Lügen sind im ZDF wie weit verbreitet? ZDF-Politbarometer: Schade um die Forschungsgruppe Wahlen

Manfred Berger ist tot.

Dieter Roth und Wolfgang Gibowski sind ausgeschieden.

Von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ist nicht viel geblieben. Einst war die Forschungsgruppe das Aushängeschild der Wahlforschung in Deutschland, die Hochrechnungen nach den Landtags- und Bundestagswahlen waren regelmäßig besser als die der Konkurrenz von Infas oder Infratest. Die Befragungen waren in Methodik und Umsetzung mit das Beste, was man an Wahlforschung in Deutschland bekommen konnte. So gut, dass selbst Redaktionsangehörige von ScienceFiles ihre Magisterarbeit mit den Daten der Forschungsgruppe Wahlen bestritten haben

Das ist lange her.

Heute ist die Forschungsgruppe Wahlen zum Lieferanten gewünschter Ergebnisse geworden. Das ZDF bestellt, die Forschungsgruppe liefert. Das ZDF bestellt die Einschätzung, dass die AfD rechtsextrem ist, die Forschungsgruppe liefert. Anders als über einen solchen Ablauf lässt sich die folgende abgrundtief dumme Frage, die gegen jeden Grundsatz der empirischen Sozialforschung verstößt, nicht mehr erklären:

“Was meinen Sie: Rechtsextremistische Ansichten sind in der AfD sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?”

Es genügt bereits zwei eherne Grundsätze der empirischen Sozialforschung anzuführen, um zu zeigen, dass diese Frage einzig und allein der Stimmungsmache (oder Hetze?) gegen die AfD dient.

Grundsatz 1:

Fragen müssen einen klar benennbaren und eindeutigen Gegenstand haben, vom dem sicher ist, dass ihn die meisten Befragten kennen.

Grundsatz 2:

Fragen müssen vollständig sein.

Fangen wir hinten an.

Vollständigkeit

Die Forderung nach Vollständigkeit soll u.a. ausschließen, dass Ergebnisse von Befragungen manipuliert werden können. Aber das ist nur sekundär. Primär soll Vollständigkeit gewährleisten, dass man auf Grundlage der eigenen Ergebnisse auch etwas aussagen kann.

Das ist im vorliegenden Fall nicht möglich.
Die Frage ist vergleichbar mit dem Versuch, die Position eines Schiffes mitten im Ozean dadurch zu bestimmen, dass man ein Lineal ins Wasser wirft. Auf Grundlage der Antworten kann man KEINE relevante Aussage machen. Damit man eine relevante Aussage machen kann, benötigt man eine Vergleichsgruppe. Die Vergleichsgruppe kann man z.B. dadurch schaffen, dass man fragt:

Was meinen Sie: Rechtsextremistische Ansichten sind in der CDU sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Oder:

Was meinen Sie: Rechtsextremistische Ansichten sind in der SPD sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Zu Vergleichszwecken muss man mit funktionaler Äquivalenz zu arbeiten:

Was meinen Sie: Linksextremistische Ansichten sind in der LINKE sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Oder

Was meinen Sie: Linksextremistische Ansichten sind bei Bündnis90/Grüne sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Wer eine Frage wie die stellt, die die Forschungsgruppe Wahlen gestellt hat, hat einzig und allein die Diskreditierung des Frageobjekts zum Ziel.

Oder ein anderes Beispiel: Was meinen Sie: Gewaltbereitschaft ist in der LINKE sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Als Ergebnis der Antworten auf diese Frage können wir dann die LINKE als gewaltbereite Nachfolgepartei der SED, die ja auch schon gewaltbereit war, darstellen. Dass wir das können, ist jetzt schon sicher. Es ist Ergebnis der Art und Weise der Frageformulierung und der Unvollständigkeit der Frage.

Punkt 2:

Eindeutigkeit

Was nutzen Fragen oder Items in Befragungen, bei denen man nicht weiß, was damit gemessen wird? Sie nutzen natürlich dem, der die Vagheit seiner Fragen ausnutzen will, um allen Befragten seine Interpretation dessen, was gefragt wurde, unterzuschieben. Sie nutzen dem, der manipulieren will.

Rechtsextremismus.
Was ist Rechtsextremismus?

  • Ist Rechtsextremismus die NSDAP?
  • Ist Rechtsextremismus die NPD?
  • Ist Rechtsextremismus, wenn man Ausländer nicht mag?
  • Ist Rechtsextremismus, dass man Linke nicht mag?
  • Ist Rechtsextremismus, dass man denkt, manche Menschen seien, weil sie mehr leisten, mehr wert als andere, die weniger leisten?
  • Ist Rechtsextremismus dasselbe wie “Neoliberalismus”?
  • Ist Rechtsextremismus die extreme Variante von Rechtsradikalismus, die Gewaltbereitschaft voraussetzt?
  • Ist Rechtsextremismus eine andere Bezeichnung für Patriotismus?
  • Ist Rechtsextremismus alles, was nicht Linksextremismus ist?

Wir könnten die Reihe der Frage fast endlos fortsetzen, aber der Punkt ist gemacht: Jeder von uns hat eine Vorstellung davon, was Rechtsextremismus ist. Die wenigsten von uns werden übereinstimmen. Tatsächlich ist es so, dass nicht einmal Politikwissenschaftler in der Frage, was unter Rechtsextremismus verstanden werden soll, übereinstimmen.

Rechtsextremismus ist als Begriff demnach vollkommen unbestimmt. Jeder hat seine eigene Vorstellung davon, was Rechtsextremismus ist. Die wenigsten wären in der Lage, diese Vorstellung in konkrete Begriffe zu fassen.

Und nun werden 1000 Befragte gefragt, ob etwas, von dem sie keine genaue Vorstellung haben in der AfD weit verbreitet, verbreitet usw. ist. Sie werden also, um den manipulativen Unsinn auf die Spitze zu treiben, aufgefordert, eine Einschätzung auf Basis einer Vollerhebung zu machen, einer Vollerhebung über die Mitglieder der AfD, Funktionsträger der AfD, die kleinen und großen Anfragen der AfD im Sächsischen Landtag, die Rede von von Meuthen in Regensburg usw. Wer Befragte vor eine solche Aufgabe stellt, hat offensichtlich kein Interesse daran, eine sinnvolle und brauchbare Frage zu stellen. Sein Interesse besteht darin, eine Frage zu formulieren, deren Ergebnisse sich gegen das Befragungsobjekt verwenden lassen.

Das hat nichts mit empirischer Sozialforschung, ja nicht einmal mit Umfrageforschung zu tun. Es ist Manipulation auf Grundlage einer Ideologie, Manipulation mit dem Ziel, eine politische Partei zu diskreditieren.

