“Der große Liberale Ralf Dahrendorf bemängelte stets die Konfliktunfähigkeit der Deutschen. Es sah darin eine der großen Gefahren der Demokratie ..:“
Anetta Kahane denkt, sie könne sich des „große[n] Liberalen Ralf Dahrendorf“ posthum bemächtigen, quasi in einer Form verbaler Nekrophilie, und ihn für ihre Zwecke einspannen, also dafür, Andersdenkende zu stereotypisieren, auszugliedern, zu entrechten und zu verfolgen, bis sie sich nicht mehr trauen, den Mund aufzumachen – und all das, aus Mitteln des Bundesministeriums für FSFJ, also aus Steuermitteln finanziert.
Das ärgert uns.
Immer diese unbestimmt bestimmten Artikel: Ja, „das“, also dass Steuergelder benutzt werden, um Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung zu finanzieren, „das“ ärgert uns. Aber „das“, nämlich dass Leute wie Kahane, die nicht die blasseste Ahnung davon haben, was Ralf Dahrendorf geschrieben hat, welche Form von Soziologie er vertritt und welche Überzeugung hinter seinen Aussagen steht, denken, sie könnten ihn einfach für sich instrumentalisieren – posthum – weil er sich nicht mehr wehren kann, „das“ ärgert uns.
Aber wir können uns mit Ralf Dahrendorf wehren. Wir können darstellen, wie uninformiert und opportunistisch der Missbrauch des großen Liberalen durch die ehemalige Stasi-Mitarbeiterin Kahane doch ist. Dazu müssen wir einfach Dahrendorf zu Wort kommen lassen, z.B. mit dem, was er auf Seite 273 seines Buches „Pfade aus Utopia“ zu Konflikten zu sagen weiß:
“Wenn hier von Konflikten die Rede ist, so sind damit alle strukturell erzeugten Gegensatzbeziehungen von Normen und Erwartungen, Institutionen und Gruppen gemeint. Entgegen dem Sprachgebrauch müssen diese Konflikte keinesfalls gewaltsam sein. Sie können latent oder manifest, friedlich oder heftig, milde oder intensiv auftreten. Parlamentarische Debatte und Revolution, Lohnverhandlung und Streik, Machtkämpfe in einem Schachklub, einer Gewerkschaft und einem Staat sind sämtlich Erscheinungsformen der einen großen Kraft des sozialen Konflikts, die überall die Aufgabe hat, Verbände und Institutionen lebendig zu erhalten und voranzutreiben.“
Der „große Liberale Ralf Dahrendorf“, den Kahane so gerne im Mund zu führen scheint, er zählt unter die Konflikte also „strukturell erzeugte Gegensatzbeziehungen von Normen und Erwartungen“. Solche Konflikte bestehen derzeit z.B. zwischen denen, die sich als Gute ansehen und Rechtsextremisten bekämpfen wollen und jenen vermeintlichen Rechtsextremisten, wie sie aus Sicht der Amadeu-Antonio-Stiftung z.B. in der AfD zu finden sind. Letztere werden entsprechend bekämpft, weil sie an der Ressourcenverteilung rütteln, wie sie derzeit im Rahmen der deutschen Gesellschaft gegeben ist, in der z:B. Millionen für ein Heer von Verbalkriegern ausgegeben werden, deren einziger Beitrag in einer Flut von Jammerbroschüren besteht, in denen ein Ruck nach Rechts oder das Vorhandensein von Kritik am Genderismus beklagt wird.
So etwas nennt Dahrendorf eine „strukturell erzeugte Gegensatzbeziehung“, die Anlass zu einem Konflikt gibt, weil z.B. diejenigen, die Genderismus kritisieren, nicht einsehen, warum sie ein Heer von Nutznießern, die keinerlei angebbaren Nutzen für die Gesellschaft erbringen, finanzieren sollen, während die Nutznießer natürlich auch weiterhin den Steuerzahlern auf der Tasche liegen wollen, schon weil sie nicht wissen, was sie sonst tun sollen.
