G20-Krawalle und Attac! Attac? Nein: Flucht vor Verantwortung

Die autoritäre Persönlichkeit, die Adorno et al. mit Blick auf Rechtsextremisten beschrieben haben und die – wie die derzeitige wissenschaftliche Analyse von Dr. habil. Heike Diefenbach auf ScienceFiles zeigt – sich auch bei Linken findet, sie muss im Fall von Linken um einen Faktor ergänzt werden: Die Angst vor Verantwortung.

Wenn Linke und ihre Extremisten etwas auszeichnet, dann ist es die Angst, ja die panische Flucht vor Verantwortung. St. Ralf Stegner, der gute linke Mensch aus Schleswig-Holstein, er dokumentiert diese Unfähigkeit zur Übernahme von Verantwortung derzeit wohl am besten, wenn er dauerhaft versucht, die Linke trotz aller Linken, die in der Vergangenheit und Gegenwart Gewalt als Mittel im politischen Kampf ausdrücklich begrüßt haben (Die SPD übrigens bis 1959. Erst mit dem Godesberger Programm hat die SPD Abstand von einem revolutionären Umsturz in Deutschland genommen), als Vereinigung von Friedensengeln und Linke-Backen-Hinhaltern darzustellen.

Generell sieht man derzeit im linken politischen Lager und in den zugehörigen Medien ein heftiges Flügelschlagen und zugehörige Fluchtbewegungen, mit denen versucht werden soll, den Schmutz der Ausschreitungen in Hamburg von der linken weißen Weste zu wischen. Wer in Hamburg friedlich demonstriert hat, so das, was wenn es gelänge ein Meisterwerk linker Propaganda wäre, der war ein Linker. Wer nicht friedlich demonstriert hat, der war kein Linker.

Auch Attac! ist auf der Flucht.
Auf der Flucht vor der Verantwortung.
Seit wir den Protest-Reader von Attac! veröffentlicht haben, scheint die Luft für Attac! dünner zu werden.
Die dünne Luft hat nun dazu geführt, dass in der EpochTimes von Rosemarie Frühauf und Nancy McDonnell „Fake News zu G20 enttarnt“ wurde. „Pläne und Verhaltenstipps“, so heißt es weiter, „kamen nicht von Attac“.

Nun, Rosemarie und Nancy, man denkt unwillkürlich an Grillparties mit Kinderprogramm und Clowns, behaupten, wir hätten Fake News verbreitet und einen gefälschten Protestreader ins Internet gestellt.

„Der Blog [das Blog – bitte] ‚sciencefiles.org‘ veröffentlichte einen Artikel, der Attac beschuldigte, die Krawallmacher von Hamburg finanziert, koordiniert und mit Kartenmaterial versorgt zu haben. Dazu wurde ein gefälschter ‚Protestreader‘ als PDF veröffentlicht, indem [in dem] Flugblätter verschiedener Gruppierungen zu einem Dokument zusammengebastelt waren.“

Hartmut Esser hat in seinen Veranstaltungen die Figur von Lieschen Müller immer dann bemüht, wenn es um Statistik und Mathematik ging, um Felder, die Lieschen Müller nicht versteht, nie verstehen wird. Bei Rosemarie und Nancy kommt die deutsche Sprache, mit der sie erfolglos kämpfen, dazu.

Es beginnt mit der Unfähigkeit, die deutsche Sprache zu verstehen, denn: Wir haben Attac nicht beschuldigt, die Randalierer finanziert zu haben, wir haben geschrieben:

„Gestern haben wir in einem Post noch gefragt, wer die Berufsdemonstranten in Hamburg finanziert, wer sie koordiniert, wer sie mit Kartenmaterial und sonstigen Informationen versorgt.
Heute hat uns ein Leser aus Hamburg auf die Sprünge geholfen und uns den Attac-Protestreader zugeschickt, der eine Reihe der Fragen danach beantwortet, wer hinter den Demonstrationen, den gewalttätigen Demonstrationen und den Ausschreitungen von Kriminellen zumindest insoweit steckt, dass er sie billigend in Kauf genommen (und unterstützt) hat, um seine ideologischen Ziele zu erreichen.“

Zwischen der Behauptung, Attac habe die Randalierer finanziert, die Rosemarie und Nancy bei uns gelesen haben wollen und unserer Aussage, Attac habe die Krawalle billigend in Kauf genommen, vermittelt nur die schmutzige Phantasie von Rosemarie und Nancy.

Die Probleme mit der Benutzung der deutschen Sprache setzen sich mit dem Vorwurf fort, wir hätten einen „gefälschten Protestreader“ veröffentlicht.

Der Witz an Fälschungen besteht darin, dass sie versuchen, ein Original zu imitieren, und zwar so, dass es niemand merkt, ein Original wie einen Rembrandt oder Nike-Schuhe. Wenn uns Rosemarie und Nancy also vorwerfen, wir hätten einen Reader gefälscht, dann werfen sie uns vor, wir hätten ein Original imitiert, dann bestätigen sie damit implizit, dass es den Protestreader von Attac! gegeben hat, denn hätte es ihn nicht gegeben, dann hätten wir ihn nicht fälschen können.

Rosemarie und Nancy sind aber angetreten (oder werden von Attac! dafür finanziert, was bedeuten würde, dass man bei Attac! finanziell sehr klamm sein muss, sich keine Journalisten mehr leisten kann), um zu belegen, dass der ProtestReader NICHT von Attac! stammt, dass unsere dahingehende Meldung FakeNews war.

