Der nächste Amoklauf kommt bestimmt: Jungenkrise als Ursache?

Walter Hollstein hat sich in einem Kommentar im Tagesspiegel zu Wort gemeldet. Amokäufe, wie der in München [von dem man sich mittlerweile fragen muss, ob ein Amoklauf mit einem Jahr Planung noch als solcher eingeordnet werden kann], so argumentiert er, seien das Ergebnis von jungen Männern „mit Problemen“, die „häufig in therapeutischer Behandlung, sozial schlecht integriert, einsam, mit dem PC als bestem Freund“ seien, Gewaltspiele dürfen nicht fehlen, Gewaltfantasien nimmt Hollstein zusätzlich an und natürlich die schlechte Berufschance aufgrund „mieser Schulkarriere“, sie vervollständigt die Zutatenliste. Woher Hollstein seine intime Kenntnis von Amokläufern hat, ist übrigens sein Geheimnis.

Die so beschriebenen Amokläufer, sie sind für Hollstein die Spitze eines Eisberges, des Eisberges der Jungenkrise. Im Vergleich zu Mädchen: Mehr Jungen als Täter in der Kriminalstatistik, ein höherer Anteil von Jungen an Förderschulen, mehr Jungen als Klienten in Erziehungsberatungsstellen, schlechtere Schulleistungen, mehr Suizidtote, so die Diagnose von Walter Hollstein.

Und die Behandlung: „Wenn wir weitere Katastrophen verhindern wollen, müssen wir uns überlegen, wie wir unseren Jungen neue Ziele, konstruktive Wege und ein anderes Männerbild vermitteln können.“

Schade, kann man da nur sagen.

Schade, dass Walter Hollstein dem Reiz nicht widerstehen kann, den Amoklauf von München zu instrumentalisieren.

Schade, dass er einen individualistischen Fehlschluss begeht und ein Einzelereignis mit gesellschaftlichen Problemen in Verbindung bringt, die damit nichts gemein haben.

Schade, dass er so tut, als wäre die Diagnose, mehr Jungen in der Kriminalstatistik, mehr Jungen auf Förderschulen, schlechtere Schulleistungen, mehr Suizidtote, ein individuelles Problem der jeweiligen Jungen und nicht ein hausgemachtes Systemproblem, der Genderista.

Schade, dass er den Jungen, die er aus der Krise retten will, einen Bärendienst erweist, wenn er nahelegt, dass ihr Männerbild die Ursache von Amokläufen wie dem in München sei.

Und besonders schade, dass er all denen in die Hände spielt, die Amokläufe wie den in München nutzen wollen, um brachiale Kausalisierungen zu verbreiten, die Zusammenhänge zwischen Fahrradschläuchen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Gewaltspielen und dem Erscheinen von Hui Buh zwischen dem Schusswechsel mit der Polizei herstellen wollen.

Das haben die Jungen nicht verdient, und Walter Hollstein sollte es besser wissen.

Er sollte wissen, dass die Kriminalstatistik seit Menschen Gedenken mehr Jungen als Täter ausweist als Mädchen. Das hat einerseits kulturelle Gründe, z.B. den, dass Jungen sich vor anderen beweisen müssen und einem Gangleben zugänglicher waren als Mädchen (das operative Wort hier ist: waren, denn der Anteil der Mädchen unter Tatverdächtigen steigt seit Jahren steil an). Und es hat Gründe der Visibilität und der Polizeipraxis, die dazu führen, dass wiederkehrend die selben Jungen als Täter ermittelt werden.

Hollstein sollte darüber hinaus wissen, dass Jungen nicht freiwillig auf Förderschulen gehen, sondern auf Förderschulen abgeschoben werden, meist unter dem Vorwand einer sozial-emotionalen Störung, worunter sich alles verbergen kann, was einem Lehrer so einfällt, um einen missliebigen Jungen loszuwerden.

Er sollte wissen, dass Schulnoten von Lehrern vergeben werden und entsprechend nicht unbedingt die Leistung von Jungen widerspiegeln. Tatsächlich zeigen entsprechende Studien, dass Mädchen selbst bei schlechterer Leistung bessere Noten erhalten als Jungen. Immerhin ist er Herausgeber des Sammelbandes „Soziale Arbeit mit Jungen und Männern, in dem Dr. habil. Heike Diefenbach entsprechende Ergebnisse veröffentlicht hat:

Hier ein Auszug: Soziale Arbeit mit Jungen und Maennern„Berechnet man weiter die Anteile von Jungen und Mädchen, die gemessen an den erreichten Punktzahlen im Mathematiktest [in PISA] über- oder unterbewertet sind [also keine korrespondierenden Noten erhalten], so zeigt sich, dass der Anteil derer, die bei der Benotung unterbewertet wurden, unter den Jungen deutlich größer ist als unter Mädchen (26,9% vs. 19,7%), während der Anteil derer, die der erreichten Punktezahl entsprechend benotet (19,8% vs. 22,5%) oder überbewertet (53,3% vs. 57,8%) wurden, unter Mädchen größer ist als unter Jungen.“ (104)

Diefenbach, Heike (2007). Die schulische Bildung von Jungen und jungen Männern in Deutschland. In: Hollstein, Walter & Matzner, Michael (Hrsg.). Soziale Arbeit mit Jungen und Männern. München: Reinhardt, S.101-115.

Er sollte vieles besser wissen und entsprechend deutlich benennen, dass die Indikatoren, die er für eine Jungenkrise anführt, die Konsequenz eines jungenfeindlichen Klimas sind, das Mädchenförderung zum Heil erhoben hat, an dem die Welt genesen soll.

Nun hat all das, was man als Jungenkrise beschreiben kann, überhaupt nichts mit dem Amoklauf in München zu tun und auch nichts mit dem Selbstmordattentat in Ansbach. Auch das sollte Walter Hollstein wissen, so wie er wissen sollte, dass nicht ein Männerbild, das Hollstein zwar nicht benennen kann, das aber – in was auch immer – geändert werden muss, für Handlungen verantwortlich ist, sondern Handlungsoptionen und entsprechende –gelegenheiten. Niemand handelt sprengt sich in die Luft, weil er sich für Rambo hält, so wie niemand um sich schießt, weil er die Förderschule besucht oder sozial schlecht integriert ist.

Demgegenüber haben Jungen erhebliche Nachteile in der deutschen Gesellschaft, und zwar deshalb, weil ihnen eine Genderista im Weg steht, die Mädchenförderung auf Basis von Jungenbenachteiligung durchsetzt. Das hat mit Amokläufen überhaupt nichts zu tun.

Auch das sollte Walter Hollstein wissen.

Aus welchem Grund begeht er also einen individualistischen Fehlschluss? Und warum ist ihm so daran gelegen, die Genderista aus ihrer Verantwortung dafür, dass vielen Jungen die Biographie zerstört wird, zu entlassen?


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Heißer Brei: Erdoğan, Wissenschaft und die Deutsche Gesellschaft für Soziologie

Was macht man mit einem autoritären Führer, der alle Regeln des demokratischen Miteinanders mit Füßen tritt? Denn: Er ist demokratisch gewählt und repräsentiert somit das Legitimationsmodell, auf dem alle westlichen Demokratien und ihre Regierungen basieren.

erdogan.jpgEntsprechend mussten die Mitglieder der politischen Kaste jubeln als der demokratisch gewählte Recep Tayyip Erdoğan einen Militärcoup überstanden und mit aller Brutalität des Siegers gegen die nunmehr Verlierer vorgegangen ist.

