Das Austreiben der Meritokratie von Hochschulen
Das Professorinnenprogramm des Bundes besteht seit 2008. Es ist DAS Programm zur Besserstellung weiblicher Absolventen von Hochschulen, das Mittel, um unter Umgehung von Leistung eine Professur zu ergattern: Geschlecht ausreichend. Denn: Obschon Diskriminierung angeblich verboten ist, diskriminiert das Professorinnenprogramm nach Geschlecht, finanziert ausschließlich weibliche Bewerber auf Positionen, die im Wesentlichen von männlichen Steuerzahlern finanziert werden müssen.
Das Professorinnenprogramm ist nach unserer Ansicht ein wesentlicher Grund für den Niedergang deutscher Hochschulen. Um sich die zerstörende Wirkung dieses staatlichen Eingriffes in die doch angeblich so heilige Wissenschaftsfreiheit, hier über die wissenschaftliche Selbstverwaltung zu vergegenwärtigen, reicht es aus, drei Fragen zu stellen:
- Welche Wissenschaftlerin, die kompetent ist und aufgrund ihrer Leistungen gute Aussichten auf eine Professorenstelle hat, wird es in Kauf nehmen, den Makel, auf Grund von Geschlecht und nicht aufgrund von Leistung berufen worden zu sein, mit sich herumzutragen?
- Welcher kompetente Wissenschaftler, der weiß, dass er an deutschen Hoschulen benachteiligt wird, wird sich an deutschen Hochschulen bewerben, wenn er internationale Optionen hat?
- Wer bleibt übrig, wenn die besten aufgrund zu erwartender Diskriminierung oder Stereotypisierung deutschen Hochschulen den Rücken zuwenden?
Das Professorinnenprogramm ist ein staatlicher Eingriff, der an Hochschulen ein Race to the Bottom, einen intellektuellen Niedergang ausgelöst hat, ein Programm, das sehr teuer bezahlt werden muss.
- Für das Professorinnenprogramm I von 2008 bis 2012 wurden 150 Millionen Euro verpulvert.
- Für das Professorinnenprogramm II von 2013 bis 2017 wurden 150 Millionen Euro verpulvert.
- Für das Professorinnenprogramm III von 2018 bis 2022 wurden 200 Millionen Euro verpulvert.
- Für das Professorinnenprogramm IV von 2023 bis 2030 wurden bzw. werden 320 Millionen Euro verpulvert.
Bislang wurden rund 1000 Professuren mit einem maximalen Jahresgehalt von 165.000 Euro, allesamt unbefristete W2/W3-Professuren, über Frauenbevorzugung besetzt, ein Umstand, der auf vielen Wegen kaschiert werden soll. Einerseits wird behauptet, die Besetzung finde nicht nach Geschlecht, sondern nach Kompetenz statt. Eine dumme und offensichtliche Lüge, denn wenn Kompetenz das Kriterium der Wahl ist, und ein weiblicher Bewerber sich als kompetentester Bewerber ausweist, dann ist “Geschlecht” als Faktor der Entscheidung irrelevant. Wird Geschlecht relevant gemacht, dann ist es offenkundig als Manipulationsmittel gedacht, um denen, die bei Kompetenz zurückbleiben, einen Vorteil gegenüber denen, die bei Kompetenz führen, zu verschaffen.
Oder in kurz: Wenn eine Stellenbesetzung nach Kompetenz erfolgt, ist die Berücksichtigung von Geschlecht nicht nötig, wenn Geschlecht berücksichtigt wird, kann die Stellenbesetzung nicht nach Kompetenz erfolgen.
Rund 1000 Professuren wurden bislang nach Geschlecht und nicht nach Kompetenz besetzt, und vielleicht ist das der Grund dafür, dass keine Liste der im Rahmen des Professorinnenprogramms besetzten Stellen an Hochschulen und derjenigen, mit denen diese Positionen besetzt wurden, beim zuständigen Buchstabenministerium für FSFJ geführt wird. Wer wissen will, was Steuerzahlern als Finanzierungsmündel aufgedrückt wird, wen Sie als “Professor” finanzieren, der muss intensiv suchen und Hochschule nach Hochschule abklappern.
Er findet dann z.B.:
Marie-Luis Merten, die seit August und im Rahmen des Professorinnenprogramms IV den Lehrstuhl für “Germanistische Linguistik” an der Universität Mannheim besetzt. Die letzte Publikation von Merten trägt den Titel „Soziale Positionen – soziale Konstruktionen. Stancetaking im Online-Kommentieren”.
Wenn Sie wissen wollen, was “Stancetaking” bezeichnen soll, dann können wir das entweder kurz machen: “Das Professorinnenprogramm ist ein Mittel, um Männer zu diskrimineren”. Ein Satz, mit dem ich “Position bezogen” habe, eine “Bewertung abgegeben habe” und die ich an Sie als Leser gerichtet habe, also sozial positioniert habe. Viel Wort für ziemlich Alltägliches.
Wir können es auch umfassend machen und es in akademischem Sprech verklären:
“Stance is a public act by a social actor, achieved dialogically through overt communicative means, of simultaneously evaluating objects, positioning subjects (self and others), and aligning with other subjects, with respect to any salient dimension of the sociocultural field.”
Stancetaking ist eines dieser durchgeknallten Konzepte, die in Kommunikation Machtstrukturen hineingeheimnissen. Aus welchem ideologischen Lager dieser Unfug kommt, dürfte damit klar sein. Das Zitat stammt übrigens von John Du Bois:
Du Bois, John W. (2007). “The Stance Triangle.” In Stancetaking in Discourse: Subjectivity, Evaluation, Interaction, edited by Robert Englebretson, p.139–182. Amsterdam: John Benjamins.
Was von dieser Professur an “Erkenntnis” zu erwarten ist, ob überhaupt etwas zu erwarten ist, darüber bin ich mir nicht sicher. Wenn etwas zu erwarten ist, dann Zuträgerarbeiten zum Hate-Speech-Industrial-Complex …
An der Fachhochschule Kiel (HAW Kiel) wurde zum ersten Juli 2024 Anna Isenhardt auf die Professur für Soziale Arbeit im Kontext von Delinquenz berufen. Die Professur wird aus dem Professorinnenprogramm IV finanziert. Der Titel der letzten Veröffentlichung von Isenhard lautet:
„Online Hate Speech – Folgen für das allgemeine Sicherheitsgefühl der Betroffenen“
Einmal mehr ein Forschungsgegenstand ohne Erkenntnis-, aber mit politisch-aktivistischem Wert.
Ein weiteres Beispiel für den Zugewinn, der deutschen Hochschulen aus dem Professorinnenprogramm erwächst, haben wir an der Universität Passau gefunden. Dort wurde 2019 Karin Stögner auf dem Lehrstuhl für Soziologie platziert, finanziert aus dem Professorinnenprogramms III. Die letzten beiden Veröffentlichungen von Stögner tragen die Titel:
Antisemitism and Sexism: Ideological Constellations Before and After 7 October
Intersektionalität neu verhandelt. Kritik von Ideologie und Identität (herausgegeben mit Elke Rajal)
Die “Ismen” lassen Schlimmes befürchten, “Intersektionalität”, die herausragende Erkenntnis, dass man nicht nur Mann, sondern auch groß sein kann oder gut aussehend oder intelligent, bestätigt die schlimme Befürchtung.
Das Professorinnenprogramm hat wie kaum ein anderes Regierungsprogramm zur Zerstörung von Hochschulen beigetragen und tut dies nach wie vor.

