Berlin: “Mietenwahnsinn” in Rudis Resterampe

13.000 Berliner haben es in übereinstimmende Berichte unterschiedlicher Medien geschafft. Sie demonstrierten gegen den “Mietenwahnsinn”, den es in Berlin geben soll, die ungebührliche Erhöhung von Mieten, die sie sehen. Die Niveauanpassung, die andere sehen.

Tatsächlich sind die Mieten in Berlin nicht Spitze, sondern bestenfalls Mittelmaß. Im internationalen Vergleich rangiert die deutsche Hauptstadt diesbezüglich unter ferner liefen. Hamburg und Frankfurt sind die einzigen deutschen Städte, die es in die Liste der Top-30 teuersten Mietstädte schaffen. Die Liste wird angeführt von London, Moskau, Paris, St. Petersburg und Istanbul.

Auch gemessen am innerdeutschen Vergleich, ist Berlin nicht Spitze. Wir haben in der folgenden Abbildung den durchschnittlichen Preis für eine mittlere Mietwohnung von rund 60 Quadratmetern für verschiedene Städte in Deutschland zusammengetragen. Das Ergebnis sieht Berlin auf einer Ebene mit Köln und Heidelberg und deutlich hinter Tübingen, Würzburg, Hamburg, Freiburg, Frankfurt, Stuttgart und München. Der Berliner Mietenwahnsinn findet demnach mehr im Kopf als in der Realität statt. Die Preissteigerungen, die der Berliner Mietspiegel bis 2016 ausweist (seither gehen die Mietpreise wieder zurück), sind demnach eher eine Anpassung an zumindest das Preisniveau, das in Deutschland in Großstädten und solchen, die es sein wollen, herrscht. Wer Hauptstadt sein will, muss zumindest ansatzweise wie eine Hauptstadt erscheinen, wie Warschau, Wien, Athen, Bukarest, die es alle unter die 30 teuersten Mietstädte schaffen.

Hauptstädte, so die eigentliche Idee, sind die Orte, an denen das Leben eines Landes pulsiert. Orte der Wirtschaft, des Umsatzes, Orte, an denen Yuppies hohe Einkommen erzielen, Hochglanzbauten zu sehen sind, Löhne, Preise und Produktivität das Maß für den Rest des Landes abgeben.

In Berlin ist das nicht so.
Berlin ist die einzige Hauptstadt in Europa, die das Umland Geld kostet. Gäbe es Berlin von heute auf morgen nicht mehr, Deutschland hätte 0.2% des gesamten Bruttosozialproduktes eines Jahres mehr zu verteilen. Andere Länder könnten sich das plötzlich Verschwinden ihrer Hauptstadt nicht leisten. Das britische Bruttosozialprodukt würde ohne London um 11,2% sinken, das französische ohne Paris um 15%, dass Tschechische ohne Prag um 14,2% und das griechische ohne Athen um 19.9%. Europäische Hauptstädte generieren in der Regel einen Mehrwert für ihr Land, nur Berlin nicht. Berlin kostet Geld, es bringt keines.

Dass Berlin eher Provinz als Hauptstadt ist, schlägt sich auch in der Wertschöpfung der Berliner nieder. Rund 31.000 Euro Wertschöpfung sind es pro Kopf. In Ludwigshafen sind es mit gut 71.000 Euro mehr als doppelt so viel. Selbst in Pirmasens, Jena und Neumünster ist die pro-Kopf Wertschöpfung höher als in Berlin. Entsprechend ist Berlin auch bei der Kaufkraft seiner Bevölkerung eher Schlusslicht als führend. Mit 21.033 Euro pro Kopf und Jahr bleibt Berlin deutlich hinter München (30.998 Euro), Frankfurt a.M. (26.265 Euro), Hamburg (25.242 Euro), Köln (24.498 Euro) und Nürnberg (23.881 Euro) zurück und findet sich auf einer Ebene mit Dortmund (21.090 Euro) und Dresden 20.948 Euro.

