Der Vormarsch einst seltener Krankheiten: Fleischfressende Bakterien und Streptococcal Toxic Shock Syndrome

Nekrotisierende Fasziitis.
Streptococcal Toxic Shock Syndrome.

Schon einmal davon gehört?

Die wenigsten haben schon einmal davon gehört, denn beide Erkrankungen sind sehr schwere, aber zum Glück auch sehr seltene Erkrankungen, die weniger als einen Mensch unter 100.000 [statistisch gesprochen] heimsuchen oder heimsuchten, denn beide Erkrankungen sind auf dem Vormarsch.

Das Japanische National Institute of Infectious Disease Risk berichtet von einer erheblichen Zunahme bei invasiven Gruppe A Streptokokken Infektionen.

Gruppe A Streptokokken – Bakterien – sind weit verbreitet und einfach zu übertragen. Sie nisten auf der Haut oder im Rachen  ein und können von dort leicht per Husten oder Niesen oder einfachem Hautkontakt übertragen werden. In der Regel sind Gruppe A Streptokokken harmlos und führen zu nicht mehr als Scharlach oder Rachenschmerzen oder Hautausschlägen.

Zuweilen sind Gruppe A Streptokokken aber nicht harmlos, nämlich dann, wenn sie in Gewebe und ins Blut gelangen, wenn sie nicht mehr einfache, sondern invasive Gruppe A Streptokokken sind.

Damit wir alle wissen, wovon wir reden:

Beispiel für nekrotisierende Fasziliitis;
Quelle: CNX OpenStax;
Creative Commons Attribution License (by 4.0)

Ein Mann der sich dem Ende seiner 50er Lebensjahre nähert und eine umfangreiche medizinische Geschichte vorzuweisen hat, von Lungenerkrankungen, über Bluthochdruck und Hepatitis bis zu Nierenversagen, wird in einer Notaufnahme vorstellig, weil ihn Atemschwierigkeiten und Brustschmerzen dazu treiben.

Kaum angekommen, bricht er zusammen. Eine akute Infektion wird diagnostitiziert, die mit Anämie, einer Störung der Nierenfunktion und Blutgerinnseln einhergeht. Hautausschläge entwickeln sich an seinen Oberschenkeln mit großer Geschwindigkeit. Eine nekrotisierende Fasziitis, eine Krankheit, bei der Bakterien Gewebe und Muskeln zerstören, wird diagnostiziert. Der Mann wird operiert, das abgestorbene Gewebe aus seinen Oberschenkeln entfernt.

Zu spät.

Die Fasziitis ist bereits in sein Bauchgewebe vorgedrungen, die notwendige Amputation seiner Beine kann nicht mehr durchgeführt werden. Und obwohl der Mann einer aggressiven Behandlung mit Antibiotika und Steroiden unterzogen wird, stirbt er rund 70 Stunden, nachdem er in der Notaufnahme vorstellig wurde, an einem septischen Schock.

Wem diese Beschreibung nicht ausreicht, der kann sie ausführlich im folgenden Beitrag nachlesen:

Karunarathna, Indunil, K. Kusumarathna, D. Disanayake, P. Kurukulasooriya, I. Gunarathna, P. Jayathilaka, N. Priyalath, T. Wijewardane, and M. Abeykoon (o.J.). Necrotizing Fasciitis: A Deadly Soft Tissue Infection.“ Uva Clinical Lab. Retrieved from ResearchGate.

Beschrieben ist hier der Fall einer Nekrotisierenden Fasziitis, die sich zum Streptococcal Toxic Shock Syndrome entwickelt, das wiederum im Bericht des National Institute of Infectious Disease Risk von Japan als auf dem Vormarsch beschrieben wird.

Nichts Schönes.

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Auch nicht schön ist, dass die WHO Gruppe A Streptokokken gerade in die Bacterial Pathogenes Priority List aufgenommen hat, eine Liste in der Pathogene versammelt sind, die mit herkömmlicher Behandlung durch Antibiotika nicht mehr oder immer schwieriger bekämpft werden können. Gruppe A Streptokokken sind ein Neueinsteiger in die Liste, die gerade ein Update erfahren hat:

Die Liste dient natürlich als Einkaufszettel für die Pharmafia, die auf Grundlage dieser Auflistung von Pathogenen Impfstoffe entwickelt. Invasive Gruppe A Streptokokken-Infektionen sind indes nicht nur in Japan auf dem Vormarsch. Ihr Vormarsch wird auch aus anderen westlichen Staaten gemeldet, in denen die Bevölkerung durch Lockdowns und Masken vor einem Virus geschützt wurde, das den meisten von ihnen nicht gefährlich werden konnte, nur um nach Lockdown und Maskenzwang mit einem erheblichen Anstieg bei Pathogenen, die so seltene Krankheiten, wie sie hier beschrieben werden, zur Folge haben, konfrontiert zu sein.

