Wie erklären Sie sich normalerweise die Dinge? – Vorsicht vor einem pessimistischen Erklärungsstil!

Täglich erfahren wir Neuigkeiten, hören von Ereignissen, bekommen die Darstellungen und Interpretationen anderer Leute für bestimmte Ereignisse oder Zustände zu hören. Viele nehmen wir als solche einfach so hin, z.B. Neuigkeiten der Art: „Hast Du gehört, dass sich Frau Brehmers Nichte und ihr Mann scheiden lassen wollen?“.

Credits: Fran Orford

Für andere suchen wir professionell bedingt, aus eigener Betroffenheit oder einfach aus (wie auch immer gearteten besonderem) persönlichem Interesse Erklärungen. So dürften sich die meisten von uns fragen, was die Ursache für Übersterblichkeit ist, wenn wir mit einem Bericht über Übersterblichkeit konfrontiert sind, die Ursache für die Entwicklung der Inflationsrate, wenn wir einen Bericht über Inflation hören, warum keine Friedensverhandlungen aufgenommen werden angesichts nicht enden wollender Berichte und Bilder von militärischen Auseinandersetzungen bzw. Kriegsopfern, etc.

Wir tun unser Bestes, uns die Dinge auf der Basis unseres Fakten- und Erfahrungswissens zu erklären, oder meinen zumindest, diesbezüglich unser Bestes zu tun. Dabei sind wir uns oft selbst nicht bewusst darüber, dass wir einen gewohnheitsmäßigen Erklärungsstil haben, der (u.a.) beeinflusst, welche Fakten und Erfahrungen wir dabei erinnern und zur Grundlage für unseren Erklärungsentwurf nehmen. Einen gewohnheitsmäßigen Erklärungsstil zu haben, bedeutet, eine Tendenz dazu zu haben, ähnliche Erklärungen für verschiedene Dinge/Ereignisse/Entwicklungen vorzubringen (Peterson et al. 2009: 1) unabhängig von ihrem jeweiligen Inhalt.

„Ähnlich“ erklärt sich jemand z.B. die Entwicklung der Inflationsrate und der Übersterblichkeit, wenn er sie beide als extern verursacht ansieht, also sich selbst keine Rolle bei ihrer Entwicklung zuschreibt, wenn er sie beide für vergleichsweise kurzfristige und bald vorübergehende Phänomene ansieht oder er von beiden meint, dass sie nur bestimmte Personengruppen oder Bereiche betreffen. In diesem Beispiel sind die drei Dimensionen angesprochen, die normalweise berücksichtigt werden, wenn es darum geht, Erklärungsstile zu identifizieren. Sie können in Frageform wie folgt beschrieben werden:

  • (1) Wird die Ursache für etwas extern (also in anderen Personen oder der Umwelt) oder intern (d.h. bei der eigenen Person) gesucht?
  • (2) Wird die Ursache als stabil bzw. anhaltend angesehen oder als instabil oder vorübergehend?
  • (3) Wird die Ursache als eine globale angesehen, d.h. als etwas betrachtet, das für viele verschiedene Dinge in verschiedenen Lebensbereichen verantwortlich ist, oder als eine spezifische, die eine spezielles Ereignis oder eine spezielle Entwicklung bzw. Phänomene in einem bestimmten Bereich erklärt?

Was das bedeutet, kann man sich an einem Beispiel veranschaulichen, das dem Lehrbuch „Social Psychology“ von Brehm und Kassin (1996: 535) entnommen ist: Ein junger Mann erfährt von seiner Freundin, dass sie die Beziehung beenden will. Er hat verschiedene Möglichkeiten, sich diese Entscheidung seiner Freundin zu erklären. Er kann meinen, er sei einfach irgendwie beziehungsunfähig oder einfach nicht liebenswert. In diesem Fall betrachtet er die Ursache als intern, d.h. in der eigenen Person liegend. Oder er kann meinen, dass seine Freundin eine unstete Person sei oder einfach Abwechslung brauche oder ihrerseits unfähig zu einer ernsthaften oder dauerhaften Beziehung sei oder dass sie den Verführungskünsten eines anderen Mannes zum Opfer gefallen sei. In allen diesen Fällen verortet er die Ursache extern, sieht sie bei anderen Personen oder in seiner Umwelt gelegen. Vielleicht nimmt er die Entscheidung der Freundin resigniert hin und betrachtet sie als ein weiteres Dokument dafür, dass ihn sowieso niemand gern hat. In diesem Fall würde man von einem „globalen“, einem umfassenden, weit über den zu erklärenden Fall hinausgehend, erklärenden Entwurf sprechen. Und vielleicht betrachtet er die Entscheidung der Freundin als vorhersehbares Ereignis in der Kette seiner vorhergehenden Beziehungen, deren Nicht-Mehr-Existenz er als Ausdruck dafür ansieht, dass sein Liebesleben immer in Schwierigkeiten ist und wahrscheinlich immer sein wird, was formal einer Attribuierung auf eine stabile Ursache entsprechen würde.

