Lohnsklaven des Staates: Kann man mit Deutschen alles machen?

Politiker leben gut von ihren hohen Diäten.

Parteistiftungen schwimmen im Geld der Steuerzahler.

Die Speckgürtel um Ministerien werden immer breiter, die Anzahl der Aktivisten, die sich dort anlagern oder dort angelagert und mit Steuergeldern durchgefüttert werden, wird immer größer.

Die Kosten für Strom sind mittlerweile in Deutschland so hoch wie nirgendwo sonst in Europa, geschweige denn in den USA oder China.

Deutsche lagen nach einer Studie der EZB schon 2013 europaweit auf dem letzten Platz bei der Vermögensbildung.

Wollen Sie die Liste fortführen, aufsummieren, was Sie als Steuerzahler von ihrem Staat haben und was er ihnen als Gegenleistung entzieht?

Rechnet man alle durchschnittlichen Steuerlasten zusammen, wie dies der Bund der Steuerzahler tut, dann ergibt sich für die unter den Deutschen, die arbeiten, ein Raub des Einkommens. Von jedem Euro, den sie verdienen, greift ihr gieriger Staat durchschnittlich  54,3 Cent ab . 45,7 Cent verbleiben, um u.a. die hohen Stromkosten, die schlechten und langsamen Zugänge zum Internet, die Schäden am eigenen Eigentum, die infolge z.B. der langsam aber sicher zerfallenden Straßen und Wege-Infrastruktur entstehen, zu tragen. Mit der Aussicht auf die Rente ist es auch nicht besser: Den Abzügen in die Rentenkasse steht eine Rente  gegenüber, die höher ausfallen würde, wenn ein durchschnittlicher Rentenbeitragszahler seine Beiträge in der Matratze gehortet hätte (nachgerechnet hat das Martin Gaschke 2012, 2008).

Es führt kein Weg daran vorbei: Wer in Deutschland arbeitet, der wird von seinem Staat ausgenommen. Wie in jedem sozialistischen Staat, steht das, was die erwerbstätige Bevölkerung von ihrem Staat hat, in keinem Verhältnis zu dem, was ihr Staat, was die Millionen, die sich am Staat bereichern, die vom Staat abhängig sind, von ihm durchgefüttert werden, von der erwerbstätigen Bevölkerung haben.

Selbst der Bund der Steuerzahler findet fast deutliche Worte:

„Der Steuerzahlergedenktag 2018 ist am Mittwoch, den 18. Juli. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler (BdSt) arbeiten die Bürger und Betriebe ab 04:40 Uhr wieder für ihr eigenes Portemonnaie. Das gesamte Einkommen, das die Steuer- und Beitragszahler vor diesem Datum erwirtschaftet haben, wurde rein rechnerisch an den Staat abgeführt. Damit liegt die Volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote im Jahr 2018 bei voraussichtlich 54,3 Prozent – diese Quote war noch nie höher! Von jedem verdienten Euro bleiben also nur 45,7 Cent zur freien Verfügung. Obwohl die Steuerzahler im internationalen Vergleich sehr hohe Bruttoverdienste erzielen, rangieren sie mit ihrem Nettoeinkommen nur im Mittelfeld. 

Die letzte Aussage ist zwangsläufig, denn wenn jemand ein hohes Einkommen hat, dieses hohe Einkommen aber durch einen überdurchschnittlich gierigen Staat reduziert wird, dann bleibt vom hohen Einkommen recht wenig zur „freien Verfügung“, wie es beim devoten Bund der Steuerzahler heißt. Selbst der Bund der Steuerzahler kann nicht anders als den Raub des Einkommens als normal und nur etwas zu hoch ausgefallen zu bewerten. Nach Abzug der für den Steuerzahlerbund natürlich rechtmäßigen Steuern verbleibt den Deutschen Geld zu ihrer „freien Verfügung“. Ist das nicht nett? Es ist nicht etwa so, dass die Deutschen einen Teil ihres Einkommens ihrem Staat übergeben, damit er Leistungen für sie erbringt. Nein, sie müssen froh sein, wenn ihnen noch etwas zur „freien Verfügung“ überlassen wird.

