Öffentlich-rechtliche Trittbrettfahrer: Plötzlich entdecken Mainstream-Medien die politischen Vereine der Parteien

Urplötzlich sind sie Thema in den Mainstream-Medien: Die politischen Vereine der Parteien, die sich aus Zwecken der Täuschung „Stiftungen“ nennen, obwohl sie zu fast 100% (Ausnahme: Friedrich-Naumann-Stiftung) von Steuerzahlern finanziert werden. Angebliche Ursache dafür ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, von der wir in der Vergangenheit bereits berichtet haben.

The Snout in the Trough

Urplötzlich greifen Welt am Sonntag und Tagesschau.de dieses Thema auf, nachdem sie es jahrelang ignoriert haben. Urplötzlich findet Reiner Holznagel vom Bund der Steuerzahler kritische Worte zur Finanzierung der „Stiftungen“, die „drei Mal mehr Steuergeld“ verschlingt „als die staatliche Parteienfinanzierung“. Und urplötzlich fordert der Bund der Steuerzahler ein „Stiftungsgesetz: Die Stiftungen müssten dann detailliert Rechenschaft ablegen, um die Finanzierung transparenter und für jeden Bürger nachvollziehbar zu machen“.

Dumm nur, dass die Stiftungen der Parteien gar keine Stiftungen sind. Sie sind eingetragene Vereine. Ein Stiftungsgesetz wird ihnen somit wenig anhaben können. Dumm auch, dass die Forderung nach einem „Stiftungsgesetz“ die Prämisse, nach der die politischen Vereine der Parteien notwendig seien, einfach so schluckt, sie akzeptiert. Von denen, die angeblich kritisch gegenüber den zwischenzeitlich mehr als 10 Milliarden Euro sind, die die politischen Vereine der Parteien seit 1990 verschlungen haben, hätte man doch erwarten dürfen, dass sie die Prämisse zurückweisen, diese Vernichter von Steuergeldern hätten einen anderen Wert als denen, die auf dem Arbeitsmarkt kraft nicht vorhandener Qualifikation keine Anstellung finden, ein Auskommen auf Kosten der Steuerzahler zu verschaffen.

Politische Stiftungen sind vollkommen unnötig. Das, was sie tun, ist ohne jeglichen Wert. Das ist unsere Hypothese.
Man kann diese Hypothese leicht widerlegen.
Wie?

  • Alle öffentliche Finanzierung für die politischen Vereine der Parteien wird sofort eingestellt.
  • Die politischen Vereine der Parteien, die nach einem Jahr noch unverändert bestehen, bieten offensichtlich einen Nutzen an, für den jemand bezahlen will, der nicht in Steuerzahlers Taschen greift.

Beiträge zu den politischen Vereinen der Parteien auf ScienceFiles:

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#Marx2018: Friedrich-Ebert-Stiftung feiert geistigen Massenmörder

2018 ist Marx-Jahr. Für alle, die es noch nicht wissen: Der Philosoph, der wie kein anderer den Historizismus gepredigt und auf diese Weise die Ideologie zur Geschichte erklärt hat, der sich wie kein anderer darum verdient gemacht hat, Freiheit mit Totalitarismus zu ersetzen (man lese dazu Teil 2 der Offenen Gesellschaft von Karl R. Popper) wäre 2018 200 Jahre alt geworden. Ein Grund dafür dankbar zu sein, dass die Dauer eines menschlichen Lebens die 100er Marke nur selten erreicht.

Für alle Ewiggestrigen, die sich den Kommunismus wünschen, in dem alle gleich arm und von der Natur und ihren Launen abhängig sind, ist 2018 ein Jahr zum Feiern. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, der politische Verein der SPD, der vollständig über Steuergelder finanziert wird und als Endlager für politische Altlasten der Partei der Arbeiter, die längst zur Partei der Beamten geworden ist, dient, nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, um Karl Marx zu feiern, um das Kommunistische Manifest wieder zu verbreiten und um Karl Marx als geistigen Vater der SPD in Anspruch zu nehmen.

Passender Weise hat ein Stammleser uns heute mit Material versorgt, das perfekt dazu geeignet ist, um die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Euphorie und ihrem Missbrauch des alten Karl, der trotz all der Verheerungen, die er angerichtet hat, nicht verdient, vom politischen Verein der <20%-Partei SPD missbraucht und benutzt zu werden, einzudämmen.