Und was misst die Frage letztlich? Ob es gelungen ist, Rechtsextremismus zu einer Art Catch-All-Begriff zu machen, mit dem man Objekte, Parteien, Personen, die ideologisch nicht passen, etikettieren und negativ bewerten kann.  Letztlich wird gemessen, ob wir fähig sind, an einem Sprachspiel teilzunehmen: Wir reden über etwas, von dem wir keine Ahnung haben, und behaupten, es sei in einer Partei, von der wir nur wissen, was uns die Medien präsentieren, vorhanden. Was man also misst ist, ob die Indoktrination durch öffentlich-rechtliche Medien in Deutschland erfolgreich war.

Es ist schade und eine Schande, was aus der Forschungsgruppe Wahlen geworden ist.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Linke und Rechte vereint in Intoleranz und Angst voreinander

Aus unserer Reihe: “Eineiige Zwillinge: Was unterscheidet „Rechte“ von „Linken“?”

Antworten aus neueren empirischen Studien – Teil 4

Im Teil 3 unserer Serie wurden die Befunde aus der auf Daten aus neunzehn europäischen Ländern basierenden Studie von Thorisdottir et al. (2007) besprochen, die gezeigt haben, dass sich Personen mit politisch rechter Orientierung und politisch linker Orientierung nicht auf systematische Weise mit Bezug auf Persönlichkeitsmerkmale, die normalerweise als Dimensionen der so genannten autoritären Persönlichkeit gelten, voneinander unterscheiden. In Teil 4 unserer Serie stellen wir eine Studie vor, die zeigt, dass sich Personen mit politisch rechter und Personen mit politisch linker Orientierung auch nicht mit Bezug auf ihre Intoleranz gegenüber dem politischen Gegner bzw. den typischerweise von ihm bevorzugten Politiken voneinander unterscheiden.

Diese Studie wurde im Jahr 2014 von Jarret T. Crawford und Jane M. Pilanski in der Fachzeitschrift „Political Psychology“ veröffentlicht, und der Ausgangspunkt der Studie ist eine andere Studie, über deren Ergebnisse Nicole M. Lindner und Brian A. Nosek in einem Text berichten, der im Jahr 2009 in der derselben Fachzeitschrift gedruckt wurde. Lindner und Nosek hatten anhand eines experimentellen Designs die Hypothese geprüft, dass Liberale eine größere Toleranz für freie Meinungsäußerung bzw. unzensierte Rede aufweisen als Konservative. Als diesbezügliche Stimuli benutzten die Autoren Poster mit den Aufschriften „Americans are the Problem“ und „Arabs are the Problem“, von denen sie vermuteten, dass Liberale und Konservative ihne mit unterschiedlicher Toleranz begegnen würden [Die Studie stammt aus den USA. In den USA sind “liberals” das, was in Deutschland von der SPD nach links außen zu finden ist.]

„The primary hypothesis was that liberals would be more willing to protect an extreme left-wing statement than an extreme right-wing statement, while conservatives would be more willing to protect an extreme right-wing statement than an extreme left-wing statement. Also, based on prior evidence …, we anticipated a main effect in which liberals would be more likely to protect controversial speech acts in general” (Lindner & Nosek 2009: 75).

Die Hypothese der Autoren wurde bestätigt:

„Political liberalism, whether measured implicitly or explicitly, predicted stronger speech protection overall. Being more politically liberal predicted stronger speech protection for the statement “Americans are the problem,” and both political liberals and conservatives expressed similar protection of the statement “Arabs are the problem” (Lindner & Nosek 2009: 86).

Lindner und Nosek wiesen jedoch darauf hin, dass dieses Ergebnis den Stimuli, die „racially charged“ (Lindner & Nosek 2009: 89; Hervorhebung im Original) gewesen sind, geschuldet sein könnte und sich bei der Verwendung anderer Stimuli andere Ergebnisse einstellen könnten.

Und hieran schließen Crawford und Pilanski an: Sie untersuchen die Frage nach der Toleranz oder Intoleranz von Personen mit rechter und Personen mit linker Orientierung anhand ihrer Zustimmung zu oder Ablehnung von acht Aussagen, die sich auf den Schutz der freien Rede oder auf Gruppenrechte bezogen, wobei die in diesen Aussagen angesprochenen Personen oder Gruppen jeweils unterschiedlich waren. Die Beschränkung auf ein bestimmtes gesellschaftliches Thema oder bestimmte Gruppen wie diejenige auf Amerikaner versus Araber in der Studie von Lindner und Nosek  wurde damit vermieden.

Die acht Aussagen lagen in zwei Varianten vor, in denen entweder die angesprochene soziale Gruppe oder Person variiert wurde oder positive Verben durch negative Verben ersetzt wurden. (Es wurden also tatsächlich sechzehn Aussagen, eben acht in jeweils zwei Varianten, formuliert.) Auf diese  Weise sollte sichergestellt werden, dass die Aussagen einmal auf „left-wing targets“ und einmal auf „right-wing targets“ (Crawford und Pilanski 2014: 843) abzielen. Beispielsweise lautete eine dieser Aussagen in ihren beiden Varianten:

„I think that the Democratic Party should not be allowed to visit college campuses in order to register potential voters”

und

„I think that the Republican Party should not be allowed to visit college campuses in order to register potential voters” (Crawford und Pilanski 2014: 851; Appendix).

Beide Aussagen sollen Intoleranz messen, aber in der ersten Formulierung soll Intoleranz gegenüber einem „left-wing target“ gemessen werden, in der zweiten Intoleranz gegenüber einem „right-wing target“.

Die Aussagen wurden insgesamt 160 Personen vorgelegt, wobei jede der beiden Varianten einer Aussage der Hälfte der Befragten vorgelegt wurde. Die Befragten wurden durch Amazon Mechanical Turk (MTurk) rekrutiert, einer Art Arbeitsplatzbörse, die von Amazon bereitgestellt wird (Crawford und Pilanski 2014: 843). Weil den Befragten nicht nur die acht Aussagen zur Beurteilung vorgelegt wurden, sondern sie auch nach ihrer politischen Orientierung (von 1 „extremely liberal“ bis 7 „extremely conservative“)[1] und ihrer Parteipräferenz gefragt wurden, konnten Crawford und Pilanski ihre Hypothese testen, nach der Personen mit linker politischer Orientierung und Personen mit rechter politischer Orientierung gleichermaßen Intoleranz gegenüber „targets“ des jeweiligen politischen Gegners aufweisen:

“From our perspective, those on the political right and left should be just as likely to express intolerance of targets with ideologically opposing positions“ (Crawford und Pilanski 2014: 842).