Aber keine Plünderung der erwerbstätigen Bevölkerung ist heftig genug, als dass die Tagesschau nicht versuchen würde, staatlichen Einkommensraub zu einem Nettogewinn für Bürger umzudeuten.

„Die Deutschen haben in diesem Jahr nach Berechnung des Steuerzahlerbundes mehr als sechs Monate für die Staatskasse gearbeitet – so lange wie noch nie. Doch das hat nicht nur schlechte Gründe“.

Zu den „nicht-schlechten“ Gründen kommen wir gleich.

Dem Rapport der Ergebnisse der Berechnungen des Bundes der Steuerzahler folgt im Tagesschau-Beitrag der Hinweis, der Steuerzahler-Gedenktag, den der Bund der Steuerzahler gerade berechnet hat, denn ab 4.40 Uhr am 18. Juli arbeiten Deutsche für sich, die mehr als sechs Monate sind demnach sechseinhalb Monate, die der durchschnittliche deutsche Erwerbstätige ausschließlich für seinen Staat arbeitet, dass dieser Steuerzahler-Gedenktag bei Ökonomen umstritten sei.

Seltsam.

Warum er umstritten ist, warum er von der Tagesschau als „Rechenexempel“ bezeichnet wird, wir wissen es nicht. Seltsamerweise finden sich keine entsprechenden Worte der Kritik beim „Equal Pay Day“, dessen Berechnung auf falschen Annahmen und Daten beruht, und der allein dazu geschaffen wurde, die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen. Mit den Rechenexempeln anlässlich des Equal Pay Day hat man bei der Tagesschau keinerlei Problem. Mit dem „Steuerzahler-Gedenktag“ schon.

Und dann kommen die nicht-schlechten Gründe.

Also die guten Gründe, die Gründe, deretwegen sie sich eigentlich darüber freuen müssen, dass sie so lange wie noch nie ausschließlich für ihren Staat arbeiten, um so wichtige Dinge wie die Asylindustrie, die Parteistiftungen, die irrsinnige Energiewende, die dafür verantwortlichen Politiker oder die Amadeu-Antonio-Stiftung zu finanzieren:

“Der bei Ökonomen umstrittene “Steuerzahler-Gedenktag”, der in diesem Jahr auf den 18. Juli fällt, ist ein jährlich wiederkehrendes Rechenexempel. Es zeigt an, wie viel der Staat vom Bruttoeinkommen über Steuern und Sozialabgaben einbehält. Aktuell treibe die gute Lohnentwicklung die Menschen in immer höhere Steuersätze, heißt in der Mitteilung des Verbandes.”

Jaa, dass immer weniger vom Euro bleibt, hat also damit zu tun, dass immer mehr, immer mehr verdienen und von dem, was sie verdienen, immer mehr an ihren Staat abtreten müssen, so dass sie zwar eigentlich immer mehr verdienen, aber wegen der höheren Steuerbelastung immer weniger davon haben. Nun freuen Sie sich gefälligst darüber, dass sie in einer fiktiven Bruttowelt jetzt 4000 Euro statt 3500 Euro verdienen. Dass Ihnen von diesen 4.000 Euro nun 1.828 Euro verbleiben anstelle der 1.715 Euro, die ihnen von 3.500 Euro verblieben sind. Das ist doch ein höheres Verdienst und ein Grund zur Freude! 500 Euro mehr brutto für Sie, das macht 113 Euro mehr auf der netto Habenseite für Sie und 387 Euro mehr auf der Steuerhabenseite des Staates.

Kein Grund zur Freude?

Für die Tagesschau schon. Auch wenn Arbeit zwar in mehr Verdienst mündet, von diesem mehr Verdienst aber aufgrund höherer Steuerlast weniger Verdienst bleibt, ist das für die Tagesschau ein Grund zur Freude. Das zeigt, auf welcher Seite die Tagesschau steht.

Und überhaupt: Sie zahlen doch gerne Steuern?

