No GroKo, Trump, AfD, Brexit, Rassismus: Angst erklärt alles

Als Herbert Marcuse über den eindimensionalen Menschen geschrieben hat, da hat er übertrieben… Er kannte die heutigen Politdarsteller nicht.

Eine kleine Sammlung der Angst:

Die Wähler von Donald Trump, vorwiegend weiße Männer wie wir von denen wissen, die meist nichts wissen, haben Angst vor Veränderung, vor Ausländern, Fremden, vor denen, die ihre traditionellen Werte angreifen, davor, dass sich die Welt ändert, vor China und Russland … vor Gott und der Welt. Angst eben.
Angst erklärt.

Die Wähler, die in Britannien für den BREXIT gestimmt haben, die haben Angst vor Pluralismus. Die wollen zurück, in die heile Welt von Blighty, als der Tee noch nicht von Earl Grey war. Sie wollen kein Europa, keinen Studentenaustausch, keine arbeitswilligen Polen, Bulgaren und Rumänen und schon gar keine Flüchtlinge. Sie haben Angst um ihren Status, ihr Häuschen und davor, dass sich etwas verändern könnte.
Angst erklärt.

Die Wähler der AfD, sie haben Angst vor allem, was Veränderung ausmacht. Sie wollen zurück zu Tradition und Heimat, weg von sexueller Orientierung in Schulbüchern, sie fürchten sich vor anderen Lebensentwürfen, davor, dass ihr Wohngebiet überfremdet, sie sind voller Angst vor Fremden, Migranten, Flüchtlingen, Muslimen, vor Wandel und Moderne, vor wirtschaftlichem Abstieg.
Angst erklärt.

Diejenigen, die nicht wollen, dass ihren Kindern bereits in der Kindertagesstätte sexuelle Orientierungen um die Ohren gehauen werden, die haben Angst vor moderner Pädagogik, vor sexueller Freiheit, vor Emanzipation und Aufklärung.

Diejenigen, die Genderismus kritisieren, die haben Angst davor, dass ihnen Frauen den Rang ablaufen, den Job abnehmen (allerdings nur, wenn sie nicht Müllmann, Kanalarbeiter, Lkw-Fahrer, Maurer, Dachdecker … sind), nicht mehr das Essen kochen…
Angst erklärt.

Diejenigen, die denken, es seien jetzt genug Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, die haben Angst vor Fremden, Anderen, vor Migranten und Flüchtlingen eben, vor Veränderung und Zuwanderung, vor … [denken Sie sich was]..
Angst erklärt.

Und natürlich haben Rechtsextremisten, Rassisten, Sexisten und Sonstisten Angst, vor allem und jedem.

Und diejenigen, die in der SPD gegen die Große Koalition stimmen wollen, die sind „getrieben von Angst vor der Union“, das sagt Lars Klingbeil, der Generalsekretär der SPD im Vorwärts.

Angst erklärt.

Nur was erklärt Angst?

Wenn man die Beispiele Revue passieren lässt, dann kommt man nicht umhin, festzustellen, dass die Erklärung mit der Angst immer da vorgebracht wird, wo es um Positionen, Pöstchen, Politiken, mit denen Positionen und Pöstchen verbunden sind, eben um Einkommensquellen geht.

Die Erklärung mit der Angst, sie wird generell von denen vorgebracht, die damit eine Veränderung oder eine Kritik abwehren wollen: Den Brexit, Donald Trump, die Kritik am Genderismus, die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, die Wahl der AfD und vieles mehr. Fast, dass man den Eindruck gewinnen muss, dass die Erklärung mit der Angst aus Verlustangst, Statusangst, Angst vor Veränderung (nämlich der, morgen arbeitslos zu sein) derer entspringt, die sie vorbringen. Sie haben Angst davor, ihre Pfründe zu verlieren, sie wollen verhindern, dass Schüler etwas Lernen und ihnen im späteren Leben zur Konkurrenz werden, sie haben Angst vor Wettbewerb, davor, sich mit neuen Ideen und Inhalten messen zu müssen. Sie benötigen eine mit Flüchtlingen unterschichtete Gesellschaft, um ihren eigenen Status zu halten, sie können sich ihres Werts nur dadurch versichern, dass sie sich zu Beschützern von denen aufschwingen, die sie hierarchisch unter sich verorten.