Nun ist ein Putsch, der scheitert, eine hervorragende Gelegenheit, um alle möglichen Kritiker und Leute, die man schon immer einmal loswerden wollte, auch tatsächlich loszuwerden. Josef Stalin hat eigens Umsturzbemühungen gegen sich erfunden, um seine Gegner, einen nach dem anderen, nicht nur schauprozessen zu lassen, sondern auch zu exekutieren. Adolf Hitler hat gleich zu Beginn seiner Zeit als Reichskanzler seine Widersacher im so genannten Röhm-Putsch beseitigt. Voraussetzung dafür, dass ein missglückter Putsch dazu genutzt werden kann, Gegner zu beseitigen, ist nicht nur eine minutiöse Auflistung der Gegner, die beseitigt werden sollen, sondern auch das Vorhandensein von Ressourcen, um die Zügel autoritärer Herrschaft straff zu ziehen und bürgerliche Freiheiten zu beseitigen.

In dieser Hinsicht zeigt sich Recep Tayyip Erdoğan als autoritärer Herrscher, der sich auf eine breite Basis von Repressionshelfern stützen kann. Letztere erlauben es ihm nicht nur, die Türkei in einen autoritären Staat zu verwandeln, bürgerliche Freiheiten auszuhebeln und Grundrechte zu beseitigen, sie erlauben es ihm auch, alle möglichen Quellen, aus denen in Zukunft vielleicht einmal Kritik an seinem autoritären Herrschaftsstil kommen könnte, zu beseitigen.

Interessanter Weise ist Erdoğan der Ansicht, Bildungseinrichtungen und Universitäten seien potentielle Horte des Widerstands, weshalb er in großem Stil Lehrer entlässt und Repressalien einführt, um Wissenschaftler einzuschüchtern.

Und die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) hat dazu Stellung genommen.

DGS_Turkey.jpg

Man lese und staune darüber, dass sich die DGS genötigt sieht, ein negatives Wort über die Vorgänge in der Türkei auszusprechen. Indes, man staunt nur kurz, denn der Text ist eine Meisterleistung im „um-den-heißen-Brei-Herumreden. Wird Eingangs noch das Erdoğan-Regime dafür verantwortlich gemacht, dass der Bildungssektor zum Gegenstand von Repressalien wird, so winden sich die Soziologen Lessenich und Villa aus München, die für den offenen Brief verantwortlich zeichnen, im dritten Absatz in fast schon mitleiderregender Weise, denn:

Es habe als Reaktion auf den Militärcoup weltweite und einstimmige Unterstützung für die demokratisch gewählte Regierung der Türkei gegeben (also das Erdoğan-Regime) und nun brauche die Türkei mehr denn je konstitutionelle und politische Garantien für Wissenschaftsfreiheit und eine freie öffentliche Debatte … Die DGS rufe alle Universitäten und Wissenschaftler dazu auf, Stellung gegen die derzeitigen Entwicklungen in der Türkei zu beziehen und die Demokratie in der Türkei zu unterstützen …

Wie man diesen Kreis quadrieren soll, das ist eine Frage, die Lessenich und Villa sicher nicht beantworten können, die so ungekonnt, um den heißen Brei herumschreiben, der darin besteht, dass die demokratische Regierung, deren Bestand auch nach dem Militärcoup sie so gefeiert haben, das Regime- Erdoğan, die selbe demokratische Regierung ist, nämlich das Regime Erdoğan, die sich nunmehr als gänzlich undemokratisch zeigt und die Gelegenheit nutzt, um Kritiker des Regimes zu beseitigen. Entsprechend ist es nicht klar, wen man denn nach Meinung der beiden Münchner Soziologen unterstützen soll, um die Demokratie in der Türkei zu unterstützen und Stellung gegen die derzeitige Entwicklung in der Türkei zu beziehen: Das Regime- Erdoğan oder dessen Gegner, also mithin diejenigen, die versucht haben, ihn per Militärcoup zu beseitigen?


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Keine Lehre: Geldbuße für Professor

Es war ein Fest des Individualismus, als Dr. habil. Heike Diefenbach die Personalabteilung der Ludwig-Maximilian-Universität in München in einen Schockzustand versetzt hat. Wie? Nun, Sie hat sich geweigert, sich verbeamten zu lassen. Entweder man ist Wissenschaftler und seiner Lehre und seinem Gewissen verpflichtet oder man ist Beamter und der Diener eines Staates, der fortan über seine Handlanger weisungsbefugt ist.

Die Geschichte aus München, der hilflose Appell. „Aber dann kann ich die Akten gar nicht schließen, wenn Sie sich nicht verbeamten lassen“, sie sind noch heute eine schöne Anekdote.

Fh-MuensterAber die Geschichte ist weit mehr als eine Anekdote, die man zur Unterhaltung erzählen kann. Wie richtig Dr. habil. Diefenbach mit ihrer Entscheidung, sich nicht zum verbeamteten Handlanger eines Staates zu machen, gelegen hat, zeigt eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster, von der der Justillion berichtet.

Ein Hochschulprofessor, der sich hat verbeamten lassen, war nicht mehr bereit, seine Vorlesung in Konstruktionstechnik durchzuführen: Der Lärmpegel der Studenten lasse dies nicht zu. An die Stelle einer Vorlesung sind deshalb mehrere kleinere Übungsgruppen – in der Hoffnung, auf diese Weise das, Wissen, das vermittelt werden soll, an die Studenten zu bringen – getreten.

Wäre der Kontext ein anderer, dann würde man unseren Professor als Opfer des Zugrunde-Sparens von Universitäten bei gleichzeitiger Überfüllung mit ungeeigneten Studenten beschreiben, ihm für seinen Mut gratulieren und anfügen, dass das im Lärmpegel der Studenten ausgedrückte Desinteresse deutlich zeige, dass Letztere sowieso keinen Wert auf die Vorlesung legen. Also kann man sie auch bleiben lassen. Im weiteren Verlauf des Nachdenkens wird man dann zu einem Punkt kommen, an dem man den Professor fragt, ob ihm die Autorität fehlt, um eine Meute von Studenten ruhig zu stellen, wird sich aber gleich an die Kader, die neuerdings die Lehrveranstaltungen an Hochschulen bevölkern, erinnern und dem Professor Recht geben. Warum soll er sich einen Kopf über die Studierunwilligkeit seiner Studenten machen und eine offenkundig sinnlose Veranstaltung durchführen?

Warum?
Nun, die Veranstaltung steht im Curriculum des Fachbereichs als Vorlesung und nicht als Übung, also muss sie auch als Vorlesung durchgeführt werden. Man kann ja auch nicht einfach in einem Weinlokal Bier bestellen – oder? Man kann auch sagen „Befehl ist Befehl“, aber das wäre der falsche Kontext.

Zudem ist unser Professor verbeamtet und deshalb weisungsabhängig und weisungsgebunden und sein Rektor hat ihn angewiesen, die Vorlesung, egal, ob unsinnig oder nicht, durchzuführen.

Unser Professor aus Münster, offensichtlich dem Irrtum aufsitzend, es gebe die Wissenschaftsfreiheit und die Entscheidung, ob eine Veranstaltung besser als Vorlesung oder besser als Übung durchgeführt werden solle, sei davon umfasst, hat sich geweigert, der Weisung des Rektors zu folgen.

Der Rektor hat ein Disziplinarverfahren gegen unseren Professor eingeleitet mit dem Ergebnis, dass unser Professor zu einer Geldbuße von 500 Euro verurteilt wurde, weil er der Weisung nicht Folge geleistet hat.

Unser Professor hat Klage vor dem Verwaltungsgericht Münster erhoben.

