Zuviele Frauen: Grundschulen pfeifen auf dem letzten Loch

Die Entprofessionalisierung von Grundschulen, die mit einer Erhöhung des Anteils der teilzeitbeschäftigten Lehrer und einer massiven Erhöhung des Frauenanteils unter den Lehrern einhergeht, sie erreicht gerade neue Dimensionen.

Das ist ein Anfang, den wir diesem Post geben könnten. Ein anderer lautet wie folgt:

GEW, Frauenförderer und andere Lobbyisten haben gerade eine neue Kampagne eingeläutet, die dazu dient, Grundschullehrer mit u.a. Gymnasiallehrern in der Bezahlung gleichzustellen, d.h. die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus bei der Bezahlung nicht mehr zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck hat die GEW eigens ein so genanntes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss gekommen ist, dass das geringere Gehalt, das Grundschullehrer im Vergleich zu z.B. Gymnasiallehrern erhalten, eine Diskriminierung von Frauen darstellt, da die meisten der Grundschullehrer weiblich sind. Verantwortlich für diesen Unsinn ist Eva Kocher, die offensichtlich der Rabulistik zu neuen Höhen verhelfen will.

Nachdem die GEW den Boden bereitet hat, wird nun über die Welt am Sonntag ein Katastrophenbericht lanciert, der seinen wörtlichen Niederschlag in der ARD wie folgt gefunden hat: „Gesucht: Rektoren für etwa 1000 Grundschulen“. Vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen, so erfährt der Leser, könnten die Stellen von Rektoren und Konrektoren an Grundschulen nicht mehr besetzt werden. Die Ursachen dafür fänden sich in den „hohen Anforderungen“ und der „vergleichsweise geringen Bezahlung“. Zudem seien die meisten „Lehrkräfte an Grundschulen Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten“. Udo Beckmann, oberster Interessenvertreter der Lehrer vom Verband Bildung und Erziehung fordert entsprechend mehr Geld für Grundschullehrer (der Ball von der GEW wurde also aufgenommen), und die GEW fordert die Gleichstellung von Grundschul- und Gymnasiallehrern (nicht was Fähigkeiten, Kompetenzen und Leistung angeht, sondern im Hinblick auf die Bezahlung) und mehr Verwaltungsstellen an Grundschulen (angesichts sinkender Schülerzahlen vielleicht eine Möglichkeit, GEW-Mitglieder unterzubringen).

Die Frage, die niemand im Zusammenhang mit dem plötzlich entdeckten Faktum, dass es unter Grundschullehrern immer weniger gibt, die Schulleiter sein wollen, stellt, sie lautet: Wieso entsteht dieser Mangel gerade jetzt?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, ein paar Fakten in die Diskussion zu bringen:

  • Die meisten Schulleiter an Grundschulen sind nach wie vor männlich, obwohl nur noch 12,5% aller Grundschullehrer männlich sind.

Dazu ein Auszug aus dem Jammerbericht des BMFSFJ, dem Daten-Genderreport:

„Daten zur Verteilung von Frauen und Männern auf die Positionen der Schulleitungen werden vom Statistischen Bundesamt aktuell nicht erhoben. Von Lutzau und Metz-Göckel (1996) berechneten die Geschlechterverteilung im Amt der Schulleitung für die einzelnen Bundesländer im Schuljahr 1993/1994. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Schulleitungen ein starkes Ost-West-Gefälle auftritt. Während in allen westdeutschen Bundesländern mehr Männer als Frauen als Schulleitung fungierten (in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sogar zu über 80 %), wurde diese Position in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich häufiger von einer Frau besetzt. Die meisten weiblichen Schulleiterinnen fanden sich im Schuljahr 1993/1994 mit 63 Prozent in Sachsen-Anhalt. Neuere Stichprobenberechnungen (Roisch 2003: 37 ff.) zeigen, dass sich die Situation in den westdeutschen Bundesländern im letzten Jahrzehnt nur leicht zu Gunsten der Frauen verbessert hat, während sie in den ostdeutschen Bundesländern relativ stabil blieb.“

  • Die Anteil der Grundschullehrer hat sich über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich verringert, selbst auf geringem Niveau: So waren 2002 16,2% der Grundschullehrer männlich, 2015 sind es noch besagte 12,5%.
  • Wenig verändert hat sich im Hinblick auf die Arbeitszeit männlicher Lehrer, 64,0% der männlichen Grundschullehrer sind 2015 vollzeitbeschäftigt, 66,7% waren es 2002.
  • 54,8% der weiblichen Grundschullehrer waren 2002 teilzeitbeschäftigt, 2015 waren es 42,7%, denn die Verweiblichung der Grundschulen, sie hat dazu geführt, dass nunmehr 44,4% der weiblichen Lehrer Vollzeit arbeiten (müssen) im Gegensatz zu 35,7% im Jahr 2002.

Offensichtlich gehen die Probleme mit der Besetzung von Schulleiterstellen an Grundschulen mit der Verweiblichung der entsprechenden Schulen einher: Je mehr weibliche Lehrer, desto größer die Probleme, einen Schulleiter zu finden. Und während männliche Lehrer an Grundschulen, die es früher in höherem Anteil gab, offensichtlich bereit waren, das mehr an Arbeit und die „hohen Anforderungen“ die mit der Position eines Schulleiters einhergehen, zu schultern, auch bei „vergleichsweise geringer Bezahlung“, sind weibliche Grundschullehrer dazu ganz offensichtlich nicht bereits.

parttime.jpgDas können sie auch nicht, wie der Beitrag in der ARD suggerieren will, denn die meisten von ihnen arbeiten nur Teilzeit. Sicher geht mit der Entprofessionalisierung, die durch Teilzeitarbeit geschaffen wird, auch ein Verlust an Führungskompetenz und Arbeitserfahrung einher, der es mit sich bringt, dass Tätigkeiten, die (männliche) Grundschullehrer früher nebenbei und aufgrund ihrer Kompetenzen und Leistungsbereitschaft als Schulleiter erledigt haben, nunmehr nicht mehr erledigt werden, entsprechende Positionen nicht mehr gefüllt werden können. Doch gerade in den beiden herausragenden Beispielen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die Riesenprobleme haben, Schulleiter und Konrektorenstellen zu besetzen, trifft diese Erklärung nicht zu.

In Berlin arbeiten 70% der Grundschullehrer in Vollzeit, weit mehr als im Bundesdurchschnitt (47%). Auch in Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil der vollzeit-beschäftigten Grundschullehrer mit 50% über dem Bundesdurchschnitt. Auch beim Frauenanteil liegen Berlin und Nordrhein-Westfalen über dem Bundesdurchschnitt. Nord-Rheinwestfalen mit 91% weiblichen Grundschullehrern etwas mehr und Berlin mit 88% weiblichen Grundschullehren etwas weniger (Bundesdurchschnitt: 87%).

Entsprechend muss man die Erklärung für die in Teilen nicht vorhandene Bereitschaft, die Leitung einer Grundschule zu übernehmen, wohl oder übel bei weiblichen Grundschullehrern suchen. Sie schrecken offensichtlich davor zurück, eine Position mit Verantwortung zu übernehmen – obwohl sie besser bezahlt wird. Sie haben offensichtlich nicht die Kompetenzen, um die Jobs, die männliche Lehrer früher übernommen und nebenbei erledigt haben, zu erledigen. Oder Sie haben nicht dieselbe Bereitschaft wie männliche Grundschullehrer, Altruismus walten zu lassen und die Arbeit eines Schulleiters auch für die Bezahlung eines Grundschullehrers zu erledigen. In jedem Fall haben die Späher der Gewerkschaften das Problem erkannt und Witterung aufgenommen. Und so wie sich ein Aasgeiher zielsicher bei einem Kadaver einfindet, so kreisen seit einiger Zeit die Vertreter der GEW und anderer Lobbyverbände über den entprofessionalisierten Resten von Grundschulen und krächzen ihr übliches Lied. Mehr Geld. Mehr Gehalt. Mehr Cash bei weniger Leistung. Die Diskriminierung von Frauen ist schuld. Neue Stellen braucht das Land, um nunmehr fünf Leute die Arbeit erledigen zu lassen, die früher von zweien erledigt wurde. Fragt sich nur, welche Leistungs- und Motivationsstandards die 88% weiblichen Grundschullehrer in ihrer Mehrzahl der nachwachsenden Generation vermitteln.


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Schulische Indoktrination: Schüler spielen Flüchtling

Seit Staaten die Schulen übernommen haben, ist das Interesse von Politikern an den Möglichkeiten, die Schulen bieten, um Schüler zu indoktrinieren, stetig gewachsen. Dabei kommt die Indoktrination regelmäßig als Unterrichtung in angeblich für das Führen eines selbstbestimmten und glücklichen Lebens wichtigen Dingen daher.

Der Einbruch der Ideologie in die Schulen, die Instrumentalisierung des Unterrichts zur Indoktrination von Schülern, sie kommt häppchenweise:

Wie funktioniert das politische System Deutschlands? Kenntnisse über die politische Ordnung, sie sind wichtig, so wichtig, dass man nicht darauf vertrauen kann, dass Schüler sie sich dann, wenn sie notwendig werden, selbst aneignen.

Warum ist Rauchen schädlich und warum sollen Jugendliche keinen Alkohol trinken? Ein gesundes und glückliches Leben ist das Ziel der meisten, wenn nicht aller Menschen. Also ist es doch nur recht und billig, wenn in Schulen die Grundlagen dafür vermittelt werden, schon weil nicht vorstellbar ist, dass ein Raucher, der säuft, glücklich sein kann – und gesund.