Darüber hinaus wurde von den Befragten

  • ihre Sympathie für die in den acht Aussagen angesprochenen Gruppen oder Politiken („warmth ratings“),
  • das Ausmaß der Internalisierung demokratischer Werte (anhand von sechs Items),
  • das Ausmaß, in dem sie die in den acht Aussagen angesprochenen Gruppen oder Politiken als Gefahr für das gesamte Land wahrnehmen, erfragt sowie
  • ihr politisches Wissen. Letzteres wurde erhoben, indem gefragt wurde, ob Liberale oder Konservative die in den acht Aussagen angesprochenen Gruppen oder Politiken unterstützen oder sie bekämpfen. Schließlich wurden die Befragten nach Angaben zu ihren
  • demographischen Merkmalen (Alter, Geschlecht und „race“/Ethnizität) gebeten.

Die Daten wurden von Crawford und Pilanski anhand zweistufiger hierarchischer Regressionen ausgewertet. In der unten abgebildeten Tabelle haben die Autoren die Ergebnisse für die Korrelationen zwischen den oben genannten Variablen zusammengestellt. Gleichzeitig kann man der Tabelle entnehmen, welche Gruppen und Politiken in den acht Aussagen angesprochen waren:

Wie man der Tabelle (genau: den t-Werten in den mit „Ideology x Condition“ betitelten Zeilen entnehmen kann, sind die Zusammenhänge zwischen der politischen Orientierung der Befragten („ideology“) und ihrer Zustimmung oder Ablehnung der acht Aussagen in einer der beiden Varianten (s.o.) („condition“) mit einer Ausnahme („Immigration“) statistisch signifikant. D.h. mit einer Ausnahme korreliert eine politisch linke Orientierung („liberalism“) statistisch signifikant mit Intoleranz gegenüber allen „right-wing targets“ und eine politisch rechte Orientierung („conservatism“) mit Intoleranz gegen alle „left-wing targets“. Damit ist die Hypothese von Crawford und Pilanski bestätigt; Personen mit linker politischer Orientierung und Personen mit rechter politischer Orientierung sind gleichermaßen intolerant gegenüber „targets“ des jeweiligen politischen Gegners.

Von den weiteren Ergebnissen der statistischen Analysen ist das Ergebnis, das Crawford und Pilanski für die Bedeutung der Gefahrenwahrnehmung erzielten, sicherlich das wichtigste. Oben wurde bereits berichtet, dass die Befragten auch nach dem Ausmaß gefragt wurden, in dem sie die in den acht Aussagen angesprochenen Gruppen oder Politiken als Bedrohung für das gesamte Land wahrnehmen. Die Autoren bildeten für jeden Befragten einen Durchschnittswert für die wahrgenommene Bedrohung über die in den verschiedenen Aussagen angesprochenen Gruppen oder Politiken hinweg, und die Analysen zeigten, dass es sowohl bei Personen mit linker politischer Orientierung als auch bei Personen mit rechter politischer Orientierung diese Größe, also das Ausmaß der  wahrgenommenen Bedrohung, ist, die die Intoleranz gegenüber Gruppen oder Politiken, die mit dem politischen Gegner assoziiert sind, erklären:

„As expected, the effect of conservatism on intolerance of leftwing targets was fully mediated by perceived threat from those targets, as the relationship between conservatism and intolerance of left-wing targets … was reduced to nonsignificance when controlling for perceived threat … Likewise, the effect of liberalism on intolerance of right-wing targets was fully mediated by perceived threat from those targets …” (Crawford & Pilanski 2014: 847).

Dieses Ergebnis ist deshalb wichtig, weil die wahrgenommene Bedrohung der Gesellschaft durch bestimmte soziale Gruppen oder (liberale oder progressive) Politiken in der Literatur häufig als zentrales Merkmal des intoleranten „Right-Wing Authoritarianism“ wie z.B. bei Dallago & Roccato (2010) angesehen wird. Wenn Bedrohungsgefühle durch bestimmte soziale Gruppen oder Politiken als eine, vielleicht zentrale, Dimension von Autoritarismus oder als eine Variable, die positiv mit Autoritarismus zusammenhängt, angesehen werden muss, muss man aufgrund der Befunde von Crawford und Pilanski davon ausgehen, dass Autoritarismus unter Personen mit linker politischer Orientierung ebenso verbreitet ist wie unter Personen mit rechter politischer Orientierung.

Wie in Teil 2 unserer Reihe mit Bezug auf die Studie von Van Hiel et al. (2006) gezeigt wurde, gibt es tatsächlich autoritäre Persönlichkeiten sowohl unter Personen mit rechter politischer Orientierung als auch unter Personen mit linker politischer Orientierung. Festhalten lässt sich jedenfalls, dass Personen mit linker politischer Orientierung nicht als „Komplementäre“ zu Personen mit rechter politischer Orientierung gelten können, sondern sich die Forschungslage dahingehend verdichtet, dass sich die Persönlichkeiten von Personen mit linker und rechter Orientierung weit weniger stark voneinander unterscheiden als die insbesondere Personen mit linker Orientierung gerne behaupten.

Literatur:

Crawford, Jarret T. & Pilanski, Jane M., 2014: Political Intolerance, Right and Left. Political Psychology 35(6): 841-851.

Dallago, Francesca & Roccato, Michele, 2010: Right-Wing Authoritarianism, Big Five, and Perceived Threat to Savety. European Journal of Personality  24(2): 106-122.

Lindner, Nicole M. & Nosek, Brian A., 2009: Alienable Speech: Ideological Variations in the Application of Free-Speech Principles. Political Psychology 30(1): 67-92.

Thorisdottir, Hulda, Jost, John T., Liviatan, Ido & Shrout, Patrick E., 2007: Psychological Needs and Values Underlying Left-Right Political Orientation: Cross-National Evidence from Eastern and Western Europe. The Public Opinion Quarterly 71(2): 175-203.

Van Hiel, Alain, Duriez, Bart & Kossowska, Malgorzata, 2006: The Presence of Left-Wing Authoritarianism in Western Europe and Its Relationship with Conservative Ideology. Political Psychology 27(5): 769-293.


[1] 55% der Befragten gaben an, „Extremely liberal, Liberal, or Somewhat liberal“ zu sein, 24% identifizierten sich als „Moderate/middle of the road“, und 21% gaben an, „Extremely Conservative, Conservative or Somewhat conservative“ zu sein (Crawford & Pilanski 2014: 843; Kursivsetzungen im Original), so dass eine Verteilung der Daten auf der Variable „politische Orientierung“ bzw. „Ideology“ vorlag, die für statistische Analysen geeignet ist.

