Glyphosatanisten: Stimmungsmache in den Diskurswelten der Ahnungslosen

Wer heute etwas gelten will, der ist gegen Glyphosat.
Gegen Glyphosat oder Roundup, wie es früher hieß, zu sein, ist in, trendy und cool.

Der Linke von Welt ist gegen Glyphosat.
Der Gutmensch von Welt ist gegen Glyphosat.

Denn Glyphosat ist schlecht.

Es vernichtet nicht nur Unkraut, es ist auch karzinogen.
Es macht krank:
Menschen sterben …
erliegen dem Krebs …,
wegen Glyphosat…, 
wegen des Krebes durch Glyphosat, …
wegen Monsanto.

Monsanto, ist die Reinkarnation des Satans, den es zu zerstören gilt.

So der Diskurs in der Welt der Ahnungslosen.

Monsanto ist übrigens nur einer von gut 80 Herstellern von Glyphosat. Nachdem das Patent auf Glyphosat im Jahr 2000 ausgelaufen ist, wird das Unkrautvernichtungsmittel vornehmlich in China hergestellt.

Glyphosat ist übrigens auch kein Unkrautvernichtungsmittel, das ins Grundwasser gelangt, jedenfalls nicht leicht. Das ist mit für den Erfolg von Glyphosat verantwortlich. Glyphosat blockiert ein pflanzliches Enzym und wird fest an Bodenpartikel gebunden. Ein Eintrag ins Grundwasser ist nur schwer möglich. Obendrein ist Glyphosat für Bienen und andere Fluginsekten ungefährlich, denn es attackiert gezielt ein bestimmtes Enzym. Pflanzen haben dieses Enzym. Tiere und Menschen haben es nicht.

Kein Wunder also, dass Helmut Greim, David Saltmiras, Volker Mostert und Christian Strupp, die 14 Studien analysiert haben, in denen getestet wurde, ob Glyühosat kreberregend ist, zu einem eindeutigen Ergebnis kommen: Glyphosat ist für Menschen so harmlos wie Trinkwasser: Es gibt keinerlei Hinweise auf einen karzinogenen Effekt von Glyphosat.

“Glyphosate, an herbicidal derivative of the amino acid glycine, was introduced to agriculture in the 1970s. Glyphosate targets and blocks a plant metabolic pathway not found in animals, the shikimate pathway, required for the synthesis of aromatic amino acids in plants. After almost forty years of commercial use, and multiple regulatory approvals including toxicology evaluations, literature reviews, and numerous human health risk assessments, the clear and consistent conclusions are that glyphosate is of low toxicological concern, and no concerns exist with respect to glyphosate use and cancer in humans. This manuscript discusses the basis for these conclusions. Most toxicological studies informing regulatory evaluations are of commercial interest and are proprietary in nature. Given the widespread attention to this molecule, the authors gained access to carcinogenicity data submitted to regulatory agencies and present overviews of each study, followed by a weight of evidence evaluation of tumor incidence data. Fourteen carcinogenicity studies (nine rat and five mouse) are evaluated for their individual reliability, and select neoplasms are identified for further evaluation across the data base. The original tumor incidence data from study reports are presented in the online data supplement. There was no evidence of a carcinogenic effect related to glyphosate treatment. The lack of a plausible mechanism, along with published epidemiology studies, which fail to demonstrate clear, statistically significant, unbiased and non-confounded associations between glyphosate and cancer of any single etiology, and a compelling weight of evidence, support the conclusion that glyphosate does not present concern with respect to carcinogenic potential in humans.”

Wie gewöhnlich, lassen sich Panik-Aktivisten von Fakten und wissenschaftlicher Forschung nicht beeindrucken und versuchen, wie dies in der Vergangenheit der ARD-Monitor getan hat, diejenigen, deren wissenschaftliche Ergebnisse sie nicht widerlegen können, persönlich zu diskreditieren. Entsprechend hat es Helmut Greim getroffen.