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Das Beispiel vom jungen Mann, dessen Freundin ihm mitteilt, die Beziehung zu beenden, hat wahrscheinlich schon die Vermutung nahegelegt, dass die drei Dimensionen nicht gänzlich unabhängig voneinander sind: Wenn man sich selbst für nicht liebenswert hält (interne Attribuierung), dann wundert man sich vielleicht nicht darüber, dass niemand einen wirklich gern hat (globale Attribuierung), und interpretiert vergangene und aktuelle Beziehungsschwierigkeiten als Indikatoren eines stabilen Zustandes, einer dauerhaften Unfähigkeit zu einer dauerhaften, befreidigenden Beziehung.

Ein (solcher) Erklärungsstil, der auf internen, globalen und stabilen Zuschreibungen bezüglich der Ursache(n) für negative Ereignisse oder Entwicklungen beruht, wird in der (sozial-/)psychologischen Literatur als pessimistischer Erklärungsstil und manchmal als depressiver Erklärungsstil bezeichnet, weil er bei demjenigen, der ihn hat, dazu führen kann, dass er zu der allgemeinen Einstellung kommt, dass er selbst ja ohnehin nichts an der Situation ändern, das Ereignis beeinflussen könne oder anders gesagt: er Hilflosigkeit regelrecht erlernt und kultiviert, eigene Bemühungen einstellt und einen niedrigen Selbstwert entwickelt. Das ist das sogenannte Modell von Depression durch erlernte Hilflosigkeit (Abramson et al. 1978; Maier & Seligman 1976; Seligman 1975; Seligman et al. 1979). Es gibt empirische Hinweise darauf, dass sich ein pessimistischer bzw. depressiver Erklärungsstil vor allem durch stabile und globale Zuschreibung von Ursachen auszeichnet, während die interne Zuschreibung von Ursachen weniger wichtig ist (Bunce & Peterson 1997).

Und wie verhält es sich mit der Erklärung positiver Ereignisse/Entwicklungen?
Wie fügen sie sich in einen pessimistischen Erklärungsstil ein?

Peteron et al. (2009: 14) halten fest, dass im Rahmen eines pessimistischen Erklärungsstils positive Ereignisse/Entwicklungen tendenziell (aber durchaus nicht immer) auf externe, spezifische und instabile Ursachen zurückgeführt werden. Wenn positive Ereignisse/Entwicklungen extern, spezifisch und instabil, also auf allen drei Dimensionen im Gegensatz zu negativen Ereignisse/Entwicklungen erklärt werden, dann können positive Ereignisse/Entwicklungen nicht als Korrektiv für den üblichen pessimistischen Erklärungsstil für negative Ereignisse dienen, denn dann gibt es von vornherein ja kein positives Ereignis/keine positive Entwicklung, deren Ursachen intern oder global oder stabil sein könnten. Und damit ist ausgeschlossen, dass jemand die Erfahrung macht, dass sowohl negative als auch positive Ereignisse/Entwicklungen intern, global oder stabil (oder extern, spezifisch oder instabil) verursacht sein können. Jemand mit einem pessimistischen Erklärungsstil schließt sich eben durch seinen Erklärungsstil von dieser Erfahrung selbst aus.

