Ende der Kemperista: HB-Stiftung entschuldigt sich für Agentin.org

Das Projekt ruht!
Der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung nimmt Stellung zu „Agentin.org“.

„Barbara Unmüßig und Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, erklären:
In Abstimmung mit der Redaktion des Projekts hat der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung das Online-Lexikon „Agent*In“ vom Netz genommen. Die öffentlich und intern geübte Kritik am Format der „Agent*In“ hat uns deutlich gemacht, dass dieser Weg nicht geeignet ist, die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus zu führen. Wir bedauern sehr, dass durch die gewählte Form manche an antidemokratische Methoden erinnert werden und entschuldigen uns bei denjenigen, die sich möglicherweise persönlich verletzt fühlen.“

Wenn man in Rechnung stellt, dass dieser Text mit Sicherheit die moderateste Formulierung ist, die man bei der HB-Stiftung gefunden hat, dann kann man sich ungefähr vorstellen, welche Ausmaße die interne Kritik angenommen hat und welche Folgen die öffentliche Kritik für die Reputation und – viel wichtiger: die Bereitschaft der Projektpartner der HB-Stiftung, Geld an die Stiftung zu überweisen, hatte. Dass sich Unmüßig und Ueberschär gemüßigt sehen, sich für die gewählte Form und dafür zu entschuldigen, dass „manche“ durch die Denunziationsplattform „möglicherweise“ persönlich verletzt wurden, lässt auch einiges an Rückschlüssen zu.

Sicherlich gibt es bei der HB-Stiftung dann, wenn die Anti-Antifeminismus-Fraktion wütet, keine Gedanken daran, ob man mit Anti-Antifeminismus Menschen verletzt oder ihnen persönlich, beruflich oder psychisch schadet. Eine Größe, mit der die Anti-Antifeminismus-Fraktion rechnet, werden die Feinde erst dann, wenn sich die Kosten für die Anti-Antifeministischen Kampagnen häufen. Genauer: Die Zahl derjenigen, die die HB-Stiftung mit der Ankündigung einer Klage auf Schadensersatz wegen ihrer Nennung in Agentin.org erschreckt haben, ist wohl nicht gering. Bei 177 Personeneinträgen im Denunziations-Wiki ist selbst nach deutschem Recht, nicht zu reden von britischem Recht, einiges Potential für Schadensersatzforderungen, die sich schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich summieren können. Man hat also wohl vor den finanziellen, nicht vor den moralischen Kosten kapituliert.

Immerhin hat dies dazu geführt, dass die Kemperista, deren Zweck vornehmlich darin bestand, wie Don Alphonso so umfangreich dargestellt hat, die persönliche Vendetta von Andreas Kemper, der wohl immer noch nicht darüber hinweg ist, dass er außerhalb von Antifa und anderen linksextremen Kreisen genau die Anerkennung als wissenschaftliche Unperson erhält, die ihm zukommt (ein Ergebnis von Klassismus vermutlich), zu begleiten, wobei noch zu klären ist, welche Rolle Elisabeth Tuider in der ganzen Geschichte gespielt hat.

Oder wie Don Alphonso so treffend feststellt:

Zur einer Entschuldigung gehört auch die Benennung der Verantwortlichen.

Und angesichts des “Datenreichtums”, aus dem Don Alphonso schöpfen kann, sind wir schon auf die Hintermännerinnen dieses neuerlichen Versuches gespannt, die demokratische Kultur in Deutschland mit totalitären Mitteln zu beseitigen.

Deshalb können wir der abschließenden Feststellung der HB-Stellungnahme: “Solange ruht das Projekt”, nur anfügen: Wir lassen es nicht in Frieden ruhen!

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Der nächste Abschuss: Agentin.org ist Offline

Wer versucht, den Pranger der Böll-Stiftung „Agentin.org“ anzuwählen, der sieht, dass er keinen Pranger mehr sieht, denn „Agentin.org“ ist offline. Jemand hat die Reißleine gezogen und dafür gesorgt, dass die Grüne Partei über ihre Stiftung nicht noch mehr negative Publicity erhält als sie es sowieso schon tut.