You can’t have it both ways.
Entweder der Protestreader ist von Attac! und wir haben ihn gefälscht, versucht, ihn originalgetreu nachzumachen oder es gibt keinen Protestreader von Attac! dann können wir auch keinen Protestreader gefälscht haben.

Der Vorwurf der Fälschung erfüllt somit entweder den Tatbestand einer üblen Nachrede (von dem wir uns noch überlegen, ob wir ihn strafrechtlich prüfen lassen) oder er ist auf geistige Verwirrung zurückzuführen, was dazu führen sollte, dass sich die Verantwortlichen der Epoch Times fragen, ob sie die Verantwortung für geistig verwirrte Schreiber übernehmen wollen [Im übrigen erwarten wir eine Entschuldigung].

Damit sind wir wieder bei der Flucht, der von Attac! und vor der Verantwortung. Denn was nun im Text von Rosemarie und Nancy folgt, ist eine ellenlange Darstellung darüber, dass im Attac! Protestreader Material von der „Interventionistischen Linken“ enthalten ist. Das Material der interventionistischen Linken ist natürlich das, das die Aufforderung zur Gewalt enthält. Attac!, also die richtigen, nicht die interventionistischen Linken, Attac!, die gewaltfreien Linken, die nie Gewalt unterstützen oder selbst begehen würden, und sich nur aus welchen Gründen auch immer Attac! nennen und nicht etwa Defense oder Reflection oder Reason, sie haben damit natürlich gar nicht zu tun. So der Bär, den Rosemarie und Nancy ihren Lesern aufbinden wollen.

Abermals soll der Bär mit einem sprachlichen Unvermögen gebunden werden, das ernsthafte Zweifel an der Befähigung des Chefredakteurs der Epoch Times weckt:

„Das Flugblatt war außerdem der Ansicht, dass man „bunt und friedlich“ die kapitalistischen Systeme nicht überwinden könne, es brauche den zivilen Widerstand“, das schreiben Rosemarie und Nancy mit Blick auf das böse Flugblatt, das von der interventionistischen Linken kommt, nicht von Attac! und das wir Attac! angeblich unterschieben wollen.

Eine Zeile weiter schreiben dieselbe Rosemarie und dieselbe Nancy:

„Attac hatte am 7. Juli zusammen mit dem Bündnis BlockG20 unter dem Motto „colour the red zone – die rote Zone bunt machen“ zu Aktionen ‚des kreativen Zivilen Ungehorsams und des bunten Widerstands“ gegen den G20-Gipfel aufgerufen.“

Aus der Logik der Darstellung lässt sich kein anderer Schluss ziehen als der, dass Attac! sowohl friedliche Formen des Demonstrierens unterstützt hat als auch gewaltsame Formen, denn der zivile Widerstand, der oben explizit als Alternative zu friedlichem und buntem Widerstand dargestellt wird, also als gewaltsamer Widerstand, findet sich im Textteil, das Attac! entlasten soll, nunmehr als kreativer ziviler Ungehorsam. Das sicherste, was man aus beiden Aussagen elaborieren kann ist, dass Attac! Gewalt in Hamburg billigend in Kauf genommen hat. Genau das haben wir Attac! vorgeworfen.

Wir sehen heute einmal darüber hinweg, dass Rosemarie und Nancy die Dreistigkeit besitzen, bei uns Daten über Attac! abzuschreiben, ohne Quellenangabe. Dass sie abgeschrieben haben, das wissen wir wegen Lieschen Müller und den Zahlen, so wie wir wissen, dass Rosemarie und Nancy keine Bilanz lesen können und entsprechend den Jahresetat von Attac! nicht kennen würden, hätten sie ihn nicht bei uns erfahren.

Wie dem auch sei. Es ist an der Zeit, die Belege auf den Tisch zu legen, die wir zurückgehalten haben, in Antizipation der linken Angst vor Verantwortung, der linken Verleumdungsbereitschaft , der Feigheit und damit einhergehenden Fluchtinstinkte, die sich nun Bahn brechen. Der Attac-Protestreader, den wir zusammengestellt haben, besteht ausschließlich aus Material, das ein Leser von ScienceFiles von einem INFOSTAND VON Attac! gesammelt hat. Da Attac! die Informationen im Reader bereitgestellt hat, muss man davon ausgehen, dass Attac! die Verantwortung für die Informationen vom eigenen Infostand auch übernimmt.

Hier die Worte, in denen unser Leser sein Sammeln von Informationen für uns beschrieben hat:

“Heute, am Freitag, bin ich ganz normal zur Arbeit gefahren. Dabei muß ich am Hamburger Hauptbahnhof umsteigen und sah am Ausgang einen Stand von Attac. Da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte, bin ich da mal hingeschlendert und sprach die drei Leute dort so an, daß ich sie nach Infos über ihre Ziele fragte. Da zeigte sich das erste Mal die Dämlichkeit dieser Leute: Man antwortete mir, daß die Infos, welche hier ausliegen würden, nur für Demonstranten seien. Auf meine Antwort, daß sie ja gar nicht wüßten, ob ich nicht auch ein Demonstrant sei, wußten sie dann erst einmal nichts zu sagen und ich bediente mich daraufhin systematisch an allem, was der Stand zu bieten hatte.”

Alle Materialien im Protestreader stammen demnach von Attac!. Attac! muss sie sich zurechnen lassen. Zu dumm!