Sweeney et al. (1986) haben auf der Basis einer Zusammenschau der Ergebnisse von 104 Studien einen klaren und starken Zusammenhang zwischen einem pessimistischen Erklärungsstil für negative Ereignisse/Entwicklungen und Depression festgestellt, wobei man im Prinzip nach der Richtung der Kausalität fragen kann, denn es ist möglich, dass Depression anders als durch den gewohnheitsmäßigen pessimistischen Erklärungsstil verursacht ist, aber ihrerseits für die Entwicklung eines pessimistisches Erklärungsstils verantwortlich ist:

„For negative events, attributions to internal, stable, and global causes had a reliable and significant association with depression. Studies in which the attribution factors of ability and luck were measured also showed a reliable association with depression. For positive events, attributions to external, unstable, and specific causes were associated with depression“ (Sweeney et al. 1986: 974).
„Für negative Ereignisse hatten Zuschreibungen zu internen, stabilen und globalen Ursachen einen zuverlässigen und signifikanten Zusammenhang mit Depressionen … Für positive Ereignisse waren Zuschreibungen zu externen, instabilen und spezifischen Ursachen mit Depressionen verbunden“ (Sweeney et al. 1986: 974).

und zwar weitgehend unabhängig von einer Reihe möglicher intervenierender Variablen wie z.B. der Realität oder Fiktivität des zu erklärenden Ereignisses, dem Fachbereich, wenn eine Studie unter Studierenden durchgeführt wurde, und dem verwendeten Instrument zur Messung von Depression oder Erklärungsstil (Sweeney et al. 1986: 974), denn es gibt eine Reihe von verschiedenen Instrumenten zur Messung von Depression, aber auch zur Messung von Erklärungsstilen, wie z.B. demjenigen von Peterson et al. (1982), aus dem das folgende Beispiel stammt:

Quelle: Peterson et al. 1982: 292

Im Interesse der eigenen mentalen Gesundheit sollte man sich also gerade im Zusammenhang mit negativen Ereignissen oder Entwicklungen selbst fragen, wie man sie sich erklärt bzw. ob man sie als intern verursacht, global und stabil betrachtet, und worauf genau man ggf. seine Zuschreibung von Ursachen als intern veursacht, global und stabil stützt. Man mag als älterer Mensch geneigt sein, diese Frage schlicht mit „Lebenserfahrung“ zu beantworten, aber dann sollte man sich weiterfragen, an welche Erfahrungen genau man in diesem Zusammenhang denkt, und ob man nicht bestimmte andere, widersprechende, Erfahrungen unbeachtet lässt oder schlichtweg für weniger relevant oder für Ausnahmen erklärt, obwohl sie dies vielleicht nicht sind. Man sollte sich fragen, seit wann man die Tendenz zu pessimistischen Erklärungen hat und ob man sich nicht während dieses Zeitraums systematisch selbst von widersprechenden Erfahrungen ausgeschlossen hat.

Wer z.B. keine Petitionen unterschreibt, an keiner Demonstration teilnimmt, nicht wählen geht, seine Überzeugungen seinen Mitmenschen nicht mitteilt, weil man ja nur ein „kleines Licht“ sei, nichts an den festgefahrenen Strukturen ändern könne, von den sogenannten „Eliten“ ohnehin entweder ignoriert oder negativ betitelt werde, die meisten Mitmenschen ja sowie desinteressiert oder unverständig seien, das alles nichts an den bestehenden Verhältnissen ändern könne u.ä.m., der kann nicht feststellen, ob oder inwieweit er damit (vielleicht noch) Recht hat.

Ein pessimistischer Erklärungsstil hat deshalb die Eigenschaft, sich zu verfestigen. Wenn man ihn bei sich feststellt, tut man gut daran, ihm bewusst probeweise einen optimistischen Erklärungsstil entgegenzusetzen, der von negativen Ereignissen/Entwicklungen annimmt, ihre Ursachen seien instabil, d.h. nicht dauerhaft bzw. veränderlich bzw. veränderbar, und bereichsspezifisch, nicht umfassend.

Ist man z.B. mit Berichten über die Korruption von Gesundheitsbehörden konfrontiert, sollte man sich klar machen, dass das nicht automatisch bedeutet, dass alle Behörden (gleichermaßen) korrupt sein müssten, bzw. welche guten Gründe man dafür hat, just dies zu vermuten. Und man kann sich fragen, welche belastbaren Belege man tatsächlich dafür hat, dass zumindest einige andere, wenn nicht alle, Behörden (gleichermaßen) korrupt sind. Von positiven Ereignissen/Entwicklungen nimmt man im Rahmen eines optimistischen Erklärungsstiles an, dass es sich bei ihnen nicht bloß um Ausnahmefälle handelt oder handeln muss, sondern dass sie wiederholt oder gar systematisch und in anderen Bereichen auftreten können.