Wie immer, wenn Aktivisten mit einem ihrer Projekt baden gegangen sind (wie damals das Neue Rechte Wiki der Amadeu-Antonio-Stiftung, dessen Überarbeitung nun auch schon mehrere Monate und so lange dauert, dass die Wahrscheinlichkeit eines Comebacks kaum mehr gegeben ist), so versuchen auch die drei Verantwortlichen, Henning von Bargen, Elisabeth Tuider und Andreas Kemper mit einer verklausulierten Nachricht sicherzustellen, dass sie mit so wenig Gesichtsverlust wie nur möglich aus der Sache herauskommen.

Wir haben uns die Freiheit genommen, die verquaste Mitteilung aus der grünen Pranger-Anstalt in Deutsch zu übersetzen:

Hier unsere Übersetzung:

Text von Agentin.org Übersetzung
Wir kommen wieder! Wir lügen weiter.
Die Agent*In geht vorübergehend offline. Wir beerdigen das Projekt und hoffen, in drei Monaten habt Ihr es vergessen.
Die Agent*In hat intensive Debatten ausgelöst und zeigt: unser politisches Anliegen ist hochaktuell und notwendig. Unser Ziel ist es, dass unterschiedliche Lebensentwürfe selbstbestimmt und in Freiheit gelebt werden können. Wir haben massiv auf die Schnauze bekommen, weil wir anderen Lebensentwürfen als den von uns für gut befundenen, die Freiheit, gelebt zu werden, bestritten haben.
Bedauerlicherweise hat die gewählte Form die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus überlagert. Unser Pranger ist – für uns völlig überraschend – gar nicht gut angekommen.
Deshalb werden wir die Seite erweitern und überarbeiten.
 Wir werden sie verständlicher und vielfältiger machen. Anregungen dazu können über redaktion-agentin@boell.de eingebracht werden. Deshalb schalten wir den Pranger ab. Wir wollen etwas anderes an seine Stelle setzen (immerhin haben wir die Domain bezahlt), wissen aber nicht was. Wer Ideen hat, was man mit einer Domain „Agentin.org“ machen kann: redaktion-agentin@boell.de
Wir sind ein ehrenamtlich arbeitendes Netzwerk aus etwa 180 Menschen, die sich wissenschaftlich, theoretisch und aktivistisch mit Antifeminismus auseinandersetzen. Wir leben in einer Traumwelt in der Andreas Kemper alleine Traum tanzt, Henning van Bargen die gute Miene zum bösen Spiel macht und Elisabeth Tuider für die sexuelle Aufklärung verantwortlich ist.
Antifeminismus ist wesentliches Element der rechtspopulistischen Ideologie und Bewegung. Zunehmend finden sich jedoch gender- und feminismusfeindliche Argumentationen in den Diskursen der gesellschaftlichen Mitte. Wir kommen mit unserer Hetze gegen Andersdenkende einfach nicht mehr so gut an, wie das früher noch der Fall war.
Für uns bleibt die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung dazu eine Aufgabe, der wir uns stellen.
Die Redaktion
Selbstverständlich sind wir lernresistent. Unsere Ideologie, die wir weiter versuchen werden, anderen aufzuzwingen, macht uns immun gegenüber dem Lernen, schon weil wir keine Fehler machen

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Elisabeth Tuider: Mitglied im Denunziantenstadl der Heinrich-Böll-Stiftung

Wir haben uns gefragt, wie es sein kann, dass Elisabeth Tuider, die eigentlich eine Professur an der Universität Kassel besetzt, so viel Zeit erübrigen kann, um sich in der Redaktion des Denunziantenstadl der Heinrich-Böll-Stiftung zu verdingen, und Agentin.org mit Texten zu bestücken.

Die Antwort haben wir im Veranstaltunsangebot von Tuider an der Universität Kassel gefunden.
Die ist einfach nicht ausgelastet. Sie langweilt sich offensichtlich, schon weil sie immer dasselbe unter verschiedenen Schlagworten und Lehrformaten anbietet:

Einmal als Seminar zum Thema
“race-gender-class: Intersektionale Ungleichheiten”

