Fußball-Weltmeisterschaft als Gutmenschen-Non-Event [Amadeu-Antonio-Stiftungsanhängsel]

Sechs Tage hat es gedauert (kurze Rückfrage in der Redaktion: Ist heute der sechste Spieltag? … Gähnen, … Achselzucken, Nicken (Einwurf: „England hat gewonnen!“…), okay, also: Sechs Spieltage hat es gedauert, bis wir auf die Fußball-Weltmeisterschaft zu sprechen kommen. In Russland. Im Reich Putins.

Fußball-Weltmeisterschaft.

Es gibt unterschiedliche Arten damit umzugehen.
Man kann sie weitgehend ignorieren, wie wir das als eingefleischte Rugby-Fans tun, einem Spiel, bei dem noch Körpereinsatz, Schnelligkeit und Geschick eine Rolle spielen, das nur selten von Schiedsrichtern entschieden wird und in dem nicht ein Windhauch reicht, um einen Spieler nahe ans Verenden zu bringen…

Man kann die Fußballweltmeisterschaft zum Anlass nehmen, um Urlaub in Russland zu machen, sofern es das Wetter zulässt. Aber das ist ein Stereotyp unsererseits …

Man kann die Fußballweltmeisterschaft auch zelebrieren, jedes Spiel betrachten und sich am Fußball erfreuen (Es soll diejenigen geben, die das nach wie vor können).

Und man kann die Fußballweltmeisterschaft benutzen, um seinen ideologischen Spleen und seinen Hass auf alle, die Freude am Fußball finden, kund zu tun. So wie das manche tun, die dazu aufrufen, Deutschland-Fähnchen abzubrechen (Sachbeschädigung und nach wie vor strafbar).

Und dann gibt es da noch die … [freie Wahl der Anrede] von Belltower-News, dem Anhängsel der Amadeu-Antonio-Stiftung, das Steuerzahler finanzieren müssen, ohne dass sie je gefragt worden wären, ob sie etwas derartig Skurriles, besser. Bizarres finanzieren wollen.

Belltower-News, die Glockenturm-Insassen, spielen in einer eigenen Liga.

Einer Queeren Liga.

Einer, in der man hörgestört ist und die Tatsache, dass sich im Internet Leute darüber beschweren, dass man einer Claudia Neumann, die wohl versucht, Fußballspiele zu kommentieren, nicht zuhören könne, wegen ihrer „nervigen Stimme“, ihrem „leierartigen Gelaber“, weil sie einem auf „den Senkel geht“, zum Sexismus erklären zu müssen glaubt. Wir nehmen dies zum Anlass um darauf hinzuweisen, dass Fernsehen auch vom Ton lebt und dass nicht jeder Mensch mit einer angenehmen Stimme wie Elmar Gunsch gesegnet ist. Manche haben eine piepsige, eine schrille Stimme und sind in keiner Weise ein Hörgenuss, was kein Problem ist, sofern sie nicht denken, sie müssten sich anderen akustisch zumuten. Das hat mit Sexismus nichts zu tun, denn Zuschauer von Fernsehsendern haben nicht die Pflicht, über unzumutbare, schrille Laute, die manche für Stimmen halten, hinwegzuhören und sich darüber zu freuen, dass sie mit „leierartigem Gelaber“ von „nerviger Stimme“ beschallt werden. Dass die Glockenturm-Insassen darin Sexismus erkennen, kann man nur als Ausdruck von Faschismus werten, jenes Faschismus, der Akzeptanz für alles fordert, was vorgesetzt wird, ohne Rücksicht auf individuelle Empfindungen und Präferenzen.

Diego Maradonna, so berichten die Glockenturm-Insassen weiter, sei ein großer Held bei den südkoreanischen Fans. Nun hat Maradonna das getan, was die Glockenturm-Insassen nie tun würden, er hat sich die Augen lang gezogen, Schlitzaugen markiert, als Tribut an seine südkoreanischen Fans, wie er sagt. Wie die es aufgenommen haben, das wissen wir nicht. Das berichten die Glockenturm-Insassen nicht. Ihre Spezialität ist die Empörung, nicht die Information.