Welche guten Gründe oder Belege hat man tatsächlich dafür, dass dies nicht der Fall sein kann?

Es geht hier nicht darum, dass man sich etwas einreden soll, was einem nicht glaubwürdig oder überzeugend vorkommt, oder prinzipiell und ggf. gegen vorhandene Indikatoren das Bestmögliche annehmen soll, sondern darum, sich zu fragen, wie glaubwürdig oder überzeugend eine pessimistische Erklärung in einem konkreten Fall tatsächlich ist. Häufig basiert ein pessimistischer Erklärungsstil nach meiner Beobachtung auf der Neigung zu falschen Verallgemeinerungen der Art: „Diese Petition wird nichts bringen; Petitionen haben noch nie etwas gebracht“, oder „Boykott bringt nichts; offene Briefe und Petitionen haben bislang ja auch nichts genutzt“. Selbst, wenn dies alles zutreffen und in einem inneren, systematischen Zusammenhang stehen sollte, der bislang verhindert haben sollte, dass Bürgerinitiativen irgendeiner Art zu Veränderungen geführt haben, ist nicht ausgeschlossen, dass die nächste eine Veränderung herbeiführen wird  wie uns u.a. „tipping point“-Modelle oder „critical point“-Modell gelehrt haben sollten (s. z.B. Bell 1985-1986; Huckfeldt 1980; Reiter & Samuel 1980; Schelling 1969; Zhang 2011).

Dabei, einen pessimistischen Erklärungsstil abzubauen und einen optimistischen aufzubauen, geht es also nicht um Selbsttäuschung oder Flucht hinter rosarote Brillengläser, sondern vor allem darum, sich nicht selbst die Erfahrung zu verunmöglichen, dass sich pessimistische Interpretationen oder Vorhersagen als falsch erweisen können. Dies bewahrt einen nicht nur vor mentalen Problemen und erhöht das subjektive Wohlbefinden bei älteren Menschen im Krankheitsfall (Bennett & Elliot 2005; Engberg et al. 2013; Rozanski et al. 2019), sondern steht anscheinend auch in einem positiven Zusammenhang mit Informiertheit und Initiative (Lee et al. 2014).

Wenn Sie also demnächst wieder geneigt sind, Ereignisse/Entwicklungen pessimistisch zu erklären, also globale und stabile Ursachen für sie anzunehmen, dann nehmen Sie sich die Zeit, sich zu fragen, wie gut die Belege für die von Ihnen vermuteten Ursachen tatsächlich sind bzw. ob sie ihre Erklärung nicht aus einer falschen Verallgemeinerung heraus vornehmen. Sie befördern damit das eigene Wohlergehen – und vermutlich auch das Ihrer Mitmenschen, die sich durch Ihre pessimistische Erklärung Ihrerseits entmutigt fühlen können, oder in der sozialpsychologischen Terminologie ausgedrückt: Ihr eigener pessimistischer Erklärungsstil könnte die Art und Weise, wie andere Menschen sich Ereignnisse oder Entwicklungen erklären, beeinflussen und ggf. zu Entwicklung oder Verstärkung eines pessimistischen Erklärungsstiles bei anderen erwachsenen Menschen führen. Ob oder inwieweit dies zutrifft, ist unklar, denn m.W. gibt es hierzu keine empirische Forschung. Es gibt jedoch Belege dafür, dass ein pessimistischer Erklärungsstil von Eltern den Erklärungsstil ihrer Kinder negativ beeinflusst und sich auch in anderen Hinsichten negativ auf ihre Kinder auswirkt (Belt & Peterson 1991; Seligman et al. 1984; Vélez et al. 2014).


Literatur

Abramson, Lyn Y., Seligman, Martin E. P., & Teasdale, John D., 1978: Learned Helplessness in Humans: Critique and Reformulation. Journal of Abnormal Psychology 87(1): 49–74.