Berliner, so scheint es, kämpfen mit einer Ungleichzeitigkeit. Prachtbauten von Ministerien und Anstalten des öffentlichen Rechts, Botschaften, Dependenzen von Stiftungen, Gewerkschaften, Parteien, Bundes- und Landesämter, sie alle treiben die Mietpreise in die Höhe aber die Einkommensverhältnisse der Berliner halten offensichtlich nicht mit. Berlin ist eben nach wie vor Provinz und diejenigen, die heute denken, sie würden einen Mietenwahnsinn erleben, weil ihnen der Vergleich mit richtigen Groß- oder Hauptstädten wie Frankfurt, Hamburg, München, Istanbul, Amsterdam, Oslo, Bukarest, Paris oder London fehlt, können sich bei den Politikern bedanken, die aus der Provinzstadt Berlin eine Hauptstadt Berlin machen wollen. Wie immer, wenn man eine Stadt im Erscheinungsbild aufwerten will, geht dies mit Preissteigerungen und einer Verdrängung einher. Wer sich die steigenden Preise nicht leisten kann, muss in Randbezirke oder ins Umland abwandern und Platz machen, für diejenigen, die es sich leisten können (sofern es sie gibt).

Das nennt man auch Veränderung durch Mobilität. 

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Buttons 2


Hat Ihnen der Beitrag gefallen?
Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

5 Euro

10 Euro

20 Euro

50 Euro

Deutschland ist längst abgehängt: Zwei internationale Welten

Digitalisierung, Industrie 4.0, Internet of Things, „superschnelles Internet“, vier Begriffe, die zum selben Ergebnis führen: Deutschland hinkt hinterher. Wenn es um die Adaption neuer digitaler Technologie und Möglichkeiten geht, dann geht in Deutschland wenig bis gar nichts.

Selbst bei der ARD-Tagesschau ist das mittlerweile als Wissen angekommen. Notwendig dazu war, wie Dominik Lauk heute auf Tagesschau.de behauptet, eine ungenannte Studie der OECD, die wiederum nicht mehr an Informationen hervorgebracht zu haben scheint, als die Daten, die es auf der Statistik-Seite der OECD seit dem Sommer 2017 zu sehen gibt: Zwei Welten moderner Technologie ausgedrückt in einer Abbildung, die wir hier wiedergeben, schon um die Berichterstattungslücke, die die ARD gelassen hat, zu füllen:

Eine solche Abbildung kann Angst machen, denn der Abstand zu dem, was in den Ländern, die sich oberhalb des OECD-Durchschnitts befinden, bereits Statdard geworden ist, Länder, die man entweder in Asien oder in Nord- oder Osteuropa findet oder bei denen es sich um die „usual suspects“ handelt, diejenigen, die bei neuen Technologien immer zu den ersten gehören, die sie einführen bzw. umsetzen, also Japan, Korea, Schweden, Finnland, Australien und Neuseeland, sie haben eine meilenweiten Vorsprung, wenn es um den Ausbau mit Glasfaserkabel, mit Breitbandtechnik geht.

„Was den Digitalausbau in Deutschland angeht, war Alexander Dobrindt mit seinem Ministerium für digitale Infrastruktur ein Totalausfall“, so zitiert die ARD Torsten Gerpott, der an der Universität Duisburg-Essen einen Lehrstuhl für Telekommunikationswissenschaft inne hat. Schuld an diesem Anschlussverlust an die Moderne sei die „Komplexität des Antragsverfahrens“, so schreibt Lauck in seinem Beitrag und zitiert dann Nick Kriegeskotte von Bitkom mit der Aussage, in Deutschland gebe es lange Antragsverfahren und „geringe Tiefbaukapazitäten“.

Die Bürokratie ist also nur eine Seite des Problems. Die andere Seite sieht „geringe Tiefbaukapazitäten“, also zu wenige Unternehmen, die sich auf Tiefbau spezialisiert haben, zu wenige Arbeiter, die mit dem entsprechenden Gerät umgehen können, die Glasfaser verlegen können… Das Fehlen von qualifizierten Arbeitskräften, die in der Lage sind, mit den Händen zu arbeiten, manuelle Arbeit, Handwerk zu erledigen, ist indes ein hausgemachtes Problem in einem Land, das der Idiotie aufsitzt, man müsse möglichst viele (weibliche) Abiturienten produzieren, die man dann zum Theaterwissenschaftler, zum Gender Studierten, zum Sozialarbeiter oder zum Juristen ausbilden kann, ehe man sie in den Elternurlaub entlässt. Länder werden nun einmal nicht von denen am Laufen gehalten, die letztlich keine spezifischen Kompetenzen haben, die sich in etwas Produktives für die Gesellschaft ummünzen lassen.

