Ambushologie: Verbaler Hinterhalt als pseudo-wissenschaftliche Disziplin

In letzter Zeit lesen wir immer wieder von der offenen Gesellschaft. Von der offenen Gesellschaft kann man eigentlich nicht reden, ohne Karl Raimund Popper mitzudenken. Insofern ist es mehr als ironisch, wenn ausgerechnet Linke von der offenen Gesellschaft sprechen zu können meinen.

Aber dazu kommen wir in einem anderen Post.

Wissenschaft ist eigentlich ein Modell der offenen Gesellschaft. Nun ja, Wissenschaft soll ein Modell für eine offene Gesellschaft sein. Die offene Gesellschaft ist die Norm, die Idealvorstellung, von der man aber dennoch annehmen muss, dass ihr die Wissenschaft am nächsten kommt.

Offene GesellschaftOffene Gesellschaft meint nämlich: Freien Wettbewerb von Ideen und Meinungen. Keine Idee, keine Meinung wird ausgeschlossen, keine Idee, keine Meinung wird privilegiert. Es herrscht Meinungsgleichheit.

Allerdings ist nicht alles Meinung, was als Meinung daherkommt.

Behauptungen, die unbelegt bleiben, sind keine Meinung.

Aussagen, die über das emotionale Befinden des Aussagenden Auskunft geben, sind keine Meinung.

Eine Meinung ist eine Aussage zu einem konkreten Gegenstand, in der etwas empirisch Prüfbares ausgesagt wird.

Wir sind zum Beispiel der Meinung, dass die inflationäre Verwendung des Begriffs „Diskriminierung“ ein Indiz dafür ist, dass viele den Begriff verwenden, aber nur wenige wissen, was er eigentlich bedeutet. An die Stelle der Bedeutung tritt bei Ihnen die Bewertung. Bezichtigen sie andere der Diskriminierung, dann sagen sie damit eigentlich: Diese anderen sind böse. Und zu etwas anderem als dieser Verwendung sind die meisten nicht in der Lage. Schon gar nicht sind sie dazu in der Lage, Diskriminierung in positive und negative Diskriminierung zu unterteilen. Diskriminierung ist nämlich auch positiv, dann nämlich, wenn Straftäter von der nicht-delinquenten Bevölkerung diskriminiert werden, indem man sie in ein Gefängnis steckt. Diskriminierung ist also ein Begriff, der immer vor einer normativen Basis benutzt werden muss, und diese normative Basis ist je nach Zeit und je nach Kontext verschieden. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer Diskriminierung nur als negativ ansehen kann, der kann den Begriff nicht verwenden.

Das war eine lange, aber notwendige Ausführung, um deutlich zu machen, dass Meinung nicht das ist, was einem in den Kopf kommt, sondern das, was man begründen und argumentieren kann. Denn Sprache wurde im Wesentlichen dazu ersonnen, Information auszutauschen – eine Funktion, die heute allzu oft in Vergessenheit gerät.

Wissenschaftliche Sprache geht im Vergleich zur Alltagssprache noch einen Schritt weiter: Sprache wird formalisiert, wird mit Spezialbegriffen zur Bezeichnung bestimmter Sachverhalten angefüllt, um die Verständigung, die Diskussion, den wissenschaftlichen Austausch und vor allem den Erkenntnisprozess voranzutreiben. Entsprechend sollte man denken, dass Wissenschaftler oder solche, die sich dafür halten, darauf wertlegen, die Gründe ihrer Meinung darzulegen.

Deshalb kann man ein KO-Kriterium formulieren und feststellen, dass Personen, die Aussagen dennoch treffen, obwohl sie sie nicht begründen können, Personen, die Aussagen treffen, um Dritte zu diffamieren, herabzuwürdigen oder in sonst einer Weise negativ zu diskriminieren, also Personen, mit denen ihren Emotionen durchgehen und entsprechend der Verstand auf der Strecke bleibt, dass diese Personen keine Wissenschaftler sind.

Es dürfte wohl Konsens geben, dass Aussagen wie:

“„Das ist die Sprache eines ethnozentrisch verrohten demagogischen Gemüts. Er denunziert Geflüchtete und die zu Hunderttausenden gegenwärtig Helfenden …“.

Oder:

eine Feststellung dahingehend, “dass der „vergleichende Politikwissenschaftler“ um „schiefe Vergleiche nicht verlegen zu sein scheint“, die um eine „polemische Verzerrungsabsicht“ ergänzt wird“

nur dann als Meinung gelten können, wenn sie begründet werden und nur dann als Teil eines wissenschaftlichen Austausches und als Äußerung eines Wissenschaftlers angesehen werden können, wenn die Begründung empirisch prüfbar ist.

Werner patzeltDie beiden Aussagen stammen von Hajo Funke, emeritierter Professor der Politikwissenschaft und Karl-Siegbert Rehberg, (hoffentlich) bald emeritierter Professor der Soziologie. Beide haben die entsprechenden Aussagen einfach so und ohne Begründung, quasi als Dogma verkündet, wie Gott seine 10 Gebote, und zwar über Werner Patzelt, denn Patzelt ist der Gegenstand beider Aussagen.

Und dieser Werner Patzelt hat sich nun bemüht, die Begründung beider Aussagen von Funke und Rehberg zu erfahren, eine unglaubliche Geste, die man nur bewundern kann (Wir sind mehr Vertreter altestamentarischer Verhaltensweisen wie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ und hätten wohl entsprechend gehandelt). Patzelt hat also seine beiden „Kollegen“, wie er sagt, angeschrieben und um eine Begründung für beider Aussagen gebeten.

„Kollege“ Rehberg hat die Lieferung einer Begründung aufgrund seiner Arbeitsbelastung derzeit ausgeschlossen, was nur den Schluss zulässt, dass Arbeitsbelastung konstruktiven, überlegten und begründeten Aussagen im Weg steht, nicht jedoch emotionalen und in niederer Absicht gemachten Aussagen, denn um solche muss es sich bei Rehberg handeln, denn sonst hätte er seine Begründung natürlich parat. „Kollege“ Funke ist vollkommen untergetaucht und hat keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben, jedenfalls gegenüber Werner Patzelt. Beide „Kollegen“ bevorzugen offensichtlich eher eine Form der Ambushologie, deren Vorgehensweise man in drei Schritte unterteilen kann:

1. Eine große Klappe riskieren und verbal um sich schlagen.
2. Wegrennen und verstecken.
3. Bei Entdeckung: Keine große Klappe mehr riskieren und versuchen, sich zu wegzudrücken.

Personen wie Funke und Rehberg haben anscheinend die Agenda, die offene Gesellschaft der Wissenschaft in einen Partisanenkrieg zu verwickeln, in dem sie Wissenschaftler, deren begründete Meinung sie nicht mögen, diskreditieren und jede Begründung ihrer Behauptungen verweigern, in der Hoffnung, dass die Diskreditierung länger in Erinnerung bleibt als die eigene Feigheit und Unfähigkeit der Begründung.

Nicht nur Werner Pazelt ist zum Opfer von Ambushologen geworden. Andere haben ähnliche Probleme, das zum Trost:

Collegial Advice: Burn Up Like a Fire.


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Parlamente voller Rassisten

Neuankömmlinge im Kindergarten.

Sie stören das Gleichgewicht, das zwischen den Kindern, die sich seit längerem im Kindergarten befinden, besteht. Zum Beispiel bei der Verteilung der Spielsachen. Es ist klar geregelt, wer wann mit den Bauklötzen spielen darf. Neuankömmlinge stören diese Regeln gegenseitigen Verständnisses. Entsprechend werden sie zunächst ignoriert und abwehrend behandelt, ausgegrenzt, wenn es um den Zugriff auf Bauklötze geht. Die Neuankömmlinge bilden die Fremdgruppe. Ihnen gegenüber steht die Ingroup derer, die bislang Zugang zu den Spielsachen haben.

Im Kindergarten wird entweder eine Intervention durch das so genannte pädagogische Personal erfolgen, das darauf hinwirken will, die Neuankömmlinge zu integrieren und ihnen den Zugang zu Spielressourcen zu sichern oder – bei Kindern nicht auszuschließen – die Neugier der alteingesessenen Kinder wird den Graben zwischen In- und Outgroup überwinden und dazu führen, dass die Neuankömmlinge integriert werden.

In der Welt der Erwachsenen ist dies anders.

Hier gibt es feste kodifizierte Regeln, Regeln wie z.B. diese:

„(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes

Oder diese Regel:

„Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.“ § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

Szenenwechsel.

In gleich drei Landtage sind politische Paria eingezogen, Personen, die vor allem wegen ihrer Weltanschauung Neuankömmlinge in den Parlamenten sind. Entsprechend sehen sich die Neuankömmlinge, so wie die Neuankömmlinge im Kindergarten, einer Ingroup Alteingesessener gegenüber, die ihnen den Zugang zu Ressourcen verwehren wollen. Die Bauklötze, mit denen in bestimmten Ausschüssen gespielt wird, die Neuankömmlinge, sie werden von ihrer Benutzung ausgeschlossen. Bestimmte Posten in der Hierarchie der Parlamente, sie werden den Neuankömmlingen verschlossen bleiben, denn die Neuankömmlinge, sie sind fremde Usurpatoren, die die Ressourcenverteilung unter den Alteingesessenen stören.

Nicht nur das, die Neuankömmlinge sie sind keine Flüchtlinge, denen man eine kulturelle Andersartigkeit zu Gute halten kann. Schlimmer, sie sind kulturelle Kollegen, deren Sprache man teilt, deren Sitten und Verhaltensweisen man kennt. Nichts ist schlimmer für eine Ingroup als eine Outgroup, die ihr ähnlich ist. Um sich zu differenzieren, muss man die Outgroup stigmatisieren, ihr allgemeine Etiketten anheften, so wie das Rassisten und Menschen voller Vorurteile tun. Man muss sie rundum als Nazis beschimpfen, sie zu Rechtsextremisten erklären, sie in jeder nur erdenklichen Weise politisch diskriminieren, denn anders ist es nicht möglich, die Ingroup der Alteingesessenen von der Outgroup derer, die sich kaum unterscheiden, zu trennen.

Sherif Robbers caveUnd weil in Parlamenten angeblich Erwachsene sind und pädagogisches Personal zur Betreuung der Insassen nicht vorhanden ist, deshalb gibt es niemanden, der dafür sorgen will, dass der Graben zwischen den Alteingesessenen und den Neuankömmlingen überwunden, dass die Neuankömmlinge integriert werden. Und weil es unter angeblichen Erwachsenen nicht einmal mehr halb so viele Mutige gibt wie unter Kindern, deshalb wird es auch keine Initiative von einem Alteingesessenen, den die Neugier übermannt und der feststellt, dass die Gemeinsamkeiten das Trennende doch überwiegen, geben, die zur Integration der parlamentarischen Neuankömmlinge führen wird.

In der Erwachsenenwelt werden Neuankömmlinge in Parlamenten ausgegrenzt. Keine Maßnahme, die dem Ziel gewidmet ist, zwischen Neuankömmlingen und Alteingesessenen zu vermitteln, ist vorhanden, kein pädagogisches Personal, das die Stereotype und Vorurteile zwischen der parlamentarischen Ingroup und den Neuankömmlingen versucht, abzubauen, ist gegenwärtig und kein Goodwill, wie er im Kindergarten zwischen manden einander fremden Kindern noch vorhanden ist, ist in Parlamenten zu finden.