Derartige Konflikte sind für Dahrendorf nicht nur normal, sie sind wichtig, überlebenswichtig:
“Es ist meine These, dass die permanente Aufgabe, der Sinn und die Konsequenz sozialer Konflikte darin liegt, den Wandel globaler Gesellschaften und ihrer Teile aufrechtzuerhalten und zu fördern. Wenn man so will, könnte man dies als die ‚Funktion‘ sozialer Konflikte bezeichnen. … Als ein Faktor im allgegenwärtigen Prozess des sozialen Wandels sind Konflikte zutiefst notwendig. Wo sie fehlen, auch unterdrückt oder scheinbar gelöst werden, wird der Wandel verlangsamt oder aufgehalten. Wo Konflikte anerkannt und geregelt werden, bleibt der Prozess des Wandels als allmähliche Entwicklung erhalten. Immer aber liegt in sozialen Konflikten eine hervorragende schöpferische Kraft von Gesellschaften. Gerade weil sie über je bestehende Zustände hinausweisen, sind Konflikte ein Lebenselement der Gesellschaft – wie Konflikte möglicherweise überhaupt ein Element des Lebens sind“ (272).
Weil Kahane und die AA-Stiftung darauf hinwirken wollen, den Konflikt mit z.B. der AfD dadurch zu vermeiden, dass sie eine Auseinandersetzung mit der AfD verhindern wollen, deren Mitglieder, Anhänger, Sympathisanten als rechtsextrem oder dumm stereotypisieren wollen, weil die Lösung des Konflikts zwischen z.B. den derzeitigen politischen Nutznießern und u.a. denen, die sie finanzieren, für die AA-Stiftung darin besteht, den Konflikt zu unterdrücken und Andersdenkende mundtot zu machen, wäre Dahrendorf wohl der Ansicht, Kahane und ihre Stiftung seien ein Problem für die Gesellschaft, wollen sie doch Konflikt unterdrücken oder abwürgen. Damit behindern sie den Fortschritt der deutschen Gesellschaft, gefährden sie das Überleben der deutschen Gesellschaft, sorgen sie dafür, dass ein wesentliches Lebenselement der Gesellschaft beseitigt wird.
Wir empfehlen Anetta Kahane deshalb, wenn sie sich das nächste Mal des Namens einer anerkannten Persönlichkeit bedienen will, dass sie sich im Vorfeld informiert, wofür diese Persönlichkeit steht. Auf diese Weise lassen sich die größten Peinlichkeiten vielleicht verhindern.
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Ich würde zwar vehement bestreiten, daß die Frau Kahane einen „gescheiten Job“ verrichtet, aber davon abgesehen könnte man sich Ihre Frage auch hinsichtlich einer gewissen Frau Merkel stellen! Auf ein Übermaß an wissenschaftlicher Expertise wird es wohl in beiden Fällen nicht zurückzuführen sein, daß diese beiden „Damen“ nun einen (viel zu) gut bezahlten Job zu Lasten des Steuerzahlers haben. Eher drängen sich da die in beiden Fällen zu beobachtenden, signifikanten charakterlichen Defizite auf, die dazu geführt haben könnten, die solcherart Gehandicapten irgend jemandem als für höhere Weihen und Ämter geeignet erscheinen zu lassen.
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Ich frage mich, wie eine Frau Kahane, außer Hartz IV , in Deutschland noch einen gescheiten, gut bezahlten Job bekommen kann.
Ich würde zwar vehement bestreiten, daß die Frau Kahane einen „gescheiten Job“ verrichtet, aber davon abgesehen könnte man sich Ihre Frage auch hinsichtlich einer gewissen Frau Merkel stellen! Auf ein Übermaß an wissenschaftlicher Expertise wird es wohl in beiden Fällen nicht zurückzuführen sein, daß diese beiden „Damen“ nun einen (viel zu) gut bezahlten Job zu Lasten des Steuerzahlers haben. Eher drängen sich da die in beiden Fällen zu beobachtenden, signifikanten charakterlichen Defizite auf, die dazu geführt haben könnten, die solcherart Gehandicapten irgend jemandem als für höhere Weihen und Ämter geeignet erscheinen zu lassen.