und vollkommen fehlerfreien öffentlich-rechtlichen Medien und fiesen, auf rechtsextreme Seiten lockende und mit Begriffen wie „Lügenpresse“ agierenden alternativen Medien ist gelebter Faschismus, von Steuerzahlern und GEZ-Gebührenentrichtern bezahlter, gelebter Faschismus.

Manipulation 3: Falsche Verallgemeinerungen und falsche Kontrastgruppen sollen genutzt werden, um das Reich des Bösen von der Berichterstattung der Guten zu unterscheiden, wobei alles, was nicht öffentlich-rechtlich ist, dem Reich des Bösen zugeordnet wird und der Begriff „Lügenpresse“ als generell unberechtigt dargestellt werden soll.

Und weil Faschismus ohne Esoterik nicht zu haben ist, gibt es auch bei Jugendschutz.net den entsprechenden Spritzer Esoterik:

“Während die Autorinnen und Autoren manipulierender Nachrichtenseiten ihre wahre Motivation meist verschleiern, werden in Kommentaren unverhohlen menschenverachtende Parolen geäußert …“

deutsche-volkserziehung-1937Abermals wird nur behauptet und nichts belegt. Dieses Mal haben sich die „Autorinnen und Autoren“ von Jugendschutz.net aber in den Kopf der „Autorinnen und Autoren“ von ihnen als rechtsextrem behaupteter Seiten gebohrt und im Gewirr der Neuronen, die wahre Motivation gefunden. Die Großinquisitoren des Jugendschutzes verfügen also über Erkenntnismöglichkeiten, die dem normalen mit nur sieben Sinnen begabten Menschen verschlossen bleiben: Sie können die wahre Motivation erkennen. Vermutlich handelt es sich bei diesem achten Sinn der Jugendschützer um den Un- oder den Wahnsinn. Dieser Wahnsinn macht auch nicht davor halt, einen Zusammenhang zwischen Autoren eines Beitrags und Kommentatoren zu schmieden, der verräterisch ist, denn: die wahre Motivation der Autoren erschließt sich den Jugendschützern daraus, dass Kommentare nicht zensiert werden, dass „drastische Sprachwahl“ [gemeint sind vermutlich Ausdrücke wie Pack, die Politiker pflegen, aber die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt] geduldet wird. Das würden Jugendschützer natürlich nie tun. Sie würden „drastische Sprachwahl“ unterbinden, und sie würden alle Kommentare zensieren, die nicht ihrer Vorstellung von richtigen Kommentaren entsprechend. Denn: Sie haben keinerlei Konzept von Meinungsfreiheit, nur eines von Manipulation gepaart mit dem entsprechenden Quantum an missionarischem Eifer, das man an den Tag legen muss, um auch weiterhin von den Auftraggebern, für die man die Konkurrenz diskreditiert, finanziert zu werden.

Manipulation 4: Jugendlichen soll vorgegaukelt werden, Jugendschutz.net könnte die wahre Motivation erkennen und insofern als Hohepriester auftreten, der das Internetschrifttum auf Vereinbarkeit mit der Bibel der politischen Korrektheit prüft. Religiöse Floskeln werden als Argumente ausgegeben.

Insofern „Achtung Hinterhalt!“ selbstreferentiell gemeint ist, ist es ein guter Titel für die Broschüre mit dem Ziel, Jugendliche ganz offen zu manipulieren. Aufgrund dieser Offenheit benötigen wir keinerlei achten Sinn, um festzustellen, dass die Motivation hinter „Achtung Hinterhalt“, darin besteht, den Auftraggebern gefällig zu sein und Jugendliche zu manipulieren.