Sexuality-Pay-Gap: Arglistige Täuschung, Junk Science, DIW – kommt zusammen, was zusammen gehört?

Unglaublich.

Es ist wirklich unglaublich.

Zweierlei ist unglaublich.

Es ist unglaublich, wie es der Lobby von Schwulen und Lesben gelungen ist, ernsthafte und relevante Themen, wie z.B. die Auswirkung der Position in der Sozialstruktur auf die Lebenschancen und die Lebenserwartung fast vollkommen von der Agenda angeblich wissenschaftlicher Forschung zu verdrängen. Wen juckt es, dass Männer, die aus Arbeiterfamilien stammen und als Arbeiter jahrzehntelang ihr Auskommen erwirtschaften, eine deutlich geringer Lebenserwartung haben, als Angehörige der Mittelschicht? Wer interessiert sich dafür, dass der Anteil der Arbeiterkinder an Hochschulen auf niedrigem Niveau (rund 8%) rückläufig ist?

Kaum jemand.

Politiker sind mehr damit beschäftigt, Schwule- und Lesbenverbände zu hofieren als sich um soziale Probleme zu kümmern.

Und es ist unglaublich, was für einen Junk das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das inzwischen von Steuerzahlern finanziert wird, verbreitet, und am unglaublichsten ist es, dass man beim DIW nicht einmal mehr vor Täuschung zurückschreckt, wenn es darum geht, auf dem Bandwaggon derer mitzufahren, die auf Kosten der Allgemeinheit sich und LGB (Lesbian, Gay and Bi-Sexuals) noch besser stellen wollen.

Es beginnt heute, wie so oft, mit dem Hinweis eines Lesers auf einen Text in der Frankfurter Allgemeine, die sich immer mehr zum Trash-Blatt entwickelt. „Schwule haben geringeren Stundenlohn“ wird dort verkündet. Diese Weisheit hat der zuständige Redakteur wohl der Pressemeldung zu einer DIW-Studie entnommen, in der gezeigt worden sein soll, dass der Brutto-Stundenlohn, den Schwule erhalten, um 2,14 Euro geringer ausfällt, als der von heterosexuellen Männern. Ein neuer Pay-Gap, ein Sexuality Pay Gap, wie Martin Kroh, Simon Kühne, Christian Kipp und David Richter in ihrem Text „Einkommen, soziale Netzwerke, Lebenszufriedenheit: Lesen, Schwule und Bisexuelle in Deutschland“ schreiben, der im DIW-Wochenbericht Nr. 35 gerade erschienen ist. Das ist die Studie, auf die sich der Bericht in der FAZ bezieht.

Es ist eine Junk-Studie. Nein, Junk-Studie ist ein Begriff, der es nicht ganz trifft, denn die Autoren addieren noch die Täuschung der Leser zum üblichen Junk derartiger Studien.

Wenn wir Schlagzeilen lesen, die angebliche Erkenntnisse über Schwule oder Lesben thematisieren, dann hat dies immer dieselbe Frage zum Ergebnis: Wie ist es den Autoren gelungen, die notwendige Fallzahl zusammenzutragen, die man benötigt, um einigermaßen gesicherte Aussagen über Schwule und Lesben machen zu können? Denn: Wie Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Analyse über den angeblichen Zusammenhang zwischen Homosexualität und erhöhter Wahrscheinlichkeit eines Suizids ausführlich dargelegt hat: Schwule und Lesben sind in den normalen Bevölkerungsstichproben das, was man eine seltene Population nennt. In der Regel sind sie im Datensatz zu selten, um überhaupt Aussagen zu ermöglichen. Deshalb behelfen sich die meisten, die in diesem Gebiet forschen, durch einen Trick, um die Fallzahl zu erhöhen: Sie rechnen Bisexuelle zu Homosexuellen obwohl man sie mit demselben Recht auch Heterosexuellen zurechnen könnte. Aber Heterosexuelle gibt es in Bevölkerungsstichproben in ausreichender Zahl. Manipuliert werden muss die Zahl der Homosexuellen.

Diese gängige Täuschung benutzen auch Kroh et al. Ihre Ergebnisse beziehen sich zunächst auf das, was sie LGB nennen, Lesbian, Gay and Bi-sexuals. Auf diese Weise schaffen es die Autoren 459 homo- und bisexuelle Befragte im SOEP zu identifizieren. Den 459 homosexuellen und bisexuellen Befragten stehen 39.100 heterosexuelle Befragte gegenüber, was eine dermaßen schiefe Verteilung produziert, dass man schon mit den Grundzahlen Mühe haben wird, sinnvolle Ergebnisse zu errechnen.

Hier beginnen die Täuschungen, derer sich Kroh et al. bedienen, um ihren Ergebnissen eine Relevanz zuzuweisen, die sie nicht haben.

Denn: die 459 Befragten sind nur der Idealfall. In den einzelnen Analysen sind regelmäßig weniger als 459 Befragte enthalten, weil nicht alle Befragten zu allen Fragen Angaben machen. Wie viele es tatsächlich sind, das verschweigen die Autoren so lautstark, dass es einem wehtun muss, wenn man ihren Beitrag liest. So offen wird selten gegen wissenschaftliche Lauterkeit verstoßen wie in diesem DIW-Machwerk – insofern ist es wirklich besonderer Junk.

Die Autoren verheimlichen den Lesern auch die Aufschlüsselung der 459 Schwulen, Lesben und Bisexuellen auf die jeweilige Orientierung. Nach aller Erfahrung ist die Gruppe der Bisexuellen am stärksten besetzt, so dass kaum Befragte übrigbleiben dürften, wenn man Bisexuelle, eben weil sie sowohl homo- als auch heterosexuell sind, aus den Berechnungen ausschließen würde, wie es der wissenschaftlichen Lauterkeit entspräche. Da ist es schon wieder, dieses Wort, Lauterkeit…

Vergessen wir die Lauterkeit: Weiter im Text.
Wir haben gesagt, dass Kroh et al. die Leser über ihre geringe Fallzahl hinwegtäuschen. Das erfolgt so unbeholfen und so ungeschickt, dass man es kaum übersehen kann, dass man getäuscht werden soll, jedenfalls dann, wenn man Erfahrung im Umgang mit Daten hat.

Die Autoren benutzen auch Ergebnisse, die auf Basis des Mikrozensus errechnet wurden, z.B. Abbildung 2. Die Darstellung umfasst Anteile und absolute Zahlen.
Die Autoren verweisen auf Ergebnisse von Wissenschaftlern z.B. in Fußnote 19. Der Verweis umfasst die Angabe der Fallzahlen.
Aber immer dann, wenn die Autoren ihre eigenen Daten, die auf 459 vermutlich vornehmlich bisexuellen Befragten basieren, darstellen, fehlen die Angaben zur Fallzahl. Sie fehlen bei der Abbildung 1, bei Abbildung 3, bei Tabelle 1, bei Tabelle 2, bei Abbildung 4, bei Tabelle 3, bei Tabelle 4 und bei Tabelle 5.

