Womit kann man denen, die sich für politische Elite halten, die politisches Establishment sind oder doch sein wollen, ANGST machen?
Mit Überzeugung.
Mit Prinzipien.
Mit Fakten.
Mit gesundem Menschenverstand.
Mit Selbstbewusstsein.
Mit Entschlossenheit.
Um nur einiges zu nennen.
Die vier [oder fünf] Mannen, die Reform UK im nächsten House of Commons vertreten werden (Lee Anderson für Ashfield, Richard Tice für Boston & Skegness, Nigel Farage für Clacton, Rupert Low für Great Yarmouth und wenn er auch das dritte Nachzählen als Sieger hinter sich gebracht hat James McMurdock für Basildon South & East Thurrock) zeichnen sich durch alle genannten Merkmale aus.
Deshalb machen sie dem politischen Establishment Angst.
Unsere persönliche Wahlanalyse.
Die Nacht, die wir uns gestern um die Ohren geschlagen haben, hat gut angefangen. Eine Exit-Poll Umfrage, die Reform UK 13 Abgeordnete vorausgesagt hat, erste Ergebnisse aus Wahlkreisen, in denen bislang entweder stramm Labour gewählt wurde oder in denen 2019 ein Wechsel von Labour zu den Conservatives stattgefunden hat, alles Wahlkreise im Norden von England und in den Midlands, die, so haben wir wirklich geglaubt, etwas Unglaubliches ankündigen: Reform könne aus dem Stand eine größere Anzahl von Sitzen im House of Commons erreichen, etwas, das vor Reform UK noch keiner Partei gelungen ist. Indes: Reform, obschon immer im Bereich von 25% bis 30% bliebt stets zweiter Sieger. 98 Wahlkreise waren es am Ende, in denen nur Labour mehr Stimmen als Reform UK erreicht hat.
Als die ersten Ergebnisse aus festen Tory-Hochburgen im Süden eingegangen sind, wurde sehr deutlich, dass die Wähler in den Hochburgen Tories nicht wie es die Wähler in den Labour Hochburgen oder den Sitzen der Red Wall getan haben, in Scharen zu Reform UK übergelaufen sind, sondern eine von drei Optionen gewählt haben: Entweder Wahlabstinenz oder Wahl der LibDims oder Wahl von Reform UK. Das Ergebnis war für Reform UK stets dasselbe: Kein Sitz.
Am Ende einer langen Wahlnacht stehen die vier oben genannten gewonnenen Wahlkreise und ein weiterer, in dem nun bereits zum dritten Mal nachgezählt wird, ob James McMurdock ihn tatsächlich für Reform UK gewonnen hat, könnte noch hinzukommen. Und doch ist das Ganze ein Erfolg und nicht nur die Pressekonferenz, die Nigel Farage, Richard Tice, Lee Anderson und Rupert Lowe heute gegeben haben, bestätigt dies.
Es reicht bereits ein paar Randbedingungen anzuführen:
Reform UK hat es bei einer Wahl, die nach Mehrheitswahlrecht abgehalten wird, aus dem Stand geschafft, rund 15% der Stimmen, in etwa den Anteil zu erreichen, den Grüne oder SPD in Deutschland in Umfragen erreichen;
Reform UK hat dies erreicht, ohne über eine funktionierende Partei-Infrastruktur zu verfügen, ohne in den meisten Wahlkreisen einen effektiven Wahlkampf betreiben zu können, ohne auch nur ansatzweise die finanziellen Mittel zu haben, die anderen Parteien zur Verfügung standen.
Eigentlich ist diese Leistung unglaublich und in dieser Weise noch nie erbracht worden.
Die Wahl, die Nigel Farage bis heute verfolgt, sie fand 2015 statt. Damals kandidierte Farage für die United Kingdom Independence Party (UKiP), eine Partei, die es landesweit auf 3.881.099 Stimmen brachte, etwas weniger als Reform UK 2024 mit 4.091.549 Stimmen nach 648 von 650 ausgezählten Wahlkreisen. Aber UKiP erreichte lediglich ein Mandat, eines, das Douglas Carswell als Erbe aus der Conservative Party mitgebracht hatte, in CLACTON.
Der Ort hat eine eindeutige Geschichte.
Schon 2015 wurde deutlich, dass das Mehrheitswahlsystem des Vereinigten Königreichs dem Zweck, dem es dienen soll, nicht mehr dienen kann. Indes, es hat niemanden gestört, denn Labour und Conservatives haben sich im Regieren abgewechselt und die Politiken, die sie betreiben, unterschieden sich schon damals nur marginal, wenngleich dieses Faktum von David Cameron und den Seinen, sehr sorgfältig vor der Bevölkerung versteckt wurde.
Indes, UKiP hatte 2015, was Reform 2024 nicht hatte: Eine funktionierende Parteistruktur und Präsenz in Wahlkreisen. Dagegen ist Reform UK in vielen Wahlkreisen nur per Postwurfsendung präsent. Ein Zettel mit „Vote Reform“ ist alles, was die Wähler in diesen Wahlkreisen je von Reform UK zu Gesicht bekommen haben. Das ist zu wenig, um einen Wahlkreis zu gewinnen, und abermals ein Beleg dafür, dass Reform UK Großes geleistet hat und weiter leisten will, denn die Partei schwimmt weiter auf einer Welle der Zustimmung, einfach deshalb, weil Reform UK den gesunden Menschenverstand wieder zu seinem Recht kommen lassen will.