Bell, Derrick A., Jr., 1985-1986: Application of the ‚Tipping Point‘ Principle to Law Faculties‘ Hiring Policies. Nova Law Journal 10(2): 319-328

Belt, Anne Vanden, & Peterson, Christopher, 1991: Parental Explanatory Style and Its Relationship to the Classroom Performance of Disables and Nondisabled Children. Cognitive Therapy and Research 15(4): 331-341

Bennett, Kymberley K., & Elliot, Marta, 2005: Pessimistic Explanatory Style and Cardiac Health: What is the Relation and the Mechanism that Links Them? Basic and Applied Social Psychology 27(3): 239-248

Brehm, Sharon S., & Kassin, Saul M., 1996: Social Psychology. Boston: Houghton Mifflin Company

Bunce, Scott C., & Peterson, Christopher, 1997: Gender Differences in Personality Correlates of Explanatory Style. Personality and Individual Differences 23(4): 639-646

Engberg, Henriette, Jeune, Bernard, Andersen-Ranberg, Karen, et al., 2013: Optimism and Survival: Does an Optimistic Outlook Predict Better Survival at Advanced Ages? A Twelve-year Follow-up of Danish Nonagenarians. Aging Clinical and Experimental Research 25: 517.525

Hirsch, Jameson K., Wolford, Karen, LaLonde, Steven M., et al., 2009: Optimistic Explanatory Style as a Moderator of the Association Between Negative Life Events and Suicide Ideation. Crisis 30(1): 48-53

Huckfeldt, R. Robert, 1980: Variable Responses to Neighborhood Social Contexts: Assimilation, Conflict, and Tipping Points. Political Behavior 2: 231-257

Lee, Yi-Chih, Wu, Wei-Li, & Lee, Yun-Chen, 2016: Explanatory Style Differences in Health Literacy: A Survey among Young Adults in Taiwan. Psychology, Health & Medicine 21(2): 189-197

Maier, Steven F., & Seligman, Martin E. P., 1976: Learned Helplessness: Theory and Evidence. Journal of Experimental Psychology: General 105(1): 3-46

Peterson, Christopher, Buchanan, Gregory McClellan, & Seligman, Martin E.P., 2009: Explanatory Style: History and Evolution of the Field, S. 1-20 in: Buchanan, Gregory McClellan, & Seligman, Martin E.P. (Hrsg.): Explanatory Style. New York: Routledge.

Peterson, Christopher, Semmel, Amy, von Baeyer, Carl, et al., 1982: The Attributional Style Questionnaire. Cognitive Therapy and Research 6(3): 287-299

Reiter. Susan M., & Samuel, William, 1980: Littering as a Function of Prior Littering and the Presence or Absence of Prohibitive Signs. Journal of Applied Social Psychology 10(1): 45-55

Rozanski, Alan, Bavishi, Chirag, Kubzansky , Laura D., & Cohen, Randy, 2019: Association of Optimism With Cardiovascular Events and All-cause Mortality: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Network Open 2(9): e1912200. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.12200

Schelling, Thomas C., 1969: Models of Segregation. The American Economic Review 59(2): 488-493

Seligman, Martin E. P., 1975: Helplessness: On Depression, Development, and Death. San Francisco: W. H. Freeman and Company.

Seligman, Martin E. P., Abramson, Lyn Y., Semmel, Amy, & von Baeyer, Carl, 1979: Depressive Attributional Style. Journal of Abnormal Psychology 88(3): 242-247

Seligman, Martin E. P., Kaslow, Nadine J., Alloy, Lauren B., et al., 1984: Attributional Style in and Depressive Symptoms among Children. Journal of Abnormal Psychology 93(2): 235-238

Sweeney, Paul D., Anderson, Karen, & Bailey, Scott, 1986: Attributional Style in Depression: A Meta-Analytic Review. Journal of Personality and Social Psychology 50(5): 974-991

Vélez, Clorinda, Krause, Elizabeth D., Brunwasser, Steven M., et al., 2014: Parent Predictors of Adolescents‘ Explanatory Style. The Journal of Early Adolescence 35(7): 931-946

Zhang, Junfu, 2011: Tipping and Residential Segragation: A Unified Schelling Model. Journal of Regional Science 51(1): 167-193

 