Und wie gewöhnlich sind die Panik-Aktivisten nicht mit wissenschaftlicher Evidenz zu beeindrucken. Auf Kreuzzügen für das Gute stören Fakten in der Regel, weshalb die Grünen darüber schwadronieren, dass Glyphosat die Menschheit vergiftet, während Greenpeace und all die anderen, die pseudo-moralische Entrüstung als Ersatz für ihre nicht vorhandenen Kenntnisse benutzen, zum Sturm auf die Industrie-Bastille aufrufen: Die Guillotine steht auch schon bereit und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist der Erste, der aufs Schafott steigen soll, um einen Kopf kürzer gemacht zu werden, hat er doch „im Alleingang“ wie es heißt, entschieden, dass Glyphosat fünf weitere Jahre in der EU zugelassen wird, nicht nur das, Schmidt hat mit seiner Zustimmung den Ausschlag im EU-Rat der Landwirtschaftsminister gegeben.

Seitdem herrscht das Pandemonium. Die Retter der Menschheit vor Krebs, die diese Rettung zu ihrem Lebenssinn erkoren haben, sind in geballter Wut über Schmidt hergefallen. Und wenn es darum geht, Stimmung zu machen, dann dürfen natürlich die sogenannten Meinungsforschungsinstitute der politischen und journalistischen Linken, allen voran Civey nicht fehlen. Dieses Institut, das es schaffen, selbst der nach-Forsa-Meinungsforschung noch einen schlechteren Namen zu geben, verschickt in seinen Befragtenpanels derzeit Emails mit dem folgenden Text

“Das gestrige Votum zu einer weiteren Verwendung des Unkrautgifts Glyphosat für fünf Jahre hat in der deutschen Politik für Empörung gesorgt. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) stimmte im EU-Parlament der Verlängerung zu, gegen den ausdrücklichen Willen der SPD. Renate Künast von den Grünen nannte dies einen “ungeheuren Vorgang”, Marco Buschmann von der FDP sieht eine „vorsätzliche Verletzung der gemeinsamen Geschäftsordnung” und Andrea Nahles (SPD) spricht von einem „schweren Vertrauensbruch”.

Civey möchte von Ihnen wissen:

Wie bewerten Sie, dass Agrarminister Schmidt gegen den Willen der SPD der weiteren Zulassung von “Glyphosat” zugestimmt hat?”

Manipulation erfolgreich, Meinungsforschung tot.

Warum Civey das noch wissen will, ist eine spannende Frage, denn dass nach einer Einleitung, in der man denen, die man angeblich befragen will, gesagt hat, dass sie dann, wenn sie der Zustimmung von Schmidt positiv gegenüberstehen, sich zum einen nicht in die Reihe der Empörten stellen und zum anderen ziemlich alleine dastehen, weil sie den „ungeheuren Vorgang“, die „vorsätzliche Verletzung der gemeinsamen Geschäftsordnung“ oder den „schweren Vertrauensbruch“ nicht verurteilen, ist sichergestellt, dass nicht viele die Aktion von Schmidt positiv bewerten werden.

Wenn es Civey also offensichtlich nicht darum geht, die Meinung der Befragten zu erfragen, dann kann es nur darum gehen, die Befragten dazu zu missbrauchen, Stimmung zu machen, sie zur Abgabe einer bestimmten Bewertung zu manipulieren. Wie das geht, haben Amos Tversky und Daniel Kahneman schon vor Jahren dargelegt. Wenn man Zustimmung will, muss man einen Rahmentext formulieren der Positives hervorhebt, wenn man Ablehnung will, dann muss man einen Rahmentext formulieren, der Befragten Negatives einhämmert. Civey hämmert seinen Befragten Negatives ein und bekommt zwar nicht deren Meinung, dafür aber, was gewollt war: Ablehnung des ungeheuren Vorgangs, der vorsätzlichen Verletzung der gemeinsamen Geschäftsordnung, des schweren Vertrauensbruchs durch Schmidt.

Das hat mit Meinungsforschung nichts mehr zu tun, ist aber nützlich, um politische Stimmung zu machen, Menschen in die Pfanne zu hauen und der eigenen Peer-Group Hilfestellung dabei zu liefern, die Feinde der Befreiung von Glyphosat auf die Guillotine zu bringen.

Einen guten Text zum Thema Glyphosat gibt es beim European.

Informationen zum EU-Prozess der Glyphosat-Zulassung und weitere Analysen und Gutachten zu Glyphosat gibt es bei der EU-Commission.

Nachtrag:

Scheint ein heißes Thema zu sein.
Zu den Anfragen, die uns erreichen:

Die WHO teilt die Ansicht der European Food Safety Authority (EFSA) und des Bundesamts für Risikobewertung, dass Glyphosate NICHT krebserregend sind (und auch das Erbgut nicht schädigen).

