Die neue Lüge: Das Gender Unpaid Gap

FES.StiftungBei der Friedrich-Ebert-Stiftung hat man die Zeichen der Zeit erkannt: Die Lüge mit dem Gender Pay Gap, sie fällt nur noch bei den Allereinfältigsten auf fruchtbaren Boden. Bei der Mehrheit der Bevölkerung hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass wer weniger arbeitet, mehr teilzeit arbeitet, weniger Überstunden macht, weniger Berufserfahrung hat und häufiger fehlt, auch weniger verdient. Frauen arbeiten im Aggregat weniger als Männer, arbeiten häufiger Teilzeit als Männer, sie machen weniger Überstunden als Männer, haben weniger Berufserfahren und fehlen häufiger. Deshalb ist ihr Lohn im Aggregat geringer als der von Männern.

Nun, da die Gender-Pay-Gap Lüge aufgeflogen ist, ist die nächste Lüge in Vorbereitung. An die Stelle des Gender Pay Gaps soll das “Gender Unpaid Gap” treten. Die Lüge, die dieses Mal verbreitet werden soll, sie lautet nicht mehr: Frauen werden für gleiche Arbeit schlechter bezahlt als Männer, sie lautet: Frauen arbeiten mehr unentgeltlich als Männer, deshalb: Gender Unpaid Gap.

Wie so oft, wenn es darum geht, Lügen in den öffentlichen Diskurs zu tragen, stehen die politischen Vereine der Parteien in der ersten Reihe. Und – ebenfalls wie so oft, wenn es darum geht, Lügen in den öffentlichen Diskurs zu tragen, fällt die Aufgabe, die Lüge zu übermitteln, Leuten zu, die gänzlich unbekannt sind und mit der Stiftung, in deren Auftrag sie unterwegs sind, nur von Insidern in Verbindung gebracht werden.

Barbara König, Jonathan Menge und Christina Schildmann kommt dieses Mal die Rolle zu, die ideologische Schmutzarbeit zu verrichten, und sie tun das in einer Weise, die den Eindruck vermittelt, es habe nicht viel Überzeugungsarbeit seitens der Verantwortlichen der Friedrich-Ebert-Stiftung gebraucht, um die drei instrumentalisieren zu können und sie – im schlimmsten Fall, wenn die Lüge auffliegt – der Lächerlichkeit preiszugeben.

Und die Lüge ist aufgeflogen.

Wir haben den Text der Friedrich Ebert Stiftung, der mit “Inside the Gap 1/3: Der Gender Pay Gap – Die große Lücke ist unbezahlt” überschrieben ist, gelesen.

Anglizismen sind neuerdings sehr beliebt, vor allem bei Leuten, die sie nicht bedienen können. Man kann zwar auch im Englischen in einer Spalte oder einer Lücke stehen (Gap), aber wer von sich behauptet, er stünde in einem verbalen, in der Realität nicht vorhandenen Gender Pay Gap, der macht sich lächerlich, so lächerlich wie derjenige, der sich aus dem Inneren einer Angebotslücke meldet (Gap in Supply).

Wie dem auch sei: “Die große Lücke ist unbezahlt”. Und die große Lücke, sie hat nichts mehr mit dem eigentlichen Gender Pay Gap zu tun, nein, die große Lücke führt weg vom Gender Pay Gap, der aufgeflogenen Lüge, und hin zur neuen – in einem Anglizismus – Cover Story: Also der Geschichte für die Dummen und Leichtgläubigen, mit der versucht wird, von der Wahrheit abzulenken.

Und sie liest sich wie folgt, die neue Cover Story, die neue Lüge des Gender Unpaid Gap:

FES Brain Gap“Dass Frauen weniger Lohnarbeit verrichten, heißt keineswegs, dass Frauen weniger arbeiten als Männer – auch wenn in den Köpfen vieler Menschen der Begriff „Arbeit“, etwas arglos und einem allzu engen Begriffsverständnis folgend, mit bezahlter Arbeit gleichgesetzt wird. Denn Frauen verrichten wesentlich mehr unbezahlte Arbeit und Sorgearbeit als Männer. Die letzte große Zeitverwendungsstudie aus den Jahren 2001/2002 kam zu dem Ergebnis, dass sich die Geschlechterdifferenzen im Bereich der bezahlten und unbezahlten Arbeit zusammengenommen im Wesentlichen ausgleichen. Während Frauen im Durchschnitt 31 Stunden in der Woche unbezahlte und 12 Stunden bezahlte Arbeit leisten, verbringen Männer 19 ½ Stunden mit unbezahlten und 22 ½ Stunden mit bezahlten Tätigkeiten. Frauen arbeiten also 11 ½ Stunden mehr unbezahlt, Männer 10 ½ Stunden bezahlt”.

