Die große Einfalt: Elisabeth Tuider und Sexualerziehung

Erinnern Sie sich noch an Elisabeth Tuider?

Jene „Professorin für Soziologie der Diversität“, die an der Universität Kassel eine Position besetzt, die von Steuerzahlern finanziert wird?

Ein Leser von ScienceFiles hat sich sehr genau an Elisabeth Tuider und ihre Forderungen, z.B. Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells zum Gegenstand der Sexualerziehung von Kindern zu machen, erinnert. Und er hat erhebliche Mühen auf sich genommen, um uns einen Artikel, der in der Dezemberausgabe von Konkret veröffentlicht wurde, zuzuschicken. Wir danken ihm an dieser Stelle für seinen Einsatz.

Pirincci

Tuiders Vorstellungen

 

Angesichts der Mühen unseres Lesers verbindet sich mit dem Text natürlich für uns die Verpflichtung, jetzt auch einen Post über Tuider und ihre queeren Ideen zu Sexualerziehung zu machen. Keine verlockende Aussicht, und entsprechend haben wir den Post vor uns hergeschoben – bis heute. Heute hat die Waliser Sonne einen derart erhebenden Einfluss, dass man selbst Tuider ertragen kann.

„Die große Einfalt“, so ist der Beitrag von Tuider überschrieben, gefolgt vom Untertiteil: „Zum Nutzen der Aufgeregtheit um die sexuelle Vielfalt“. Gleich vorweg, wer nun denkt, er bekomme den angekündigten Nutzen im Text genannt, der sieht sich getäuscht. Man muss entsprechend annehmen, dass Tuider mit Nutzen die Gelegenheit meint, einen Beitrag im Konkret verfassen zu können, um ihr mageres W-Gehalt als Professor damit aufzubessern.

Der Beitrag unterteilt sich in drei Teile, die man wie folgt überschreiben kann:

  • Sexualerziehung ist ein Menschenrecht und deshalb gut.
  • Sexualerziehung, die auf der Queer-Theory basiert ist besonders gut.
  • Kritik an Queer-Sexualerziehung, wie sie Tuider vorschlägt, ist sexistisch, homophob und rassistisch und außerdem ist die AfD sexistisch, homophob und rassistisch.

Sexualerziehung ist gut

Tuider konkretNatürlich, so erfährt der Leser im ersten Teil des Beitrags von Tuider, will niemand Kinder und Jugendliche sexualisieren. Im Gegenteil, man wolle sie vor Missbrauch und Gebrauch schützen. Deshalb sei eine „umfassende Sexualerziehung und Information“ von Kindern und Jugendlichen ein Bürgerrecht, ein Menschenrecht, nämlich das „Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität“. Deshalb verfolge die Sexualpädagogik die Ziele von „Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit und Anerkennung von vielfältigen Sexualitäten und Geschlechtern“. Grundlegen seien dafür die „marxistisch psychoanalytischen Interpretationen von Wilhelm Reich … Ihm zufolge macht die repressive Sexualerziehung ‚ängstlich, scheu, autoritätsfürchtig, gehorsam, im autoritären Sinne brav'“. Und Schuld daran sind für Reich „kapitalistische Systeme“.

Ja, wenn Wilhelm Reich das sagt, dann muss das richtig sein, auch wenn nicht so wirklich bekannt ist, auf welche empirische Basis Wilhelm Reich seine Erkenntnis stützt. Vermutlich ist ihm der Zusammenhang im selben Moment gekommen, in dem sich ihm auch das „Orgon“ mitgeteilt hat, jene Lebenskraft des Orgasmus, die Reich mit spezifischen Apparaturen (z.B. dem Orgonoscope) finden zu können glaubte. Wilhelm Reich, der mit Recht als eine der kontroversesten Figuren der an sich schon wenig wissenschaftlichen Psychoanalyse bezeichnet wird, dient also Tuider als Grundlage, um ihre gute Sexualerziehung umzusetzen.

Hite Nazi occult

Darin das Kapitel: Hidden Energies

Es wäre eine eigene Analyse wert zu untersuchen, wie sich die feuchten Träume eines Wilhelm Reich von denen, die Heinrich Himmler mit seiner Adaption des Vril-Kults, der es in Deutschland mittlerweile wieder zum Vorreiter der Emanzipation von Frauen geschafft hat, auf seiner Wewelsburg umgesetzt hat, unterscheiden. Festzustellen bleibt eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen Marxisten wie Reich, Nationalsozialisten wie Himmler und Elisabeth Tuider wenn es um die Umsetzung sexueller Phantasien, was man heute wohl Sexualerziehung nennt, geht.