Und ist abgeblitzt.
Er habe gegen die Pflicht, eine dienstliche Weisung zu beachten (§ 35 Satz 2 BeamtStG) verstoßen und gegen die Wohlverhaltenspflicht in § 34 Satz 3 BeamtStG.

VG Muenster“Soweit der Kläger meine, er sei im Hinblick auf die ihm zustehende Lehrfreiheit zum – einmaligen – Abbruch der Vorlesung berechtigt gewesen und habe der Weisung in der vorliegenden Form nicht Folge leisten müssen, habe er seine rechtliche Stellung als verbeamteter Hochschullehrer verkannt.“ So zitiert der Justillion das Urteil der Münsteraner Verwaltungsrichter: „Im Ergebnis hat das Gericht eine Geldbuße in der ausgesprochenen Höhe von 500 Euro für erforderlich gehalten, um den Kläger zu künftig ordnungsgemäßem Verhalten anzuhalten.“

Wenn es offensichtlich möglich ist, verbeamtete Hochschullehrer selbst bei Trivialitäten zu Wohlverhalten zu zwingen, dann muss man kein Prophet sein, um vorherzusehen, was passiert, wenn wirklich einmal etwas auf dem Spiel steht. Wer also nicht Gefahr laufen will, zu Handlangerdiensten angewiesen zu werden, der muss sich weigern, verbeamtet zu werden, der darf sich nicht von seinem Staat, mit der Aussicht auf sichere Anstellung und eine üppige Pension ködern bzw. kaufen lassen.


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Zuviele Frauen: Grundschulen pfeifen auf dem letzten Loch

Die Entprofessionalisierung von Grundschulen, die mit einer Erhöhung des Anteils der teilzeitbeschäftigten Lehrer und einer massiven Erhöhung des Frauenanteils unter den Lehrern einhergeht, sie erreicht gerade neue Dimensionen.

Das ist ein Anfang, den wir diesem Post geben könnten. Ein anderer lautet wie folgt:

GEW, Frauenförderer und andere Lobbyisten haben gerade eine neue Kampagne eingeläutet, die dazu dient, Grundschullehrer mit u.a. Gymnasiallehrern in der Bezahlung gleichzustellen, d.h. die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus bei der Bezahlung nicht mehr zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck hat die GEW eigens ein so genanntes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss gekommen ist, dass das geringere Gehalt, das Grundschullehrer im Vergleich zu z.B. Gymnasiallehrern erhalten, eine Diskriminierung von Frauen darstellt, da die meisten der Grundschullehrer weiblich sind. Verantwortlich für diesen Unsinn ist Eva Kocher, die offensichtlich der Rabulistik zu neuen Höhen verhelfen will.

Nachdem die GEW den Boden bereitet hat, wird nun über die Welt am Sonntag ein Katastrophenbericht lanciert, der seinen wörtlichen Niederschlag in der ARD wie folgt gefunden hat: „Gesucht: Rektoren für etwa 1000 Grundschulen“. Vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen, so erfährt der Leser, könnten die Stellen von Rektoren und Konrektoren an Grundschulen nicht mehr besetzt werden. Die Ursachen dafür fänden sich in den „hohen Anforderungen“ und der „vergleichsweise geringen Bezahlung“. Zudem seien die meisten „Lehrkräfte an Grundschulen Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten“. Udo Beckmann, oberster Interessenvertreter der Lehrer vom Verband Bildung und Erziehung fordert entsprechend mehr Geld für Grundschullehrer (der Ball von der GEW wurde also aufgenommen), und die GEW fordert die Gleichstellung von Grundschul- und Gymnasiallehrern (nicht was Fähigkeiten, Kompetenzen und Leistung angeht, sondern im Hinblick auf die Bezahlung) und mehr Verwaltungsstellen an Grundschulen (angesichts sinkender Schülerzahlen vielleicht eine Möglichkeit, GEW-Mitglieder unterzubringen).

Die Frage, die niemand im Zusammenhang mit dem plötzlich entdeckten Faktum, dass es unter Grundschullehrern immer weniger gibt, die Schulleiter sein wollen, stellt, sie lautet: Wieso entsteht dieser Mangel gerade jetzt?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, ein paar Fakten in die Diskussion zu bringen:

  • Die meisten Schulleiter an Grundschulen sind nach wie vor männlich, obwohl nur noch 12,5% aller Grundschullehrer männlich sind.

Dazu ein Auszug aus dem Jammerbericht des BMFSFJ, dem Daten-Genderreport:

„Daten zur Verteilung von Frauen und Männern auf die Positionen der Schulleitungen werden vom Statistischen Bundesamt aktuell nicht erhoben. Von Lutzau und Metz-Göckel (1996) berechneten die Geschlechterverteilung im Amt der Schulleitung für die einzelnen Bundesländer im Schuljahr 1993/1994. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Schulleitungen ein starkes Ost-West-Gefälle auftritt. Während in allen westdeutschen Bundesländern mehr Männer als Frauen als Schulleitung fungierten (in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sogar zu über 80 %), wurde diese Position in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich häufiger von einer Frau besetzt. Die meisten weiblichen Schulleiterinnen fanden sich im Schuljahr 1993/1994 mit 63 Prozent in Sachsen-Anhalt. Neuere Stichprobenberechnungen (Roisch 2003: 37 ff.) zeigen, dass sich die Situation in den westdeutschen Bundesländern im letzten Jahrzehnt nur leicht zu Gunsten der Frauen verbessert hat, während sie in den ostdeutschen Bundesländern relativ stabil blieb.“

  • Die Anteil der Grundschullehrer hat sich über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich verringert, selbst auf geringem Niveau: So waren 2002 16,2% der Grundschullehrer männlich, 2015 sind es noch besagte 12,5%.
  • Wenig verändert hat sich im Hinblick auf die Arbeitszeit männlicher Lehrer, 64,0% der männlichen Grundschullehrer sind 2015 vollzeitbeschäftigt, 66,7% waren es 2002.
  • 54,8% der weiblichen Grundschullehrer waren 2002 teilzeitbeschäftigt, 2015 waren es 42,7%, denn die Verweiblichung der Grundschulen, sie hat dazu geführt, dass nunmehr 44,4% der weiblichen Lehrer Vollzeit arbeiten (müssen) im Gegensatz zu 35,7% im Jahr 2002.

Offensichtlich gehen die Probleme mit der Besetzung von Schulleiterstellen an Grundschulen mit der Verweiblichung der entsprechenden Schulen einher: Je mehr weibliche Lehrer, desto größer die Probleme, einen Schulleiter zu finden. Und während männliche Lehrer an Grundschulen, die es früher in höherem Anteil gab, offensichtlich bereit waren, das mehr an Arbeit und die „hohen Anforderungen“ die mit der Position eines Schulleiters einhergehen, zu schultern, auch bei „vergleichsweise geringer Bezahlung“, sind weibliche Grundschullehrer dazu ganz offensichtlich nicht bereits.

parttime.jpgDas können sie auch nicht, wie der Beitrag in der ARD suggerieren will, denn die meisten von ihnen arbeiten nur Teilzeit. Sicher geht mit der Entprofessionalisierung, die durch Teilzeitarbeit geschaffen wird, auch ein Verlust an Führungskompetenz und Arbeitserfahrung einher, der es mit sich bringt, dass Tätigkeiten, die (männliche) Grundschullehrer früher nebenbei und aufgrund ihrer Kompetenzen und Leistungsbereitschaft als Schulleiter erledigt haben, nunmehr nicht mehr erledigt werden, entsprechende Positionen nicht mehr gefüllt werden können. Doch gerade in den beiden herausragenden Beispielen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die Riesenprobleme haben, Schulleiter und Konrektorenstellen zu besetzen, trifft diese Erklärung nicht zu.