Denken Sie an all die nützlichen Dinge, die davon finanziert werden…

die Politiker,

die Parteistiftungen,

die politischen Aktivisten,

die Subventionen in längst überholte Technologien,

der Umstieg auf andere längst überholte und ineffiziente Technologien,

das Professorinnenprogramm,

die Förderung von Frauen aus der Mittelschicht, die auf dem Arbeitsmarkt nicht konkurrenzfähig sind,

die Asylindustrie,

die Verfahrenskosten von Asylverfahren vor Verwaltungsgerichten,

die Kosten von Unterbringung, Verpflegung, Ausbildung, Eingliederung, Sprachvermittlung, uvam von Flüchtlingen,

die Europäische Union,

Griechenland,

die Humboldt-Universität zu Berlin,

die GEZ-Gebühren,

die TAGESSCHAU!

Der Trick, mit dem Deutsche gefügig gemacht werden, nennt sich übrigens “Umverteilung”. Man hetzt gegen die wenigen Reichen, rechtfertigt damit Steuererhöhungen und verteilt den Gewinn unter Parteien, Parteisoldaten, politischen Aktivisten, der eigenen Klientel … Umverteilung dient der Bereicherung der politischen Klasse und zu wenig (wenn überhaupt) mehr.

Die Zusammenstellung der Abzüge, die der Bund der Steuerzahler erstellt hat, sind nicht vollständig. Es fehlen, der Anteil der Arbeitgeber an den Sozialabgaben, die zu den Lohnkosten gehören. Zudem fehlen die indirekten Kosten, die entstehen, wenn z.B. Grundsteuern, Versicherungssteuern, Müllabfuhrgebühren usw. für Hauseigentümer erhöht werden und über die Miete auf Mieter umgelegt werden. Und natürlich fehlt der ganze Rattenschwanz der staatliche Subventionen, bei denen Steuergelder verwendet werden, um Preise für Güter in die Höhe zu treiben (z.B. im Agrarbereich). Auch diese Kosten sind indirekte Abgaben, die die Erwerbstätigen zu tragen haben.

Gasche, Martin (2012). Bonusrente statt Zuschussrente. Wirtschaftsdienst 92(9): 605-612.

Gasche, Martin (2008). Renditevergleich zwischen Umlagesystem und Kapitaldeckungssystem. Allianz-Dresdner Economic Research, Working Paper 115.

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Riester-Rentenbetrug: Staatliche Förderung geht direkt in die Taschen von Banken und Versicherern

Heute hat das Landgericht Thüringen entschieden, dass Riester-Renten auch mit Negativzinsen belastet werden dürfen, damit aus dem Wenigen, was bei Riester-Renten bleibt, noch weniger wird. Aber selbst wenn man keine Negativzinsen annimmt, ist eine Riester-Rente ein schlechtes Geschäft, bei dem die staatlichen Zulagen direkt in die Taschen der Banken oder Versicherungen wandern, die eine Riester-Rente anbieten.

Um dies zu sehen, muss man nur die vorgeschriebenen Produktinformationen zur Kenntnis nehmen und ein bisschen rechnen.

Wir machen das einmal am Beispiel der Riester-Rente der Sparkassenversicherung.

Der Vertrag sieht z.B. eine Laufzeit von 20 Jahren vor und einen monatlichen Beitrag von 85 Euro. Am Ende der Laufzeit hat ein Kunde somit 20.400 Euro in die Versicherung einbezahlt. Ist er ledig und hat keine Kinder, dann erhält er staatliche Zulagen in Höhe von 3.325 Euro, so dass 23.725 Euro am Ende der Vertragslaufzeit bei der Sparkasse eingezahlt wurden.

Die Sparkasse garantiert jedem, der den von uns ausgewählten Vertrag abgeschlossen hat (siehe Abbildung), ein Endkapital von 24.302 Euro, was einer  Verzinsung von 2,4% oder 577 Euro entspricht. Vom Endkapital sind Effektivkosten in Höhe von 529,88 Euro Abschluss- und Vertriebskosten sowie 81,07 Euro Verwaltungskosten abzuziehen, so dass der Zinsgewinn von den Gebühren, die die Sparkasse erhebt aufgefressen wird. Vom verbleibenden Kapital, 23.691,05 Euro garantiert die Sparkasse ab dem frühest-möglichen Renteneintritt des 62 Lebensjahrs eine monatliche Rentenzahlung von 75 Euro für die Dauer des verbleibenden Lebens.