In Parlamenten herrschen Ausgrenzung und Stereotypisierung. Dort werden Neuankömmlinge wegen ihrer politischen Anschauungen oder Weltanschauung ausgegrenzt und diskriminiert. Parlamente sind deshalb der Ort, an dem sich die Rassisten Deutschlands finden.

Bleibt zu hoffen, dass diejenigen, die nach wie vor an die Kontakthypothese glauben, also die Hypothese die behauptet, Vorurteile würden im direkten Kontakt derer, die sie haben und derer, gegen die sie sich richten, abgebaut, vielleicht in Parlamenten Recht haben. Vielleicht hilft das Bilden von Tischgruppen in der Kantine, mindestens ein AfD-Parlamentarier pro Tisch, dabei, Rassismus und Vorurteile bei Alteingesessenen abzubauen.

Literatur

Baumol, William J. & Blinder, Alan S. (1988). Economics. Principles and Policy. San Diego: Harcourt Brace Jovanovich.

Coase, Ronald H. (1960). The Problem of Social Cost. Journal of Law and Economics 3(October): 1-44.

EU Commission [Commission of the European Communities] (2006). Community Framework For State Aid For Research And Development and Innovation. Official Journal of the European Union C323/1, 30.12.2006.

Molitor, Bruno (2006). Wirtschaftspolitik. München: Oldenbourg.

Pigou, Arthur C., 1920: The Economics of Welfare.

Schulenburg, Johann-Matthias Graf von der (2005). Versicherungsökonomik: Ein Leitfaden für Studium und Praxis. Karlsruhe: Verlag Versicherungswirtschaft.

Stephan, Gunter & Ahlheim, Michael (1996). Ökonomische Ökologie. Berlin: Springer.

Tullock, Gordon (2005). The Rent-seeking Society. Indianapolis: The Liberty Fund.

Varian, Hal R. (2001). Grundzüge der Mikroökonomik. München: Oldenbourg.

Bildnachweis

Greening the land
Businessnewstreasure

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Ministerialer Betrug: Der Zweck heiligt die Mittel

Es gibt etwas zu feiern im Bundesministerium, das sich angblich Bildung und Forschung widmet:

„Professorinnenprogram fördert 400. Berufung

BMBF Jubel 400Das ist im BMBF ein Grund zum Feiern, nicht nur, weil nach Ansicht der derzeitigen Ministerdarstellerin, Wanka, die 400 Professorinnen, die per Professorinnenprogramm in Positionen gehievt wurden, „[b]esondere Rollenvorbilder für Studentinnen und Studenten“ seien (dazu unten mehr).

Nein. Nicht nur deshalb.

Die Jubelmeldung zeichnet das Professorinnenprogramm in gloreichen Farben: 400 Professuren sind mit den 300 Millionen Euro des Professorinnenprogramms, die bislang ausgegeben wurden, gefördert worden. 198 deutsche Hochschulen hätten sich bislang am Professorinnenprogramm beteiligt. Zwei bis drei von „Frauen besetzte Professuren“ (1. Lüge), würden für die Dauer von bis zu fünf Jahren gefördert. Das Professorinnenprogramm unterstütze deutsche Hochschulen in ihrem Engagement für mehr Chancengleichheit (2. Lüge) und diene dazu, die „Gleichstellung der Geschlechter zu verbessern“ (3. Lüge).

Stellen wir zunächst die Lügen richtig:

Richtigstellung der erste ministerialen Lüge:

Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden keine Professuren gefördert, die von Frauen besetzt sind, es werden ausschließlich Professuren gefördert, die mit weiblichen Bewerbern zum Zweck der Förderung durch das Professorinnenprogramm besetzt oder erst geschaffen werden.

Richtigstellung der zweiten ministerialen Lüge:

Das Professorinnenprogramm dient nicht als Unterstützung zur Herstellung von Chancengleichheit, denn Chancengleichheit herrscht dann, wenn Personen unabhängig von Merkmalen, die in ihrer Person begründet liegen, und ausschließlich auf Grundlage ihrer Leistung beurteilt, im vorliegenden Fall auf Professuren berufen werden. Das Professorinnenprogramm macht das weibliche Geschlecht zum diskriminierenden Faktor, der über eine Berufung entscheidet. Folglich unterstützt das Professorinnenprogramm keine Chancengleichheit, sondern schafft Chancengleichheit zu gunsten einer Bevorzugung weiblicher Bewerber ab.

Richtigstellung der dritten ministerialen Lüge:

Das Professorinnenprogramm ist entsprechend kein Mittel zur Gleichstellung der Geschlechter, sondern ein Mittel zur Schlechterstellung männlicher Bewerber auf Professuren an deutschen Hochschulen.

Nun, nachdem die ministerialen Lügen richtig gestellt sind, ist die Laudatio auf 400 durch das Professorinnenprogramm besetzte Lehrstühle eine andere:

400 durch das Professorinnenprogramm besetzte Lehrstühle bedeuten:

  • 400 weibliche Bewerber, die sich nunmehr per ministerialem Dekret Professor nenen dürfen und nichts dabei finden, dass sie sich die Professur mit ihrem Geschlecht erkauft haben, also mit einem Merkmal, auf das sie keinen Einfluss haben, das entsprechend auch nicht als persönliches Verdienst angesehen werden kann. Personen, die sich durch Einsatz ihres Geschlechts einen Vorteil verschaffen, nannte man früher Prostituierte, nicht Professor.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitglieder nicht über das Rückgrat oder die moralische Entwicklung verfügt haben, um eine Beteiligung an der Besetzung von Lehrstühlen aufgrund des Geschlechts und nicht aufgrund der Leistung des Bewerbers, zu verweigern.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitglieder kein Problem damit hatten, männliche Bewerber mutwillig und vorsätzlich über deren Chancen, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden, zu täuschen.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitglieder wohlwissend, dass die ausgeschriebene Stelle, nur dann besetzt wird, wenn eine Förderung durch das Professorinnenprogramm zustande kommt, was die Besetzung durch einen weiblichen Bewerber voraussetzt, vermutlich schadenfroh darüber sind, dass sie den männlichen Bewerbern falsche Hoffnungen gemacht, Zeit und Geld gestohlen haben.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitgliedern man die Beihilfe zum Betrug vorwerfen muss.
  • Und mindestens 2.500 männliche Bewerber, die sich im Glauben, sie hätten eine Chance, berufen zu werden, auf die entsprechenden Ausschreibungen beworben haben, sich haben verschaukeln lassen und hinterher im Nichts verschwunden sind, ohne sich zu wehren, ohne den Mund aufzumachen, ohne ein Wort des Widerspruchs.

ProfessorrinnenprogrammZusammenfassend: Der Zweck heiligt die Mittel und wenn Betrug notwendig ist, um ministeriale Ziele zu erreichen – warum nicht? Schließlich hat der Betrug außer den Kosten für die Steuerzahler keinerlei Folgen: Kein Staatsanwalt ermittelt. Staatsanwälte sind weisungsgebunden und unterstehen den Justizministern der Länder. Kein betrogener männlicher Bewerber zieht vor ein Verwaltungsgericht oder gar Strafgericht. Kein Vertreter der öffentlich-rechtlichen und privaten Medien hält es für notwendig oder der eigenen Karriere zuträglich, sich öffentlich gegen diese Diskriminierung von Männern und die Prostitution von Frauen auszusprechen. Kein etablierter Professor, bei dem zumindest sicher ist, dass er nicht wegen seines Geschlechts berufen wurde, was die Möglichkeit offen lässt, dass er aufgrund seiner Leistung berufen wurde, meldet öffentlich Kritik an.

In einer Republik der Kuscher und Leisetreter muss sich niemand wundern, wenn die Regierenden sich bei der Wahl ihrer Mittel immer mehr aus dem Fenster der Legalität lehnen, bis sie dann schließlich im Matsch der Kriminalität landen. Es ist in einer Demokratie  eigentlich die Aufgabe der Medien, der Öffentlichkeit, eines jeden Bürgers, die Regierenden zu kontrollieren und Missbrauch von Regierungspositionen zu bekämpfen. Nur so kann eine Demokratie überhaupt funktionieren und vermieden werden, dass Kriminelle und Prostituierte zu Rollenvorbildern für z.B. „Studenten und Studentinnen“ aufgebaut werden.

Immer vorausgesetzt, man möchte das verhindern.

Mehr zum Professorinnenprogramm.

Gerechtigkeit? Gleichheit? Gleichstellung? Idiotentest für Verteilungsfragen

Der Pro Quote Regie Unsinn hat uns den Rest gegeben.

Wir haben nun wirklich genug von all den Aktivisten, die mit Begriffen um sich werfen, deren Gehalt und Sinn sich ihnen nicht einmal entfernt erschließt.

idiotentestDeshalb haben wir uns entschlossen, sozusagen einen Idiotentest für alle diejenigen, die sich in der Öffentlichkeit zu Fragen der Gerechtigkeit oder Gleichheit von Verteilungen äußern wollen, zu konzipieren.

Wir schlagen den entsprechenden Personen den entsprechenden Idiotentest für Verteilungsfragen zum Selbsttest vor, um zu testen, wo sie intellektuell stehen, bevor sie den Mund zum Thema aufmachen.

Idiotentest für Verteilungsfragen

A. Was ist Gerechtigkeit?

  1. Gerechtigkeit ist, wenn ich bekomme, wonach ich ein starkes Bedürfnis habe.
  2. Gerechtigkeit ist, wenn ich das bekomme, was meiner Leistung entspricht.
  3. Gerechtigkeit ist, wenn ich das bekomme, was andere schon haben oder bekommen.

B. Was ist Ergebnisgleichheit?

  1. Ergebnisgleichheit ist, wenn alle dasselbe bekommen, egal, was sie dafür getan haben.
  2. Ergebnisgleichheit ist, wenn alle das bekommen, was sie sehr gerne hätten.
  3. Ergebnisgleichheit ist, wenn so verteilt wird, dass alle am Ende dasselbe haben, egal, was sie dafür getan haben.

C. Was ist Chancengleichheit?

  1. Chancengleichheit ist, wenn jeder denselben Zugang zu Positionen hat.
  2. Chancengleichheit ist, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen denselben Zugang zu Positionen haben.
  3. Chancengleichheit ist, wenn benachteiligte Gruppen bevorteilt werden.