Manche Leser mögen sich fragen, warum Sexualerziehung überhaupt notwendig sein soll. Auf diese Frage gibt Tuider eine eindeutige Antwort: Sexualerziehung wurde von Institutionen als Menschenrecht definiert und deshalb ist Sexualerziehung wichtig und gut. Irrtum ausgeschlossen. Institutionen irren sich nicht, nicht für Tuider. Personen wie Tuider sind es, die für sich in Anspruch nehmen, sie würden Kindern und Jugendlichen eine anti-autoritäre und selbstbestimmte Sexualität vermitteln. Angesichts der Autoritätsgläubigkeit, die Tuider hier selbst offenbart (vermutlich als Ergebnis einer repressiven Erziehung und vielleicht eines verschütteten Orgons), weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Der Vollständigkeit halber sei noch einmal auf den Grundwiderspruch hingewiesen, der sich bei Gutmenschen immer findet: Es ist nicht möglich, Menschen zu Selbstbestimmtheit zu erziehen. Entweder Menschen sind selbstbestimmt, dann brauchen sie keine Erziehung, oder Menschen müssen erzogen werden, und dann sind sie per definitionem nicht selbstbestimmt. Erziehung stellt immer einen Eingriff, eine Intervention dar, und darüber, dass eine Sexualpädagogik wie sie Tuider vorschlägt, die Wahrnehmung derer, die ihr unterzogen werden, gestaltet und verändert, sie mit anderen Worten manipuliert, kommt Tuider auch dann nicht weg, wenn sie Selbstbestimmung als Mantra an allen passenden und unpassenden Stellen in ihren Text streut. Weil Erziehung mit Manipulation einhergeht, deshalb muss mit Erziehung verantwortungsvoll umgegangen werden. Pädagogen, die sich wie Tuider hinter dem Mantra der Selbstbestimmung verstecken, wollen genau diese Verantwortung für ihre eigenen Manipulationen an Kindern und Jugendlichen nicht übernehmen – denn dazu sind sie zu feige.

Queer-Sexualerziehung ist gut

orgone-accumulatorsDer Grund für die Feigheit könnte im Gegenstand der Sexualerziehung liegen, die Tuider favorisiert. Tuider hängt sich nicht nur an den Lehren von Wilhelm Reich an, sie verortet sich auch an der „Schnittstelle von Queer Theory, feministischer Geschlechterforschung und postkolonialen Debatten“. Für die, die in der Welt der Begriffsonanie nicht so heimisch sind, wie Tuider, die Zuordnung ist mit „gut“ zu übersetzen, queer, feministisch, postkolonial, das ist gut, weil nicht weiß und nicht männlich und angeblich nicht mit „Heteronormativität, Sexismus und Rassismus“ (man kann das auch ganz ander sehen) verbunden. Und deshalb, so geht das Begriffsgeklingel weiter, obliegt es einer „Sexualpädagogik der Vielfalt … für vielfältige, ineinander verwobene Machtverhältnisse zu sensibilisieren“, um „jedes Individuum ganzheitlich“ sehen zu können und Vielfalt, „verstanden als Pluralisierung von Sexualitäten, Geschlechtern und Lebensformen“ zu vermitteln. Die Ansammlung von Worten könnte man auch abkürzen, in dem man sagt, dass Vielfalt, vielfältig ist und sexuelle Vielfalt vielfältige Sexualitäten umfasst, und deshalb gut ist.

Und weil vielfältige Sexualitäten, warum auch immer, gut sind, deshalb ist es wichtig „Jugendliche dazu zu befähigen und zu unterstützen, mit der existierenden Diversität umzugehen und selbstbestimmt (!sic) zwischen verschiedenen Sexualitäts-, Beziehungs- und Familienentwürfen zu wählen“. Dazu soll es zudem wichtig sein, sich mit der „gesellschaftlichen Dominanzkultur“ auseinanderzusetzen, „anderes anzuerkennen“, „ein Empowerment der Schwächergestellten“ durchzuführen und – nicht zu vergessen: eine „Auseinandersetzung mit Vielfalt“ ist wichtig.