Sie sind die eigentlich ängstlichen und die tatsächlich 0,5dimensionalen. Konfrontiert mit denjenigen, die nicht so wollen, wie sie, fällt ihnen nichts anderes ein als Angst zu unterstellen, die Angst, die sie selbst empfinden, so wie der Parteivorstand der SPD, in dem alle starr vor Angst vor einem negativen Mitgliederentscheid sind.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Tabakindustrie schuld an Rassismus: Opfer von Rassismus rauchen [Junk Science]

Wer es schon immer geahnt hat, jetzt ist es amtlich: Marlboro, Pferd und cooler Reiter, Django, Staubmantel und Zigarre, die weiße-Mann-Werbung und Darstellung, sie produziert Rassismus, denn nur weiße Männer (mit und ohne Pferd) können Rassismus produzieren und rassistisch sein, und sie sind nur deshalb rassistisch, weil die Opfer von Rassismus anfangen zu rauchen, was wiederum die Kassen von Philip Morris füllt.

Wir verdanken diese Erkenntnis einem ganzen Rudel von Autoren um Urusla M. Read, die im wesentlichen am Kings College in London „kongregieren“. Dort treffen sie sich, um Daten zu analysieren und die Welt zu verbessern, wie es nur Pseudo-Wissenschaftler ohne Zweifel, aber mit einer linken Weltanschauung tun können. Wegen dieser Weltanschauung wissen sie, dass Ungleichheit, Sparpolitik, Terrorismus, zunehmende Migration, der Brexit, Donald Trump, nein, Trump haben die Autoren vergessen, zu Gesundheitsproblemen führen, die wiederum Rassismus im Schlepptau haben, vielleicht auch umgekehrt, so genau wissen die Autoren das auf Seite 3 ihres Werkes noch nicht.

Derart ideologische Überzeugungen sind für Linke in der Regel genug, um sich ans Werk zu machen, ans Datenwerk. Wozu soll man sich mit Fragen von Theorie und Hypothesenbildung beschäftigen, wozu sich wissenschaftstheoretische Probleme schaffen, etwa durch die Erkenntnis, dass man in der Regel jeden Humbug bestätigen kann? Die Methode der Wissenschaft sieht daher vor, Hypothesen zu bilden und sie der Möglichkeit des Scheiterns auszusetzen.

Bah, Humbug!

Am Kings College in London teilt man keine dieser, der eigenen Überzeugung hinderlichen Prämissen. Dort wissen acht angebliche Wissenschaftler ganz genau, wonach sie suchen: Rauchen führt zu Rassismus, oder war es umgekehrt? Ja, natürlich, es war umgekehrt, Rassismus führt zu Rauchen und zwar und vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 Jahren bzw. 14 bis 16 Jahren. 6.643 von diesen Jugendlichen, haben die Autoren bis in ihre Schulen verfolgt und dort so lange bearbeitet, bis sie bereit waren, Fragen in einem quantitativen Fragebogen zu beantworten, Fragen wie: Bist Du schon einmal wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schikaniert worden. oder hast Du Dich wegen Deiner Rasse, Hautfarbe oder Deinem Geburtsort schon einmal schlecht gefühlt?“

Wenn derartiger Fragenjunk keine zustimmenden Antworten mehr ergibt, dann wissen wir auch nicht weiter. Wie allgemein soll man noch fragen, wie umfassend und wie sehr soll man noch offen lassen, wonach man eigentlich fragt, um hohe Zustimmungsraten zu erhalten. Und dennoch finden die Autoren nur rund 15% – 20% zustimmende Antworten. Zu was auch immer, die Schüler zugestimmt haben.

Aber natürlich wissen Autoren wie Read und die ruhmlosen Sieben, dass mit dieser Frage eindeutig und ohne Zweifel Rassismus gemessen wird, also Viktimisierung durch Rassismus. Und natürlich gibt es keinerlei Zweifel daran, dass die 11 bis 13jährigen oder die 14 bis 16jährigen, die befragt wurden, genau das unter der Frage verstanden haben, was Read et al. fragen wollten: Bist Du Opfer von Rassismus geworden?