Dauer des verbleibenden Lebens ist hier der modus operandi.

Die verbleibende Lebenszeit für Männer, die mit 62 Jahren in Rente gehen, beträgt im Durchschnitt noch 20 Jahre. Männer die mit 65 Jahren in Rente gehen, haben noch eine Lebenserwartung von im Durchschnitt rund 18 Jahren. Die entsprechenden Daten für Frauen: 62 Jahre: Lebenserwartung 23 Jahre; 65 Jahre: Lebenserwartung 21 Jahre.

Die Rechnung für die durchschnittlich zu erwartende Auszahlung, die auf den Riester-Versicherer zukommt, lautet:

Renteneintritt 62 Jahre:

  • Männer: Durchschnittliche Auszahlung von 18.000 Euro (eingezahltes Kapital 24.302 Euro)
  • Frauen: Durchschnittliche Auszahlung von 20.700 Euro (eingezahltes Kapital 24.302 Euro)

Renteneintritt 65 Jahre:

  • Männer: Durchschnittliche Auszahlung von 16.200 Euro (eingezahltes Kapital 24.302 Euro)
  • Frauen: Durchschnittliche Auszahlung von 18.900 Euro (eingezahltes Kapital 24.302 Euro)

Die vom Riester-Versicherer einbehaltene durchschnittliche Differenz beträgt:

Renteneintritt 62 Jahre:

  • Männer: 6.302 Euro (davon 3.325 Euro staatliche Zulage)
  • Frauen: 3.602 Euro (davon 3.325 Euro staatliche Zulage)

Renteneintritt 65 Jahre:

  • Männer: 8.102 Euro (davon 3.325 Euro staatliche Zulage)
  • Frauen: 5.402 Euro (davon 3.325 Euro staatliche Zulage)

Die Ergebnisse der kleinen Rechnung sind eindeutig:

1) Von Riester-Renten profitieren ausschließlich diejenigen, die Riester-Verträge abschließen. Selbst bei einer positiven Verzinsung wandern die staatlichen Zulagen im Durchschnitt der Versicherten vollständig in die Taschen der Versicherer.

2) Die Auszahlungen, die die Versicherer garantieren, ermöglichen ihnen im hier verwendeten Beispiel einen auf die Kapitalsumme gerechneten durchschnittlichen Gewinn von zwischen 14.8% (Frauen, Renteneintritt mit 62 Jahren) und 33,3% (Männer, Renteneintritt 65 Jahre)

3) Riester-Rentenverträge lohnen sich insgesamt betrachtet nur für Versicherer, nicht für Versicherte, und sie sind für Männer ein noch größeres Minusgeschäft als für Frauen.

Zum Vergleich: hätte ein Mann 20 Jahre 85 Euro monatlich zur Seite gelegt z.B. unter der Matratze, dann hätte er am Ende der 20 Jahre 20.400 Euro gespart. Auf Basis seiner durchschnittlichen Lebenserwartung von noch 20 Jahren bei Renteneintritt mit 62 Jahren oder noch 18 Jahren bei Renteneintritt mit 65 Jahren könnte sich unser Mann pro Monat eine zusätzliche Rente von 85 Euro bzw. 94,40 Euro gewähren. Das spricht eindeutig für das Geld unter der Matratze und ist ein Grund dafür, warum Regierungen Bargeld abschaffen wollen.

Die Berechnungen basieren auf der Annahme einer realen Verzinsung von rund 2,4% bei 20 Jahren Laufzeit. Was passiert, wenn keine positiven, sondern geringere oder gar Zinsen im Rahmen eines flexiblen Vertrags wie z.B. VorsorgePlus angenommen werden, das kann sich nun jeder selbst ausrechnen. Wer es nicht auf Anhieb kann, hier ein Tipp: Die Versicherten profitieren nicht davon.

Alle Berechnungen haben die Inflationsrate unberücksichtigt gelassen.

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Das Elend der Almende: Wenn Soziologen die Lust verlieren

The Tragedy of the Commons“, das Elend der Almende, das Garrett Hardin 1968 beschrieben hat, besteht in aller Kürze zusammengefasst darin, dass immer mehr Menschen in immer kürzerer Zeit kollektive Güter zu Grunde richten, weil alle Angst haben, dass sie zu kurz kommen.