Wir zitieren unten aus der Kritik von Karl Marx am Gothaer Programm der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die unser Leser wie folgt zusammengefasst hat:

“1. Die Partei hat keine Ahnung von Ökonomie. (Nr. 19)
2. Die Partei fordert Dinge, die entweder bereits realisiert sind oder
generell nicht realiserbar sind. (Nr. 29)
3. Die Partei will fortschrittlich sein, pflegt aber eine
rückwärtsgewandte Politik, indem sie sich längst widerlegten Konzepten
verschreibt. (Nr. 22)
4. Die Arbeiterpartei ist mit ihren politischen Forderungen de facto
arbeiterfeindlich, insbensondere weil ihre Forderungen nach
unentgeltlichen staatlichen Leistungen primär bedeuten, dass die Allgemeinheit
für Probleme der wohlhabenderen Schichten aufkommt. (B, 1. “Allgemeine Schulpflicht…”)
5. Die Partei widerspricht sich regelmäßig selbst, und das von einem Satz auf den nächsten (Nr. 16)
6. Die Partei labert nur, unternimmt aber kaum konkrete Schritte, um auch
was zu verändern.
7. Die Partei produziert nur heiße Luft.

8. Die Partei will das Volk erziehen, was nicht funktionieren wird und vergisst dabei auch noch die technische Bildung mit einzuschließen. (B, 1, „Gleiche Volkserziehung”)

9. Die Partei glaubt, der Staat sei „göttlich” und könne alles und jeden regeln (relativ weit am Ende „Untertanenglauben der Lassalleschen Sekte an den Staat verpestet “)

10. Die Partei backt ganz kleine Brötchen, führt sich aber als der große Revolutionär auf. (ganz am Ende “Reglung der Gefängnisarbeit”)

11. Die Partei verfolgt undefinierte Konzepte. (ganz am Ende „wirksames Haftgesetz”)

Auch nicht schlecht ist der Abschnitt, indem Marx der von den Parteien geforderten “Volkserziehung durch den Staat” entgegenhält es “bedarf umgekehrt der Staat einer sehr rauhen Erziehung durch das Volk.”

Manche Probleme und Kritikpunkte an der SPD sind wohl in der Tat fast schon “ewig”.

Und um keine Zweifel hinsichtlich der Motivation und Zielsetzung von Marx aufkommen zu lassen, hier ein paar Kostproben aus seiner Feder (aus der nämlichen Kritik des Gothaer Programms):

Lieber Bracke!

Nachstehende kritische Randglossen zu dem Koalitionsprogramm sind Sie wohl so gut, nach Durchlesung, zur Einsicht an Geib und Auer, Bebel und Liebknecht mitzuteilen. Ich bin überbeschäftigt und muß schon weit über das Arbeitsmaß hinausschießen, das mir ärztlich vorgeschrieben ist. Es war mir daher keineswegs ein “Genuß”, solch langen Wisch zu schreiben. Doch es war notwendig, damit später meinerseits zu tuende Schritte von den Parteifreunden, für welche diese Mitteilung bestimmt ist, nicht mißdeutet werden.

Es ist dies unerläßlich, da man im Ausland die von Parteifeinden sorgsam genährte Ansicht – die durchaus irrige Ansicht – hegt, daß wir die Bewegung der sog. Eisenacher Partei insgeheim von hier aus lenken. Noch in einer jüngst erschienenen russischen Schrift macht Bakunin mich z.B. für alle Programme etc. jener Partei verantwortlich <, sondern sogar für jeden Schritt, den Liebknecht, vom Tag seiner Kooperation mit der Volkspartei (3) an, getan hat>.

Abgesehn davon ist es meine Pflicht, ein nach meiner Überzeugung durchaus verwerfliches und die Partei demoralisierendes Programm auch nicht durch diplomatisches Stillschweigen anzuerkennen.

Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme. Konnte man also nicht – und die Zeitumstände ließen das nicht zu – über das Eisenacher Programm hinausgehn, so hätte man einfach eine Übereinkunft für Aktionen gegen den gemeinsamen Feind abschließen |14| sollen. Macht man aber Prinzipienprogramme (statt diese bis zur Zeit aufzuschieben, wo dergleichen durch längere gemeinsame Tätigkeit vorbereitet war), so errichtet man vor aller Welt Marksteine, an denen sie die Höhe der Parteibewegung mißt.”

Kurz: Anstelle politischer Programme predigt Marx die politische Revolution. Den (blutigen) Umsturz des herrschenden Systems. Eine Predigt, die nicht nur bei Lenin nicht auf taube Ohren gefallen ist.

Zum Gothaer Programm der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die später zur SPD wurde, schreibt Marx weiter:

„Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.