Reich OrgasmusDie ausführliche Darstellung dessen, was man wirklich nur als Geschwätz bezeichnen kann, macht deutlich, dass Tuider nicht schreibt, um verstanden zu werden. Nein, Tuider schreibt, um sich als gut zu inszenieren. Gut ist in ihrem Verständnis, wer den gerade als nützlich oder richtig oder schlicht gut empfundenen Vorgaben von Institutionen folgt und sich für Vielfalt einsetzt. Vielfalt ist Vielfalt ist Vielfalt und vor allem ist Vielfalt für Tuider sexuelle Vielfalt, und sie behauptet von hier aus einfach, dass Vielfalt darin besteht, Kinder und Jugendliche in Schulen mit Abweichungen von dem zu konfrontieren, was sie als heteronormative Dominanzkultur bezeichnet. Da ihre heteronormative Dominanzkultur das ist, was als heterosexuelle Beziehung, die zuweilen in Familien gelebt wird, bekannt ist, meint dies für sie, dass man Kinder und Jugendliche mit Abweichungen von dieser heteronormativen Normalität konfrontieren muss. Denn: Wie Reich gewusst hat, vermutlich durch Versuche in seinem Orgon-Akkumulator, macht die heteronormative Dominanzkultur autoritätshörig und gehorsam und ängstlich und scheu.

Alles schlimme Attribute in den Augen von Tuider, denen durch die verpflichtende Darstellung abweichender sexueller Orientierung und durch die Beschäftigung mit Analverkehr und Bordellen, all den Abweichungen von der heteronormativen Dominanzkultur begegnet werden muss, denn im Zusammenhang mit Analverkehr gibt es in den Augen von Tuider offensichtlich keine Dominanz und sexuelle Beziehungen zwischen Lesben zeichnen sich für sie wohl durch eine Reinheit aus, die eine heterosexuelle Beziehung in den Augen von Tuider wohl nie erreichen wird. Das muss Kindern und Jugendlichen vermittelt werden, damit sie wissen wie Tuider das sieht und selbstbestimmt zwischen dem, was ihnen vorgegeben wird, auswählen können.

Kurz: Zuerst wird eine Behauptung aufgestellt (Sexualerziehung ist wichtig und deshalb ein Menschenrecht), dann wird die Behauptung bewertet: Sexualerziehung ist gut. Im nächsten Schritt wird Sexualerziehung konkret gefasst als Lehre von den sexuellen Abweichungen von der heteronormativen Mehrheitskultur (für Tuider ist das bezeichnender Weise eine Dominanzkultur) und mit allerlei Abweichendem gefüllt, das, als Vielfalt verpackt, nun Kindern eingetrichtert werden muss, damit sie – Achtung jetzt kommt es: selbstbestimmt wählen können. Wahnsinn hat Methode!

Kritik ist homophob usw.

Schaefers Grundbegriffe

Unsere Empfehlung für Elisabeth Tuider

Nun gibt es Menschen, Eltern, die das, was Tuider vorschlägt, ablehnen, es kritisieren. Für die mit einem eigenen Auftrag vom Reichschen Orgon ausgestattete Tuider ist das Häresie. Wer sie kritisiert, der ist gegen Vielfalt, und weil Wilhelm Reich ein Marxist war, wie sie weiß, und Marxisten angeblich links sind, deshalb ist Kritik rechts, rechtsextrem und weil sie der Queer Theorie und der feministsichen Geschlechterforschung anhängt, deshalb kann die Kritik nur von „männlichen weißen“ Personen geäußert werden, die noch dazu homophob sind, denn wer kritisiert, der hat wohl etwas gegen nicht-heteronormative Sexualitäten, also gegen Schwule und Lesben. Und außerdem hat er Angst vor dem sozialen Wandel, jenem sozialen Wandel, als dessen Avantgarde sich Personen wie Tuider empfinden, jenes sozialen Wandels, der darin bestehen soll, dass in Schulen Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells auf dem Lehrplan steht.

Tuider hat einen Lehrstuhl für Soziologie der Diversität inne und offensichtlich nicht den geringsten Schimmer davon, was sozialer Wandel, einer der Grundbegriffe der Soziologie meint. „Sozialer Wandel“, so schreibt Wolfgang Zapf, „ist die Veränderung sozialer Strukturen; unter sozialen Strukturen versteht man die (relativ) stabilen Regelmäßigkeiten des sozialen Lebens, z.B. Rollenverhalten, Organisationsmuster und soziale Schichtung“.

Die Einführung von sexuellen Orientierungen und Analverkehr in die Curricula von Schulen hat mit sozialem Wandel entsprechend überhaupt nichts zu tun, bestenfalls mit der Hoffnung, durch diese Einführung sozialen Wandel herbeiführen zu können, eine Hoffnung, die wie alle Sozialtechnologie eher mit wenig Aussicht auf Erfolg verbunden sein dürfte.