Die Welt hat getitelt, „Sorry Mexiko. Heute bauen WIR die Mauer!
So kann man sich irren. Aber nicht der Irrtum erregt die Glockenturm-Insassen, sondern, die Mauer. Das verstehen Sie nicht? Ist doch einfach, wenn man die geistigen Kurzschlüsse der Glockenturm-Insassen kennt. Mauer, Mexiko… Macht es klick? Donald Trump will doch eine Mauer bauen, um manche Mexikaner aus den USA fernzuhalten. Und Donald Trump ist böse. Für Vorurteilsbehaftete wie die Glockenturm-Insassen, die nur in gut und böse denken können, deren Welt in zwei Teile zerfällt, den guten, den sie bewohnen, und den bösen, den sie gerne vernichten würden, reicht das. Trump, böse, Mauer, auch böse, Mauer zu Mexiko, vor allem böse, Mauer und Mexiko und Welt und Fußball, ganz böse.

Außerdem wurde Peter Tatchell festgenommen. Von den Russen. Ja, der Russe, der nimmt fest. Peter Tatchell, den hat er festgenommen. Sehr zum Ärger der Glockenturm-Insassen. Sie kennen Peter Tatchell nicht. Wir auch nicht. Weiter zum nächsten Thema:

Puto haben die mexikanischen Fans gerufen. Vermutlich in Richtung Manuel Neuer. Vielleicht auch in Richtung anderer Spieler. Puto, das rufen Mexikaner des Öfteren und nicht nur sie und nicht nur in Rußland. Aber in Russland, da haben es Glockenturm-Insassen ganz genau gehört. Naja, fast genau. In der 43. Minute, da seien die Rufe zu erahnen gewesen, so schreiben sie. Die New York Times habe „einen weiteren Ruf in der 25. Minute erwähnt“. Man muss, wenn man dem Bösen berufsmäßig auf der Schliche sein will, schon genau hinhören und sehr kundig sein. Schimpfworte in mehreren Sprachen muss man beherrschen, Worte wie Puto, das übrigens Stricher oder Schwuchtel bedeuten soll.

Ja, man kann die Fußball-Weltmeisterschaft zu vielem BEnutzen. Zehntausende kann man zu Statisten erklären und eine Handvoll Schreihälse zum Anlass nehmen, um den Rassismus, Sexismus, die Homophobie oder den Sonstismus hochzujubeln.

Vermutlich ist es eine Frage der Veranlagung, die manche auf Negatives fixiert sein lässt, so sehr Honig aus Schlechtem ziehen lässt, dass sie es überall gegenwärtig und am Werk sehen, so dass sie selbst dann unfähig sind, Positives und Schönes zu erkennen, wenn man es ihnen vor die Nase hält.

Wir bedauern die armen Glockenturm-Insassen.

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Fallacia falsi medii: Anti-Rechtsextremismus-Industrie gutachtet gegen Sicherheitsüberprüfung

Diejenigen, die ihr Auskommen daraus gewinnen, die eigene Ideologie gegen die falschen Ideologien in Stellung zu bringen, die Anti-Rassisten, die Anti-Rechtsextremisten und die Anti-Anti-Semitisten, sie haben derzeit ein Problem: Ihrem Bemühen, das von Ministerien wie dem BMFSFJ als der Demokratie förderlich angesehen wird und das deshalb aus Steuermitteln gefördert wird, wird nicht mehr generell eine Unbedenklichkeitsplakette verliehen, weil die Kämpfer von sich behaupten, sie würden gegen die falschen Ismen unserer Zeit agitieren und „Demokratie leben!“.

Nein, sie werden überprüft.