KaninchenwerderWarum sind Frauen in Deutschland so selten Chef eines Unternehmens? Die deskriptive Frage ist das Einfallstor in die Indoktrination, die Vorurteile und Diskriminierung behauptet und Schüler dafür sensibilisieren will, wie schwierig es doch ist, weiblich zu sein. Nebenbei hat diese Sensibilisierung den positiven Begleiteffekt, dass die meisten Schüler keinerlei Fragen stellen, wenn sie später sehen, wie massiv ein weiblicher Lebensentwurf gefördert und aus Steuergeldern finanziert wird, während ein männlicher Lebensentwurf fast schon etwas ist, für das man sich schämen muss. Stellen Sie sich vor, sie sind ein Junge und wollen sich körperlich mit anderen messen. Einfach so. Unfassbar!


Und wo wir gerade bei Frauen und ihren Nachteilen sind, die in Schulen unbedingt thematisiert werden müssen, handelt es sich doch um Wissen, ohne das ein Schüler heute nicht mehr im täglichen Leben überleben kann, thematisieren wir doch Sex gleich mit. Das liegt nahe – oder? Sexuelle Orientierung und sexuelle Praktiken. Man kann seinen Bürgern heute nichts mehr selbst überlassen, nicht einmal das, was sie hinter verschlossenen Türen tun. Also muss man Schüler lehren und sie dafür sensibilisieren, wie vielfältig sexuelle Orientierungen und sexuelle Techniken sind und man muss sie Desensibilisieren, sonst denken sie am Ende noch, Sexualität hätte etwas mit Gefühl und Liebe und nicht mit Methode und Technik zu tun.

Die richtige und gute Gesellschaft, zu der Schulen ihren Beitrag leisten müssen, sie ist natürlich nur möglich, wenn es keinen Extremismus und keine Gewalt gibt. Der Einfachheit halber behandeln wir beides zusammen und mit Bezug auf das Dritte Reich. Das zeigt, nur Rechte sind zu Extremismus und Gewalt in der Lage, zu Terror und Kontrolle. Deshalb müssen wir den Anfängen wehren und unsere Schule zur rassismusfreien Schule erklären. Und wenn wir schon dabei sind, stellen wir unseren Schülern eine unauffällige Frage: Sind AfD und NPD mit dem Grundgesetz vereinbar? Und schon ist klar, AfD und NPD haben etwas gemeinsam.

Und natürlich funktioniert eine Gesellschaft nicht richtig, wenn der richtige Umgang mit Flüchtlingen nicht bekannt ist, wenn Bürger nicht wissen, welcher Umgang mit Flüchtlingen von ihnen erwartet wird. Deshalb gilt es, Schüler in den Umgang mit Flüchtlingen einzuüben und sie damit vertraut zu machen, dass es nicht schön ist, ein Flüchtling in Deutschland zu sein.

Zu diesem Zweck dürfen Schüler Flüchtling spielen, „Flüchtling für einen Tag“, wie das in Mecklenburg-Vorpommern heißt. Dort pfercht das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, zweifellos auf Kosten von Steuerzahlern, rund 100 Schüler regelmäßig auf einer Insel ein, der Insel Kaninchenwerder und zwingt sie dazu, die Rolle von Flüchtlingen zu spielen. Die Idee hat dem Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, ein weiteres von Steuerzahlern finanziertes Sammelbecken von Menschen, die genau wissen, wie die Gesellschaft zu sein hat, so gut gefallen, dass er sie unterstützt. Also wird Schüler Gord zu Java Ahmadnejad, natürlich ein Iraner, der auf der Flucht vor den Ayatollahs ist, ein anderer wird zum Kurden, der aus dem Irak geflohen ist. Und gemeinsam werden sie durch den Gang der Behörden gescheucht, von der Erstaufnahmeeinrichtung, in die Ausländerbehörde, zum Jobcenter und in die Abschiebezelle: Flüchtling hautnah, live und in Farbe; Damit die Schüler sensibilisiert werden, für Flüchtlinge, Empathie entwickeln, für Flüchtlinge, oder so.

Unbestritten ist es kein Zuckerschlecken, als Flüchtling nach Deutschland zu kommen und in das Mühlrad der Institutionen zu gelangen. Unbestritten ist das Leben in einer Flüchtlingsunterkunft, ohne Privatsphäre, Tag und Nacht mit anderen zusammen, auf engstem Raum, etwas, das selbst den Langmütigsten irgendwann überschnappen lässt. Und sicherlich haben eine Vielzahl von Organisationen, die an Flüchtlingen verdienen, ein großes Interesse daran, dass Flüchtlinge so lange wie möglich in ihren Aufnahmestationen verbleiben und dort zum Faktor werden, mit dem die Höhe der staatlichen Grundzuweisen multipliziert werden kann. All das ist unbestritten, und all das, ist etwas, von dem die Schüler auf Kaninchenwerder nichts erfahren. Alles, was ihnen vermittelt wird, ist die institutionelle Rohheit die menschlicher Verfügungsmasse gegenüber gezeigt wird, wenn die Maschinerie des Verwaltungssystems Individuen negiert, sie zum Futter des Verwaltungssystems werden.

Sherif Robbers caveDas jedoch ist keine Besonderheit der Verwaltung von Flüchtlingen. Die Ignoranz des Verwaltungssystems gegenüber dem Individuum, sie könnte Schülern auch an anderen Beispielen gezeigt werden: Bürger weigern sich ihre Steuern zu bezahlen. Wie reagiert die Finanzbehörde? Ein Schüler hat eine abweichende Meinung und sagt im Unterricht, dass Schulen nur dazu da sind, Schüler zu indoktrinieren. Wie reagieren die Lehrer, wie die Schulleitung? Eltern haben kein Vertrauen in schulische Erziehung und wollen ihre Kinder selbst lehren. Sie schicken sie nicht mehr zur Schule. Wie reagiert die Schulbehörde? Eine Familie wird von ihren Nachbarn beim Jugendamt denunziert. Die Behörde schickt ihre Schergen, um danach zu schauen, dass bei der Familie auch alles mit kindgerechten Dingen zugeht. Wie wirkt sich der soziale Status der Familie auf ihre Behandlung durch die Jugendamtshäscher aus? Eine Kindergärtnerin erfährt, dass die Eltern eines Kindes der „rechten Szene“ zugehörig sein sollen. Wie ändert sich die Behandlung des Kindes im Kindergarten? Ein Sachbearbeiter hat keine Lust immer die Arbeit von Sachbearbeiterin B zu übernehmen, die in Teilzeit tätig ist und häufig wegen ihrer Kinder fehlt. Wie reagiert die Behördenleitung? Ein Arbeitnehmer schreibt auf Facebook einen Kommentar zu Heiko Maas. Der fühlt sich beleidigt und erstattet Anzeige. Welche Räder des pönalen Systems werden in Gang gesetzt? Wie reagiert der Arbeitgeber des Kommentators? Wie wird der Arbeitnehmer behandelt?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Schülern die Unmenschlichkeit eines Verwaltungssystems darzustellen, das auf ideologischer und nicht auf rationaler Grundlage basiert. Warum ausgerechnet Flüchtlinge gewählt werden? „‘Die Teilnehmer sollen durch Selbsterfahrung erleben, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land zu landen und sich dort zurecht finden zu müssen‘, sagt Mitorganisatorin Angela Leymannek vom Netzwerk für Füchtlinge“. Und das scheinen die Schüler auch mitzunehmen, dass man es als Flüchtling, als Angehöriger des Kollektivs der Flüchtlinge, als Teil der Gruppe der Flüchtlinge schwer hat: „Die Lage der Flüchtlinge könne er nun noch besser nachvollziehen“, sagt ein Schüler. Er hat die Lektion gelernt und wird in Zukunft sein Urteil nach Gruppenzugehörigkeit und nicht nach individuellen Merkmalen treffen. Flüchtling? Gut. AfD-Mitglied? Schlecht. Bildungsfern? Bemitleidenswert. Bildungsnah? Überlegen.

Das schulische Training, Muzafer Sherif hätte es nicht besser erfinden können. Aber Sherif ging es nicht darum, Schüler in die Lage zu versetzen, ein gutes und glückliches Leben führen zu können, sondern darum, das Entstehen von Vorurteilen, die jederzeit instrumentalisiert werden können, um Aggression und Gewalt gegen z.B. Andersmeinende zu entfesseln, zu verstehen und zu erklären. Liest man seinen Forschungsbericht, dann hat man den Eindruck, auch dem deutschen Bildungswesen geht es nicht um das glückliche Leben, sondern darum, Vorurteile in Schüler zu implementieren, die jederzeit aktiviert werden können, Schüler zu kollektiven Schafen auf der Suche nach dem Leitwolf zu machen.

 


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Von eckigen Kreisen: Genosse Gabriel revolutioniert die Mathematik

Josef GabrielSPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Sozialdemokraten … aufgerufen, sich … nicht beirren zu lassen. … Mit Blick auf den politischen Kurs sagte Gabriel demnach, die Mitte sei kein fester Ort. Aufgabe der SPD sei es, die Deutungshoheit zu erlangen und dadurch die Mitte nach links zu rücken.

Seit mehreren Monaten beobachten wir bereits das Phänomen, dass politische Akteure Probleme mit der Mitte haben, genauer, mit dem Verständnis, was Mitte ist und mit der Verortung der Mitte. Manche haben die Mitte schlicht zur rechten Seite, zur rechtsextremen Seite erklärt, andere haben die Mitte verloren und sehen gleich nur noch rechts und links – ohne Übergang, und nun, nun hat Sigmar Gabriel sich zu denen gesellt, denen die Mitte abhanden gekommen ist.

Die Mitte, so sagt er, und die heute Redaktion zitiert ihn, ist kein fester Ort. Die Mitte, so sagt er weiter, die könne man durch Deutungshoheit nach links rücken.