D. Verteilungsaufgabe I

  • In Deutschland sind rund 15% der Beschäftigten im Baugewerbe weiblich. Kann man daraus schließen, dass Frauen im Baugewerbe benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

E. Verteilungsaufgabe II

  • In Deutschland sind 69% der Beschäftigten im Bereich von Erziehung und Unterricht weiblich. Kann man daraus schließen, dass Männer im Bereich Erziehung und Unterricht benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

F. Verteilungsaufgabe III

  • In Deutschland sind rund 12% der Regisseure, die für die Filme öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten Verantwortung tragen, weiblich. Kann man daraus schließen, dass weibliche Regisseure benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

G. Verteilungsaufgabe IV

  • In Deutschland sind 30% derjenigen in Führungspositionen von Unternehmen und staatlichen Institutionen weiblich. Kann man daraus schließen, dass Frauen benachteiligt sind?
    1. Ja
    2. Nein

H. Was ist Gender-Gerechtigkeit?

  1. Der Versuch, Ergebnisgleichheit zwischen Männern und Frauen herbeizuführen.
  2. Ein inhaltsleerer Kampfbegriff
  3. Ein Synonym für Gleichstellung

I. Was ist Gleichstellung?

  • Der Versuch von Frauen, sich einen Vorteil auf Kosten von Männern zu verschaffen.
  • Der Versuch, Ergebnisgleichheit für Personen oder Gruppen herzustellen, die keine Rücksicht auf Leistung nimmt.
  • Ein Synonym für Gender-Gerechtigkeit.

J. In welchem der drei folgenden Fälle liegt Diskriminierung vor?

  • Diskriminierung liegt vor, wenn ich nicht das habe, was andere schon haben.
  • Diskriminierung liegt vor, wenn ich vom Zugang zu Ressourcen ausgeschlossen werde, nur, weil ich ein Mann bin.
  • Diskriminerung liegt vor, wenn ich nicht dasselbe bekomme, was andere bekommen.

Pro richtiger Antwort gibt es einen Punkt.

Wer 10 Punkte hat, darf in der Öffentlichkeit den Mund aufmachen.

Wer 9 Punkte hat, sollte prüfen, ob er nicht aus Versehen bei einer Frage die falsche Antwort angekreuzt hat.

Wer 8 Punkte und weniger hat, der sollte sich zu Fragen von Gerechtigkeit oder Gleichheit der Verteilung von Ressourcen an Personen oder Gruppen bis auf weiteres nicht (mehr) öffentlich äußern, sondern versuchen, die jeweiligen Ideen und Konzepte zu begreifen.

Und hier die Auflösung der Aufgaben

A. Gerechtigkeit

  • Gerechtigkeit ist ein Prinzip, das eine der Leistung entsprechende Auszahlung garantiert. D.h. wer mehr leistet, erhält auch eine höhere Auszahlung. Daher ist das Gerechtigkeitsprinzip eng mit dem Leistungsprinzip verbunden.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

B. Ergebnisgleichheit

  • Die Schaffung von Ergebnisgleichheit ist das Gegenteil einer gerechten Verteilung weil Erstere die Verteilung von Ressourcen unabhängig von Leistung vornimmt. Im Gegensatz zu Gerechtigkeit wird Ergebnisgleichheit in der Regel auf Gruppen und nicht auf Individuen angewendet.
  • Alternative 3 ist die richtige Antwort.

C. Chancengleichheit

  • Chancengleichheit liegt vor, wenn keinem Individuum oder keiner gesellschaftlichen Gruppe durch Privilegien der Zugang zu Positionen im Vergleich zu anderen Individuen oder gesellschaftlichen Gruppen erleichtert wird (oder durch negative Sanktionen erschwert wird). Chancengleichheit ist das Gegenteil von „affirmative action“, also von Maßnahmen der positiven Diskriminierung.
  • Alternative 1 ist die richtige Antwort.

D. Verteilungsaufgabe I

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden.

E. Verteilungsaufgabe II

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden.

F. Verteilungsaufgabe III

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden. Wer es dennoch tut, will sich entweder persönlich bereichern, oder er ist dumm.

G. Verteilungsaufgabe IV

  • Nein.
  • Aus einer Verteilung kann nicht auf die Ursache der Verteilung geschlossen werden. Wer es dennoch tut, will sich entweder persönlich bereichern, oder er ist dumm.

H. Gender-Gerechtigkeit

  • Gender-Gerechtigkeit ist ein inhaltsleerer Kampfbegriff. Gerechtigkeit als Verteilungsprinzip besagt, dass jeder unabhängig von sonstigen Merkmalen und somit auch unabhängig von seinem Geschlecht die Auszahlung erhält, die seiner Leistung entspricht.
  • Wenn Gender-Gerechtigkeit dann vorläge, wenn Männer und Frauen eine Auszahlung entsprechend ihrer Leistung erzielen, sie also ihrer Leistung entsprechend behandelt werden, dann wird nach dem Gerechtigkeitsprinzip verteilt, für das „Gender“ völlig irrelevant ist. Deshalb ist der Begriff „Gender-Gerechtigkeit“ unsinnig.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

I. Gleichstellung

  • Gleichstellung ist, wenn so verteilt wird, dass am Ende eine Ergebnisgleichheit herrscht. Dementsprechend handelt es sich um eine Verteilung, die unabhängig von Leistung vorgenommen wird. Gleichstellung ist somit das Gegenteil von Gerechtigkeit.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

J. Diskriminierung

  • Diskriminierung liegt vor, wenn willkürliche Merkmale einer Person genutzt werden, um die entsprechende Person vom Zugang zu Ressourcen auszuschließen, z.B. Männer von bestimmten Professuren, wie dies im Professorinnenprogramm der Fall ist.
  • Alternative 2 ist die richtige Antwort.

Der Idiotentest für Verteilungsfragen steht hier als PDF bereit, um heruntergeladen, ausgedruckt und verteilt zu werden. Wir geben die Hoffnung eben nicht auf, dass sich die Vernunft durchsetzt!

Gesetzes Grenze oder: Die Gedanken sind frei

Wir konnten uns nicht entscheiden, wie wir den vorliegenden Post einleiten sollen. Deshalb gibt es jetzt drei alternative Anfänge:

In der Kriminologie ist die Verdrängung von Kriminalität ein bekanntes Phänomen. Wenn durch z.B. verstärkten Polizeieinsatz in einem räumlich begrenzten Gebiet, z.B. der Taschendiebstahl schwieriger gemacht wird, dann wandern die Taschendiebe in angrenzende Gebiete ab und gehen dort ihrem Handwerk nach.

Oder Alternative 2:

DDR Grenze

Staatlich geförderte Wahl des Wohnsitzes

In der DDR herrschte eine offizielle Meinung, die Parteimeinung, und es war der eigenen Karriere nicht förderlich, wenn man den Genossen Honnecker als senilen Alten oder Genosse Stalin als pathologischen Mörder bezeichnet hat. Geschweige denn, dass es ratsam war, die aus Parteiräson entsprungene Planwirtschaft ob der Tatsache, dass kein Zement, dafür aber doppelt so viel Ziegelsteine wie notwendig, produziert wurden, zu kritisieren. Deshalb gab es in der DDR die private Meinung im Freundeskreis derer, die sich nachträglich häufig als IM – inoffizielle Mitarbeiter der Stasi entpuppt haben.

Oder Alternative 3:

Verträge, und Gesetze sind letztlich Verträge, sind notwendiger Weise unvollständig, da es einerseits Folgen der Gesetze gibt, die man bei Gesetzeslegung nicht gekannt hat, andererseits Reaktionen auf die Gesetze, die man nicht geplant hat, die sich unbeabsichtigt ergeben. Entsprechend sind Gesetze keine 100%tigen Regelungen, sondern Regelungsabsichten, die sich zum Teil ganz anders, als beabsichtigt, entwickeln.

Gesetzgebung, die das Ziel hat, eine Gleichstellung oder eine Gleichheit herzustellen, Gesetzgebung, die nicht Chancengleichheit, sondern Ergebnisgleichheit zum Ziel hat, Gesetzgebung, die bei Minderheiten mit affirmative action arbeitet, diesen also einen Vorteil einräumt oder Gesetzgebung, die Gleichstellung sicherstellen will, z.B. durch die bekannte, aber vollkommen leere Floskel: „Bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt“ oder wahlweise Behinderte, Gesetzgebung, die sich aufschwingt gegen Vorurteile und Diskriminierung vorzugehen und entsprechend Gender mainstreamed oder Diversity garantieren will, derart angeblich gut gemeinte Gesetzgebung war Gegenstand einer qualitativen Untersuchung, die an der University of Sheffield durchgeführt wurde.

30 Interviewte machen die Grundgesamtheit der Studie aus, die sich mit Gleichheits-Gesetzgebung, dem Equality Act (2010) im vorliegenden Fall, und vor allem mit den Konsequenzen dieser Gesetzgebung aus dem Vereinigten Königreich befasst hat. Die Ergebnisse dieser Studie sind ein herber Rückschlag für alle, die denken, sie könnten Menschen einfach das verordnen, was sie für richtig halten, könnten die Hearts and Minds derjenigen erobern, die sie aus ihrer Sicht richtigen Regelungen unterziehen.

Weit gefehlt. Man kann Menschen nicht per Gesetz zum angeblich Besseren bekehren.

Schlimmer noch. Derart vermeintlich gutgemeinte Gesetze verschlimmern die Situation, die zu verbessern sie angetreten sind.

Konsequenz einmal mehr: Sozialtechnologie funktioniert nicht.

Im Einzelnen hat die Untersuchung gezeigt, dass

  • Sheffield Universitydie Befragten keine Detailkenntnisse über den Equality Act (2010) hatten;
  • die Schaffung von Gleichheit per Gesetz als Form politischer Korrektheit angesehen wurde;
  • die Schaffung von Gleichheit als unfair und ungerechtfertigt angesehen wurde;
  • das Gesetz zur Schaffung von Gleichheit dazu geführt hat, dass die Befragten eine öffentliche und eine private Meinung entwickelt haben, d.h. in der Öffentlichkeit und vor allem am Arbeitsplatz haben sie gesagt, was politisch korrekt ist und von ihnen erwartet wurde, was aber in keiner Weise ihrer Meinung entsprochen hat. Im privaten Kontext haben sie ihrer wirklichen Meinung dann freien Lauf gelassen, wobei die Vorurteile gegen Minoritäten, die sie im öffentlichen Raum nicht mehr äußern dürfen, im privaten Raum um so deutlicher geäußert wurden.
  • die Schaffung von Gleichheit per Gesetz, die damit verbundene politische Korrektheit und das davon ausgehende Sprechverbot für die eigene, nicht politisch korrekte Meinung hat Ärger und Frustration und das Gefühl, zum Schweigen gebracht und aus dem öffentlichen Raum verdrängt worden zu sein, zur Folge.

Letztlich, so Gill Valentine, Autor des Berichts, habe man mit der Gesetzgebung eine Situation geschaffen, die keinem helfe, aber alle schlechter stelle. Diejenigen, denen geholfen werden sollte, sehen sich nunmehr Ressentiments gegenüber, die nicht mehr öffentlich diskutiert werden können, die sie vielmehr im Privaten treffen. Diejenigen, deren Meinung als nicht mehr politisch korrekt angesehen wird, fühlen sich aus dem öffentlichen Raum abgedrängt und reagieren mit Ärger und Frustration, was ihre Vorurteile intensiviert.