Gerade hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der LINKEN (der Schutzpatronin aller, die von Links gegen Rechts kämpfen oder dies zumindest vorgeben) erklärt, dass bislang 46 Träger, die sich mit einem Projekt für den Kampf gegen Rassismus, Rechtsextremismus oder Antisemitismus um Steuergelder beworben haben, durch den Verfassungsschutz geprüft wurden.

Geprüft wurde, ob diejenigen, die für die Demokratie und gegen den Extremismus kämpfen wollen, selbst auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass linke Extremisten finanziert werden, um rechte Extremisten zu bekämpfen (da die Bekämpfung von Linksextremismus kaum eine Rolle spielt, kann der umgekehrte Fall hier unberücksichtigt bleiben).

Klingt sinnvoll. Immerhin geht es um Steuergelder, und wenn in Ministerien schon Geld verschwendet wird, um Bürger zum richtigen ideologischen Glauben zu erziehen, dann doch bitte so, dass nicht Extremisten dafür finanziert werden, die Grundlagen demokratischen Zusammenlebens zu zerstören.

Macht also Sinn.
Das ist wie mit der Schufa.
Niemand bekommt einen Kredit, wenn er bei der Schufa als Kreditrisiko geführt wird.

Und dennoch laufen die Vertreter der Anti-Rechtsextremismus-Industrie Sturm. Sie, die sie die Demokratie nicht nur auf Kosten der Steuerzahler leben, sondern auch verteidigen wollen, sie wollen nicht daraufhin geprüft werden, ob sie überhaupt fähig sind, Demokratie zu leben und zu verteidigen.

Und sie haben zu viel Geld. So viel Geld, dass sie, in diesem Fall der Bundesverband Mobile Beratung e.V., der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. und die Bundearbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung, ein angeblich „wissenschaftliches Gutachten“ in Auftrag geben können, das zeigen soll, dass die Überprüfung all der treuen Recken, die die Demokratie auf Kosten von Steuerzahlern leben und verteidigen wollen, nicht rechtens ist.

Wunder über Wunder: Die drei Verbände haben die Rechtsanwältin, Anna Luczak, gefunden. Sie ist bereit, das gewünschte angebliche Gutachten zu erstellen und zu den erhofften Ergebnissen zu kommen. Wie teuer die Bereitschaft, das erhoffte Gutachten zu erstellen, war, ist eine offene Frage. Was Luczak dazu befähig, ein Gutachten zu erstellen, ist noch eine offene Frage. Wodurch Luczak in der Vergangenheit bekannt wurde, ist weniger offen:

„Für bundesweites Aufsehen sorgte der Fall eines ihrer Mandanten, der während einer Personenkontrolle am Rande des G8-Gipfels bei Rostock von einem Polizisten niedergeschlagen worden war. Das Amtsgericht Rostock sprach den Polizisten vor Kurzem frei.“
So schreibt das Neue Deutschland, die SED-Parteizeitung, deren Journalisten noch nicht zu wissen scheinen, dass in einem Rechtsstaat ein Freispruch bedeutet, dass der Polizist, der nach Ansicht des Neuen Deutschlands einen Mandanten von Luczak niedergeschlagen haben soll, diesen Mandaten nach den Tatsachenfeststellungen des Gerichts eben NICHT niedergeschlagen hat.

Doch zurück zum Gutachten von Luczak, das auch tatsächlich zum Ergebnis hat, was sich die Auftraggeber erhofft und auch gewünscht haben müssen: Die Überprüfung, ob Träger von Projekten, in denen Demokratie gelebt und gegen Extremismus verteidigt werden soll, auf Kosten der Steuerzahler versteht sich, mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung konform gehen, ist nach Ansicht von Luczak nicht rechtskonform, denn (1) gebe es keine rechtliche Grundlage für die Überprüfung, (2) sei der Verfassungsschutz als derjenige, der die Überprüfung durchführe, dafür bekannt, dass bereits geringfügige Anlässe zu einer Ablehnung des Trägers führten, (3) sei die Speicherung der Daten von Personen und Gruppen, die im Bereich der Demokratieförderung tätig seinen, ein unverhältnismäßiger Eingriff in deren Grundrechte und (4) davon auszugehen, dass der Verfassungsschutz als speichernde Behörde gegen Datenschutzbestimmungen verstoße und die in einem Zusammenhang gespeicherten Daten auch in einem anderen Zusammenhang benutze.