In Berlin arbeiten 70% der Grundschullehrer in Vollzeit, weit mehr als im Bundesdurchschnitt (47%). Auch in Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil der vollzeit-beschäftigten Grundschullehrer mit 50% über dem Bundesdurchschnitt. Auch beim Frauenanteil liegen Berlin und Nordrhein-Westfalen über dem Bundesdurchschnitt. Nord-Rheinwestfalen mit 91% weiblichen Grundschullehrern etwas mehr und Berlin mit 88% weiblichen Grundschullehren etwas weniger (Bundesdurchschnitt: 87%).

Entsprechend muss man die Erklärung für die in Teilen nicht vorhandene Bereitschaft, die Leitung einer Grundschule zu übernehmen, wohl oder übel bei weiblichen Grundschullehrern suchen. Sie schrecken offensichtlich davor zurück, eine Position mit Verantwortung zu übernehmen – obwohl sie besser bezahlt wird. Sie haben offensichtlich nicht die Kompetenzen, um die Jobs, die männliche Lehrer früher übernommen und nebenbei erledigt haben, zu erledigen. Oder Sie haben nicht dieselbe Bereitschaft wie männliche Grundschullehrer, Altruismus walten zu lassen und die Arbeit eines Schulleiters auch für die Bezahlung eines Grundschullehrers zu erledigen. In jedem Fall haben die Späher der Gewerkschaften das Problem erkannt und Witterung aufgenommen. Und so wie sich ein Aasgeiher zielsicher bei einem Kadaver einfindet, so kreisen seit einiger Zeit die Vertreter der GEW und anderer Lobbyverbände über den entprofessionalisierten Resten von Grundschulen und krächzen ihr übliches Lied. Mehr Geld. Mehr Gehalt. Mehr Cash bei weniger Leistung. Die Diskriminierung von Frauen ist schuld. Neue Stellen braucht das Land, um nunmehr fünf Leute die Arbeit erledigen zu lassen, die früher von zweien erledigt wurde. Fragt sich nur, welche Leistungs- und Motivationsstandards die 88% weiblichen Grundschullehrer in ihrer Mehrzahl der nachwachsenden Generation vermitteln.


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Schulische Indoktrination: Schüler spielen Flüchtling

Seit Staaten die Schulen übernommen haben, ist das Interesse von Politikern an den Möglichkeiten, die Schulen bieten, um Schüler zu indoktrinieren, stetig gewachsen. Dabei kommt die Indoktrination regelmäßig als Unterrichtung in angeblich für das Führen eines selbstbestimmten und glücklichen Lebens wichtigen Dingen daher.

Der Einbruch der Ideologie in die Schulen, die Instrumentalisierung des Unterrichts zur Indoktrination von Schülern, sie kommt häppchenweise:

Wie funktioniert das politische System Deutschlands? Kenntnisse über die politische Ordnung, sie sind wichtig, so wichtig, dass man nicht darauf vertrauen kann, dass Schüler sie sich dann, wenn sie notwendig werden, selbst aneignen.

Warum ist Rauchen schädlich und warum sollen Jugendliche keinen Alkohol trinken? Ein gesundes und glückliches Leben ist das Ziel der meisten, wenn nicht aller Menschen. Also ist es doch nur recht und billig, wenn in Schulen die Grundlagen dafür vermittelt werden, schon weil nicht vorstellbar ist, dass ein Raucher, der säuft, glücklich sein kann – und gesund.

KaninchenwerderWarum sind Frauen in Deutschland so selten Chef eines Unternehmens? Die deskriptive Frage ist das Einfallstor in die Indoktrination, die Vorurteile und Diskriminierung behauptet und Schüler dafür sensibilisieren will, wie schwierig es doch ist, weiblich zu sein. Nebenbei hat diese Sensibilisierung den positiven Begleiteffekt, dass die meisten Schüler keinerlei Fragen stellen, wenn sie später sehen, wie massiv ein weiblicher Lebensentwurf gefördert und aus Steuergeldern finanziert wird, während ein männlicher Lebensentwurf fast schon etwas ist, für das man sich schämen muss. Stellen Sie sich vor, sie sind ein Junge und wollen sich körperlich mit anderen messen. Einfach so. Unfassbar!


Und wo wir gerade bei Frauen und ihren Nachteilen sind, die in Schulen unbedingt thematisiert werden müssen, handelt es sich doch um Wissen, ohne das ein Schüler heute nicht mehr im täglichen Leben überleben kann, thematisieren wir doch Sex gleich mit. Das liegt nahe – oder? Sexuelle Orientierung und sexuelle Praktiken. Man kann seinen Bürgern heute nichts mehr selbst überlassen, nicht einmal das, was sie hinter verschlossenen Türen tun. Also muss man Schüler lehren und sie dafür sensibilisieren, wie vielfältig sexuelle Orientierungen und sexuelle Techniken sind und man muss sie Desensibilisieren, sonst denken sie am Ende noch, Sexualität hätte etwas mit Gefühl und Liebe und nicht mit Methode und Technik zu tun.

Die richtige und gute Gesellschaft, zu der Schulen ihren Beitrag leisten müssen, sie ist natürlich nur möglich, wenn es keinen Extremismus und keine Gewalt gibt. Der Einfachheit halber behandeln wir beides zusammen und mit Bezug auf das Dritte Reich. Das zeigt, nur Rechte sind zu Extremismus und Gewalt in der Lage, zu Terror und Kontrolle. Deshalb müssen wir den Anfängen wehren und unsere Schule zur rassismusfreien Schule erklären. Und wenn wir schon dabei sind, stellen wir unseren Schülern eine unauffällige Frage: Sind AfD und NPD mit dem Grundgesetz vereinbar? Und schon ist klar, AfD und NPD haben etwas gemeinsam.

Und natürlich funktioniert eine Gesellschaft nicht richtig, wenn der richtige Umgang mit Flüchtlingen nicht bekannt ist, wenn Bürger nicht wissen, welcher Umgang mit Flüchtlingen von ihnen erwartet wird. Deshalb gilt es, Schüler in den Umgang mit Flüchtlingen einzuüben und sie damit vertraut zu machen, dass es nicht schön ist, ein Flüchtling in Deutschland zu sein.

Zu diesem Zweck dürfen Schüler Flüchtling spielen, „Flüchtling für einen Tag“, wie das in Mecklenburg-Vorpommern heißt. Dort pfercht das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, zweifellos auf Kosten von Steuerzahlern, rund 100 Schüler regelmäßig auf einer Insel ein, der Insel Kaninchenwerder und zwingt sie dazu, die Rolle von Flüchtlingen zu spielen. Die Idee hat dem Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, ein weiteres von Steuerzahlern finanziertes Sammelbecken von Menschen, die genau wissen, wie die Gesellschaft zu sein hat, so gut gefallen, dass er sie unterstützt. Also wird Schüler Gord zu Java Ahmadnejad, natürlich ein Iraner, der auf der Flucht vor den Ayatollahs ist, ein anderer wird zum Kurden, der aus dem Irak geflohen ist. Und gemeinsam werden sie durch den Gang der Behörden gescheucht, von der Erstaufnahmeeinrichtung, in die Ausländerbehörde, zum Jobcenter und in die Abschiebezelle: Flüchtling hautnah, live und in Farbe; Damit die Schüler sensibilisiert werden, für Flüchtlinge, Empathie entwickeln, für Flüchtlinge, oder so.

