Ungeschützter Sex unter Schwulen: Landespolitik in NRW?

„Ich habe HIV und würde es wieder tun! Ich habe regelmäßig Sex ohne Kondom. Schutz durch Therapie macht es möglich. Menschen mit HIV sind nicht kriminell!“

Fast schon wie eine Medaille trägt ein Sprecher von SchLAu NRW (Schwul Lesbisch Bi Trans*Aufklärung NRW) seine HIV-Infizierung vor sich her und hat offensichtlich auch kein Problem damit, diejenigen, mit denen er “regelmäßig Sex ohne Kondom” hat, der Gefahr einer HIV-Infektion auszusetzen (mehr dazu im Post von gestern)

Da, wie Karsten Mende herausgearbeitet hat, SchLAu NRW nicht nur vom Nordrhein Westfälischen Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter finanziert wird, sondern darüber hinaus zur “sexualerzieherischen Unterweisung an öffentlichen Bildungsstätten” eingesetzt wird, haben wir Karsten Mende vorgeschlagen, doch einen Brief an das Ministerium zu schreiben und nachzufragen, ob es zwischenzeitlich Regierungspolitik in NRW ist, an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen für ungeschützten Sex zwischen Schwulen zu werben.

Karsten Mende hat zwischenzeitlich seinen Brief verfasst und abgeschickt. Wir veröffentlichen seinen Brief hier in voller Länge und als Beispiel zivilbürgerlichen Engagements, wie es sich Politiker täglich wünschen – oder?.

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7 Responses to Ungeschützter Sex unter Schwulen: Landespolitik in NRW?

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Ungeschützter Sex unter Schwulen: Landespolitik in NRW?

  2. Heiner says:

    Ich spiele jetzt Orakel für die wahrscheinlichste(n) Reaktion(en) auf diesen Brief:

    – Ein subalterner Beamter des Ministeriums bedankt sich höflich für den Brief und leitet ihn zur Stellungnahme an SchLAu weiter.
    – SchLAu antwortet und weist darauf hin, daß man natürlich für geschützten Sex ist, um die Übertragung von HIV und anderen STD zu vermeiden. Man hat entsprechend mit dem Mitarbeiter gesprochen und möchte feststellen, daß dessen Aussagen seine persönliche Meinung und nicht die offizielle Position von SchLAu sind. (Praktischerweise hat man mehrere Sprecher, so daß der Betreffende sich nicht selbst widersprechen muss.)
    – Der Sprecher wird eventuell von seiner Funktion (zumindest zeitweise) entbunden.
    – Das Ministerium ist hoch zufrieden und läßt alles beim alten.

    Im absoluten Ernstfall kann der betroffene Sprecher von SchLAu nicht im MItarbeiterkreis gehalten werden. Dann wird er Sprecher im Stab von Volker Beck. Volker Beck verklagt, weil der SchLAu-Mitarbeiter seinen Posten verlassen musste, obendrein Herrn Mende wegen Volksverhetzung und Diskriminierung (einzige Paragrafen die Volker Beck anscheinend kennt).

    • Uranus says:

      Bevor es soweit kommt, wie im Kommentar beschrieben, oder auch nicht, hat der Brief bereits andere Wirkungen erzielt, die man nicht orakeln muß. Der Brief von Karsten Mende hat auf jeden Fall den Lesern des Briefes, im Idealfall auch der Frau Minister, gezeigt, daß nicht jeder fragwürdige und darüber hinaus justiziable Auswurf eines Nutznießers von Steuergeldern von jedem einfach so unwidersprochen geschluckt wird. Mein besonderer Dank geht daher an Karsten Mende, daß er den Brief verfaßt und abgesendet hat.

    • August Klose says:

      Darüber hinaus wird Bundesjustizminister H.Maas sich “maas”los entsetzt zeigen, dass wordpress solche schwulenfeindlichen Seiten nicht sperrt und Ministerin Schwesig wird weiter Mittel für den Kampf gegen “Rechts” locker machen. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm fordert ein weiteres Zeichen gegen Intoleranz und Kardinal Marx lässt in allen seinen Sprengeln die Glocken läuten.
      Habe ich jemanden vergessen?

  3. Kaffee Kalle says:

    Was mich an diesem Brief stört, ist das da ein Bild bedient wird, dass so nicht richtig ist. Erstens besteht nicht im allgemeinen ein erhöhtes Gesundeheitsrisiko bei gleichgeschlechtlicher Intimpraxis wenn es um HIV geht. Für Schwule mag das zutreffend sein, für Lesben allerdings nicht, sogar das Gegenteil (möglich ist es aber trotzdem). Aber selbst wenn der Brief so verstanden wird, dass es um Schwule und Bisexuelle geht, wird hier ein Lebensstil impliziert, der stereotypisch, aber weit von der Realität vieler Schwuler ist. Viele Schwule leben in einer Beziehung und sind ihrem Partner treu. In diesem Fall kann Geschlechtsverkehr (hier wohl Analverkehr) ohne Kondom zu einer verantwortungsvollen Sexualpraxis gezählt werden. Selbiges gilt auch, wenn ein Partner an HIV erkrankt ist, eine entsprechende Therapie bekommt, der ander Partner davon weiß, die Risiken kennt und sich darauf einlässt. Wie bereits geschrieben wurde, ist eine antiretrovirale Therapie vergleichbar effektiv in der Verhinderung einer HIV-Übertragung wie ein Kondom.

    Das obige Zitat vom Schlau Vorstand ist natürlich trotzdem fahrlässig, gerade wenn es darum geht jungen Menschen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Sexualität bei zu bringen.

    • Ralf Erder says:

      Ich arbeite viel mit Schwulen (wobei ich diesen Begriff an sich schon für deplaziert halte). Das, mit der Treue – ich spreche nur von Männern – halte ich für eine sorgfältig verbreitete Mär. Selbst in konservativ-christlichen Schwulen-Kreisen kann diese “Treue” vielfach nicht eingehalten werden. Wer darüber redet wird gerne als Nestbeschmutzer gebrandmarkt.
      Selbst das Vorzeigepärchen, deren Leben im Film “Der Kreis” verarbeitet wurde, hat nach der Verpartnerung (die politisch und auch medial prominent inszeniert wurde) angefangen darüber zu reden, dass sie zu Dritt zusammenleben. Insgesamt ist der Wortgebrauch “Treue” in schwulen Beziehungen aufschlussreich. Ich schliesse langanhaltende Treue zwar nicht aus, sie findet aber deutlich seltener statt, wie medial gerne verbreitet wird.
      Bei Lesben ist das ganz anders. Allerdings spielt dort Gewalt eine Rolle. So, dass sogar ein Leitfaden für die Polizei entstanden ist.

  4. Pingback: Die Kehrseite: Offener Brief an die Gesundheitsministerin von NRW - NICHT-Feminist

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