Gabriel scheint so etwas wie die Gegenbewegung zu denen zu sein, die die Mitte rechts sehen. Er will die Mitte deshalb nach links rücken. Das hat natürlich schreckliche Folgen für die Mitte, denn wenn die Mitte nun links sein soll, dann braucht man wirklich sehr viel Deutungshoheit, um normalen Menschen zu vermitteln, dass ihre Mitte nicht mehr in der Mitte sondern links von der Mitte ist. Dies wiederum wirft die Frage auf: Wenn die Deutungshoheit der SPD die Mitte nach links verschoben hat, was ist es dann, rechts von der nun links zu findenden Mitte, das notwendig ist, um das, was links der Mitte ist als eigentliche Mitte zu deuten?

Probleme über Probleme, die sich nur deshalb ergeben, weil Menschen auf diesen mathematischen Konzepten bestehen, die der Genderismus schon seit Jahrzehnten als hegemoniale Konzepte des weißen Mannes bekämpft, jenes rationalen Mannes, der darauf besteht, die Mitte sei in der Mitte einer Verteilung und nicht links oder rechts der Mitte zu finden.

Offensichtlich ist Gabriel in der SPD mit zu vielen Genderisten konfrontiert und entsprechend einer Verwirrung anheimgefallen, mit der man gewöhnlich in Grundschulen konfrontiert ist: Dyskalkulie. Rechenschwäche.

Woran erkennt man eine Rechenschwäche?

Gleich der erste Punkt der Symptomeliste des Zentrums für Rechentherapie lautet:

  • Räumliche Beziehungen werden nur recht unregelmäßig korrekt erfasst und benannt – sehr häufig wird rechts/links, oben/unten, hinten/vorn verwechselt?

Wenn also in Deutschland immer mehr herumlaufen, die die Mitte wahlweise rechts oder links sehen, die denken, die Frage, wo nun die Mitte einer Verteilung ist, sei eine Frage der Deutungshoheit, dann repräsentiert dies eine bedenkliche Häufung von Dyskalkulie, der man nur begegnen kann, indem man die entsprechend Leidenden aus dem öffentlichen Leben entfernt.

Dyskalkulie, so die herrschende Meinung, ist eine neuronale Störung, die man nicht wirklich therapieren kann. Deshalb ist es eine Form der Mildtätigkeit, die entsprechend Leidenden aus dem öffentlichen Leben, in dem sie sich nur lächerlich machen können, zu entfernen.

Dies auch deshalb, weil ein weiteres Symptom der Dyskalkulie sich darin äußert, dass der Rechenschwache größere Schwierigkeiten hat, mit Geldbeträgen umzugehen. Dies nun mag erklären, warum der SPD-Versuch, mit Steuergeldern umzugehen, regelmäßig im Fiasko geendet ist. Dyskalkulie scheint unter Sozialdemokraten endemisch zu sein, wie man schon daran sieht, dass die meisten Genossen der Aussage ihres Vorsitzenden wohl tatsächlich einen Sinn entnehmen können. Jedenfalls hat bislang niemand widersprochen.


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Neue Initiative: Schule ohne Sozialismus – Schüler mit Eigenständigkeit

„Schule ohne Sozialismus – Schüler mit Eigenständigkeit“ ist eine Aktion von Schülern, die es nicht mehr länger hinnehmen wollen, dass sie in Schulen nicht mehr auf das Leben vorbereitet werden. Nicht sozialistische Indoktrination steht auf dem Lehrplan von Schulen, die sich als Schule ohne Sozialismus qualifizieren, sondern die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen, die Schüler benötigen, um ein Leben in Eigenständigkeit führen zu können.

Dazu gehört es vor allem zu erkennen, wann Schüler vor einen ideologischen Karren gespannt werden und für eine Ideologie missbraucht werden sollen. Deshalb geht in Schulen ohne Sozialismus die Vermittlung von eigenständigem Denken Hand in Hand mit der Entwicklung der Fähigkeit des kritischen Denkens und von grundlegenden Kenntnissen in Logik und Argumentation.

Die Schule ohne Sozialismus, sie ist dem Schüler mit Eigenständigkeit gewidmet, der zum eigenständigen Denken und Handel, in der Lage ist und der fähig ist, begründete Urteile vorzunehmen, also Bewertung sozialer Tatbestände auf Grundlage von Fakten auszuführen. Eigenständige Schüler zeichnen sich durch Anstand aus, sie kennen ethische Grundsätze und sind dem Kantschen Imperativ verpflichtet.

Eigenständige Schüler sind in der Lage, den derzeitigen Wohlstand und die Tatsache, dass Armut und blanke Not aus dem täglichen Leben verschwunden sind, auf ihre Ursache zurückzuführen: den Kapitalismus. Deshalb stellen sich die Schüler gegen Versuche, den Kapitalismus zu denunzieren und die Mangelwirtschaft des Sozialismus einzuführen.

Schule ohne Sozialismus

Wer sich zu den Zielen einer „Schule ohne Sozialismus – Schüler mit Eigenständigkeit“ bekennt, unterschreibt die folgende Selbstverpflichtung:

  • Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentrale Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Sozialismus und insbesondere die Diffamierung des Kapitalismus zu überwinden.
  • Wenn an meiner Schule diffamierende Äußerungen oder Handlungen ausgeführt werden, die den Kapitalismus in Misskredit bringen oder diffamieren sollen, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesen Problemen einen gemeinsamen Weg finden und uns zukünftig achten.
  • Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema „Fortschritt nur durch Kapitalismus“ durchgeführt wird, um langfristig gegen jede Form des Sozialismus vorzugehen.

Damit Ihre Schule sich der Reihe von Schulen anschließen kann, die bereits als „Schule ohne Sozialismus – Schüler mit Eigenständigkeit“ zertifiziert wurden, ist es notwendig nachzuweisen, dass der Anteil sozialistisch infizierter Schüler und vor allem Lehrer, nicht höher als jeweils 49% ist, denn nur dann besteht Hoffnung auf Genesung. Es ist daher notwendig, Unterschriften von je 51% der Schüler und Lehrer zu bringen, die den Antrag, als „Schule ohne Sozialismus – Schüler mit Eigenständigkeit“ zu werden, unterstützen.

Die Zertifizierung kostet 105 Euro und wir durch ScienceFiles durchgeführt. Die besondere Qualifikation von ScienceFiles wird schon dadurch belegt, dass ScienceFiles nicht wie manche Initiativen vom Ministerium für FSFJ noch von der GEW, einem Landesministerium oder einer sonstigen Lobbygruppen ausgehalten wird.

Um ihre Schule mit dem Zertifikat „Schule ohne Sozialismus -Schüler mit Eigenständigkeit“ auszuzeichnen, genügt eine formlose Antrags-email an sciencefiles (at) textconsulting.net, der die Unterschriftenliste beigefügt ist (Zertifizierungsgebühr bitte nicht vergessen, da wir den Antrag ansonsten nicht bearbeiten können).

 

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Die Ideologisierung von Schulen: Schüler als Spitzel

Kauftnichtbeijuden„Eine Neuntklässlerin hatte bei Facebook die Aussagen Meusers gesehen. Sie schrieb daraufhin an die SV: „Ich finde, da wir eine Schule ohne Rassismus sind, sollten wir uns deutlich gegen Rassisten oder Rassistinnen zeigen und nichts von ihnen kaufen.“ Auf Aufforderung durch die SV hat die junge Schülerin recherchiert und umfangreiche Unterlagen aus dem Internet zusammengetragen.“

Der in der Rheinischen Post namentlich genannte Meuser ist Bäcker und backt entsprechend Brötchen. In seiner Freizeit tut er sich auf Facebook um und postet dort seine Meinung, seine Meinung, die eine „Neuntklässlerin“, die in ihrer Freizeit offensichtlich Dossiers gegen Andersdenkende erstellt, beanstandenswert findet. Und nicht nur die Neuntklässlerin auch der Förderverein des Leibniz-Gymnasium in Hackenbroich und die Schulleitung finden die Meinung, die Werner Meuser, Bäckermeister, in seiner Freizeit äußert, bedenklich. Deshalb wurde der Vertrag mit dem Bäckermeister gekündigt. Man will am Leibniz Gymnasium in Hackenbroich lieber „Brötchen und Teilchen“ von einem Bäckermeister, der nicht „offen Rassismus gegenüber anderen Kulturen zeigt“.

Die Angelegenheit aus dem Ortsteil Dormagens geht nun schon seit einigen Tagen durchs Netz, hat einige Aufregung verursacht und dazu geführt, dass viele für die Meinungsfreiheit des Bäckermeisters eingetreten sind. Wir wollen heute – wie gewöhnlich – die Punkte anfüttern, die in der Diskussion bislang fehlen.

Unsere Thesen:

Schulen sind Orte der Indoktrination geworden, an denen das Erlernen von Fähigkeiten in Deutsch, Mathematik, den Naturwissenschaften und Sprachen ganz offensichtlich nicht mehr im Vordergrund steht.

Schüler sind so sehr indoktriniert, dass selbst Neuntklässler, von denen man nun wirklich denken sollte, dass sie etwas Besseres mit ihrer Zeit anzufangen wüssten, sich als Nachwuchsstasi im Auftrag einer – wie sie meinen – guten Gesellschaft und in vorauseilendem Gehorsam andienen.

Die Argumente für unsere Thesen.

Beginnen wir mit dem gesunden Menschenverstand. Wie kommt eine Neuntklässlerin auf die Idee, ein Dossier des Rassismus gegen einen Bäckermeister anzulegen? Wie kommt dieselbe Neuntklässlerin auf die Idee, den Bäckermeister anzuschwärzen?

Kein Schüler kommt als flammender Rassismusbekämpfer und Denunziant zur Welt. Wenn Neuntklässler dazu geworden sind, dann stellt sich die Frage, wie dies möglich war. Die Antwort lautet: Durch Indoktrination – gelungene Indoktrination, wie sich nicht nur darin zeigt, dass die Neuntklässlerin fremden Menschen nachstellt, sie stalkt, sondern auch in der gewählten Sprache:
Grammatik fuer dummies.jpg

„Ich finde, da wir eine Schule ohne Rassismus sind, sollten wir uns deutlich gegen Rassisten oder Rassistinnen zeigen und nichts von ihnen kaufen.“

Bereits Neuntklässler sind nur noch in der Lage politisch-korrekte Floskeln abzusondern und von „Rassisten oder Rassistinnen“ zu faseln. Hier hat die schulische Erziehung, die man nicht mit Bildung verwechseln darf, offensichtlich Früchte getragen.

