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„Fuck you Staatsanwalt“: „Autopfleger will keine” Schwulen “als Kunden“

Okay.

Ihr habt uns sturmreif gemailt!

Vielleicht ist auch unser Widerwille gegen diejenigen, die derzeit jede Form von Verstandestätigkeit für emotionale Irrationalität eingetauscht haben, die kleinen Volkserzieher und Blockwarte, die überall durch die Lande ziehen und alles nach ihrem Vorbild gestalten wollen, damit wir alle in einer Monokultur aus Stumpfsinn und längster Langeweile eingehen, der Grund, warum wir die folgenden drei Hinweise auf die Zustände in Deutschland aufnehmen und hier verarbeiten.





Erinnert sich noch jemand an das „Satire darf das“ Geschreie, als der Herr Böhmermann sein wirklich widerliches Gedicht über Recep Tayyip Erdoğan ausgegossen hat. Wie oft schallt der Ruf „Satire darf das“ angesichts von geköpften (natürlich nur figurativ) US-Präsidenten und dem, was man in der Linken der Republik als Satire missversteht, durch die Lande, wenn sich Kritik regt?

Aber wenn es an die Adresse der Linken und ihrer heiligen Kühe geht, dann sieht die Sache schon anders aus, dann bekommt ein Kabarettist, der an Zurückhaltung kaum überbietbare und noch dazu intelligente Späße über die FridayForFuture-Bewegung macht, die volle Wucht der moralischen Entrüstung der selbsternannten Wächter über die politische Korrektheit zu spüren.

Wenn man in ein paar Jahrhunderten die Frage stellt, was die Hauptmerkmale des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts waren, die Antwort lautet: Heuchelei und Dummheit.

Beides scheint auch unter Staatsanwälten in der sächsischen Diaspora von Zwickau, der Stadt, an dessen Amtsgericht Mitte der 1990er Jahre juristische DDR-Altlasten reihenweise abgeschoben wurden, nur um dort von weitgehend drittklassigem Westpersonal ergänzt zu werden (das war z.B. am Landgericht Chemnitz ein stehender Witz), verbreitet zu sein, wobei wir angesichts der folgenden Meldung aus der Freien Presse in Chemnitz noch darüber streiten, ob Dummheit oder Heuchelei in Führung liegt.

Freie Presse

„Eine dieser Heckklappen-Dekorationen sieht so aus: Aus dem Kofferraum hängen zwei lange und hübsch gemachte Greta-Zöpfe. Darüber steht “Problem gelöst”, und noch ein bisschen weiter oben “Fuck you Greta”. Gegen einen Mann aus Plauen, der sein Auto mit den Zöpfen beklebt hat, hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. “Der Vorwurf, der zu prüfen ist, lautet öffentliche Aufforderung zu Straftaten”, sagt Ines Leonhardt, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Zwickau. Man könne in dieser Art Heckklappen-Deko Gewaltverherrlichung gegen Kinder sehen und die Aufforderung, einer bestimmten Person etwas anzutun.“

Die – wie könnte es anders sein – StaatsanwältIN, die sich nicht zu blöd und vor allem zu schade ist, einen solchen Unsinn zu verfolgen, die in der Lage ist, in einem solchen Aufkleber, einen Anfangstatbestand der „öffentlichen Aufforderung zu Straftaten“ und „Gewaltverherrlichung“ zu sehen, der es rechtfertig, Ermittlungen aufzunehmen, hat – wenn sie es mit diesem Blödsinn wirklich ernst meint, viel Arbeit vor sich:

Das sind alles, nach der Logik der StaatsanwältIN aus Zwickau, Aufrufe zu Straftaten und zum Teil ist es Gewaltverherrlichung. Seltsamerweise werden sie bislang nicht verfolgt. Die Heuchelei ist vielleicht doch größer als die Dummheit.

Das bringt uns zum dritten Thema, mit dem ihr uns zugemailt habt, dem Autopfleger, der keine AfD-Kunden will.

Hier zum Lesen

Nun wussten wir gar nicht, dass Autowaschen ein Pflegeberuf ist, aber man lernt ja nie aus. Wir wussten auch nicht, dass Anhänger von Autos grundsätzlich der AfD zugeschrieben werden, aber auch hier gilt: man lernt eben nie aus. Die Dummheit scheint die Heuchelei im deutschen Aggregat überholt zu haben. Vielleicht auch nicht: Alle, die sich über den Titel aufgeregt haben: „Autopfleger will keine Schwulen als Kunden“, die können nun in sich gehen und überlegen, warum sie sich über „will keine AfD-Anhänger als Kunden“ nicht aufgeregt hätten. Ein Teil der Antwort beginnt mit Heuch und endet mit elei.

Gesellschaften, so lehren Soziologen, nein, so lehrten Soziologen, benötigen ein gewisses Maß an Zusammenhalt und sie benötigen ein gewisses Maß an Ordnung. Zusammenhalt ist notwendig, weil Gesellschaften von Kooperation leben, und Kooperation eine Frage des Vertrauens in das Gegenüber ist. Vertrauen ist zumeist eine unhinterfragte Eigenschaft sozialer Interaktion, die man dem Gegenüber aus Goodwill entgegenbringt. Ist der Goodwill weg, ist auch das Vertrauen und die Kooperationsfähigkeit weg. In Deutschland ist der Goodwill weg. Das könnte man durch Ordnung, durch starre Vorgaben für soziale Interaktionen bis zu einem bestimmten Grad heilen. Daran, diese starren Vorgaben, die in ihrer starrsten Form im Strafgesetzbuch zu finden sind, lächerlich zu machen, willkürlich erscheinen zu lassen und somit zu erledigen, arbeitet derzeit die Staatsanwaltschaft in Zwickau, die die Äußerung einer Meinung, einer bestimmten Meinung versteht sich, zu einer Straftat erklären will.

Wie die deutsche Gesellschaft überleben will?

Keine Ahnung.

P.S. 
Was uns die ganze Zeit umtreibt: Zwei Dinge.
1) Woran erkennt man einen AfD-Anhänger, der mit seinem Auto zu einem “Autopfleger” fährt?
2) Wie kommt der Schreiber bei der Freien Presse auf die Idee, der Aufkleber aus dem Vogtlandkreise weise einen “Greta-Hasser” aus und wenn er einen “Greta-Hasser” ausweist: So what?



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