Die letzte “große Zeitverwendungsstudie”, die dieses skandalöse Ergebnis erbracht hat, haben Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Bundesministeriums für … na?, richtig: FSFJ durchgeführt. Und aus nicht weiter nachvollziehbaren Gründen haben sie alle Ergebnisse, so auch die hier dargestellten, für Personen ab 10 Jahren (zuweilen auch ab 12 Jahren) berichtet. Es handelt sich bei dem Gender Unpaid Gap, das die drei Wegwerf-Autoren [Wegwerf Autoren deshalb, weil die entsprechenden Autoren, sind sie erst einmal ihre Schuldigkeit getan haben, wie z.B. die Herren Rosenbrock oder Rieske, von ihren Auftraggebern discarded werden, um einen weiteren Anglizismus zu verwenden] aus dem FES berechnet haben, um ein Gender Unpaid Gap, das bereits bei Jungen und Mädchen herrscht.

Vor allem bei Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren und bei denen, die noch in der Ausbildung sind, stellt sich das Gap zwischen unbezahlter Arbeit und Erwerbsarbeit in einem Ausmaß dar, das man nicht anders als bedenklich bezeichnen kann, kommen die wöchentlichen Aufwendungen für Erwerbsarbeit von z.B. 11jährigen doch nahe 0, so dass man fast einen Ausschluss vom Arbeitsmarkt annehmen muss.

Entsprechend sind die 11jährigen auf Mithilfe im Haushalt angewiesen, auf unbezahlte Familienarbeit, die sich in minderen Tätigkeiten wie “Kochen, Spülen, Reinigen von Haus und Wohnung, Wäsche-, Tier- und Gartenarbeit” niederschlägt. So steht zu vermuten, dass sich 11 und 12jährige auf die Pflege von Haustieren spezialisiert haben und hier deutlich mehr unbezahlte Arbeit verrichten als ihre Väter, die dem Privileg einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Man weiß nicht, ob man lachen oder schreien soll, wenn man einen derartig abgrundtiefen Unsinn vor sich sieht, wie den von Barbara König, Jonathan Menge und Christina Schildmann, denen der Auftrag erteilt wurde, ein Gender Unpaid Gap zu erfinden, ein Auftrag, an dem sie kläglich gescheitert sind, nicht nur, weil es mehr oder minder zur Arbeitsteilung gehört, dass diejenigen, die zuhause sitzen, sich mehr um den Haushalt kümmern als diejenigen, die acht Stunden pro Tag am Arbeitsplatz verbringen, zu dem sie häufig mehr als eine Stunde Anreise haben, was bei der Berechnung des Gender Unpaid Gap leider unberücksichtigt geblieben ist.

scully facepalmSie sind auch deshalb gescheitert, weil sie nicht bemerkt haben, dass ihnen in den Daten des Bundesministeriums für FSFJ Kinder als Erwachsene untergeschoben wurden. Alle berichteten Angaben beziehen sich auf Personen ab 10 Jahren (bzw. 12 Jahren), was zudem bedeutet: Rentner sind auch enthalten. Dass Witwen, die es häufiger gibt als Witwer, mehr Gelegenheit haben als Nicht-Erwerbstätige und über Hausarbeit zum “Gender Unpaid Gap” beizutragen als ihr Verblichener, ist ein weiterer Umstand, den die drei von der FES aus Gründen ideologischer Bequemlichkeit übersehen haben oder mussten.

Es ist ein so dicker Hund, dass man Barbara König, Jonathan Menge und Christina Schildmann nur raten kann, sich tief in den ideologischen Hallen der FES zu verkriechen und nicht ans Tageslicht derer zu kommen, die sich ernsthaft mit Daten und wissenschaftlicher Analyse befassen.