Das Programm nun hat es weder mit letzterer zu tun, noch mit dem zukünftigen Staatswesen der kommunistischen Gesellschaft.“

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), bei der man die SPD in der Tradition von Marx und seinem kommunistischen Manifest sieht, stellt somit einen Mann auf ein Podest, der ganz offen, die Diktatur einer Bevölkerungsgruppe über alle anderen fordert und der im Kommunistischen Manifest, das die FES zum Gegenstand eines „Lektürekurses“ gemacht hat, u.a. Folgendes schreibt:

“Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.”

Der russische Bürgerkrieg als Folge der “Oktoberrevolution” in Russland, hat rund 8 Millionen Opfer gefordert. Die Säuberungen Stalins, die die Reinheit der Kommunistischen Lehre Stalins durch die Beseitigung von Oppositionellen aller Art herstellen sollte, hat nach konservativen Schätzungen noch einmal rund 20 Millionen Opfer gefordert.

Die kommunistische Revolution in China, die Mao Tse Tung in dem, was er für den Geist Marxens gehalten hat, geführt hat, hat rund 65 Millionen Opfer gefordert.

Pol Pot, der die Proletarier in Kambodscha in der Nachfolge von Marx vom Joch der Bourgeoisie befreien wollte, hat rund 2 Millionen Opfer zu verantworten.

Die Durchsetzung des Arbeiterstaates in Nordkorea und Vietnam hat ebenfalls je um die 2 Millionen Opfer erbracht.

Rechnet man all die Versuche von Marxisten hinzu, in den Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens die Diktatur des Proletariats und das Paradies des Kommunismus zu erstellen, das Marx so ersehnt hat, dann gehen gut 100 Millionen Opfer auf das Konto derer, die im Geiste von Karl Marx zu handeln glaubten.

Nun kann man einen Autor nicht dafür verantwortlich machen, was die Leser seiner Werke daraus machen. Bei Marx ist dies jedoch anders. Marx hat, wie oben zitiert, den gewaltsamen Umsturz nicht nur begrüßt, sondern gepredigt. Er ist sofern für die mehr als 100 Millionen Toten mitverantwortlich.

Für die Friedrich-Ebert-Stiftung ist das ein Grund zum Feiern.

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Parteien genehmigen sich 10,1 MILLIARDEN EURO: Ein beeindruckendes Dokument politischer Korruption

Dass die AfD in den Bundestag eingezogen ist, könnte sich zu einem Glücksfall für die Demokratie entwickeln, jedenfalls dann, wenn die AfD unter anderen ihrer Linie treu bleibt, die Strukturen politischer Korruption aufzudecken, die CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne/Bündnis90 und LINKE in den letzten Jahrzehnten geschaffen haben.

Eine dieser Strukturen ist das Füllhorn, das die Bundestagsparteien jedes Jahr über ihre angeblichen Stiftungen ausgießen, die natürlich keine Stiftungen sind, sondern einfache Vereine, die in vollem Umfang (mit Ausnahme der Naumann-Stiftung) mit Steuergeldern unterhalten werden. Die Finanzierung politischer Stiftungen ist das Ergebnis eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts (aus den 1960er Jahren), in dem Letzteres die direkte Parteienfinanzierung verboten hat. Also wird indirekt finanziert und Korruption im großen Stil betrieben, wie selbst GRECO, die Anti-Korruptionseinheit des Europarates festgestellt hat.

Von 1990 bis einschließlich 2017 haben die Bundestagsparteien aus CDU, CSU, FDP, SPD, Grünen/Bündnis90 und LINKE ihre politischen Vereine, also die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung mit sage und schreibe 10.121.115.000 Euro, also mit 10,1 MILLIARDEN EURO beglückt. Zwischen 1990 und 2017 sind Steuermittel, die in die Taschen der politischen Vereine gelenkt wurden, immer üppiger ausgefallen und von 249.223.000 Euro im Jahr 1990 auf 581.428.000 Euro im Jahr 2017 angestiegen. Das entspricht einer Steigerungsrate von 133%. Gibt es jemanden unter den Lesern, dessen Einkommen sich seit 1990 mehr als verdoppelt hat? Nein? Vielleicht haben Sie den falschen Beruf. Sie hätten sich als Nutznießer von Parteien verdingen und Steuerzahlern auf der Tasche liegen sollen.

Nun gibt es sicherlich manche, die den Begriff der politischen Korruption für unangemessen halten, weil die politischen Stiftungen ja ganz wichtige Arbeit leisten, z.B. in der Finanzierung von Online-Prangern oder von Gender-Trash, wie dies die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung tun. Ein Merkmal von Korruption besteht darin, dass ein Akteur die Preise, die er für seine Leistungen nimmt, selbst und in beliebiger Höhe festlegen kann. Korruption setzt eine Form von Monopol voraus und in jedem Fall setzt Korruption fehlende Kontrolle voraus.