Zweifel hindern den Selbstbestätigungsprozess, und darum und um nichts anderes geht es doch: Rassismus führt zu Rauchen, Rassismus macht krankt. Und zwangsläufig: Milliardenschwere Tabakkonzerne stecken eigentlich hinter dem Rassismus… [Das ist unser Beitrag zu dieser Junk Science].

Read et al wissen schon, was bei der Befragung herauskommt. Deshalb haben sie komplett auf jeden Versuch verzichtet, eine theoretische Begründung für ihre Behauptung, dass Rassismus zu Rauchen führt, zu finden und deshalb diskutieren sie auch keinerlei methodische Probleme, die sich mit der quantitativen Befragung von Kindern und Jugendlichen und den dazu benutzten Maßen verbinden. Wozu? Sie wissen, dass das, was sie messen wollen, auch herauskommt. Wozu also methodischen Kinkerlitz diskutieren? Eben!

Also werfen wir die Antworten der Kinder und Jugendlichen darüber, ob sie einmal Opfer von Rassismus oder was auch immer geworden sind, mit einer Unzahl anderer Variablen, die ebenso ohne jeden Bezug auf eine Theorie auskommen, aber in der Regel von irgend jemand anderem auch schon einmal benutzt wurden, in ein Modell, eines, das odds-ratio ausgibt, also vermutlich ein „Logit-Modell“. Für diese Annahme sprechen auch die Wald-Tests, die im Kleingedruckten erwähnt werden und wohl gerechnet wurden.

Selbstverständlich kommt dabei auch etwas heraus: Wenn Kinder und Jugendlichen angegeben haben, dass sie schon einmal geraucht haben, dann sagen dieselben auch häufig, dass sie schon einmal wegen Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schikaniert wurden oder sich wegen derselben schlecht gefühlt haben und das ist ja dasselbe, sich schlecht fühlen und schikaniert werden. Es gibt noch eine Unzahl anderer Zusammenhänge, z.B. wenn die Mutter raucht, dann rauchen die Kinder und Jugendlichen auch eher, als wenn die Mutter nicht raucht, oder wenn sie Black African oder Indian oder Pakistani sind oder nicht im Vereinigten Königreich geboren wurden, dann geben sie auch eher an, schon einmal geraucht zu haben und überhaupt, weibliche Kinder oder Jugendliche geben signifikant häufiger an, schon einmal geraucht zu haben (wenn die Kodierung der Autoren richtig ist) und noch so manches mehr. Dieses manche mehr, das vergessen wir. Stellen Sie sich vor, wir hätten es nie erwähnt, denn wir wollen ja nur zeigen, dass diejenigen, die sich wegen ihrer Rasse, Hautfarbe, Sie wissen schon, schon einmal schlecht gefühlt haben, was gleichbedeutend mit „deshalb schikaniert worden sind“, eher angeben schon einmal geraucht zu haben als diejenigen, die das nicht gefühlt haben bzw. schikaniert worden sind. Und das haben wir gezeigt. Ganz theorielos und hypothesenlos …

Kommen wir daher zu dem, was die Autoren aus ihren Ergebnissen machen wollen: Wer Opfer von Rassismus geworden ist, der wird dadurch gestresst und diese Stressreaktion, die führt dazu, dass er zu rauchen anfängt. Das schreiben die Autoren auf Seite 20 ihres beachtlich dummen Werkes. Daraus folgt für sie: Rassismus macht krank. Und wenn wir jetzt noch mit den Autoren annehmen, dass Stressoren im Leben nicht nur durch Rassismus bereitgestellt werden, dann können wir ihnen zustimmen, wenn sie behaupten, dass multiple Formen der Diskriminierung im Verlauf eines Lebens die Gesundheit negativ beeinträchtigen KÖNNEN. Ja, da KÖNNEN wir sicher zustimmen. Kommen somit zur Konklusion, zu dem einzigen, was den Autoren aus ihrem Modell, in das 14 Variablen und 41 Ausprägungen eingegangen sind, von denen sich 23 als statistisch signifikant erwiesen haben, erwähnenswert erscheint:

“These findings highlight the role of racism in sustaining health inequalities and the need to address racism as an important social determinant of health within ‘whole system’ approaches which include families, communities, health and social services, and the wider political and economic context. Failing to consider the impact of discrimination and disadvantage on health behaviours such as smoking, where the social gradient remains significant, means that preventive strategies are likely to widen inequalities in health”

Wenn jemand ein Beispiel für eine Studie sucht, die nicht nur Junk ist, sondern darüber hinaus in einer idealen Weise zeigt, wie Engstirnigkeit, ideologisch-geistige Selbstbeschränkung und völlige methodische Ahnungslosigkeit dazu führen, dass Junk produziert wird, die Studie von Read et al. sei jedem wärmstens empfohlen. Sie ist quasi Premium-Junk.

Das alles wäre schon schlimm genug, aber derart beseelte Gutmenschen, die ihre Daten dazu missbrauchen, ihre eigenen geistigen Beschränkungen auszuleben, lassen es ja in der Regel nicht damit sein Bewenden haben, dass Sie Junk produzieren. Sie wollen diesen Junk regelrecht ausschlachten, sich darin suhlen. Und so sagt „Seeromanie Harding“, der letztgenannte der neun Autoren: „Our findings have public health implications for improving community interventions and finding new ways to support and encourage people not to take up smoking at a young age. An important point here is that racism affects both physical and mental health outcomes”.

Wer noch einen Beleg dafür benötigt hat, dass sich die Autoren im freien geistigen Sinkflug befinden, hier ist er: Natürlich untersucht die Studie keinerlei Zusammenhang mit „physical and mental health outcomes“, der Gesundheitszustand der Befragten wird überhaupt nicht erfragt, muss er auch nicht, denn Harding und seine sieben Mitverschworenen, sie wissen dass es den Zusammenhang gibt. Sie brauchen keine Daten um zu schreiben, dass ihre Überzeugung zutrifft. Sie mühen sich nur deshalb mit Daten ab, weil man das so macht, und weil es besser aussieht, wenn man das, was man genau weiß, mit Daten verbinden kann.

Tyler Vigen weiß genau, dass die Luftfeuchtigkeit in King County Wyoming die Wahrscheinlichkeit, sich durch Sturz von einem hohen Ort (Hochhaus, Berg, Brücke) das Leben zu nehmen, beeinflusst. Fragen Sie uns nicht, wie er auf diesen Zusammenhang gekommen ist. Wie die acht angeblichen Wissenschaftler vom Kings College, weiß Vigen einfach, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftfeuchtigkeit und der beschriebenen Art von Selbstmord besteht. Alle Programme, die sich in Zukunft mit der Verhinderung von Selbstmord beschäftigen, müssen entsprechend die Luftfeuchtigkeit in King County, Wyoming, in Rechnung stellen.

Und natürlich ist das alles die Schuld von Kapitalisten, von denen, die ihr Geld mit der Krankheit anderer verdienen. Nein, nicht Ärzte und Pfleger, die TABAKINDUSTRIE. Mensch! Die produzieren ihre Sargnägel doch nur, um Menschen krank zu machen. Und damit sie Menschen krank machen können, deshalb verbreiten sie Rassismus in ihrer Werbung, wohlwissend, dass die Opfer von Rassismus zu rauchen beginnen.

Gut, dass es Forscher wie die vom Kings College gibt. Ohne sie, hätten wir keine derartig tiefschürfenden Erkenntnisse.

Welche deutschen “Qualitätsmedien” sind wohl die ersten, die diesen Junk in allem Ernst aufnehmen?

Read, Ursula M., Karamanos, Alexis, Silva, Maria Joao, Molaodi, Oarabile R., Enayat, Zinat E., Cassidy, Aidan, Cruickshank, J. Kennedy & Harding, Seeromanie (2018). The Influence of Racism on Cigarette Smoking: Longitudinal Study of Young People in a British Multiethnic Cohort.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles
©ScienceFiles

Denunziation ist notwendiger Bestandteil der Arbeit von Betriebsräten

Zu diesem Ergebnis muss man angesichts eines Vorgangs kommen, der auf Justillion berichtet wird.

Braunschweig.