Die Angabe der Grundgesamtheit der LGB zu unterlassen, die in die Anteile, die in eine Tabelle eingeflossen sind, münden, ist mit wissenschaftlicher Lauterkeit nicht zu vereinbaren. Es entspricht schon eher dem Versuch einer arglistigen Täuschung, um nicht zugestehen zu müssen, dass die eigenen Ergebnisse keinen Pfifferling wert sind, weil sie auf so wenigen Befragten basieren, dass einem die Tränen kommen. Thematisierte man die geringe Fallzahl, dann wäre dies natürlich der Verbreitung der eigenen Ergebnisse in den Zeitungen Deutschlands hinderlich. Redakteure springen auf Behauptungen wie: „Schwule haben geringeren Stundenlohn“, sie sprängen sicher nicht auf Aussagen wie: Die auf Grundlage von 25 schwulen Männern berechnete Stundenlöhne sind geringer als die Stundenlöhne heterosexueller Männer. Wir nehmen nicht an, dass die Berechnungen von Kroh et al. auf viel mehr als 25 schwulen Männern beruhen. Wer schon einmal – wie wir das mehrfach getan haben – mit dem SOEP gerechnet hat, weiß, wie schnell die Befragten zwischen den Wellen verschwinden… Dass Kroh et al. Schwierigkeiten hatten, genügend LGB-Befragte zusammen zu klauben, kann man auch einem kleinen technischen Satz entnehmen, über den der gemeine, statistisch ungebildete Redakteur hinwegliest, sofern er überhaupt liest:

„Da vermutet werden kann, dass sich insbesondere LGB-Befragte aufgrund befürchteter Ablehnung durch die Interviewer oder als Kritik an der Fragestellung dazu entscheiden, keine Angaben zu machen, wird für die Berechnung des Anteils von LGBs an der erwachsenen Bevölkerung ein Korrekturfaktor verwendet. Dieser versieht diejenigen mit einem höheren Gewicht, die über typische Eigenschaften der AntwortverweigererInnen verfügen. Dies gilt beispielsweise für ältere Personen, für Personen ohne PartnerIn im Haushalt oder für bestimmte Befragungsmethoden.“

Weil Kroh et al. etwas annehmen, was sie für plausibel halten, wir aber nicht, von dem sie aber in jedem Fall nicht wissen, ob es zutrifft, gewichten sie vorsichtshalber LGB höher als heterosexuelle Befragte. Von letzteren haben sie ja auch genug. Gewichtung ist ein prätentiöses Wort, hinter dem sich eine einfache Multiplikation verbirgt. In Deutsch: Im Datensatz von Kroh et al. werden Befragte, die von sich weder gesagt haben, dass sie schwul noch dass sie lesbisch oder bisexuell sind, dennoch als schwul, lesbisch oder bisexuell gezählt, und zwar dann, wenn sie sozialstrukturell den wenigen im Datensatz vorhandenen Schwulen, Lesben und Bisexuellen ähnlich sind. Dann werden sie mit einem Faktor, der größer als 1 ist, multipliziert. Auf diese Weise macht man aus wenigen LGB etwas mehr LGB-Befragte. Zu diesem Mittel nimmt man nur dann Zuflucht, wenn man mit den vorhandenen Daten ohne diese Form der Täuschung, vielleicht auch des Betrugs überhaupt nichts anfangen kann, weil die Fallzahl, die Kroh et al. ihren Lesern vorenthalten (siehe oben) zu gering ist.

Auf Grundlage einer nicht genannten Anzahl von homosexuellen Männern, die sie sich zusammengewichtet haben, wollen Kroh et al. dann Stundenlöhne berechnet haben und diese mit den Angaben heterosexueller Männer verglichen haben, wobei sich ein „Sexuality Pay Gap“ ergeben haben soll. Nun muss man wissen, dass die Anzahl der Antwortverweigerer bei Fragen, die sich auf das Verdienst beziehen, sehr hoch ist. Wir haben 459 Schwule, Lesen und Bisexuelle im Datensatz. Selbst bei der vollkommen unrealistischen Annahme einer Gleichverteilung, denn Bisexuelle sind immer deutlich häufiger als Schwule oder Lesben, ergeben sich nur 153 Schwule. Von diesen 153 Schwulen werden nochmals rund ein Drittel ausfallen, weil sie keine Angaben zu ihrem Gehalt gemacht haben, so dass die Ergebnisse auf maximal 100 befragten Schwulen basieren. Wie gesagt, das ist eine wohlwollende Rechnung. Die tatsächliche Befragtenzahl, auf die Kroh et al. ihre Ergebnisse stützen und die sie verheimlichen, dürfte deutlich darunter liegen. Auf dieses armselige Häuflein von Befragten gründen die Autoren ihre Behauptung, dass es in Deutschland ein Pay Gap gäbe, das zuungunsten von Homosexuellen besteht.

Das ist nicht nur lächerlich, es ist unlauter und grenzt an Betrug und der Verdacht einer arglistigen Täuschung scheint begründet, da die Autoren es penibel unterlassen, die Anzahl der Befragten, die sie in ihren jeweiligen Berechnungen berücksichtigen, anzugeben.

Derartigen Junk hätte man früher nicht für möglich gehalten. Wäre diese Junk-Studie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen, dann würde sich der Herausgeber vermutlich beeilen, den entsprechenden Artikel zurückzuziehen. Aber der Junk ist beim DIW erschienen, und vom DIW ist man in letzter Zeit viel Junk gewöhnt, viel zu viel Junk, als dass man die Berliner noch als Wissenschaftler ernstnehmen könnte. Deshalb erwarten wir nicht, dass man sich beim DIW von dieser Junk Studie distanziert.

Vielmehr steht zu erwarten, dass sich die Meute der ahnungslosen Journalisten, die es ja beileibe nicht nur bei der FAZ gibt, auf das Ergebnis stürzen wird, ist es doch geeignet, virtue signalling zu betreiben, sich als Guter auszugeben und Browny-Punkte dafür zu sammeln, dass man sich bei Lobbygruppen anbiedert, dass man sich mit Junk anbiedert ist nebensächlich.

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Bericht aus Bremen: Der neo-linke Rassismus

Unser Korrespondent aus Bremen, Dr. Dr. Marcus Ermler, hat uns einen neuen Bericht über die Bremer Folly geschickt, jenen Versuch der dort seit Jahren sich gegenseitig versorgenden Linken, ihre Langeweile und ihren Bevormundungsanspruch unter einen Hut zu bringen.

