Kapitalismus macht die Faulenzer erst möglich, die ihn bekämpfen

Viele Bilder beschreiben die menschliche Tätigkeit, deren Ursprung Dummheit und deren Ergebnis Selbstschädigung ist: Sich in den eigenen Fuß schießen; Den Ast absägen, auf dem man sitzt; In das Loch fallen, das man anderen gegraben hat und so weiter.

Wie so oft, wenn die Verheerungen, die sozialistische System dann anrichten, wenn sie herrschen, weit weg sind, entweder historisch weit in den Ruinen des Arbeiter- und Bauernstaates oder der Sowjetunion oder geographisch weit wie in Venezuela, ist es unter linken Intellektuellen bzw. denen, die sich für Intellektuelle halten, schick, die eigene geistige Beschränktheit dadurch zur Schau zu stellen, dass man sich zum Kapitalismuskritiker erklärt, zum Kämpfer gegen den Raubtierkapitalismus, der der Menschheit angeblich so viel Schaden zugefügt hat, dass wohlmeinende Sozialisten gar nicht mit der Schadensbegrenzung hinterher kommen. Warum es ausgerechnet unter angeblich Intellektuellen regelmäßig zur Mode wird, Kapitalismus-Bashing zu betreiben und die Muse und Zeit für Faulheit, die er ermöglicht, dazu zu nutzen, Methoden zu ersinnen, um ihn abzuschaffen, ist eines jener Rätsel, das man nur mit Psychologie oder Sozialpsychologie erklären kann, vielleicht auch mit dem Intelligenzquotienten.

In jedem Fall sollten sich diejenigen, die – während sie als Antifant Hartz-IV beziehen und gegen G20 und Kapitalismus zu Felde ziehen oder als kleiner Soziologieprofessor auf Kosten von Steuerzahlern über ihre Wut auf den Kapitalismus dozieren – , lieber noch einmal überlegen, ob sie das, was der Kapitalismus ihnen ermöglicht hat, tatsächlich mit beiden Händen aus dem Fenster werfen wollen, ob sie z.B. bereit wären, für ihre Feindschaft zum Kapitalismus den doppelten Einsatz an Arbeitszeit in Kauf zu nehmen.

Denn darauf läuft es hinaus, Kapitalismus zu bekämpfen und zu beseitigen.

 

Die Abbildung zeigt die Entwicklung der jährlichen pro-Kopf-Arbeitszeit für die Zeit von 1870 bis 1998. In etwas mehr als 100 Jahren hat sich die wöchentliche Arbeitszeit, gerechnet auf 42 Arbeitswochen pro Jahr von 31 Wochenstunden auf 16 Wochenstunden reduziert. Möglich geworden ist dies durch die Produktivität und Effizienz kapitalistischer Produktionsweisen – ein unglaubliches Erfolgsprogramm zu dessen perversen Effekten es gehört, ausgerechnet diejenigen von manueller und von viel Arbeit freizustellen, die nun alles daran setzen, dieses Erfolgsprogramm zu beenden.

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