Die Indoktrination der richtigen Sprachverwendung steht in Tateinheit mit der derzeit beliebtesten ideologischen Indoktrination. Wer sich als guter Mensch aufspielen will, der erklärt sich zum Antirassisten. Organisationen, z.B. Schulen, die sich als gute Schulen, nicht etwa gut im Hinblick auf die Vermittlung von nützlichen Lerninhalten, sondern gut im Sinne von Gutmensch, inszenieren wollen, erklären sich zu „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“.

Der Missbrauch von Schulen dafür, ideologisches Wohlgefallen zu züchten und Schülern vorzugaukeln, sie würden sich in welcher Form auch immer auszeichnen, wenn sie sich in den Dienst einer Aktion stellen und der neuen Mode nachlaufen, um gegen Rassismus zu sein, er hat erhebliche Ausmaße angenommen und geht regelmäßig von Institutionen aus, die am Tropf von Institutionen oder Ministerien hängen, die ihrerseits die Gelder von Steuerzahlern missbrauchen, um Schüler zu ideologisierten Muppets zu machen, die nicht mehr selbst denken, sondern zu Soldaten der gerade als politisch-korrekt angesehenen Ideologie verkommen sind – obwohl eigenständiges Denken doch in Schulgesetzes als oberstes Ziel ausgegeben wird.
Schule ohne Rassismus 2.jpgIm vorliegenden Fall ist es die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, die bundesweit dafür wirbt, dass „Schulen sich zu Schulen ohne Rassismus und Schule mit Courage“ erklären. Die Initiative wird getragen von der Aktion Courage e.V. SOS Rassismus, die auf Politiker wie Heiner Geißler als Beisitzer zurückgreifen kann, was im Hinblick auf die Finanzierung der Aktion Courage sicher kein Nachteil ist. Wo das Geld der Aktion Courage e.V. genau herkommt, ist ein Geheimnis, denn es gibt keinerlei Bilanz oder sonstige Form von Rechenschaftsbericht. Zur Transparenz fehlt offenkundig die Courage. Das Geld scheint indes nicht zu fehlen, denn die Aktion Courage e.V. ist einer der Hauptfinanzierer der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, wobei sich die Initiative nicht über fehlende finanzielle Zuwendungen beklagen kann. Die Förderer stehen Schlange:

  • Die Bundeszentrale für politische Bildung;
  • Das Ministerium zur Förderung auch des größten Unsinns (BMFSFJ);
  • Die GEW;
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge;
  • Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Leitstelle für Gleichstellung – gegen Diskriminierung von Berlin;

sie alle investieren Steuergelder in die Indoktrination von Schülern, damit Bäckermeister dabei ertappt werden können, wie sie eine unpassende Meinung auf Facebook äußern.

Die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, sie ist ein Unternehmen mit ca. 26 Mitarbeitern, die u.a. Materialien erstellen, die wiederum gegen harte Währung an Schüler und Lehrer verkauft werden. Die Heiligsprechung als Kämpfer gegen den Rassismus (oder war es der Kapitalismus oder der westliche Imperialismus?), es gibt sie nicht umsonst. Allein das Metallschild, das Schulen an ihren Gebäuden anbringen dürfen, wenn sie zur Schule ohne Rassismus ernannt wurden, kostet 105 Euro. Die vielen öffentlichen Förderer, sie reichen offensichtlich nicht, um Profit zu machen.

Wie man Schule ohne Rassismus wird? Man sammelt die Unterschriften von mindestens 70% aller, die in der Schule als Schüler, Lehrer oder Hausmeister sind und schickt den Nachweis gemeinsam mit einer Verpflichtungserklärung an die Bundeskoordination, Ahornstraße 5, 10787 Berlin (Scheck für das Metallschild nicht vergessen!). Die Verpflichtungserklärung, sie ist ein Glaubensbekenntnis und lautet wie folgt:

Schule ohne Rassismus

Es ist sicher kein Zufall, dass keinerlei Definition dessen, was Diskriminierung oder Rassismus sein soll, vorgenommen wird. Im kompletten Start-Info, das darauf ausgerichtet ist, Schüler dafür zu instrumentalisieren, die Werbetrommel für „Schule ohne Rassismus“ zu rühren, gibt es keinerlei Erklärung dazu, was Rassismus sein soll.

Deshalb unsere Nachhilfe:

“I would define racism as follows: an attitude towards individuals and groups of peoples which posits a direct and linear connection between physical and mental qualities. It therefore attributes to those individuals and groups of people collective traits, physical, mental and moral, which are constant and unalterable by human will, because they are caused by hereditary factors or external influences, such as climate or geography” (Isaac, 2004, p.23).

Diese Definition von Benjamin Isaac ist eine der besten Definitionen von Rassismus, die wir kennen. Entsprechend besteht Rassismus darin, einem Individuum (1) kollektive Eigenschaften zuzuweisen, die (2) negativ zu bewerten werden und (3) es wegen dieser kollektiven Eigenschaften abzulehnen. Wenn demnach „Leute angepöbelt werden, die sich durch ihre Kleidung, Sprache oder Hautfarbe von anderen unterscheiden“, dann ist dies zunächst einmal Pöbelei und kein Rassismus, zum Rassismus wird es erst, wenn die Pöbelei nur deshalb erfolgt, weil jemand über seine Hautfarbe als Angehöriger einer Gruppe, der wiederum bestimmte negative Eigenschaften angedichtet werden, identifiziert wird, er als Individuum verschwindet und von einer eingebildeten Gruppe mit eingebildeten und negativ bewerteten Eigenschaften ersetzt wird.

Werner Meuser Screenshot2Was Bäckermeister Meuser auf Facebook verteilt hat (siehe Abbildung), ist entsprechend kein Rassismus, so dass der Angeklagte in allen Punkten freigesprochen werden muss, denn Meuser hat lediglich seine Ablehnung gegenüber Zuwanderung zum Ausdruck gebracht. Wer Zuwanderung ablehnt, ist kein Rassist, schon weil Rassismus seine Wirkung in Handlungen  gegenüber Menschen entfaltet und nicht in Facebook-Likes (Aus diesem Grund kann es auch keinen „Rassismus gegenüber Kulturen“ geben. Vielleicht bringt das jemand der Neuntklässlerin, die diesen Unsinn geschrieben hat, bei.).

Dass die Aktion der Neuntklässlerin aus Dormagen auf der Seite von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ als leuchtendes Beispiel präsentiert wird, zeigt daher, dass es nicht darum geht, Rassismus von Schulen zu verbannen, sondern Kritik und die Äußerung von Meinungen, die nicht als politisch-korrekt angesehen werden.

Also muss man sich fragen, wer hier die Rassisten sind: Diejenigen, die ihre Ablehnung von Zuwanderung, ihre Meinung äußern oder diejenigen, die sie wegen dieser Meinung denunzieren, verfolgen und (wirtschaftlich) schädigen?

P.S.

Übrigens hat die Schule ohne Rassismus in Dormagen, bei der man sich entscheiden sollte, ob man den Namen von Leibniz tragen will und damit für Offenheit und Logik stehen will oder als Schule ohne Rassismus sich ideologisch andienen will, gegen den Kodex der Schule ohne Rassismus verstoßen. Der Vertrag mit Bäckermeister Meuser wurde einseitig gekündigt, und zwar ohne Begründung und das, obwohl es unter Punkt 2 des Verpflichtungskodex heißt:

„Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsame Wege finden, zukünftig einander zu achten.“

Die gemeinsame Achtung schließt Bäckermeister offensichtlich nicht mit ein.

Ein Leser hat uns gerade auf diesen Text über Pawel Trofimowitsch Morosow aufmerksam gemacht, der auf „Bluthilde“ erschienen ist. Darin geht es um das Schicksal des 15jährigen Morosow, der seinen Vater bei der sowjetischen Staatsmacht denunziert hat. Der Vater wurde daraufhin von den Repräsentanten der sowjetischen Staatsmacht ermordet, der Sohn von Unbekannten und posthum zum Helden des Sozialismus, dessen Loyalität dem Staat und nicht seiner Femilie gegolten habe, aufgebaut. Denunziation lohnt sich eben, nur nicht für den, der denunziert.

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Die totale Schule: 62.000 zusätzliche Wächter gefordert

Die Dortmunder Erklärung, sie wurde am 5. Dezember 2015 verabschiedet. Sie ist eine kurze Erklärung, die Dortmunder Erklärung, kurz zwar, aber sie hat es in sich: 62.000 Stellen und 3,6 Milliarden Euro aus Steuergeldern zusätzlich hat sie in sich.

Wofür?

Na für Schulsozialarbeit.

Darauf hätten Sie jetzt eigentlich selbst kommen können. Was außer Schulsozialarbeit kann in diesen Zeiten wichtig sein, die Ausgabe von zusätzlich 3,6 Milliarden Euro pro Jahr rechtfertigen?

Was außer Schulsozialarbeit soll die wichtige Funktion erfüllen, Schulen zu totalen Institutionen, die der ideologischen Aufzucht und Durchsetzung der Rechte von Kindern durch Schulsozialarbeiter im Namen der Kinder und wenn es nicht anders geht auch gegen die Eltern der Kinder?

Wollen Sie etwa rechtsextreme Kinder? Aufmüpfige Kinder? Kinder, die weder von Schwulen, Lesben und Transsexuellen noch von Gleichschaltung der Geschlechter etwas wissen wollen? Kinder, die am Ende eine eigene und abweichende Meinung formulieren?