“Nicht nur ´Frau´ zu sein, sondern auch ´Schwarz´ zu sein und aus der ´Arbeiterklasse´ – Mit diesem Hinweis auf mehrfache Diskriminierung kritisierte der black feminism eine allzu weiße westliche Frauenbewegung aber auch eine männliche blackpower-Bewegung. In der daran anknüpfende Intersektionalitätsdebatte wird nicht nur Ungleichheit aufgrund von Gender bearbeitet, sondern in der Thematisierung von Ungleichheiten werden die verschiedenen Differenzachsen entlang von Ethnizität/“Rasse“, Gender, Klasse/Schicht, Sexualität, Nationalität, Alter berücksichtigt und zusammen gedacht. In den letzten Jahren ist „Intersektionalität“ auch in Deutschland zu einer zentralen heuristischen und methodologischen sozialwissenschaftlichen Perspektive avanciert.
Im Seminar werden wir der transatlantischen Reise von race-class-gender nachgehen und uns den aktuellen Herausforderungen und Forschungsfeldern (u.a. den Gender-Studies, den media-studies, der kritischen Migrationsforschung) der Intersektionalitätsdebatten widmen. Das Seminar baut auf deutsch- und wenigen englischsprachigen Texten auf und ist als Lektürekurs konzipiert.”

Einmal als Seminar zum Thema
“Kritische Migrationsforsschung und Critical Whiteness Studies” [der Tippfehler ist im Original]

“Auf der Basis theoretischer Überlegungen aus der kritischen Migrationsforschung (u.a. Hess, Schwenken, Karakayali) werden im Seminar eigene Forschungsfragen im Themenkomplex Migration-Integration-Rassismus eruiert und empirisch bearbeitet. Entsprechend einer Perspektive der critical whiteness studies werden wir dabei den Blick auf „das Eigene“, auf „das Normale“ richten und analysieren wie durch die Herstellung einer Weißen Normalität Macht ausgeübt und Ausschlüsse hergestellt werden.
Nachdem im ersten Teil des Seminars Theorien und empirische Arbeiten aus der kritischen Migrationsforschung vorgestellt werden, geht es im zweiten Teil des Seminars darum, in Kleingruppen, an ausgewählten Fragegestellung z.B. zur „Willkommenskultur Deutschland“, zu „Sexismus und Rassismus“ oder der diskursiven Konstruktion „des Gefährders“, ein qualitatives Vorgehen in einem ausgewählten Praxis- oder Forschungsfeld zum Einsatz zu bringen.
Das Seminar basiert auf vorbereitender Textlektüre, intensiver empirischer Gruppenarbeit, fortlaufender Präsentationen im Seminar und der Bereitschaft zu kritischer Reflexion – auch der eigenen machtvollen Position und des Forschungsprozesses.”

Einmal als Vorlesung zum Thema
„Soziologie der Diversität“

“Nationalität, Geschlecht, Klasse, Sexualität, Befähigung/Behinderung, Alter gelten als die Hauptdimensionen der Diversität. In der Vorlesung werden die soziologischen Zugriffe auf diese Dimensionen der Diversität thematisiert: dies sind die Geschlechterforschung, die Migrationsforschung, die Sexualwissenschaft, die Postkolonial-Studies aber auch Diversity Konzepte wie Diversity-Management oder Interkulturelle Arbeit vorgestellt. Die Vorlesung führt also systematisch in den Zusammenhang von Differenzverhältnissen, Macht und Herrschaft sowie sozialwissenschaftlicher Analyse und ihre Bezugsfelder wie z.B. Bildung, Arbeit und Personalentwicklung ein und bearbeitet aktuelle Herausforderungen und Perspektiven einer Soziologie der Diversität. Wie unterscheiden sich Benachteiligungen und Diskriminierungen aufgrund von Nationalität oder Geschlecht? In so einer Perspektive wird auch danach gefragt, was „das Andere“ ist, oder was am Karneval der Kulturen zu kritisieren ist.”

Vielleicht sollte Frau Tuider sich mehr um ihr Lehrangebot und ihre Studenten als darum kümmern, ob andere Menschen das, was Genderismus als Wissenschaft anbietet, für einen mehr als schlechten Witz halten, schon weil die Entdeckung der „Intersektionalität“ einen Wissenschaftler mit dem Kopf schütteln lässt, denn dass man dann, wenn man zwei Variablen kombiniert, mindestens vier Ausprägungen erhält, das war bereits den alten Babyloniern bekannt und ob es abendfüllend ist, auf Basis eines ökologischen Fehlschlusses Studenten zu verbilden ist auch eher eine Frage, die man als Wissenschaftler mit nein beantworten wird. Zu behaupten, eine Eigenschaft wie „Whiteness“ habe universelle Geltung, ist übrigens ein genetischer und ein ökologischer Fehlschluss. Insofern wäre Frau Tuider auch eine Weiterbildung in Logik zu empfehlen. Aber was macht sie statt dieser dringend notwendigen Weiterbildung: redaktionelle Arbeit im Denunziationsstadl.