Fake-Abitur: Hamburger Schulsenator schönt Abiturnoten

Dass es die Genossen mit Fairness nicht so genau nehmen, kann man derzeit in Hamburg bewundern. Dort fälscht der derzeitige Schulsenator, Ties Rabe (SPD) derzeit Abiturnoten. Weil Hamburger Gymnasiasten dann, wenn die Aufgaben einer Mathematikklausur nicht dem Hamburger Standard, sondern einem allgemein vergleichbaren Standard entsprechen, miserabel und mit einem Notenschnitt von 3,9 abschneiden, hat der Schulsenator kurzerhand beschlossen, das Abitur in Hamburg zu schönen und die Noten, die auf dem Abiturzeugnis stehen, so zu fälschen, dass nicht die tatsächliche Leistung der Schüler abgebildet wird, sondern eine geschönte. Denn: Die miserable Klausur, die 40% der Endnote des Halbjahres ausmacht, wird um 3 Abiturpunkte, also um eine Note besser bewertet als es der Leistung des entsprechenden Schülers entspricht. Schüler, deren Leistung mangelhaft bewertet wurde, werden entsprechend ausreichend bewertet. Schüler, deren Leistung ausreichend war, wird nunmehr vorgemacht, ihre Leistung sei dennoch befriedigend gewesen. Schüler, deren Leistung gut war, bekommen eine sehr gute Leistung attestiert. Schüler, deren Leistung sehr gut war, werden eingeebnet: Ihre sehr gute Leistung wird nivelliert und einer guten Leistung gleichgestellt.

Motivation auf sozialemokratisch.

Ties Rabe.pngDass Schülergenerationen, die in Hamburg noch Noten erhalten haben, die zumindest dem Anschein nach der Leistung der Schüler entsprochen hat, dem 2017er Abiturjahrgang gegenüber aktiv benachteiligt werden, dass Hamburger Schüler im Vergleich zu Schülern aus anderen Bundesländern bevorteilt werden und Noten erhalten, die nicht ihren Leistungen entsprechen, das alles ist dem Schulsenator aus Hamburg egal. Ihm geht es um den Schein, schließlich soll niemand denken, in Hamburg würden an Gymnasien dann, wenn es um Mathematik geht, miserable Leistungen erreicht. Also wird geschönt, und wenn geschönt wird, dann interessiert es Sozialdemokraten, die ansonsten so gerne den Begriff „Gerechtigkeit“ im Mund führen nicht, dass sie gerade Schüler mit sehr guten Leistungen benachteiligen und Schüler vergangener Jahrgänge gegenüber dem 2017er Abiturjahrgang aktiv diskriminieren.

Sozialdemokraten sind schon ein lustiges Völkchen, bringen sie doch Schulsenatoren hervor, die für den Schein alle Werte, die andere Sozialdemokraten zu haben behaupten, in der Pfeife rauchen.

Lustig ist auch die Ursachensuche des Schulsenators, die zeigt, dass er nun wirklich keinerlei Ahnung davon hat (oder haben will), was an den Schulen, die seiner Zuständigkeit unterstehen, vor sich geht: „Wir wissen nicht“, so zitiert ihn das Hamburger Abendblatt, „ob es an den Schülern liegt oder die Aufgaben an sich zu schwer waren“.

Nun, wir wissen, dass der Schulsenator kein Deutsch kann, denn die Aufgaben können bestenfalls zu schwierig gewesen sein, nicht jedoch zu schwer. Vielleicht ist das ja das Problem in Hamburg, dass man denkt, die Lösung von Mathematikaufgaben sei eine Frage der Körperkraft und nicht eine Frage der Geisteskraft.

Aber lassen wir das, denn die Schuldzuweisung an Schüler oder Aufgaben zeigt, dass der Schulsenator versucht, von den Ursachen, die der Leistungsverfall an Hamburger Gymnasien hat, abzulenken.

Der Leistungsverfall, der von 2016 auf 2017 0,7 Noten beträgt, denn 2016 hatten es die Hamburger Gymnasiasten in der Mathematikprüfung noch auf einen Notenschnitt von 3,2 gebracht, auch schon kein Ruhmesblatt aber noch befriedigend, bildet wohl eine langfristige Entwicklung ab. Offensichtlich findet in Hamburg das statt, was man auch in anderen Bundesländern beobachten kann: Ein Bildungsverfall.

HH SPD Bildung.jpgUnd offensichtlich macht man auch in Hamburg alle Versuche, um die Gruppe, die dann, wenn es um den gescheiterten Versuch, Wissen zu vermitteln geht, auch eine Rolle spielt, nicht in den Fokus nehmen zu müssen. Nun, wer könnte das sein, Herr Schulsenator, der außer Schülern und Aufgaben noch einen Einfluss auf die Leistung von Schülern hat?

