Man muss eigentlich nur Geduld üben, warten, dass diejenigen, die sich heute als “Politiker” inszenieren, Polit-Darsteller in unserer Bezeichnung, die Maske fallen lassen und erzählen, welche Überzeugung, welche Einstellung sie “den Menschen”, gegenüber mitbringen.
Ein besonders markanter und autoritäre Züge, gepaart mit einem umfassenden Unverständnis davon, was eine liberale Gesellschaft ist, offenbarender “slip” findet sich im folgenden Video, einer Sequenz, die Friedrich Merz zeigt, wie er die dummen Bürger gerade über die Rolle belehrt, die eine “liberale Gesellschaft” nach seiner Ansicht hat.
Daraus:
”Eine liberale Gesellschaft muss immer noch in der Lage sein, seine [er meint ihre] … Bürger ausreichend zu schützen, auch vor falschen Informationen, vor persönlicher Herabsetzung, vor Diskrimierung und vor vielen anderen Dingen, die letztlich unsere Freiheit ausmachen.”
Quelle. NIUS
Friedrich Merz verbreitet falsche Informationen.
Er hat entweder keine Ahnung, was eine LIBERALE Gesellschaft ist oder er hat Intentionen, die er hinter einer “liberalen Maske” verbergen muss, weil er, wäre er ehrlich, von Bürgern in die Wüste geschickt würde.
Aber das mit dem Verbergen klappt nicht.
Das Problem von Merz beginnt von Grunde auf. Eine liberale Gesellschaft basiert auf Individualismus. Jeder einzelne ist HERR über sich, mit einer Urteilsfähigkeit ausgestattet, die er je nach persönlichen Interessen entwickelt oder auch nicht. Es ist nicht die Aufgabe von Personen wie Merz, Bürgern Vorgaben zu machen, sie vor falschen Informationen zu schützen oder sie vor Herabsetzung oder Diskrimierung zu bewahren. Nichts davon geht ihn etwas an.
Denn eine liberale Gesellschaft ist nicht auf Bevormundung durch selbsternannte Besserwisser, die sich als informationale Herrenmenschen inszenieren und andere “schützen” wollen, gebaut. Merz verwechselt hier einen autoritären Bevormundungsstaat mit einer liberalen Gesellschaft (ob absichtlich oder nicht kann dahingestellt bleiben).
Eine liberale Gesellschaft lebt davon, dass jeder Bürger die Möglichkeit hat, SICH EIN EIGENES URTEIL zu bilden. Ein eigenes Urteil kann niemand bilden, dem eine politische Clique Informationen in vorselegierter und von den Interessen dieser Clique, die meistens keine guten sind und in keinem Fall, die des jeweiligen Individuums sein können, geprägten Weise zugänglich macht, um ihn in die “richtige Richtung” zu lenken. Ein solches Bemühen zeichnet Möchtegern-Diktatoren und andere Personen, die sich daran berauschen, andere kontrollieren und leiten zu können aus. Es hat keinerlei Platz in einer liberalen Gesellschaft, in der der Markt der Informationen frei ist, niemand das Recht oder die Möglichkeit hat, anderen Informationen, unter dem Vorwand, es handle sich um “falsche Informationen” vorzuenthalten, weil er, verheuchelter Lügner, die Bürger “schützen wolle”. Was Leute wie Merz schützen wollen, das ist die eigene Fähigkeit, Interessen nach Lust und Laune und mit jeder beliebigen (Lügen-)Erzählung zur Legitimation, durchzusetzen.
Es ist auch nicht die Aufgabe einer Regierung und der darin versammelten Leute, die meist im kollektiven IQ hinter dem ihrer Bevölkerung zurückbleiben, Bürger vor Herabwürdigung und Diskriminierung zu schützen. Wir sind nicht im Kindergarten oder in einem Heim für mental benachteiligte Personen. Ein Erwachsener kann Herabwürdigung und Diskrimierung handhaben, damit umgehen. Kann er es nicht, dann hat er keine Befähigung, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen. Das an sich ist kein Problem: Niemand MUSS in Öffentlichkeit leben.
Der Punkt, an dem die Aussagen von Merz ins Bösartige wechseln, der ist erreicht, wenn er ausgerechnet eine liberale Gesellschaft als eine Art “Nanny State” aufbaut, eine Art Kindermädchen, das sich um seine inepten/unfähigen/lebensuntüchtigen Bürger kümmern muss, die weder in der Lage sind, sich ein eigenes Urteil zu bilden noch fähig, aversen Umständen zu trotzen. Es ist deshalb ein Wechsel ins Bösartige, weil in liberalen Gesellschaften ein Staat und die dazu gehörende Regierung am Ende einer Wirkungskette steht, die von Bürgern ausgeht. Der Staat und seine Organisationen sind ein notwendiges Übel, vor dem eine liberale Gesellschaft die eigenen Bürger durch Abwehrrechte schützt, ein notwendiges Übel, dem in liberalen Gesellschaften keinerlei Macht über das individuelle Leben gegeben wird. Merz versucht, “den Staat” und seine Institutionen als die zu kontrollierenden Akteure, die stets an der Grenze zu feindlichen Akteuren wandeln, als etwas anderes darzustellen, als eine Organisation, die sich als “überindividuelle Wissensquelle” inszeniert, deren gesammelte Kenntnis gleichzeitig als Legitimation für die Bevormundung der dummen Bürger gilt.
Kein Staat weiß mehr als die Summe seiner Bürger.
Jeder Staat, der Bürger bevormundet wird früher oder später und in der Regel recht schnell ein totalitäres Monster, das jeden Lebensbereich der Bürger ausleuchten und kontrollieren will, weil mit zunehmender Schließung einer einst offenen Gesellschaft, mit jedem Schritt in den Totalitarismus, die Menge der diesen “Staat” gefährdenden Informationen größer wird, was zwangsläufig zu einer stetig steigenden Notwendigkeit von Kontrolle und Überwachung der Bürger führt, bis der administrativen Hydra dann alle sieben Köpfe auf einmal abgeschlagen werden.
Merz hat keine Ahnung, was eine liberale Gesellschaft ist, versucht, den Begriff “liberale Gesellschaft” zu missbrauchen, um seine Vorstellung einer autoritären Überwachungsgesellschaft als “gute Gesellschaft” zu verkaufen. Er hat Züge des bösen Onkels, der kleine Kinder mit Bonbons hinter eine Hecke ziehen will.
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Sorry, aber CDU und „liberal“? Ich kann mich nur an die Lügen erinnern, daß die CDU „konservativ“ oder „mittig“ sei, aber nicht das die CDU „liberal“ wäre. Muß wohl eine andere CDU sein …
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