Offensichtlich haben wir es hier mit dem zu tun, was Erving Goffman ein Backstage display nennt. Letzteres weicht von dem, was man Zuschauern als Fassade präsentiert, ab. Die Fassade von Attac! ist eine auf friedliche Aktion getrimmte Fassade, von der die Gesichter von Konstantin Wecker und Sven Giegold grinsen. Backstage wird Material verbreitet, das Gewalt billigend in Kauf nimmt, zu Gewalt aufruft. Es ist so ähnlich, wie in manchen Krimis von Agatha Christie, in denen eine kriminelle Organisation sich z.B. hinter einem Meinungsforschungsinstitut verbirgt, um ihren dunklen Geschäften in aller Ruhe nachgehen zu können.

Unser Leser aus Hamburg, von dem die Information stammt, hat zwischenzeitlich eine ausführliche Stellungnahme geschrieben, die wir hier als PDF bereitstellen. Wer danach noch Zweifel daran hat, dass Attac! die Gewalt in Hamburg billigend in Kauf genommen hat bzw. mit zu verantworten hat, dem können wir nur einen Deutschkurs im Goethe-Institut empfehlen. Wer den PDF liest, stellt fest, dass es sich dabei gleichzeitig um einen Kommentar handelt, den unser Leser bei Epoch Times hinterlassen hat.

Der Kommentar wurde vor 11 Stunden veröffentlicht und zwischenzeitlich gelöscht. Das zeigt deutlich, welchen Umgang mit Wahrheit die Epoch Times pflegt (Ein Screenshot, der das belegt, liegt uns vor.)

Und was Nancy und Rosemarie oder umgekehrt angeht, so haben wir beim Presserat eine formelle Beschwerde erhoben. Langsam muss man anfangen, die Redaktionen von denen zu bereinigen, die systematisch Fake News verbreiten – früher hat man von Verleumdung oder schlichten Lügen gesprochen, von Personen, die dort nun gar nichts zu suchen haben: Aus allen Gründen die mit Fähigkeit, Ethik und Verantwortung zu tun haben!

Abschließend verlangen wir noch ein paar Antworten von Rosemarie und Nancy, denn es ist schon interessant, mit welcher Boshaftigkeit gleich Fake News unterstellt wird, wenn es sich offensichtlich auch um ein Versehen handeln könnte. Derartige Boshaftigkeit wendet sich zu einer naiven Vertrauensseligkeit, wenn der einzige Beleg dafür, dass die Materialien nicht von Attac stammen, darin zu finden sein soll, dass Attac! sich von der Gewalt in der Nacht des 7. auf den 8. Juli distanziert hat. Im Einklang mit dieser Logik müsste man vor Gericht jeden Straftäter, der seine Unschuld beteuert, freisprechen. Aber vielleicht haben Rosemarie und Nancy ja recherchiert und sämtliche Materialien von Attac gelesen, um sicherzugehen, dass Attac! und Gewalt zwei paar Schuhe sind. Wenn dem so sein sollte, dann fordern wir Rosemarie und Nancy auf, eine komplette Liste der gelesenen Materialien zur Nachprüfung durch uns vorzulegen. Last but not least spricht die Tatsache, dass sich Materialien, die angeblich von der Interventionistischen Linken stammen, von einem Attac!-Infostand vertrieben werden, zum einen dafür, dass die Linke gut vernetzt ist und die Materialien zentral erstellt und dezentral verteilt werden, was zum anderen den Schluss nahelegt, dass Attac! an der Finanzierung auch der Materialien, die von der Interventionistischen Linken stammen sollen, beteiligt ist. Warum sonst sollten die Materialien von Attac! verbreitet werden?

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Ganslmeiers Erzählungen: Wie die ARD lügt und manipuliert

Zur Illustration des symbolischen Interaktionismus hat Herbert Blumer eine Geschichte erzählt, in der ein aufgebrachter Beobachter davon berichtet, wie er einer Schlägerei zwischen zwei Männern beigewohnt hat, die erst dann ihr Ende nahm, als ein Dritter intervenierte, um dem Kampf ein Ende zu setzen, von dem einer der Kontrahenten bereits gezeichnet war.

Die ganze Geschichte fällt etwas in sich zusammen, wenn man weiß, dass das, was hier beschrieben wird, ein Boxkampf ist.

Der Symbolische Interaktionismus betont die soziale Konstruktion von Bedeutungszuschreibung. Das Konzept des Framings, das in der theoretischen Welt der Rational-Choice Theorie eine große Rolle spielt, betont die Abhängigkeit individueller Entscheidungen von (sozialer) Konstruktion der Realität:

Amos Tversky und Daniel Kahneman waren die ersten, die gezeigt haben, dass die Art und Weise, in der eine Entscheidungssituation dargestellt wird, die Entscheidung von Akteuren beeinflusst. So war die Befürwortung der Einführung einer Behandlungsmethode, die einmal mit einer Überlebenswahrscheinlichkeit und einmal mit einem identischen Sterberisiko qualifiziert wurde, dann höher, wenn eine Überlebenswahrscheinlichkeit angegeben wurde.