Nein, nicht das Internet und die Stunden, die Gymnasiasten in sozialen Netzwerken zubringen.

Nein, auch nicht die Eltern, die den Gymnasiasten zu wenig Unterstützung geben, wenn es um Stochastik und Analysis und Analytische Geometrie geht.

Nun, wer könnte das nur sein?
Auch nicht die AfD. Die AfD ist nicht schuld am schlechten Leistungsstand der Hamburger Gymnasiasten.
Und Donald Trump hat auch nichts damit zu tun.

Weil der Schulsenator in Hamburg aus alter Verbundenheit mit der GEW die naheliegende Variable nicht aussprechen mag, schon weil dann die Schulpolitik des Landes Hamburg auch in den Blick käme, deshalb wollen wir ihm auf die Sprünge helfen:

Es sind die:

L E H R E R!

Ja, Lehrer haben auch einen Einfluss darauf, welchen Leistungsstand Schüler erreichen. Das zeigen Schulstudien, keine deutschen, internationale Schulstudien, in denen wieder und wieder belegt wird, dass motivierte und gute Lehrer mit besseren Leistungen bei Schülern korrelieren. Je besser der Lehrer, desto besser die Schüler. Je motivierter der Lehrer, desto besser die Schüler.

Da Motivation auch eine Frage von Commitment ist und Commitment mit den Bedingungen von Lehre an Schulen zusammenhängt, liegt es nahe, alte Motivationstheorien von Hackman und Oldman, Lawler und Vroom bis Proter und Lawler und Adams zur Hand zu nehmen und vorherzusagen, dass die Anzahl der Arbeitsstunden (je mehr um so besser), die Ausstattung am Arbeitsplatz, das Klima am Arbeitsplatz und der Umfang der unterrichtsfremden Leistungen, die von einem Lehrer erwartet werden, einen Einfluss auf dessen Motivation und darüber auf die Leistung seiner Schüler haben. Und damit scheint es in Hamburg im Argen zu liegen.

Wir haben uns deshalb frei zugängliche Daten des Statistischen Bundesamts besorgt. Man muss etwas nach ihnen suchen und wissen, wo man nach ihnen suchen muss, aber prinzipiell sollten die Daten, da sie vom statistischen Amt der Stadt Hamburg erhoben werden, auch dem Schulsenator der SPD zugänglich sein. Und sofern er nicht die Probleme der Hamburger Schüler mit Mathematik teilt, sollte es ihm möglich sein, zu den Ergebnissen und damit zu potentiellen Ursachen des Hamburger Bildungsverfalls, wie er gerade in den Mathematikleistungen dokumentiert wurde, vorzustoßen. Es sind derer zwei Ursachen, die mit einander verschränkt sind, quasi eine Intersektionalität der Ursachen Feminisierung der Schule und Entprofessionalisierung der Schule.

Um das zu sehen, haben wir Daten für die Jahre 1992 und 2016 für die an Schulen beschäftigten Lehrer verglichen und präsentieren im Folgenden die Ergebnisse in drei Abbildungen:

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Abbildung 1 zeigt, das im Vergleich der Jahre 1992 und 2016 an Hamburger Gymnasien die Anzahl der männlichen Lehrer um 20,66% gesunken ist, während der Anteil der weiblichen Lehrer um 62,32% gestiegen ist.

Abbildung 2 zeigt, dass im Vergleich der Jahre 1992 und 2016 die Anzahl der vollbeschäftigten Lehrer um 8,83% gesunken ist, während die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Lehrer um 48,74% und die Anzahl der stundenweise beschäftigten Lehrer an Hamburger Gymnasien um 105,88% gestiegen sind.

Abbildung 3 zeigt, dass die Anzahl vollzeit tätiger männlicher Lehrer an Hamburger Gymnasien im Vergleich der Jahre 1992 und 2016 um 34,72% zurückgegangen ist, während die Anzahl der weiblichen Vollzeitlehrer um 64,21% gestiegen ist. Die Anzahl der männlichen und weiblichen Teilzeitlehrer ist im Vergleich der beiden Jahre um 45,64% und 49,72% gestiegen, während die Anzahl der stundenweise an Hamburger Gymnasien beschäftigten Lehrer um 36,7% (männliche Lehrer) bzw. um 229,51% (weibliche Lehrer) gestiegen ist.