Die Behauptung, Glyphosate hätten Erbdefekte zur Folge, geht auf diese Studie zurück, die u.a. vom BfR hier zerpflückt bzw. kritisiert wird.

Glyphosate als Rückstände in Bier (besteht aus Gerste, Gerste wird mit Glyphosaten behandelt) sind unschädlich und die Konzentration geht zurück.

Eine sehr lesenswerte Zusammenstellung der Irrtümer, falschen Behauptungen, Fake News und Lügen, die im Zusammenhang mit Glyphosaten im Umlauf sind, findet sich hier.

Viel Spass beim Lesen!

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24 Responses to Glyphosatanisten: Stimmungsmache in den Diskurswelten der Ahnungslosen

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  2. jheinke says:

    Dass Glyphosat Krebs auslösen soll, ist Unsinn.
    Das ist aber auch der einzgie Punkt, in dem ich dem Artikel zustimmen kann.

    Dass hingegen Glyphosat schwere gesundheitliche Schäden auslöst, ist bestens belegt.
    Ich lebe in Südamerika, in einer Gegend mit sehr hohem Glyphosat-Austrag.
    Die Wirkung auf die Natur ist vernichtend: Die gesamte Biospäre des Bodens wird zerstört: Sie finden weder einen Springschwanz oder eine Spinne, keine Schnecke und nicht einen einzigen Wurm (!!!) im Erdreich. Die Böden sind biologisch vollkommen tot.
    Dass Glyphosat für Insekten unschädlich sein soll, ist eine weitere offensichtliche Lüge.
    Und die weitere Behauptung, dass Glyphosat fest an Bodenpartikel gebunden wird, ist eine weitere, offenkundige Unwahrheit: Glyphosat wird massiv ins Grundwasser ausgeschwemmt. Man hat gerade im Parana, dem zweitgrößten Fluss Südamerikas, erschreckend hohe Konzentrationen an Glyphosat gemessen, die von den Sojafeldern Argentiniens eingeschwemmt wurden.
    Das wurde vom argentinischen Landwirtschaftsministerum auch gar nicht bestritten. Aber, so die Antwort, das mache ja nichts. Glyphosat sei ja ganz ungefährlich – wie Wasser, wie Sie in Ihrem Artikel abenteurlicher Weise behautpen.
    Na, dann trinken Sie doch mal einen halben Liter Roundup!

    Dass, man früher Glyphosat gar nicht wahrgenommen haben will, trifft gleichfalls nicht zu: Auf die Gefährlichkeit und Giftwirkung wird seit den 1980ern intensiv hingewiesen – ohne jeden Erfolg.
    Leider gehört die Pharmalobby zu den mächtigsten Einflussnehmern der Politik weltweit – besonders, wenn es um US-Konzerne geht. Und hier wird belogen, betrogen und bestochen auf Teufel komm heraus.
    Ich kann von mir behaupten, mich in der Sache auszukennen. Ich bin Biologe und Biochemiker und habe lange Jahre in der pharmazeutischen Industrie gearbeitet (Ciba Geigy, später Syngenta). Wir haben selber die Lobbyisten ausgebildet, die heute in Brüssel oder Berlin „arbeiten“ – und die machen ihren Job „verdammt“ gut.
    Und wir wussten, wie man wissenschaftliche Untersuchungen manipuliert – schauen Sie sich als Beispiel die von Fälschungen und Manipulationen strotzenden “Forschungen” von Louise Pasteur und Robert Koch an, die bis heute – unwidersprochen! – die Begründung für den Einsatz von Antibiotika und Impfungen liefern.

    • Sie reden hier viel von offensichtlichen Lügen, leider ohne Belege. Wo sind die entsprechenden Studien, Forschungsergebnisse … Wenn alles so offensichtlich ist, ist es doch kein Problem, zumindest ein paar davon hier zu nennen?!

    • Brockenteufel says:

      “Na, dann trinken Sie doch mal einen halben Liter Roundup!” Es ist alles Gift,es kommt nur auf die Dosis an – Paracelsus.

      Trinken Sie mal 6 Liter Waser auf einmal! Siehste!!!!

      • Nur ein Gärtner says:

        Vorschlag: Sie trinken pro Tag 0,5 Liter RoundUp und ich 6 Liter Wasser. Mal sehen, wer länger durchhält.