Ok, Sie vielleicht. Und haben Sie Kinder?

Sehen Sie, deshalb brauchen wir Schulsozialarbeiter, 62.000 zusätzliche, 3,6 Milliarden Euro jährlich, um die 62.000 Schulsozialarbeiter auf ihren vollen und unbefristeten Stellen auch zu finanzieren und u.a. Ihre Kinder Ihrem schlechten Einfluss zu entziehen.

Dortmunder SchulsozialarbeitSchulsozialarbeiter, so steht es in der Dortmunder Erklärung, sie sind das Beste, was Deutschland, was deutschen Schulen passieren kann. „[V]on der Beratung und sozialen Förderung bis zur kulturellen Bildung“, reicht die Schulsozialarbeit, die „Jugendlichen wichtige Unterstützung“ gibt, wenn auch niemand weiß, wobei. Und natürlich: „Partizipation“, „Ganzheitlichkeit“ und „Individualität,“ das alles leistet Schulsozialarbeit und außerdem baut sie noch „Benachteiligungen für Chancengleichheit und Teilhabe“ ab.

Wer wollte diese Segnungen der Schulsozialarbeit sehenden Auges abwählen, selbst wenn sie 3,6 Milliarden Euro im Jahr für 62.000 Schulsozialarbeiter auf unbefristeten Stellen kosten? Selbst die Tatsache, dass niemand weiß, was Schulsozialarbeiter eigentlich so machen den lieben langen Tag, was die 3.025 Schulsozialarbeiter, die es 2010 an deutschen Schulen gab, so treiben, die sich zwischenzeitlich zu rund 10.000 Schulsozialarbeitern vermehrt haben.

Was die guten Menschen an deutschen Schulen tun, das ist wirklich ein Mysterium, aber es soll niemanden dazu bringen, auf die Wohltaten, „Ganzheitlichkeit“, „Chancengleichheit“, „Förderung“, „Bildung“, „Beratung“ und „Partizipation“ zu verzichten. Deshalb muss Schulsozialarbeit im Jugendhilferecht verankert werden, deshalb müssen die Studienangebote zu „Schulsozialarbeit“ ausgebaut werden, deshalb müssen regionale Koordinierungsstellen für Schulsozialarbeit geschaffen werden.

Schulsozialarbeit ist wichtig, denn:

“Schulsozialarbeit umfasst alle Formen der kontinuierlichen Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule, die eine Tätigkeit von sozialpädagogischen Fachkräften am Ort Schule und die Zusammenarbeit mit Lehrkräften dort zur Wahrnehmung von Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe für die … Schüler zum Ziel haben” (Rademacker, 2009, S.13).

Jugendamt_-_Unterstuetzung_die_ankommtErst durch Schulsozialarbeit gelingt es Jugendämtern, direkt auf Schüler zuzugreifen. Erst Schulsozialarbeit ermöglicht es, jene Sicherheitslücke im System der jugendamtlichen Überwachung, die Schulen immer noch darstellen, zu schließen und vor Ort und ganzheitlich und partizipativ und beratenden und fördernd einzugreifen, damit auch kein Jugendlicher die Schule mit falschen Gedanken, Meinungen und Ansichten verlässt. Auf dem Weg zur politisch-korrekten Einheitsmeinung ist die totale Schule eine wichtige Etappe.

Aber natürlich ist Schulsozialarbeit nur ein Angebot. Die 62.000 zusätzlichen zu den bereits vorhandenen 10.000 Schulsozialarbeitern, sie wollen nur Angebote machen und unterstützen und beraten und fördern und alles nur auf Anfrage … wenngleich es der berufliche Ethos natürlich verlangt, einzugreifen, wenn man eine Fehlentwicklung festzustellen glaubt, wenn Anzeichen vorhanden sind, dass Eltern Kinder nicht im Einklang mit der schulsozialarbeiterlichen Ordnung erziehen, denn dann ist Zugriff und Durchgriff notwendig, zur Rettung der schulsozialarbeiterlichen Ordnung – was uns zurück zur Frage bringt: Was machen Schulsozialarbeiter so den ganzen Tag?

Irgendwie fällt uns ständig der Blockwart ein…

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Sind Grundschulen homophobe Orte?

Sind Grundschulen homophobe Orte, so fragt Martin Voigt, Soziologe aus München, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Hintergrund seiner Frage sind die Bemühungen der Kieler Sozialministerin Kristin Alheit, „die sexuelle Vielfalt auch jüngeren näherzubringen“.

Die Notwendigkeit, bereits Grundschüler und Kinder in Kindertagesstätten mit sexueller Vielfalt zu verfolgen, ergibt sich für die Kieler Sozialministerin aus einer Studie, die ein Ulrich Klocke im Jahr 2012 für die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft erstellt hat, weil es sonst niemanden interessiert. Deren Ergebnis: Berliner Schulen werden als homophobe Orte empfunden – von wem auch immer.

Klocke BerlinDass in der nämlichen Berliner Studie, der wir uns noch widmen werden, Schüler der 6. bzw. der 9. und 10. Klassenstufe befragt wurden, und eben keine Grundschüler oder Kinder in Kitas, das scheint die Kieler Sozialministerin in ihrem Wunsch „den Weg zu einem Land, in dem die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten selbstverständlich ist“ zu gehen, nicht zu behindern.

Sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt und geht entsprechend sprichwörtlich über Leichen, denn weder Frau Alheit noch sonst jemand weiß, was dabei herauskommt, wenn man Kinder in Kindertagesstätten und Grundschulen mit sexueller Vielfalt penetriert (vielleicht abgesehen von erhöhten HIV/AIDS-Infektionsraten). Und zumindest bei Frau Alheit reicht die Empathie nicht soweit, sich vorstellen zu können, dass Kinder in Kindertagesstätten und Grundschulen weder an Schwulen noch an Lesben noch an Transsexuellen ein Interesse haben – ganz im Gegensatz zu Frau Alheit, die das Motto des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, Schleswig-Holstein, nach dem „Akzeptanz und Vielfalt  … täglich eingefordert und verteidigt werden müssen“, vollständig übernommen zu haben scheint und nun einfordert und verteidigt, wo sie geht und steht: In Kindertagesstätten, in Grundschulen…

Das nennt man dann wohl eine Phobie, vor allem, wo bislang jeder Beleg dafür fehlt, dass in den Grundschulen und Kindertagesstätten Schleswig-Holsteins tatsächlich homophobe Kinder en masse anzutreffen sind. Aber: Wo die empirischen Belege fehlen, da setzt sofort die (schmutzige?) Phantasie der Sozialministerin ein und die macht es notwendig, bereits Kinder in der dritten und vierten Klasse mit einem Diktattext folgenden Inhalts zu belästigen:

„Marian erklärt: ,Meine Mama Loris kommt aus Dänemark und hat dort Samenzellen von einem netten Mann bekommen. Dann bin ich in ihrem Bauch gewachsen. ln Deutschland hat mich dann meine Mama Dani adoptiert.'“

Wir wollen uns an dieser Stelle gar nicht mit der moralisch fraglichen Verherrlichung befassen, mit der die Mama Loris aus Dänemark, die als Brutkasten gedient hat, hier bedacht wird, oder den daraus folgenden Konsequenzen für die Möglichkeit, andere Menschen zu instrumentalisieren, weil das eigene Bedürfnis so dringend nach Erfüllung eines eingebildeten Kinderwunsches im Schwulen- oder im Lesbenpaar verlangt, dass man sich eben einmal einen Bauch mietet, in dem dann das später (bei Gefallen und Gesundheit) zum eigenen gemachte Kind „wächst“.

Betrachten wir das Machwerk, aus dem das Zitat stammt. Das Machwerk nennt sich: „Methodenschatz für Grundschulen zu Lebens- und Liebesweisen“. Es ist ein dünnes Heftchen von 16 Seiten, dessen Inhalt man an einem Nachmittag zusammenschustern kann. Es erfüllt keinerlei Kriterien, die man an Material anlegen muss, das in Schulen verwendet werden soll, wie zwischenzeitlich auch das Institut für Qualitätssicherung (IQSH) festgestellt hat. Dennoch wurden von Kristin Alheit 50.000 Euro aus Steuermitteln zweckentfremdet, um dieses Machwerk zu finanzieren.

Echte Einfalt50.000 Euro für die Erstellung von Materialien, anhand derer Kinder lernen sollen, Materialien, die passender Weise vom Schwulen und Lesbenverband Deutschland, Schleswig-Holstein erstellt wurden. Es ist schon lustig, wie diejenigen, die mit hochrotem Kopf gegen den Einfluss von Wirtschaftslobbyisten in Schulen wettern können, kein Problem haben Schulmaterialien bei der Schwulen- und Lesbenlobby zu bestellen. Nicht einmal die Frage, ob man beim Schwulen- und Lesbenverband in Schleswig-Holstein überhaupt in der Lage ist, Schulmaterialien zu erstellen, scheint Alheit interessiert zu haben.

Beim Schwulen- und Lesbenverband in Schleswig-Holstein, so kann man zwischenzeitlich feststellen, ist man nicht in der Lage Schulmaterialien, die den normalen Qualitätsstandards entsprechen, zu erstellen. Wundert das jemanden, außer Frau Alheit, die 50.000 Steuereuro aus dem Fenster geworfen hat, um ihr genehme Lobbyisten zu finanzieren?