Dass die Zuschreibung von Bedeutung zu sozialen Situationen, Handlungen oder Ereignissen das Ergebnis einer Interpretation ist und dass die Art und Weise, in der eine solche Zuschreibung erfolgt, die Entscheidung oder die Einstellung von Akteuren beeinflusst, ist der Stoff, aus dem Manipulationen gewebt werden.Stellen Sie sich vor, Sie wollen über Donald Trumps Reise nach Polen im Vorfeld des G20-Gipfels in deutschen Medien berichten. Sie werden also berichten, dass Trump nach Polen reist, um die Beziehungen zwischen den USA und Polen zu stärken. Gemeinsamkeiten im Hinblick auf die Einwanderungspolitik sowie vergleichbare Werthaltungen zwischen Trump und Andrzej Duda werden sich sicher nicht negativ auf die Verhandlungen über US-amerikanische Erdgaslieferungen an Polen auswirken.

Das wäre ein neutraler Bericht mit einer Einschätzung am Ende, der im Rahmen objektiver Berichterstattung erfolgt.

Nun kommt Martin Ganslmeier. Er will nicht neutral über Trump berichten. Er will werten und diffamieren. Angesichts des eher trockenen Stoffes einer Reise Trumps nach Polen muss man hier ein wenig Phantasie und kriminelle Energie investieren, um zu einem negativen Bericht über Trump zu kommen.

Ganslmeier schafft das.

framingZunächst der Frame:

„London, Paris, Berlin: Normalerweise reist ein neuer US-Präsident zunächst in eine dieser Städte. Trump hingegen ist erst einmal in Warschau gelandet. Dort muss er keine Kritik fürchten. Im Gegenteil: Der Empfang dürfte sehr herzlich werden.”

Donald Trump ist kein „normaler“ Präsident. Er ist ein unbeliebter Präsident, der Kritik fürchtet und deshalb zu Claqueuren reist. Das will Ganslmeier suggerieren.


Die Versuchsanordnung von Tversky und Kahneman:

„Problem 1 (Survival frame)
Surgery: Of 100 people having surgery 90 live through the post-operative period, 68 are alive at the end of the first year and 34 are alive at the end of five years.
 
Radiation Therapy: Of 100 people having radiation therapy all live through the treatment, 77 are alive at the end of one year and 22 are alive at the end of five years.
Problem 1 (Mortality frame)
Surgery: Of 100 people having surgery 10 die during surgery or the post-operative period, 32 die by the end of the first year and 66 die by the end of five years.Radiation Therapy: Of 100 people having radiation therapy, none die during treatment, 23 die by the end of one year and 78 die by the end of five years“. 
Tversky, Amos & Kahneman, Daniel, 1986: Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59 (4): S251-S.278.

Die Ursachen für den „herzlichen Empfang“ sind für Ganslmeier darin zu finden, dass in Polen eine „konservativ-nationale Regierung“ im Amt ist, die „gegen Einwanderung“ ist, religiös und ländlich, also zurückgeblieben, jedenfalls nicht städtisch ist. Trump wird bei Ganslmeier zum jüdischen Krämer, dessen sich die Nazis und vor allem Julius Streicher in seinem Stürmer so gerne bedient haben, der überall seine finanziellen Interessen verfolgt oder wie Ganslmeier schreibt: „Trump wäre aber nicht Trump, wenn er in Polen nicht auch Geschäftsinteressen verfolgen würde“. Denn er will den „globalen Energie-Markt … dominieren“, so wie das jüdische Finanzkapital in der Phantasie der Nazis einst die Welt dominieren wollte. Und natürlich will er diese Dominanz mit „Fracking“ ausüben (Fracking ist in der mentalen Welt der Linken böse). Last but not least, ist der US-Amerikanische Präsident ein Spalter, dem es „sogar gelingen“ könnte „die Europäische Union zu spalten“ (sofern es noch etwas zu spalten gibt…).

Kurz: Ganslmeier macht keinerlei Anstalten, eine neutrale Berichterstattung über Donald Trump zu liefern. Er will seine Leser in den Glauben manipulieren, hier käme ein Bonze nach Europa, der versucht, mit schmutzigem Fracking-Gas die Hälfte der Europäer zu kaufen und jenes Sinnbild europäischer Regierungskunst, jene politische Ordnung, die nur vom griechischen Olymp überwölbt wird, die EU zu spalten. Und außerdem ist Trump ein Feind der Deutschen, wie Ganslmeier dadurch suggeriert, dass er schreibt, Trump wolle das „Herz der Polen erwärmen“, indem er eine Rede hält, in der er an den Warshauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Es ist schon erstaunlich, zu welchen faschistischen Höhen sich deutsche Journalisten mittlerweile wieder ungestraft aufschwingen können.

Ganslmeiers Beitrag ist ein Schulbeispiel dafür, wie durch die Beimengung von negativen Bewertungen und die Schaffung eines negativen Rahmens versucht werden soll, Leser so zu manipulieren, dass sie die Bewertung von Ganslmeier teilen, ohne darüber nachzudenken, ob sie denn auch gerechtfertigt ist.

Zentral für die Bewertung von Trump ist bereits der eingangs gesetzte Rahmen, der zeigen soll, Trump ist kein normaler Präsident.

„London, Paris, Berlin: Normalerweise reist ein neuer US-Präsident zunächst in eine dieser Städte. Trump hingegen ist erst einmal in Warschau gelandet. Dort muss er keine Kritik fürchten. Im Gegenteil: Der Empfang dürfte sehr herzlich werden.“

Da die Faktenfinder bei der ARD offensichtlich schlafen, müssen wir die Aufgabe übernehmen und zeigen, dass Ganslmeier hier entweder etwas ins Blaue hinein behauptet, in der Hoffnung, niemand prüft es, oder bewusst lügt. Was ist wohl wahrscheinlicher?