Juristen haben, wenn sie in zu großer Zahl ausgebildet werden, eine lähmende Wirkung auf die Gesellschaft. Sie ersticken Initiative, zerstören die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen, und verunmöglichen unkonventionelle Arrangements, die oft notwendig sind, um Ideen umzusetzen. Sie nehmen einer Gesellschaft die Innovationsfähigkeit und geben ihr die Abmahnung.

Es fehlen diejenigen, die etwas Produktives tun, die bauen, bilden, entwickeln, erfinden, die die Grundlagen schaffen, auf denen dann Überfluss-Geschöpfe wie Genderista oder Sozialarbeiter gedeihen können. An die Stelle der Tat ist in Deutschland das Geschwätz getreten. Streitereien über Formulierungen in Verträgen sind oft teurer als die Erstellung des Gutes, das vertraglich fixiert werden soll. Neue Ideen wie Industrie 4.0 finden in der Regel als Kopfgeburt und Gegenstand von Sonntagsreden eine Umsetzung, während es in der Realität an allen Ecken und Enden fehlt. So haben etliche Insider, mit denen wir im Rahmen eines Auftrages Interviews geführt haben, über diejenigen, die in Industrie 4.0 Rhetorik schwelgen, nicht viel Gutes zu sagen gewusst. Sie, die mit der Umsetzung von einfachsten Standards der Datenkommunikation im täglichen Leben betraut sind, z.B. mit dem Problem eines Bauunternehmens, dem es unmöglich ist, seinen eigenen Fuhrpark zu digitalisieren, weil die Hersteller der Maschinen, die dazu notwendigen Daten nicht herausrücken, brechen zumeist in Lachen aus, wenn man sie nach dem Stellenwert des politischen Windes fragt, der zum Thema Industrie 4.0 gemacht wird.

Mit dem Breitbandausbau ist es nicht anders. Auf der einen Seite findet man die Sonntagsreden der Politiker, in denen sie in Möglichkeiten schwelgen, von denen sie keinerlei Ahnung haben, auf der anderen Seite findet sich die Realität und zwischen beiden vermittelt oftmals nichts. Das ist auch kein Wunder. Was soll man von Parlamentarieren erwarten, deren Mehrheit noch nie einer Beschäftigung nachgegangen ist, bei der sie etwas anderes benutzen müssen als ihren Mund? Welche Kenntnisse über „operative Probleme“, wie die Betriebswirtschaftler sagen, wenn sie umschreiben, dass jemand einen Schraubendreher in die Hand nehmen  muss, um eine Schraube fest zu drehen, kann man von Personen erwarten, die nach dem Abitur ihren Hintern an einer Universität in einem der Fächer, in denen Mathematik nicht vorkommt, plattgesessen haben, die anschließend bei Gewerkschaften, Parteien, in Projekten oder bei einer der vielen nutzlosen Stiftungen ein kurzes Gastspiel als Referent oder in einer sonstigen no-impact Funktion gegeben haben, ehe sie über eine Parteiliste in den Bundestag geschleust wurden? Der Bundestag ist voller Personen, deren „operative Kenntnisse“ sich auf den Anschluss eines iPhones an die Ladestation beschränkt. Was kann man von einem Parlament voller solcher Personen erwarten?

Das:

  • The Snout in the Trough

    Erziehungsprogramme für die Bevölkerung wie Demokratie leben!