Daraus folgt eine Textaufgabe für den Hamburger Schulsenator:

Wenn man weiß, dass die schulischen Leistungen von Schülern im Vergleich der Schülergenerationen schlechter werden und gleichzeitig der Anteil der männlichen Lehrer geringer wird. Wenn man zudem weiß, dass zugleich der Anteil der vollzeitbeschäftigten männlichen Lehrer sinkt und der Anteil der teilzeitbeschäftigten und stundenweise beschäftigten Lehrer steigt, welche Faktoren kommen dann in Frage, um zu erklären, dass die Leistungen der Schüler von Jahr zu Jahr schlechter werden?

Als Hilfestellung: Teilzeitbeschäftigte Lehrer haben nicht dasselbe Commitment und auch nicht dieselbe Erfahrung, Kompetenz und dasselbe Humankapital wie vollzeitbeschäftigte Lehrer.

Eigentlich müsste der Schulsenator von Hamburg in der Lage sein, diese Aufgabe zu lösen, wenn er es nicht ist, dann muss das daran liegen, dass er sie nicht lösen will, weil die Lösung an die eigene Adresse geht und zeigen würde, dass die Hamburger Bildungskatastrophe hausgemacht ist. Genderismus und Entprofessionalisierung fordern eben ihre Opfer.

Literatur

Adams, J. Stacy (1965). Inequity in Social Exchange. In: Berkowitz, Leonard (ed.). Advances in Experimental Social Psychology – Volume 2. New York: Academic Press, pp.267-300.

Hackman, J. Richard & Lawler, Edward E. (1971). Employee Reactions to Job Characteristics. Journal of Applied Psychology 55(3): 259-286.

Hackman, J. Richard & Oldham, Greg R. (1980). Work Redesign. Reading: Addison-Wesley.

Hackman, J. Richard & Oldham, Greg R. (1976) Motivation Through the Design of Work: Test of a Theory. Organzational Behavior and Human Performance 16(2): 250-279.

Lawler, Edward E. (1981). Pay and Organization Development. Reading: Addison-Wesley.

Vroom, Vikctor H. (1964). Work and Motivation. New York: Wiley.

Daten

Hamburg 1992 2016 DIFF  %
vollzeit männlich 1797 1173 -624 -34,72
weiblich 637 1046 409 64,21
teilzeit männlich 287 418 131 45,64
weiblich 905 1355 450 49,72
stundenweise männlich 109 149 40 36,70
weiblich 61 201 140 229,51
vollzeit 2434 2219 -215 -8,83
teilzeit 1192 1773 581 48,74
stundenweise 170 350 180 105,88
männlich 2193 1740 -453 -20,66
weiblich 1603 2602 999 62,32

Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Trigger Warnung: Memmen, wollt Ihr ewig zittern? Oder: Vorsicht Bibel!

Leben wir im Zeitalter der Pflänzchen und Memmen?
Es sieht ganz danach aus.

Wir fragen ja des Öfteren, welchen Nutzen die Gender Studies der Allgemeinheit bringen. Die Frage, die wir an zahlreiche Lehrstuhlbesetzer, die sich in Geschlechterfragen echauffieren, verschickt haben, ist bislang unbeantwortet geblieben.

Es ist vielleicht auch die falsche Frage.
Die Frage müsste lauten: Was verdanken wir den Gender Studies? Nicht kalter weiß-männlicher Nutzen ist das Ziel der Gender Studies, sondern kulturelle Bereicherung durch allerlei Dinge, die aus der Konstruktion des Unnützen in die Konstruktion des Ärgerlichen überführt werden.

Zum Beispiel die Trigger Warnung.
triggerr-warnungDie Trigger Warnung verdanken wir den Gender Studies.
Eine Trigger Warnung soll empfindsame Gestalten, die sich z.B. an einer Universität in einen Kurs über Gewalt und Aggression verirrt haben, davor warnen, dass es in diesem Kurs um Gewalt und Aggression geht. Das ist sinnvoll, denn bei Gender Bewegten kann man nie wissen, ob sie auch wissen, dass es in einem Kurs über Gewalt und Aggression um Gewalt und Aggression geht.