Am 26. Januar 2015 haben wir unter dem Titel „Versuche am lebenden Schüler“ schon einmal auf die Kieler Pläne zum täglichen „Einfordern und Verteidigen von Akzeptanz und Vielfalt“ in Schleswig-Holsteins Grundschulen, in denen sich die homophoben Kinder zu türmen scheinen, berichtet. Damals haben wir auch darauf hingewiesen, dass niemand, am wenigsten Sozialministerin Alheit weiß, welche Folgen dieser Versuch am lebenden Schüler hat – denn, eine Zusammenfassung des Forschungsstandes sieht wie folgt aus:

  • RegenbogennormalitaetNiemand weiß, welche psychischen Folgen es bei Schülern hat, wenn ihnen im Alter von 9 oder 10 Jahren die Beschäftigung mit Sexualität zwangsverordnet und sie zur Toleranz gegenüber Lebensformen, die die meisten von ihnen nicht kennen oder sich vorstellen können, abkommandiert werden.
  • Niemand weiß, ob Schüler, die zur Akzeptanz indoktriniert werden sollen, diese Akzeptanz auch dauerhaft zeigen, ob sie sie überhaupt zeigen oder ob sie mit Reaktanz und entsprechend nicht-Akzeptanz reagieren.
  • Die Schulversuche, wie sie in Schleswig-Holstein durchgeführt werden sollen, haben mit einem Bildungsauftrag nichts gemein. Es sind offene Versuche, in die Persönlichkeitsbildung und die Persönlichkeitsrechte von Schülern einzugreifen und sie in eine bestimmte Richtung zu lenken.
  • Die Darstellung von schwulen Lebensentwürfen ohne einen Verweis auf Gefahren, wie sie von AIDS ausgehen, ist fahrlässig und weist eine mangelnde Akzeptanz und Verantwortungsbereitschaft für die Folgen, die die entsprechenden Lebensentwürfe haben können, aus.
  • Die Darstellung von Familien als Konsumgut, bei dem man sich zunächst entscheidet, welches Geschlecht man gerne hätte, um sich dann, je nach Notwendigkeit, ein Kind zu bestellen, austragen zu lassen oder im Reagenzglas züchten zu lassen, ist eine Darstellung von Konsumerismus, die man nicht mehr als moralisch integer ansehen kann und die man sicherlich nicht von Leuten erwarten würde, die sich mit Händen und Füßen dagegen stemmen, dass Schülern Ökonomie vermittelt wird.

Ein verantwortlicher Politiker sieht anhand dieses Stands der Forschung davon ab, Kinder mit sexueller Vielfalt zu belästigen. Aber Kristin Alheit qualifiziert sich nicht als verantwortlicher Politiker, eher als auf sexuelle Vielfalt Fixierte, die gegen jeden Widerstand und wenn es sein muss, auf den Rücken von Dritt- und Viertklässlern ihren „Weg zu einem Land, in dem die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten selbstverständlich ist,“ geht.

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit, wäre ein solcher Laienprediger, der eine persönlich gefühlte Mission durchsetzen will, in öffentlichen Ämtern, die der Repräsentanz der Bevölkerung dienen, nicht möglich jedenfalls nicht dauerhaft möglich gewesen. Ein Rücktritt wäre damals das Mindeste gewesen. Heute scheint man sich daran gewöhnt zu haben, dass einem als öffentlicher Bediensteter wirklich alles zugemutet werden kann.

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1+1 = … nun, das hängt von der Perspektive ab.

Kennen Sie Dirk Lange?

Dirk Lange hat einen ersten Gastbeitrag in der ZEIT geschrieben.

Dirk Lange ist Professor für Didaktik der Politischen Bildung an der Leibnitz-Universität in Hannover.

Und Dirk Lange wettert gegen den „Neo-Liberalismus“, in der ZEIT. Das ist die Zeitung, die ihnen jede Woche das eMail-Fach vollspamt mit der Bitte, doch die ZEIT für drei oder vier Wochen zu testen.

Die gute Nachricht vorweg: Der Gastbeitrag ist kurz.
Die schlechte Nachricht hinterher: Der Gastbeitrag ist schlecht, sehr schlecht.

ZEIT Lange UnsinnGegenstand des Gastbeitrags ist der Bildungsplan der Baden-Württembergischen Landesregierung, mit dem „Wirtschaft“ als Schulfach eingeführt werden soll.

Dass Wirtschaft als Schulfach eingeführt werden soll, das hat Personen wie Dirk Lange für Hoffnung gemacht, Hoffnung deshalb, weil Wirtschaft von einer grün-roten Landesregierung auf den Lehrplan gesetzt wurde. Ideologische Freude von Dirk Lange offensichtlich. Deshalb hofft er, er hofft, weil für ihn der Inhalt eines Schulfaches durch Ideologie bestimmt wird.

Nicht so für die Baden-Württembergische Landesregierung, die sehr zum Leidwesen von Dirk Lange in Unterrichtsfach Wirtschaft auch Wirtschaft gelehrt haben will. Verrat! Hochverrat! Gesinnungsverrat!

Die Schule darf nicht zur „Arena von Lobbyisten“ werden, so ereifert sich Dirk Lange in seinem Beitrag. Es dürfe nicht nur eine Perspektive auf Wirtschaft geben, vielmehr müssten Wirtschaftsfragen „in ökologische, soziale, politische und ethische Kontexte eingebunden werden“. Das Einbinden in einen Kontext, es ist der Ideologen liebstes Kunststück.

Man stelle sich vor, Mathematik würde in den entsprechenden Kontext eingebunden, in den ökologischen Kontext wo ein Sack Dünger und ein Bauer zu einer Umweltverschmutzung werden, in den sozialen Kontext wo keine Leistung zu einem Transferbezug berechtigt, in den politischen Kontext, wo eine Abstimmung, zwei Homosexuelle auf nunmehr eine Familie reduziert oder in einen ethischen Kontext, in dem diskutiert werden muss, ob es der 3 gegenüber fair ist, wenn man die zwei davon abzieht.

Das ist es dann wohl, was Lange meint, wenn er davon schreibt, dass es im Unterricht darum ginge, den Schülern mehr als eine Perspektive darzulegen. Es gibt aber nur eine Perspektive auf Mathematik. Eins und eins ist unter jeder gesellschaftlich denkbaren Konstellation zwei, wäre es anders, es wäre keine Mathematik.

Aber in der Wirtschaft ist das anders, so meint Lange und nimmt damit für sich in Anspruch, er könne das beurteilen:

Prof Facepalm„In diesem Fall wird der Homo Oeconomicus zum Leitbild der ökonomischen Bildung. Dabei wird beansprucht, mit Modellierungen der ökonomischen Verhaltenslehre die soziale Welt zu erklären. Dies soll quasi eine Alternative zu den diskursiven Formen sein, in denen sich die Unterrichtsfächer der politischen Bildung bislang mit ökonomischen Phänomenen auseinandergesetzt haben.“

Also doch: Diskursive Formen in der Mathematik. Lasst uns darüber diskutieren, was herauskommt, wenn man 2 mit 2 multipliziert! Die diskursiven Formen, sie sollen Alternative zu dem sein, was den Korpus eines Faches ausmacht. Das behauptet Lange allen Ernstes, und er behauptet noch mehr: Der Homo Oeconomicus, er werde fälschlicherweise zum Leitbild der ökonomischen Bildung gemacht.

Der Homo Oeconomicus, er ist das Leitbild der ökonomischen Bildung, das Leitbild des rational handelnden Akteurs. Wenn Sie die Alternative haben, mit 50 Euro Aktien zu kaufen, die einen garantierten Gewinn (Wahrscheinlichkeit = 100%) von 10.000 Euro in einem Jahr abwerfen oder im Lotto zu spielen und auf einen Gewinn von 100.000 Euro mit einer Wahrschenlichkeit von kleiner als 0,0001% zu hoffen, dann erwarten Ökonomen in der Tat, dass sie die Aktie kaufen und nicht Lotto spielen. Leute wie Dirk Lange wollen darüber diskutieren, ob es nicht unter bestimmten gesellschaftlichen, ölkologischen, sozialen oder sonstigen Erwägungen besser ist, dass Geld für die Lotterie zu opfern (Für wen das besser ist, ist klar und Dirk Lange käme hier in gefährliche Nähe zum Lobbyismus für Glückspielanbieter, die ja auch einen Gewinn machen wollen).

Der Homo Oeconomicus er ist nun einmal nichts anderes als ein Akteur, der sich zweckrational verhält. Zweckrational bedeutet, danach bestrebt zu sein, seinen Nutzen zu maximieren. Huch, jetzt ist er rausgerutscht, der böse Begriff der Nutzenmaximierung. Und doch, selbst St. Martin der Begründer moderner Lichterfeste, er hat seinen Nutzen maximiert und seinen Mantel nur zur Hälfte gespendet. Das hat ihm Befriedigung ob seiner guten Tat verschafft und dafür gesorgt, dass er nicht erfroren ist. Vermutlich wollte Dirk Lange mit St. Martin diskutieren, ob es nicht sozial wünschenswerter gewesen wären, 9/17 des Mantels an den Armen zu spenden und eine Frostbeule und einen abgestorbenen Finger in Kauf zu nehmen, ob des größeren Zugewinns an eingebildeter Gutheit.

Leute wie Dirk Lange, die von Ökonomie so offensichtlich keine Ahnung haben, dass sie denken, es gebe eine Ökonomie jenseits des Homo Oeconomicus, die Ökonomie reflexhaft ablehnen und zu einer sozialistischen Heilslehre machen wollen, die machen uns wirklich krank. Selbst die Behavioral Economics, die sich explizit vom allumfassend informierten Akteur, dem, wie man sagen könnte, Homo Oeconomicus des reinen Modells abgewendet haben, gehen davon aus, dass Menschen danach streben, sich rational zu verhalten.

Rationales Verhalten ist die Grundlage von Ökonomie und ökonomischen Modellen, mehr noch, es ist die Grundlage aller Gesellschaftswissenschaften, einfach deshalb, weil man Wissenschaft zumachen kann, Tür schließen, Kette drum, Schlüssen wegwerfen, wenn man nicht annehmen würde, Menschen verhalten sich rational, zweckrational, wie ein Homo Oeconomicus, jedenfalls die meiste Zeit ihres Lebens (Auch Fächer, die Irrationalität, Störung oder Psychopathologie zu ihrem Gegenstand gemacht haben, hängen vond er Rationalität als dem Standard ab, von dem aus sie die Abweichung erst messen können.).