Wir haben uns einmal die Mühe gemacht, die Antrittsreisen der fünf US-amerikanischen Präsidenten zu recherchieren. Ergebnis: Keiner ist zuerst nach London, Paris oder Berlin gereist. Die Vorstellung Ganslmeiers entspringt wohl einer Eurozentriertheit, die er aus der Zeit des Kolonialismus herüber gerettet hat.

Die ersten Reisen der US-amerikanischen Präsidenten:

Ronald Regan (1981-1989)

1981:

  1. Mexiko
  2. Kanada

1982:

  1. Jamaika
  2. Barbados
  3. Frankreich
  4. Italien
  5. Vatikan Stadt
  6. Vereinigtes Königreich
  7. Westdeutschland

George H. W. Bush (1989-1993)

1989:

  1. Kanada
  2. Japan
  3. China
  4. Südkorea
  5. Italien
  6. Vatikan-Stadt
  7. Belgien
  8. Westdeutschland
 

Bill Clinton (1993-2001)

1993:

  1. Kanada
  2. Japan
  3. Südkorea

1994:

  1. Belgien
  2. Tschechien
  3. Ukraine
  4. Russland
  5. Weißrussland
  6. Schweiz
  7. Italien
  8. Vatikanstadt
  9. Vereinigtes Königreich
  10. Frankreich
  11. Lithauen
  12. Polen
  13. Italien
  14. Deutschland

Für die nächsten drei US-Präsidenten ergibt sich folgendes Reiseverhalten:

George W. Bush (2001-2009)

2001:

  1. Mexiko
  2. Kanada
  3. Spanien
  4. Belgien
  5. Schweden
  6. Polen
  7. Slowenien
  8. Vereinigtes Königreich
  9. Italien
  10. Kosovo
  11. China

2002:

  1. Japan
  2. Südkorea
  3. China
  4. Mexiko
  5. Peru
  6. El-Salvador
  7. Deutschland

Barack Obama (2009-2017)

2009:

  1. Kanada
  2. Vereinigtes Königreich
  3. Tschechien
  4. Türkei
  5. Irak
  6. Mexiko
  7. Trinidad & Tobago
  8. Saudi Arabien
  9. Ägypten
  10. Deutschland

Donald Trump (2017-)

2017:

  1. Saudi Arabien
  2. Israel
  3. Palästina
  4. Italien
  5. Vatikanstadt
  6. Belgien
  7. Italien
  8. Polen

Keiner der letzten fünf US-Präsidenten ist als neuer US-Präsident zunächst in eine der von Ganslmeier genannten Städte gereist. Alle sind entsprechend für Ganslmeier nicht normal. Es hat bei Ronald Reagan ein Jahr Präsidentschaft und fünf Auslandsbesuche gedauert, bis er nach Paris gekommen ist. George H.W. Bush hat sein erster Auslandsbesuch in Europa nach Italien geführt, erst der achte Auslandsbesuch hatte mit Berlin eine der von Ganslmeier genannten Städte zum Ziel. Bill Clinton, so muss man fast annehmen, hat die drei Städte vermieden, so lange es geht. Erst im Jahr zwei seiner ersten Amtsperiode und mit seinem 12 Auslandsbesuch hat er sich nach London bemüht, weitere 6 Auslandsbesuche später war Berlin an der Reihe. Auch George W. Bush hat es nicht sonderlich eilig gehabt, die drei genannten Reiseziele aufzusuchen: Auslandreise acht hat ihn nach London geführt. Berlin musste bis Auslandsreise 18 warten, um Ziel zu sein. Nicht einmal Barack Obama hat sein Bekenntnis, ein Berliner zu sein, mit Priorität abgelegt. Bis zum 10. Auslandsbesuch haben die Berliner auf seine Worte warten müssen.

Polen war übrigens schon öfter ein Reiseziel, das US-Präsidenten Deutschland vorgezogen haben. Bill Clinton und George W. Bush waren zuerst in Warschau und dann in Berlin, nur hat ihnen damals kein Ganslmeier nachgesagt, sie würden dorthin reisen, weil sie Kritik scheuen, Geschäfte machen wollen und ansonsten religiöse Hinterwäldler seien. Kurz: Die (bewusste) Lüge gleich zu Beginn des Textes von Ganslmeier dient einzig dem Ziel, Trump zu diskreditieren und den nachfolgenden Text zu rahmen, damit die Leser auch wissen, dass Donald Trump kein normaler Präsident ist, so wie wir nach der Analyse des Textes von Ganslmeier wissen, dass man sich über die Bezeichnung “Lügenpresse” für öffentlich-rechtliche Medien nicht wundern muss, wenn man Personen wie Ganslmeier vornehmlich in der Absicht, zu diffamieren, geschriebene Texte durchgehen lässt.

Der Versuch, Leser zu manipulieren, ist nichts, was deutsche Medien auszeichnen würde. Derartige Versuche gibt es in allen Ländern, in denen es Medien gibt. Was (manche) deutsche Journalisten, die die entsprechenden Versuche unternehmen auszeichnet und die Sache so unerträglich macht, ist die Niedertracht, die man wohl als Motiv für den Manipulationsversuch ansehen muss.