Damit die Empfindsamen, die ein bislang behütetes Leben geführt haben, in dem andere Menschen bestenfalls als Statisten oder Dienstleiter vorgekommen sind, nicht den Schock ihres Lebens erhalten, wenn sie in einem Kurs zum Thema „Gewalt und Aggression“ mit Formen von „Gewalt und Aggression“ konfrontiert werden, deshalb gibt es die Trigger Warnung.

Etliche Universitäten in den USA und Deutschland haben sich dieses Kulturgut, das durch die Gender Studies auf uns gekommen ist, zueigen gemacht und trigger warnen was das Zeug hält. Auch die Schotten tun das (kein Wunder, dass die Schotten in der EU bleiben wollen). 

Trigger warnung 2.jpgAn der Universität Glasgow werden Studenten der katholischen Theologie, die in ihrem Leben noch nichts von einer Kreuzigung gehört zu haben scheinen, davor gewarnt, dass im Kurs „Von der Kreation bis zur Apokalypse: Einführung in die Bibel“, genau bei „Jesus und das Kino“ Bildmaterial gezeigt werden wird, auf dem man die Kreuzigung im Detail sieht, also mit Nagel und Hand und Blut und viel Blut und so, nichts Außergewöhnliches für den 10 jährigen Tatortseher in Deutschland und den 10 jährigen Surfer auf den Seiten der britischen Tageszeitungen im Vereinigten Königreich, aber offensichtlich etwas vollkommen Unerwartetes für Studenten der Theologie an der Universität in Glasgow. Dass Jesus gekreuzigt worden sein soll und dass seine Kreuzigung eine besonders blutige Variante der ansonsten eher weniger blutrünstigen Form römischer Bestrafung gewesen sein soll, die die Phantasie christlicher Künstler und Theologen über Jahrhunderte so beflügelt hat, dass die Ergebnisse noch heute in großer Zahl in Kirchen oder Bibliotheken zu finden sind, und zwar ganz ohne Trigger Warnung (noch), das trifft Studenten der Theologie in Glasgow offensichtlich vollkommen unvorbereitet.

Und da man nie weiß, wie die Mimöschen darauf reagieren, mit der Realität, wie sie sich Filmemacher (die zugegeben des Öfteren die Grenze zur Perversion und zum Gewaltexzess mangels Inhalt überschreiten, weit überschreiten) vorstellen, da man nie weiß, ob sie ein Trauma ob der schauerlichen Bilder davontragen, die sie in ihrem Seminar zugemutet bekommen, sie, die die Meldung, dass gerade wieder 25 oder waren es 30 Menschen durch eine Autobombe in Bagdad zerfetzt wurden, mit Gleichmut ertragen, deshalb wird nur noch nach vorhergehender Trigger Warnung gelehrt.

Diese große kulturelle Leistung, die Warnung davor, dass es im Leben etwas geben könnte, was bei Menschen eine Reaktion, eine negative Reaktion auslöst, dass es etwas geben könnte, das sie ablehnen, schlimm oder schrecklich finden, diese Leistung verdanken wir den Gender Studies. Und wir haben uns entschlossen, die Gender Studies in ihrem Vorhaben, emotionale Zombies zu erziehen, deren sensible Seele es zwar zulässt, Fleisch zu essen, Fernsehnachrichten zu betrachten oder sich über Männer in gehässiger Form auszulassen, die ansonsten aber ständig in der Gefahr stehen ungetriggert zu leiden, zu unterstützen und eine Liste der wichtigsten Trigger Warnungen zu erstellen:

Hier der Anfang der Liste, für deren Fortführung wir die Mitarbeit unserer Leser erwarten:

Trigger Warnungen:

Vorsicht ScienceFiles: Das Lesen dieser Seite kann dazu führen, dass sie nachdenken und zu Ergebnissen kommen, zu denen sie bislang noch nicht gekommen sind. Für Denkfaule und Ideologen kann da fatale Folgen haben.

