Unentrinnbarkeit,
Schicksalhaftigkeit,
Schatten der Demokratie…
Drei Begriffe, von einem Mann geprägt, der wie kaum ein anderer seiner Zeit voraus war, an seiner Zeit und ihren Beschränkungen gelitten hat:
Max Weber.
Max Weber gehört zu den ersten, die die Vorteile einer rationalen Bürokratie, einer Ansammlung von Serviceleistern, die nach rationalen Kriterien und ohne Ansehen der Person, Leistungen erbringen, die in kapitalistischen und modernen Gesellschaften notwendig sind, und gleichzeitig die Nachteile derselben Bürokratie gesehen haben, eines Systems, das sich schnell zu einem Zwangskorsett entwickeln kann, das seine Träger nicht nur an Bewegung hindert.
Finden Sie nicht, das Zwangskorsett, das die Bewegung von Bürgern einschränkt, ist eine gute Beschreibung dieser irren Zeit ist, in der irgendwelche Bürokraten bestimmen, an welchen Stellen im Supermarkt welche Waren verkauft werden können, das Trinken aus Wasserflaschen mit dem bürokratischen Erschwernis einer Verschlusskappe, die man aboperieren muss, versehen wird, der Flug in den Urlaub, mehr noch der Rückflug zu einem ermüdenden Ereignis wird, das alle vorhandene Erholung evaporiert und weiteren Urlaub erforderlich macht …
Anders formuliert: Welche Aspekte ihres Alltagslebens sind NICHT von irgendwelchem bürokratischem Scheiß beeinträchtigt?
Max Weber hat diese Entwicklung vorhergesehen – unentrinnbar, schicksalhaft und als Schatten über der Demokratie liegend.
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Unentrinnbarkeit – Bürokratie als Notwendigkeit moderner Staaten, die mehr noch als ihre Vorgänger, die Patrimonialbürokratien, zu einem unentrinnbaren Gefägnis werden kann:
„Die Bürokratie ist gegenüber anderen geschichtlichen Trägern der modernen rationalen Lebensordnung ausgezeichnet durch ihre weit größere Unentrinnbarkeit. Es ist kein geschichtliches Beispiel dafür bekannt, daß sie da, wo sie einmal zur völligen Alleinherrschaft gelangt war – in China, Ägypten, in nicht so konsequenter Form im spätrömischen Reich und in Byzanz –, wieder verschwunden wäre, außer mit dem völligen Untergang der ganzen Kultur, die sie trug. Und doch waren dies noch relativ höchst irrationale Formen der Bürokratie: ‚Patrimonialbürokratien‘. Die moderne Bürokratie zeichnet sich vor allen diesen älteren Beispielen durch eine Eigenschaft aus, welche ihre Unentrinnbarkeit ganz wesentlich endgültiger verankert als die jener anderen: die rationale fachliche Spezialisierung und Einschulung.“
Wirtschaft und Gesellschaft, Seite 834
Amplifiziert wird die Gefahr, die von moderner Bürokratie an sich ausgeht, durch das Informationsgefälle, das zwischen Insassen einer Bürokratie und den Trägern politischer Rollen, die sie eigentlich führen sollen, dazu aber schon aufgrund des Informationsgefälles, das zudem der Boden ist, auf dem moral hazard wächst, opportunistisches Verhalten der Bürokraten, nicht in der Lage sind. Ein Umstand, der Wahlen mehr und mehr zur Farce macht, denn die eigentlichen Herrscher, die Bürokraten, sind weder Wählern verantwortlich noch werden sie gewählt – oder in den Worten von Max Weber:
„Stets ist die Frage: wer beherrscht den bestehenden bureaukratischen Apparat? Und stets ist seine Beherrschung dem Nichtfachmann nur begrenzt möglich: der Fach-Geheimrat ist dem Nichtfachmann als Minister auf die Dauer meist überlegen in der Durchsetzung seines Willens. […] Der Bedarf nach stetiger, straffer, intensiver und kalkulierbarer Verwaltung, wie ihn der Kapitalismus – nicht: nur er, aber allerdings und unleugbar: er vor allem – historisch geschaffen hat (er kann ohne sie nicht bestehen) und jeder rationale Sozialismus einfach übernehmen müßte und steigern würde, bedingt diese Schicksalhaftigkeit der Bureaukratie als des Kerns jeder Massenverwaltung.“
Wirtschaft und Gesellschaft: 124-125
Entsprechend hängt Bürokratie wie ein Schatten über der Demokratie. Letztere, als politisches System inszeniert, in dem die Bürger Souverän sind, ist auf Bürokratie angewiesen, Bürokratie funktioniert indes auch ohne demokratische Unterfütterung. Zwangsläufig kommen beide in Konflikt miteinander, ein Konflikt, den Demokratie nicht gewinnen kann – oder?