Kurz: Ein Gesetz zur Schaffung von Gleichheit mag diejenigen zufrieden stellen, die damit zufrieden sind, sich als vermeintliche Guttuer in der eigenen Gutheit suhlen zu können, diejenigen, die damit eine Veränderung herbeiführen wollten, können damit nicht zufrieden sein, denn sie haben das Gegenteil dessen erreicht, was sie erreichen wollten:

  • Sie haben Vorurteile gegen Minoritäten wo sie vorhanden waren, verschärft, wo sie nicht vorhanden waren, neu geschaffen.
  • Sie haben dafür gesorgt, dass die Gruppen, denen durch die gesetzliche Schaffung von Gleichheit geholfen werden sollte, im Rampenlicht stehen und Dank der größeren Sichtbarkeit und der mit dem Gleichheitsgesetz einhergehenden Wahrnehmung von Unfairness noch größere Resentiments hervorgerufen haben, als zuvor.
  • Und Sie haben es letztlich geschafft, dass eine öffentliche Auseinandersetzung darüber, ob Vorurteile gegen Schwarze, Asiaten, Deutsche oder Schotten eine empirische Basis haben oder schlicht nicht gerechtfertigt sind, verunmöglicht wurde.

Die Vorurteile sind nun privat und für die Sozialtechnologen nicht mehr erreichbar.

Somit kann man schließen:

Die Gedanken sind frei und nicht durch Gesetze veränderbar.

Wer dies dennoch versucht, wird eine vorhandene Situation nur verschlimmern.

Und was für den Equality Act im Vereinigten Königreich gilt, gilt für das Gender Mainstreaming und die Myriaden Programme zur Bevorteilung von Frauen in Deutschland. Am Ende wird sich eine Situation einstellen, die Bürger in öffentlichen Situationen die Versatzstücke aufsagen lässt, die sie auswendig und als politisch korrekt gelernt haben, und in privaten Situationen werden sie ihrem Frust und ihrem Ärger freien Lauf lassen. Wie lange es wohl dauert, bis diese explosive Mischung knallt … ?

Es gibt keine positive Diskriminierung

Die Wortmagie des Staatsfeminismus hat den Begriff der „positiven Maßnahmen“ geschaffen. Positive Maßnahmen sind in Artikel 5 des angeblichen Gleich-Behandlungs-Gesetzes gefasst:

ADS„Ungeachtet der in den §§ 8 bis 10 sowie in § 20 benannten Gründe ist eine unterschiedliche Behandlung auch zulässig, wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile wegen eines in § 1 genannten Grundes verhindert oder ausgeglichen werden sollen.“

Mit positiven Maßnahmen ist also nichts anderes gemeint als eine staatlich sanktionierte Diskriminierung und somit eine Maßnahme, die es in Deutschland schon einmal gab, damals wurde sie in den Nürnberger Rassegesetzen niedergelegt.

Auch mit den Nürnberger Rassegesetzen sollte ein angeblich vorhandenes Unrecht revidiert werden, entsprechend qualifizieren sich die Nürnberger Rassegesetze als positive Maßnahme im Sinne des AGG, da mit dem Rassegesetz Juden aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden (eine Null-Quote, wenn man so will), um die bestehenden Nachteile von Reichsdeutschen auszugleichen und die Prosperität und den Wohlstand des deutschen Volkes auch in Zukunft zu sichern.

„Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre

Ein zeitgemäßer Titel wäre – Gesetz zur Förderung der Gesundheit der deutschen Bevölkerung

Vom 15. September 1935
Durchdrungen von der Erkenntnis, daß die Reinheit des deutschen Blutes die Voraussetzung für den Fortbestand des deutschen Volkes ist, und beseelt von dem unbeugsamen Willen, die deutsche Nation für alle Zukunft zu sichern, hat der Reichstag einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird.“

Deutsche Parlamentarier waren in der Lage, die Nürnberger Rassegesetze zu verabschieden. Etwas genereller formuliert muss man daraus den Schluss ziehen, dass es notwendig ist, den allgegenwärtigen Opportunismus und die allgegenwärtige ideologische Verblendung unter Parlamentarieren zu kontrollieren und in Grenzen zu halten.

Dazu bedarf es einer funktionierenden civic society, d.h. es braucht Individuen, die dem, was Parlamentarier verabschieden, die dem, was Regierungen durchsetzen wollen, kritisch gegenüberstehen und dann, wenn es nicht anders verhindert werden kann, Widerstand gegen das leisten, was angeblich in ihrem Namen beschlossen wurde.

Der logische Widerspruch im Artikel 5 des AGG, der trotz der gewählten schwammigen Formulierung deutlich zu erkennen ist, als Behauptung man könne nicht näher qualifizierte Nachteile durch aktive Benachteiligung („positive Maßnahmen“) beseitigen.

Das selbe trifft auf Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes zu:

„(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Artikel 3 Absatz 2 ist nichts anderes als ein Ermächtigungsgesetz, das staatliche Akteure eine Vollmacht dahingehend erteilt, Diskriminierung von Männern nach Gusto zu betreiben, denn wie sonst sollte auf die Beseitigung vermeintlich bestehender Nachteile von Frauen hinwirken wollen als durch die angblich positiven Maßnahmen, die im AGG genannt sind?

Dies zeigt, wie einfach es doch ist, demokratische Grundlagen außer Kraft zu setzen und durch Klientelpolitik zu ersetzen. Man braucht dazu ein Gesetz, das einen wohlklingenden Namen hat. Man benötigt darüber hinaus, einen leeren Passus, der einen rechtsfreien Raum der bestehenden Nachteile schafft, von denen es keine Konkretisierung gibt, lediglich eine wage Umschreibung. Auf Basis der wagen Umschreibung vermeintlicher Nachteile können dann die unterschiedlichsten Nachteile erfunden und als Ausgangspunkt dafür genutzt werden, konkrete und handfeste Diskriminierungsmaßnahmen, wie z.B. das Professorinnenprogamm in die Tat umzusetzen.

untertan_kurfuerstErleichtert wird dieses durschsichtige Verfahren durch die Rechtsgläubigkeit von Deutschen. Vielen von ihnen kann man wohl alles vorsetzen, und sie akzeptieren, was ihnen von der Staatsmacht vorgesetzt wird. An die Stelle der Kontrolle und kritische Prüfung dessen, was ihnen vorgesetzt wird, tritt für viele die uneingeschränkte Akzeptanz, die soweit geht, dass Deutsche in die Rolle des Gesetzgebers schlüpfen und für diesen überlegen, wie man ein Programm, das offensichtlich nichts mit Chancengleichheit und Gerechtigkeit, sondern mit Privilegierung, Gewährung von Sonderrechten und Diskriminierung zu tun hat, aus rechtlicher Sicht doch noch legitimiern kann.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat dies zum Anlass genommen, um in einem Kommentar die Argumente zusammen zu fassen, mit denen man ein unsinniges und unlogisches Gesetz wie das AGG, das die Beseitigung vermuteter Diskriminierung durch tatsächliche Diskriminierung rechtfertigen soll und seine Konsequenzen kritisieren und normalerweise (in rationalen Kulturen) beseitigen kann:

(1) Wenn ein Gesetz wie das Antidiskriminierungsgesetz offensichtlich jeder Logik widerspricht und man an der geistigen Gesundheit derer, die solchen Unsinn formulieren, zweifeln muss, dann kann man das vermeintliche Gesetz nur als groben Unfug oder Ausdruck von Gehirnkrebs qualifizieren, das keinerlei Anspruch auf Geltung für normal Intelligente haben kann: Es ist logisch unmöglich, Diskriminierung durch diskriminierende Maßnahmen – tja, was eigentlich? Ich weiß es nicht. Also versuchen wir es anders: es ist logisch unmöglich, mit diskriminierenden Maßnahmen vorher beobachteten Phänomenen zu begegnen, die ex-post facto als Diskriminierung interpretiert werden, und zwar

  • (1a) weil erst einmal empirisch nachgewiesen werden müsste, dass diese Interpretation zutreffend ist und
  • (1b) weil selbst dann, wenn das gelänge, jemand von vornherein unglaubwürdig ist, der angeblich Diskriminierung so sehr verurteilt, dass er sie ausgleichen – oder sonst irgendwie etwas, was man in ein nebulöses Verb gießen kann – möchte, sich aber keineswegs zu schade ist, just dies, also Diskriminierung, ganz bewußt einzusetzen, wenn es ihm gerade in den Kram passt.

Der Kampf gegen Diskriminierung ist damit zur Farce geworden, die niemand ernst nehmen kann; statt dessen lautet die Botschaft: Diskriminierung ist bloß ein Kampfbegriff, der von jedem benutzt werden kann, der für die eigene Klientel etwas herausschlagen will.

Das ist sehr, sehr bedauerlich, denn Fälle nachweisbarer (!) Diskriminierung als Benachteiligung sind eine ernsthafte Angelegenheit, besonders, wenn sie institutionell und nicht durch irgendeine einzelne Person, erfolgt.

  • (2) Diskriminierung bedeutet Benachteiligung, und diskriminierende Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung (allein dies zu tippen, bereitet mir Kopfschmerzen wegen des logischen Schwachsinns!) zu treffen, bedeutet eine Bevorteilung. Nun ist die Frage, wie sich Benachteilung und Bevorteilung zueinander verhalten, Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass mit jeder Bevorteilung bestimmter Personen notwendigerweise eine Benachteiligung bestimmter anderer Personen einhergeht. Genau dies wird von den institutionalisierten Diskriminierern in unserer Gesellschaft aber gewöhnlich bestritten. Möglicherweise gibt es tatsächlich irgendeine Konstellation, in der es sich hier nicht um ein Nullsummenspiel handelt, aber die institutionellen Diskriminierer sind den entsprechenden Nachweis (logisch und empirisch) bislang schuldig geblieben,

Empirisch besehen ist der Fall des Professorinnenprogramms jedenfalls ein Nullsummenspiel, denn wenn die Finanzierung nur für weibliche Bewerber vorgesehen ist, also für sie exklusiv reserviert ist, dann sind männliche Bewerber von der Finanzierung ausgeschlossen. Wenn im Grundgesetz (immer noch) steht, dass niemand (u.a.) aufgrund seines Geschlechtes diskriminiert werden darf, dann handelt es sich bei dem Bevorteilungsprogramm weiblicher Bewerber im Rahmen des Professorinnenprogramms also notwendigerweise um einen Verstoß gegen das Grundgesetz, weil die Bevorteilung von Frauen hier eine Benachteiligung von Männern notwendig impliziert.

Das wird nicht dadurch anders, dass man im Zuge eines wirklich unzumutbar primitiven rhetorischen Tricks zulässige und unzulässige Diskriminierung zu unterscheiden versucht (positive Maßnahmen): dadurch wird lediglich Diskriminierung als solche zum Verschwinden gebracht (s. Punkt 1b).

civic cultureEs geht hier auch gar nicht um Diskriminierung, sondern um Nutznießerei durch Herstellung von Ergebnisgleichheit. Die Gleichheit, die im Grundgesetz garantiert ist, ist aber eine Chancengleichheit und eine prozedurale Gleichheit (= Verfahrensgleichheit), keine Ergebnisgleichheit! Eine so umfassende Uminterpretation grundlegender Gesetze und entsprechend der gesellschaflichen Verhältnisse ist in Deutschland zu keinem Zeitpunkt offen diskutiert und demokratisch legitimiert worden.