Bevor Sie sich über diese Form der Rabulistik aufregen: Ruhe bewahren. Es ist nicht notwendig, sich über dieses vermeintliche wissenschaftliche Gutachten zu erregen, denn es ist kein wissenschaftliches Gutachten, es ist nicht einmal ein Gutachten. Es ist ein umfangreicher Fehlschluss der falschen Disjunktion oder auch der falschen Alternativen, ein Fehlschluss der Erschleichung, des falschen Mittelterms „Fallacia falsi medii“, wie ihn Georg Michael Klein bereits im Jahre 1824 in seiner Anschauungs- und Denklehre beschrieben hat, denn:

Niemand muss sich um Förderung durch das Bundesministerium für FSFJ bewerben.
Niemand hat ein Recht auf eine entsprechende Förderung.
Niemand hat einen generellen Anspruch darauf, aus den Taschen der Steuerzahler finanziert zu werden.

Nimmt man diese Prämissen zum Ausgangspunkt der Begutachtung der Frage, ob eine Überprüfung derer, die Demokratie leben wollen, darauf, ob sie denn überhaupt Demokratie leben können, rechtens ist, dann folgt, dass die Überprüfung nicht zwingend ist, da sich niemand, der nicht überprüft werden will, um Mittel aus den Taschen der Steuerzahler bewerben muss, wer sich aber darum bewerben will, nachweisen können muss, dass er Demokratie leben kann.

Und weil dem so ist, sind die Folgerungen, die Luczak in ihrem angeblichen Gutachten zieht, allesamt Fehlschlüsse, und weil die Folgerungen allesamt Fehlschlüsse sind, deshalb ist das Gutachten kein wissenschaftliches, sondern ein fehlerhaftes Gutachten, das man bestenfalls einstampfen kann, so wie man den Versuch, ein Gutachten zu erstellen, bestenfalls belächeln kann.

Das ist bitter, bitter für die Amadeu-Antonio-Stiftung und ihre Satelliten, die sich so heftig über das Ergebnis des wie sie glauben (machen wollen) doch wissenschaftliche Gutachten gefreut haben, ebenso wie es für die erkleckliche Liste derer, die die Beauftragung durch die drei oben genannten, wie auch immer unterstützt haben (siehe Abbildung für die stattliche Liste derer, die einer Prüfung darauf, ob sie die Grundsätze der freiheitlich demokratischen Grundordnung einhalten, nicht standhalten wollen), bitter ist.

Nichts war’s.

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Gegen Hass anhassen mit der Amadeu-Antonio-Stiftung: Irrsinn darf in Deutschland wieder öffentlich geäußert werden

Vor nicht allzu langer Zeit, haben wir in einem Beitrag darauf hingewiesen, dass Sir Karl Raimund Popper missbraucht wird. Personen, die im Normalfall nicht wissen, wer Popper eigentlich war, zitieren Popper damit, dass er angeblich gesagt habe, man dürfe Intoleranz nicht tolerieren. Zu sagen, Intoleranz dürfe nicht toleriert werden, ist natürlich ein Lügner-Paradoxon, denn wenn man Intoleranz nicht toleriert, wird man selbst zum Intoleranten, mit der Konsequenz, dass man nunmehr sich selbst nicht tolerieren darf.