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Agentin.org: Die verlorene Ehre des Heinrich Böll

Nachdem die Denunziationsplattformen der Amadeu-Antonio-Stiftung alle miteinander baden gegangen sind, versucht sich nun die Heinrich-Böll-Stiftung an der Denunziation von all denen, die den Katechismus der Böll-Stiftung nicht teilen und der Heilsverkündung des Genderismus nicht folgen wollen.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat dort einen Eintrag, in dem sie als dem „Maskulismus“ nahestehdende Soziologin und Bloggerin bezeichnet wird.
Michael Klein hat dort einen Eintrag, in dem er als am Antifeminismus und Maskulismus orientierter Blogger bezeichnet wird.
ScienceFiles hat dort einen Eintrag, der derzeit nicht erreichbar ist.
SurveyNet hat dort den folgenden Eintrag: „Umfrageseite der Internetpräsenz ScienceFiles, die dem Maskulismus nahesteht“

Verantwortlich für Agentin.org ist die Heinrich-Böll-Stiftung, die wieder einmal einen Weg gefunden hat, um das Geld von Steuerzahlern, das ihr über die Bundestagsparteien zugeschustert wird, zu veruntreuen. Verantwortlich für die Inhalte von Agentin.org ist die Redaktion, die sich aus Andreas Kemper, Henning Bargen und Elisabeth Tuider zusammensetzt. Alle drei scheinen auf eine neue Form des Gelderwerbs angewiesen zu sein und haben offensichtlich wenig andere Qualifikation als den Aufbau von Denunziationsplattformen.

Agentin.org ist die letzten Tage durch die Medien gegangen und wurde mehrheitlich gar nicht positiv aufgenommen.

Es ist an der Zeit, dass wir Stellung zu dieser neuen Form von Zeitvertreib für Schmalspur-Denunzianten nehmen, deren Mut nur dazu reicht, die schwarze Feder in die Hand zu nehmen und aus dem Hinterhalt eines anonymen Computers andere – wie sie meinen – zu diffamieren.

Nun, damit eine Diffamierung klappt gehören immer mindestens drei dazu: Einer der diffamiert, einer, der sich diffamieren lässt und einer der die Diffamierung glaubt.

Mit der Glaubwürdigkeit der Diffamierung ist es nicht weit her, wie die negative Berichterstattung über Agentin.org zeigt.
Mit der Bereitschaft, sich diffamieren zu lassen, ist es auch nicht weit her, wie wir nun demonstrieren werden, in unseren beiden kurzen Statements zeigen:

Michael Klein:

Heinrich Böll hat seine Ehre verloren, seit er von der grünen Stiftung als Namensgeber missbraucht wird. Erinnert sich noch jemand an das Buch „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“? Darin beschreibt Böll – ich zitiere Wikipedia, „wie eine bisher unbescholtene Frau wegen ihrer Freundschaft zu einem Straftäter Opfer der menschenverachtenden Berichterstattung der Boulevardpresse wird, besonders eines bestimmten Blattes, das nur „ZEITUNG“ genannt wird“. Fügt man nun noch das Vorwort, das Böll seiner Erzählung gegeben hat, an, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Heinrich-Böll-Stiftung Heinrich Böll in einer Weise pervertiert hat, die man nur widerlich nennen kann:

„Personen und Handlung dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“

Wie Heinrich Böll wohl reagieren würde, wenn er wüsste, dass die Praktiken, die er damals der Bild-Zeitung zugeschrieben hat, heute von der Stiftung praktiziert werden, die seinen Namen trägt?

Heike Diefenbachs Statement ist in Reaktion auf die Anfrage eines Medienvertreters geschrieben wurde, die sie heute erreicht hat und in der sie gefragt wird, was sie davon “denkt”, in der Liste von Agentin.org geführt zu werden.

Hier die Antwort von Dr. habil. Heike Diefenbach:

Hallo …

schön, dass Sie das interessiert, obwohl ich nicht weiß, warum!

Was glauben Sie, was ich darüber denke?

Ich denke erstens, dass das Führen von Listen mit Personen, die als Gefahr für irgendeine Ideologie betrachtet werden, für diese Personen mehr oder weniger ehrenhaft ist, weil es zeigt, dass diese Personen eigenständig denken können und über Urteilsfähigkeit verfügen.