  • (3) Selbst unter Nicht-Beachtung der Punkte 1 und 2 – und eine solche Nicht-Beachtung ist nur Toten und solchen mit Gehirnkrebs verzeihlich – gilt, dass es logisch nicht möglich ist, Diskriminierungen angeblich und irgendwie wieder gut zu machen, wenn man sie kollektivistisch auffasst:

Wenn einem Kind sein Ball gestohlen wurde, wäre es gut, den Dieb zu identifizieren, ihm den Ball abzunehmen und ihn dem Kind, von dem er gestohlen wurde, zurückzugeben. Das ist Widergutmachung im Sinn des Wortes. Alles andere ist gesellschaftliche Konstruktion, die bis hin zum Betrug gehen kann, wenn er opportun erscheint, so z.B. wenn die Eltern des Kindes Geld von den Eltern des Kindes fordern würden, das den Ball gestohlen hat, sozusagen als Schadensersatz, ohne Betrachtung der Frage, wer durch wen welchen Schaden erlitten hat und wie der Schaden de facto ausgeglichen werden kann. Dies wäre ein Fall von Vorteilsnahme über den Schadensausgleich hinaus.

Wenn nun ganze Gruppen von Menschen – die Hälfte der Bevölkerung! – gegenüber einer anderen schlechtergestellt wird, um vermeintliche Diskriminierung auszugleichen, die die gesamte erste Gruppe durch die gesamte zweite Gruppe einmal erfahren haben soll, und die beiden Gruppen heute personell so gut wie keine Schnittmenge mit den beiden Gruppen von vor 20, 40, 60, 100, 120, … 50.0000, 100.000 Jahren aufweist, dann ist das die verheerendste und dümmste Art von Kollektivstrafe und historischer Gruppenfehde, die ich mir vorstellen kann. Dagegen wirkt das alte Testament wie ein tröstliches Märchen zur Bettzeit.

Die institutionellen Diskriminierer in unserer Gesellschaft sind von uns niemals für diese Art von Volksverhetzung verantwortlich gemacht worden – und das ist für mich ein echtes Unding! Zumindest ist erstaunlich, dass sich nicht viel mehr Leute in unserer Gesellschaft fragen, wie man eine solche umfassende Verfolgung im Rahmen eines empirisch völlig unbelegten, angeblichen Geschlechterkampfes rechtfertigen will.

Rechtfertigen kann man ihn überhaupt nicht. Aber die historischen Wurzeln dieser Menschenverachtung und dieses Ausmaßes an Hass lassen sich aufzeigen. Einen kleinen Beitrag hierzu habe ich in meinem Artikel über das Patriarchat zu leisten versucht. In jedem Fall wäre es dringend notwendig, dass wir alle uns um diese Spurensuche bemühen – damit wir endlich klar sehen, mit wem wir es bei unseren institutionellen Diskriminierern zu tun haben!

Betrachtungen eines Mehrfachdiskriminierten

Heute ist es mir so richtig klar geworden: Ich werde diskriminiert!

Nicht einmal, nein x-Mal; diskriminiert in Wort und Tat und das täglich, 24/7 – eine Ende ist nicht absehbar.

Wie lebt man, wenn man gleich mehrfach diskriminiert wird?

Eigentlich ganz gut, nur das Wissen um die Diskriminierung, das Wissen um diese tägliche Ungerechtigkeit, das nagt und nagt und so.

Es muss etwas getan werden – eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme.

Diskriminierung ist, wenn man wegen seiner Hautfarbe, seines Geschlechts, seiner Herkunft oder seiner Rasse oder sonstiger Merkmale, die man nicht los wird, schlechter gestellt oder gar beleidigt oder beschimpft wird.

Da geht es schon los:

Ich werde beschimpft.

discrimination2Ich sei bildungsfern, weil ich aus der Arbeiterschicht komme. Und die Arbeiterschicht, das weiß man offensichtlich und vor allem, wenn man aus der Mittelschicht kommt, die ist bildungsfern.

Mittelschicht, das sind übrigens diejenigen, die sich geschmacklose Kleckse an die Wand hängen, um damit zu zeigen, wie modern und gebildet sie sind. Natürlich keine Originalkleckse, das können sie sich nicht leisten. Dazu ist ihr Lebensstandard zu prekär. Nein, Reproduktionen, Drucke, Drucke, die 1000fach produziert werden – damit man als Bildungsferner sofort sieht, dass man eine Mittelschichtswohnung betritt.

Außerdem, das muss jetzt gesagt werden, gelte ich rechts. Wir bei ScienceFiles gelten alle als rechts, denn wir fragen Genderisten danach, was sie an Universitäten verloren haben. Das reicht um als Rechter bezeichnet zu werden. Wer kritisiert, dass sich bestimmte Leute auf Kosten anderer bereichern, der gilt heute als rechts.

Was zur Konsequenz hat, dass jeder rechts ist, der ein selbstbestimmtes Leben führt. Und wer ein selbstbestimmtes Leben führt, der wird konsequent diskriminiert, der wird ausgeschlossen aus dem Transfer der Mittel, Beihilfen, Zuwendungen und sonstigen Vergünstigungen, die das staatstreue Leben so mit sich bringt.

Die multiple Diskriminierung nimmt ihren Lauf.

Ich bin männlich. Bad luck: Kein Anspruch auf Mutterschaftsurlaub, kein Geld für Fertilität, so genanntes Mutterschaftsgeld, eine Prämie für vermeintlich erfolgreich ausgeführten Geschlechtsverkehr – Geld für das, was man früher die eheliche Pflicht genannt hat: Nachwuchsproduktion. Eigentlich ein Schlag ins Gesicht für alle emanzipierten Frauen. Aber kennen sie eine, die sich nicht von ihrem Staat für den Einsatz ihrer Geschlechtsteile bezahlen lässt? Mutterschaft als Prostitution. Wie auch immer, ich werde diskriminiert.

Schon weil die Produktion von Nachwuchs die Eintrittskarte in die Förderkarriere ist. Elterngeld winkt, Elterngeld plus für all diejenigen, die kein oder wenig Humankapital haben, das man als Fähigkeit im Beruf und gegen gutes Geld verkaufen kann. Kindergeld für die Sprößlinge ab Tag 1, Kinderzuschlag für Geringverdiener, Wohngeld, die Möglichkeit, familienunterstützende Leistungen von der Steuer abzusetzen, Familienurlaub in Familienferienstätten. Und wäre ich alleinerziehend, ein wahres Hilfe-Paradies wäre meins. Aber statt Einlass ins Hilfe-Paradies gibt es für mich Diskriminierung.

All die Geschenke, die das BMFSFJ im Tausch gegen Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Würde verteilt, ich bekomme sie nicht. Ich werde diskriminiert.

Und Bauer bin ich auch nicht.

Kein Geld von der EU, kein Geld vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Geld dafür, dass ich meinem Erwerb nachgehe. Ich gehe meinen Erwerb unsubventioniert, aber voll besteuert nach. Steuerliche Vorteile für mich? Pustekuchen. Ich bin kein Bauer, kein Schiffsbauer, kein Elternteil. Ich bin bildungsfern und rechts! – und männlich, fast hätte ich es vergessen.

Und arbeitslos war ich auch nie. Ich bin selbstständig: Arbeit ohne Ausgleichszahlung, kein Anspruch auf Urlaubsgeld, Übergangsgeld, Trennungsgeld oder 13. Monatsgehalt. Nichts. Nicht einmal Insolvenzgeld. Ich werde diskriminiert.

Das macht fast depressiv, und fast hätte ich es in die nicht diskriminierende Öffentlichkeit des Behandlungszimmers in der Klink für psychisch Kranke geschafft. Aber eben nur fast. Und das heißt: Kein Geld von der Krankenkasse und weiter diskriminiert.

Not macht bekanntlich erfinderisch – naja, nicht erfinderisch, aber doch zumindest nachdenklich.

Nachdenken über Subventionen führt zuweilen zu in Vitro Fertilisation. 50% trägt die Krankenkasse. Eine Chance zumindest zum nur noch halb Diskriminierten zu werden. Man gehe einfach zum Arzt, lasse sich Sperma abzapfen, hoffe auf die ärztliche Kunst und darauf, dass kein Blindgänger eingepflanzt wird. Schon steht einem die diskriminierungsfreie Welt der Abhängigkeit von staatlichen Leistungen offen.

Aber im Tauch gegen Selbständigkeit, Selbstbestimmung und Würde? Ja, Würde: Wer will schon zum Samenspender werden, zum spasslosen Erzeuger steriler Empfängnis?

discriminationBleibt noch ein letzter verzweiflter Akt, bei 100prozentiger Kostenübernahme durch die Krankenkasse und anschließender garantierter Transferexistenz: Werde doch Trans, also nicht Trans, sondern das, was nach der Operation herauskommt! Ausgangspunkt: Spannungsverhältnis zwischen Geschlechtsidentität und tatsächlichem Geschlecht – etwas Einbildung reicht vermutlich. Voraussetzung: Zwei Jahre gescheiterte Psychotherapie – kein Problem – und keine Linderung meiner Qual. Resultat: Fast wie beim Geheimdienst – Neuer Name, neue Identität, neuer Mensch. Ein sagenhaftes Angebot. Und die Nachsorgebehandlung garantiert ein Leben in Abhängigkeit.

Aber…

wenn ich es mir so recht überlege – vielleicht ist es gar nicht so schlecht mehrfachdiskriminiert zu sein, selbstbestimmt, selbstwirksam, selbstbewusst und in Würde zu leben; in jedem Fall besser als sich an einen Staat zu verkaufen, der nur darauf wartet, Selbstbestimmung durch Vor- oder Nachsorge zu beenden, Selbstwirksamkeit durch Zugehörigkeit zur Gruppe der Transferempfänger zu zerstören, Selbstbewusstsein durch Bezahlung für Prostitution zumindest zu erschweren und Würde zu einem Begriff zu machen, der demnächst aus dem Duden gestrichen wird.

Ich werde diskriminiert! Und Klein heiß‘ ich auch noch.

Aber es gibt noch Solidarität, zumindest in der ScienceFiles-Redaktion. Wir sitzen zusammen und sinnieren, sinnieren über die Diskriminerung, über das Leben, das Universum und darüber, dass Heike Diefenbach auch diskriminiert wird, Bach ist walisisch und heißt: klein … und aus der Arbeiterschicht ist sie auch – per definitionem die erste promovierte und habilitierte Bildungsferne.

Das Professorinnenprogramm in vergleichender Analyse: Varianten der Täuschung

Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden weiterhin munter und fröhlich männliche Bewerber getäuscht. Daran hat sich auch in den Wochen nichts geändert, seit wir das letzte Update zur staatlich subventionierten Diskriminierung von Männern an deutschen Hochschulen veröffentlicht haben.

deceitDas heißt nur: bei allem Widerstand, die Kosten, die mit der Diskriminierung von männlichen Bewerbern an Hochschulen einhergehen, sind offensichtlich noch nicht hoch genug. Mitglieder von Berufungskommissionen, die sich zu Bütteln des Professorinnenprogramms machen, schleichen noch nicht über Gänge, scheuen noch nicht das Tageslicht. Verwaltungsbeamte, die Mittel für das Professorinnenprogramm über Kontenblätter schieben, sind noch nicht mit derzeit nicht verbuchbaren, weil unvorhergesehenen Kosten des entsprechenden Programms konfrontiert und auch die weiblichen Bewerber, die im Rahmen des Professorinnenprogramms berufen werden, scheinen immer noch zu denken, es gehe vornehmlich darum, eine Professur zu ergattern. Die Idee, dass Studenten sie dafür verachten könnten, dass sie sich zu Günstlingen des Professorinnenprogramms gemacht und dem offenen Wettbewerb mit männlichen Konkurrenten gescheut haben, hat sich bei ihnen anscheinend noch nicht gesetzt.