  3. osthollandia says:

    WDR5 hat das gestern auch im Tagesgespräch versucht. Ich hatte Gelegenheit, der Sendung zu folgen und habe eine Zusammenfassung geschrieben: https://osthollandia.wordpress.com/2017/11/28/die-glyphosat-enscheidung-und-wdr5/

    Fazit: Obwohl Moderatorin und Expertin sich alle Mühe gegeben haben, Hysterie und Empörung zu pflanzen, war das doch nur bei SPD und Grüne wählenden Großstadtbewohnern erfolgreich. Was mich gefreut hat war, dass da auch echte Experten, nämlich Bauern, angerufen und gescheite Informationen geliefert haben.

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  5. Nur ein Gärtner says:

    Nachtgedanke: Wenn ein Gift ein Gift ist, jedoch so unbedenklich wie Wasser, ist es überhaupt noch Gift? Reicht manchmal nicht der gesunde Menschenverstand um zu erkennen, daß es hier einen eklatanten Widersruch gibt? Rechnen Sie doch mal, was bei adäquater Nutzung (lt. Etikett) bei z.B einem Regenwurm ankommt. Oder bei einer Bakterie. Bakterien sind auch nur Menschen.

  6. Pingback: KOPP-Report – website-marketing24dotcom

  7. Hans says:

    da ich als Ahnungsloser keine Zeit habe beide Seiten zu studieren geschweige denn selbst Forschungen zu betreiben, kann ich nur sagen, dass ich meine Lebensmittel in einer Erzeuger Verbraucher Gemeinschaft direkt von einem Demeter Bauernhof beziehe. Es sind 20 Demeter Bienenvölker aufgestellt worden neben den Feldern. So benötige ich auch keine Spritzmittel und gehe dem Problem aus dem Weg! Wir brauchen das nicht, es gibt andere Wege, nicht nur den aus Holz.

    • bonifer says:

      Ich beziehe meine Lebensmittel (keine Füllstoffe) auch direkt vom Demeter Bauernhof. Dieser kommt vollkommen ohne Pflanzenvernichtungsmittel (das ganze PflanzenSCHUTZmittel zu nennen grenzt an Blasphemie) aus. Was wir brauchen ist weniger Quantität und mehr Qualität.

  8. Dr. M. Richter says:

    So ist das mit den Ferndiagnosen und vermeintlichen Beobachtungen.
    Ich kenne das vom Fracking her.
    Selber aus der Branche kommend, kann ich keine Beurteilung zur Verträglichkeit dieses Verfahrens geben, weil ich damit nicht explizit beschäftigt war. Zu einer belastbaren Beurteilung dieser Gewinnungsmethode bedarf es eines mehrmonatigen eingehenden Studiums der Materie. Dazu fehlt mir die Zeit, so daß ich auf die Bewertung der einschlägigen Kollege angewiesen bin.

    Ach ja…..Ausnahmen gibt es. Da ist zum Beispiel die berufslose Claudia Roth und ihre Konsorten, die alles über Kernkraft, Glyphosat, Fracking, Klima usw. usf. wissen, weil sie die Inkarnationen von Physikern, (Bio)Chemiker, Ingenieuren, Meteorolgen usw. usf. sind.
    Unverständlich ist nur, warum diese Wissenschaftler es in der freien Wirtschaft teilweise nur bis zum Manager einer kaputten Polit-Rockband oder nur zum Taxifahrer geschafft haben.

    • lumpazivagbundus says:

      Haha, die Grünen! Da kann doch kaum jemand einen Abschluss vorweisen, der auf Kompetenz schließen könnte. Das ist eine esoterische Glaubensgemeinschaft, so wie die hantieren.

      • xamterre says:

        Ja, die grünen Umweltexperten:
        Mit Glyphosat werden die Maisfelder in Deutschland unkrautfrei gehalten, damit die Bioenergie-Anlagen genug Nachschub bekommen. Inzwischen wird auf rund 20Prozent der deutschen Ackerfläche Mais angebaut – fast ausschließlich für Biogas-Anlagen.
        Da könnte man ja mal mit anfangen und eine Menge Glyphosat einsparen,
        aber das ist ja für den guten Zweck, dann ist das natürlich in Ordnung!