Vorsicht katholische Kriche: Das Betreten einer katholischen Kirche ist mit Gewaltdarstellungen, mit Bildern von Heiligen, die von Pfeilen durchbohrt sind oder mit einem Mann am Kreuz, dem zudem eine Dornenkorne auf den Kopf gepresst wurde, verbunden. Menschen mit einem empfindlichen Magen oder Menschen, die nichts von Menschenopfern halten, sollten draußen bleiben.

Vorsicht Industrieunternehmen: Das Betreten eines Industrieunternehmens ist mit der Wahrnehmung von zumeist männlichen Menschen bei körperlicher Arbeit verbunden. Das kann zu negativen emotionalen Reaktionen vor allem bei denjenigen führen, die keine Arbeit gewohnt sind.

Vorsicht Supermarkt: Im Supermarkt werden sie mit Kadavern in unterschiedlichen Stadien der Verwesung und mit Leichteilen, die noch die Spuren des gewaltsamen Todes, den die einstigen Lebewesen erlitten haben, tragen, konfrontiert. Unbewusste Fleischfresser mag dies zum Nachdenken bringen.

Vorsicht Gender Studies: Alles, was sie in der Grundschule gelernt haben, wird sich als falsch erweisen.

Vorsicht Kapitalismus: Kapitalismus basiert auf dem Leistungsprinzip und der Vorstellung, dass das Verdienst in einer Relation zur Anstrengung und Leistung stehen muss. Die Beschäftigung mit Kapitalismus mag bei manchen zur Erkenntnis führen, dass sie bislang auf Kosten anderer gelebt haben.

Vorsicht Pestizid: Das Benutzen von Pestiziden kann dazu führen, dass Sie den Tod von Blattläusen und Milben miterleben. Das Nichtbenutzen von Pestiziden kann dazu führen, dass Sie dem Tod Ihrer Pflanzen beiwohnen.

Vorsicht Kriminalroman: Im Verlauf dieses Romans wird mindestens ein Mord begangen. 

Vorsicht formale Logik: Die Beschäftigung mit formaler Logik kann dazu führen, dass sie die Fehler in dem, was sie bisher als Ihr Denken angesehen haben, erkennen. Je nach Lebenszeitpunkt, zu dem sie diese Einsicht ereilt, können die Folgen gravierend sein.

Vorsicht Jane Austen Verfilmung: Keine Pornographie, kein Blut, keine special effects, nichts explodiert, niemand wird geköpft, keiner gemobbed, es nur selten Ehebruch, es kommen keine Schwulen vor und es gibt ein Happy End.

Jetzt sind Sie an der Reihe!

PISA-Unsinn 2015 – Der turnusmäßige Bildungsgag der OECD

Die OECD hat einen Exportschlager: Die PISA-Studien. Im Abstand von drei Jahren finden die olympischen PISA-Spiele in Mathematik, Naturwissenschaft und Lesen statt. Eine nette Stange Geld kostet das. Und hinterher sind wir klüger.

Hinterher wissen wir, dassDeutsche Schüler besser als der Durchschnitt“ [von was auch immer] sind und dassDeutsche Schüler in Mathe schlechtersind [als wer auch immer]. Beide Meldungen finden sich fast zeitgleich bei ARD und ZDF.

Wie es scheint, ist man bei der ARD bemühter, dem durchschnittlichen Ergebnis etwas „Besseres“ abzugewinnen als beim ZDF, wo man eher eine pessimistische Sicht auf die selben Ergebnisse richtet. Die beiden unterschiedlichen Meldungen, die auf derselben Pressmeldung, den selben Testergebnissen und den selben PISA-Olympics basieren, machen den Unsinn, der hinter PISA steckt mehr als deutlich.

Es geht offensichtlich nicht darum, den Leistungsstand von Schülern zu erheben, sondern darum, eine Hitliste der besten Länder zu erstellen, die es Politikern, Funktionären und Journalisten in gleicher Weise erlaubt, sich zu freuen und auf die gute Bildungspolitik der Vergangenheit hinzuweisen bzw. sich erschreckt zu geben und mehr Mittel für die Bildungspolitik der Zukunft zu fordern. So betrachtet, ist PISA wirklich nützlich.