Sie wissen schon, der gesunde Menschenverstand, der sagt, dass ein Mann keine Frau und eine Frau kein Mann sein kann, der gesunde Menschenverstand der daran zweifelt, dass es dem Planeten hilft, wenn man derzeit lebende Menschen verarmt und ihre Gesellschaft zerstört, der gesunde Menschenverstand, der nicht hinter jedem schwarzen Stift Rassismus erkennt und der gesunde Menschenverstand dem klar ist, dass man Serviceleistung nicht aufrecht erhalten kann, wenn man diejenigen, die sie erbringen sollen, durch Mausschubser ersetzt. Gesunder Menschenverstand, dem offenkundig ist, dass man Personen, die sich illegal in ein Land einschleichen, dafür nicht belohnen und die Bewohner des Landes dafür nicht bestrafen kann …
Das macht viel der Anziehungskraft von Reform UK aus, und es ist der Grund, dass die Welle des Enthusiasmus nach einem Ergebnis, das auch wir als enttäuschend empfunden haben, nicht gebrochen ist. Im Gegenteil: Jede Minute tritt ein neues Mitglied in die Partei ein, sagt Nigel Farage in der Pressekonferenz, deren Beginn von den narzisstischen Psychopathen gestört wird, die immer dann von der Leine gelassen werden, wenn die linke Blase eine Gefahr für die eigene Ideologie wittert. Man habe mit dieser Wahl, für die Reform UK überhaupt nicht bereit gewesen, auf die die Partei nicht vorbereitet gewesen sei, zwei Ziele gehabt:
Millionen Wähler zu gewinnen und
einen Brückenkopf im House of Commons zu schaffen.
Beides ist gelungen.
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Und wer die Pressekonferenz betrachtet und die vier Reform UK Abgeordneten an sich vorüberziehen lässt, der gewinnt zwangsläufig den Eindruck, die vier meinen es Ernst. Sie meinen es Ernst, wenn Nigel Farage sagt, das sei erst der Anfang der Revolte, man habe nun die Augen auf den Wählern von Labour, wolle die Stimmenzahl von Labour reduzieren. Sie meinen es ernst, wenn Richard Tice sagt, man werde den Kampf gegen Net Zero mit allen verfügbaren parlamentarischen und außerparlamentarischen Mitteln führen. Sie meinen es ernst, wenn Lee Anderson sagt, er freue sich auf seine Rückkehr ins House of Commons, denn er komme „to kick some asses“. Und sie meinen es ernst, wenn Rupert Lowe sagt, es sei mit das wichtigste Ziel, die Fesseln der Bürokratie, die jede private Initiative im Vereinigten Königreich ersticke, zu zerstören.
Opposition, so erklärt Nigel Farage auf die Frage eines Journalisten, ob er denke, er können mit 4 Abgeordneten angesichts von mehr als 400 Labour Abgeordneten etwas bewirken, finde nicht nur im House of Commons statt, sie finde auch außerhalb des House of Commons statt, und damit habe er große Erfahrung. Dies sei erst der Anfang der Revolte, sagt Nigel Farage und ein Kommentator im Live Feed der YouTube-Übertragung kommentiert: „4 Lions are better than 120 sheep,“ wobei die Schafe auf die Tory Abgeordneten im House of Commons abzielen.
Alle Anzeichen sprechen dafür, dass das politische Establishment Angst vor den vier Recken hat, die ins House of Commons eingezogen sind, den vier Männern, die vier Millionen Wähler repräsentieren.
Man fasst wieder Mut, dass sich doch etwas zum Besseren wenden könnte, nachdem man sie gehört hat.
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In der Zwischenzeit ist der neue PM Keir Starmer dabei, sein Kabinett zusammenzustellen, ein Kabinett, das selbst den chaotischen Haufen, der Tory Regierung war, in den Schatten stellen wird, einfach deshalb, weil das Ausmaß an Inkompetenz größer ist. Starmers Kabinett, das haben wir auf Telegram vorhergesagt, wird die Stand-up Comedy im United Kingdom in ungeahnte Höhen befördern und in harte Konkurrenz zur deutschen Regierung treten, wenn es darum geht, den größten Inkompetenten, der es in eine Regierung geschafft hat, zu bestimmen.
Unser bisheriger Favorit ist David Lammy, der Baerbock in dieser Hinsich große Konkurrenz macht, zum Beispiel, wenn er auf die Frage nach dem Gefängnis, das im Rahmen der Französischen Revolution eine große Rolle gespielt hat: „Versailles“ sagt, oder wenn er auf die Frage, wie noch einmal der Familiennamen von Pierre und Marie gelautet habe, zwei Physikern, die über Radioaktivität geforscht haben, „Antoinette“ zur Antwort gibt. David Lammy, der Mann, der denkt, Männern könnte eine Gebärmutter wachsen, gibt Anlass zu großer Hoffnung, denn sein Potential an dummem Geschwätz scheint unerschöpflich.
Und weil Keir Starmer das mit der Konkurrenz für Baerbock ernst meint, deshalb hat er David Lammy gerade zum Außenminister gemacht.
Mittlerweile ist auch in South Basildon and East Thurrock ausgezählt: Reform UK hat einen fünften Abgeordneten. James McMurdock zieht ins Unterhaus ein.
Die Sache war sehr knapp.
Das Muster indes seit dem ersten Ergebnis gestern Nacht bekannt:
Die Tories verlieren heftig.
Reform gewinn heftig.
Labour bleibt mehr oder weniger stationär:
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Wenn ich den frisch nominierten Aussenminister höre, dann glaube ich, dass das Absicht ist und zwar ähnlich wie bei Baerbock.
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