Tuider besetzt einen Lehrstuhl für Soziologie und hat von soziologischen Grundbegriffen keine Ahnung. Sie hängt einer abstrusen Lehre an, die selbst unter Psychoanalytikern eher als abseitig angesehen wird (und das will etwas heißen). Sie glaubt an die Autorität von Instanzen und sieht sich dennoch im Stande, Selbstbestimmung zu vermitteln. Sie weiß um die Wichtigkeit von Sexualerziehung, wenn auch nicht klar ist, wo sie dieses Wissen ereilt hat und worauf es gebaut ist. Sexualerziehung wird bei ihr zur Erziehung zu Vielfalt, was seltsamerweise dazu führt, dass nicht Vielfalt, sondern bestimmte von der heteronormativen, also dem normalen Arrangement der Geschlechter, (statistisch) normal, weil vorherrschend, abweichende Formen sexueller Beschäftigung thematisiert werden. Das führt dazu, das Sexualerziehung auf die Vermittlung von Techniken und Praktiken, zum Wissen über sexuelle Abweichung (es ändert auch kein Aufstampfen mit dem Fuss etwas daran, dass alles, was nicht heterosexuell ist, abweichend, weil nicht mehrheitlich praktiziert ist), bei der bezeichnender Weise das auf der Strecke bleibt, was man gewöhnlich Empfindung, in manchen Fällen auch Liebe nennt.

Dass ausgerechnet Leute wie Tuider von Machtstrukturen, von Befreiung und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen fabulieren, macht betroffen und provoziert die Frage, welcher Zustand Tuider als Zielvorstellung vorschwebt, welche Form der Interaktion zwischen Sexualpartnern das Ziel ihrer Sexualerziehung ist. Dass die entsprechende Interaktion bei ihr mehr dem ähnelt, was man als Kundenbeziehung oder Gütertausch bezeichnet und mit dem, was man als Leidenschaft und Hingabe bezeichnet, nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, weckt ein Gefühl des Mitleids, mit Tuider, aber vor allem mit den Kindern und Jugendlichen, die dieser Form des Brainwashings unterzogen werden (sollen).

Aber man sollte den Tuiderschen Versuch, ihre abstruse Ideologie als Sexualerziehung für Kinder und Jugendliche in die Schule zu tragen, nicht unterschätzen, und entsprechend Tuider auffordern, die empirischen Belege, die es rechtfertigen sollen, Kinder und Jugendliche mit ihren Vorstellungen zu konfrontieren, vorzulegen – immer in der Annahme, es gibt diese Belege und es geht Tuider nicht ausschließlich darum, Kinder und Jugendliche mit dem zu indoktrinieren, was ihr gerade als gut und wahr vorkommt.

Und bedenkt man abschließend noch einmal, dass Tuider einen Lehrstuhl für Soziologie besetzt, dann wird einem Lann Hornscheidt fasst sympathisch und man fragt sich, ob nicht eine weitere Forderung angebracht wäre, eine weitere Forderung, eine Positionsinhaberin ihres Lehrstuhl zu entheben.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

31 Responses to Die große Einfalt: Elisabeth Tuider und Sexualerziehung

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  2. Tina sagt:

    Also, ich hab nur die ersten paar Sätze gelesen und hatte keine Lust mehr weiterzulesen, aber ma ganz kurz: Wie viele Mühen kann es einen einigermaßen geistig bewanderten Menschen kosten, jemandem einen Artikel aus einer frei verkäuflichen Zeitschrift zukommen zu lassen? Sie tun grade so, als wäre das ein Text, der nur unter der Hand weitergegeben dürfte und wecken damit den Anschein einer Anrüchigkeit, die dem ganzen Vorgang nicht gegeben ist

    • Ehrlich, ihre Lust vergeht schon nach wenigen Sätzen. Ich habe ja schon viel davon gehört, dass die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird und viele Deutsche kaum mehr in der Lage sind, mehr als zwei, drei Sätze zu lesen und zu begreifen, aber Sie sind der erste, der das zugibt.
      Was die Mühen unseres Lesers angeht, nun, die Welt besteht aus mehr als Berlin und Umgebung und zuweilen leben Menschen nicht in Deutschland, wir z.B., und deshalb musste unser Leser den Text einscannen und uns zuschicken, sich also Mühe machen. Aber es ist interessant zu lesen, was für Assoziationen das bei Ihnen weckt …

    • Tina,

      also, ich hab keine Lust oder Zeit, hier Ihre Ausbildung mit Ihnen nachzuholen, aber ma ganz kurz:

      Wenn Sie bei der Auswahl Ihrer Lektüre und Ihrem lesebezogenen Durchhaltevermögen dem Prinzip „Wissen-und-Verstehen-Wollen“ folgen würden statt dem Lustprinzip, dann könnten, Sie glaube ich, gehaltvollere Kommentare zu bildungspolitisch relevanten Themen abgeben als Sie es hier demonstrieren!