Nur eines sind die Ergebnisse nicht: vergleichbar – jedenfalls nicht in der dargestellten Weise, die es offensichtlich erlaubt, dieselben Ergebnisse unterschiedlich zu bewerten: positiv bei der ARD, negativ beim ZDF.

pisa-2015-schimaereBesonders verrückt wird die Angelegenheit, wenn man auf die von nahezu allen Medien, die wir zu PISA gescannt haben, verlinkte Seite geht. Dort finden sich keinerlei Werte mehr, sondern nur noch Relationen, lustige Linien, die suggerieren, die Ergebnisse von PISA aus den Jahren 2009 und 2012 seien den Ergebnissen von 2015 vergleichbar.

Das sind sie aber nicht.

Es sind nicht dieselben Schüler, die in den drei Jahren befragt wurden. Entsprechend kann man keine Entwicklung feststellen.

Es sind nicht dieselben Fragen, die den Schülern gestellt wurden. Entsprechend kann man die Ergebnisse nicht vergleichen.

Die PISA-Studien sind Querschnittstudien. Sie geben Auskunft über den Leistungsstand der Schüler, die im jeweiligen Jahr befragt wurden. Sie enthalten keinerlei Information über die Entwicklung, die die Leistungsfähigkeit von Schülern in den drei getesteten Bereichen in den einzelnen Ländern genommen hat. Denn: um es noch einmal zu sagen: Es wurden nicht dieselben Schüler befragt, es wurden nicht dieselben Fragen gestellt, und es wurden nicht dieselben Methoden benutzt, um die Antworten auf die gestellten Fragen mit Punktewerten zu versehen.

Um Letzteres zu sehen muss man nur die Ergebnisse für den HighScorer, die Schüler aus Shanghai in 2012 und Singapur in 2015 betrachten. Die höchsten Werte, die in den drei getesteten Bereichen erreicht wurden, unterscheiden sich deutlich:

[I]

  • Mathematik
    • 2012: 613 Punkte (Shanghai)
    • 2015: 564 Punkte (Singapur)
  • Naturwissenschaft
    • 2012: 580 Punkte (Shanghai)
    • 2015: 556 Punkte (Singapur)
  • Lesen
    • 2012: 570 Punkte (Shanghai)
    • 2015: 535 Punkte (Singapur)

Offensichtlich ist die Spannweite des Punktefelds 2015 viel geringer als sie es noch 2012 gewesen ist. Das kann darauf zurückzuführen sein, dass 2015 schwierigere Fragen gestellt wurden als 2012. Es kann das Ergebnis davon sein, dass 2015 die Forscher bewusst einen kleineren Punkterange verwendet haben, um die Unterschiede zwischen den Ländern geringer zu machen. Es kann darin begründet sein, dass die Schüler, die 2015 befragt wurden, nicht so leistungsstark sind, wie die Schüler, die 2012 befragt wurden, es waren.

All das ist möglich, und all das verhindert, dass man die Ergebnisse zwischen den einzelnen Jahren vergleichen kann.

Wie irrsinnig ein solcher Vergleich ist, zeigt sich, wenn man ein paar weitere Vergleiche für Deutschland anstellt.

[II]
PISA OECDZ.B. im Hinblick auf den Rangplatz, den Deutschland erreicht hat:

  • Mathematik
    • 2012: 16
    • 2015: 16
  • Naturwissenschaft
    • 2012: 12
    • 2015: 16
  • Lesen
    • 2012: 19
    • 2016: 11

Wer also etwas Positives in die Ergebnisse hineinlesen will, der kann sich erzählen, die Ergebnisse deutscher Schüler im Lesen seien 2015 besser als 2012. Wer etwas Negatives in die Ergebnisse hineinlesen will, der kann sich erzählen, die Ergebnisse deutscher Schüler in Naturwissenschaft seien 2015 schlechter als 2012.

Aber sind sie das tatsächlich?

Machen wir die Rechnung mit Blick auf den Abstand zum Spitzenreiter. Wie viele Punkte liegen in den drei Bereichen, zwischen dem Ergebnis deutscher Schüler und dem Ergebnis der Schüler aus dem Spitzenreiter-Land?