Das Elend der Almende gibt es auch in einer anderen Variante: Als Trittbrettfahrerproblem, das darin besteht, dass alle sich gütlich an einem kollektiven Gut tun wollen, aber keiner dafür Arbeit investieren will. Deshalb gehen gute Ideen, wenn sie von Institutionen und nicht von motivierten Einzelnen getragen werden, vor die Hunde. Deshalb sterben Projekte, die mit viel Aussicht auf Erfolg gestartet werden, langsame Tode, weil niemand etwas dafür tun will und man investieren müsste ohne sicher sein zu können, den daraus resultierenden Nutzen privilegiert für sich zu haben und nicht mit anderen (Trittbrettfahrern) teilen zu müssen.

Das Elend der Almende in der gerade dargestellten Form ist eine Beobachtung, die man auch unter Soziologen regelmäßig machen kann.

So hat man bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie einmal gehört, dass man mit der Zeit gehen und einen eigenes Blog, in dem Soziologen versuchen, mit ihrer menschlichen Umwelt in Kontakt zu treten, betreiben müsse. Die gute Idee wurde mit viele Elan in Angriff genommen, geriet schon nach kurzer Zeit in institutionelles Stottern, das nur durch das Herausdeuten von Blog-Autoren kurzzeitig behoben werden konnte und nun zum vollständigen Erliegen des „Soziologen-Blog“ geführt hat. Der letzte Eintrag stammt vom 18. Dezember 2017.

RIP- DGS-Blog. Dass man Arbeit investieren muss, um sich präsentieren zu können, hat den Soziologen niemand gesagt.

Auch die Abspaltung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, die Akademie für Soziologie ist von den Problemen, die sich aus der Kombination von menschlicher Trägheit mit menschlichem Opportunismus ergeben, hart getroffen. Die Abspaltung war notwendig, um Soziologie vor den Genderfurien zu retten. Der Elan war da. Der Vorstand wurde gewählt, Pöstchen wurden vergeben und eine Webseite ins Leben gerufen, eine mit „aktuellen Meldungen“, um Außenwirkung und Transparenz und soziologisches Leben zu beweisen. Die letzte „aktuelle Meldung“ stammt aus dem März 2018.

Auch die Akademie der Soziologie scheint am Elend der Almende in seiner zweiten Variante verendet zu sein: Alle wollen sich im Glanz der neuen Idee, der Aufbruchsstimmung durch Abspaltung sonnen, ein Pöstchen ergattern und … ja, was dann? Nichts tun.

RIP – Akademie für Soziologie. Das Gastspiel dauerte nur ein Semester. Dass man Arbeit investieren muss, um etwas ans Laufen zu bringen, das hat man den Beteiligten wohl nicht gesagt. Sie haben – wie so oft – mimetische Isomorphie praktiziert, Anderer Ideen übernommen und dabei vergessen: Nicht nur von der Idee allein lebt der Soziologe: Er muss sie auch zu Papier bringen, sprich: Etwas tun, jenseits der Theorie der Handlung.

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Der Souverän wurde entmündigt: Dressierte Bürger machen Männchen

In unserer Jugend gab es das Bonmot der „normativen Kraft des Faktischen“. Die Idee dahinter: Man stelle Bürger vor vollendete Tatsachen, wettere den Sturm der Entrüstung – oder sitze ihn aus, wie später Helmut Kohl – und dann hat man, was man wollte. Gewohnheit holt auch die intensivste Erregung irgendwann ein. Niemand kann sich fortwährend über ein und denselben Gegenstand ärgern. Und ehe man sich versieht, ist aus dem Ärgernis eine Normalität geworden oder aus dem zeitlich befristeten Solidaritätszuschlag eine dauerhafte Steuer.

Nun kann man diese Vorgehensweise auch auf eine Meta-Ebene heben: Je häufiger man Bürger vor vollendete Tatsachen stellt, desto flauer werden die Stürme der Entrüstung, desto schneller ebben sie ab, desto schneller werden die Ärgernisse von der Gewohnheit zur Normalität erklärt.

