Zwei Lkw mit unserem Krempel, ein Van mit uns, den wichtigsten Dingen und vier Katzen, 1.250 Kilometer und die ganze Nacht vor uns. Fähre, das erste Frühstück, full English, Zoll, hit the road, und nach gut 20 Stunden, Ankunft in unserem damaligen Domizil in Odiham.
Das ist die Kurzversion unserer Ausreise aus Deutschland.
Wer so alt ist wie wir, der kennt den alten linken – obschon er gesungen hat, fällt es mir schwer, Franz-Josef Degenhardt als Sänger zu bezeichnen – Liedermacher, Liedermacher, das ist das Wort, das Wort für diejenigen, die wie Wolf Biermann oder Franz-Josef Degenhardt klampfen und dazu Laute von sich geben, die man mit viel gutem Willen in der Gegen von Gesang ansiedeln kann. Und wer Degenhardt kennt, der kennt nicht nur die Schmuddelkinder, der kennt auch die “Befragung eines Kriegsdienstverweigerers”, Letzteres ein Lied darüber, dass man eigentlich den Kriegsdienst verweigern darf, uneigentlich aber die Verweigerung an so viele wenn’s und aber’s gebunden ist, dass man es eigentlich doch nicht darf …
Das Ganze spielt im Jahr 1978 und gehört in die Reihe “Schlachtgesänge der Linken”, das waren die Lieder, die vor einem Publikum mehr oder minder blassierter Mittelschichts-Linker zum Besten gegeben wurden, die genau wussten, an welchen Stellen sie lachen mussten.
Wer es nicht kennt:
Der Beitrag in der ARD-tagesschau ist ein solcher. Unter dem Vorwand veröffentlicht, Tipps im Hinblick auf die Vorbereitung, die es benötigt, um auszuwandern, bereitzustellen, dient er einzig der Generalprävention von Auswanderung: Der Abschreckung Ausanderungs-williger, also von Inlands-Steuerverweigerern, dazu, die bürokratischen Hürden und die Tatsache zu monumentalisieren, dass diejenigen, zu denen man zuwandert, weil man nicht per Dingy oder ohne Pass, sondern gans normal im Rahmen der Reisefreiheit oder zuweilen auch mit Visa kommt, sich nicht unbedingt überschlagen und vor allem keinen roten Teppich ausrollen – obschon das, bei Leuten, die als Zuwanderer etwas bringen, heute vermutlich angebracht wäre.
Eine Auswanderung in ARD-tagesschau-Verzerrung ist ein gefährlicher Akt, der Weg zum Auswanderungsziel gepflastert mit Pseudo- und Rogue-Beratern und falschen Firlefanz aus dem Internet, am Wegesrand lauern staatliche Vigilanten und vor allem finden sich entlang des Weges Unmengen von administrativen Schlingpflanzen, die einem das Leben schwer machen sollen.
Witzig.
Je mehr die EU die individuelle Freiheit, seinen Wohnsitz und Arbeitsplatz innerhalb der EU zu suchen, “befördert” hat, desto größer ist der Berg sinnloser Verwaltung geworden, der aufgetürmt wird, um die Auswanderungswilligen vom Auswandern abzuschrecken.
Das Beste, was man tun kann: den ganzen Blödsinn ignorieren.
Wir haben Stunden damit zugebracht, die Probleme zu wälzen, die angeblich entstehen, wenn man mit Haustieren, vier Katzen in unserem Fall, in das Vereinigte Königreich einwandert. Die hohen bürokratischen Hürden haben sich an der Fähre in Calais auf die Frage reduziert: “Do you bring pets?” und in Dover auf einen Vet, der unsere vier Katzen nicht wie vorhergesagt untersucht, nicht wie vorhergesagt in Quarantäne gesteckt hat. Ein Blick in den Impfnachweis der Katzen. Das war’s.
Welcome to the United Kingdom!
Off you go.
Ein Konto, so wurde uns im Vorfeld prophezeit, ein Konto bei einer Bank im Vereinigten Königreich zu bekommen, das ist ein Problem. Am besten man geht gleich zu einer abseitigen Filiale wenig bekannter Banken um seine Chancen zu maximieren. Wir sind schnurstracks in unsere lokale Filiale von Llyods gelaufen, haben ein Konto eröffnet. Einfach so. Einzige Komplikation: Nachweis des Wohnorts. Der Makler, bei dem wir das Haus ergattert hatten, das wir bezogen, hatte seine Filiale direkt gegenüber. Ein Sprung über die Straße, eine Unterschrift als Bestätigung unserer Adresse (Briten weisen ihre Adresse in der Regel mit ihrem Führerschein oder einer “Utility Bill” nach, also einer Rechnung für Strom oder Wasser oder mit einer County Tax Bill. Wir waren gerade erst eingezogen. Hatten keine Rechung…). In keinem der schlauen Bücher, die wir im Vorfeld gelesen haben, wurde auf diesen Umstand hingewiesen.
Witzigerweise fehlt in der Beschreibung der vielen Komplikationen, die die ARD auftürmt, um Auswanderer zu vergällen, das einzig Relevante, das, was in allen Staaten am wichtigsten ist: Die Anmeldung zum Steuern zahlen.
Im UK benötigt man zuerst eine Nummer bei der National Insurance.
In unserem Fall war dazu eine Reise nach Woking notwendig. Zwei Anreisende, zwei Sachbearbeiter, zwei unterschiedliche Outcomes. Ein Sachbearbeiter im jovialen “silly question”-Modus, der strich, was offenkundiger Blödsinn war, eine Sachbearbeiterin, die erst nachfragen musste, ob man trotz eines fehlenden Nachweises für Selbständigkeit eine National Insurance Number erhalten kann. Man kann.