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Im Spinnennetz der Korruption oder Kinderarbeit im Selbstbedienungsladen der Gutmenschen

Aphorismen vorweg:

Der Widerspruch
(Fast)Nur in Deutschland kann man Schüler kollektiv zu einer freiwilligen und auf eigener Initiative beruhenden Tätigkeit abordnen.

Die Erziehungsdiktatur
Deutsche Schüler müssen zu eigenverantwortlichen Menschen erzogen werden, die auf keinen Fall eine von den Vorgaben abweichende Meinung haben.

Eine Stiftung oder ein Verein, so genau weiß man das nicht, benutzt Verbindungen in die Politik, um an Schulen jährlich rund 80.000 Schüler zum Arbeitseinsatz am sozialen Tag zu manipulieren:

„Am 13. Juli 2017 ist es wieder soweit. Zehntausende Schüler*innen bundesweit tauschen ihre Schulbank gegen einen Arbeitsplatz und spenden ihren Lohn an Schüler Helfen Leben. Somit unterstützen sie nicht nur Jugend- und Bildungsprojekte für Gleichaltrige in Südosteuropa und Jordanien, sondern haben auch die Möglichkeit, einen Tag lang in ihren Traumberuf zu schnuppern.“

Bei den angepriesenen Traumjobs handelt es sich nach Ansicht der Sozialen Tag Veranstalter um die folgenden:

„Deiner Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt: Ob Du schon immer einmal für Kinderrechte in einem Restaurant kochen oder gar im Tonstudio Beats bauen wolltest. Viele Arbeitgeber*innen kennen den Sozialen Tag schon und stellen dich gerne ein.“

Traumjobs eben.

SHL versuch einer Bilanz

Der Versuch einer Bilanz für “Schüler helfen leben”

Das Geld, das die Schüler erarbeiten, 706.033 Euro waren es immerhin im Jahre 2015 und somit 49% der Einnahmen des Vereins oder der Stiftung „Schüler helfen leben“, wird genutzt, um Projekte auf dem Balkan oder in Jordanien zu finanzieren. Zudem dient der soziale Tag dem Verein, vielleicht ist es auch eine Stiftung „Schüler helfen leben“ dazu, „Fundraising“-Aktivitäten zu entwickeln. Noch einmal 621.585 Euro aus Spenden von Gönnern kamen auf diese Weise im Jahr 2015 zusammen. Die genaue Herkunft der Spenden ist nicht zu klären. Die Transparenz des Vereins, der zwar einen Jahresbericht herausgibt, sich darin aber bemüht, die Mittelherkunft nach bestem Wissen und Gewissen zu verschleiern, hält sich in Grenzen.

In jedem Fall kann man feststellen, dass ohne den Sozialen Tag die Finanzierung des Vereins oder der Stiftung „Schüler helfen leben“ nicht möglich wäre. Umso besser, dass die politischen Verbindungen, die der Verein hat, Bundeskanzler Merkel und 9 Ministerpräsidenten zumeist SPD-geführter Regierungen halten ihre schützende und vermutlich auch geldbringende Hand über den Verein, genutzt werden können, um nicht nur Zugang zu Schulen zu erreichen, sondern auch dazu, als Quasi-Monopolist für einen Tag von Kinderarbeit zu profitieren.

Und alles, um vor allem auf dem Balkan, im Jahre 26 nach dem Ende des Jugoslawienkrieges dafür zu sorgen, dass die dortigen Menschen auch die richtigen Werte, Meinungen und Überzeugungen entwickeln. „Schüler helfen leben“ ist somit nichts anderes als ein Gesinnungsprojekt, bei dem es darum geht, Schüler und ihre Bereitschaft, sich für eine angeblich gute Sache vor einen Karren spannen zu lassen, auszunutzen, um Mittel für den ideologischen Kampf zusammenzuraffen, den ideologischen Kampf, der dann z.B. mit 120.220 Euro in Tirana (Albanien) mit folgenden Inhalten geführt wird:

exploitation2“Das Soziale Tag-Projekt 2016 “Gewalt ist keine Lösung” setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen ein und kämpft gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Geschlechtsspezifische Gewalt – Problem einer patriachalen Gesellschaft
Geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt sind weit verbreitete Phänomene in der albanischen Gesellschaft, die nicht nur Frauen und Mädchen negativ beeinflussen, sondern ganze Familien und Gemeinschaften. Ein politischer und rechtlicher Rahmen für Prävention vom geschlechtsspezifische Gewalt wurde geschaffen, um Frauen und Mädchen zu schützen, doch Gewalt wird oft immer noch als Familienangelegenheit akzeptiert und behandelt.

Obwohl die junge Generation Studien zufolge eine aufgeschlossene Haltung gegenüber Geschlechtergerechtigkeit hat, gibt es immer noch viele Kinder und Jugendliche die häusliche und geschlechtsspezifische akzeptieren und/oder selbst ausüben.

Gemeinsames Engagement für bessere Beziehungen

Mit dem Projekt wird ein Mentoring Bildungsprogramm für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen in den Schulen entwickelt. Durch das Engagement verschiedener Akteure (Eltern, Lehrer*innen, Schüler*innen) trägt das Projekt dazu beim, geschlechtsspezifische Gewalt unter albanischen Jugendlichen zu beseitigen.