Dass viele derer, die Popper im Mund führen, mit diesem Paradox leben, den Widerspruch ertragen können, spricht für den beklagenswerten Zustand ihrer geistigen Kapazitäten. Dass sie ihre eigenen Defizite aber Popper in die Schuhe schieben wollen, geht zu weit. Liest man die Stelle, die die meisten, die ihn zitieren, nicht kennen, bei Popper weiter, dann erfährt man, dass Popper seine Aussage an zwei Bedingungen knüpft: (1) Verweigerung des rationalen Diskurses und (2) Gewalt. Nur wenn es jemand mit einer schrägen Meinung, die andere Meinungen kategorisch ausschließt, verweigert, über seine Meinung und Kritik an seiner Meinung zu diskutieren und jeden Versuch, darüber zu diskutieren, mit Gewalt unterdrücken will, dann ist Popper der Ansicht, müsse man ihn und seine Meinung nicht tolerieren.

Popper hätte heute wohl wenig Probleme mit den meisten der AfD-Politiker. Aber es ist kaum zu erwarten, dass er Antifa und andere Meinungsdiktatoren, die keine Abweichung von dem zulassen, was sie für richtig halten, und die gewalttätig sind, tolerieren würde.

Der Missbrauch von Popper ist nur eine Facette einer geistigen Minderleistung bei denen, deren Selbstwert vornehmlich über ihren Ärger und ihren Hass, allgemeiner: ihre Befindlichkeit konstituiert wird und nicht über Leistungen, die durch einen unabhängigen Dritten nachvollziehbar wären.

Es gibt eine Geschichte von HP Lovecraft, in der er von einer gelangweilten Gesellschaft erzählt, eine Gesellschaft, deren Mitglieder weitgehend unbeschwert leben könnten, hätten sie nicht jede Motivation und jeden Antrieb, sich selbst zu entwickeln, an sich zu arbeiten, sich einen Lebenssinn zu geben, verloren. Selbst Zuneigung ist ihnen von sich aus nicht mehr möglich. Deshalb treffen sie sich in Zuneigungsgruppen, um sich Zuneigung zu erzählen. Es scheint, heutzutage trifft man sich nicht in Zuneigungs-, sondern in Abneigungsgruppen, um zu hassen, sich gegen andere zu wenden und sich auf diese Weise der eigenen Existenz zu vergewissern.

Dass derartige Abneigungsgruppen staatlich, vornehmlich vom Ministerium für FSFJ finanziert werden, ist vermutlich nicht verwunderlich, denn auch Ministerien werden heute häufig vom Gefühl und nicht vom Verstand geleitet (deshalb sind die Ministerdarsteller zumeist einer Meinung, die sie oft mit „wir dürfen“, „wir müssen“ oder sonstigen Floskeln einleiten, haben in der Regel aber keinerlei nachprüfbare Begründung für ihre Meinung, die lediglich dazu dient, sich affektiv zu verorten und zu vergewissern). Dass derartige organisierte Abneigungsgruppen dem Verstand nicht zuträglich sein, sein können, weil sie das Gefühl zu Lasten der Ratio betonen, konnte man unlängst wieder in Berlin beobachten.

Anlass war eine Demonstration der AfD.

Die, die man in Anlehnung an Harold Garfinkel als affektive Dopes bezeichnen kann, also Personen, die von ihren Gefühlen und nicht von ihrem Verstand geleitet werden, benötigen organisierte Abneigungsgruppen und öffentliche Abneigungshappenings, um sich zum einen zu demonstrieren, dass sie jemand sind, ein Guter und um zum anderen ein Wir-Gefühl zu entwickeln, denn richtig gut kann man sich nur in der Masse fühlen. Die Ursache dafür kann in der Sozialpsychologie gefunden werden: Menschen, die am Versuch gescheitert sind, eine personale Identität zu bilden, müssen sich an Gruppen anlagern, anderer Meinung imitieren, anderer Gefühl zu ihrem eigenen machen, müssen sich durch Abgrenzung von vermeintlich Bösen selbst eine Surrogat-Persönlichkeit verschaffen, und zwar in regelmäßigen und vermutlich immer kürzer werdenden Abständen. Anders formuliert: Die AfD ist lebenswichtig für viele affektive Dopes, weil Letztere ohne die AfD außer Stande wären, das Gefühl, sie hätten eine Persönlichkeit, zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu simulieren.