  • Milliardenzahlungen an Parteistiftungen.
  • Milliardenzahlungen, um die Manipulation der Öffentlichkeit, nein, die Information der Öffentlichkeit mit den richtigen Inhalten sicherzustellen.
  • Gravy Trains für abgehalfterte Politiker, damit sie auch morgen noch großzügig leben können.
  • Politische Initiativen, die Milliarden in veraltete, überkommene und nicht zukunftsweisende Energieformen stecken, weil es politisch gewünscht ist.
  • Milliarden, um eine ideologische Farce, die Geschlechtsunterschiede einebnen soll, durchzusetzen.
  • Milliarden für Stiftungen, Vereine und sonstige Kostgänger, die sich als verlängerter Parteiarm andienen.
  • Ideologische Ressentiments gegenüber Zukunftstechnologien, weil sich etwas zum Negativen ändern könnte – vielleicht.
  • Anfälligkeit für ideologische Lobbyisten aller Art.
  • Irrationale (Steuer-)Entscheidungen, die Millionen alter Menschen um die Möglichkeit berauben, ein Alter in Würde und Wohlstand zu erleben.
  • Milliardenfinanzierung für ein ineffizientes Gesundheitswesen, in dem belohnt wird, wer möglichst viele Nieren transplantiert, nicht, wer es gut und mit Erfolg tut.
  • Milliardenzahlungen an eine Asylindustrie, die sich eine goldene Nase mit der Bereitstellung von Luxusakkommodation und überteuerten Sammelunterkünften verdient.
  • Milliardenzahlungen für Jobcenter-Weiterbildungsmaßnahmen, die die Vermittlungswahrscheinlichkeit der nun Weitergebildeten im Promillebereich verbessern.

Die Liste kann problemlos weitergeführt werden.

Demgegenüber stehen u.a.:

  • fehlende Investitionen in die Infrastruktur – in Straßen, Glasfaser-Ausbau und Stromnetze,
  • fehlende Investitionen in die Bundeswehr, die mit veraltetem, kaputten oder unbenutzbarem Gerät ausgerüstet ist, wenn überhaupt,
  • fehlende Investitionen in die innere Sicherheit, so dass Spezialeinheiten der Polizei keinen Nachwuchs finden;

(Zur Erinnerung: diese drei Bereiche und nicht die Erziehung der Bevölkerung sind das, was ein Staat zu gewährleisten hat. Kann er es nicht gewährleisten, gibt es im wahrsten Sinne des Wortes keinen Grund, sich diesen Staat zu leisten.)

Auch diese Liste kann problemlos weitergeführt werden.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass nicht die Bürokratie der Grund dafür ist, dass Deutschland hinterherhinkt. Das Problem ist die politische Klasse, die immer mehr Mittel in den eigenen Unterhalt und die Durchsetzung ihrer ideologischen Idiotien kanalisiert, was immer weniger Mittel für das übrig lässt, was ein Land am Laufen hält: Arbeiter und Infrastruktur.

Und natürlich steht die deutsche Sozialstruktur auf dem Kopf.

Dass ein (Tief-)Bauarbeiter weniger verdient als ein beliebiger Funktionär, dessen Kenntnisse nicht über die Sprechblase, in der er sich bewegt, hinausreichen, ist nicht zu rechtfertigen.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Deutschland schafft sich ab: Auf dem Weg, den Morgenthauplan zu verwirklichen

Wäre es nach Henry Morgenthau, dem US-amerikanischen Finanzminister der Jahre 1934 bis 1945 gegangen, Deutschland wäre von den Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend in einen Agrarstaat verwandelt worden, denn die zentrale Forderung des Morgenthau-Planes war es, Deutschland und die deutsche Bevölkerung komplett zu demilitarisieren und alle Industrien, die für eine funktionierende Rüstungsindustrie notwendig sind, zu beseitigen. Wenn man darüber nachdenkt, was diese Forderung eigentlich darstellt, kommt man schnell zu dem Schluss, dass wenig bleibt, keine Chemie (Pulver), keine Kohle- und Stahlindustrie, keine Motoren …

Morgenthaus Plan wurde bekanntlich nicht umgesetzt.

Dafür arbeiten deutsche Politiker und Lobbyisten im Jahre 2018 emsig daran, Deutschland in einen Agrarstaat zu verwandeln, in dem die Bevölkerung in Armut und von den Brocken lebt, die ihr Politiker hinwerfen.

Deutschland schafft sich ab.

Das Humankapital in Deutschland reicht nicht mehr dazu aus, einen Flughafen zu bauen, der auch benutzt werden kann.

Zukunftstechnologien sind in Deutschland verboten.

Es gibt keinen nennenswerte Forschung in Gentechnologien.

Es gibt keine nennenswerte Forschung in Kernenergie.

Das Humankapital, das im Bereich der Kernenergie und ihrer Erforschung vorhanden war, ist verloren, der Ausstieg und der Umstieg auf ineffiziente alternative Energieformen hat dies sichergestellt.