Wenn sechs Bundestagsparteien darüber befinden können, wie viele finanziellen Mittel sie ihren jeweiligen politischen Vereinen einmal zuschieben und dabei keinerlei Kontrolle oder gar Mäßigung unterliegen, dann sind die Kriterien, anhand derer Korruption festgemacht wird, mehr als erfüllt. Im vorliegenden Fall schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion und ohne jedes Maß an Schuldbewusstsein:

„Die Veranschlagung der Haushaltsmittel an die politischen Stiftungen im Bundeshaushalt erfolgt seit Beginn der Förderung im Haushaltsjahr 1967 stets im parlamentarischen Verfahren als ausschließliche Aufgabe des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages“.

In Deutsch: Die Mitglieder der Bundestagsparteien, die im Haushaltsausschuss sitzen, legen die Höhe der Mittel, die an politische Stiftungen überwiesen werden, nach Ermessen und al gusto fest. Es gibt keinerlei Kontrolle durch die Öffentlichkeit. Die Böcke gärtnern nach Belieben.

Derartige Strukturen würde sich die italienische Mafia wünschen, wenn sie dürfte, schon weil keinerlei Kontrolle über die Verwendung der Mittel erfolgt. Denn wie abermals die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Anfrage der AfD schreibt, hat der „Zuwendungsempfänger … über Zwischen- und Endverwendungsnachweise die dem Zuwendungszweck entsprechende Verwendung … nachzuweisen“. Mit anderen Worten, wenn die Mittel für „Vorhaben Gesellschaftspolitik“ gewährt werden und der Zuwendungsempfänger in seine Bilanz schreibt, dass die Mittel für „Vorhaben Gesellschaftspolitik“ verwendet wurden, dann war das die gesamte Kontrolle. Niemand interessiert sich wofür genau die zwischenzeitlich 10,1 Milliarden Euro ver(sch)wendet wurden, niemand prüft den Nutzen, der den 10,1 Milliarden Euro Kosten für die Steuerzahler gegenübersteht, außer dem Nutzen der Versorgung von Parteisoldaten natürlich.

Zu den Besonderheiten der Finanzierung politischer Vereine der Parteien gehört auch, dass zwar nur die politischen Vereine von im Bundestag vertretenen Parteien finanziert werden, dass aber eine zwischenzeitliche Abwahl aus dem Bundestag, wie sie die FDP getroffen hat, keinerlei Einfluss auf die einmal losgetretene Finanzierung hat. Auch in der Zeit der Abwesenheit der FDP aus dem Bundestag hat die Friedrich-Naumann-Stiftung munter Steuergelder kassiert, ein weiterer Beleg dafür, dass die Finanzierung der politischen Vereine der Parteien politische Korruption darstellt.

Vielleicht sollte man den Bund der Steuerzahler einmal daran erinnern, was seine Aufgabe ist und den Verantwortlichen so lange in den Hintern treten, bis sie eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen, um dem korrupten Treiben der Bundestagsparteien, die jedes Maß und jeden Anstand verloren haben, ein Ende zu setzen.

Wir werden in den nächsten Tagen die Mittel, die den einzelnen politischen Vereinen der Parteien seit 1990 zugeflossen sind, für jeden der sechs Vereine auf ScienceFiles präsentieren.

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Dummheit ohne Grenzen: Gender-Kinder spielen Wissenschaft

Genderisten und denen, die an Gender Studies und dem Drumherum von Gender Mainstreaming verdienen, geht momentan der A… Hintern auf Grundeis. Die Angst, nach der nächsten Bundestagswahl nicht mehr die üppige öffentliche Finanzierung vorzufinden, die notwendig ist, um die vielen Gender-Mäuler zu stopfen, sie geht um.

Und deshalb wird das vorhandene Geld mit zwei Händen aus dem Fenster geworfen. Gerade haben die Rosa-Luxemburg und die Heinrich-Böll-Stiftung eine Broschüre veröffentlicht, die schon den zukunftsweisenden Titel „Gender Raus!“ trägt, da hat sich auch die Friedrich-Ebert-Stiftung in die Reihe derer eingereiht, die der Welt erklären wollen, warum Genderismus und Gender Studies so unglaublich wichtig für die Menschheit sind und die mit diesem Versuch so erbärmlich scheitern.