Doch zurück zur Verdrängung oder Beseitigung des Verstands durch das Gefühl, ein Phänomen, das wir schon öfter beobachtet haben. Im Bereich der institutionalisierten Wissenschaft finden wir es bei der Genderista, deren Vertreter in der Lage sind, eine ganze Vielfalt von Widersprüchen nebeneinander bestehen zu lassen, z.B. den Widerspruch, dass sie es ganz furchtbar finden, dass so wenige Frauen in MINT-Fächern zu finden sind und kein Problem damit haben, selbst eine Entscheidung gegen ein MINT-Fach getroffen zu haben.

Wir finden die fast schon als Anhänglichkeit zu bezeichnende Fähigkeit, sich in wenigen Sätzen zu widersprechen, bei all denen, die Poppers Paradoxon der Toleranz entstellt und zu ihrem Glaubensbekenntnis gemacht haben, ohne dabei zu merken, dass sie sich lächerlich machen.

Schließlich finden wir die affektiven Dopes, die vor lauter Gefühl nicht merken, wenn sie sich widersprechen, vornehmlich unter denen, die sich der Weihe ihrer eigenen Existenz besonders sicher sind. Die keinen Zweifel haben, dass sie die Guten sind und andere die Bösen.

Der folgende – mittlerweile weit bekannte – Tweet fand sich heute einmal mehr in unserer Mailbox. Er ist ein beeindruckendes Zeugnis der geistigen Inkontinenz, des Mangels an kognitiver Kapazität und der Fähigkeit, sich selbst dann, wenn man sich in Widersprüchen wickelt, im vermeintlichen Glanz der eigenen emotionalen Überlegenheit zu suhlen.

Nach diesem Tweet kann man in jedem Fall feststellen, dass die Mitarbeiter der AAS-Stiftung im Portfolio ihrer Fähigkeiten „Hass“ und „hassen“ haben, aber offensichtlich nicht Logik, Verstand und Fähigkeit zum kritischen Denken. Zudem kann man einmal mehr feststellen, dass diejenigen, die ständig „Hass“ im Munde führen, die ständig „Hass“ denken, diejenigen sind, die ständig hassen, die den Hass benötigen, um sich ihrer gewiss zu werden.

Das ist nur konsequent. Sie benötigen Feinde, Gegner, Menschen, die sie zu Bösen stilisieren können, die sie herabwürdigen können, um sich über sie zu stellen und sich zu Guten zu erklären, um sich eine Surrogat-Persönlichkeit zu geben. Sie müssen hassen, denn ohne Hass sind sie niemand, kein Guter, kein Kämpfer für das Gute, einfach nur nichts. Ein leerer Zellhaufen ohne Sinne und Zweck, ein unfertiges Projekt Mensch, gescheiter am Versuch, sich eine autonome Persönlichkeit zu geben.

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Zeitgeist schafft Rechtsextremismus-Unternehmer: Die Amadeu-Antonio-Stiftung

Man kann diesen Beitrag auf mehrere Arten beginnen.
Zum Beispiel so: Es ist an der Zeit den Begriff Nepotismus für Deutschland neu zu definieren.

Vor allem die angebliche Mittelherkunft ist interessant!

Oder so: Kartellämter sollen Preisabsprachen zwischen Unternehmen verhindern. Wer verhindert Absprachen zwischen so genannten Stiftungen, die darauf abzielen, sich auf Kosten von Steuerzahlern zu bereichern?

Oder so: Korruption haben wir bislang nur als politische Korruption gefasst. Wir haben die soziale Korruption vergessen.