    • Dr.McSchreck sagt:

      ich möchte einen kleinen Hinweis kurz fassen, damit er niemanden überfordert. Es gibt durchaus auch die Möglichkeit, dass frei verkäufliche Texte „Anrüchiges“ enthalten, es gibt insbesondere inhaltlich anrüchiges. Weil es relativ nah beim Thema liegt, weise ich zB auf einige Publikationen aus der Zeit hin, in denen es um die Legalisierung von Sexualität mit Kindern ging, die vor rund 30 Jahren frei verkauft wurden. Das Primitiv-Argument, dass sogar „Mein Kampf“ lange Zeit frei verkauft wurde und sicherlich inhaltlich die Definition der „Anrüchigkeit“ erreicht bzw. sogar übertrifft, muss ich dann nicht unbedingt noch erwähnen, oder?

    • Kosendey sagt:

      „…und wecken damit den Anschein einer Anrüchigkeit, die dem ganzen Vorgang nicht gegeben ist“ …ooooh doch… wenn ich höre daß meinem Kurzen in der Schule der „Puff“ nähergebracht werden soll, kneife ich mir fest die Nase zu. Mal ganz nebenbei, ich werde wohl nie verstehen, wie grade die Prostitution (Puff) zu einer Art „Aushängeschild der sexuellen Selbstbestimmung“ wird….

  3. meier, hans (kempten) sagt:

    Interessanter ist doch die Frage, warum Tina sich der ARBEIT und der MÜHE unterzieht, ihre Nicht-Lust zu verschriften und zu posten, anstatt einfach lustlos weg- und irgendwohin hin zu klicken, wo sie mehr Lust findet.

    Offensichtlich breitet ihr das Verbreiteten der Mitteilung ihrer Nicht-Lust genügend Lust, um diese Verbreitung zu vollziehen. Aus meiner Sicht gibt es dafür nur zwei Möglichkeiten:

    a) Tina hat perverse Lust an Nichtlust und ist 1 Fall für 1 Psychiater

    ODER (wahrscheinlicher)

    b) Die Verbreitung der Mittelung ihrer Nicht-Lust bereitet ihr nicht um der Mitteilung einer Nicht-Lust willen Lust, sondern wegen des Ortes, an dem sie mit dieser Mitteilung Aufmerksamkeit bindet. Es ginge dann gar nicht um ihre Nicht-Lust, sondern darum, dafür zu sorgen, dass andere gar nicht lesen, was ihr Nicht-Lust bereitet. Ablehnung zu verbreiten bereitet ihr also Lust.

    Irgendwie bereitet Ihr Artikel ihr dann so oder so Lust.

    Ich schließe daraus: Tina lügt.

  4. Stuff sagt:

    Hatte Wilhelm Reich – und seine Fangemeinde – nicht den Namen „Reichswehr“? Er ist in den USA ja dann seiner Orgonboxen halber wegen „Missachtung des Gerichts“ eingebuchtet worden und in der Haft verstorben…

    • Infoliner sagt:

      Reich wurde ins Gefängnis gesteckt, weil bei ihm radioaktives Material gefunden wurde. Das passiert, wenn Leute mit ansich durchaus interessanten Experimenten nicht wissen, was sie tun. Das radioaktive Material sammelt sich konzentriert in den Geräten, die auch heute von Hobby-Reichisten aufgestellt werden, zB. um Chemtrails auf zu lösen. Da werden eben halt mal die radioaktiven Isotope aufgefangen und konzentriert. Merke: Wenn Menschen nicht genau wissen, was sie tun, dann entstehen nur Katastrophen.

  5. SH001 sagt:

    Ich finde es immer wieder Faszinierend wie Gender-„Forscher“ argumentieren.

    In Ihren Augen ist die sexuelle Präferenz frei wählbar.