        Einige Bäume roden für Braunkohle-Abbau? Superböse Kapitalisten!
        Tausende Bäume roden für Windmühlen? Supergute Klimaretter!
        Difficile est satiram non scribere

      • Mike says:

        Die interessieren sich eh nur für Flüchtlinge…Grün ist nur noch Fassade

  9. Nur ein Gärtner says:

    Ist Kochsalz per Definition ein Gift? Es geht nicht um die Menge zu einem Zeitpunkt sondern der Langzeiteffekt ist hier mMn wichtig. Trennen Sie sich doch mal vom Menschen. In einem ccm Boden leben mehr Organismen als Menschen.

  10. Es geht nicht um Glyphosat allein. Der gesamte Umgang mit der Umwelt durch die industrielle Landwirtschaft und die Wirtschaft generell ist entscheidend.
    Glyphosat steht für alle Gifte, die gegen Krankheiten, Pflanzen und Tiere eingesetzt werden. Es steht beispielhaft für den ganzen Pharmasektor, der alle Bereiche der Nahrungsmittelherstellung (der Gesundheit sowieso) mit Stoffen versorgt, die den Unternehmen das Wirtschaften erleichtern. Wer nicht mitmacht, unterliegt im Wettbewerb.

    Es ist eine Spirale, die in immer die selbe Richtung arbeitet, mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Profit. Daher wird auch kräftig in Forschung investiert. Daher muss man heute auch bei Forschungsergebnissen immer hinsehen, woher das Geld kam. Es ist klar, das es spezifische Gifte nicht geben kann. Wenn ich eine Pflanze bekämpfe, bekämpfe gleichzeitig immer alle Tiere, die mit dieser Pflanze irgendwie verbunden sind, einschließlich dem Menschen. Der Mensch ist in alle ökologischen Kreisläufe mit eingebunden. Im Prinzip ist alles ein einziger ökologischer Kreislauf.

    Nur durch die Gesamtbetrachtung ergibt sich auch das Gesamtbild, dass unsere Form des Wirtschaftens in die ökologische Katastrophe führt. Wir setzen die ökologischen Kreisläufe derartig unter Druck, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können.
    Und die Aufgabe heißt: Uns das Leben zu sichern.

    • Danke für die Predigt.

      Wir setzen die ökologischen Kreisläufe derartig unter Druck, dass sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Und die Aufgabe heißt: Uns das Leben zu sichern.

      Das erzählen Sie einmal diesen Herrschaften:

    • Heike Diefenbach says:

      Das genau ist der Punkt:

      Wenn Glyphosat “für alle Gifte, …” steht, dann haben wir eindeutig die Welt der Vernunft und der Empirie verlassen und die der symbolischen Politik betreten, die mit Allegorien, unzulässigen Generalisierungen und allerlei Schabernack und Wunderelexieren hantiert.

      In der Realität steht nichts für etwas anderes außer sich selbst, außer, man kann empirisch belegen, dass es in einem bestimmten Zusammenhang sinnvoll ist, verschiedene Dinge oder Phänomene unter eine terminologische Klammer zu fassen. Und das ist ja die Frage: wohin sozusagen Glyphosat vernünftigerweise gehört.

      Deshalb kann ich Ihrem Kommentar soweit nicht zustimmen. Und ich bin auch nicht der Meinung, dass wir wissen, was eine “ökologische Katastrophe” ist, denn wann immer eine Spezies eine “ökologische Katastrophe” erlebt, findet eine andere eine ökologische Nische.Selbst die Auslöschung ALLEN tierischen Lebens kann man als Entstehung neuer ökologischer Nischen für Pflanzen auffassen usw. usw. Da wir uns in den Tiefen des Kosmos nicht so richtig gut auskennen, lassen wir die Kirche lieber im Dorf und formulieren am besten erst einmal (bescheidene) Ziele und überlegen dann, wie sie praktisch am besten zu erreichen wären, immer eingedenk der unerwarteten Folgen unseren Handelns etc.

      Zustimmen kann ich Ihnen aber in der Hinsicht, dass es notwendig wäre, sich um eine weitere Perspektive beim Blick auf die Art und Weise, wie wir landwirtschaften, zu bemühen. Diesbezüglich habe ich auch einiges einzuwenden bzw. Vorstellungen davon, wie Landwirtschaft im Interesse von Menschen und zumindest einigen Tierarten und zumindest einigen Pflanzenarten umgestaltet werden könnte.

