Nepal
Mittwoch, 26. August 2026.
8: 37 Uhr Ortszeit.
Am Nordhang von Langtang Lirung (Langtang-Nationalpark, Nepal, nahe der tibetischen Grenze) bricht ein großer Eis-Fels-Körper ab. Satellitenmessungen verorten den Abbruch in etwa 5.200 Metern Höhe. Der Felssturz rasst 4000 Meter in die Tiefe auf rund 1.200 Meter und trifft auf den Talboden. Der Aufschlag erzeugt ein seismisches Signal von rund 5 Mw (Moment Magnitude), das entspricht etwa der Stärke 5 (ML) auf der Richterskala.
Die Masse trifft auf den Fluss “Lhende Khola”, der in den “Bhote Koshi” und dann in die “Trishuli” mündet. Der Aufprall ist so heftig, dass das Flussbett des Lhende Khola vermutlich verlegt wurde. Aus Eis und Geröll bildet sich ein Damm, der den Fluss aufstaut und nach einiger Zeit unter dem Druck des Wassers birst. Eine Schwallwelle aus Wasser, Eis, Moräne und Fels raste talabwärts. Chinesische Geologen haben die Geschwindigkeit mit 50 m/s, über 20 km Flusslänge angegeben. Der Pegel des Trishuli soll in 30 Minuten um bis zu 9 Meter gestiegen sein. Alles, was im Weg der massiven Flutwelle lag, ist verschwunden, darunter Gyirong-Port auf tibetischer Seite, Rasuwa/Rasuwagadhi in Nepal und Trishuli Bazaar (Nuwakot). Die Zahl der Toten geht wohl in die Tausende.
Hier gibt es eine gute Beschreibung dessen, was geschehen ist.
Es hat nicht lange gedauert, und die Klimawandel-Marktschreier sind aufgetaucht, um ihre vollständige Ignoranz für jeden sichtbar in die Welt zu posaunen:
Die mutmaßlichen Folgen des Klimawandels, die in diesem Fall wohl zu einem Gletscherabbruch beigetragen haben, produzieren mittlerweile Bilder wie aus einem Hollywood-Katastrophenfilm.
Und trotzdem gibt es Menschen, die das partout nicht wahrhaben wollen. https://t.co/2R35VN14Ub
Celik ist Sektionsleiter “Pneumologie” am Klinikum Darmstadt. Ich hoffe, seine Diagnosen basieren auf Daten, nicht auf einem reflexhaften Verhalten, das nicht einmal Pawlows Hund gezeigt hat.
Ereignisse wie die Katastrophe, die sich gerade im Grenzgebiet von Nepal und Tibet ereignet hat, sind nicht neu. 1981 gab es im Zhangzangbo Valley eine ähnlich katastrophale “GLOF” – Glacial Outburst Flood, bei der in kurzer Zeit 20 Millionen Kubikmeter Wasser ins Tal stürzten. Mit Klimawandel hat ein solches Ereignis nichts zu tun.
Kehren wir zurück zum Ausgangspunkt, einem Felssturz in 5.200 Metern Höhe. Ein solcher Felssturz aus Eis und Gestein, ereignet sich nicht, weil sich die Luft erwärmt, von −12 °C auf z.B. −10 °C. Eis und gefrorener Fels verlieren Halt, wenn Wasser ins System kommt, als Schmiermittel am Gletscherbett.
Ein Hängegletscher, der über eine Klippe ragt, wird durch die Reibung von Eis und Frost am Untergrund gehalten. Schmelzwasser aus Schnee oder Oberflächeneis sickert durch Spalten in die Sohle. Wasser schmiert. Der Scherwiderstand fällt abrupt.
In Steilwänden hält Eis Gesteinbrocken wie Zement zusammen. Taut die aktive Schicht tiefer auf, reißt das Eis, Wasser drückt in Klüfte, gefriert nachts wieder und sprengt (frost wedging) – oder die Kluft bleibt nass und rutschig. Die gefährliche Zone ist nicht „ewig minus 20“, sondern der Rand des Permafrosts, der mit der 0-°C-Isotherme nach oben wandert.
Sommerliches Schmelzwasser am Gletscherbett ist im Himalaya keine Seltenheit, sondern eine Normalität in der Ablationszeit (das ist die Zeit der Gletscherschmelze im Sommer). Häufig durch den Monsun verstärkt, läuft Wasser durch Spalten zur Sohle. Viele Gletscher werden dadurch saisonal schneller. Daraus folgt nicht, dass jeden August ein Hängegletscher ins Tal stürzt. Wasser an der Sohle ist eine notwendige Bedingung für viele Gleitbewegungen, keine hinreichende. Die meisten Zungen kriechen, kalben oder dünnen aus. Ein Vollabbruch über eine Klippe braucht zusätzlich:
eine steile Geometrie (Eis, das über eine Kante hängt),
eine bereits vorhandene Bruchfläche,
genug Masse, um zu verhindern, dass Reibung nach dem ersten Rutsch wieder greift,
Viele Gletscher im Himalaya stellen eine Gefahr in Wartestellung dar. Man weiß, dass ein Ereignis wie das, das gerade in Nepal zu so viel Verwüstung und Tod geführt hat, eintreten wird, aber man weiß nicht wann: Steile Nordwände, ein enges Flusstal, sie sind ein klassischer Korridor für Eis-Fels-Lawinen und Schwallwellen.
2015 gab es im selben Massiv schon einmal eine Lawine, die ein Dorf begraben hat. Wer sich als Pilger oder Tourist in die Gegend wagt oder dort ansiedelt, weiß gemeinhin, in welche Gefahr er sich begibt. So wie man in Neapel weiß, dass der Vesuv eines Tages wieder ausbrechen wird. Man hofft einfach, dass der Ausbruch oder die Lawine nicht zu Lebzeiten erfolgen wird.
In Nepal war diese Hoffnung vergeblich.
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Heute endlos Radio / TV: Der Klimawandel war an dem Bergsturz schuld.
Das auch dort die Einwohnerschaft massiv angewachsen ist und die Leute daher überall siedeln, auch dort, wo man früher es aus gutem Grunde nicht machte + Darlegungen des Artikels, darf es ja nicht sein. Gleiches Spiel wenn die Philippinen wieder Überschwemmung haben weil Monsun und die Leute ertrinken, weil sie in überflutungsgefährdeter Gegend gebaut haben, wo deren Vorfahren niemals gesiedelt hätten.
Heute endlos Radio / TV: Der Klimawandel war an dem Bergsturz schuld.
Das auch dort die Einwohnerschaft massiv angewachsen ist und die Leute daher überall siedeln, auch dort, wo man früher es aus gutem Grunde nicht machte + Darlegungen des Artikels, darf es ja nicht sein. Gleiches Spiel wenn die Philippinen wieder Überschwemmung haben weil Monsun und die Leute ertrinken, weil sie in überflutungsgefährdeter Gegend gebaut haben, wo deren Vorfahren niemals gesiedelt hätten.
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