Spätestens wenn dann eine Generation von Bürgern herangewachsen ist, die es normal findet, von Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, die nichts dabei findet, entmündigt zu werden, kein Problem damit hat, Freiheit für Regulation aufzugeben, dann ist der dressierte Bürger, der nickt und gute Miene zu allem macht, was ihm seine Parteien vorsetzen oder zumuten, Wirklichkeit geworden. Bis dann die nächste Generation kommt, die die larmoyante Generation vor ihnen zum K… findet und einen Lebensstil darauf gründet gegen alles zu sein, was vom Staat kommt (Manche von uns gehören zu einer solchen Generation und sind es noch … Wer erinnert sich?).

Einer, der schon im Jahre 2005 vom dressierten Bürger geschrieben hat, ist Reinhard K. Sprenger. Auch wenn wir die Konsequenzen, die Sprenger in seinem Buch aus einer gut zu lesenden und recht umfassenden Bestandsaufnahme der Dressurmaßnahmen, mit denen deutsche Parteien und ihre Helfershelfer versuchen, sich den Bürger nach ihrem Idealbild zu dressieren, in weiten Teilen für zu zahm halten und der Ansicht sind, Sprenger hätte den Mut, den er für weniger Staat und mehr Verantwortung der Bürger fordert, ruhig selbst beweisen können, ist sein Buch ein interessantes Zeitzeugnis. So schlimm war es zu Beginn der 2000er als Sprenger’s Buch erschienen ist. Heute sind wir 18 Jahre weiter, oder wie Helmut Kohl gesagt hätte. „Gestern standen wir am Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter“.

„In diesem Buch will ich zeigen, wie sich die Deutschen unter dem lenkenden Einfluss des Staates in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Mein Hauptergebnis: Der Souverän hat abgedankt. Die Deutschen sind so unbeweglich, weil sie sich daran gewöhnt haben, bewegt zu werden. Der Verlust des Selbstvertrauens ist die Spätfolge staatlicher Dressur. ‚Ich? Dressiert? Niemals!‘ – so mögen Sie reagieren. Meine Beobachtung ist: Wir haben uns schon so an staatliche Entmündigung gewöhnt, dass sie uns kaum noch auffällt. Sie ist zur ‚Selbstverständlichkeit‘ geworden, unsere Sensoren sind mittlerweile abgestumpft. So wie die meisten Menschen zugeben, dass Werbung wirkt. Nur nicht auf sie.

Der Staat glaubt, das Problem seien Sie und ich; in Wahrheit ist er es. Die notwendigen Entscheidungen werden nicht getroffen, weil sie auf Selbstentmachtung des Staates hinausliefen. Das heißt aber auch: Es gibt keine Lösung ohne Entmachtung des Staates. Und auch diese Konsequenz wird einigen von ihnen nicht gefallen. Schnell kommen wir da in Zonen reflexhafter Abwehr, in verminte Wortfelder. Ist es denn nicht Aufgabe des Staates, das Verhalten der Menschen zu steuern? Für das Gemeinwohl zu sorgen? Für Recht und Ordnung? Bestätigen wir uns gleich am Anfang das Selbstverständliche: Ja, es gibt Menschen, die sich nicht selber helfen können. Ja, wir sind als Menschen auf die Gemeinschaft angewiesen. Ja, wir brauchen den Staat als Ordnungsmacht. Was wir nicht brauchen, ist ein Staat, der sich auf der einen Seite immer weiter vom Bürger entfernt, auf der anderen Seite immer tiefer in seine Lebenswelt hineinregiert, nach gut und schlecht sortiert, vorsorglich entmündigt und fürsorglich entschädigt. Wenn Deutschland wieder ein zuversichtliches, erfolgreiches, ein kraftvolles Land werden will, dann nur, wenn seine Bürger Zuversicht aus eigener Kraft und Leistung gewinnen. Wir dürfen uns selbst was zutrauen!“

Wie gesagt, Sprenger hat ein Zeitzeugnis verfasst, das wir für zu zahm halten, schon weil sich Sprenger um die spannenden Fragen herumdrückt.