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6Comments

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  1. 2
    Florian

    Ein guter Text, den ich mir noch mal etwas genauer ansehen muss, neige selber auch zum Pessimismus.
    Ohne den Autoren dieser Website zu nahe treten zu wollen: soweit mir bekannt, habt Ihr Euren Lebensmittelpunkt nicht in …?
    Aus Sicht einer in … lebenden Person ist es schwer, hier irgendetwas noch rational oder optimistisch oder auch nur „nicht pessimistisch“ zu sehen. Alle sind latent aggressiv, alle wissen, nix funktioniert und in naher Zukunft wird auch nix besser, weil das politische Personal inko, kor und gleichgültig. So versteht jeder, dass Strom knapp ist, dann werden aber trotzdem noch mehr Kraftwerke und anderes abgeschaltet: das macht die Leute nicht optimistisch bezüglich der Zukunft. In solchen Situationen finden dann gewisse aggressive und auto-aggressive Verhaltensweisen verbaler und anderer Art statt, ähnlich wie bei einem Huhn im Käfig, dass anfängt, sich selbst und den Leidensgenossinnen die Federn auszureißen: sinnlos, aber nachvollziehbar.
    Im real existierenden Sozialismus wussten die Regierenden wenigstens, dass das Volk mit Show-Ereignissen, Festen und Paraden, falsch-positiven Nachrichten positiv unterhalten werden musste und von der Krippe bis zur Bahre in diverse Organisationen eingruppiert werden musste: Sportvereine, junge Pioniere (siehe Foto einer gewissen Frau Alles Käse), volkstümliche Musikveranstaltungen, Fernsehen … . Im Sozialismus hat man gebaut, z.B. Häuser, wenn man welche brauchte, schlechte Qualität und schlecht gewartet, aber immerhin. Der X-omat und das Außengehampel, die Ministervorsteher oder Habt-nix, Fast-nix, Haus-nix, Denk-nix und Kann-nix können nicht mal dasjenige vortäuschen oder wenigstens hinschustern, was der real existierende Sozialismus immerhin halbwegs funktionstüchtig aufgestellt hat.
    Und da soll man nicht pessimistisch und deprimiert werden? Unter solchen Umständen geht es doch nur Menschen mit bestimmter charakterlicher Anlage richtig gut und das sind diejenigen, die man nicht im Freundeskreis haben will.

    • 3
      Dr. habil. Heike Diefenbach

      @Florian

      Ja, ich verstehe Ihren Punkt. Aber was Sie in Deutschland beobachten, ist ja nicht nur in Deutschland so, sondern – mehr oder weniger oder etwas anders ausgeprägt – überall in den Ländern der westlichen Welt. Für alles, was Sie beschreiben, könnte man ja relative einfach Beispiele aus anderen Ländern finden. Auch dort werden z.B. Energiepreise seit langer Zeit künstlich in die Höhe getrieben, und die Leute sind darüber genauso frustrtiert oder ärgerlich wie in Deutschland ….

      Was das „richtig gut“-Gehen betrifft, so denke ich, dass pantau in seinem Kommentar einen wichtigen Punkt gemacht hat: es muss einem nicht unbedingt „richtig gut“ gehen, um nicht in Pessimismus zu verfallen; eher im Gegenteil: wenn man keine unrealistischen Normalitätsvorstellungen hat, sondern sich im Klaren darüber ist, dass sich alles immer wandelt, das Gute wie das Schlechte, dass sich vieles im gesellschaftlichen Leben zyklisch wiederholt, dass es immer Menschen gibt und geben wird, die ihren Lebensunterhalt nicht durch produktive Arbeit, sondern als Mittelsmänner, Trittbrettfahren etc. sichern wollen, dass die wenigsten Menschen (fast) immer die Wahrheit sagen etc., dann ist man von den Geschehnissen weit weniger schockiert als wenn man glaubt, dass alle/s im Prinzip gut, schön und gerecht sei. Dann kann man z.B. dankbar dafür sein und sich darüber freuen, dass man zur Generation derer gehört, die in den 1980er-Jahren jung sein durften, dass man die Bonner Republik erleben durfte, statt einige Jahrzehnte vorher sein Leben in zwei Weltkriegen aufs Spiel setzen zu müssen oder im Sozialismus aufgewachsen sein zu müssen; man realisiert, wie wenig selbstverständlich die guten Zeiten und die glücklichen Umstände sind. Oder man freut sich darüber, dass man selbst in üblen Umständen Liebe gefunden hat ….

      Ein Stück weit ist es die Frage, ob man den WILLEN zum Optimismus hat oder nicht. Für mich persönlich ist die Hauptfrage genau die: wem nützt es, wenn ich oder irgendjemand anders pessimistisch bin/ist? Was wird dadurch besser? Nichts. Man beraubt sich nur seiner Energie, seiner Hoffnungen, seinem Antrieb, dies oder jenes zu versuchen.