    Dann wäre es doch für die, deren Sexualität von der statischen Norm abweichen, einfacher Ihre Sexualität zu ändern, statt sich der Diskriminierung – die in anderen Ländern zu Gefängnis, Körperverletzung und Tod führen kann – auszusetzen?
    Und warum lehnen Gender-„Forscher“ dann Angebote von evangelikalen Spinnern zur „Änderung der sexuelle Präfernz“ als Homophob ab, wenn diese doch theoretisch den Menschen helfen könnte die unter ihrer frei gewählten sexuellen Präferenz leiden, diese zu ändern und das leiden zu beenden?

    Vielleicht weil man da diese Kurse nicht funktionieren, merken würde das nicht nur die Angebote der evangelikalen sondern auch die „Erkenntnisse“ der Gender-„Forscher“ Scharlatanerie ist?

  6. Erwin X sagt:

    Diese „ORGON“ Gerät kam auch in DIE MONDVERSCHWÖRUNG vor.


    Beste deutsche Realsatire!

  7. CountZero sagt:

    Sehr gute Analyse, vielen Dank! Setzt viele meiner diffusen „so’n Blödsinn kann doch echt nich sein jetz, oder?“-Gefühle in klare, einsichtige Argumente um. Einige Textstellen werde ich noch öfter lesen…

  8. Infoliner sagt:

    Eure berechtigte Kritik an den unhaltbaren Zuständen und Zuständinnen im öffentlichen Leben beruht auf einem Selbstverständnis, das heute selten anzutreffen ist. Ich wünsche mir, daß mehr noch auf die Ursachen eingegangen würde, weshalb dieser Wahnsinn so vorangetrieben wird. Warum müssen die jungen Menschen verstört, in ihrer Entwicklung gehemmt und die Familien zerbrochen werden? Was ist der Plan? Denn daß kein vernunftbegabter Mensch auf solche Ideen kommen kann, wie sie uns heute zugemutet werden, müßte jedem Selbstdenker klar sein. Ich gehe davon aus, daß wer so beißende und treffende Kritik formulieren kann, auch den Hintergrund hat, die Frage nach dem „Warum“ zu untersuchen. Viel Erfolg!

  9. Lasaar sagt:

    Keine Ahnung, wie die Menschheit, ohne dem fundierten Fachwissen der Sexualerziehung, es schaffte, bis heute zu überleben. Ich selbst habe ein Problem mit der Intimspähre Anderer; es interessiert mich schlichtweg nicht! Aber alles und jedes wird heute zu einem unsäglichen Thema hochgepuscht und zu einem immens wichtigen Problem erklärt; mir kommt das Kotzen. Vor 30 Jahren versuchten es die Grünen, und heute nehmen diese gleichen Phädophilen den Weg durch die Hintertür. Aber anscheinend ist die heutige Gesellschaft durch staatliche Gängelei und passendem Verblödungsfernsehen schon dermaßen abgestumpft und schmerzfrei, daß moralische Werte keinerlei Bezug zur Gegenwart mehr haben.
    Den „Schlußsatz“ mag ich nicht schreiben wegen des Kommentar-Grundsatzprogrammes.

  10. Tuideranal sagt:

    Haben Sie schon einmal versucht, die Seite als PDF zu speichern? Da kommt ein ganz schöner Buchstabensalat heraus. Was ist daß bloß für eine Technik hier?

  11. Klaus sagt:

    Könnten man es nicht einmal unterlassen, ständig Wilhelm Reich für die große sexuelle Toleranz verantwortlich zu machen, die viel eher Marcuse anzulasten ist? Reich hatte zwar eine marxistische Phase, ahnte jedoch recht schnell, was von linken Ideologien zu halten ist. I.U.z. den Helden linker Toleranz knüpfte Reich von da an seine Hoffnungen mit Sicherheit nicht mehr an Aufklärung, etwa Sexualaufklärung.
    „Reich wurde ins Gefängnis gesteckt, weil bei ihm radioaktives Material gefunden wurde“ ist übrigens Unsinn, der wahrscheinlich auf Gerüchte über das von Reich so genannte Oranur-Experiment zurückgeht. Bitte mal nachlesen, etwa in Laskas Rowohlt-Band zu Reich.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      @Klaus

      erstens: was meinen Sie mit „einmal“ und was mit „ständig“? Ich bin mir nicht bewusst, dass wir so jemanden, sagen wir: Menschen von zweifelhafter Wissenschaftlichkeit auf diesem blog überhaupt mehr als ein-, zweimal thematisiert wurde, jedenfalls nicht von uns. Wir sind der Auffassung, dass man Herrn Reich damit deutlich zuviel der Ehre angedeihen lassen würde.