Unbestritten ist es kein Zuckerschlecken, als Flüchtling nach Deutschland zu kommen und in das Mühlrad der Institutionen zu gelangen. Unbestritten ist das Leben in einer Flüchtlingsunterkunft, ohne Privatsphäre, Tag und Nacht mit anderen zusammen, auf engstem Raum, etwas, das selbst den Langmütigsten irgendwann überschnappen lässt. Und sicherlich haben eine Vielzahl von Organisationen, die an Flüchtlingen verdienen, ein großes Interesse daran, dass Flüchtlinge so lange wie möglich in ihren Aufnahmestationen verbleiben und dort zum Faktor werden, mit dem die Höhe der staatlichen Grundzuweisen multipliziert werden kann. All das ist unbestritten, und all das, ist etwas, von dem die Schüler auf Kaninchenwerder nichts erfahren. Alles, was ihnen vermittelt wird, ist die institutionelle Rohheit die menschlicher Verfügungsmasse gegenüber gezeigt wird, wenn die Maschinerie des Verwaltungssystems Individuen negiert, sie zum Futter des Verwaltungssystems werden.

Sherif Robbers caveDas jedoch ist keine Besonderheit der Verwaltung von Flüchtlingen. Die Ignoranz des Verwaltungssystems gegenüber dem Individuum, sie könnte Schülern auch an anderen Beispielen gezeigt werden: Bürger weigern sich ihre Steuern zu bezahlen. Wie reagiert die Finanzbehörde? Ein Schüler hat eine abweichende Meinung und sagt im Unterricht, dass Schulen nur dazu da sind, Schüler zu indoktrinieren. Wie reagieren die Lehrer, wie die Schulleitung? Eltern haben kein Vertrauen in schulische Erziehung und wollen ihre Kinder selbst lehren. Sie schicken sie nicht mehr zur Schule. Wie reagiert die Schulbehörde? Eine Familie wird von ihren Nachbarn beim Jugendamt denunziert. Die Behörde schickt ihre Schergen, um danach zu schauen, dass bei der Familie auch alles mit kindgerechten Dingen zugeht. Wie wirkt sich der soziale Status der Familie auf ihre Behandlung durch die Jugendamtshäscher aus? Eine Kindergärtnerin erfährt, dass die Eltern eines Kindes der „rechten Szene“ zugehörig sein sollen. Wie ändert sich die Behandlung des Kindes im Kindergarten? Ein Sachbearbeiter hat keine Lust immer die Arbeit von Sachbearbeiterin B zu übernehmen, die in Teilzeit tätig ist und häufig wegen ihrer Kinder fehlt. Wie reagiert die Behördenleitung? Ein Arbeitnehmer schreibt auf Facebook einen Kommentar zu Heiko Maas. Der fühlt sich beleidigt und erstattet Anzeige. Welche Räder des pönalen Systems werden in Gang gesetzt? Wie reagiert der Arbeitgeber des Kommentators? Wie wird der Arbeitnehmer behandelt?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Schülern die Unmenschlichkeit eines Verwaltungssystems darzustellen, das auf ideologischer und nicht auf rationaler Grundlage basiert. Warum ausgerechnet Flüchtlinge gewählt werden? „‘Die Teilnehmer sollen durch Selbsterfahrung erleben, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land zu landen und sich dort zurecht finden zu müssen‘, sagt Mitorganisatorin Angela Leymannek vom Netzwerk für Füchtlinge“. Und das scheinen die Schüler auch mitzunehmen, dass man es als Flüchtling, als Angehöriger des Kollektivs der Flüchtlinge, als Teil der Gruppe der Flüchtlinge schwer hat: „Die Lage der Flüchtlinge könne er nun noch besser nachvollziehen“, sagt ein Schüler. Er hat die Lektion gelernt und wird in Zukunft sein Urteil nach Gruppenzugehörigkeit und nicht nach individuellen Merkmalen treffen. Flüchtling? Gut. AfD-Mitglied? Schlecht. Bildungsfern? Bemitleidenswert. Bildungsnah? Überlegen.

Das schulische Training, Muzafer Sherif hätte es nicht besser erfinden können. Aber Sherif ging es nicht darum, Schüler in die Lage zu versetzen, ein gutes und glückliches Leben führen zu können, sondern darum, das Entstehen von Vorurteilen, die jederzeit instrumentalisiert werden können, um Aggression und Gewalt gegen z.B. Andersmeinende zu entfesseln, zu verstehen und zu erklären. Liest man seinen Forschungsbericht, dann hat man den Eindruck, auch dem deutschen Bildungswesen geht es nicht um das glückliche Leben, sondern darum, Vorurteile in Schüler zu implementieren, die jederzeit aktiviert werden können, Schüler zu kollektiven Schafen auf der Suche nach dem Leitwolf zu machen.

 


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Von eckigen Kreisen: Genosse Gabriel revolutioniert die Mathematik

Josef GabrielSPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Sozialdemokraten … aufgerufen, sich … nicht beirren zu lassen. … Mit Blick auf den politischen Kurs sagte Gabriel demnach, die Mitte sei kein fester Ort. Aufgabe der SPD sei es, die Deutungshoheit zu erlangen und dadurch die Mitte nach links zu rücken.

Seit mehreren Monaten beobachten wir bereits das Phänomen, dass politische Akteure Probleme mit der Mitte haben, genauer, mit dem Verständnis, was Mitte ist und mit der Verortung der Mitte. Manche haben die Mitte schlicht zur rechten Seite, zur rechtsextremen Seite erklärt, andere haben die Mitte verloren und sehen gleich nur noch rechts und links – ohne Übergang, und nun, nun hat Sigmar Gabriel sich zu denen gesellt, denen die Mitte abhanden gekommen ist.

Die Mitte, so sagt er, und die heute Redaktion zitiert ihn, ist kein fester Ort. Die Mitte, so sagt er weiter, die könne man durch Deutungshoheit nach links rücken.

Gabriel scheint so etwas wie die Gegenbewegung zu denen zu sein, die die Mitte rechts sehen. Er will die Mitte deshalb nach links rücken. Das hat natürlich schreckliche Folgen für die Mitte, denn wenn die Mitte nun links sein soll, dann braucht man wirklich sehr viel Deutungshoheit, um normalen Menschen zu vermitteln, dass ihre Mitte nicht mehr in der Mitte sondern links von der Mitte ist. Dies wiederum wirft die Frage auf: Wenn die Deutungshoheit der SPD die Mitte nach links verschoben hat, was ist es dann, rechts von der nun links zu findenden Mitte, das notwendig ist, um das, was links der Mitte ist als eigentliche Mitte zu deuten?

Probleme über Probleme, die sich nur deshalb ergeben, weil Menschen auf diesen mathematischen Konzepten bestehen, die der Genderismus schon seit Jahrzehnten als hegemoniale Konzepte des weißen Mannes bekämpft, jenes rationalen Mannes, der darauf besteht, die Mitte sei in der Mitte einer Verteilung und nicht links oder rechts der Mitte zu finden.

Offensichtlich ist Gabriel in der SPD mit zu vielen Genderisten konfrontiert und entsprechend einer Verwirrung anheimgefallen, mit der man gewöhnlich in Grundschulen konfrontiert ist: Dyskalkulie. Rechenschwäche.

Woran erkennt man eine Rechenschwäche?

Gleich der erste Punkt der Symptomeliste des Zentrums für Rechentherapie lautet:

  • Räumliche Beziehungen werden nur recht unregelmäßig korrekt erfasst und benannt – sehr häufig wird rechts/links, oben/unten, hinten/vorn verwechselt?