Das war das.
Steuern erledigt man um UK online. Seit 20 Jahren machen wir das so. Ein Sykophant auf der Suche nach Geld für den Staat, eine Gattung Mensch, die uns in Deutschland stets verfolgt hat, am erinnerungswürdigsten in der Figur eines Herrn Wurst, der Mann hieß wirlich so, der ein Buch, in dessen Titel “Dancing” und ““Wolfes” vorkam, nicht als “Ausgabe für berufliche Zwecke” anerkennen wollte, weil er offenkundig dachte, Wölfe und Tanz kann nur etwas mit Kevin Kostner zutun haben, ist uns hier noch nicht begegnet. Tatsächlich war es ein ethnologisches Buch über Bräuche bei den Kwakiutl…
So kann man sich irren – interessanter Weise irren sich die deutschen Verwaltungssykophanten gemeinhin NICHT zu gunsten der Bürger, die ihnen doch eigentlich näher sein sollten als ihr “Staat”.
Mittellanger Text, einfache Message: Wer auswandern will, der soll sich auf den Weg machen. Ein wenig Erspartes mitzubringen, das ist sicher nicht falsch. Alles Administrative erledigt man am besten vor Ort und unter vollständiger Ignorierung der guten Ratschläge. Leute, die Beratung verkaufen, sind zuweilen hilfreich, aber die meisten, die das tun, sind es nicht. Man muss also genau hinsehen und sich zudem fragen, ob man die Leute tatsächlich benötigt. Viele der schriftlich von “Kundigen” fixierten Probleme bei der Ausreise lösen sich gemeinhin in Luft auf, zumeist weil diejenigen, die sie angeblich verursachen sollen, noch nie davon gehört haben.
Und abelden beim Einwohnermeldeamt und beim Finanzamt macht ohnehin keinen Sinn. Wir haben uns bei beiden abgemeldet. Mit besonderer Wonne bei den staatlichen Raubrittern. Genutzt hat es nichts. Letztere wussten, trotz Abmeldungsbescheid und entsprechendem formularischem Nachweis, gar nichts davon, dass wir ausgewandert sind und vor allem nichts davon, wohin, und haben, vorsichtshalber und wegen 2 Euro 20 Cents unser damals noch vorhandenes deutsches Konto gesperrt.
Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann darauf, dass Staatssykophanten ihren Neid in einer Weise ausleben werden, die denen, die sie beneiden zum Nachteil gereicht. Und davor schützt nichts, vor allem schützt eine artige Befolgung der Vorgaben, ganz so als wäre man Eigentum eines Staates nichts.
Lassen Sie sich nicht abschrecken.
Wandern Sie aus.
Aber nicht ins Blaue.
Es ist immer ratsam, sich bei Leuten, die das bereits getan haben, ein paar Informationen zu beschaffen…
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Schon interessant: man produziert TV-Beiträge für Deutsche: „auswandern schwierig, gefährlich, kompliziert, besser nicht machen!“.
Und in arabisch fürs Netz: „einwandern so einfach wie noch nie. Mit Sprachkurse und Dolmetscher. Take all our money and have fun here with these idiots in germoney“.
Propaganda in feinster Form.
Eines Tages wird hier unerlaubte Ausreise wieder mit Gefängnis bestraft werden. Du bist Krankenschwester – Du darfst das Land nicht verlassen. Du bis Handwerker – verboten …
Dieses Land ist so fertig. Und alle machen wieder mit.
„Wer auswandern will, der soll sich auf den Weg machen.“
Wunderbar, genau richtig. Wir waren erst ein Jahr in der Schweiz (- 2021), Formalien alle vor Ort durchgezogen. Daueraufenthaltsrecht.
Aber weil man sich da kein Haus leisten kann und ein Leben in einer Wohnung mich einengte, nach Dänemark. Je nördlicher, desto kostengünstiger.
Wären wir jünger, würden wir nach Argentinien oder Chile ziehen. Dort ist man sehr weit weg von Muslims und drohenden Atompilzen
Das Auswandern ist ja nicht so das Problem. Mehr das ankommen. Jedes Land hat so seine Hürden. Die Mentalität der Ureinwohner muß man sich vorher anschauen. Mit denen lebt man zusammen. Wie auch immer. Wer Fragen hat zu Schweden…
Abgesehen davon, den Amtsschimmel gibt es überall. Wenn ich zu Italienern sage, für wie frei ich ihr Land halte schmunzeln die immer.
Aber immerhin, die sehen das klar, die Schweden schlafen wie die Krauts…
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Dieses Land ist so fertig. Und alle machen wieder mit.
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Aber weil man sich da kein Haus leisten kann und ein Leben in einer Wohnung mich einengte, nach Dänemark. Je nördlicher, desto kostengünstiger.
Wären wir jünger, würden wir nach Argentinien oder Chile ziehen. Dort ist man sehr weit weg von Muslims und drohenden Atompilzen
Das Auswandern ist ja nicht so das Problem. Mehr das ankommen. Jedes Land hat so seine Hürden. Die Mentalität der Ureinwohner muß man sich vorher anschauen. Mit denen lebt man zusammen. Wie auch immer. Wer Fragen hat zu Schweden…
Abgesehen davon, den Amtsschimmel gibt es überall. Wenn ich zu Italienern sage, für wie frei ich ihr Land halte schmunzeln die immer.
Aber immerhin, die sehen das klar, die Schweden schlafen wie die Krauts…
Werde meinen Platz hier nicht freiwillig räumen. Sollen doch die Wokeisten nach Wokeistan auswandern oder in jedes andere islamische Land.