      zweitens: Ich weiß nicht, woher Sie Ihre Erkenntnisse über Herrn Reich haben, aber ich bin einigermaßen irritiert über das, was Sie schreiben, denn ich habe meinen Quellen entnommen, dass Reich keineswegs ahnte, was von linken Ideologien zu halten ist; vielmehr hat sein Versuch, die gute Gesellschaft durch den sexuell gesunden Menschen zu schaffen, und diese idee in Moskau anzupreisen, dort zu der Bewertung seiner Idee als „un-Marxist rubbish“ geführt, und nach kurzen Aufenthalten in Dänemark, Norwegen und wo sonst noch ist er in die USA gegangen (auf der Flucht vor den Nazis, die er allesamt als sexuell kranke Neurotiker dargestellt hatte, was ihn bei eben diesen nicht beliebt gemacht hat). Und in den USA war Sozialismus zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht beliebt, so dass Reich wusste, wenn er in den USA Fuß fassen will, z.B. durch sein Orgon-Institut und durch seinen Verlag, in dem er seine eigenen Bücher in englischer Sprache veröffentlichte, dann würde er sich weniger sozialistisch geben müssen – und das tat er dann auch.

      Ich habe nicht den Eindruck, dass sich seine seltsame Weltsicht in seinen späten Jahren geändert hat. So schreibt z.B. Martin Gardner im Jahr 1952 (oder 1957, nein, ich glaube, 1952; ich müsste jetzt nachschauen): „In recent years, Reich’s sense of personal greatness and bitterness against colleagues who dismiss his orgone research as evidence of the tragic disintegration of a brilliant thinker have grown alarmingly. ‚Emotional plague‘ is his term for the social manifestation of sexual sickness, and as might be expected, he treats all opposition to his work as signs of this plague“.

      Genau hierin folgen ihm die Genderisten und (Pseudo-)Feministen ja auch konsequent.

      Aber es ist gut, dass Sie Herrn Reich ansprechen; gerade gestern hatte ich Michael Klein vorgeschlagen, dass wir einen Post über ihn und den von ihm konstruierten absurden Zusammenhang zwischen Sex und Sozialismus, der ja bei Tuider (und vielleicht einigen anderen angeblich Linken, für die Sex das Wichtigste im Leben ist) fröhliche Urständ feiert, verfassen. Ich bin dabei ….

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      Übrigens:

      Ich quittiere Ihre Bemerkung:

      „Bitte mal nachlesen, etwa in Laskas Rowohlt-Band zu Reich.“

      mit:

      Bitte mal nachlesen, etwa in Gardners Kapitel über Reich in seiner Dover-Publikation!

  12. Werner Sombart III sagt:

    Ich möchte nochmal zurückkommen auf den Vorschlag im letzten Satz des Artikels, den Lehrstuhl für Soziologie in KS von dieser Person zu befreien. Und zwar möchte ich als einer, der selbst seine Diplomarbeit in Soziologie schrieb und dazu viel Lust hatte, weil er wirkliche Soziologen an seiner Uni erlebt hat, dafür eintreten, daß man nicht nur diese Tuider rauswirft, sondern bei der Gelegenheit tabula rasa macht und diejenigen gleich mit entfernt, die eine solche Fehlbesetzung zu verantworten haben. Der Effekt wäre so stark, daß es die Atmosphäre auch an anderen Unis nachhaltig reinigen würde.
    Science Files könnte dies doch fordern, oder?

    • Dr. habil. Heike Diefenbach sagt:

      Das könnte jeder fordern, der durch seine Steuern das öffentliche Bildungssystem und damit auch die öffentlichen Universitäten finanziert!

      Und Sie haben Recht: tatsächlich sind letztlich die Leute in den jeweiligen Berufungskommissionen dafür verantwortlich, dass so viele Positionen fehlbesetzt sind.

      Allerdings ist die Lage schlimmer als viele vielleicht denken (ich weiß nicht, ob das auf Sie zutrifft oder nicht), denn schon seit bald 10 Jahren ist es stehendes Wissen unter Universitätsdozenten, dass der Markt z.B. in der Soziologie von guten Leuten schlichtweg leergefegt ist, und für die allerwenigsten ist es eine Option, eine Professur oder eine andere Stelle im akademischen Betrieb mangels geeigneter Bewerber unbesetzt zu lassen, weil jede besetzte Stelle sie als Kollegen ja entlastet. Im übrigen würden dann einfach neue Berufungskommissionen zusammengestellt, bis sich eine erbarmt und das kleinste Übel aus dem Angebot an Bewerbern wählt.