Ließe man die Annahme rationalen Handelns fallen, man müsste Beiträge wie den, den Dirk Lange gerade in der ZEIT als Gastbeitrag unterbekommen hat, als unsinnige Ansammlung von Worten, geschrieben, um dem Dadaismus zu neuen Höhen zu verhelfen, ansehen. Aber nicht einmal Dirk Lange tut das. Er spekuliert damit, dass es Menschen gibt, die einschätzen, sie hätten einen Gewinn, wenn sie seinen Beitrag lesen. Er spekuliert mit der Unsicherheit, die eine weitere Variable in ökonomischen Modellen darstellt. Denn: Man weiß erst, wie ein Pudding schmeckt, wenn man ihn gegessen hat. Insofern erweist sich beabsichtigte Nutzenmaximierung nicht immer als Nutzenmaximierung.

Nehmen Sie uns. Wir haben den ZEIT-Beitrag von Lange, das sei zugegeben, bereits mit Bedenken angelesen, dachten aber dennoch, dass wir einen Nutzen vom Lesen haben könnten (p < .15). Statt unseren Nutzen zu maximieren, haben wir unseren Ärger maximiert, Ärger darüber, dass Leute, die so offensichtlich bar jeder Kenntnis sind, eine wilde Aneinanderreihung von Behauptungen als lesenswerten Gastbeitrag tarnen.

Solche wilden Behauptungen zum Beispiel:

Oh No!„Dabei haben die vergangenen Jahre doch gezeigt, wie die Omnipotenz wirtschaftswissenschaftlicher Erklärungsmodelle an ihre Grenzen stößt – und damit auch der „neoliberale Zeitgeist“ im Bildungswesen. Bestes Beispiel ist die globale Finanzkrise seit den Jahren 2007/2008.“

Wüsste (Konkunktiv!) Dirk Lange, wovon er schreibt, hätte er mehr Kenntnis von Ökonomie, als sein Feindbild, das er als Ökonomie missversteht, er wüsste, dass die Krise von 2007/2008 perfekt mit den Modellen der Ökonomie vorhergesagt werden konnte, dass Bubbles, wie der durch den Subprime Mortgage Boom ausgelöste, in einer Vielzahl von ökonomischen Modellen dargestellt sind, dass die entsprechenden Bubbles von manchen Ökonomen gar als rationale Bubbles angesehen werden, mit deren Hilfe, fehlinvestiertes und geparktes Kapital befreit werden kann, und vor allem wüsste er, dass das Problem mit den Bubbles das Handeln von Menschen ist, die ab einem bestimmten Punkt nicht mehr rational handeln, sondern in der von Lange favorisierten Weise, mit Blick auf den gesellschaftlichen und sozialen Kontext, mit Blick auf die Panik des Nebenmanns oder dessen glasigen Blick, mit dem er weitere Asset-Backed Securities kauft und weiteres Geld seiner Bank verbrennt. Er wüsste, dass die Finanzkrise 2008 eine Vertrauenskrise war, die u.a. davon ausgelöst wurde, dass niemand richtig wusste, was er kauft oder als Sicherheit akzeptiert, wenn er ABS kauft oder akzeptiert, in denen Mortgages gebündelt sind, ganz so, wie man das von rationalen Akteuren auch erwartet.

Aber all das weiß Herr Lange nicht. Wie auch? Er macht Didaktik und keine Ökonomie. Ökonomie, das sind für ihn furchterregende mathematische Modelle und böse Annahmen über nutzenmaximierendes Verhalten,  Annahmen, die ihm nie ins Haus kommen würden, und deshalb hat er seinen Gastbeitrag auch umsonst geschrieben – oder?

Jedenfalls sollte Lange aufhören, sich darüber zu wundern, dass in Wirtschaft Wirtschaft und in Mathematik Mathematik unterrichtet wird. Das mit den vielen Perspektiven, von denen aus man den Gegenstand eines Faches betrachten muss, das funktioniert in der Mathematik ebenso wenig wie in der Wirtschaft, nicht einmal im Hinblick auf den Gastbeitrag von Lange in der Zeit funktioniert es, denn egal, wie man auf den Beitrag blickt, es bleibt immer Unsinn.

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Nachtrag zum Bildungsplan: AIDS-Neuinfektionen nehmen zu

Nachdem es u.a. in Baden-Württemberg Gegenstand des Unterrichts ist, sexuelle Orientierungen zu thematisieren und zu normalisieren, um damit die Toleranz und Akzeptanz gegenüber homosexuellen, inter- und transsexuellen Menschen zu steigern, zeigen Ergebnisse, die das Robert-Koch-Institut (RKI) gerade veröffentlicht hat, dass es notwendig ist, das schulische Curriculum um Risiken und Nebenwirkungen, die sich mit den entsprechenden sexuellen Orientierungen verbinden, zu erweitern.

Das RKI hat die Prävalenzraten für HIV/AIDS Erkrankungen und für das Jahr 2014 veröffentlicht. Der seit 2006 feststellbare Anstieg bei Neuinfektionen, so zeigen die Daten, er setzt sich fort (siehe Abbildung 1).

HiVAIDS praevalenz

Rund 3.200 Menschen wurden im Jahr 2014 in Deutschland mit HIV/AIDS diagnostiziert. 2.700 (84,4%) der diagnostizierten Neuinfizierten sind Männer. Häufigster Übertragungsweg ist Sex zwischen Männern (71,9%). Im Anstieg sind Neuinfektionen durch heterosexuellen Kontakt (siehe Abbildung 2).

HIVAIDS infection

Derzeit leben in Deutschland nach Schätzungen des RKI rund 83.400 Menschen, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Bei 70.100 (84%) davon liegt eine entsprechende Diagnose vor. 82% (68.400) der geschätzten und 74,8% (52.400) der diagnostizierten HIV/AIDS-Erkranken sind männlich. Da 84,4% der 2014 neu mit HIV/AIDS Diagnostizierten männlich sind, zeigen die Daten, dass HIV/AIDS Erkrankungen vor allem unter Männern zunehmen und hier vor allem unter homosexuellen Männern (Abbildung 2).

Von seit 1980 an HIV/AIDS Erkrankten sind zwischenzeitlich 27.600 verstorben, 480 davon im Jahr 2014.

Wenn an deutschen Schulen tatsächlich sexuelle Orientierungen popularisiert bzw. per Akzeptanz und Toleranz beworben werden sollen, die mit entsprechenden Risiken und Nebenwirkungen einhergehen, dann müssen die hier berichteten Fakten als Nachtrag in den Bildungsplan eingefügt werden. Schließlich sollen Kinder in Schulen auf das Leben vorbereitet werden, und zum Leben gehören auch Risiken, ob das LSBTTI-Aktivisten nun wahrhaben wollen oder nicht.

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Der Kampf um Hearts and Minds in Klassenzimmern: Bundesinnenministerium untersagt Auslieferung von Unterrichtsmaterialien

Der Kampf um Hearts und Minds, er findet nicht nur im Irak oder in Afghanistan statt, wo versucht wird, Inländer von den Vorzügen westlicher Lebensweise zu überzeugen. Der entsprechende Kampf wird auch an der Heimatfront geführt. Einer der Hauptkriegsschauplätze sind Klassenzimmer.

Denn, wie es bei der IG-Metall heißt:

„Die Schule hat eine wichtige Bildungs- und Sozialisationsfunktion. Dabei sind [gemeint ist ist] nicht unwichtig, welche Theorien zur Erklärung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge herangezogen, ob Kontroversen sichtbar und Schüler… zu eigenem Urteil befähigt werden.“

Und damit Schüler nicht – wie das im Dritten Reich der Fall war – in Deutschlands Schulen indoktriniert werden, damit ihnen nicht eine Weltsicht als alleine heilbringend verkauft wird, sie nicht zum Sozialismus erzogen und auch nicht zu Marktwirtschaft oder Freiheit verführt werden, deshalb gibt es den Beutelsbacher Konsens, den man sich in den Bundesländern, die derzeit neue Bildungspläne auflegen, vielleicht noch einmal genauer ansehen sollte.

Der Beutelsbacher Konsens, er stammt aus einer Zeit, in der Menschen mit unterschiedlichen Ansichten noch miteinander geredet haben, aus dem Jahre 1976 um genau zu sein. Er stammt aus der Feder von Hans-Georg Wehling, einem der alten Politikwissenschaftler, von denen man gerne wüsste, wo sie und ihre Lehre hinverschwunden sind, und er gibt den Konsens zur politischen Bildung in Schulen wieder, auf den sich die Vertreter unterschiedlicher Interessen geeignigt haben. Es sind derer drei Punkte, es ist eben ein Minimalkonsens, zwei davon lauten:

Beutelsbacher Konsens„I. Überwältigungsverbot.

Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der „Gewinnung eines selbständigen Urteils“ zu hindern . Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.“

Eine sehr schöne Formulierung, die allen, die z.B. den Baden-Württembergischen Bildungsplan kritisieren, neue Munition verschafft. Es geht also darum, Schüler nicht mit einseitigen Darstellungen zu indoktrinieren, ihnen die Welt auf links oder auf rechts zu wenden und dies als einzig denkbare Wendung zu verkaufen.

„2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.

Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten. Zu fragen ist, ob der Lehrer nicht sogar eine Korrekturfunktion haben sollte, d. h. ob er nicht solche Standpunkte und Alternativen besonders herausarbeiten muss, die den Schülern (und anderen Teilnehmern politischer Bildungsveranstaltungen) von ihrer jeweiligen politischen und sozialen Herkunft her fremd sind.“

Auch der zweite Punkt des Beutelsbacher Konsenses ist ein Punkt, den man sich merken muss, stellt er doch die Bedeutung der Informationsbasis dar, die notwendig ist, um eine Entscheidung zu treffen: Wer denkt, seine Wahl bestehe zwischen roten und grünen Stiefeln, der wird kaum auf die Idee kommen gelbe Stiefel zu wählen. Eigentlich simpel und man sollte denken, dass es kein Problem ist, diesen Konsens einzuhalten.