Das Humankapital, das im Bereich der Gentechnologie und der Biotechnologien vorhanden sein könnte, wandert ab, weil staatliche Regulationen und die Technikfeindlichkeit von Teilen der Bevölkerung und grünen und anderen linken und von Unionspolitikern die entsprechenden Wissenschaftler aus dem Land treibt.

Das Militär liegt danieder.

Neue Schiffe haben Schlagseite und sind für den Einsatzzweck, der ihnen zugedacht ist, nicht tauglich.

Panzer sind fahruntüchtig, Hubschrauber fliegen nicht, Uboote sind gestrandet. Es fehlen Zelte, Material, Ausrüstung, es fehlt an allen Ecken und Enden.

Herbizide wie Glyphosat, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind und keinerlei nachweisbare Schäden verursachen, werden von einem kenntnislosen Mob bekämpft und von einer noch kenntnisloseren Regierung in Koalitionsvereinbarungen dem Mob preisgegeben.

Alles, was im IT-Bereich stattfindet, findet weitgehend ohne deutsche Beteiligung statt. Das einzige Unternehmen, SAP, das ein wenig im internationalen Konzert mitspielen konnte (es hat die Triangel in der IT-Kapelle gespielt), wird angefeindet und bekämpft. MINT-Fächer fristen ein Mauerblümchendasein, Software-Entwickler sind Mangelware, alle Technologie und fast alle Patente, die im Bereich von IT vorhanden sind, sind in den USA geschützt, China und Indien spielen die zweite Geige, Deutschland ist unter ferner liefen.

Die großen Unternehmen im Stromsektor wandern ab, gehen nach Skandinavien zurück oder verlagern große Sparten ins Vereinigte Königreich, wie z.B. E.on, um von der Entwicklung im Bereich der Kernenergie und Kernfusion (JET und ITER) nicht ganz abgeschnitten zu sein. Und während man in Deutschland auf Wind und Sonne hofft, um Strom zu haben, während das modernste Werk zur Erdgasverstromung still steht, findet die Entwicklung in anderen Ländern statt.

Deutschland war führend in der Magnet-Technologie. Der Transrapid, er hätte eine moderne Zukunftstechnologie werden können. Aber die Strecke von München bis München Flughafen war zu teuer. In einem Land, in dem Milliarden Euro für Parteien und diejenigen, die von Parteien leben und im Speckgürtel von Ministerien nisten, ausgegeben werden, Milliarden Euro, die verpuffen wie Seifenblasen, ohne dass man auch nur für eine Million Euro davon angeben könnte, welcher Nutzen dadurch erwirtschaftet wurde, ist kein Geld dafür da, eine der wenigen Technologien, bei denen Deutschland noch führend ist, umzusetzen und zum Exportschlager zu machen. Der Transrapid fährt heute in China. Überhaupt scheint China das Land moderner Technologien zu sein, während Deutschland das Land der grünen Technologien werden will. Man kann die Misthaufen der alternativen Fortbewegungs-Technologien schon riechen…

Und jetzt haben die Irren, die in Deutschland losgelassen wurden, dem einzigen Aushängeschild, das Deutschland noch hat, der Ingenieurskunst, den Krieg erklärt. Gerade hat das Statistische Bundesamt einmal mehr die Wichtigkeit der Autobauer für die deutsche Wirtschaft bestätigt. 2017 wurden durch den Export von Kraftwagen und –wagenteile 234,4 Milliarden Euro umgesetzt und ein Exportüberschuss von 119.8 Milliarden Euro erzielt. An zweiter und dritter Stelle der Export-Statistik folgen Maschinenbau (183,6 Milliarden Euro) und Chemie (114,7 Milliarden Euro). Zu sagen, Autobauer seien für die deutsche Wirtschaft, den Wohlstand der deutschen Gesellschaft und den Lebensstandard der Deutschen von zentraler Bedeutung ist angesichts dieser Zahlen eine Untertreibung (und in diesen Zahlen sind all die kleinen und mittleren Unternehmen und ihre Beschäftigten, die als Zulieferer für Autobauer aktiv sind, gar nicht berücksichtigt).