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31 Responses to Die neue Lüge: Das Gender Unpaid Gap

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  2. Roland S. says:

    Nicht berücksichtigt haben sie den Umstand, dass laut Untersuchungen Frauen 80% des Geldes ausgeben.

  3. A.S. says:

    Fällt unter unbezahlte Arbeit auch Haus- und Erziehungsarbeit einer Vollzeitmutter, die dafür von ihrem Mann den gesamten Lebensunterhalt inklusive Altersvorsorge gestellt bekommt?

    • Kaleun says:

      Derartige Studien sind in ihrem wissenschaftlichen und praktischen Wert nicht zu unterschätzen. Man muss sie nur mit dem Umstand zusammen führen, dass Frauen in westlichen Gesellschaften mindestens über dieselbe effektive Kaufkraft verfügen wie Männer: schon können wir sämtliche Pay- und Unpaid-Gaps addieren und erhalten das maßgebliche Parasite-Gap, das Männern bei Lebens- und politischen Wahlentscheidungen wertvolle Richtschnur sein kann.

    • Michel Houellebecq says:

      Also diese Frauen arbeiten nach gängiger Lehrmeinung vor allem deshalb ‘gratis’, weil ihre i.d.R. Vollzeit erwerbstätigen Männer und Väter am Ende des Monats den ganzen Lohn natürlich für sich alleine behalten und verjubeln! Obwohl in Singlehaushalten erfahrungsgemäss genau dieselben Tätigkeiten anfallen (Kochen, Waschen, Bügeln, Putzen u.v.a.m.), ist dort komischerweise nicht von ‘Gratisarbeit’ die Rede.

      • Michel Houellebecq says:

        Wir können diese absurde Aufteilung in bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten natürlich auch auf andere Lebensbereiche ausweiten, Sport zum Beispiel: Ich treibe viel Sport, aber niemand bezahlt mich dafür. Treibe ich nun deshalb ‘Gratissport’? Und was ist mit dem Arbeitsweg? Lege ich den gratis zurück..? Schliesslich tragen auch diese, äh, Tätigkeiten etwas zur wirtschaftlichen Prosperität bei und haben, genauso wie die Haus- und Erziehungsarbeit, (in)direkt etwas mit der Leistung zu tun, die ich (als Mann) im Rahmen der bezahlten Erwerbsarbeit erbringe.

        Gratis schlafen tu’ ich übrigens auch… dream on, Baby: Diese unsinnige Aufteilung in bezahlte und unbezahlte Arbeit macht m. E. nur dann Sinn, wenn man sie in Relation zu den gängigen, ökonometrischen Methoden setzt, mit denen die gesamtwirtschaftliche Leistung gemessen wird. Zur Zeit sind das BIP-Statistiken. Das die nur einen Teil aller Arbeiten abbilden, die in einer Volkswirtschaft erbracht werden, ist mittlerweile hinlänglich bekannt.

  4. Martin says:

    Oh Gott… das ist so grauenhaft dumm, das gibt es ja wirklich nicht.

    Was mir aber bei der Studie direkt in den Kopf kam, das ist die Frage wie es mit der Verteilung von Frauen und Männern bei ehrenamtlicher Tätigkeit aussieht.
    Bei einer ersten, schnellen google-Suche bin ich zumindest auf eine interessante Stelle in einer Beschreibung des “FWS”, des “Freiwilligensurvey” gestoßen.

    Ich zitiere mal:
    “Es ist die umfassendste und detaillierteste quantitative Erhebung zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland. Freiwilliges Engagement und die Bereitschaft zum Engagement von Personen ab 14 Jahren werden detailliert erhoben und können differenziert nach Bevölkerungsgruppen und Landesteilen dargestellt werden.”

    Wäre das als Grundlage für die Behauptung “Frauen arbeiten mehr unentgeltlich” genommen worden, dann wäre das ja diskutierbar.
    Vermutlich hat es aber einen bestimmten Grund, warum das nicht geschah, sehr interessant…. :

    “Wer engagiert sich?