[III]

  • Mathematik
    • 2012: 99 Punkte
    • 2015: 58 Punkte
  • Naturwissenschaft
    • 2012: 56 Punkte
    • 2015: 47 Punkte
  • Lesen
    • 2012: 62 Punkte
    • 2015: 26 Punkte

Das Ergebnis dieser Betrachtung: Die Schüler, die im Jahr 2015 getestet wurden, sind in allen Bereichen näher am Spitzenreiter als die Schüler, die 2012 getestet wurden. Der Abstand zur Spitze ist also 2015 geringer als 2012. Aber sind die Schüler 2015 auch besser als die Schüler 2012?

Nein.
Ein Blick auf die durchschnittliche Punktezahl für Deutschland zeigt ein anderes Bild:

[IV]

  • Mathematik
    • 2012: 514 Punkte
    • 2015: 506 Punkte
  • Naturwissenschaft
    • 2012: 524 Punkte
    • 2015: 509 Punkte
  • Lesen
    • 2012: 508 Punkte
    • 2015: 509 Punkte

Im Lesen sind die deutschen Schüler, die 2015 getestet wurden, um einen mageren durchschnittlichen Punkt besser als die anderen deutschen Schüler, die 2012 getestet wurden – mit anderen Fragen. In Mathematik und Naturwissenschaft sind die deutschen Schüler, die 2012 getestet wurden, besser als die Schüler, die 2015 getestet wurden. Indes stellt sich der Abstand zum Spitzenreiter im Jahr 2015 in allen drei Bereichen als geringer dar als er es noch 2012 gewesen ist und nur in Naturwissenschaft erreichen deutsche Schüler 2015 einen schlechteren Rangplatz als ihn andere deutsche Schüler 2012 erreicht haben.

Machen wir eine letzte Rechenspielerei und setzen den Punkteabstand zum Spitzenreiter zum erreichten Spitzenwert in Beziehung und rechnen die unterschiedliche Spannweite der Punkteskala, die sich zwischen 2012 und 2016 ergibt, mit ein. Dann ergibt sich für Deutschland folgender prozentualer Rückstand auf den Spitzenreiter:

[V]

  • Mathematik
    • 2012: 16,2% Rückstand
    • 2015: 18,3% Rückstand
  • Naturwissenschaft
    • 2012: 9,6% Rückstand
    • 2015: 12,5% Rückstand
  • Lesen
    • 2012: 10,8% Rückstand
    • 2015: 11,0% Rückstand

Und schon sind die Leistungen der Schüler im Jahre 2015 rundum schlechter als die Leistungen der Schüler 2012.

Das PISA-DilemmaSie sind Gewerkschaftsfunktionär und wollen mit PISA die Notwendigkeit begründen, mehr Geld für Lehrer, Schulsozialarbeiter und GEW-Funktionäre auszugeben? Wir empfehlen die zuletzt dargestellten Ergebnisse: PISA zeigt: Bund muss mehr in Bildung investieren!

Sie sind Regierungspolitiker und wollen zeigen, dass die Bildungspolitik in Deutschland auf dem richtigen Weg ist? Wir empfehlen die unter [III] dargestellten Ergebnisse, die zeigen, dass deutsche Schüler in allen Bereichen 2015 besser abgeschnitten haben als 2012.

Sie wollen ein gemischtes Bild zeichnen, mehr Bundesmittel für Bildung abzwacken, sich aber auch für das bereits erreicht auf die Schulter klopfen, z.B. weil sie Vertreter des Deutschen Lehrerverbands sind? Nichts leichter als das: Wir empfehlen [IV] mit der Betonung der Verbesserung im Lesen und geben dazu den Hinweis, dass die Ergebnisse deutscher Schüler in Mathematik und Naturwissenschaft im Jahr 2015 über den Durchschnitt aller Ländern, die an PISA teilgenommen haben, liegen.

Und so bietet PISA für jeden etwas, jeder kann seine Schäfchen damit ins Trockene bekommen. Und darum geht, wenn man nationale Förderung einsammeln will, wie dies die OECD mit PISA sehr erfolgreich tut: Keinem wehtun und jedem das liefern, was er benutzen kann. In dieser Hinsicht ist PISA ein Erfolg. In wissenschaftlicher Hinsicht ist es ein Fiasko.


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