      • Das ist genau mein Ansatz. Es ist der unvernünftige Umgang der zu kritisieren ist, sowohl bei Pestiziden, als auch bei Medikamenten.
        Was in der Nahrungsmittelproduktion ist wirklich nicht nachhaltig, bzw. schadet in der Bilanz mehr als es nützt? Ich rede von menschlichen Eingriffen, die man nun wirklich beeinflussen kann. Kann es richtig sein, dass Glyphosat-Produkte oder andere Stoffe als Vorernte-Behandlung (Sikkation) verwendet werden? Nur als Beispiel.
        Wirklich nachhaltig sind doch nur ökologische Kreisläufe und an die sollte doch eine möglichst große Annäherung erfolgen und keine Entfernung. Es gibt eine lange Geschichte der Problematik der Schädlichkeit von Pestiziden für den Menschen und die Umwelt.
        Was man nun wirklich sagen kann ist doch, dass die Entwicklung der industriellen Landwirtschaft dorthin geht, dass das Wirtschaften immer weniger nachhaltig ist, im Sinne der immer geringeren Nutzung ökologischer Kreisläufe.
        Nun sind Monokulturen notwendig, aber wenn auf einem Feld im Herbst mit einem Radikal-Herbizid alles Grüne abgetötet wird, ist das für die mit diesem Feld verbundenen Organismen eine ökologische Katastrophe. Sicher werden schon einige überleben. Aber was ist der Preis? Nein, der “Gift” -Einsatz in der Nahrungsmittelproduktion wird übertrieben, in viel stärkerem Masse im Ausland und daher ist es angemessen, ihn auf die höhere Ebene zu übertragen. Ein Bestandteil neuer ökologischer Nischen kann ja nicht ein menschengemachter Giftstoff oder ähnliches oder sogar ein gentechnisch veränderter Organismus sein. Sobald sich resistente neue Arten bilden, wird der Giftstoff gewechselt.
        Gleichwohl werden wir durch Unvernunft immer mehr in die Ecke getrieben.

  11. Hartmut says:

    Es ist alles so verwirrend.

    Wem kann oder soll man noch etwas Glauben. Dass man sich diesbezüglich Wissen aneignet ist für die allermeisten sowieso utopisch. Aber vielleicht geht es bei dem “Skandal” auch nur darum komplette Verwirrung zu stiften, so dass die Mehrheit nicht mehr weiß was sie denken soll und in Lethargie verfällt (langfristig sind wir eh alle tot). Möglicherweise handelt es sich um eine Kampagne, z.B. um Petitionsplattformen wie z.B. change.org oder WeMove zu diskreditieren. Vielleicht geht es darum den Verbraucherschutz zu demontieren, oder vielleicht auch nur um die Bereicherung einiger weniger „Experten“ durch das Geschäftsmodell Panikmache. Wer weiß das schon.

    The Risk-Monger hat hierzu auch eine Meinung die vielleicht nicht ganz abwegig ist.
    Nach ihm geht es um die Zerstörung des „EU Regulatory Risk Assessment Process“:
    https://risk-monger.com/2017/11/28/glyphosate-what-the-zealots-really-wanted/

    Ich häng mir jetzt ein Handtuch um den Hals, stell mich in den Hof, strecke den Daumen in die Höhe und hoffe dass mich die Vogonen mitnehmen. Schlimmer geht immer.
    http://www.anhalter-lexikon.de/lexikon/db/vogon.php

    Trotzdem schönes Wochenende.

    • Be careful what you wish for:
      Prostetnic Vogon Jeltz in full flow:

      Oh freddled gruntbuggly,
      Thy micturations are to me,(with big yawning)
      As plurdled gabbleblotchits,
      On a lurgid bee,
      That mordiously hath blurted out,
      Its earted jurtles, grumbling
      Into a rancid festering confectious organ squealer. [drowned out by moaning and screaming]
      Now the jurpling slayjid agrocrustles,
      Are slurping hagrilly up the axlegrurts,
      And living glupules frart and stipulate,
      Like jowling meated liverslime,
      Groop, I implore thee, my foonting turlingdromes,
      And hooptiously drangle me,
      With crinkly bindlewurdles,mashurbitries.
      Or else I shall rend thee in the gobberwarts with my blurglecruncheon,
      See if I don’t!
      (I probably won’t!)

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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