      Was uns Kernmannschaft von SF betrifft: Ja, wir haben unseren Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland, aber was glauben Sie, warum nicht?! Wir sind vor fast achtzehn Jahren ausgewandert, weil uns das Leben in Deutschland damals schon nicht mehr besonders angenehm war und die eher unangenehmen Zeitgenossen, die Sie beschreiben auch damals schon existierten. Was Sie beschreiben, ist uns also durchaus nicht unbekannt; uns hat weniger nur schon viel früher gestört 🙂

  2. 4
    pantau

    In diesen Zeiten fällt es schwer, NICHT als jemand zu gelten, der einen pessimistischen Erklärungsstil pflegt, Misanthrop oder depressiv ist oder, auch verwandt damit, zu Verschwörungsthesen neigt. Dennoch sollte man natürlich allein um eine Gewöhnung zu vermeiden, sich die Möglichkeit positiver Erklärungen offenhalten. Danke für Ihren Artikel, ich halte ihn für ein wichtiges selbstkritisches Korrektiv.
    .
    Dennoch erlaube ich mir eine Schätzung: in viel zu vielen Fällen wird die Diagnose Depression, Misantropie usw abgegeben auf Grundlage einer falschen Prämisse: dass die Welt im Allgemeinen und der durchschnittliche Mitmensch im Besonderen erfreulich, gut, gerecht und schön sei.
    .
    Ausnahmen:
    Die Naturschönheit, weil sie außerhalb des Bereichs der Menschenwelt liegt, sowie übriggebliebene alte Kulturlandschaften. Und die Werke der Ausnahmemenschen. Und natürlich die Ausnahmemenschen selbst. Hat man sie gefunden, halte man sie fest.

    • 5
      Dr. habil. Heike Diefenbach

      @pantau

      „Dennoch erlaube ich mir eine Schätzung: in viel zu vielen Fällen wird die Diagnose Depression, Misantropie usw abgegeben auf Grundlage einer falschen Prämisse: dass die Welt im Allgemeinen und der durchschnittliche Mitmensch im Besonderen erfreulich, gut, gerecht und schön sei.“

      Ja, m.E. machen Sie damit einen wichtigen Punkt. Ob man sich über etwas freut oder davon enttäuscht ist, hängt sicherlich von den Erwartungen ab, die man hat(te). Wenn man meint, dass das Leben nur oder vor allem aus Party bestehe und darüber hinaus keinen nennenswerten Sinn hat, dann ist natürlich alles, was vom Feiern abhält, eine Katastrophe.

      Aber das allein kann auch nicht der Punkt sein, denn es sind normalerweise ältere Menschen, die einen pessimistischen Erklärungsstil entwickeln/entwickelt haben, und diejenigen, die jetzt ältere Menschen sind, sind ja noch nicht mit der Version vom Leben als endlose Party aufgewachsen.

      Es kann auch sein, dass das inzwischen nicht mehr richtig ist (sondern richtig war, als die Mehrzahl der Studien zum Thema durchgeführt wurde, also vor ein paar Jahrzehnten) und heutzutage auch junge Menschen einen pessimistischen Erklärungsstil entwickeln. Wenn man z.B. daran denkt, dass sie bereits in der Schule eingetrichtert bekommen, dass die Erklärung für jedes extreme Wetter Klimawandel sei und wir alle den Klimawandel mitverursachen, indem wir essen, atmen, wärmen etc., dann ist diese Erklärung eine interne, stabile und globale, hat also genau die Eigenschaften, die einen pessimistischen Erklärungsstil ausmachen. Und ebenso wird ihnen eingetrichtert, dass für alles, was als gesellschaftlicher Mißstand konstruiert wird, böse Menschen (Rechte, Rassisten und was weiß ich noch alles) verantwortlich seien, von denen es angeblich überall Massen gebe, und auch diese Erklärung ist zwar nicht intern, sondern extern, aber stabil und global, und hat damit die beiden wichtigsten Kennzeichen eines pessimistischen Erklärungsstils. Hinzu kommt eine reale Perspektivenlosigkeit für junge Menschen in der globalisierten Welt … Also, wenn junge Menschen heutzutage früh einen pessimistischen Erklärungsstil entwickeln würden, wäre ich alles andere als überrascht.