Und schon hat man sich geirrt.

Denn: Das Bundesinnnenministerium hat gerade Unterrichtsmaterialien seiner nachgeordneten Behörde, der Bundeszentrale für politische Bildung, aus dem Verkehr gezogen und die Auslieferung untersagt, und zwar deshalb, weil die Unterrichtsmaterialien gegen die beiden oben dargestellten Punkte des Beutelsbacher Konsens verstoßen, also einseitig darstellen, was kontrovers diskutiert werden muss und die Schüler mit der Wucht der einseitigen Darstellung zu überfahren suchen. Anstoß zum Vertriebsverbot gab der Bund deutscher Arbeitgeber (BDA), der die Einseitigkeit der Unterrichtsmaterialien gerügt hat.

BzB_Oekonomie und GesellschaftDer Titel der Unterrichtsmaterialien lautet: „Ökonomie und Gesellschaft“. Die Publikation besteht aus 12 Bausteinen zu unterschiedlichen Themen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Viel mehr ist uns derzeit leider noch nicht bekannt, denn die Bundeszentrale für Politische Bildung stellt nicht einmal ein Inhaltsverzeichnis bereit. (Aber wir arbeiten an der Gewinnung weiterer Informationen.)

Gut informiert ist man dagegen bei der IG-Metall und beim Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS).

Der Vorstand der DGS poltert in einer Pressemeldung und erregt sich über das Vorgehen des Bundesinnenministeriums bzw. des BDA, dem eine „skandalisierende Absicht“ unterstellt wird und vorgeworfen wird, Zitate aus dem Buch gefälscht zu haben. Belege bleibt die DGS schuldig, wird sie aber sicher noch nachliefern, denn der Vorwurf ist erheblich, wobei die Frage, wie der Vorstand der DGS, die „skandalisierende Absicht“ erschlossen haben will, von besonderem Interesse ist. Offensichtlich setzt sich der Vorstand der DGS aus Mind-Readern zusammen, die die Fähigkeit haben, die Absichten, die in kilometerweit entfernten Gehirnen vor Monaten vorhanden waren, auch nachträglich und per Ferndiagnose zu erschließen.

Aber lassen wir das.
Relevanter ist das Folgende:

DGS„Der DGS-Vorstand kritisiert den politischen Vorstoß der BDA und des Bundesinnenministeriums gegen den Anspruch der soziologischen Disziplin, ökonomische Phänomene wie den Lobbyismus auch aus soziologischer Perspektive zu analysieren und diese Erkenntnisse in Lehr-Lern-Materialien zu ökonomisch geprägten gesellschaftlichen Problemen für sozialwissenschaftliche Bildungsprozesse angemessen zu repräsentieren. Der Soziologie das Recht auf Beschäftigung mit ökonomischen Themen abzusprechen und den Schülerinnen und Schülern soziologische Erkenntnisse über Wirtschaft vorzuenthalten, ignoriert die wissenschaftliche Expertise der Disziplin und den Beitrag der soziologischen Aufklärung zur allgemeinen Bildung. Vor allem aber missachtet er das Gebot der Wissenschaftsorientierung von Bildung.“

Das ist eine erstaunliche Verteidigung auf eine bislang unbekannte Anklage, sind doch die Vorständler selbst der Meinung, der Vertriebsstopp sei auf den Verstoß gegen die beiden oben genannten Punkte des Beutelsberger Konsenses zurückzuführen. Wenn dennoch an dieser Stelle ein derartiger Appell an das Recht der Soziologie, sich mit ökonomischen Themen zu beschäftigen, gerichtet wird, das im übrigen niemand bestritten hat, dann stellt sich automatisch die Frage, warum reagieren die Vorständler so über?

Zumal sie keinerlei inhaltliche Informationen über die Punkte des Anstosses geben. Man muss mühselig die wenigen Informationen aus der Masse der Erregungs-Worte herauskauben, z.B. dass die drei Beiträge unter den 12 Beiträgen im Materialband „Ökonomie und Gesellschaft“, die vom BMI beanstandet werden, mindestens einen Beitrag eines Autoren enthalten, der sich als Soziologie geriert. Weitere Informationen sind vom Schaum der Erregung, in der die Pressemeldung entstanden ist, erstickt worden.

Inhaltliche Informationen gibt es dagegen bei der IG-Metall. [Es ist schon interessant, wenn die DGS von der IG-Metall in Fragen der Information und Bereitstellung von Argumenten überholt wird, wenn man auf Gewerkschaftsseiten Erklärungsversuche findet, für die sich der Vorstand der DGS entweder zu fein ist oder zu denen er schlicht nicht in der Lage ist.]

Nun, bei der IG-Metall findet man die folgenden Informationen:
Die Unterrichtsmaterialien wollen eine „ganzheitliche Perspektive auf gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Probleme sowie auf ökonomisch geprägte Lebenssituationen“ eröffnen. Man liest es und befürchtet Schlimmes, mangels Informationen kann man derzeit aber nur befürchten.

Weiter heißt es bei der IG-Metall:

„Heute wird an Schulen oft ein sehr einseitiger und an den Modellen der Betriebswirtschaftslehre ausgerichteter Wirtschaftsunterricht erteilt. Das Leitbild ist der „homo oeconomicus“, der wirtschaftsrational und nutzenorientiert handelnde egoistische Mensch. Vertreterinnen und Vertreter der sozioökonomischen Bildung kritisieren diesen Ansatz. Mit ihm lassen sich soziale und gesellschaftliche, selbst wirtschaftliche Zusammenhänge nicht umfassend erklären. Sie taugen nur bedingt als gesellschaftliches Orientierungswissen für junge Menschen. Deshalb müssten auch alternative wirtschaftstheoretische Ansätze im Unterricht aufgegriffen werden. Das geschieht nur unzureichend.“

Die Befürchtungen werden schlimmer, zumal der homo oeconomicus mit der Betriebswirtschaft und ihren Modellen (?) so viel zu tun hat, wie Tacitus mit dem Nibelungenlied. Aber lassen wir das an dieser Stelle. Aus dem, was wir bislang rekonstruieren können, geht hervor, dass der Materialband der Bundeszentrale für Politische Bildung Schülern das Leitbild des „homo oeconomicus“ als unvollständig darstellen will, als nicht geeignet, „soziale, gesellschaftliche … und wirtschaftliche Zusammenhänge … umfassend zu erklären“.

Ob der Unsinn der umfassenden Erklärung auf dem Mist desjenigen gewachsen ist, der den Beitrag für die IG-Metall geschrieben hat, auf den wir uns hier beziehen, oder tatsächlich in „Ökonomie und Gesellschaft“ zu finden ist, ist eine Frage, die wir bislang nicht beantworten können, weshalb es uns derzeit nur fröstelt und noch nicht friert. Dass der homo oeconomicus ein Handlungsmodell ist, das menschliches Handeln und keine wirtschaftlichen Zusammenhänge erklären will, ist dem Schreiber offensichtlich ebenfalls unbekannt. Bleibt zu hoffen, dass diese fehlende Kenntnis dessen, was kritisiert werden soll, nicht auch die Autoren des Materialbandes der Bundeszentrale eint.

school indoctrinationWie gesagt, wir sind dabei uns die Materialien zu besorgen. Sobald sie uns vorliegen, werden wir Genaueres dazu schreiben. Derzeit bleiben daher nur noch die Feststellungen, (1) dass die politischen Eingriffe in den schulischen Unterricht von allen Seiten kommen, (2) dass das Klassenzimmer zum ideologischen Battleground geworden ist, (3) dass die Deutsche Gesellschaft für Soziologie einen Vorstand hat, der sich in Pressemeldungen echauffiert und seinen Lesern dann, wie der sprichwörtliche Imperator, die eigene Bewertung vorgibt, in der Hoffnung, die Leser seien keine rationalen Menschen, sondern affektive Deppen, die mitfühlen, aber nicht denken wollen und (4) dass es ungeheuerlich ist, wenn ein Ministerium die Auslieferung von Unterrichtsmaterialien untersagt, weil sie den Kriterien des Beutelsbacher Konsens entsprechend als Indoktrinationsmaterialen gelten müssen.

Zum einen kommt es auf eine oder zwei mehr Unterrichtsmaterialien, die die Indoktrination von Schülern anstreben, in deutschen Schulen kaum mehr an, zum anderen ist anzunehmen, dass deutsche Schüler sowieso längst indoktrinationsmüde sind, angesichts der vielen politischen und gesellschaftlichen Ziele, denen sie ausgesetzt und unterworfen werden, so dass sie eine entsprechende Abwehrhaltung entwickelt haben werden, die entweder in einer konsequenten Abwehr von allem, was an sie herangetragen wird oder einem entsprechenden Zynismus gegenüber Bildungsangeboten besteht.

Schließlich macht es das Bundesministerium des Innern durch seine Enstcheidung kritischen Bürgern unmöglich, die entsprechende Publikation zu lesen, zu kritisieren, eventuelle Fehler aufzuzeigen und Schülern über das Internet zugänglich zu machen, kurz: Sie verhindert, dass sich eine Zivilgesellschaft ausbreitet, setzt statt dessen das Bild des guten Hirten im BMI, der über seine Schäfchen wacht, durch, auf dass sie nicht (mit dem Falschen) indoktriniert werden.

Zu guter letzt muss noch festgestellt werden, dass unsere Neugier auf diese Publikation der Bundeszentrale sehr groß ist. Angesichts dessen, was als Unterrichtsmaterialien kursiert, ist es schon spannend zu sehen, was das BMI als verbietenswert ansieht.

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