Deshalb ist es so fatal, dass nach der Kernenergie, der Gentechnologie, dem gesamten IT-Bereich nun mit dem Autobau der nächste Sektor von denen ruiniert werden soll, die dem Morgenthauplan mit einiger Verspätung doch manches abgewinnen können. Zunächst geht es nur dem Diesel-Motor an die Ventile. Doch der Schaden wird sich nicht auf deutsche Autobauer beschränken, er wird auf den Maschinenbau übergreifen und abermals dazu führen, dass Deutschland technologisch ins Abseits gerät und zurückbleibt.

Deutschland hatte immer ein Problem mit romantischen Spinnern, die das Organische der Natur dem Mechanischen der Gesellschaft gegenüber gesetzt haben und immer gerne bereit waren, andere in Armut zu halten, um ihre wirren Ideen von der Einheit zwischen Mensch und Natur umsetzen zu können. Dass diese romantischen Spinner es aber schaffen, ihre politischen Projekte zu verwirklichen und der Bevölkerung schmale Kost zu verabreichen, das ist erstaunlich, vor allem, weil es so widerstandslos geschieht.

Aber es hat sich angekündigt. Die Älteren unter uns, die die Politikwissenschaft der 1980er und 1990er Jahre erlebt haben, sie werden sich noch an die Stimmen erinnern, die erschreckt auf die Auferstehung der Technikfeindschaft oder Technologiefeindlichkeit hingewiesen haben.

Rainer Berger (1995: 321) hat auf lokaler Ebene die Politiken von SPD und Grünen verglichen und geschrieben: „Beeindruckend ist die fast generelle Technologiefeindlichkeit der Grünen“. Walter Kaltefleiter (1995: 20) hat im selben Jahr in einem Beitrag für die Zeitschrift für Politik die Wahlerfolge der Grünen als „Ausdruck einer modernen Wohlstandsgesellschaft“ bezeichnet, „die vor allem durch Wachstums- und Technologiefeindlichkeit gekennzeichnet ist“. Wilhelm Bürklin hat im Jahre 1984 auf die „Abwertung des wissenschaftlichen Sachverstands“ und die Technikfeindschaft der Grünen hingewiesen. Hermann Lübbe im Jahr 1994 ein ganzes Kapitel seines Buches „Über die moralische Verfassung der wissenschaftlich-technischen Zivilisation“ dem Thema „Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit“ gewidmet.

Man kann also nicht sagen, dass niemand vor dem gewarnt hat, was nun Realität geworden ist: Deutschland schafft sich ab. Merkel und Konsorten werden als diejenigen in die Geschichte eingehen, die es geschafft haben, ein reiches und wohlhabendes Land in einer Geschwindigkeit, die im Guinness-Buch der Rekorde Beachtung finden sollte, zugrunde zu richten.

Bürklin, Wilhelm (1984). Grüne Politik – Ideologische Zyklen, Wahlen und Parteiensystem. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Berger, Rainer (1995). SPD und Grüne: eine vergleichende Studie ihrer kommunalen Politiken – sozialstrukturelle Basis, programmatische Ziele, Verhältnis zueinander. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Kaltefleiter, Walter (1995). Strukturelemente des deutschen Parteiensystems nach den Wahlen von 1994. Zeitschrift für Politik 42(1): 16-26.

Lübbe, Hermann (1994). Der Lebenssinn der Industriegesellschaft. Über die moralische Verfassung der wissenschaftlich-technischen Zivilisation. Berlin. Springer.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Kapitalismus macht die Faulenzer erst möglich, die ihn bekämpfen

Viele Bilder beschreiben die menschliche Tätigkeit, deren Ursprung Dummheit und deren Ergebnis Selbstschädigung ist: Sich in den eigenen Fuß schießen; Den Ast absägen, auf dem man sitzt; In das Loch fallen, das man anderen gegraben hat und so weiter.