Der neueste Spleen, der unter Linken grassiert, ist dem Rassismus gewidmet, der nach Ansicht der LINKEN von Straßennamen ausgeht. Denn, so weiß man bei der LINKEN, wenn ein schwarzer Mensch an einem Straßenschild vorbeigeht, das den Namen „Lüderitz“ trägt, dann leidet dieser schwarze Mensch so sehr, dass er nicht weiterlaufen kann (Was übrigens voraussetzt, dass der durchschnittliche schwarze Mensch in Geschichte weit gebildeter ist als der durchschnittliche deutsche Mensch.). Auf ihre Art und Weise etablieren Linke derzeit eine weiße Überlegenheits-Ideologie, die bisherigen Formen von Rassismus in nichts nachsteht. Der Schwarze, der in den Augen seiner weißen linken Herrenmenschen zu unbeholfen ist, um ein eigenständiges und von ihnen nicht unterstütztes Leben zu führen, ist dabei dem Schwarzen gewichen, der seinem weißen Herren nach dessen Meinung auf der Entwicklungsleiter der Evolution unterlegen war. Insofern stellt der folgende Bericht aus der Bremer Bürgerschaft den neo-linken Rassismus dar, der zudem angetreten ist, die Geschichte umzuschreiben, eine Tätigkeit, die Linke immer gerne ausgeführt haben.

 

Liebe Wissenschaftler von ScienceFiles,

ich bin in Bremen mal wieder auf eine Perle linken Irrsinns gestoßen, bei der George Orwell vermutlich im Grab rotieren wird. Sein Ministerium für Wahrheit scheint dabei nämlich Vorbild gewesen zu sein: Revidieren wir die Vergangenheit und damit ihre Vermittler (Zeitungsartikel, Bücher, Filme, Denkmäler usw.), sodass die Partei des realexistierenden Sozialismus immer Recht hat. Denn bekanntlich gilt ja: „Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft“.

Worauf genau beziehe ich mich? Auf einen aktuellen Antrag der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft, in dem gefordert wird, Bremer Straßennamen zu entkolonialisieren. Hierbei beziehen sich die Antragsteller auf Straßen, die Namen von Bremer Kaufleuten oder deutschen Militärs tragen, die sich in der Kolonialzeit (in gängiger linker Interpretation) schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben. Wie üblich gilt: messe Menschen und ihre Taten, die vor über hundert Jahren begangen worden sind, nicht nach Maßstäben, die seinerzeit galten, sondern hebe dich auf das moralische Ross, und bewerte nach heutigen Maßstäben von Rassismus, Menschenrechten und Völkermord. Was sich notwendigerweise dazugesellt, ist die linke Variante des Ariernachweises: die von den Säuberungen tangierten historischen Persönlichkeiten müssen nachweisbar und zweifelsfrei Biodeutsche sein.

Doch der Reihe nach.

Beginnen wir mit der Einleitung des Antrags der LINKEN:

„Zahlreiche Straßen in Bremen sind eng mit der Kolonialgeschichte der Hansestadt verbunden und tragen die Namen von Tätern und Kolonialverbrechern. Insbesondere gegenüber den Nachfahren der Opfer von Kolonialismus und Rassismus stellt dies eine fortwährende Diskriminierung dar.“

Mich würde erstens interessieren, was genau ein „Täter der Kolonialgeschichte“ eigentlich ist!? Jemand, der nach Afrika ausgewandert ist, um mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen? Warum ist das hier negativ zu sehen? Die heutigen Migrationsbewegungen (Stichwort: Flüchtlingskrise 2015) sind für die Linkspartei doch sakrosankt und grundsätzlich gut. Darf man das etwa so verstehen: Migration Deutscher nach Afrika ist generell böse und ein Verbrechen, während die Migration von Afrikanern nach Deutschland gut und eine Bereicherung ist? Ist das nicht bereits Rassismus?

Wenn also Straßennamen Opfer von Kolonialismus und Rassismus „fortwährend diskriminieren“, darf ich als Deutscher dann auch fordern, dass die Franzosen alle ihre Straßen, die nach Napoleon benannt sind, augenblicklich umbenennen (wie bspw. die Route Napoléon)? Immerhin hat Napoleon uns auch zur Zeit des Rheinbundes die Glückseligkeiten der französischen Revolution aufoktroyiert. Vielleicht fühlt sich dadurch im heutigen Deutschland auch mancher diskriminiert, weil er Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht aufgezwungen bekommen will? Und was ist mit US-Amerikanern oder Indern? Müssten die nicht von der britischen Regierung fordern, dass alle Straßennamen (wie bspw. die Queen Victoria Street), die in Verbindung mit britischen Königen stehen, die zur Zeit des britischen Kolonialreiches in Nordamerika bzw. Indien herrschten, ebenso umbenannt werden, da ein US-Amerikaner bzw. Inder sich jederzeit bei einem Besuch in Großbritannien davon diskriminiert fühlen könnte?

Weiter im Text:

„Bremen war am deutschen Kolonialismus intensiv beteiligt und profitierte von der Ausbeutung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Der Bremer Kaufmann Alfred Lüderitz erwarb mit einem unlauteren Vertrag 1884 das heutige Namibia, auf dessen Gebiet der deutsche Generalleutnant Lothar von Trotha 1904 den Befehl zum Völkermord an, den Herero und Nama gab.“

Interessanterweise scheint sich der gesamte Antrag nur auf Namibia zu beziehen. Von anderen ehemaligen deutschen Kolonien wissen die Antragsteller entweder nichts, oder sie haben nichts gefunden, bei dem der linke Ariernachweis eine positive Antwort ergibt. Aber in einem hat die Linksfraktion Recht: In der Tat, die Weltgeschichte quillt über von solchen Brutalitäten, die unzählige Menschen in die Sklaverei geführt und gar das Leben gekostet hat. Die Briten haben ihre amerikanischen Kolonien ausgebeutet, die Römer halb Europa einschließlich Teilen Germaniens erobert, das Osmanische Reich hat sich an Osteuropa bis vor die Tore Wiens bereichert, und wer weiß schon heute noch genau, wen Inkas und Mayas so alles in Süd- und Mittelamerika versklavt, vernichtet und ausgerottet haben? Was haben Assyrer, Perser, Makedonier oder Ägypter nicht vor Jahrtausenden mit den umliegenden Völkern so alles gemacht? Und denken wir daran, wer sich in Osteuropa so alles „freiwillig“ von der Sowjetunion einverleiben ließ? Ganz zu schweigen vom Umgang der Sowjetunion mit ethnischen Minderheiten z.B. den Tungusen.