Oder so: Investoren, die in Wertpapiere investieren wollen, tun gut daran, ihre Investitionen über Aktien, Bonds und Staatsobligationen zu streuen, um ihr Risiko zu diversifizieren. Ökonomen sprechen hier von einem Portfolio. Es gibt aber nicht nur Portfolios bei Investoren, es gibt auch Portfolios bei dem, was wir Mistel-Unternehmer nennen, Akteure die fast ausschließlich von Steuergeldern leben, die es ohne dass Steuergelder in ihre Taschen geleitet würden, nicht gäbe. Diese Mistel-Unternehmer haben die Diversifikation perfektioniert: Sie kassieren auf regionaler, auf Landesebene, bei Bund, Ländern und Gemeinden, sie greifen Geld an allen möglichen Quellen ab, um ihr Werk, das niemand wirklich braucht und das man nicht vermissen würde, wäre es von heute auf morgen verschwunden, üppig, sehr üppig, lavish, zu finanzieren.

Wir präsentieren im Folgenden die Zwischenergebnisse einer Netzwerkanalyse zur Amadeu-Antonio-Stiftung, die zu all den Einleitungen passt, die wir gerade geschrieben haben. Die Netzwerkanalyse zeigt unappetitliche Verbindungen, die den Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung (AAS-Stiftung) als Vorstand eines Vereins sehen, der wiederum von der AAS-Stiftung und somit aus Steuermitteln, die vom BMFSFJ oder vom Bundesministerium für Justiz oder von der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration oder vom Berliner Senat kanalisiert oder direkt zugewiesen werden, finanziert wird. Die AAS-Stiftung selbst unterhält ein kleines Imperium das von der Existenz von Rechtsextremismus und Antisemitismus abhängig ist, denn das Geschäftsmodell sieht die Bekämpfung beider vor. Dazu gehört es auch, die Gefahr beider regelmäßig zu beschwören und hochzureden, damit die Steuermittel noch üppiger fließen.

Zu jedem Eintrag in der Abbildung gibt es eine Webseite. Auf keiner dieser Webseiten fehlt der Spendenaufruf. Die Rechtsextremismus-Unternehmer verfolgen offensichtlich ein duales Geschäftsmodell: Einerseits Steuermittel an so vielen Stellen wie nur möglich, beim BMFSFJ, beim BMJ, bei der Stadt Berlin, der Landeshauptstadt München, der Stadt Eberswalde, dem Land Thüringen, dem Land Sachsen, dem Land Brandenburg, der FES abgreifen und dieses Geld unter anderem dazu benutzen, über die Schaffung möglichst vieler Webseiten und die Vernetzung mit möglichst vielen anderen Rechtsextremismus-Unternehmern neue Einnahmequellen zu erschließen. Derzeit werden Steuermittel nicht nur dafür verschwendet, mit dem Rechtsextremismus ein Problem zu bekämpfen, das es nicht gibt, sondern auch dafür, den Rechtsextremismus-Unternehmern Mittel an die Hand zu geben, um ein Webseiten-Imperium aufzubauen, das mit Spendenlinks bestückt werden kann, so dass das zukünftige Einkommen aus vielen diversifizierten Quellen bezogen werden kann.

Dass bei diesem Unterfangen persönliche Interessen und Unternehmensinteressen ein Sponger-Amalgam eingehen, sieht man am Beispiel von Timo Reinfrank, der als Geschäftsführer das AAS-Stiftung nicht nur für die neun AAS-Projekte verantwortlich ist, die in unserer Abbildung aufgeführt sind, er ist über seine Vorstandstätigkeit im Verein für Demokratische Kultur Berlin für weitere drei Projekte verantwortlich und weil das alles noch nicht reicht, sitzt er im Vorständen und Beiräten anderer Projekte.

