ALIENS – 3I/ATLAS: „Raumschiff“ auf dem Weg durch das Sonnensystem?

Der dritte interstellare Besucher hat seine Ankunft in unserem Sonnensystem angekündigt.

Ende Juli von Astronomen entdeckt und als 3I/ATLAS benannt, hat der Komet die Diskussion darüber, ob uns Alien einen Antrittsbesuch abstatten oder der „Komet“ gar als „Turing Test“ gedacht ist, um herauszufinden, ob Menschen nach wie vor zu dumm sind, als dass man sich als Alien mit ihnen abgeben sollte, befördert.

Das Internet ist voll davon.

Angestoßen hat diese Diskussion der Astrophysiker Avi Loeb, der für das Galileo Project (ein Projekt der Harvard University und des Smithsonian Institutes) verantwortlich zeichnet, als dessen Direktor die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz organisiert und beaufsichtigt.

10 Punkte umfasst die Skala, mit der Loeb die Wahrscheinlichkeit, dass ein Objekt, das im Teleskop aufgetaucht ist, Technologie und damit Alien ist, bewertet. 3I/ATLAS hat er 4 von 10 möglichen Punkten gegeben. Damit ist 3I/ATLAS im Vergleich zu den beiden anderen interstellaren Besuchern, 1I/OUMUAMUA und 2I/BORISOV eine herausgehobene Persönlichkeit, was durch weitere Besonderheiten, die 3I/ATLAS auszeichnen, verstärkt wird.

Hubble took this image on Oct. 12, 2019, when comet 2I/Borisov was about 260 million miles (418 million kilometers) from Earth. The image shows dust concentrated around the nucleus, but the nucleus itself was too small to be seen by Hubble. NASA, ESA and D. Jewitt (UCLA); Quelle: NASA

So zieht 3I/ATLAS keine Staubwolke hinter sich her, ist stattdessen in eine Wolke aus CO2 gepackt und lässt weitgehend das Vorhandensein von Wasser vermissen. Die Flugbahn, der 3I/ATLAS folgt, verläuft parallel zur ekliptischen Ebene, auf der die Erde und die meisten anderen Planeten um die Sonne kurven. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Ausrichtung von 3I/ATLAS Zufall ist, beträgt 1 in 500. Die Frage, ob diese Flugbahn Ergebnis von Planung ist, stelle sich somit zwangsläufig, so Loeb im Interview mit der Sunday Times.

An illustration of ‘Oumuamua, the first object we’ve ever seen pass through our own solar system that has interstellar origins. European Southern Observatory/M. Kornmesser, Quelle: NASA

Damit sind die Besonderheiten, die 3I/ATLAS auszeichnen, noch nicht erschöpft. 3I/ATLAS hat keinen Staubschweif, aber ihm geht ein „Leuchten“ voraus, ein Leuchten, als dessen Ursache bislang kein molekulares oder atomares Gas auffindbar ist.

Noch mysteriöser ist, dass dann, wenn man den Albedo von 3I/ATLAS in für Kometen typischer Weise erklären will, der Komet einen Durchmesser von 20 Kilometern haben muss. Ein solcher Steinbrocken aus dem interstellaren Raum taucht im Durchschnit einmal in 10.000 Jahren in unserem Sonnensystem auf.

Und, weil es immer noch nicht reicht, 3I/ATLAS taucht in unserem Sonnensystem genau zu der Zeit auf, zu der seine Flugbahn perfekt mit Mars, Venus und Jupiter ausgerichtet ist.

Quelle: NASA

Zufall?
Die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt 0,0005%.

All das veranlasst Loeb zu spekulieren, denn all das lässt sich mit einem vorbestimmten Flugplan und einem durch Kernenergie angetriebenen Flugobjekt in Einklang bringen, eines, das sich mit unglaublichen 209.000 Kilometern pro Stunde voranbewegt. Eine Geschwindigkeit, die sich auf 321.000 Stundenkilometer mit zunehmender Nähe zur Sonne steigern wird.