Wenn man dies weiterdenkt, wird einem die Eindimensionalität und Befangenheit dieses Antrags offenkundig: wenn man historisch kontaminierte Straßennamen bereinigen wollte, warum bei deutschen Kolonialverbrechern halt machen? Dann bleibt aber meine Frage: Bei welcher Zeitepoche bzw. welchen historischen Persönlichkeiten ziehen wir eine Grenze und warum? Sind die Taten der Kommunisten (Stalinistische Säuberungen, Kulturrevolution usw.) weniger schlimm, weil es die vermeintlich „Guten“ waren? Sind die Verbrechen der Römer zu lange her? Sind die Mayas und Inkas nicht die Vorfahren von später kolonialisierten Völkern und daher frei von jeder Schuld? [Das genau würden die LINKEN vermutlich behaupten.]

Und warum nur Straßennamen revidieren? Was ist mit Denkmälern und Gebäuden? Wussten Sie, dass auf dem Campus der Universität Bremen eine Statue von Simón Bolívar steht, den man je nach Lesart entweder als Befreier Lateinamerikas vom spanischen Kolonialjoch oder menschenschlächtenden Diktator sehen kann? Warum nicht auch diese Statue entfernen? Wäre es dann nicht auch konsequent, beispielsweise die Porta Nigra in Trier aufgrund der Kriege des römischen Reiches gegen germanische Stämme, Machu Picchu, das an die Verbrechen der Inka erinnert, oder die Moskauer Metro, Stalins Lieblingskind, abzureißen und durch neutrale Bauwerke zu ersetzen?

Wie gut ist es aber, dass sich Bremen seiner kolonialen Vergangenheit bewusst ist und die Bremische Bürgerschaft bereits 2016 gehandelt hat. Das scheint sogar die Linkspartei mitbekommen zu haben:

„Im Februar 2016 hat die Bremische Bürgerschaft den Antrag ‘Bremisches Erinnerungskonzept Kolonialismus‘ beschlossen und damit ein Signal gesendet, dass es sich seiner kolonialen Vergangenheit stellen möchte.“

Doch das ist der Linksfraktion noch nicht genug: sich auch weiterhin an Aspekte deutschen Kolonialismus zu erinnern, ist generell gefährlich. „White Supremacy“ muss schließlich überall bekämpft und ausradiert werden, selbst in der Vergangenheit. Da muss also das Wahrheitsministerium eingreifen, um aus einem Erinnerungskonzept ein Auslöschungskonzept zu machen: Deutscher Kolonialismus war grundsätzlich böse, und mehr gibt es dazu nicht zu sagen! So steht es auch weiter im Text:

„Eine konsequente und verantwortungsvolle Aufarbeitung der Kolonialgeschichte beinhaltet a u c h e i n e Entkolonialisierung des Bremer Stadtraums und der entsprechenden charakteristischen Straßennamen. Straßen, die Nachtigal, Lüderitz, Vogelsang oder HedwigHeyl ehren, sollten der Vergangenheit angehören.“

Erschreckenderweise ist die Linksfraktion nicht allein in ihrem Vorhaben Orwellscher Prägung, die Macht auf die Geschichte ausüben zu wollen. Unterstützung erfahren sie im kunterbunten Bremen von einer Vielzahl lokaler Organisationen wie „Decolonize Bremen“ oder dem Bremer Flüchtlingsrat:

„Dies fordern seit langem auch die vielen Initiativen und Organisationen, die sich in Bremen für eine Dekolonisierung und angemessene Erinnerungskultur einsetzen. Straßenumbenennungen können als ein Beitrag zur Aufarbeitung der Verbrechen des deutschen Kolonialismus verstanden werden.“

Das sind übrigens die gleichen Menschen, Organisationen und Parteien, die Wirtschaftsmigranten zu Flüchtlingen umtaufen, die die Überwachung von Grenzen als unmöglich und menschenverachtend deklarieren und die aus jedem Kritiker an dieser Politik ein rassistisches und sexistisches Nazi-Dreckschwein machen. Diese Menschen, die es mit Fakten und der Realität so genau nehmen wie das „Miniwahr“ nun darüber bestimmen zu lassen, wie man sich angemessen erinnert, ist auf der einen Seite bezeichnend für die Linkspartei, sollte uns aber andererseits Anlass zur Sorge geben.

Im Grunde, und da wird der Antrag dann endlich einmal ehrlich, geht es auch vordergründig gar nicht um die deutsche Kolonialgeschichte, darin involvierte Bremer Kaufleute und deutsche Generäle oder Verbrechen in Namibia, sondern um den Rassismus, der dem deutschen Volk inhärent zu sein scheint (von letzterem auszugehen, ist selbst Rassismus!):

„Außerdem können darüber Debatten über Kontinuitäten kolonialer und rassistischer Sichtweisen in der politischen und gesellschaftlichen Gegenwart angestoßen werden […] und hierbei [sind] insbesondere auch aktiv Selbstorganisationen afrikanischer und schwarzer Menschen mit einzubeziehen.“

D.S.W.Afrika
Eingeborene

Es geht der Linksfraktion also um biodeutschen Rassismus gegen afrikanische und schwarze Menschen im heutigen Deutschland! Wo genau ist da der Bezug zum Kolonialismus? Wie viele der heute in Deutschland lebenden Menschen mit einem afrikanischen Migrationshintergrund oder schwarzer Hautfarbe stammen selbst aus einer ehemaligen deutschen Kolonie bzw. hatte Vorfahren, die zur Zeit der Kolonialzeit ins Deutsche Kaiserreich migriert sind? Ist es nicht so, dass eine Vielzahl der Afrikaner erst in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland gekommen ist und viele schwarze Deutsche Nachfahren ehemaliger US-Soldaten sind? Warum sollte man dann Organisationen, in denen sich Afrikaner zusammenschließen, die keinen Bezug zur deutschen Kolonialgeschichte haben, in die Debatte einschließen? Und überhaupt: ist es nicht rassistisch, einfach „die Afrikaner“ einzubeziehen? Es gibt doch die unterschiedlichsten Völker, Kulturen und Länder in Afrika, die keineswegs eine friedliche Koexistenz miteinander gepflegt haben. Namibia ist nur eines davon. Was haben Menschen aus Somalia zum Thema Kolonialismus in Namibia genau beizutragen? Und was haben Kinder und Enkelkinder USamerikanischer Soldaten mit der deutschen Kolonialgeschichte zu tun?