Dies gesagt denke ich zweitens, dass das Führen von Listen mit Personen, die als Gefahr für eine Ideologie betrachtet werden, als solches eine Praxis ist, die man mit totalitären Staaten und deren Helfershelfern und Wasserträgern in Verbindung bringt, mit demokratischen Spielregeln jedoch nicht vereinbar ist, denn in Demokratien ist es normal und wird akzeptiert, dass Menschen mit Bezug auf gesellschaftspolitische Fragen unterschiedlicher Auffassungen sind (wie z.B. im Vereinigten Königreich, in dem ich seit mehr als 10 Jahren nicht ohne Grund lebe und arbeite).

Drittens ist es zutreffend, dass ich der Genderideologie nichts abgewinnen kann; ich bin kein Ideologe, sondern Wissenschaftler.

Viertens ist es gerade deshalb aber nicht zutreffend, mich als “anti-gender” einzuordnen insofern mich die Gender-ideologie als solche genauso wenig interessiert wie irgendeine andere Ideologie. Ich würde angemessenerweise bestenfalls als “anti-Ideologie” und “pro-Wissenschaft” geführt.

Fünftens und vor allem denke ich darüber, dass es schwerlich weniger in diesem Universum gibt, was mir gleichgültiger wäre und was ich lächerlicher fände.

Und zwar deshalb, weil ich sechstens darüber denke, dass die Zeit, die mit Listen, auf denen ideologisch “böse” Zeitgenossen zusammengestellt werden, besser dazu genutzt wäre, zu versuchen, POSITIV für die Genderideologie und deren Relevanz zu argumentieren,

weshalb ich wiederum siebtens denke, dass das anscheinend selbst in den Augen derer, die sich so gerne als pro-gender inszentieren, nicht möglich ist.

Quod erat demonstrandum!

Mit freundlichen Grüßen,

__________________________
Dr. phil. habil. Heike Diefenbach
– Consulting Social Scientist, Researcher, Author and Educator –

Mehr haben wir zu diesem Thema nicht zu sagen.

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Ganz unten: Fachhochschule Frankfurt wird für politische Propaganda missbraucht

Gestern sind sie für die Wissenschaft marschiert. Heute hat sie der universitäre Alltag wieder – Der universitäre Alltag, der sich an der Fachhochschule Frankfurt nicht als Wissenschaft, sondern als Propaganda darstellt.

ffmas propaganda flyer 1„Besorgt.konservativ.rechts“, so lautet der Titel einer großspurig als „interdisziplinäre Tagung“ bezeichneten Veranstaltung, deren Ziel darin besteht, sich – interdisziplinär – mit „neueren rechten Hegemoniebestrebungen“ auseinander zu setzen. Hier kann man den Flyer zur Veranstaltung bereits aus der Hand legen, denn mit Wissenschaft hat das Ganze nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um offene Propaganda, deren Ziel darin besteht, den Status auszunutzen, den Universitäten und Fachhochschulen als Orte, an denen dem Gerücht nach Bildung vermittelt und Wissen gesammelt wird, nach wie vor haben. Allerdings arbeiten Fachhochschulen wie die in Frankfurt, die sich hochtrabend als „University of Applied Science“ bezeichnen, massiv daran, den Rest an Glaubwürdigkeit und Status, auf den Sozialwissenschaften noch vertrauen können, zu beseitigen, und zwar restlos.

Dazu tragen eine Vielzahl von Eigentümlichkeiten, Fehlern und Lügen bei, die die „interdisziplinäre Tagung“ auszeichnen.

Beginnen wir bei der Zielsetzung:

“Die Tagung hat das Ziel über ‚Neue Rechte‘ zu informieren und den Menschen Gehör zu verschaffen, die von den Aktivitäten der ‚Neuen Rechten‘ betroffen sind, um daraus Handlungsperspektiven für Politik, Zivilgesellschaft und die Soziale Arbeit zu entwickeln sowie Möglichkeiten einer breiten gesellschaftlichen Widersetzung aufzuzeigen“.