Da Projekt soll bewirken, dass Frauen und Mädchen, ebenso wie Jungen und Männer in Albanien mehr:
• Achtung und Respekt
• Unterstützung und
• Freiheit
von geschlechtsspezifischer Gewalt in ihren Beziehungen, Partnerschaften, Familien und Gemeinschaften erfahren und somit zu einer gesünderen Gesellschaft beitragen. [Alle Fehler finden sich im Original]”

Besonders interessant sind die Kernelemente, aus denen das Projekt besteht, nämlich aus Bildung, Engagement, soziales Marketing und Beeinflussung von Politik und Gesellschaft. Schüler in Deutschland, die man über ihre Bereitschaft, sich für eine angeblich gute Sache zu engagieren, ködert, finanzieren somit die Ausbildung von albanischen Jugendlichen zu politischen Kadern, die im ersten Schritt (Bildung) lernen, wie die richtige Sicht auf die Welt aussieht. Die im zweiten Schritt zu dem, was in der linksextremen Szene als „Multiplikatoren“ bekannt ist, weitergebildet werden sollen, also zu Kadern, die das Heil, das sie gerade erlernt haben, an Dritte weitergebend. Im dritten Schritt lernen die neuen Heilsträger, wie man mit Mitteln der Propaganda (soziales Marketing) die Heilsbotschaft unters Volk bringt, und im letzten Schritt werden ihnen noch die Techniken anerzogen, die notwendig sind, um politische Entscheidungsträger und deren Entscheidungen zu beeinflussen. Früher fand man derartige Ausbildungen in den „Kaderschmieden“ des Kommunismus, in sogenanten Parteischulen..

Aber seit der Erfindung des allein seligmachenden Wertkanons, der aus Genderismus, Vielfalt und Intoleranz gegenüber allen abweichenden Meinungen besteht, ist es nicht nur normal geworden, Schüler zum Gegenstand der entsprechenden Indoktrination zu machen, es ist auch schick geworden, Schüler arbeiten zu lassen, um andere Schüler indoktrinieren zu können.

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SED Parteischule Ballenstedt; Quelle: WolkenkratzerEigenes Werk, CC BY-SA 3.0,

Die Politik im Namen des Guten bedient sich schamlos des Idealismus derer, die das Leben noch keine Vorsicht gelehrt hat. Wenn jemand weiß, wo hier die Trennlinie zu Anwerbe- und Ausbildungsaktivitäten des IS verläuft, er möge es uns mitteilen.

Ansonsten kann man nur allen Schülern raten, sich von Sozialen Tag fernzuhalten und ein egoistisches Eremitendasein im nächsten Kaffee zu führen. Meditation über das eigene Leben und den Missbrauch, der im Namen des Guten betrieben wird, ist in jedem Fall hilfreicher als mit Kinderarbeit gegen Kinderarbeit anzukochen.

Der Hinweis auf den Sozialen Tag stammt von einem ScienceFiles-Leser, der persönlich betroffen ist:

„Ich möchte vorschlagen, sich einmal mit dem sogenannten “Sozialen Tag” zu befassen (d.h. kritisch, goes without saying), der Ende Juni/Anfang Juli an vielen Schulen in Deutschland wieder abgehalten wird (“Rasen rollen gegen Rassismus”;
http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/sozialer_tag.html).

Als Vater zweier Gymnasiasten bin ich gerade selbst davon betroffen. Kritisch zu bewerten ist m.E. daran der Mißbrauch des jugendlichen Idealismus für die Inszenierung eines medialisierten und – trotz aller Beteuerungen zum Gegenteil – politisch getriebenen Events. Mißbrauch, weil hier in unheiliger Kollusion von Politik und öffentlicher Prominenz mit den Schulleitungen ein “freiwilliges” soziales Engagement der Schüler “kollektiv organisiert” wird. Einerseits machen sich die Schulen zum Agenten einer angeblich privaten, unabhängigen Stiftung bzw. e.V.; siehe http://www.schueler-helfen-leben.de/de/home/sozialer_tag.html.

Andererseits ermöglicht die Politik dieser Organisation einen privilegierten, exklusiven Zugriff auf die Arbeitskraft der Kinder (bzw. Spendenfreudigkeit der Eltern oder Arbeitgeber), z.B. durch Ausnahmeregelung von der Pflicht zum Lohnsteuerabzug, der Gewährung von Unfallversicherungsschutz für diese Tätigkeit etc. etc. …“

Schüler und Eltern sind gefangen im Spinnennetz der Korruption, werden zunehmend zum Gegenstand politisch-korrekter Erziehung und zum Objekt, dessen sich die vermeintlichen Gutmenschen nach allen Regeln der Kunst bedienen.


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Meinungsmache bei der ARD – Heute: BREXIT zurückdrehen

Journalismus besteht u.a. daraus, aus einer Flut von Informationen, diejenigen herauszufischen, die relevant, interessant und bedeutsam sind. Weil dem so ist, kann man anhand der Berichte, die sich in Medien finden, leicht feststellen, was den dort Arbeitenden relevant, interessant und bedeutsam vorkommt. Deshalb kann man auch feststellen, dass bei der ARD Journalisten beschäftigt sind, die eine geistige Fixierung aufweisen, wie man sie in Organisationen wie der Scientology Church oder in revolutionären Zellen vermutet.

Denn: Bei der ARD gibt es einige besonders eindimensionale Exemplare der Gattung Journalist; eine Art Realitätsverweigerer, Leute, die mit den Füßen aufstampfen, wenn etwas nicht nach ihrer Vorstellung geht und Leute, die vollkommen unfähig sind, zu lernen; Leute also, denen die Grundfähigkeiten, die den Menschen nach Ansicht von Immanuel Kant auszeichnen, fehlen: Empathie und Lernfähigkeit.