Das Märchen von der Gender-Verschwörung“, so haben Dorothee Beck und Barbara Stiegler ihr Pamphlet genannt, mit dem sie „Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft“ liefern wollen. Aber vielleicht nehmen wir das mit den Argumenten auch zu ernst. Die Aufmachung des Pamphlets spricht eher für eine Zielgruppe, die man im Kindergarten oder unter Vorschulkindern vermuten muss. Wenn es der Stiftung, die den Namen eines Mannes trägt, der ernst zu nehmen war, darum geht, die FES der Lächerlichkeit preis zu geben, dann ist dies mit „Das Märchen von der Gender-Verschwörung“ gelungen. Es macht den Eindruck als sei es von noch nicht Erwachsenen für Kinder geschrieben, die zwar Lesen, aber nicht verstehen können.

Deshalb hatten wir keine Lust, diesem infantilen Pamphlet mehr als zwei Stunden zu widmen, zwei Stunden, in denen wir uns die Seiten 32 bis 35 vorgenommen haben, Seiten, auf denen eigentlich, um den Untertitel zu zitieren, „Argumente“ gemacht werden sollen, und zwar dafür, dass Gender Studies ein wichtiges Fach an Hochschulen darstellen.

Es werden aber keine Argumente gemacht, wenngleich man goutieren muss, dass die Autorinnen versuchen, Argumente zu machen. Umso mehr Mitleid muss man ob des kompletten Scheiterns dieses Versuchs haben.

Immerhin können wir den Autorinnen attestieren, dass sie es in nur wenigen Sätzen schaffen, sich zu widersprechen, eine Leistung, die man als rationaler Mensch kaum wiederholen kann. So steht geschrieben auf Seite 35:

„Die gesamte Wissenschaft wurde über Jahrhunderte nur von Männern betrieben. Fehlt es da nicht dem gesamten wissenschaftlichen Fundament unserer Zeit an Objektivität?“.

Diese Aussage tätigen die Autorinnen, nachdem sie gerade in weit spationierten Lettern festgestellt haben: „Objektivität hängt nicht vom Geschlecht der Forschenden ab, sondern von deren Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion.“

Der Satz offenbart natürlich ein vollkommen falsches Verständnis von Wissenschaft. Aber zunächst steht er in Gegensatz zur Relevanz, die der Feststellung, dass „[die] gesamte Wissenschaft über Jahrhunderte nur von Männern betrieben“ wurde, beigemessen wird. Wenn es nicht auf das „Geschlecht der Forschenden“ ankommt, dann ist es wurscht, wer in den letzten Jahrhunderten die wissenschaftlichen Fortschritte zu verantworten hat, die wir heute genießen und selbstverständlich voraussetzen.

Davon abgesehen, ist die Fähigkeit zur Reflexion sicher nützlich, hat aber gar nichts mit dem, was wir als regulative Idee der Wissenschaft bezeichnen, zu tun. Objektivität ist, anders als die Autorinnen meinen, nicht erreichbar, auch nicht durch „(Selbst-)Reflexion“. Deshalb haben sich Wissenschaftler spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts darauf geeinigt, eine Wahrheitstheorie zu verwenden, für die Alfred Tarski hauptverantwortlich ist (ein Mann, aber wir legen keinen Wert auf Geschlecht), symbolisiert in dem Satz, dass der Schnee genau dann weiß ist, wenn er weiß ist. Links vom sprachlichen Gleichheitszeichen steht die sprachliche Behauptung über die Realität, rechts davon die Überprüfung der Aussage an der Realität.

Nun kann sich die Überprüfung, die heute richtig war, morgen, im Licht neuer Ergebnisse und trotz aller Reflexion, ja selbst trotz aller (Selbst-)Reflexion als falsch erweisen, was dummerweise Konsequenz hat, dass wir Objektivität nicht erreichen können bzw. dann, wenn wir Objektivität tatsächlich erreicht hätten, nicht wissen könnten, dass wir sie erreicht haben. Deshalb sind Objektivität oder Wahrheit regulative Ideen. Wir Wissenschaftler streben danach, wohlwissend, dass wir beides nicht erreichen können bzw. nie wüssten, dass wir es erreicht haben. Das hat mit dem Induktionsproblem zu tun, aber das führt jetzt zu weit. Es reicht, wenn wir feststellen, dass die Autorinnen von Wissenschaft keine Ahnung haben.

Vielleicht haben sie deshalb ihr Pamphlet mit Fingerfarben erstellt.

Wie immer, wenn Personen sich in Diskurse einmischen, von denen sie auch nicht die Spur einer Ahnung haben, versuchen sie, mit allerlei Fehlschlüssen und Immunisierungen, Einfluss zu gewinnen. Wie immer, scheitern sie dann jämmerlich, wenn sie auf Wissenschaftler treffen.

