Die Leistung, die mit Windturbinen an einem bestimmten Standort erreicht werden kann, ist in Machbarkeitsstudien häufig übertrieben und liegt oberhalb der Werte, die Minsterien in ihrem “Windatlas” veröffentlichen.
Die Werte, die Minsterien in ihrem “Windatlas” veröffentlichen, sind ihrerseits Werte, die um rund 30% über dem liegen, was in Wirklichkeit an Leistung an diesem Standort möglich ist.
Windkraft ist auf falsche Daten gebaut:
Wie so oft, wenn man sich mit einem Thema, das in den Bereich der “linken Themen”, von denen Linke oft der Ansicht sind, sie seien “progressiv” [ich weiß auch nicht warum] beschäftigt, so stößt man auch bei Windkraft, wenn man den Teppich anhebt, auf Berge von Schmutz, die um wenige Fragmente von Wahrheit herum angelagert wurden.
Im letzten Post haben wir gezeigt, dass “Machbarkeitsstudien” auf Annahmen über Windgeschwindigkeit und daraus generierbare Leistung basieren, die wenn man optimistisch steigern könnte, genau diese Steigerung wären. Die Werte der Windgeschwindigkeit (6,6 m/s), die z.B. in der Machbarkeitsstudie für den Windpark in Eltville genannt werden, liegen erheblich über den Werten der Windgeschwindigkeit, die im hessischen “Windatlas” für die entsprechende Region genannt werden (zwischen 5.75 m/s und 6,25 m/s).
In diesem Post zeigen wir, dass selbst die Werte, die Ministerien der Länder als Planungsgrundlage für die Winpark-Bauer (die sie dann ignorieren) veröffentlichen, weit oberhalb dessen, was in der Realität gemessen und per Windturbine realisiert werden kann, liegen.
Ein Leser hat uns auf die folgende Arbeit, die von der Universität Hamburg kommt, hingewiesen:
Ahlborn, Saur und Thorwart haben für den Windatlas, den das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württermberg 2019 veröffentlicht hat und der bis heute gültig ist, geprüft, ob die darin angegebenen Werte auch nur ansatzweise mit der Realität in Einklang zu bringen sind.
Ergebnis: Sie sind es nicht.
Tatsächliche Windgeschwindigkeiten, tatsächliche Windleistungsdichten und zwangsläufig tatsächliche Erträge werden um rund 30% ÜBERSCHÄTZT, wie Ahlborn, Saur und Thorwart für eine Reihe von existierende Windparks in Baden-Württemberg, für die sie die Werte, die im Atlas genannt sind, mit dem, was vor Ort an Wind vorhanden ist und an Ertrag durch die Windturbingen realisiert werden kann, verglichen haben. In allen Fällen blieb die Realität sehr weit hinter dem zurück, was die politisch Verantwortlichen in ihrem Windatlas als realisierbar verkündet haben.
“Zusammenfassend halten wir fest, dass die im Windatlas prognostizierten Erträge um ca. 30 % überschätzt werden. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse ergeben sich große Zweifel an der Verwendung des Windatlas Baden-Württemberg 2019 als verlässliche Planungsgrundlage für die Energieversorgung einer der großen Wirtschaftsregionen in Europa.” (Ahlborn, Saur & Thorwart, 2023)
All das hat einen angebbaren Grund: Die Kappgeschwindigkeit.
Die Kappgeschwindigkeit ist ein (willkürlich) festgelegter Wert von 15 m/s im Windatlas, ab dem angenommen wird, dass die Windkraftanlage mit voller Leistung läuft. Diese Festlegung wird von zwei weiteren “Festlegungen” ergänzt.
Windgeschwindigkeiten UNTERHALB der Kappgeschwindigkeit gehen mit ihrer tatsächlichen Geschwindigkeit in die Bestimmung der Windleistungsdichte ein, Windgeschwindigkeiten OBERHALB der Kappgeschwindigkeit gehen konstant mit dem Wert der Kappgeschwindigkeit von 15 m/s in die Berechnung ein.
Entsprechend wird im Windatlas eine Windleistungsdichte von 248 W/qm für eine Windgeschwindigkeit von 6 m/s errechnet und damit VIEL ZU VIEL, denn moderne Windturbinen beginnen bereits bei 10 m/s mit dem “Pitchen”, erreichen die Kappgeschwindigkeit entsprechend früher, bei einer Windleistungsdichte von 197 W/qm.
Ahldorf, Saur & Thorwart 2023
Die Windleistungsdichte ist ein Maß für die Leistung, die ein Rotor pro Quadratmeter Fläche liefert.
All die Rechnerei führt dazu, dass für Baden-Württemberg im dortigen Windatlas ein Wert von 215 W/qm als Schwelle für einen geeigneten Standort zu finden ist. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 5,6 m/s bis 5,9 m/s und ist, wie Ahlborn, Saur und Thorwart zeigen können, eine Schätzung, die 20% über den tatsächlichen Verhältnissen liegt.
Ahlborn, Saur und Thorwart 2023
Geprüft haben sie die Qualität der Windatlas Angaben unter anderem am Beispiel des Windparks “Lauterstein”, für den der Windatlas eine Leistung von 286 W/qm vorhergesagt hat. Tatsächlich erreicht der Windpark eine Leistung von 126 bis 168 W/qm und bleibt damit um rund 40% unter dem, was von ihm erwartet wurde.
Durch den kleinen Trick mit der Kappgeschwindigkeit, die mit 15 m/s gesetzt wird, obschon in der Realität 10 m/s zum Erreichen der Nennleistung ausreichen, manipulieren die Verantwortlichen die Ergebnisse nach oben, geben miserable Standorte als passabel und schlechte Standorte als gute aus, ermöglichen es Machbarkeitsstudien zu erstellen, deren Angaben weit über dem liegen, was tatsächlich realisiert werden kann und bedienen sich eines einfachen Tricks. Wie oben beschrieben, gehen Windgeschwindigkeiten unterhalb der Kappgeschwindigkeit mit ihrer vollen “Kraft” in die Berechnung ein. Da die Leistung eines Windrads mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit wächst, z.B. eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit in einer Verachtfachung der Leistung resultiert, ist die Leistung, die bei einer Kappgeschwindigkeit von 15 m/s errechnet wird, zwangsläufig viel höher als eine Leistung, die bei einer Kappgeschwindigkeit von 10 m/s (also der Geschwindigkeit, ab der Windturbinen ihre Nennleistung ereichen) tatsächlich realsiert werden kann.
Ein kleiner Betrug mit großen Folgen.
Man kann sie überall bewundern: Monster jenseits der 200 Meter Höhe, die die Gegend verschandeln, Gutmenschen, die sich gerne psychologisch wohlfühlen wollen, die Möglichkeit geben, sich als “Klimaschützer” zu inszenieren, allen die Kosten aufbürden und im Gegenzug eine zerstörte Umwelt und unzuverlässigen Strom liefern.
Falls jemand behauptet, die Mehrheit der Menschen seien rationale Wesen bekomme ich Zustände…
Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:
Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege
Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher!
DENN: ScienceFiles lebt von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:
Wir sehen, dass du dich in folgendem Land befindest: Schweiz. Wir haben unsere Preise entsprechend auf Schweizer Franken aktualisiert, um dir ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. Stattdessen Euro verwenden.Ausblenden