Wie so oft, wenn die Verheerungen, die sozialistische System dann anrichten, wenn sie herrschen, weit weg sind, entweder historisch weit in den Ruinen des Arbeiter- und Bauernstaates oder der Sowjetunion oder geographisch weit wie in Venezuela, ist es unter linken Intellektuellen bzw. denen, die sich für Intellektuelle halten, schick, die eigene geistige Beschränktheit dadurch zur Schau zu stellen, dass man sich zum Kapitalismuskritiker erklärt, zum Kämpfer gegen den Raubtierkapitalismus, der der Menschheit angeblich so viel Schaden zugefügt hat, dass wohlmeinende Sozialisten gar nicht mit der Schadensbegrenzung hinterher kommen. Warum es ausgerechnet unter angeblich Intellektuellen regelmäßig zur Mode wird, Kapitalismus-Bashing zu betreiben und die Muse und Zeit für Faulheit, die er ermöglicht, dazu zu nutzen, Methoden zu ersinnen, um ihn abzuschaffen, ist eines jener Rätsel, das man nur mit Psychologie oder Sozialpsychologie erklären kann, vielleicht auch mit dem Intelligenzquotienten.

In jedem Fall sollten sich diejenigen, die – während sie als Antifant Hartz-IV beziehen und gegen G20 und Kapitalismus zu Felde ziehen oder als kleiner Soziologieprofessor auf Kosten von Steuerzahlern über ihre Wut auf den Kapitalismus dozieren – , lieber noch einmal überlegen, ob sie das, was der Kapitalismus ihnen ermöglicht hat, tatsächlich mit beiden Händen aus dem Fenster werfen wollen, ob sie z.B. bereit wären, für ihre Feindschaft zum Kapitalismus den doppelten Einsatz an Arbeitszeit in Kauf zu nehmen.

Denn darauf läuft es hinaus, Kapitalismus zu bekämpfen und zu beseitigen.

 

Die Abbildung zeigt die Entwicklung der jährlichen pro-Kopf-Arbeitszeit für die Zeit von 1870 bis 1998. In etwas mehr als 100 Jahren hat sich die wöchentliche Arbeitszeit, gerechnet auf 42 Arbeitswochen pro Jahr von 31 Wochenstunden auf 16 Wochenstunden reduziert. Möglich geworden ist dies durch die Produktivität und Effizienz kapitalistischer Produktionsweisen – ein unglaubliches Erfolgsprogramm zu dessen perversen Effekten es gehört, ausgerechnet diejenigen von manueller und von viel Arbeit freizustellen, die nun alles daran setzen, dieses Erfolgsprogramm zu beenden.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Contradictio in adjecto: Kostenfreier Nahverkehr – ein grünes Hirngespinst

Mises-Wiki definiert eine contradictio in adjecto als einen Widerspruch zwischen einem Hauptwort und seinem qualifizierenden Adjektiv. Der quadrierte Kreis wäre eine contradictio in adjecto, der langsame Raser oder der selbstständige Abhängige wären andere.

Der kostenfreie Nahverkehr für Kinder und Jugendliche, den die Grünen gerade erfunden haben, er ist ein weiteres Beispiel für eine contradictio in adjecto.

Denn: Außerhalb grüner Gehirne kann es einen kostenfreien Nahverkehr nicht geben. Jemand muss dafür bezahlen. Das Geld, das die Grünen mit vollen Händen ausgeben, es muss erwirtschaftet werden, denn der kostenfreie Nahverkehr, er kostet Unterhalt, er hat laufende Kosten, die bei Benzin oder Strom anfangen, den Lohn all derer beinhalten, die den Nahverkehr am Laufen halten und er endet bei denen, die mehr in die Tasche greifen müssen, um das Loch zu finanzieren, das entsteht, wenn Kinder und Jugendliche plötzlich keinen Fahrpreis mehr entrichten müssen.

Die contradictio in adjecto erweist sich als dreister Versuch, des Rent Seeking. Letzteres ist dadurch definiert, dass eine gesellschaftliche Gruppe sich einen Vorteil auf Kosten aller anderen verschaffen will. Im vorliegenden Fall sollen Kinder und Jugendliche und deren Eltern besser gestellt werden, während alle anderen die Zeche dafür bezahlen sollen.

Das nennt man auch Lobbyismus.

Das grüne Manipulationskalkül besteht natürlich darin, zunächst die Naiven einzusammeln, die immer Hurra schreien, wenn etwas angeblich “umsonst” ist und dann diejenigen abzufischen, die immer dabei sind, wenn man angeblich Kindern oder Jugendlichen etwas Gutes tun will.

In einer Welt beschränkter Ressourcen kann man jedoch niemandem Gutes tun, ohne dass ein anderer dafür bluten muss oder – wie Milton Friedman sagt: There is no such thing as a free lunch.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!