„Die bureaukratische Herrschaft bedeutet sozial im allgemeinen: 1. die Tendenz zur Nivellierung im Interesse der universellen Rekrutierbarkeit aus den fachlich Qualifiziertesten, 2. die Tendenz zur Plutokratisierung im Interesse der möglichst lang (oft bis fast zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts) dauernden Facheinschulung, 3. die Herrschaft der formalistischen Unpersönlichkeit: sine ira et studio, ohne Haß und Leidenschaft, daher ohne ‚Liebe‘ und ‚Enthusiasmus‘, unter dem Druck schlichter Pflichtbegriffe; ‚ohne Ansehen der Person‘, formal gleich für ‚jedermann‘, d.h. jeden in gleicher faktischer Lage befindlichen Interessenten, waltet der ideale Beamte seines Amtes. […] die Bureaukratisierung, die überall der unentrinnbare Schatten der vorschreitenden ‚Massendemokratie‘ ist.“
Wirtschaft und Gesellschaft, 126.
Plutokratisierung, also die Dominanz wohlhabender, einflussreicher, vielleicht auch mächtiger Konzerne, Organisationen, Philanthropaten beschreibt das, was derzeit als „Unsere Demokratie™“ bezeichnet wird, recht gut, finden Sie nicht. Und weil Plutokratie und Demokratie unvereinbar sind, sind wir in dem Schlamassel, in dem wir uns derzeit wiederfinden. Und weil Bürokratie dazu tendiert, ein unpersönliches und an formalen Kriterien oder besser: VORGABEN ausgerichtetes Herrschaftssystem zu errichten, deshalb ist Bürokratie beliebig einsetz- und instrumentalisierbar, als Herrschaftsinstrument missbrauchbar.
Daraus gibt es kein Entrinnen.
Es ist schicksalhaft.
Nur der kulturelle Untergang beseitigt diesen Schatten.
Oder gibt es einen anderen Weg?
Ist nicht alles verloren?
Nun, in einer fernen Stadt, auf einer fernen Insel, sitzen zwei Reformatoren und sind der Ansicht, man müsse nicht nur den Kampf mit der Bürokratie aufnehmen, sondern man könne ihn auch gewinnen; Danny Kruger und Zia Yusuf.
Danny Kruger, der bis zum 15. September „shadow minister for Work and Pension“ der Conservatives war, ist am 15. September 2025 zu Reform UK übergelaufen, und obschon ich im Hinblick auf ehemalige Conservatives, die bei Reform UK anheuern, skeptisch bin, wir wollen ja nicht Cast Off Conservatives, sondern Reform UK sein, ist Danny Kruger ein Glückfall für Reform, denn er bringt viel Erfahrung und Hintergrundwissen über den politischen Prozess in Westminster ein.
Kruger, promovierter Historiker (Oxford) und ehemaliger Redenschreiber von David Cameron, Director des Centre for Policy Studies, Redakteur des Telegraph, Abgeordneter für East Wiltshire im House of Commons setzt seine Erfahrung derzeit ein, um die Politik von Reform, die ab Tag 1 nach dem Wahlsieg umgesetzt werden soll, im Bereich „Bürokratie“ zu formulieren.
Denn: was wir eingangs beschrieben haben, ist im Vereinigten Königreich nicht erst seit Yes Minister ein offenes Geheimnis, es ist mitterweile eine traurige Realität, dass Angestellte der Regierung, Beamte in Ministerien, CIVIL SERVANTS, eine eigene Agenda durchsetzen wollen, notfalls gegen die Regierung, der sie eigentlich unterstehen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht Minister den CIVIL SERVANTS vorgeben, was sie zu tun haben, sondern Civil Servants Ministern vorgeben, was aus den Wahlversprechen umgesetzt werden kann und was nicht.