Hier ein paar Herausforderungen:
Braucht man wirklichen einen Staat als Ordnungsmacht? Nein. Ordnungsmacht und Staat sind nicht synonym und waren es Jahrtausende lang auch nicht.

Sind wir als Menschen auf die Gemeinschaft angewiesen? Nein. Kooperation braucht keine Gemeinschaft, lediglich andere Menschen, die ein Interesse an einem Tausch haben.

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Feinde des Marktes als Unterrichtsziel?

Müsste die Attraktivität von Sozialismus auf dessen Erfolg gebaut werden, dann hätte er keine. Sozialismus blickt auf eine lange Geschichte des Scheiterns zurück. Sozialistisch organisierte Wirtschaften funktionieren nicht. Sie ruinieren Staaten und verarmen die Bevölkerung. Man sollte denken, die Liste von der Sowjetunion bis zu Venezuela ist beeindruckend genug und vor allem selbstredend.

Würde man die Besprechung von Sozialismus auf die menschlichen Tragödien, die mehr als 100 Millionen von Sozialisten Ermordeten, die Stéphane Courtois et al. im Schwarzbuch des Kommunismus (einer Spielart des Sozialismus) zusammenstellen, bauen, Sozialismus hätte keinerlei Reiz für junge Menschen, es sei denn, sie planen, als Massenmörder Karriere zu machen.

Mehr als 100 Millionen im Namen des Sozialismus Ermordete.
Unzählige Staaten, die durch Sozialismus ruiniert wurden.

Man sollte denken, diese Fakten reichen, um Sozialismus Sozialismus sein zu lassen und sich menschenfreundlichen Varianten der ökonomischen und ideologischen Beziehung zwischen Menschen zuzuwenden, dem Liberalismus zum Beispiel und der Marktwirtschaft.

Aber dem ist nicht so.
Irgendwie haben es Sozialisten geschafft, die Last ihrer Geschichte abzuschütteln. Die im Namen des DDR-Sozialismus Ermordeten, sie sind heute kein Thema. Der Genozid an sowjetischen Bauern, der Massenmord an Regimegegnern durch Pol Pot, die willkürliche Ermordung von Millionen unter Mao Zedong, über sie alle wird nicht gesprochen, so wie immer dann und zum x-ten Mal, wenn gerade wieder ein sozialistischer Staat seine Bevölkerung durch Hunger und Misere treibt, wie dies Venezuela derzeit tut, der dortige Sozialismus als falsche Anwendung der heiligen Lehre dargestellt oder als von Feinden umstellte Variante des Sozialismus, die nie eine Chance hatte, verkauft werden soll.

Dass dem so ist, dass Sozialisten weitgehend ungeschoren in der Geschichte zu Methoden wie Massenmord greifen und sich als Staatsbankroteure verdingen konnten, dass sie heute munter und fröhlich ihre alten Lehren verkünden können, ohne von der „Last der Geschichte“ eingeholt zu werden, das liegt u.a. daran, dass es Sozialisten gelungen ist, sich als Alternative zu einem Zerrbild der Marktwirtschaft aufzubauen.

Obwohl die Tatsache, dass eine Bevölkerungsexplosion ungeahnten Ausmaßes nicht von einer Explosion der Sterblichkeit, des Hungers und der Not begleitet wird, ausschließlich auf die Funktionsweise und Effizienz von Märkten zurückzuführen ist, haben es Sozialisten geschafft, Märkte und Marktwirtschaft negativ zu konnotieren. Anstatt auf Knien den Kapitalisten zu danken, deren Erfindergeist und Risikofreudigkeit stets neue Produkte schafft und stets neue Methoden erfindet, um die ständig wachsende Bevölkerung der Erde satt zu bekommen, wird die Marktwirtschaft und werden Kapitalisten bekämpft.

Statt Dankbarkeit gibt es Neid.
An der Stelle des Versuchs, Marktwirtschaft in gemeinsamer Anstrengung noch effizienter zu machen, findet sich der Versuch, Marktwirtschaft durch die Erfindung immer neuer Regelungen letztlich unmöglich zu machen.