Wenn also in Deutschland immer mehr herumlaufen, die die Mitte wahlweise rechts oder links sehen, die denken, die Frage, wo nun die Mitte einer Verteilung ist, sei eine Frage der Deutungshoheit, dann repräsentiert dies eine bedenkliche Häufung von Dyskalkulie, der man nur begegnen kann, indem man die entsprechend Leidenden aus dem öffentlichen Leben entfernt.

Dyskalkulie, so die herrschende Meinung, ist eine neuronale Störung, die man nicht wirklich therapieren kann. Deshalb ist es eine Form der Mildtätigkeit, die entsprechend Leidenden aus dem öffentlichen Leben, in dem sie sich nur lächerlich machen können, zu entfernen.

Dies auch deshalb, weil ein weiteres Symptom der Dyskalkulie sich darin äußert, dass der Rechenschwache größere Schwierigkeiten hat, mit Geldbeträgen umzugehen. Dies nun mag erklären, warum der SPD-Versuch, mit Steuergeldern umzugehen, regelmäßig im Fiasko geendet ist. Dyskalkulie scheint unter Sozialdemokraten endemisch zu sein, wie man schon daran sieht, dass die meisten Genossen der Aussage ihres Vorsitzenden wohl tatsächlich einen Sinn entnehmen können. Jedenfalls hat bislang niemand widersprochen.


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Schwarze Frauen: Schuld an der Armut in Afrika?

Wir präsentieren das Folgende einfach ohne weiteren Kommentar:

Schwarze Frauen2

Auf die Abbildung klicken, um sie zu vergrößern.

Weiter Informationen zu diesem Fundstück gibt es hier.

Gendersensibles Unsinns-Recycling bei Academics.de

„Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen was fürchterlich ist; aber jener ist unbequem, und man muss ihn beiseite schaffen, diese ist nur verderblich, und das kann man abwarten.“ – Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre

CEWSFalls Sie es nicht wissen, Sie bezahlen mit ihren Steuergeldern auch das CEWS. Bei CEWS handelt es sich nicht etwa um einen Tippfehler und gemeint ist eigentlich das walisische Wort caws, also Käse, nein CEWS steht, wenn man so will, für einen anderen Käse: CEWS bedeutet: Center of Excellence Women and Science. Diese Benennung hat ungefähr den Sinn von Zentrum für Hörgeschädigte: Blechtrommel und Klang.

Doch zurück zum CEWS, Centrum of Excellence Women and Science. Wie wir auf das CEWS kommen? Nun, es ist uns quasi aufgedrängt worden. Genauer gesagt ist es Dr. habil. Heike Diefenbach aufgedrängt worden, die es sich auch nicht hat nehmen lassen, auf Ihrer Facebook-Seite darüber zu berichten.

Dr. habil. Heike Diefenbach sitzt auf dem Verteiler von Academics.de und hat, wie regelmäßig, auch am 3. Mai, also heute, einen Newsletter erhalten, in dem es unter anderem heißt:

“Weibliche Professoren in der Unterzahl
Die Zahl der Professorinnen steigt seit Jahren im Schneckentempo. Regelungen zur Erhöhung des Frauenanteils sind zum Teil unverbindlich und werden nicht umgesetzt. Eine Studie nimmt Verfahren zur Auswahl wissenschaftlicher Führungskräfte in den Blick.

scully facepalmWer will schon Schnecken an der Hochschulen…. Aber Spaß beiseite, dieser Text, vom 3. Mai 2016 ist mit einem Link versehen, auf einen Beitrag, der bei academics.de im Juni 2014 erschienen ist. Dieser Beitrag ist überschrieben mit: „Es muss gehandelt werden – Weibliche Professoren in der Unterzahl“. In der Tat muss gehandelt werden, wenn weibliche Professoren in der Unterzahl sind, nicht dass sie noch in die Überzahl kommen, zu was auch immer. Als wäre der Versuch, den Lesern von academics.de einen offensichtlichen Ladenhüter unterzuschieben, nicht schon ärgerlich genug, ist dieser Ladenhüter auch ein gesammelter Unsinn, der den Verstand danach rufen lässt, alle weiblichen Professoren, die über Exzellenz-Programme oder sonstige Fördermaßnahmen in eine Position an Hochschulen gekommen sind, schnellstens wieder von dort zu entfernen. Dieses Mal nicht, weil die Überzahl droht, sondern weil der Wahnsinn oder Unsinn oder Irrsinn um die Ecke lugt.

Der Irrsinn, der um die Ecke lugt, seine Fratze freut sich ein erstes Mal, weil der Text, sie erinnern sich, der Ladenhüter, der mit „Es muss gehandelt werden – weibliche Professoren in der Unterzahl“ überschrieben ist, und in dessen Vorabmeldung eine „Studie“ angekündigt oder besser angedroht wird, auf eine „neue Studie“ Bezug nimmt, die schon zum Erscheinen des Artikels „alt“ war, weil aus 2012, während der Ladenhüter ja aus 2014 ist. Diese „neue Studie“ sie hat wiederum nichts mit Professorinnen, die man gewöhnlich an Hochschulen findet, zu tun, sondern mit der Personalrekrutierung in „außeruniversitären Forschungseinrichtungen“.

Aber damit ist der Wahnsinn immer noch nicht durch, im Beitrag von Nina Steinweg, Natalie Pawlak und David Brodesser vom CEWS, sie erinnern sich, CEWS, walisisch für Käse, wenn man es falsch schreibt, in dem es vor geschlechtergerechter Sensibilität so sehr wimmelt, dass die verstandessensible Erstellung des eigenen Textes offensichtlich in den Hintergrund geraten ist, in jenem Beitrag stehen die folgenden beiden klassischen, wie soll man sie nennen? Idiotien? Geistige Katastrophen? CAWS?

“Die Ergebnisse sind aufgrund der hohen Rücklaufquote von 34,5 Prozent für die gemeinsamen Berufungsverfahren repräsentativ“.

Wir lernen, ein Ergebnis ist dann repräsentativ, wenn die Rücklaufquote 34,5% beträgt und von Steinweg und CEWS- Insassen als hoch angesehen wird. Wer der Meinung war, Daten in einer Stichprobe seinen repräsentativ oder eben nicht, der sieht sich getäuscht. Ergebnisse sind’s. Wer dachte, Repräsentativität sei eine Eigenschaft von Datensätzen mit Bezug auf die Verteilung bestimmter Merkmale in einer Grundgesamtheit, der sieht sich getäuscht: 34,5% sind repräsentativ. Die Menge macht’s.

Prof FacepalmWenn das die Exzellenz von Women and Science ist, dann ist uns schon ganz Angst und Bange vor der Inkompetenz von Women and Science. In jedem Fall sieht man, dass der Gebrauch von wissenschaftlichen Konzepten, hier: Repräsentativität, durch Women in Exzellenz auch möglich ist, wenn die Exzellenz unabhängig oder bar jeder Kompetenz ist.
Und damit sind wir noch nicht am Ende, denn es gib noch viel mehr Material im CEWS-Beitrag, das repräsentativ für das Fehlen von Kompetenz auf Seiten der Autoren ist. Der vielleicht beste Heuler findet sich zum Schluss des Werkes, quasi als Ausklang der Predigt an die Gemeinde der gendersesiblen Gläubigen:

“Angesichts des Fokus auf der Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft sowie gendersensible Forschung und Lehre nicht allein eine Frage der (besten) Köpfe ist, sondern die Wissenschaft vor grundlegenderen Herausforderungen steht im Hinblick auf Geschlecht, Macht und Wissen“.