100 Mitarbeiter der Wolters Brauerei sind bei einer Betriebsversammlung anwesend. Der Betriebsrat liest ein anonymes Schreiben vor, in dem Mitarbeiter namentlich angegriffen werden, als „überflüssig“, „ohne Ahnung“ und „nur quatschend“ bezeichnet werden. Auch der Vorwurf, ein Mitarbeiter fälsche die Statistiken, wurde von dem anonymen Schreiber erhoben.

Die Betriebsleitung nimmt dieses anonyme Schreiben zum Anlass, eine Belohnung von 2.000 Euro für denjenigen auszusetzen, der die Anonymität des Schreibers lüftet.

Gegen dieses Vorgehen hat der Betriebsrat vor dem Arbeitsgericht einen Eilantrag auf Unterlassung gestellt: Man werde durch das Vorgehen der Geschäftsleitung in seiner Arbeit behindert. Mitglieder des Betriebsrats „dürfen in der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht benachteiligt oder begünstigt werden“, so zitiert der Betriebsrat den Artikel 78 des Betriebsverfassungsgesetzes.

Die Geschäftsleitung hat es eingesehen und vor dem Arbeitsgericht eingelenkt. Die Belohnung von 2.000 Euro wurde gestrichen.

Und so haben wir das interessante Ergebnis, dass Denunziation einen elementaren Bestandteil der Arbeit von Betriebsräten darstellt. Ein Verbot von Denunziation käme einer „Benachteiligung“ der Mitglieder des Betriebsrates gleich. Ob die Gewerkschaftler hier wissen, was sie tun?

Die logische Struktur dieses Syllogismus der Denunziation lautet wie folgt:

Die Mitglieder des Betriebsrates dürfen in der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht benachteiligt werden.
2000 Euro Belohnung für Hinweise auf einen anonymen Denunzianten stellen eine solche Benachteiligung dar.
Daraus folgt, dass Denunziation gewährleistet werden muss, weil sie für die Arbeit des Betriebsrats wichtig ist und ein Verbot der Denunziation eine Benachteiligung der Mitglieder des Betriebsrates darstellen würde.

Wundert sich noch jemand, dass in Deutschland eine Kultur der Denunziation blüht?

Scheinbar gilt es mittlerweile schon als besondere Leistung, aus der Anonymität heraus und so, dass man für seine Behauptungen nicht zur Rechenschaft gezogen und die Grundlage der Behauptungen nicht geprüft werden kann, andere namentlich zu denunzieren. In jedem Fall muss man feststellen, dass Betriebsratsmitglieder bei der Brauerei Wolters in Braunschweig anonyme Schreiben verlesen, in denen Dritte namentlich denunziert werden, was darauf schließen lässt, dass Anstand und Moral im Gegensatz zu Hopfen und Malz unbekannte Größen im Betriebsrat sind.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

CDU, CSU und SPD wollen Dreiklassenwahlrecht reaktivieren

Die Tagesschau, bei der man immer ganz genau Bescheid weiß, wenn es darum geht, brühwarm das weiterzuerzählen, was die in diesem Fall in Berlin bald Regierenden weitererzählt haben wollen, schreibt man Folgendes:

„Die neue GroKo will den Brüsseler Apparat neu aufstellen. Kein weiter so wie bisher. Das Ganze unterfüttert mit mehr Geld aus Berlin. Brüssel soll finanziell gestärkt werden.

Das Ziel: mehr Einfluss der EU-Hauptgeldgeber. Weniger Einfluss für diejenigen, die aus Brüssel nur Geld sehen wollen, aber nur wenig Solidarität zeigen, wenn es um teilbare Belastungen geht. Zum Beispiel bei der Versorgung von Flüchtlingen.

Für Länder wie Polen oder Ungarn könnten schwere Zeiten anbrechen – falls sie sich nicht auf die neue Lage einstellen. Ihnen wird ein kräftiger Wind aus Berlin entgegen wehen.”

Der, wer-zahlt-bestimmt-Vorschlag, in seiner abgeschwächten Variante, wer mehr bezahlt, bestimmt mehr als der, der weniger bezahlt, ist eine Büchse der Pandora, denn man könnte auf die Idee kommen, ihn auf die Bundesrepublik zu übertragen, um für diejenigen, die mehr Steuern bezahlen, im Gegensatz zu denen, die nur von den Steuern anderer leben wollen, mehr Stimmgewicht zu fordern.