Beispiel 1:
„In der Geschlechterforschung geht es darum, Ungleichheit, Diskriminierung und Ausgrenzung in der Gesellschaf zu untersuchen und abzubauen. Zweifel am Sinn der Geschlechterforschung werden vor allem von jenen geäußert, die genau daran kein Interesse haben“.

Fehlschluss der hastigen Generalisierung
Um eine solche Aussage zu machen, muss man eine Vollerhebung all derer haben, die die Geschlechterforschung kritisieren. Die Autorinnen haben mit Sicherheit keine Vollerhebung (schon weil sie mit ziemlicher Sicherheit gar nicht wissen, wie man so etwas, auch als Meta-Analyse bezeichnet und in Cohrans Q gemessen, macht.)

Arthur Schopenhauer hat den Kunstgriff, sich selbst eine über alle Maßen positiv konnotierte Position zu zugestehen und diejenigen, die Kritik an der eigenen Position üben, entsprechend zu diffamieren, schon vor mehr als 100 Jahren in seinem kleinen Brevier „Die Kunst, Recht zu behalten“ als eine der primitiveren, brachialeren Methoden dargestellt. Der Versuch der Autorinnen hat daran, dass diese Strategie nur mit Debilen funktioniert, nichts geändert. Oder: Den Kritikern der Gender Studies geht es um Nützlichkeit, Ehrlichkeit, Sinnhaftigkeit, Manipulationsfreiheit, was noch, …, vielleicht: Lauterkeit. Zweifel am Sinn der Kritik an Gender Studies werden vor allem von jenen geäußert, die genau daran kein Interesse haben.

Beispiel 2:
„Die Geschlechterforschung hat sich von einem Kind der Frauenbewegung zu einer wissenschaftlichen Disziplin entwickelt, die international etabliert ist. Sie ist durch die Wissenschaftsfreiheit in Art. 5 (3) des Grundgesetzes geschützt.“

Hier haben wir wirklich laut gelacht.
Man kann etwas nicht dadurch belegen, dass man das, was es zu belegen gibt, voraussetzt. Wenn Gender Studies durch Wissenschaftsfreiheit geschützt sein sollen, müssen sie Wissenschaft sein. Es wäre also zunächst zu zeigen, dass Gender Studies Wissenschaft sind, bevor man Wissenschaftsfreiheit reklamieren kann. Oder. Die Alchemie hat sich als wissenschaftliche Disziplin der Magie entwickelt. Sie genießt Wissenschaftsfreiheit.

Geschlechterforschung ist natürlich auch kein Kind der Frauenbewegung. Schon vor Jahren hat Dr. habil. Heike Diefenbach darauf hingewiesen, dass wir keine Lehrstühle für Gender Hokus Pokus brauchen, weil alles, was diese Lehrstühle an Erkenntnis verbreiten, längst in anderen Bereichen der Sozialwissenschaft stehendes Wissen ist. Schon Emile Durkheim hat in seinem Buch über den Selbstmord, das 1897 erstmals erschienen ist, z.B. Tabelle 4 „Anteil der Geschlechter an der Gesamtzahl der Selbstmorde“ abgedruckt: Intersektionalität und Geschlechterforschung in einem. 1897! Lange bevor die Genderisten die Kreuztabelle entdeckt und missverstanden haben. Lange bevor sie dachten, sie seien die ersten, die auf die Idee gekommen sind, zwei Variablen miteinander in Verbindung zu bringen.

Nein, hier kommt abermals nur die schreiende Unkenntnis der Autorinnen zum Ausdruck, die sich mit ihren Fingerfarben in Zukunft an Fenstern versuchen sollten …

Beispiel 3:

Die Gender Studies, so behaupten die beiden Ahnungslosen munter weiter, hätten u.a. die „Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern“ entdeckt. Wir fürchten, den Autorinnen steht ein Schock bevor.

Die Entgeltlücke wurde nicht von Genderisten entdeckt, das kann sie deshalb schon gar nicht, weil es die Entgeltlücke in der Weise, in der die Autorinnen dies denken, gar nicht gibt. (Selbst-)Reflexion hätte diesen Gedanken nahegelegt. Nein, der Wage Gap, er wurde von, Achtung jetzt kommt es: Ö K O N O M E N beschrieben, von M Ä N N L I C H E N Ö K O N O M E N. Er geht auf eine Idee von Gary Becker zurück, die fast zeitgleich von Ronald L. Oaxaka (1973) und Alan Blinder (1973) umgesetzt wurde.