    Das freiwillige Engagement weist in Deutschland einen ausgeprägten Mittelschichtsbias auf.[2] Personen mit höherer Bildung, guter sozialer Integration und mind. durchschnittlichen Haushaltseinkommen gehören eher als andere zu den freiwillig oder ehrenamtlich Engagierten. ………
    Zwar ist die personelle Basis der freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeit in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern recht unterschiedlich, doch lässt sich feststellen, dass sich Männer insgesamt HÄUFIGER engagieren als Frauen. Männer übernehmen häufiger als Frauen Führungs- und Leitungspositionen und sind eher in Tätigkeitsbereichen mit Außenwirkung (bspw. politische Interessenvertretung) engagiert. Frauen dagegen sind häufiger in Tätigkeitsfeldern am Menschen (bspw. im Sozial- und Pflegebereich) engagiert als Männer. Dennoch sind sie in den Führungs- und Leitungsfunktionen weiblicher Tätigkeitsfelder unterrepräsentiert. An dieser Situation hat sich zwischen 1999 und 2009 nicht viel verändert.

    Also: Männer engagieren sich häufiger freiwillig und übernehmen freiwillig häufiger anspruchsvollere Aufgaben mit mehr Verantwortung. Aber Frauen arbeiten viiiiel mehr kostenlos. Klar. And Black is white and up is down….

    Der Eintrag in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwilligensurvey

  5. Chris4You says:

    Hmm, ich hoffe es wurde das “Free-Time-Gap” und das “I Do What I Like”-Gap (Umgangssprachlich auch als das ” Selbstverwirklichungs-Gap” bezeichnet) gebührlich beachtet… Oder auch: Danke für KiKa ab einem Jahr, gibt mehr Freizeit… Da gibt es wohl einen kausalen Zusammenhang, je höher die Unterstützung desto weniger Teilnahme am Arbeitsleben (sprich: Ausnutzen für mehr Freizeit/Selbstverwirklichung)… desto mehr Mehrarbeit zur Kompensation durch -äh- die Unterdrücker… ;o)

  6. Matze says:

    “Männer leisten nach einer repräsentativen Umfrage in Deutschland häufiger ehrenamtliche Arbeit als Frauen, Westdeutsche engagieren sich öfter als Ostdeutsche. Diese Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Emnid veröffentlichte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Freitag in Münster anlässlich seines Zukunftskongresses „Engagement heute“. Demnach leisten 27 Prozent der männlichen Deutschen kostenlos etwas für die Gesellschaft, aber nur 21 Prozent der Frauen.”

    Ob das da wohl auch berücksichtigt wurde?

    Das lustige ist ja auch der Versuch, die Hausarbeit der Erwerbsarbeit gleichzusetzen. Wie ist das denn bei einem Single? Muss der oder die seine/ihre Bude nicht sauber machen? Und wer hätte überhaupt Interesse daran, dass man seine eigene Wohnung sauber hält und die dafür auch noch zu bezahlen?

  7. Philocodex says:

    Ein Junge-Freiheit-Journalist beklagte neulich die Selbstbedienungsmentalität von Funktionären der ehemaligen Arbeiterpartei SPD, ihrer Stiftung, und der Gewerkschaften.

    Da es immer weniger Arbeitnehmer gibt, die man noch vertreten kann, treten Besitzstandswahrung und stramm linke Ideologismen in den Vordergrund.

    Dieser Fall zeigt es auch wieder: Da werden linke bürgerliche Autoren bezahlt, sich eine weitere Diskriminierung auszudenken, die man dann “erforschen” und propagieren kann. Was zu weiteren Transfer-Jobs für linke bürgerliche Akademiker führt.
    Gibt es im SPD-Ebert-Komplex eigentlich noch bodenständige klassische Sozialdemokraten?

    • jakob sparrov says:

      Gab es denn je “Sozialdemokraten”??? Am Beispiel Österreich: In den 1930ern hießen sie sich “Austromarxisten” incl. eines misslungenen, blutigen Putschversuches 1934 zwecks “Errichtung einer marxistisch-leninistischen Volksdiktatur nach Vorbild der Sowietunion” – so ihr damaliges Parteiprogramm (Was soll daran sozial oder gar demokratisch sein ???) Dann hießen sie sich “Sozialisten”, schafften aber in 13 Jahren Alleinregierung (70 – 83) nicht, Männlein und Weiblein in der Entlohnung gleich zu stellen! (Das soll “sozial” und “demokratisch” sein ???) Heute schimpfen sie sich “Sozialdemokraten”, sind aber nur zu sich selbst sozial (Freunderl und Genossenwirtschaft !!!) und haben keinen blassen Schimmer von Demokratie (siehe Wiener Wahlrecht und ihre Weigerung, dieses in ein demokratisches zu verändern !!!)