Zeit, ein weiteres Stück Holz auf das Feuer zu legen.

Heute wollen wir komparativ vorgehen und drei Varianten, mit denen Hochschulen in ihren Ausschreibungen versuchen, männlichen Bewerbern vorzumachen, sie hätten Chancen, auf eine ausgeschriebene Stelle berufen zu werden, präsentieren.

Das erste Beispiel kommt von der Hochschule Heilbronn.

Dort ist eine Professur für das Fachgebiet Allgemeine Betriebswirtschaftlehre, insbesondere Finanz- und Rechnungswesen und Controlling ausgeschrieben (W2), und zwar mit dem folgenden Zusatz:

Hochschule Heilbronn„Für diese Professur im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist eine Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder geplant. Das Professorinnenprogramm hat zum Ziel, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern. Die Stellenbesetzung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung der Stelle gesichert ist.“

Die Gleichstellung im Rahmen des Professorinnenprogramms funktioniert über den Ausschluss männlicher Bewerber. Da die Stellenbesetzung im Rahmen des Professorinnenprogramms erfolgt, haben männliche Bewerber keine Chance, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden. Das steht natürlich nicht offen in der Ausschreibung. Vielmehr werden männliche Bewerber bewusst darüber getäuscht, dass beabsichtigt ist, sie als Staffage in einem abgekarteten Spiel zu benutzen.

Der Zusatz: „Die Stellenbesetzung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung der Stelle gesichert ist“ bedeutet de facto: Die ausgeschriebene Stelle wird nur dann besetzt, wenn sie im Rahmen des Professorinnenprogramms finanziert wird, und finanziert wird sie nur, wenn ein weiblicher Bewerber berufen werden kann. Denn genau dafür wurde das Professorinnenprogramm geschaffen

Eine andere Variante für die selbe Form von Täuschung findet sich bei der Hochschule Landshut, deren Ausschreibungstext man entnehmen kann, dass die Hochschule nicht an irgendwelchen qualifizierten Kandidaten interessiert ist, sondern an Kandidaten, die in der Reihenfolge: weiblicher Elternteil, weiblicher Kandidat, männlicher Elternteil, männlicher Kandidat berufen werden sollen, unabhängig von Qualifikation. Die Tatsache, dass die Berufung auf eine W2-Professur für Projektmanagement und Führung weiblichen Bewerbern am besten mit Kind vorbehalten ist, wird geradezu kunstvoll im folgenden Wortwust verpackt. Da sage noch einer, an der Hochschule Landshut gebe man sich keine Mühe, beim Täuschen männlicher Bewerber:

Hochschule Landshut„Als zertifizierte familiengerechte Hochschule setzt sich die Hochschule Landshut für die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie ein. Die Hochschule Landshut strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Sie wird deshalb im Rahmen des Professorinnenprogramms II des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und fordert qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei ansonsten im Wesentlichen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher
Leistung bevorzugt eingestellt.“

Qualifikation, so kann man dieser Ausschreibung entnehmen, spielt nur noch bei behinderten Bewerbern eine Rolle, und in der Tat, man muss behindert sein, wenn man sich die Mühe macht, Qualifikation zu erwerben, wo man doch bei Kinderbeseitz und weiblichem Geschlecht auch ohne Qualifikation in öffentliche Positionen gehievt wird.

Die letzte Variante der Täuschung, die wir bis auf weiteres vorstellen wollen, kommt von der Fachhochschule Bielefeld. Dort lässt man eigentlich an der Tatsache, dass die Ausschreibung dazu gedacht ist, männliche Bewerber vorzuführen und diejenigen, die arglos genug sind, sich zu bewerben, zu diskrminieren, keinen Zweiel. Die entsprechende Absicht erschließt sich dem des Professorinnenprogramms Kundigen unmittelbar. Alle anderen, die nicht wissen, dass eine Finanzierung aus dem Professorinnenprogramm eine Berufung weiblicher Bewerber voraussetzt, haben entsprechend Pech, Kosten und vielleicht, wenn Sie nach erfolgloser Bewerbung auf diesen ScienceFiles-Beitrag stoßen, etwas gelernt:

Fachhochschule Bielefeld„An der Fachhochschule Bielefeld ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Rahmen des Professorinnenprogramms II eine Professur zu besetzen. Ziel des Professorinnenprogramms II ist es, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern.“

Besetzt werden soll wiederum eine W2-Professur, dieses Mal für Wirtschaftsmathematik.

Bleibt zu hoffen, dass die Aufklärung, die wir auf ScienceFiles leisten (oder noch besser: eigene Erkenntnis), möglichst viele männliche Bewerber dazu veranlasst, sich auf eine der drei Positionen zu bewerben und, nachdem ein weiblicher Bewerber berufen wurde, den Ausschreibungstext und die darin enthaltenen Täuschungen zum Anlass zu nehmen, um sich bei der Antidiskriminierungsstelle zu beschweren und vor einem Verwaltungsgericht zu klagen.

Denn: der einzige Weg, staatlich subventionierte Diskriminierungsprogramme zu stoppen, besteht darin, Kosten zu verursachen, Kosten, für die bei der zuständigen Verwaltung kein Kostenkonto eingerichtet ist. Verwaltungen, sind sie erst einmal am Laufen, kennen keine moralischen Grenzen. Hochschulen, die sich am amoralischen Spiel des Professorinnenprogramms beteiligen, zeigen damit ebenso deutlich wie die Mitglieder der entsprechenden Berufungskommissionen, dass sie dieselbe a-Moralität teilen. Folglich hilft es nichts an eine nicht vorhandene Moral zu appellieren. Der einzige Weg, Diskriminerungs-Programme zu beseitigen, ist sie zu verteuern und dafür zu sorgen, dass innerhalb von Verwaltungen Streitigkeiten um die entsprechenden Ressourcen entstehen.

Zum Abschluss noch ein Schmankerl aus der Ausschreibung der Hochschule Landshut:

„Wenn Sie sich für die Professur berufen fühlen, freuen wir uns auf Ihre Onlinebewerbung…“

Wieso man sich bewerben soll, um berufen zu werden, wenn man sich bereits berufen fühlt, ist eine weitere dieser Denk- und Sprechkapriolen, mit denen man heutzutage leben muss, wenn man sich mit deutschen Hochschulen beschäftigt.

Die Logik des Misslingens: Dummheit gepaart mit Opportunismus

Vor einiger Zeit haben wir auf ScienceFiles eine Studie untersucht, die ihrerseits anonyme Bewerbungen als Methode gegen Diskriminierung untersucht hat. Selbstverständlich kam die Studie zu einem positiven Ergebnis, schließlich war die Antidiskriminierungsstelle Auftraggeber der Studie, die von der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt an der Europa-Universität Viadrina durchgeführt wurde. Und wer zahlt, bestimmt bekanntlich. Entsprechend verkündet die Antidiskriminierungsstelle gestützt auf die vermeintlich wissenschaftliche Studie:

„Ein kurzer Blick auf Namen, Geschlecht oder Alter reicht oft, um eine Bewerbung auszusortieren. Beim anonymisierten Bewerbungsverfahren wird auf Angaben wie Name, Geburtsdatum oder Herkunft verzichtet, so dass ausschließlich die Qualifikation der Bewerbenden zählt. So werden nachweislich die Chancen insbesondere für Frauen oder auch Menschen mit Migrationshintergrund auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhöht.“

logo_anonymisierteBewerbungenDiese Behauptungen hätte man seitens der Antidiskriminierungsstelle auch aufgestellt, wäre das Gegenteil bei der Auftragsstudie herausgekommen, eine Behauptung, die leicht belegt werden kann, denn: Es ist das Gegenteil herausgekommen. Betrachtet man die Ergebnisse mit den Augen eines Wissenschaftlers und nicht mit den Augen dessen, der von der Antidiskriminierungsstelle beauftragt und bezahlt wurde, dann zeigen sich folgende Effekte:

  • Anonyme Bewerbungen haben den Effekt, dass weniger Bewerber eingeladen werden als dies bei nicht anonymisierten Bewerbungen der Fall ist (es werden also Kosten gespart – an sich gut);
  • Anonymisierte Bewerbungen haben keinerlei Effekt auf die Wahrscheinlichkeit von Frauen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, aber sie haben einen Effekt auf die Wahrscheinlichkeit von Männern, und zwar einen negativen;
  • Anonymisierte Bewerbungen reduzieren die Wahrscheinlichkeit für Migranten, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.

Unser abschließendes Votum zu dieser angeblichen Studie von der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder lautet wie folgt:

Die methodische Unbedarfheit, die die Autoren der Studie an den Tag legen, grenzt an Ignoranz und die Interpretation der Ergebnisse an Betrug oder kollektives Halluzinieren. Das ganze Machwerk ist eine Schande für die Gemeinde der empirischen Sozialforscher.

Aber, ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert, so lautet wohl das Motto der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder, die sich nicht nur als Produzent dieses herausragenden Beleges für Wissenschafts-Junk verdient gemacht hat, sondern den Ladenhüter anonymisierter Bewerbungen, weil es sonst scheinbar niemand machen will, nunmehr auch als „erste Hochschule bundesweit“ in die Tat umsetzt:

„Menschen mit Migrationshintergrund oder Handicap, Frauen und ältere Arbeitnehmer: Auf der Suche nach einem attraktiven Arbeitsplatz fühlen sie sich häufig benachteiligt. Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) zeigt nun, dass es aus Arbeitgebersicht auch anders gehen kann: Als erste Hochschule bundesweit erprobt sie, wie anonymisierte Bewerbungen – ohne Angabe des Namens, Alters, Geschlechts und der Nationalität – eingesetzt werden können. „Ziel der Viadrina ist es, die Auswahlverfahren garantiert diskriminierungsfrei zu gestalten und jeder Bewerberin und jedem Bewerber die gleiche Chance auf eine Einstellung zu ermöglichen“, sagte Viadrina-Präsident Dr. Gunter Pleuger zum Auftakt des Projekts. Angewandt wird das anonymisierte Bewerbungsverfahren für alle Stellen in der gesamten Verwaltung.“