So wie die kommende Bundesregierung hier über ihr Mouthpiece „Tagesschau“ ein Fairness-Argument machen will, weil Polen und Ungarn sich weigern, die Flüchtlinge, die Merkel gerufen hat, mit Merkel zu teilen, so kann man ein viel besser fundiertes Fairness-Argument für ein Wahlrecht machen, in dem die Stimme dessen, der mehr Steuern zahlt, auch mehr zählt.

Während die kommende Bundesregierung, Fairness auf Verteilungsgleichheit reduzieren will – gleiche Verteilung der Flüchtlinge in diesem Fall -, muss man bei unserem Vorschlag eines nach Steueraufkommen gestaffelten Wahlrechts keine Travestie von Gerechtigkeit zum Ansatz bringen, man muss einfach bei dem bleiben, was Gerechtigkeit ausmacht, der Output, der dem Input entspricht und in Relation zu dem Verhältnis von Output zu Input steht, das sich für andere ergibt.

Ersetzt man den Input mit Steuerzahlung und den Output mit Einfluss auf die Verwendung dieser Steuern, dann ist gerecht, wenn diejenigen, die mehr Steuern zahlen auch einen größeren Einfluss auf die Verwendung der Steuergelder haben als diejenigen, die wenig oder gar keine Steuern bezahlen. In der Konsequenz wären diejenigen, die aus Steuermitteln unterhalten werden ohne selbst Steuern zu zahlen als die Empfänger von Mildtätigkeit anderer erkennbar, die sie nun einmal sind und könnten folglich auch die entsprechende Dankbarkeit zeigen.

Hat Ihnen der Beitrag gefallen?

Dann unterstützen Sie ScienceFiles!

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Heranwachsende Probleme: Muslimische (und christliche) Schüler in Düsseldorf und Wuppertal

Autoritäre Einstellungen bei Schülern“, so lautet die Überschrift eines Blogposts bei der Richard Dawkins Foundation. Der Post, ein Text von Felix Kruppa, behandelt im Wesentlichen die Ergebnisse, die Kruppa für die wichtigsten seiner Magisterarbeit hält, der Magisterarbeit, in der er nach seiner Ansicht autoritäre Einstellungen gemessen hat.

Was er in jedem Fall gemessen hat, sind in Teilen bedenkliche Einstellungen bei jungen Menschen, die im Durchschnitt noch nicht einmal das 18. Lebensjahr erreicht haben. Alle Befragten von Kruppa, 668 an der Zahl, sind Schüler an Schulen in Düsseldorf oder Wuppertal, etwas mehr als die Hälfte besuchen ein Berufskolleg, der Rest verteilt sich auf Gymnasien, Gesamt- und Hauptschulen.

Kruppa unterscheidet seine Befragten, die er konsequent und politisch-korrekt mit SuS abkürzt, also Schüler und Schülerinnen (dazu kommen wir noch), nach Religionszugehörigkeit: 296 Christen, 189 Muslime, 159 Atheisten und 24 Sonstige hat er in seinem Datensatz, einem Datensatz in dem auch die Antworten auf neun Aussagen enthalten sind, die Kruppa im Text darstellt.

Wir wollen das an dieser Stelle verkürzt und auf die Aussagen beschränkt tun, die man nicht als politisch-korrekte mit einer gewissen Anbiederungsaffinität versehene Aussagen ansehen muss.

„Ich kann mir eine Freundschaft mit einem homosexuellen Menschen gut vorstellen“
Ablehnung: 15% der christlichen, 48,1% der muslimischen und 12% der atheistischen Schüler.

“Ich kann mir eine Freundschaft mit einem Juden vorstellen.”
Ablehnung: 6,2% der christlichen, 17,3% der muslimischen und 8,2% der atheistischen Schüler.