Das Einsammeln von Geld, die AAS-Stiftung ist dabei, es zu perfektionieren, ohne Risiko, denn die Kosten werden weitgehend aus Steuermitteln finanziert und das Beste ist: Ohne Gegenstand, denn würde man von heute auf morgen jeglichen Kampf gegen Rechtsextremismus aufgeben, kaum jemand würde in seinem täglichen Leben etwas davon merken. Nur mehrere Dutzende von Mitarbeitern, die in den Projekten versorgt werden, sie würden es merken: Sie wären arbeitslos und müssten sich eine richtige Arbeit suchen.

Unsere Netzwerkanalyse ist bei weitem nicht vollständig. Wir haben nur einen Teil aufgenommen und unzählige Beteiligungen der AAS-Stiftung, von denen wir wissen, wie z.B. all die Anteile, die die AAS-Stiftung in den so genannten RAAs hält, den regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie, nicht weiter recherchiert.

Dazu fehlt uns die Zeit.
Das war die schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht: Wer ein Interesse daran hat zu wissen, wo sein Steuergeld bleibt und wer die vielen Verflechtungen der AAS-Stiftung mit anderen Rechtsextremismus-, Antisemitismus- und Rassismus-Unternehmern, ihre Verbandelung mit Parteien, Gewerkschaften und Institutionen gerne offengelegt hätte, der kann unsere Arbeit mit einer Spende unterstützen. Sobald wir es uns leisten können, geht es dann weiter mit der Netzwerkanalyse.


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Amadeu-Antonio-Sekte? L. Ron Hubbard, Scientology, Kahane, Amadeu-Antonio-Stiftung…

Ein Leser hat uns auf eine interessante Gemeinsamkeit hingewiesen, die L. Ron Hubbard, der Gründer der Scientology Church, mit der AAS-Stiftung von Anetta Kahane teilt, dann nämlich, wenn man annimmt, das von der Stiftung genutzte Mittel von Abmahnung und Antrag auf einstweilige Verfügung vor dem Landgericht, alles natürlich mit mehreren 100 Euro Kosten für die Adressaten dieser Behandlung verbunden, sei nicht darauf ausgerichtet, Recht durchzusetzen, sondern darauf, Gegner, Kritiker der AAS-Stiftung mundtot zu machen, weshalb sich die Stiftung ihrer Verbindung zu einem Anwalt bedient, der sich schon in der Berliner Piratenszene vorhalten lassen musste, er würde Abmahnungen benutzen, um Meinungen zu unterdrücken.

Wenn man diese Annahme teilt, dann kann man ob der inhaltlichen Übereinstimmung zwischen Hubbard, Scientology, Kahane und AAS-Stiftung nur staunen:

“If attacked on some vulnerable point by anyone or anything or any organization, always find or manufacture enough threat against them to cause them to sue for peace.”
– L. Ron Hubbard, Hubbard Communications Office Policy Letter, 15 August 1960, Dept. of Govt. Affairs

[Unsere Übersetzung:] Wenn man an einer schwachen Stelle von jemandem oder von einer Organisation angegriffen wird, dann muss man genug Drohungen aufbauen (manufacture hat auch die Bedeutung von “erfinden”), um die Angreifer dazu zu zwingen, um Frieden zu betteln.

“The purpose of the suit is to harass and discourage rather than to win. The law can be used very easily to harass, and enough harassment on somebody who is simply on the thin edge anyway, well knowing that he is not authorized, will generally be sufficient to cause his professional decease. If possible, of course, ruin him utterly.”
– L. Ron Hubbard, A MANUAL ON THE DISSEMINATION OF MATERIAL, 1955

{Unsere Übersetzung:] Vorgehen soll schikanieren, entmutigen, es dient nicht dem Sieg. Gesetze können sehr leicht zur Schikane genutzt werden. Jemand, der über wenige (finanzielle und rechtliche) Ressourcen verfügt, kann mit Gesetzen besonders gut schikaniert werden. Bei ihm wird es im Allgemeinen ausreichen, zu wissen, dass er nicht vertreten wird, um sein berufliches Ende einzuläuten. Wenn möglich, muss er natürlich umfassend ruiniert werden.

 

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