Wir werden hoffentlich nie erfahren, vor welchen Herausforderungen Steinweg und Konsorten die Wissenschaft noch wähnen. Die Herausforderung, die kognitive Herausforderung „CEWS“, jener Anschlag auf den Verstand, sie ist eigentlich ausreichend. Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass die Exzellenz Women and Science der Meinung sind, es käme nicht auf die besten Köpfe an, sondern auf die richtige Verteilung von Geschlechtsteilen in der Wissenschaft, dann kann man nur sagen: Dass die deutsche Wissenschaft, vor allem die Sozialwissenschaften einen rasanten Verfall an Methoden, Standards, Relevanz und Kompetenz erfahren, es muss mit der Exzellenz von Women and Science zusammenhängen. Gendersensible Besetzung von Positionen an Hochschulen, ohne Blick darauf, ob der entsprechende z.B. über das Professorinnenprogramm berufene Kopf auch der beste ist, sie verträgt sich offensichtlich nicht mit vernunftsensibler und rationaler Wissenschaft. Women and Exzellenz gibt es offensichtlich nur außerhalb von CEWS und staatlichen Förderprogrammen.

Wir protestieren auf das Schärfste gegen dieses vernunfts- und verstandesunsensible Recycling von Gender-Unsinn bei academics.de!

 

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Rektor Anja schmollt: Alpha-Männchen darf keinen Vortrag halten

Die Kunde von einer neuen Posse aus dem universitären Betrieb, sie hat uns heute erreicht. Wir wollen Sie nicht vorenthalten.

Uni DuesseldorfDie Posse, sie spielt in Düsseldorf, an der Heinrich-Heine-Universität. Dort gibt einen AStA, wie an den meisten Universitäten, es gibt Anja, die Rektorin, und es gibt eine geplante Veranstaltung zum Thema TTIP, also zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership). Über dieses Abkommen, das ja umstritten ist, wollte der AStA diskutieren lassen. Eine Podiumsdiskussion zum Thema TTIP sollte es sein, und wenn man am Podium diskutieren will, dann braucht man dummerweise Diskutanten auf dem Podium, die untereinander und mit dem Publikum diskutieren.

Bernd Lucke, ehemaliger AfD-Chef und heute Alpha-Männchen schien den AStA-Organisationen genau der Mann für die Diskussion. Und sie hatten Recht. Bernd Lucke, er ist genau der Mann für die entsprechende Podiumsdiskussion. Hinter dem Alpha-Mann traten alle anderen potentiellen Teilnehmer so sehr zurück, dass man nicht einmal ihre Namen kennt. Lucke hat sie alle in den Schatten gestellt und alle affektiven Reaktionen auf sich gezogen. Die Herzen sind ihm jedoch nicht zugeflogen, schon eher aller Hass, zu dem die Linken fähig sind: An der Heinrich-Heine-Universität dürfe man dem Alpha-Mann Lucke keine Bühne bieten, damit dessen rechte Thesen am Ende noch gesellschaftsfähig werden, so sagte AStA-Vorsitzende Saskia Strasdat aus dem benachbarten Uni-Campus Duisburg-Essen.

Und in der Tat, mit Alpha-Männchen kann man nicht vorsichtig genug sein, heute sprechen sie noch auf der Podiumsdiskussion des AStA der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und morgen beherrschen sie schon die Welt. Gemäß der alten Doktrin von Heinrich Heine, der es so genossen hat, dass in Deutschland kein Verrückter lange alleine bleibt, denn keiner ist so verrückt, als dass er nicht einen „noch Verrückteren fände, der ihn versteht“, gemäß dieser Doktrin haben sich an der Universität Düsseldorf Linke eingefunden, die die Veranstaltung mit dem Alpha-Mann als so bedrohlich angesehen haben, dass sie damit gedroht haben, sie zu verhindern.

Das wiederum ist seltsam, sind doch Linke ausgesprochene Gegner von TTIP, und entsprechend würde man erwarten, dass sie ihre Parolen, die auf Demonstrationen gerufen werden, auch zu begründen und zu verteidigen und in Diskussionen zu vertreten im Stande sind. Nun hat abermals jener Heinrich Heine, dessen Name sich die Universität Düsseldorf genommen hat, gesagt, dass die Meinungsfreiheit es voraussetze, dass man auch eine Meinung hat. Um also Meinungsfreiheit zu nutzen, um seine Meinung zu artikulieren und zu verteidigen z.B. in einer Podiumsdiskussion, bedarf es einer solchen. Und offensichtlich ist es schwieriger, eine eigene Meinung zu haben, als Parolen zu grölen. Entsprechend ziehen manche Linke TTIP-Gegner das Grölen der Meinungsfreiheit vor und wollen verhindern, dass andere sie nutzen können.

Und die Universität in Person von Rektor Anja, sie hat flugs die Gelegenheit genutzt, um die Veranstaltung abzusagen. Die Sicherheit der Teilnehmer sei gefährdet gewesen. Die Polizei habe dazu geraten. Das haben die Universität und Rektor Anja ge- und die Veranstaltung abgesagt.

Heine HaryreiseDeutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht einen Twist in der Geschichte gegeben hätte. So hat die Polizei, die in Düsseldorf offensichtlich nicht vollständig aus weiblichen Beamten besteht, sondern noch einsatzfähige Beamte in ihren Reihen zählt, zwischenzeitlich erklärt, man habe nicht dazu geraten, die Veranstaltung abzusagen. Rektor Anja hat demnach eigenmächtig gehandelt, und jetzt hat sie den Salat: Kritik von allen Seiten. Bernd Lucke kritisiert die Entscheidung. „Othmar Kalthoff, der 20 Jahre die Geschäfte der Uni-Freunde führte“, ist fassungslos ob der Entscheidung. Ja selbst „dem ehemaligen Uni-Rektor und heutigen Ehrenpräsident der Freunde, Gert Kaiser, erscheint die Absage …‚überzogen‘.

Da sehen Sie, wie schwer es Rektor Anja in dieser von Männern, von hegemonialen Männern, von Alpha-Männchen dominierten Welt hat. Da trifft sie einmal eine Entscheidung, nicht alleine, nein in Abstimmung mit der Polizei, wie sie fälschlicherweise behauptet, und was passiert: Kritik. Das ist so ungerecht, so hegemonial paternalistisch, weiß-männisch ungerecht, dass sich Rektor Anja wohl dazu entschlossen hat zu schmollen:

“Bereits am Freitag beantwortete die Pressestelle der Hochschule keine Fragen mehr zu dem Thema. Am Sonntag war auch der auf mehreren Kanälen gestartete Versuch erfolglos, Uni-Rektorin Anja Steinbeck zu der umstrittenen Absage zu sprechen.“

„Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“, weil ich dann aufrecht sitze und vor Lachen nicht mehr schlafen kann.

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Geschenkte Doktortitel, weiße Männer und viel Ahnungslosigkeit

Ist es nicht seltsam, dass bei all der Empörung über Plagiate, die als eigene wissenschaftliche Arbeiten eingereicht und von wohlmeinenden Doktorvätern durchgewunken wurden, eine Frage nie gestellt wurde? Welche Frage? Na die nach der Qualität der deutschen Wissenschaft, danach, ob denn unter den Arbeiten, die als Eigenleistung durchgehen, nicht welche sind, immer mehr sind, die zwar keine Plagiate darstellen, deren Qualität aber so niedrig ist, dass man feststellen muss: Hier wurde ein Doktortitel verschenkt, die Qualifikation all jener, die einen Doktortitel redlich erworben haben, relativiert und darüber hinaus eine Situation geschaffen, die sich nur unwesentlich von der unterscheidet, die entsteht, wenn ein Plagiator einen Doktortitel erhält.

