What Matters? Black Lives or what?

Das US-News-Outlet Babylon Bee hat einen Brief der Association of Nihilists veröffentlicht.
Einen wichtigen Brief.

Einen unterstützenden Brief, denn natürlich hat der Brief “Black Lives Matter”, das Motto auf Welttournee, das allen an Demonstrationen Teilnehmenden nicht nur Erlösung und Selbstfindung, sondern auch Coronavirus verspricht, zum Gegenstand.

Der Brief der Association of Nihilists wirft, wie es bei Nihilisten nun einmal so ist, grundlegende Fragen darüber aus, was wirklich “matters”, was wirklich zählt.

Nichts zählt, weil alles ohne Bedeutung, sinnlos ist, so die Association in ihrem Kondolenzschreiben an Ladenbesitzer von Portland bis Berlin.

Die Frage, was zählt, die natürlich nichts anderes ist als die Frage nach dem Sinn des Lebens, eine Frage, die Philosophen seit Jahrtausenden bewegt, ohne dass Bewegung in die Frage gekommen wäre, lässt auch uns nicht los. Was zählt? Was gibt dem Leben Sinn. Demonstrieren, nein, das nutzt sich ab, wie alles, was Menschen Befriedigung verschafft. Heute ist man noch der Held, der mit 9998 anderen Helden eine Straße entlang gelaufen ist und sich gut gefühlt hat. Morgen schon kommen erste Zweifel. Bin ich wirklich ein Held? Bin ich nicht viel eher ein Mitläufer?

Solche störende Fragen können entweder durch neue größere Taten, die die eigene Relevanz (im Kreis von 9.999 anderen, damit man nicht so auffällt) kurzzeitig zu belegen vermögen, bekämpft werden oder zu einer tiefgreifenden Sinnkrise führen, ausgelöst von der Erkenntnis, dass man selbst nicht wirklich etwas zählt (oder wer hätte bemerkt, dass Leon gefehlt hat?).

Um dieser Sinnkrise vorzubeugen, haben wir Antworten auf die Frage nach “what matters” gesucht, die wir nicht nur als grundlegende Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens, sondern als Frage danach, welchen Unterschied man macht, falls man einen macht, interpretiert haben. Nun wollen wir unsere Leser nicht mit existentialistischen Erörterungen über “L’ètre et le néant” langweilen, die, ob der damit verbundenen Erkenntnis, sich auf die Selbstmordrate auswirken können, nein, wir haben ein leichteres Programm und uns bei denen, umgesehen, die mit denen, die derzeit auf europäischen Straßen die Sinnlosigkeit ihrer Existenz dokumentieren, nichts gemein haben, da sie zumindest fragen, “what matters”.

Beginnen wir damit, zum Kern der Sache (The heart of the Matter) vorzudringen: Don Henley.

Forgiveness / Vergebung ist für Don Henley “the heart of the matter”.
Widerspruch.

Alles ist eine “Matter of Trust” / eine Frage des Vertrauens: Billy Joel.

Damit könnte man leben, gäbe es nicht Duran Duran, die die Revolution der Vernunft, die Billy Joel starten wollte, dadurch torpedieren, dass sie alles zu einer Matter of Feeling erklären:

Das Bemerkenswerte an der Suche nach Sinn, die Duran Duran vorschlagen: Sie ist das Gegenteil, von dem, was Jugendliche heute praktizieren: “How does it feel, when everyone surrounds you? How do you deal, Do crowds make you feel lonely? What do you say?” Ja: Meide die Masse und lebe Dein eigenes Leben. Ein Hinweis, wie geschaffen für eine Zeit im Zeichen von Coronaviren. Indes kommt mit der Einsamkeit und der Verantwortung für das eigene Leben die Frage, sie ahnen es schon: What matters.

Sucht man nach Antworten, findet man Widersprüche:
“Money don’t Matter”, singen Status Quo, die bekanntlich umsonst aufgetreten sind. Randy Newmann hat mehr Lebenserfahrung und weniger Rock. Er hält mit “It’s Money that Matters” dagegen.



What Matters (außer Black Lives)? Guter Rat scheint teuer, zumal Defätisten wie Steve Seagulls der Ansicht sind “Nothing else Matters” (als was, das ist die Frage, die nur der Liedtext beantworten kann, Black Lives sind es nicht …)

Steve Seagulls stehen nicht alleine mit ihrer Ansicht. Sie haben so schwergewichtige Unterstützer wie Lionel Richie und Metallica.



Was also matters?
ABC haben eine Liste zusammengestellt mit allem, was matters:

Der Haken dabei. Alles, was matters ist “you”, wer dieser “you” ist, ob er schwarz ist, weil ja Black Lives Matter, oder nicht, die entscheidende Frage, bleibt unbeantwortet, kein Wunder, dass America resigniert feststellen: Was soll’s (What does it matter?).

Das ist alles nicht wirklich hilfreich, wenn man herausfinden will, was matters. Unqualifizierte Eingesänge wie der der Human League “Love is all that matters”, helfen nicht wirklich weiter. Der Hinweis, dass man mit Liebe nicht weit kommt, wenn man nichts zu beißen hat, erledigt den Pathos.

Zeit für Vernunft: Mind over Matter – oder? Ein Lied voller Zweifel… Aber Zweifel, die Fähigkeit, zu zweifeln: Einer kleiner Schritt für Erwachsene, ein großer Schritt für Kinder.

Wie so oft kommt die Antwort auf die wirklich drängenden Fragen dieser Zeit aus Wales.
Tom Jones hat sie gegeben.
Wie sie lautet?
Selber denken: It’s just a matter of time, bis selbständiges Denken einen Sinn für das eigene Leben zu konstituieren weiß, sich an Moden anzuhängen, für Ismen zu demonstrieren und sich für jemanden echauffieren, den man nicht kennt und nicht mehr kennenlernen kann, das ist es aber mit Sicherheit nicht.


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