“Religiöse Gesetze sind mir wichtiger als die Gesetze des Landes, in dem ich lebe.”
Zustimmung: 12,5% der christlichen, 52,3% der muslimischen Schüler;

Alle sonstigen Items, wie „Männer und Frauen sollten ihren traditionellen Rollen nachkommen“; „Meine eigene Weltanschauung hat einen hohen Stellenwert in meinem Leben“ oder „In der Erziehung von Kindern sind Körperstrafen manchmal wichtig, um das Kind wieder auf den richtigen Weg zu bringen“, sind Zeitgeistfragen, deren Beantwortung wenig über die Einstellung der Befragten, aber viel über ihre Fähigkeit gesellschaftliche Vorgaben nachzuplappern aussagt, so wie die konsequente Genderschreibweise, die Kruppa nutzt, viel über dessen kritische Denkfähigkeit aussagt (auch dazu später).

Beschränkt man sich auf die relevanten Aussagen, die wir oben dargestellt haben, dann zeigt sich ein erstaunliches Scheitern schulischer und gesellschaftlicher Integration, und zwar nicht nur für Muslime. Schüler, die die Frage einer Freundschaft von einem vorausgehenden Passungstest dahingehend abhängig machen, ob der eventuelle Freund nicht zu einer Population gehört, die man aus welchen Gründen auch immer ablehnt, die also ihr eigenes Urteil unter die Herrschaft von Vorurteilen stellen, keinen Wert auf die Person des Gegenüber, und allen Wert auf deren Religionszugehörigkeit oder sexuelle Orientierung legen, sind das Paradebeispiel für autoritäre Persönlichkeiten, die nicht zur eigenen Urteilsbildung fähig sind.

Sie stellen in einer demokratischen Gesellschaft dann ein Problem dar, wenn sie zu häufig werden. Eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass die Argumente oder die Leistung oder die Verdienste eine Menschen, eines konkreten Menschen seine Beurteilung determinieren, und nicht seine Zugehörigkeit zur AfD, zur Jungen Union, zu Attac! oder sonstige Variablen, die keinen Aufschluss über die Qualität seiner Aussagen oder seiner Leistungen geben.

Noch beklemmender als die Tatsache, dass stattliche Anteile von Schülern, es nicht geschafft haben, eine unabhängige Persönlichkeit zu entwickeln, ist das Ausmaß einer fehlenden politischen Integration, das sich darin zeigt, dass 12,5% der christlichen und 52,3% der muslimischen Schüler religiöse Gesetze für wichtiger halten als die Gesetze des Landes in dem sie leben. Abermals ist dies per se kein Problem. Es wird dann zu einem Problem, wenn die Gesetze des Landes mit den religiösen Gesetzen in Widerspruch treten. Und es wird zum Problem, weil mit religiösen Doktrinen im Gegensatz zu politischen Gesetzen keinerlei Variabilität verbunden ist. Religiöse Doktrinen beanspruchen umfassende Geltung, während Gesetze eines Staates beanspruchen, die beste Lösung für bestimmte Probleme darzustellen, was es grundsätzlich mit sich bringt, dass Gesetze, die sich als kontraproduktiv oder schlicht unzulänglich erweisen, revidierbar sind. Ganz davon abgesehen kommen Gesetze in einem demokratischen Staat durch Diskussion und Abstimmung zustande (im Ideal), während eine religiöse Doktrin von einem, der für sich beansprucht, ihm habe sich die Wahrheit offenbart, verkündet wird.

Deshalb sind religiöse Doktrinen, und zwar egal, aus welchem Glaubenskontext sie stammen, nicht mit demokratischen Gesetzen vereinbar. Deshalb verlangt ein demokratisches Staatswesen die politische Integration seiner Bürger unter Zurücklassung ihrer religiösen Überzeugungen. Letztere sind Privatsache. In der Sphäre politischer Ordnung haben sie nichts zu suchen, weder in christlicher noch in muslimischer Variante, denn private Vorlieben können nicht der Maßstab für Regelungen des öffentlichen Lebens sein. Wenn 12,5% der christlichen und 52,3 der muslimischen Schüler dies anders sehen, dann ist das ein erhebliches Problem für eine demokratische Gesellschaft, denn hier wachsen Fundamentalisten heran, die unfähig zu Kompromissen und unfähig zur Toleranz sind, wenn es um das geht, was sie für eine religiöse Wahrheit halten.