Wie wir sehen hat der ganze Antrag nichts mit einer Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte zu tun, die, und auch das scheint der Linkspartei gänzlich unbekannt zu sein, von Forschen an Universitäten (sogar Deutschen!) wissenschaftlich untersucht und analysiert wird. Wohl aber nicht so, wie es die Linkspartei gerne hätte. Es geht hier also wieder um das ewige Lied von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, einer Platte, die die Linkspartei bei jeder Gelegenheit und jedem Anlass auflegt, um ihre moralische Überlegenheit über das biodeutsche Pack zum Ausdruck zu bringen. Die Avantgarde des Proletariats schreitet voran und sie nutzt alle Mittel aus Orwells berühmtem Roman, um ihre Ziele zu erreichen.

Vielleicht handeln die Antragsteller auch nur gemäß ihren historischen kommunistischen Vorbildern. Erinnern wir uns: Nach der Oktoberrevolution 1917 und der revolutionären Umgestaltung des zaristischen Rußland zur Sowjetunion war die Auslöschung von Religion, hierbei insbesondere der Russisch-Orthodoxen-Kirchen, ihrer Lehren, Priester, Anhänger und Sakralbauten einer der elementaren Bestandteile der kommunistischen Ideologie (du darfst keinen Gott neben Marx haben!). Von der Zerstörung jahrhundertealter Klöster über die Vernichtung von Reliquien bis zur physischen Vernichtung von orthodoxen Christen und Priestern enthielt die Palette sowjetischer Geschichtsglättung alle Elemente, die auch Orwell im Sinn hatte.

Wer heute aus offensichtlich ideologischen Gründen, ohne Interesse an einer tatsächlichen wissenschaftlichen Aufarbeitung der historischen Hintergründe, nach der Umbenennung von Straßennamen ruft, fordert morgen den Abriss von Denkmälern, die Zerstörung historischer Bauten und schließlich das Verbrennen ihm nicht genehmer Bücher und Menschen. Und dies alles nur für das eine, fragwürdige Ziel: „Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft“.

Herzliche Grüße,
Dr. Dr. Marcus Ermler

TU-Braunschweig wird von Kreationisten, Feiglingen und Gender-Mafia geleitet

Im Folgenden geben wir wieder, was Prof. Dr. Ulrich Kutschera an der TU-Braunschweig widerfahren ist. Gäbe es ein deutsches Hochschulranking, mit dem das Ausmaß an Meinungsfreiheit zum Ausdruck gebracht wird, die TU-Braunschweig wäre ganz unten zu finden, denn dort herrscht keine Meinungsfreiheit. Dort herrschen Kreationisten, wie man annehmen muss, da die Verantwortlichen der TU-Braunschweig die Thesen von Ulrich Kutschera ablehnen. Kutschera ist ein Vertreter der Evolutionstheorie, ein international renommierter Vertreter der Evolutionstheorie und diejenigen, die die Evolutionstheorie ablehnen, weil sie denken, die Welt sei nach Noah und von Gott vor ein paar Tausend Jahren geschaffen worden, sind Kreationisten. Entsprechend muss man annehmen, dass an der TU-Braunschweig Kreationisten die Zügel in der Hand halten.

Ebenso muss man annehmen, dass an der TU-Braunschweig Feigheit kultiviert wird, denn über mehrere Monate hat sich niemand der ansonsten so lautstark auftretenden Genderisten bereit gefunden, um mit Ulrich Kutschera zu diskutieren. Die Diskussion mit Kutschera sollte doch dann, wenn er so unwissenschaftlich ist, wie die Genderisten so vollmundig behaupten, ein Leichtes sein. Dass sie zu feige sind, sich einer entsprechenden Diskussion zu stellen, zeigt, dass sie zwar mit vollem Mund reden, so lange niemand, über den sie sich auslassen, in der Nähe ist, sobald sie aber Farbe bekennen und demjenigen, den sie diffamieren, gegenübertreten müssten, mit Argumenten gegenübertreten, reagieren sie mit vollen Hosen.

Dass an der TU-Braunschweig die Gender-Mafia wirkt, zeigt sich daran, dass eine Philosophieprofessorin, der sich bereit erklärt hat, die Pro-Gender Position in einer Diskussion mit Ulrich Kutschera zu vertreten, von der Gleichstellungsbeauftragten so unter Druck gesetzt wurde, dass sie ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt hat.

Deutschland 2017. Wer ein Beispiel dafür benötigt, wie totalitäre Lehren wie Genderismus Freiheit, Erkenntnis und damit Wissenschaft unterbinden, der kann das Beispiel der TU-Braunschweig jederzeit zitieren. Wir zitieren im Folgenden, was uns von Ulrich Kutschera übermittelt wurde und verlinken im Anschluss zwei Videos eines Vortrags, den ein Evolutionsbiologe und damit ein Wissenschaftler an einer Stätte, an der Kreationisten und Genderisten Erkenntnis verhindern wollen, dennoch gehalten hat.

“Am 15. Mai 2017 hielt Prof. Dr. Ulrich Kutschera im Haus der Wissenschaft, Braunschweig (Kolleg 88) im Rahmen der Reihe „Materie und Geist – Gender oder Genetik“ einen öffentlichen Vortrag, Gesamtdauer ca. 60 Minuten. Unter dem Titel „Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen“ wurden die Kapitel 1 bis 10 des 2016 erschienenen Fachbuchs vorgestellt und aufgezeichnet. Kamera/Schnitt: Gerwin Bärecke, Regionalfernsehen TV38

Der Organisatorin, Frau Birgit Sonnek, wurde von der Universität untersagt, für Ankündigungen das Logo der TU Braunschweig zu verwenden. Ort des Vortrages war die Aula dieser Hochschule. In einer Stellungnahme im Magazin Campus vom 15. Mai 2017 hat sich die TU Braunschweig öffentlich vom Referenten Professor Ulrich Kutschera distanziert. Begründung: „Nur wissenschaftlich fundierte Thesen sind akzeptabel. Die Debatte muss sachlich, offen, konstruktiv und wertschätzend sein.“

Beurteilen Sie den Vortrag, Teile 1 und 2 – Kapitel 1 bis 10, nach diesen Kriterien!

Inhalte: Was ist Sex?, Gender-Ideologie, Leihmutter-Menschenzucht, Gender Studies, Schopenhauer-Darwin, Kreative Frauen usw.

Produktion: August 2017. Texte, Grafiken, Design & Musik: Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel/Stanford, USA, unter Mitwirkung von Petra Bock, Lars Börje Vormstein (Universität Kassel), Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie (www.evolutionsbiologen.de).

Video-Musik: U. Kutschera – Piano & Synth.-Music, CD-San Francisco Bay – Track 8, www.uvasonar.de/pool/comp/ukutschera. Copyright: U. Kutschera, Universität Kassel/Stanford CA, USA, 2017;

Teil 1:

Teil 2:

 

 

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