Anonymer-LebenslaufWelche noble Gesinnung doch an der Viadrina Universität herrscht, eine noble Gesinnung, die an die Stelle wissenschaftlicher Kenntnisse, Methoden und entsprechend valider Forschung getreten zu sein scheint. Die Viadrina geht voran: um zu verhindern, dass sich Bewerber diskriminiert fühlen, werden Bewerbungen nur noch anonym geprüft, universitätsweit, naja, fast: universitätsverwaltungsweit. Ab sofort garantiert die Viadrina diskriminierungsfreie Bewerbungsverfahren, das sind große, fast großspurige Worte, insbesondere wenn damit Gefühle bei Bewerbern, die sich regelmäßig dem direkten Zugriff der Arbeitgeber entziehen, adressiert werden. Aber, wer nun denkt, die noble Geste und die großen Worte seien aufgeblasene Symbolik ohne Wert, ein weiterer Versuch einer Universität in der Diaspora zumindest verbal zur Gemeinde der Wissenschaft zu gehören, der muss sich belehren lassen, denn, wie man der Pressemitteilung der Viadrina-Universität entnehmen kann:

„Anonymisierte Bewerbungen verteilen die Chancen gerechter, wie ein Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) im Jahr 2012 gezeigt hat. Zudem schaffen sie Transparenz im Auswahlverfahren. Durch den Verzicht auf persönliche Angaben wird im Bewerbungsprozess der Blick auf Eignung und Qualifikation gelenkt.“

Ach ja, das Modellprojekt der Antidiskriminierungsstelle ist kein anderes als die Studie der Viadrina Universität, von der wir eingangs berichtet haben. Modellprojekt klingt natürlich besser, und tatsächlich haben sich ja L’Oreal, die Deutsche Telekom, die Deutsche Bundespost und das Ministerium für FSFJ an diesem Modellprojekt beteiligt, die Riege der Musterschüler also, die immer schon lachen und jubeln, bevor die Pointe der Geschichte erzählt ist. Beteiligt meint in diesem Fall, die Unternehmen und das Ministerium haben die Daten bereitgestellt, die an der Viadrina Universität mit einer ganz eigenen methodischen Interpretation, die man auch methodische Unkenntnis nennen kann, ausgewertet wurden.

Ganz nebenbei erfährt man, dass an der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder Qualifikation nicht zu den persönlichen Angaben gezählt wird und wohl als eine Form sozialisierten Gemeinguts beansprucht wird. Das erklärt dann vermutlich den Ruf, den die Viadrina in der Wissenschaftswelt nicht erarbeitet, aber doch für das, was sich dort geleistet wird, erhalten hat.

Logik des MisslingensWenn es darum geht, Gutes zu tun, dann sind Gutmenschen eben nicht zu stoppen, auch nicht durch Fakten, die zeigen, dass ihr Tun zwar ihrer Psyche Gutes tun mag, ansonsten aber bestenfalls effektlos, schlimmstenfalls schädlich ist. Die Guttuer leben in der Welt der Intention. Negative Effekte ihres Guttuns sind der Kollateralschaden, der in Kauf genommen wird, um das eigene Wohlbefinden zu begründen, die eigene Gutheits-Grandeur zur Schau zu stellen. Symbolik ist auf dem Feld der Gutmenschen das A und O, Fakten die störenden Variablen, die man besser ignoriert. Und überhaupt: Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne – man soll eben nicht so puristisch sein und am Ende noch Steuergelder, die vergeudet werden, oder Fetische, die an die Stelle von Realität gesetzt werden, bejammern. Es lebe die Intention, Gutes zu tun. Was daraus folgt, ist unerheblich.

Aber eines muss man den Gutmenschen lassen, sie haben ein Potential zur Erheiterung ihrer Umwelt. Um unseren Lesern zum Abschluss dieses Posts auch ein bischen Spass zu gönnen, hier ein Muster von der Antidiskriminierungsstelle, das zeigt, wie man ein Anschreiben schwärzt, um denjenigen, die es lesen, das Erraten des Geschlechts des Bewerbers so einfach wie möglich zu machen – dummerweise haben deutsche Wörter unterschiedliche Anzahlen von Buchstaben, die zeitweise alles offenbaren, was man eigentlich geheimhalten wollte. Aber, wie gesagt, es geht nicht um das, was ist, sondern um das, was intendiert ist, um denjenigen, die es intendieren, ein psychologisches Hochgefühl zu verschaffen, und es ihnen zu ermöglichen, sich als guter Mensch in ihrer Sicht und als … [bitte durch Leser per Kommentar füllen] aus Sicht der anderen zu präsentieren.

Hier also das Schwärzungsmuster, das an ihre Frau Exzellenz gerichtet ist, vermutlich von Frau Hausbacken-Unterwurf. Das Muster-Anschreiben stammt nicht aus dem deutschen Kaiserreich. Wer auch immer es erstellt hat, scheint jedoch in den Zeiten zu schwelgen, in denen der Plebs vom Adel unterschieden wurde und die Anrede „Ihre Exzellenz“ zumindest normaler war als heute.

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Nachtrag

Falls sich jemand wundert, dass die anonymisierten Bewerbungen, die angeblich so effektiv im Verhindern von Diskriminierung sind, nur für Einstellungen innerhalb der Verwaltung der Viadrina Universität gelten und entsprechend für wissenschaftliche Positionen weiterhin eine Diskriminierung nach Geschlecht, Herkunft und was auch immer in Kauf genommen wird, dem sei gesagt, die Auslassung hat System. Der ganze Zweck des Professorinnenprogramms stünde ja in Gefahr, wenn man nicht sicher sein kann, einen weiblichen Bewerber zu wählen. Am Ende wählt man einen männlichen Bewerber und die ganze schöne Finanzierung durch BMBF und Kultusministerium ist dahin. Nein, Diskriminierung ist dann, wenn es um wissenschaftliche Positionen geht, gewünscht. Folglich haben noble Gesten da ihre Grenzen, wo es an die gewünschte Form von Diskriminierung geht, wie dies ja auch an Schulen der Fall ist, an denen anscheinend noch niemand außer uns auf die Idee gekommen ist, die Lehrerleistung und Schülerbewertung unabhängig und anonymisiert prüfen zu lassen.

Der Trick mit der Diskriminierung

Mode-Begriffe wie Diskriminierung stellen ob ihrer affektiven Ladung eine direkte Verbindung zwischen den unterschiedlichsten Menschen und ihren Interessen her. Sie führen zu einer Art affektiver Brücke, die es nicht nur ermöglicht, sich zugehörig zu fühlen, sondern auch, die emotionalen Bande, die über Diskriminierung geknüpft wurden, schamlos für die eigenen Zwecke auszunutzen. Die fehlende inhaltliche Begründung von Diskriminierung, die Ansprache von Emotion anstelle von Ratio, macht dies möglich.

Diskriminierung als Begriff der Wissenschaft verdankt seine Existenz dem Sozialpsychologen Gordon W. Allport. Allport definiert Diskriminierung als:

Allport-Prejudice„….any conduct based on distinction made on grounds of natural or social categories, which have no relation to individual capacities or merits, or to concrete behavior of the individual person“ (Allport, [1954]1979: 52).

Für Allport ist Diskriminierung somit ein Verhalten, das sich auf andere richtet und diese anderen ohne Rücksicht auf deren Leistung und Fähigkeiten und nur auf Grundlage von deren Zugehörigkeit zu einer sozialen oder einer natürlichen Kategorie behandelt. Was die Definition von Allport etwas problematisch macht und ihr eine Vielzahl von Kritikern eingetragen hat, ist das Fehlen eines Objektes, auf das hin eine Diskriminierung erfolgt. Menschen sind rationale Wesen und handeln entsprechend zielgerichtet: Sie wollen mit Handeln etwas erreichen. Deshalb muss man angeben, warum sich eine Person diskriminierend gegenüber einer anderen Person verhalten soll.

Wie so oft, haben Ökonomen hier eine entsprechende Bestimmung vorzuweisen. So definieren Samuelson und Nordhaus in Anlehnung an Gary S. Becker Diskriminierung wie folgt:

„When economic differences arise because of irrelevant personal characteristics such as race, gender, sexual orientation, or religion we call this discrimination. Discrimination typically involves either (a) disparate treatment of people on the basis of personal characteristics or (b) practices (such as tests) that have an adverse impact on certain groups“ (Samuelson, 2010: 323)

Diskriminierung erfordert demnach eine Handlung und ein Handlungsziel, z.B. jemanden wegen seines Geschlechts im Hinblick auf den Zugang zu Ressourcen schlechter zu stellen. Wenn z.B. Männer von der Bewerbung auf Lehrstühle ausgeschlossen werden, wie dies im Rahmen des Professorinnenprogramms der Fall ist, dann stellt dies eine Diskriminierung dar, denn:

Personen werden (1) wegen einer persönlichen Eigenschaft (wegen ihres Geschlechts), (2) vom Zugang zu Ressourcen und (3) ungeachtet ihrer individuellen Fähigkeiten, Kompetenzen und Kenntnisse ausgeschlossen.

Dies ist die ScienceFiles-Definition von Diskrminierung, die man als Extrakt aus Allport und Samuelson/Nordhaus ansehen kann.

Und jetzt, da wir begriffliche Klarheit erreicht haben, können wir uns, so gestärkt, mit dem Zweiten Gemeinsamen Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der in ihrem Zuständigkeitsbereich betroffenen Beauftragten der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages und der darin zu findenden Verballhornung des Begriffs der Diskriminierung beschäftigen.

ADS_DiskriminierungDie Verballhornung beginnt auf Seite 31 des nämlichen Berichts und mit der Unterscheidung von Diskriminierung und Benachteiligung. Eine Diskriminierung, so lernt der staunende Leser, geht wie folgt: „Eine Person wird schlechter behandelt als andere Menschen“ (31). Und weiter geht es in atemberaubendem Satztempo: Für Betroffene ist Diskriminierung, so erfahren wir als nicht Diskriminierte, ein „Gefühl“ und zwar das Gefühl als „Mensch zweiter Klasse“ behandelt zu werden. Und dann gibt es noch das juristische Verständnis, nach dem „Diskriminierung die Benachteiligung (!sic) von Menschen (1) aufgrund eines schützenswerten Merkmals (2) ohne sachlichen Rechtfertigungsgrund (3)“ ist (32).

Die Unterscheidung in Diskriminierung und Benachteiligung hat nicht einmal eine Seite vorgehalten. Aber sie wurde ja auch nicht getroffen, um Klarheit zu schaffen, sondern im Gegenteil geht es darum, das Konzept der Diskriminierung (wie gut, dass es lateinische Begriffe gibt…) so aufzuweichen, dass man es gebrauchen kann, um Dritte zu manipulieren.

Entsprechend lernt der Leser dieses gemeinsamen Berichts, dass es für die Auseinandersetzung mit nunmehr „Benachteiligung bzw. Diskriminierung“ (auf Seite 32 hat man sich somit entschlossen, beide Begriffe doch synonym zu verwenden, wie dies auch im Duden der Fall ist), wichtig ist, „Dimensionen/Merkmale/Kategorien der Diskriminierung, Formen der Diskriminierung und Ebenen der Diskriminierung“ zu unterscheiden. Aus den Formen der Diskrininierung werden dann auf Seite 35 Formen der Benachteiligung und ab Seite 35 sind die Autoren dieses Berichts dann wieder der Ansicht, Benachteiligung sei etwas anderes als Diskriminierung.