Der Schwanz wedelt mit dem Hund, wenn man so will, die Bürokratie ist längst zum Gegenspieler der Demokratie, zum Feind einer demokratischen Gesellschaft geworden.
Ein Problem.
Ein anderes Problem betrifft die schleichende Entmachtung der Legislative, die mit wenigen Ausnahmen in westlichen Demokratien, zu beobachten ist. An die Stelle nationaler Gesetzgeber sind Internationale Organisationen und die dunklen Gestalten, die hinter ihnen stehen, internationale Konventionen, NGOs, Quangos im Vereinigten Königreich und viele andere extra-parlamentarische Organisationen getreten, die Einfluss ohne Verantwortlichkeit ausüben.
Beide Probleme will Reform UK angehen.
Alles, was die Stellung des Parlaments, als zentraler Akteur eines demokratischen Systems, beeinträchtigt, soll beseitigt werden. Der Civil Service von einer Ansammlung von Akteuren mit eigenen Interessen in ein Instrument der Regierung re-modelliert werden, die Macht wieder im parlamentarischen System und nicht außerhalb gebündelt werden.
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Es gibt einen anderen – völlig unbürokratischen – Weg: den der Gewalt. Wird gerade ins System gepflegt von Millionen sogenannter Neubürger, die über Gesetze, Vorschriften, Regeln und Ordnungsmächte nur lachen. Und diese Ordnungsmächte haben verstanden, daß sie gefälligst untätig zu bleiben haben. Auch wenn jetzt in Aschaffenburg ein Polizist wegen Untätigkeit verurteilt wurde. Aber nur, weil es herausgekommen ist aufgrund zweier Morde durch den unbehelligten Täter.
Ohhh nein, am Anfang des Artikel steht der entscheidende Satzteil, wieder einer von denen, die ihr nicht hören wollt und schon gar nicht verstehen.
„wieder verschwunden wäre, außer mit dem völligen Untergang der ganzen Kultur, die sie trug.“
Oder in meinen Worten, seit vor Turbo-Umvolkung 2015, nur ein Systemende kann Deutschland und die Deutschen retten, jeder der die BRD retten / erhalten will, ist ein Teil des Problems. Was macht ihr ständig und was macht eure Schein-alternative seit 12,5 Jahren? Richtig: „Wie rette ich die BRD?“ spielen. Dann weiterhin viel Endsieg damit.
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„Daß er nur im Trüben fische
Hat der Hinz den Kunz bedroht.
Doch zum Schluß vereint am Tische
Essen sie des Armen Brot.
Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man sieht nur die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.“
– Bertolt Brecht, „Dreigroschenoper“
Seehofer:
Es gibt einen anderen – völlig unbürokratischen – Weg: den der Gewalt. Wird gerade ins System gepflegt von Millionen sogenannter Neubürger, die über Gesetze, Vorschriften, Regeln und Ordnungsmächte nur lachen. Und diese Ordnungsmächte haben verstanden, daß sie gefälligst untätig zu bleiben haben. Auch wenn jetzt in Aschaffenburg ein Polizist wegen Untätigkeit verurteilt wurde. Aber nur, weil es herausgekommen ist aufgrund zweier Morde durch den unbehelligten Täter.
Ohhh nein, am Anfang des Artikel steht der entscheidende Satzteil, wieder einer von denen, die ihr nicht hören wollt und schon gar nicht verstehen.
„wieder verschwunden wäre, außer mit dem völligen Untergang der ganzen Kultur, die sie trug.“
Oder in meinen Worten, seit vor Turbo-Umvolkung 2015, nur ein Systemende kann Deutschland und die Deutschen retten, jeder der die BRD retten / erhalten will, ist ein Teil des Problems. Was macht ihr ständig und was macht eure Schein-alternative seit 12,5 Jahren? Richtig: „Wie rette ich die BRD?“ spielen. Dann weiterhin viel Endsieg damit.