  8. chomskyy says:

    Vor allem, was soll das mit der unbezahlten Arbeit?? Auch wenn es so wäre, wurden die Frauen dazu gezwungen, diese unbezahlte Arbeit zu leisten? Sicherlich nicht, sie taten es freiwillig! Es ist niemand gezwungen, einen Mann zu heiraten und Kinder zu haben und es ist auch niemand gezwungen, mit einem Mann im gleichen Haushalt zu leben. Zudem: Dann sollen sie halt schauen, dass ihre Arbeit, die sie momentan unbezahlt machen, bezahlt bekommen und sie halt sonst nicht mehr machen.

    • Philocodex says:

      Die Frauen können ja nix für den Schwachsinn der Ebertler. Genderologen finden immer was.

  9. Die Auswahl der Grundgesamtheit der für die Untersuchung befragten ist in der Tat seltsam. Leider wird die weder in der Zeitverwendungsstudie noch im FES-Papier begründet. Wenn Sie darauf hinweisen, dass sich eine Übertragung dieser Studie auf das FES-Papier daher nicht ohne weiteres vornehmen lässt, haben Sie recht. Das weist auf grundlegende handwerkliche Fehler hin.

    Doch die Aussage, der Gender Unpaid Gap sei eine Lüge, lässt sich dadurch allein noch nicht rechtfertigen. Dafür müsste erst der Nachweis erbracht werden, dass die Auswahl einen derart verzerrenden Einfluss auf das Ergebnis hat, dass die These vom Gender Unpaid Gap tatsächlich unhaltbar ist. Diesen Nachweis erbringen Sie nicht. Müssten Sie eigentlich auch nicht; Das Verdienst, die unsaubere Arbeit entlarvt zu haben, ist unbestreitbar.
    Wenn Sie aber vollmundig (und in der Wissenschaft höchst unüblich) von einer “Lüge” sprechen, müssen Sie die Lüge auch belegen. Das tun Sie nicht, also stellt sich die Frage: Warum sprechen Sie hier von einer Lüge, wenn Sie dafür keine Belege haben? Das spricht seinerseits nicht für wissenschaftliche Standards, sondern für politische Rhetorik. Und das hilft in der Auseinandersetzung mit dem Mist, der von der FES produziert wird, nicht weiter.

    • Roland says:

      Liegt höchstwahrscheinlich daran, dass das hier ein Blog ist, der durch die kürze seiner Artikel durchaus etwas reißerisch daher kommen darf. Über die bissigen Spitzen in den Artikeln, die auch hööööchst unwissenschaftlich sind, regt sich doch auch keiner auf. Es ist die Suppe im Salz.

      Ich denke das schaffen sie schon die Quintessenz bzw den propositionalen Gehalt eines Artikels von seinem rhetorischen Gehalt zu trennen.

  10. jsbielicki says:

    Hat dies auf psychosputnik rebloggt.

  11. hope says:

    Info:

    “80% aller Nachrichten stammen aus PR-Büros

    Dass dem immer weniger so ist, belegen Studien wie die kürzlich vom Schweizer Bundesamt für Kommunikation in Auftrag gegebene (vgl. «Neue Zürcher Zeitung» vom 2. Februar), die eine vermehrte und gar dramatische Abhängigkeit der Journalisten von interessengeleiteten PR-Firmen aufzeigen. Schon Mitte der 80er Jahre zeigten Barbara Baerns in Deutschland und René Grossenbacher in der Schweiz, dass nahezu zwei Drittel aller in den Medien verbreiteten Meldungen von aussen kamen, also nicht selbständig recherchiert waren, sondern aus der Feder von Public-Relations-Agenturen stammten. Und 80 Prozent aller Nachrichten in den Medien stützen sich auf lediglich eine einzige Quelle – ebenfalls zu orten in den Bürofluchten gewiefter PR-Agenturen. Jörg Becker und Mira Beham sprechen in der hier vorzustellenden Studie «Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod» von einer eigentlichen «Kolonialisierung der Medien durch die PR-Industrie». (S. 16) Am deutlichsten sei dies zutage getreten im Konzept des «embedded journalism», des «eingebetteten Journalismus», während des Irak-Krieges: «Man liegt miteinander im Bett – ganz offensichtlich ungeniert, öffentlich, schamlos.» (S. 16) ” zeitfragen.ch – Das Buch heißt: Wie die Öffentlichkeit in Kriege gelogen wird