Man nehme einen Unterschied im Aggregat z.B, in der Entgeltverteilung zwischen Kurzatmigen und Langatmigen und untersuche, ob dann, wenn alle Variablen, die ein Entgelt beeinflussen, also Arbeitszeit, Arbeitsbranche, Überstunden, Qualifikation, Arbeitserfahrung, Humankapital, Motivation usw. heraus gerechnet werden ein unerklärter Teil der Entgeltlücke bleibt. Also etwa so:

Gibt es einen unerklärten Teil, dann kann es sein, dass eine Diskriminierung von z.B. Langatmigen vorliegt oder dass man eine Variable vergessen hat. Tatsächlich verschwindet das Gender Pay Gap dann, wenn man für die oben genannten Variablen kontrolliert. Insofern haben wir den Gender Studies nicht die Entdeckung der „Entgeltlücke“ zu verdanken, sondern die der Wirklichkeit ins Gesicht schlagende Behauptung, es gebe eine Entgeltlücke und dieselbe sei auf Diskriminierung von Frauen zurück zu führen.

Eine Behauptung aufrecht zu erhalten, obwohl die Realität die entsprechende Behauptung als falsch erwiesen hat, ist jedoch das Kennzeichen einer Ideologie. Entsprechend sind Gender Studies eine Ideologie und die Autorinnen belegen dies einmal mehr mit ihrem Beispiel der „Entgeltlücke“, das sie als herausragende Errungenschaft der Gender Studies reklamieren.

Man fragt sich, ob Misteln auch derart wenig Kenntnisse über den Baum haben, von dem sie leben.

Einmal mehr demonstrieren Genderisten, eine erschreckende Unkenntnis von Wissenschaft, wissenschaftlichen Methoden, von Wissenschaftsgeschichte und von dem, was Wissenschaft insgesamt ausmacht. Deutlicher als die Autorinnen ihre Unkenntnis in Dingen der Wissenschaft demonstrieren, kann man sie nicht mehr demonstrieren. Dass ein derart vollkommener Blödsinn wie „Das Märchen von der Gender-Verschwörung“ von Steuerzahlern finanziert werden muss, ist einer der Skandale, an die man sich im Deutschland des Jahres 2017 (fast) schon gewöhnt hat.

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Ideologen der Gleichwertigkeit: Terroristen sind für die Heinrich-Böll-Stiftung wohl gleichwertig

Wir haben uns schon des Öfteren über den Unsinn geärgert, der unter der Bezeichnung, „Ideologien der Ungleichwertigkeit“ gehandelt wird. Ideologien der Ungleichwertigkeit machen sich in dieser Lesart der Abwertung von Gruppen anderer Menschen schuldig. Der Engstirnigkeit der Vertreter dieses monströsen Unsinns entsprechend, finden sich Ideologien der Ungleichwertigkeit ausschließlich auf der politisch rechten Seite, in Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, nicht auf der politisch linken Seite, obwohl doch die meisten Linken mit einem Sendungsbewusstsein ausgestattet sind, das sie dazu veranlasst, Rechtsextremisten als Nazis und Abschaum und Polizisten als Schweine abzuwerten, also eine Ideologie der Ungleichwertigkeit zu vertreten.

HB Ideologien der ungleichwertigkeit.jpgWie absurd diese wissenschaftliche Totgeburt, die u.a. in dem nachfolgend zitierten Machwerk Wilhelm Heitmeyer zugeschrieben wird, tatsächlich ist, lässt sich anhand der Broschüre Ideologien der Ungleichwertigkeit“ zeigen, in der auf rund 244 Seiten die Ungleichwertigkeit der Vertreter von Ideologien der Ungleichwertigkeit auf neue Höhen der Zirkularität gehoben wird.

In dieser Broschüre wird auf Seite 21 definiert, was „Ideologien der Ungleichwertigkeit“ auszeichnen soll, naja, es wird versucht. Nach viel Blabla und Ideologie, steht zu lesen:

„Demnach bildet die Abwertung und Ausgrenzung einer ganzen Reihe von sozialen Gruppen und den ihnen zugerechneten Personen wie sie sich u.a. in ethnischem Rassismus, Antisemitismus und Sexismus zeigt, ein zusammenhängendes Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, zusammengehalten durch die Ideologie der Ungleichwertigkeit. Im Kern geht es darum, dass Menschen aufgrund ihrer zugewiesenen Gruppenzugehörigkeit eine unterschiedliche Wertigkeit beigemessen wird.“

Jeder, der Menschen (a) in eine Gruppe einordnet und (b) dieser Gruppe eine mindere Wertigkeit im Vergleich zu seiner eigenen Gruppe oder zu anderen Gruppen zuweist, ist demnach ein Vertreter der Ideologie der Ungleichwertigkeit und als solcher ein gruppenbezogener Menschenfeind.