Zunächst zu den Dimensionen/Merkmalen/Kategorien der Diskriminierung. Hier wird der juristische Diskriminierungsbegriff re-aktiviert und erklärt, dass er der Benachteiligung vorbehalten sei, die „aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale (Kategorien)“ erfolge. Es folgt das Glaubensbekenntnis der guten Menschen, die weder wegen ethnischer Zugehörigkeit, Behinderung, Religion oder Weltanschauung noch wegen des Geschlechts, Alters oder der sexuellen Identität diskriminieren, höchstens gegen die Schmuddelkinder von nebenan.

Das wirre Geschreibsel von „postkategorialem Diskriminierungsrecht“ von „stigmatisierender und sozialer Diskriminierung“ und von „intersektionaler Diskriminierung“ lassen wir unbeachtet am Seitenrand liegen und lesen von diesem sprachlichem Unfug unbelastet und auf Seite 35 von Formen der Benachteiligung, die auf Seite 32, als die Schreiber noch der Meinung waren, Diskriminierung und Benachteiligung seien dasselbe, noch Formen der Diskriminierung waren. Nunmehr sind die Formen der Diskriminierung zu Formen der Benachteiligung mutiert und somit etwas anderes geworden, denn:

„Benachteiligung ist jede Form der weniger günstigen Behandlung. Eine Benachteiligung liegt vor, wenn Gleiches ungleich behandelt wird, z.B. eingetragene Lebenspartnerschaften gegenüber Ehen bei der Sozialversicherung. Eine Benachteiligung liegt aber auch vor, wenn Menschen mit ungleichen Voraussetzungen gleich behandelt werden“ (35).

cluelessOffensichtlich hat das, was hier unter Benachteiligung zusammenformuliert wurde, mit Diskriminierung nichts zu tun, denn es fehlt jeglicher Bezug zu einem Diskriminierungsziel (Zugang zu Ressourcen) und zu individuellen Fähigkeiten (Wissen). Die vorliegende Verstümmelung, deren begriffliche Nähe zu Diskriminierung nicht zufällig ist, wie noch zu zeigen sein wird, ist hanebüchener Unsinn, denn die salbungsvollen Worte führen dazu, dass die Gleichheit vor dem Gesetz (Straftäter mit ungleichem Hintergrund werden gleich behandelt) ebenso wie die Wehrpflicht (ungleicher Hintergrund, gleiche Behandlung) oder ein Wettbewerb (gleicher Einsatz ungleiche Behandlung/ungleiches Ergebnis) zu einer Benachteiligung werden.

Es ist kaum ein Gegenstand menschlicher Interaktion denkbar, der auf Grundlage dieser unsinnigen Bestimmung nicht als Benachteiligung angesehen werden muss. Z.B. ist die ungleiche Behandlung von Bundestagsabgeordneten und Arbeitnehmern im Hinblick auf die jeweils durch Tätigkeit erworbenen Rentenansprüche eine klare Benachteiligung von Arbeitnehmern. Offensichtlich ist mit den Autoren des Berichts nicht ihr Intellekt, wohl aber ihr Gefühl durchgegangen. Oder der Unsinn hat Methode.

Unmittelbar nach den Formen der Benachteiligung sind wir nämlich wieder bei der Diskriminierung, dieses Mal bei den Ebenen der Diskriminierung angekommen. Die Benachteiligung ist also begrifflich in die Diskriminierung einbettet. Ebenen der Diskriminierung sind individuell, so lernen wir, und gesellschaftlich, und spätestens hier bekommt man ein ganz schlechtes Gefühl, denn Diskriminierung ist als Verhalten definiert, selbst in diesem unsäglichen gemeinsamen Bericht war den Autoren auf Seite 31 noch klar, dass mit Diskriminierung ein Verhalten angesprochen ist. Entsprechend kann es keinerlei Diskriminierung auf gesellschaftlicher Ebene geben. Eine Gesellschaft kann nicht diskriminieren, weil es „die Gesellschaft“ nicht gibt. Es gibt nur Individuen. Und dann gibt es Rechtssätze und Verfahrensregeln, wie sie z.B. im Professorinnenprogramm zur Anwendung kommen und dort von Mitgliedern in Berufungskommissionen genutzt werden, um Männer zu diskriminieren. Rechtssätze und Verfahrensregeln schalten individuelle Diskriminierung in nunmehr institutioneller Diskriminierung gleich.

Und so fragt man sich nicht nur, was soll diese seltsame erst Differenzierung und dann Vermengung von Benachteiligung und Diskriminierung, man fragt sich auch, was hat es mit der gesellschaftlichen Diskriminierung auf sich? Man muss nicht lange auf die Antwort in Form von Beispielen warten:

„In Lesefibeln folgen Familien ausschließlich heterosexuellen Lebensmodellen. Regenbogenfamilien, d. h. lesbische oder schwule Elternpaare, kommen nicht vor.

In Literatur, Geschichte und Sozialkunde werden Werke und Leistungen weißer Deutscher besprochen – schwarze deutsche Geschichte, ihre Vertreter_innen und Werke bleiben unbehandelt.

Bestimmte Berufe werden männlich oder weiblich gemacht, indem beispielsweise „typische” Vertreter_innen dargestellt werden wie z. B. der Handwerker, der Wissenschaftler, die Krankenschwester, die Politesse.“

Nuts in BedlamDas also war des Pudels Kern. Zunächst muss festgestellt werden, dass die hier gegebenen Beispiele, die sich auf Seite 36 dieses Berichts finden, mit Diskriminierung überhaupt nichts zu tun haben. Entsprechend geht es auch nicht um Diskriminierung, sondern um Umerziehung, um die Durchsetzung einer die Grenze zum krankhaften überschreitenden Überbetonung des Marginalen und um die Ersetzung der Normalität durch Wahnsinn.

Der Wahnsinn wird besonders deutlich, wenn man sich die Kriterien von Seite 35, als Benachteiligung beschrieben wurde, in Erinnerung ruft: Die gleiche Behandlung von ungleichen Voraussetzungen wurde als Benachteiligung beschrieben. Regenbogenfamilien sind mit Sicherheit nicht gleich heterosexuellen Lebensmodellen. Entsprechend wäre es eine Benachteiligung, würde man sie in Fibeln erwähnen und Kinder zum Mitleid ob der Unfähigkeit von Regenbogenfamilien, heterosexuelle Normalität zu leben, anregen. Da heterosexuelle Familien immer noch die große Mehrheit der familiären Arrangements sind, wäre diese Reaktion von Kindern fast zwangsläufig. Normalität hat nämlich nicht, wie die Verwirrten dieses Berichts und ihre geistigen Mentoren meinen, mit Normsetzung zu tun, sondern mit der Realität. Norm hat mit Normalität und Normalitäterwartung zu tun: Deshalb können Regenbogenfamilien nicht die Norm und nicht die empirische Normalität sein, denn wären sie die Norm und die empirische Normalität, man müsste sie nicht gegenüber heterosexuellen Lebensmodellen hervorheben.

Die volle Absurdität dieser politisch korrekten Wahnsinnigen findet sich in der Forderung  auch „schwarze deutsche Geschichte, ihre Vertreter_innen und Werke“ zu behandeln. Es dürfte ein ziemliches Problem darstellen, die entsprechenden Beiträge zur deutschen Geschichte zu finden, aber Geschichte ist bekanntlich immer die Geschichte der Sieger, und wer weiß, vielleicht hat Friedrich der II ja den siebenjährigen Krieg nur deshalb mit dem status quo ante bellum beendet, weil er Hilfstruppen aus Namibia rekrutiert hat, aber dann … Deutsch Südwestafrika war ein Jahrhundert später, egal, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg zur Integration schwarzer Beiträge in die deutsche Geschichte.

Sarotti MohrBleibt anzufügen, dass Handwerker und auch Wissenschaftler immer noch mehrheitlich männlich sind, während Politessen und Krankenschwestern immer noch mehrheitlich weiblich sind, so dass es abermals ein Bruch mit der Normalität wäre, Handwerker und Krankenschwestern a-typisch darzustellen, wie hier gefordert wird.

Wie man sieht, wird der Begriff „Diskriminierung“ missbraucht, um eine ideologische Agenda durchzusetzen, denn natürlich ist mit der Offenheit da Schluss wo die Lebensmodelle, die dem geistigen Horizont der Möchtegern Lesefibel-Macher entzogen sind, Einzug in dieselben Lesefibeln halten sollen: ein Harem als Versorgungsinstanz für männerlose Frauen ist z.B. in manchen nicht-weißen Gesellschaften ebenso wie Regenbogenfamilien in Europa ein selten zu findendendes Lebensmodell und somit ein Aspirant zum Einschluss in Lesefibeln. Dagegen sind polygame Lebensweisen weltweit so häufig, dass man sie in Relation zu Regenbogenfamilien fast als Normalität in manchen Teilen der Welt bezeichnen könnte, was wiederum ihre Aufnahme in die Fibel fraglich machen wird.

Mit Diskriminierung, also der Verweigerung des Zugangs zu Ressourcen unabhängig von den Kompetenzen von Menschen und nur auf Grundlage einer bestimmten Eigenschaft, die diesen Menschen zugeschrieben wird oder die sie nun einmal haben, hat dies alles überhaupt nichts zu tun. Es ist nichts anderes als der Versuch, unter dem Deckmantel des Begriffs der Diskriminierung den eigenen Spleen durchzusetzen und Wahnsinn zur Normalität zu machen.

Es ist an der Zeit, dass sich Wissenschaftler gegen die Übernahme und Aushöhlung ihrer Konzepte durch Wahnsinnige zur Wehr setzen, die diese Begriffe dazu nutzen wollen, Menschen von einander zu entfremden und ihnen einzureden, es gäbe jenseits von Gynäkologen noch andere, für die der Unterschied zwischen Männern und Frauen von Relevanz sei. Verwaltungsangestellte sind nun einmal keine Wissenschaftler.Wenn Sie Konzepte für ihre Zwecke missbrauchen wollen, die sie nicht verstehen, dann führt dies nur dazu, dass sie als die Dilettanten, die sie nun einmal sind, erkennbar werden. Sie sollten deshalb die Finger von Konzepten lassen, die Sozialwissenschaftler zur Bezeichnung konkreter Phänomene formuliert haben und die sich entsprechend nicht einfach als Begriff entnehmen und nach eigenem Gutdünken und bar jeglichen Sachverstands beliebig missbrauchen lassen.

Es ist auch an der Zeit, dass sich alle zur Wehr setzen, die sich als Mensch fühlen und sich nicht von Wahnsinnigen in Kategorien zementieren lassen wollen, die Letzteren gerade als opportun erscheinen und die alle ihre Irrelevanz und ihre Nützlichkeit für die Agenda der Wahnsinnigen gemeinsam haben, die sich als Brunnenvergifter des gesellschaftlichen Konsens‘ verdingen. Denn: Dieser Wahnsinn hat Methode: Wer sich über die angebliche Diskriminierung von kaum vorhandenen Regenbogenfamilien ereifert, hat keine Zeit, um sich mit den vorhandenen Missständen des täglichen Lebens zu befassen, z.B. der Tatsache, dass seine Steuergelder zweckentfremdet werden, um Netzwerke des Wahnsinns zu unterhalten.