Sollten die Ergebnisse von Kruppa, die an Schulen in Düsseldorf und Wuppertal gewonnen wurden, an anderen Schulen und in anderen Bundesländern repliziert werden können, dann müsste man daraus den Schluss ziehen, dass der demokratischen Gesellschaft Deutschlands ein erhebliches Problem ins Haus steht, erheblicher als es die derzeit dem Totalitarismus frönenden Gläubigen an das Heil des Marxismus oder Leninismus derzeit bereits darstellen.

Kruppa hat somit in einer Magisterarbeit anschlussfähiges Material geliefert, Forschungsergebnisse, die nach Replikation und Weiterverwendung geradezu rufen. Ob der Ruf von der institutionalisierten Wissenschaft gehört wird, wenn vorhersehbar unpopuläre Ergebnisse dabei herauskommen?

Wir werden es sehen.

Was weniger erfreulich ist, ist die fast schon autoritäre Anpassung an staatliche Vorgaben, die selbst bei Studenten, denen man ein gewisses Kritikpotential unterstellen kann, wie Kruppa, der Fall ist. Er schreibt durchgängig von SuS, „Schüler und Schülerninnen“, und stellt damit seine persönlichen Vorlieben über wissenschaftliche Standards. Dabei kommen Absurditäten wie „weibliche Schülerinnen“ heraus, von denen man normalerweise denken würde, ein kritischer Student sei in der Lage, sie zu erkennen und zu löschen, schon um sich nicht lächerlich zu machen.

Was jedoch verstörend wirken muss, ist wenn ein Student, der sich auf Popper beruft, und der über „autoritäre Persönlichkeiten“ schreibt, am Ende seines Textes einen apodiktischen Stil pflegt, den man einer autoritären Persönlichkeit zuschreiben würde und der sich dadurch auszeichnet, dass er in die offizielle Litanei der notwendigen Erziehung der Massen dieses Mal zur korrekten Verwendung demokratischer Floskeln und Leerformeln, einstimmt:

„Unabdingbar ist neben einer stärkeren Demokratieerziehung, die auch geschichtliches Wissen beinhalten müsste und die Diskussion über gelebte und konstituierende Werte miteinschließt, bei Lehrkräften auch ein Wissen über die Lebenswelt und Religion ihrer SuS. Vor allem, weil Autoritarismus nicht vereinbar ist mit der kritisch-historischen Auslegung religiöser Schriften auf Basis philosophischer Wertehaltungen (Quest-Orientierung) müssen grundlegende Kenntnisse über die jeweilige Religion schon in der Lehramtsausbildung vermittelt werden, um religiös begründeten autoritären Einstellungen sinnvoll begegnen zu können.
Gleichzeitig muss vor allem einer extrinsisch, durch sozialen Druck oder instrumentell motivierten Religionsoktroyierung entgegengewirkt werden, die mit autoritären Persönlichkeiten korreliert und gemäß des Islamwissenschaftlers Abdel-Hakim Ourghi in den deutschen Koranschulen vorherrschend ist.“

Einmal davon abgesehen, dass die Ergebnisse, die Kruppa berichtet, derart weitreichende Schlüsse nicht einmal im Entferntesten tragen, ist es geradezu autoritär-dogmatisch, dass Kruppa weiß, was „unabdingbar“ ist, was „nicht vereinbar“ ist, wie man etwas „sinnvoll begegnen“ kann und was „entgegenwirkt“ werden muss. Etwas Zurückhaltung ist zuweilen in wissenschaftlichen Arbeiten besser, schon weil diejenigen, die die bedenklichen Einstellung äußern, keine Erziehungsmasse, der man den Gütestempel „demokratisch unbedenklich“ auf den Hintern brennen kann, sind, sondern Menschen, die wie alle anderen Menschen auch, zunächst einmal Respekt verdient haben, und weil es bislang noch keine soziale Planung gegeben hat, die ohne Nebenfolgen, ohne unbeabsichtigte Folgen und ohne Reaktanz geblieben ist.

Derartige Zurückhaltung ist besonders dann erforderlich, wenn man Schlüsse aus Ergebnissen zieht, die auf heftig verzerrten Stichproben basieren, wie dies Kruppa tut.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Translate »
error: Content is protected !!