Wer einen solchen Text fabriziert, der hat nicht einmal an Fachhochschulen etwas verloren. Auch Fachhochschulen sind kein Ort, an dem die moralische Erregtheit darüber, dass es Menschen gibt, die andere Einstellungen haben als man selbst, ausgelebt werden kann – auf Kosten der Steuerzahler. Selbst an Fachhochschulen geht es darum, Wissen zu vermitteln und nicht darum, sich als Büttel politischer Interessen zu verdingen, politischer Interessen wie sie die Hans Böckler Stiftung, der Anhang des DGB oder die Rosa-Luxemburg Stiftung als Steuergelderappropriationsvehikel der LINKEN zweifellos haben. Beide finanzieren die Veranstaltung an der Fachhochschule Frankfurt, die sich mit der Neuen Rechten beschäftigt.

Schließlich sind nicht einmal Fachhochschule, obwohl sie praktisch ausgerichtet sind, Orte der politischen Agitation, an denen die Ideologie derer verabreicht wird, die einem gerade finanzieren oder deren Wasserträger man ist. Selbst Fachhochschulen vermitteln Methoden, die zur Gewinnung von Erkenntnis gebraucht werden. Politische Agitation und Propaganda wie sie am 6. und 7. Mai auf dieser „interdisziplinären Tagung“ veranstaltet werden, gehören nicht dazu.

Der Gegenstand der Veranstaltung hat übrigens mit der Neuen Rechten nichts zu tun. „Neue Rechte“ ist ein geschützter politikwissenschaftlicher Begriff, der die politischen Gruppierungen umschreibt, die in den 1980er und 1990er Jahren unter der Anleitung von Alain de Benoist als Nouvelle Droite entstanden sind. In Deutschland waren dies die Republikaner. Das wissen natürlich all diejenigen nicht, die sich heute moralisch dadurch auszeichnen wollen, dass sie in das irre Geheul gegen die Rechten einstimmen. Sie denken, die Neue Rechte dringe durch „neoliberale Forderung in Politik und Gesellschaft und die Felder Sozialer Arbeit“ ein. Ein völliger Unsinn. Wer jemals gelesen hat, was die Programmatik Neuer Rechter Parteien umfasst, der findet dort einen nationalen Sozialismus, der sich in krassem Gegensatz zum Neoliberalismus befindet.

Die Nouvelle Droite von de Benoist ist eine Bewegung, die konservativen Werten verpflichtet ist, sich gegen Globalisierung und den Neo-Liberalismus wendet, der immer als Feindbild herhalten muss, wenn Rechte oder Linke eines brauchen, und  freie Märkte am liebsten abschaffen würde. Die Neue Rechte hat soviel mit Rechtsextremismus zu tun wie die Amadeu-Antonio-Stiftung mit Demokratie – nämlich nichts.

Politikwissenschaftliche Konzepte wie „Neue Rechte“ wurden eingeführt, um ein ideologisches Feld, mit dem sich Politikwissenschaftler beschäftigen, zu ordnen, sie wurden nicht eingeführt, damit ideologische Legastheniker sich ihrer bemächtigen, sie durcheinander werfen und für ihre ideologischen Zwecke missbrauchen, die in der Denunziation von allem und jedem, was nicht ist wie sie selbst, also im Ausleben ihrer ideologischen Xenophobie und Egomanie bestehen.

Aber das weiß man an der Fachhochschule Frankfurt nicht, was der Tatsache geschuldet sein kann, dass man am Fachbereich 4 „Soziale Arbeit und Gesundheit“ der Ansicht ist, man müsse „Optionen des konstruktiven Entgegenarbeitens“ gegen die „Aktivitäten der Neuen Rechten“ erkunden. Die Schuster der Sozialen Arbeit sollten bei ihren Leisten bleiben. Vielleicht verstehen sie etwas von Sozialer Arbeit, von Politikwissenschaft verstehen sie offensichtlich überhaupt nichts. Und wenn man am Fachbereich 4 der „University of Applied Science“ in Frankfurt gerne gegen die, die man rechts wähnt, agitieren will, dann bitte konsequent: Stelle kündigen und bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung bewerben und dort das Steuergeld, das andere durch Arbeit verdienen, verprassen.