Als Konsequenz aus diesen Aussagen muss man also feststellen, dass die Gruppe derer, die die Ideologie der Ungleichwertigkeit bei anderen entdecket, sich selbst als Gleichwertig mit Terroristen einschätzt. Bei der Heinrich-Böll-Stiftung, bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Amadeu-Antonio-Stiftung und wie die von Steuerzahlern finanzierten vermeintlichen Stiftungen alle heißen, sieht man demnach keinen Unterschied zwischen sich selbst und Terroristen, denn würde man die entsprechenden Unterschiede sehen, dann wäre man ein Anhänger der Ideologie der Ungleichwertigkeit, der die Gruppe der Terroristen abwertet, um die eigene Gruppe aufzuwerten, und zwar dadurch, dass er gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auf Terroristen überträgt und Letztere als minderwertig beschreibt.

Nun, im Gegensatz zu den genannten Stiftungen und der Gruppe von Individuen, die sie umfassen, sind wir der Ansicht, dass Terroristen als Gruppe wie als Individuum nicht mit uns gleichwertig sind. Wir vertreten hier eine dezidierte Theorie der Ungleichwertigkeit, die nicht menschenfeindlich sein kann, da die Gruppe von Menschen, die wir abwerten, das Ziel hat, so viele Menschen zu vernichten wie möglich, was man schwerlich als nicht menschenfeindlich bezeichnen kann. Wenn nun aber die Gruppe der Terroristen, die wir explizit abwerten, menschenfeindlich ist, dann können wir, da wir die menschenfeindlichen Terroristen abwerten, nicht menschenfeindlich sein. Das schon deshalb nicht, weil wir Terroristen nicht für entwickelte und somit verantwortliche handelnde Menschen halten. Die Qualität „Mensch“, darin sind sich die meisten Philosophen einig, ist keine Qualität, die ab Geburt verliehen wird, sondern eine Qualität, die Erworben werden muss: Durch sittliche Reife hat man früher gesagt, durch die Entwicklung moralischer und ethischer Prinzipien und die Ausrichtung der eigenen Verhaltensweisen daran, wird man wohl heute sagen. Terroristen, die Menschen, die sie weder kennen noch kennen wollen, überfahren, in die Luft sprengen, erschießen oder erstechen, wird man kaum die Qualität „Mensch“, weder als sittliche Reife noch als abgeschlossene Entwicklung eines moralischen oder ethischen Urteilsvermögens attestieren können, insofern sind sie keine Menschen und man kann sich ihnen gegenüber auch nicht menschenfeindlich verhalten.

LolaLulu1Die Vertreter der Ideologie der Anti-Ungleichwertigkeit, die oben genannten Stiftungen zum Beispiel, können unserer Argumentation aufgrund ihrer Abwehr von Ideologien der Ungleichwertigkeit, ihres Beharrens darauf, dass Gruppen von Menschen gleichwertig sind, nicht folgen. Sie müssen Terroristen als Menschen ansehen, dürfen sie entsprechend nicht feindlich beurteilen, d.h. aus ihrer Sicht: nicht abwerten und weil sie sie nicht abwerten dürfen, müssen sie feststellen, dass Terroristen gleichwertig sind. Daraus folgt, dass für die genannten Stiftungen bzw. die Gruppe dort beschäftigter Menschen Terroristen als generell gleichwertig mit allen anderen ansehen muss. Es gibt nichts an ihnen auszusetzen, denn würde man etwas an ihnen aussetzen, es wäre gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Bertrand Russell hat einmal gesagt, dass ihn die Vorstellung beunruhige, nach der man einen Irren, der sich für ein Rührei hält, nur deshalb verurteilen könne, weil er in der Minderheit sei. Damit hat Russell eine Lanze für intersubjektive Verständigung und die Schaffung fester und klarer Kriterien gebrochen, Kriterien dafür, was Irrsein bedeutet, Kriterien dafür, wo die Grenze zwischen verantwortungsvollen Menschen und nicht verantwortungsvollen Menschen verläuft, Kriterien dafür, was sinnvolle und was hanebüchene Konzepte sind, also letztlich Kriterien dafür, dass man sich verständigen und nicht jeden Diskurs nach eigenen Gutdünken verändern kann. Wer von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit vor dem Hintergrund von Ideologien der Ungleichwertigkeit spricht, verweigert sich der Schaffung eines festen Grundes, auf dem Verständigung stattfinden kann und zeigt, dass es ihm einzig und allein darum geht, seine Ideologie durchzusetzen und Vertreter anderer Ideologien abzuwerten. In klassischer zirkulärer Selbstreferentialität erweist er sich als das, was er bekämpfen will, als Vertreter einer Ideologie der Ungleichwertigkeit.

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