      Insofern Stellen auch direkt aus ideologischen Gründen geschaffen und finanziert werden, z.B. durch das Professorinnenprogramm, ist die Möglichkeit, jemand wirklich Guten für eine Stelle zu gewinnen, vor vornherein eingeschränkt.

      Last, but not least: der Universitätsalltag wird aufgrund zunehmender Studierendenzahlen bei abnehmender Studierendenqualität, enorm gestiegener Gängelung in der Lehre, z.B. durch Module, schrumpfende Forschungsmöglichkeiten, verschlechterter Bezahlung durch die W-Besoldung und die Durchsetzung der Universitäten mit politischen Ämtern wie Frauenbeauftragten, immer weniger attraktiv für gute Leute, die auch außerhalb der öffentlichen Universität ein Auskommen finden können.

      Das alles bedeutet selbstverständlich nicht, dass man nicht gut sein kann in seinem Fach, nur, weil man aus welchen Gründen auch immer an einer Universität arbeitet, aber ebenso selbstverständlich ist, dass die oben genannten Entwicklungen und Praktiken ihre Effekte gehabt haben und nach wie vor haben, und keiner der vernünftigen Kollegen, die an der Uni arbeiten, bestreitet das.

      Aber zurück zum von Ihnen genannten Zusammenhang: ja, es stimmt, das Ganze könnte eine Abwärtsspirale sein, bei der sich jede Person, die fehlbesetzt wird, ihrerseits wieder in Berufungskommissionen wiederfindet oder sonstige Personalentscheidungen mittreffen darf oder muss und dann aller Voraussicht nach wieder für Personen vortieren wird, die ideologisch gefallen, aber fachlich eher suboptimal ,wenn nicht ahnungslos sind.

  13. Klarsteller sagt:

    Leider ist hier alles gesagte über Wilhelm Reich großer Blödsinn. Reich hat sexuelle Perversionen nicht verteidigt und hat Kinder auch nicht zwangssexualisiert. Liest bitte seine Originalbücher, dann werdet ihr begreifen, dass alles was hier behauptet wird, absolut falsch ist.

  14. Gluteus Maximus sagt:

    >Es ist nicht möglich, Menschen zu Selbstbestimmtheit zu erziehen.

    Entweder/Oder: entweder (höchstpersönlicher) Freiheitsakt oder „Staatsakt“, ein Drittes gibt es nicht. Es gibt qualitative Gegensätze, die sich in aller Ewigkeit nicht mediieren lassen. Die „große Einfalt“ will das nicht wahrhaben, nicht ertragen.

    Beim Lesen des Artikels fiel mir sofort die folgende kleine Geschichte ein:

    Es war einmal ein Reisender.

    “Er traf auf einen wilden Stamm. Ein Kind war gerade geboren worden und ein Gedränge von Wahrsagern, Hexern, Empirikern umringten es, bewaffnet mit Ringen, Haken und Bändern.

    Der eine sagte: “Dies Kind wird nie den Duft einer Friedenspfeife riechen, wenn ich ihm nicht die Nasenflügel verlängere.” Ein andere: “Es wird des Gehörs beraubt sein, wenn ich ihm nicht die Ohren bis zu den Schultern herabziehe.” Ein dritter: “Es wird nicht das Licht der Sonne sehen, wenn ich nicht seinen Augen eine schräge Ausrichtung gebe.” Ein vierter: “Es wird sich niemals aufrecht halten, wenn ich ihm nicht die Beine krümme.” Ein fünfter: “Es wird nicht denken, wenn ich nicht sein Hirn zusammendrücke.”

    “Zurück”, sagt der Reisende. ..

    Zurück ihr Empiriker und Organisatoren! Zurück ihre Ringe, ihre Ketten, ihre Haken, ihre Zangen! Zurück ihre künstlichen Mittel! Zurück ihre Genossenschaftswerkstätten, ihre kommunistische Produktionsgemeinschaft, ihr Regulierungswahn, ihre Zentralisierung, ihre Zölle, ihre Beschränkungen, ihre Moralisierung oder ihre Angleichung durch Steuer!

    Und da man vergeblich dem gesellschaftlichen Körper so viele Systeme auferlegt hat, möge man da enden, wo man hätte beginnen sollen,

    möge man die SYSTEME zurückweisen, möge man endlich die FREIHEIT auf die Probe stellen .. (F. Bastiat, Das Gesetz – pervertiert)

    http://bastiat.de/bastiat/gesetz.html

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