„Nach einem deutlichen und ungewöhnlichen Anstieg von Infektionen durch Gruppe-A-Streptokokken in Deutschland in der WS 2022/2023 wurde, nach einem Rückgang ab Sommer 2023, seit Q4/2023 wieder ein Anstieg von Nachweisen nicht-invasiver und invasiver Gruppe-A-Streptokokken verzeichnet. Die Nachweise lagen 2023 durchgehend über den Werten im Vergleichszeitraum vor der Pandemie und überstiegen in Q4/2023 das Vorjahresniveau. Während die nicht-invasiven Gruppe-A-Streptokokken-Nachweise sich seit Anfang 2024 zu normalisieren scheinen und unter dem Vorjahresniveau liegen, sind die invasiven Nachweise weiterhin erhöht.“

So steht es im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts vom 21. März 2024. Datengrundlage sind Testergebnisse aus Labors, die im Rahmen von mikrobiologischen Routineuntersuchungen gewonnen und dem RKI im Rahmen der Antibiotika Resistenz Surveillance übermittelt werden. Etwa ein Drittel aller ambulanten und stationären Einrichtungen in Deutschland nehmen an dieser Surveillance teil.

Wer es gerne bebildert hat: Der Anstieg ist erheblich:

Quelle: Epidemiologisches Bulletin 12/2024
Quelle: Epidemiologisches Bulletin 12/2024

Ab dem vierten Quartal des Jahres 2022 steigt die Anzahl bericheter invasiver Infektionen deutlich an. Die nächste unbeabsichtigte Folge der Hysterie, die Polit-Gauner auf Kosten ihrer Bürger ausgelebt haben. Einmal mehr sind ältere Menschen die Hauptbetroffenen, aber sie sind beileibe nicht die einzigen, die vom Anstieg der invasiven Gruppe A Streptokokken Infektionen betroffen sind.

Quelle: Epidemiologisches Bulletin 12/2024

Übrigens haben Delanghe et al. (2021) eine Studie veröffentlicht, in der sie sich für die bakteriellen Kolonien interessiert haben, die auf den damals so weit verbreiteten medizinischen und Baumwoll-Masken einen hervorragenden Nährboden gefunden haben. Und sie wurden fündig, haben vor allem Bakterien gefunden, die zu denen gehören, gegen die schon jetzt kein oder kaum mehr Antibiotika-Kraut gewachsen ist:

„Taken together, this study suggests that a considerable number of bacteria, including pathobionts and antibiotic resistant bacteria, accumulate on surgical and even more on cotton face masks after use.“

Einer der häufigsten bakteriellen Bewohner der Gesichtsmasken waren Gruppe A Streptokokken…

Delanghe, Lize, Eline Cauwenberghs, Irina Spacova, Ilke De Boeck, Wannes Van Beeck, Koen Pepermans, Ingmar Claes, Dieter Vandenheuvel, Veronique Verhoeven, and Sarah Lebeer (2021). „Cotton and surgical face masks in community settings: bacterial contamination and face mask hygiene.“ Frontiers in medicine 8: 732047.


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5Comments

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  1. 2
    Brockenteufel

    „…….A Streptokokken harmlos und führen zu nicht mehr als Scharlach…..“
    Scharlach ist eine tödliche Krankheit, habe im Bekannten/Verwandtenkreis zwei Personen mit Scharlach verloren.

        • 5
          Michael Klein

          1% ist für Sie ein hoher Prozentsatz?

          „The prognosis for scarlet fever, when treated appropriately with antibiotics, is usually excellent. Patients recover completely and the skin symptoms progressively decrease over several weeks. Untreated scarlet fever has a worse prognosis and before the use of antibiotics, scarlet fever had a mortality (death) rate of about 15%-20%.

          Currently, the mortality rate is less than 1% because of early recognition and early treatment with antibiotics. In general, appropriately diagnosed and treated scarlet fever results in few if any long-term effects. However, if complications develop for whatever reason, problems that include kidney damage, hepatitis, vasculitis, septicemia, congestive heart failure, and even death may occur.

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