„This brings us to the latest interstellar object, 3I/ATLAS. The Hubble Space Telescope image of 3I/ATLAS shows a glow ahead of the object but no prominent cometary tail behind it, as is the case for common comets. Spectroscopic measurements show no evidence for molecular or atomic gas accompanying the glow around 3I/ATLAS, as is the case for most comets (…). With the typical albedo of 5% for an asteroid, the diameter of 3I/ATLAS needs to be 20 kilometers in order to account for its brightness. But as argued in my first paper about it, the reservoir of rocky material in interstellar space can only deliver a 20-kilometer rock once per 10,000 years. The alternative possibility that 3I/ATLAS is a technological object which targets the inner solar system explains its retrograde trajectory being aligned with the ecliptic plane of the planets around the Sun (0.2% probability), and its arrival time being perfectly matched to a close encounter with Mars, Venus and Jupiter (with a 0.0005% probability, as discussed here). As I explained in a recent essay, the compact dust plume preceding 3I/ATLAS can be supplied over six months by a millimeter-thin layer from a 20-kilometer object. Such a thin layer could have been dirt that accumulated on the solid surface of 3I/ATLAS after it was bombarded by interstellar gas and dust during its interstellar journey.“

Quelle: Avi Loeb

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9Comments

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  1. 1
    Heimreisender

    Vielleicht ist das „Major Tom“, der flog 1982 los und kommt nun mit Hilfe zurück, um die Irrenanstalt etwas aufzuklaren. Oder Hubsi K. hat wieder „Engel 07“ gerufen.

  2. 2
    ERINNERUNG

    „mit unglaublichen 209.000 Kilometern pro Sekunde voranbewegt. Eine Geschwindigkeit, die sich auf 321.000 Stundenkilometer mit zunehmender Nähe zur Sonne steigern wird.“
    Von 2/3 Lichtgeschwindigkeit mit zunehmender Beschleunigung(!) auf
    321000 „Stundenkilometer“ heruntergedrückt ?
    Das kann nur ein UFo !

    • 3
      ERINNERUNG

      Aha, jetzt 20 Uhr MESZ, nur noch mit „209.000 Kilometern pro STUNDE“,
      schon wieder abgebremst. Spaß muß sein !
      EAV – „Ich hab ein UFO gesehen!“

  3. 4
    Heimreisender

    Möglicherweise kommt der Raumgleiter, um die 144.000 abzuholen, die in der Offenbarung (Kapitel 7 und 14) als „Versiegelte“ bezeichnet werden, bevor der nächste und damit letzte großräumige Krieg ausbricht und die Erde in Schutt und Asche verwandelt?

  4. 5
    Franz

    Naja… 0,0005% bei der riesigen Anzahl an Brocken da draußen… Der Albedo ist schlicht nicht 5% und schon ist der Durchmesser ein ganz anderer. Ich bin dann überzeugt, wenn es noch etwas korrigiert, am Jupiter ein Swing-by macht und dann nah an der Erde vorbeifliegt. In dem Fall würde ich aber empfehlen darauf zu schießen und die Wrackteile zu analysieren – um ganz sicher zu gehen. Lieber ein „Bermuda-Dreieck“ für Außerirdische als ein Happen. Wir sollten nicht den deutschen Fehler von 2015 wiederholen.

  5. 8
    Petersen

    Woher sollte dies „Raumschiff“ kommen? Aus einem anderen Sonnensystem?
    Und sollte es dann vor 1.000 oder 10.000 Jahren gestartet sein?

  6. 9
    ben

    Interessantes Thema abseits heutiger Politik-Ideologien, die viel Kraft und Zeit fressen.
    Für das Universum kann ich mir alles vorstellen. Selbst die Urknalltheorie wird ja seit den Entdeckungen des James Webb Teleskopes angezweifelt, weil dieses Modell mit den neuen Erkenntnissen an seine Grenzen gestoßen ist. Bei den Milliarden an Galaxien ist unsere Auffassungsgabe und das Wissen als Mensch mehr als kümmerlich. Das sieht man ja schon daran, dass wir schon bei so einem kleinen Objekt wie hier beschrieben sehr viel spekulieren müssen.
    Aber ich mag diese Spekulationen, denn Sie öffnen den Geist für Unbekanntes und erden uns als Mensch, weil wir wissen, dass wir nichts wissen.

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