  3. 6
    Jedi

    Grundsätzlich wieder ein sehr guter Artikel, der Wichtiges aufzeigt. Danke dafür. Ich hoffe, Ihnen ist beim Schreiben bewusst gewesen, dass das alles ebenso für Positivisten zutrifft, meines Erachtens für diese sogar noch wesentlich mehr. Aufgrund meiner Vergangenheit bin ich ein überzeugter Pessimist. Ständig bin ich auf der Suche nach Möglichkeiten, mein Wissen über die Welt und die Menschheit zu erweitern, hinterfrage alles, was ich bin und was ich weiß. Das dient auch meinem Bestreben nach Heilung und der Suche nach dem Guten.
    —- An Positivisten verzweifel ich dabei regelmäßig, eher als bei Pessimisten, da sie weder willens noch in der Lage sind, ihre eigene Weltsicht infrage zu stellen, Andere Standpunkte einzunehmen oder anzuerkennen, Informationen zu suchen oder von mir anzunehmen, lokale Ereignisse mit globalen Ereignissen zu abzugleichen, Muster zu erkennen, Ihre Quellen infrage zu stellen oder zu gegenzuprüfen (bekannte Massenmedien, Radio, Fernsehen, Staat, Regierung sind für viele Goldstandard und Internet ist dann nur voller Müll und Verschwörungstheorien). Generell ist die Offenheit aber auch sehr gering in der Bevölkerung. Ich treffe privat und sehe im Internet fast nur monothematische, egozentrische Menschen.
    — Positivisten haben entweder keine unschöne Vorgeschichte, die sie aus dem Gleichgewicht bringen könnte oder, was ich weit häufiger sehe, sie blenden alles Schlechte aus, immer in dem Versuch, auf diese Weise nicht mit dem kaputten Selbst in Kontakt zu kommen. Sie halten sich aber für normal, weil die Mehrheit wie sie ist. Positivisten laufen auch gerne Heilsbringern bis zum bitteren Ende nach, während Pessimisten eher mal die Frage stellen, ob sie noch das Richtige tun bzw. die Heilsbringer wirklich lautere Absichten verfolgen. Pessimisten müssen bei einem Irrtum nur eingestehen, dass es weniger Schlimm oder ggf. sogar besser gekommen ist, als sie erwarteten und sich deshalb darüber freuen dürfen (aber nicht immer können), während Positivisten oft ihr ganzes Weltbild zusammenbrechen sehen, wenn sie sich irren und in Kontakt mit dem kaputten Selbst geraten.
    — Interessanterweise treffen für die von Frau Diefenbach erwähnten, absichtlich gezüchteten, Pessimisten, meine vorgenannten Kritikpunkte ebenfalls und sehr eindeutig zu. Das könnte daran liegen, dass sie von kleinauf auf bestimmte unumstößliche Wahrheiten (also Lügen) und deren Verkünder konditioniert werden und erst danach eigene Erfahrungen machen, die dann immer passend umgedeutet werden. Das wäre dann eine Positivierung innerhalb des negativen Weltbildes, da ja nur Rettung verspricht, was von den Verkündern der unumstößlichen Wahrheit als Heilsbringend erklärt wurde. Alles andere bedeutet für sie das Ende der Welt oder zumindest unsägliches Leid.
    — Nehmen wir mal die heutige Situation, in Deutschland oder gerne auch weltweit. Pessimisten warnten ungehört oder gar bekämpft vor all dem, was heute bereits ist, wenn auch nicht immer exakt inhaltlich und zeitlich eingetroffen, wie gewarnt, was Positivisten zum Anlass nehmen, zu behaupten, Pessimisten hätten Unrecht. Sie warnen vor dem was noch kommen wird und bereits in Vorbereitung ist. Alles wird genau so kommen, wie gewarnt, weil es so viele ignorante Positivisten gibt, die erst einsehen, falsch zu liegen, wenn alle anderen Optionen aufgebraucht sind, oder, was ich eher vermute, sie vollends dem Wahnsinn verfallen. Und ja, ich bin ein Defätist. Ich arbeite daran, kann bisher jedoch ausserhalb der üblichen, zwingend zu durchlaufenden Zyklen wie dem aktuellen Zivilisationszusammenbruch (größter Zyklus, der Westen kollabiert, deswegen weltweite Auswirkung, auch weil kräftig nachgeholfen wird) oder der Johannes Offenbarung mit Gottes Strafgericht (auch für das bevorstehen der Endzeit gibt es mittlerweile immer mehr Hinweise, aber Infos dazu sind selbst für offene, informierte, gläubige Menschen schwer zu finden und zu interpretieren) nichts finden, was uns vor dem Ende Besserung verspricht.

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