Möglicherweise will der Organisator ob dieser Fehler und Peinlichkeiten ungenannt bleiben. Ein Novum seit es die Verantwortlichkeit im Sinne des Presserechts gibt. Vielleicht haben auch Aussagen wie die folgende, die sich in der Pressemitteilung findet, damit zu tun, dass der Veranstalter lieber in Anonymität verharrt:

“Keynote-Speaker sind Andreas Kemper, Experte für Klassendiskriminierung an der Universität Münster, und Prof. Dr. Elisabeth Tuider, Fachgebiet Soziologie der Diversität an der Universität Kassel.“

Das einzige, was über den „Experten für Klassendiskriminierung an der Universität Münster“, Andreas Kemper, aka Schwarze Feder, bekannt ist, ist seine eMail-Adresse. Ansonsten scheint die Universität hier ihren Experten nicht mit einem Dienstraum oder gar einer Dienstanschrift zu bedenken. Nicht einmal Kemper weiß etwas von seinem Expertenstatus an der Universität Münster. Auf seiner Homepage schreibt er:

“Zur Zeit bin ich an der Uni Münster noch eingeschrieben, da ich am Institut für Soziologie meine Dissertation verfasse. Das Thema ist Klassismus. Begriff und Gegenstand. Neben meiner Promotion versuche ich Working Class/ Poverty Class Academics zu organisieren. Hierzu habe ich mittlerweile eine Reihe von Tagungen organisiert, das Magazin/ Blog The Diswasher gegründet. 2011 organisierte ich die 15. WCPCA-Conference, die erstmals in Deutschland stattfand, wodurch sich hier ein deutschsprachiger Ableger der WCPCA gründete.“

Die Aussage „zur Zeit“ ist wohl ancient history und bezieht sich auf die Jahre vor 2011. Ob von der Einschreibung mehr als die eMail-Adresse geblieben ist, ist uns nicht bekannt. Bekannt sind dagegen Kemper und Elisabeth Tuider. Man hat sich zusammengefunden, um die „AfD und ihr Verhältnis zu Geschlecht“ kontrovers in Sexualpädagogik zu diskutieren. Und so fügt sich dann ein Keynote-Speaker zum nächsten. Elisabeth Tuider aus Kassel hat damit Aufmerksamkeit erregt, dass sie Kinder bereits in Grundschulalter mit diversen sexuellen Techniken vertraut machen will. Es ist offensichtlich in Deutschland nicht nur möglich, die eigene sexuelle Obsession oder Deprivation zum Gegenstand der Lehre an Hochschulen zu machen, es ist auch möglich, angebliche Experten zu finden, die die AfD für eine Neue Rechte Partei halten.

Warum auch nicht?
ffmas propaganda flyer 2Wissenschaftliche Konzepte wurden eben eingeführt, damit jeder damit anstellen kann, was er gerade beliebt. Schließlich leben wir in einem subjektiven Zeitalter und wenn Kemper für Nicola Veith von der Pressestelle der Fachhochschule Frankfurt ein „Experte für Klassendiskriminierung an der Universität Münster“ ist, dann ist er das eben. Dass man in Münster nichts davon weiß, ist deren subjektiver Sicht der Dinge geschuldet. Und warum soll man nicht Tuider in Frankfurt auf der interdisziplinären Tagung, die von der Rosa-Luxemburg Stiftung der Linken, die vollständig von Steuergeldern lebt, und der Böckler-Stiftung des DGB finanziert wird, darüber sprechen lassen, wie sie ganz furchtbar zum Opfer derjenigen geworden ist, die eine „Re-Normierung von Familie und Verwandtschaft, Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität“ wollen und ihre „Sexualität der Vielfalt“ ablehnen. Es waren natürlich auch im Fall von Tuider Neue Rechte, die es nicht mit ansehen wollten, dass ihre Kinder im Unterricht Sexualpraktiken erlernen und zu Versuchskarnickel für die Reich-Schülerin Tuider werden. Reich, für alle, die ihn nicht kennen, ist der Erfinder oder Finder oder Entdecker des Orgon, jener Lebenskraft des Orgasmus, die er mit speziell entwickelten Apparaturen einfangen wollte.

Mit Wissenschaft hat das alles nichts zu tun (Das kann man nicht oft genug feststellen).

Vielleicht ist es ja auch kein Zufall, dass in Frankfurt oder Berlin ein Marsch für die Wissenschaft veranstaltet wurde. Marschiert sind Linke wie Rechte immer gerne, hinter Fahnen und mit geschlossenen Reihen und dabei haben sie alles niedergetrampelt, was sich ihnen in den Weg gestellt hat. Die institutionalisierte Wissenschaft zum Beispiel, die am 6. und 7. Mai in Frankfurt einmal mehr in ihrer missbrauchten und traurigsten Gestalt zu bemitleiden ist.


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