  12. hope says:

    Arbeit ist Selbstverwirklichung. Nachdem ich mich heute den ganzen Tag selbst verwirklicht habe, kommen mir schon wieder die Schildbürger in den Sinn.

    Die Bürger von Schilde beschlossen, sich dumm zu stellen.

    Nur der Lehrer warnte: Wer sich dumm stellt, wird vielleicht wirklich dumm!

    Da lachten ihn alle aus.

    Seht ihr, sagte der Lehrer, es geht schon los.

    Die Stelle ist aus der Erinnerung zitiert. Ich habe sie im Internet gesucht, und da fällt sie entweder aus, oder wird auf eine sonderliche Art interpretiert??

  13. Pingback: Die neue Lüge: Das Gender Unpaid Gap | Der Honigmann sagt...

  14. Meier, Hans (Kempten) says:

    Was heißt eigentlich unbezahlt? Mann arbeitet und gibt Frau Geld. Irgendwovon muss sie ja ihre unbezahlte Arbeit finanzieren und zu dem Geld kommen, dass sie mehr ausgibt als Mann. Ist Geldabgabe bezahlte oder unbezahlte Arbeit? Wer bezahlt und wer ist unbezahlt?

  15. markus says:

    Haben se gut gemacht die Drei, kriegen bestimmt wieder einen Auftrag von der Gewerkschaft !

  16. Pingback: Die Möchtegern-Volkserzieher | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

  17. albjaga says:

    Man könnte die Statistik, daß ach so wenig Frauen einer bezahlten Arbeit nachgehen (müssen) durchaus positiv sehen.
    Das Land ist so reich, daß es sich das leisten kann!
    Mal ganz ehrlich als Hausmann gesagt: Ist deutlich schöner als arbeiten!
    Wir haben das Glück, daß meine Frau in ihrem Beruf genug verdient, daß einer daheim bleiben kann. Das ist bei uns leider notwendig, denn trotz, oder wegen, der schönen neuen Schullandschaft in uinserem Bundesländle empfiehlt es sich bei nicht ganz einfachen (Schul)kindern sich so viel wie möglich selbst zu kümmern.
    Ich bin heilfroh, daß es uns möglich ist dies zu tun. Und betrachte das als Gewinn besonders für mich.
    Die meisten Frauen in unserem Umfeld die teilzeit oder gar nicht arbeiten sehen das übrigens genau so.
    Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf, daß auch ich irgendwann verstehe warum es besser ist die Kinder von Fremden erzeiehn zu lassen und selber den ganzen Tag zu malochen. Die wenigsten arbeiten ja in einem Beruf der täglich neue Schätze für die Menschheit zutage fördert.

  18. Martin says:

    Es gäbe auch noch einen Faktor zugunsten der These, das tatsächlich Männer mehr unbezahlte, gemeinnützige Arbeit leisten, als Frauen.

    Das wäre die inzwischen große Menge an freier -und in Teilen Open-Source- Software und auch Hardware.
    Da stecken viele, viele Stunden größtenteils hoch qualifizierter Arbeit drin und der Anteil von Frauen geschaffenen Codes ist sehr überschaubar.

    Das gleiche gilt für viele andere Lizenzoffene und ähnliche Projekte, ob nun für Literatur, Medien usw. .

  19. Chris4You says:

    Es ist da, es ist da!

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/statistisches-bundesamt-frauen-arbeiten-oft-unbezahlt-a-1034241.html!

    Es hat seinen Weg aus den Untiefen der Statistik in die breite mediale Öffentlichkeit genommen und wird folgerichtig feministisch und genderpolitisch dargestellt!

    Via la(?) GAP!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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