Die Grundlage dafür, dass sich Sozialisten nach all den Ermordeten, Verhungerten und im Elend Lebenden, die ihre Ideologie zu verantworten hat, nach wie vor in die Öffentlichkeit trauen können, ohne direkt in eine geschlossene Anstalt überführt zu werden, wird in Schulen gelegt.

Ein sehr guter und sehr zurückhaltender Post im Blog des Prometheus-Instituts zeigt, wie dies geschieht.

Nehmen wir ein Beispiel.
Was denken Sie, sind Märkte Nullsummenspiele mit Verlierern und Gewinnern?
Viele, die in Deutschland über Märkte schwadronieren und mit Begriffen wie Raubtierkapitalisten oder Geierfonds um sich werfen, haben diesen Irrtum verinnerlicht, sind nie über diesen Irrglauben hinausgekommen, vermutlich deshalb nicht, weil er sich u.a. in Geographie- und Sozialkundebüchern findet, die in Schulen verwendet werden.

Ein Skandal ohnegleichen, schon deshalb, weil einfaches Nachdenken dazu führt, diesen Unsinn als solchen zu entlarven.

Wenn Sie in den Laden gehen und ein iPhone kaufen, dann haben Sie einen Nutzen von diesem iPhone und Apple hat einen Nutzen von diesem iPhone. Apple durch den Verkauf. Sie durch den Kauf. Das nennt man einen Tausch. Ein Tausch ist das konstituierende Element eines Marktes. Der freie Tausch das, was in freien Marktwirtschaften gepflegt wird. Die beschriebene Situation ist eine Win-Win-Situation. Beide Parteien, Käufer und Verkäufer haben einen Nutzen von Markt und Marktwirtschaft.

Aber Sozialisten und all diejenigen, die sich für Kritiker der Marktwirtschaft halten, besonders, wenn sie ihre Smartphones bedienen und in sozialen Netzwerken posten, sie denken, der Markt sei ein Nullsummenspiel: Einer müsse verlieren, einer gewinnen. Das Beispiel oben zeigt. Das ist nicht der Fall: Wer würde wohl ein Smartphone kaufen, von dem er nichts hat?. Markttransaktionen zeichnen sich dadurch aus, dass beide Seiten der Transaktion einen Nutzen haben, manchmal einen ungleich verteilten, weil das Smartphone für den Käufer vermutlich mehr Nutzen darstellt als es für Apple darstellt, einfach deshalb, weil das Unternehmen mehr als ein Smartphone verkauft, aber dennoch sind beide an der Transaktion Beteiligten Nutznießer des Marktes, die ihre Transaktion freiwillig ausführen. Wäre die Transaktion nicht freiwillig, wie z.B. der Tausch von Steuergeldern gegen die Finanzierung von Frauencafés, dann handelte es sich um das, was Sozialisten vorschwebt, eine Planwirtschaft.

Planwirtschaften zeichnen sich dadurch aus, dass Marktteilnehmer nicht freiwillig an Transaktionen teilnehmen können, sondern zur Teilnahme gezwungen werden. Sie zeichnen sich durch eine asymmetrische Struktur aus, die im Extremfall ein Nullsummenspiel darstellt, dann nämlich, wenn ein Steuerzahler Steuern zu entrichten gezwungen wird, von denen er nichts hat oder dann, wenn ein Regimegegner im Archipel-Gulag unter menschenverachtenden Umständen zur Sklavenarbeit für das Regime gezwungen wird. Die einzige Ideologie, die bislang dafür bekannt ist, Nullsummenspiele durchzusetzen, ist der Sozialismus, nicht der Kapitalismus.

Wir empfehlen unseren Lesern an dieser Stelle den Beitrag des Prometheus-Instituts und allen Schülern empfehlen wir, sich ein eigenes Bild über Kapitalismus und Sozialismus zu bilden, eines, das auf historischen Tatsachen basiert, wie z.B. der Erfolgsgeschichte des Kapitalismus, wie sie Maddison beschreibt und der Geschichte aus Mord und Verelendung durch Sozialismus, wie man sie bei Courtois et al. nachlesen kann.

Nach wie vor einen der eindringlichsten Warnungen vor den Folgen von Kommunismus/Sozialismus ist “Der Weg zur Knechtschaft” von F. A. von Hayek. 

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