Wir schreiben das, nachdem uns ein Buch, eine Dissertation auf den Tisch gekommen ist, deren Besprechung demnächst in einem Fachjournal zu lesen sein wird (wir werden davon berichten), die nicht einmal die rudimentärsten Anforderungen an eine Dissertation erfüllt – eigentlich nicht einmal die Anforderungen, die man an eine Bachelorarbeit stellen würde. Die Arbeit ist einfach nur schlecht, von einer ideologischen Besessenheit durchdrungen, und ihre Autorin bar jeglicher methodischer und theoretischer Kenntnisse.

Wie konnte es dazu kommen, dass Teile der deutschen Wissenschaft derart verkommen sind? Wie kann es sein, dass Doktortitel verschleudert werden und damit die Arbeit all derer, die einen Doktortitel redlich erwerben, die den wissenschaftlichen Ansprüchen an eine Dissertation genügen, relativiert wird?

Nun, die Antwort kann man auf zwei Ebenen finden. Die erste Ebene, die der Hochschulen und Universitäten hat nicht durch die Bachelorisierung, sondern durch die Ideologisierung der Hochschulen einen weitgehenden Verlust wissenschaftlicher Standards, Methodenkenntnisse und Techniken gesehen. Verantwortlich dafür, ist der Einzug von Ideologen, die dafür sorgen, dass das Ansehen von Wissenschaft zerstört, Hochschulen als Orte, an denen Wissenschaft betrieben wird, diskreditiert und Methoden und Standards, die einst Wissenschaft ausgemacht haben, erodiert werden.

KuhnDeutlich wird dies am Beispiel der Soziologie, einer Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn an der Grenze von einer Vor- zu einer Normalwissenschaft stand. Und dann haben die Ideologen Einzug gehalten, vor allem die Genderista. Für die Soziologie hat dies ein abruptes Ende theoretischer Diskussionen zur Folge gehabt. Der Rational-Choice-Ansatz, bis zum Einzug der Genderista so etwas wie der Hoffnungsträger soziologischer Theoriebildung, er ist weitgehend verschwunden. Die Methode der Hypothesenableitung und –prüfung, die mit vornehmlich quantitativem Instrumentarium verbunden wurde, sie ist der qualitativen Sozialforschung gewichen, die sich weitgehend auf das Fallenlassen von Begriffen reduziert. Man sagt „Instrumentarium der Grounded Theory“ und fühlt sich erhaben, man führt so genannte Expertengespräche und hofft, dass die vermeintlichen Experten die eigene Ahnungslosigkeit reduzieren und man treibt Diskursanalysen, schwätzt und schwätzt und schwätzt, ohne Sinn und Zweck, seitenweise, ohne roten Faden, theoretischen Rahmen und methodische Begründung. Die Schwatzbude der reflektiven intersektionalen Beschauung heteronormativer, vielleicht auf interkulturell-diversifizierter Trivialitäten, sie hat das Erkenntnisinteresse verdrängt und die Soziologie vom Fach auf dem Sprung zum Fach, in dem um ein Verständnis von Wissenschaftlichkeit gekämpft werden muss, reduziert. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Ideologisierung der Sozialwissenschaften die deutschen Sozialwissenschaften weit hinter die Aufklärung zurückgeworfen haben und eine geistige Engstirnigkeit und professionelle Ahnungslosigkeit salonfähig gemacht haben, die man unter rationalen Wesen nicht für möglich gehalten hätte.

Ähnlich wie am Beispiel der Soziologie beschrieben, wurden mit den Gender Studies Hochschulen gekapert und mit Unterstützung eines politisch-korrekten Diskurses, der Hochschulen von Ministerien ebenso aufgezwungen wurde, wie die Lehrstühle für Gender Studies, eine Atmosphäre produziert, in der sich Wissenschaftler lieber in den Elfenbeinturm zurückziehen, um dort Wissenschaft zu betreiben, als sich mit den Kadern der Gender Studies und ihrem ideologischen Auftrag auseinanderzusetzen. Letztere nutzen den dadurch geschaffenen Freiraum, um nun ihrerseits Hinz und Kunz mit akademischen Titeln zu versorgen und auf diese Weise eine Erosion von Standards und Methoden, von Wissenschaft als solcher zu betreiben.

Die beschriebene Entwicklung vollzieht sich in einem gesellschaftlichen Klima, in dem toleriert wird, dass es in öffentlich lesbaren Printerzeugnissen, in Tageszeitungen, für die manche sogar Geld ausgeben, möglich ist, Unsinn wie den folgenden abzusondern:

“Die Gender Studies sind tatsächlich ein Betrug an der Wissenschaft, zumindest an jener im altertümlichen Sinne einer unveränderbaren Erkenntnis verstandenen, einer, die an Objektivität der ForscherInnen glaubt, an eine Wahrheit gar. Dieser geht die Selbstreflektion vollkommen ab. Denn diese Wissenschaft betreibt der kleine Gott – ein Mensch, der sich in dieser von Ausschüssen und Hierarchien zerfressenen Welt nicht hinterfragen muss. In der Regel ist das der bürgerliche weiße heterosexuelle Mann“.

Das schreibt eine Sonja Vogel in der Taz, in der sie beschrieben wird als „taz2-Redakteurin und Teilzeitverlegerin, Geschlechter- und Osteuropawissenschaftlerin“.

Geschlechterwissenschaftlerinnen zeichnen sich also dadurch aus, dass sie einem Wissenschaftsverständnis anhängen, das zuletzt vielleicht im 16. Jahrhundert gesichtet wurde, bevor die empirische Wissenschaft Einzug gehalten hat und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer kritisch-rationalen Wissenschaft weiterentwickelt wurde, die dem Erkenntnisgewinn als Ziel der Wissenschaft verschrieben war. Auf die Suche nach der Wahrheit macht sich bestenfalls noch die Katholische Kirche und die – wie man so hört – nur noch bedingt. Wenn also Frau Vogel einen Glauben an die Objektivität und die Wahrheit sieht, dann muss dieser Glaube an die Objektivität und die Wahrheit bei ihr verankert sein. Vermutlich wäre ihr die Tatsache, dass ihre Vorstellung bestenfalls von Gender Studierten geteilt wird, mit etwas Selbstreflektion aufgefallen, aber das fehlt den weißen, bürgerlichen und zumeist a-sexuellen Nicht-Männern, die sich z.B. in Zeitungen über etwas aufregen, eine Wissenschaft, wie sie schreiben, die außer ihnen selbst und der Gender Studierten Sekte niemand sieht.

Der Niedergang der Sozialwissenschaften in Deutschland, er findet in einem Klima des kompetenzlosen Tagtraums kognitiv a-normaler, weißer, bürgerlicher und a-sexueller Nicht-Männer statt und wird an Universitäten durch Gender Studierte Kader umgesetzt, die zwar nicht wissen, was Wissenschaft ist, aber ganz genau wissen, dass sie von weißen Männer betrieben wird, die Wahrheit gefunden haben und Objektivität besitzen und alle heterosexuell sind. Auf so ein Feindbild muss man erst einmal kommen. Und wenn man auf ein solches Feindbild kommt, dann sagt die Wissenschaft, dann sagen die entsprechenden Forschungsergebnisse der Sozialpsychologie vorher, dass der, dem diese Ideen kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein an Geist und Leben gescheiterter Versuch, Persönlichkeit zu sein, ist.

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