Und so stellt die ARD einmal wieder die Frage nach dem BREXIT.
Offensichtlich hängt das Herz der dortigen Redakteure ganz besonders daran, den BREXIT und somit die Entscheidung einer Mehrheit von Briten zurückzudrehen. So sehr hängt das Herz der ARD daran, dass sie im Meer der politischen Fische, die in Großbritannien nach der Wahl an den Scheiben der Fernseher vorbeischwimmen und „blubb“, machen, ausgerechnet die beiden kleinsten Fische heraussucht, die man finden kann:

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Tim Farron, Chef der seit gestern Nick Clegglosen (Sie erinnern sich vielleicht an den ehemaligen Vize-Premierminister im ersten Kabinett von Dave, David Cameron – er hat den Wiedereinzug ins Parlament verpasst) Fraktion der Liberal-Democrats im britischen Unterhaus fordert, so weiß die ARD, die Verhandlungen für einen EU-Austritt auf Eis zu legen und will sogar ein neues BREXIT-Referendum abhalten. Farron ist ein Politiker, wie man ihn mag, bei der ARD. Er lässt sich perfekt nutzen, um den Konsumenten der ARD eine britische Welt vorzuführen, die es nur in Marginalien gibt.

Und weil ein Farron zu wenig ist, um den Konsumenten der ARD darüber hinweg zu täuschen, dass die Tories mit 318 Sitzen und 13,6 Millionen Wählerstimmen die stärkste Fraktion im Unterhaus stellen, es also kein In Frage stellen des BREXIT geben wird, deshalb wird ausgerechnet Nicola Sturgeon von der Scottisch Nationalist Party, die bei der gestrigen Wahl von 56 auf 35 Mandate geschrumpft wurden, als weiterer Unterstützer der Position, die die ARD gerne mehrheitsfähig machen will, dargestellt.

Sturgeon und Fallon können für ihre Positionen die Unterstützung von rund 10.4% der britischen Wähler reklamieren. Sie sind zwei Randfiguren, deren Stimme gerade noch vernommen, aber nicht gehört wird. Entsprechend wird sich die Hoffnung der ARD-Fixierten, auch dieses Mal nicht erfüllen. Es wird kein Zurück hinter den BREXIT geben, und es wird auch keinen soft-BREXIT geben, denn, was in Deutschland verschwiegen wird oder unbekannt ist, einer der offensivsten Vertreter und Befürworter eines harten BREXIT ist der von Teilen der deutschen Linken – vermutlich in einer Mischung aus Ignoranz und Ahnungslosigkeit – gefeierte Jeremy Corbyn – komischerweise ist das der ARD keine Meldung wert…

Die Situation im Britischen Unterhaus sieht also wie folgt aus:
Für BREXIT: 590
Gegen BREXIT: 48
Nicht zuordenbar: 12
Es scheint, als würde die ARD die falschen Prioritäten in ihrer Berichterstattung setzen.

CNN + ARD Faktenfinder = “Big Piles of Manure” (Große Misthaufen)

Die ARD hat sich selbst, nein, einige der Mitarbeiter der ARD zu Faktenfindern erklärt. Was die entsprechenden Mitarbeiter zum Faktenfinder qualifiziert, sofern sie etwas zum Faktenfinder qualifiziert, ist bislang ein Sender-Geheimnis. Warum die ARD, die sich doch mit der Verbreitung von Informationen beschäftigt, nun eine Abteilung eröffnet hat, die verbreitete Informationen auf Richtigkeit prüfen soll, ist eine weitere Frage, die bislang niemand beantwortet hat.

Wolfgang Wichmann ist ein ARD-Faktenfinder. Was ihn dazu qualifiziert?
Wir wissen es nicht.

Aber wir wissen, dass die Frage, ob eine Behauptung, eine Aussage mit der Realität übereinstimmt, keine triviale Frage ist. Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich schon seit Jahrhunderten mit den Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu erkennen, und die effizienteste Art, eine Behauptung auf Übereinstimmung mit der Wirklichkeit zu testen, die hat der kritische Rationalismus bereitgestellt, denn: Wenn man etwas als Faktum etablieren will, dann muss man eine Vorstellung davon haben, warum dieses etwas ein Faktum sein soll. Man muss seine Faktizität begründen. Das ist nichts, was man eben einmal nebenbei macht, zu dem man keinerlei Qualifikation benötigt.

Aber genau das, scheint man bei der ARD zu denken. Jeder ARD-Hansel, so die dort wohl herrschende Ansicht, könne sich als Faktenfinder verdingen. Und das Ergebnis dieses Irrtums: Wolfgang Wichmann, Möchtegern-Faktenfinder.

Wichmann hat sich vorgenommen,  CNN zu verteidigen, was schwierig ist, angesichts der Fakten. Die Fakten bestehen aus einem Video, das ein Passant im Internet veröffentlicht hat. Auf diesem Video sieht man, wie Personen, die später als muslimische Demonstranten in London, die sich gegen den Terroranschlag wenden, verekauft werden, nett arrangiert und mit Din-A4-Plakaten ausgestattet werden, auf denen mehr oder weniger Emphatisches zu lesen ist. Das ganze wirkt, wie die Vorbereitungen zu einem Klassenfoto. Nur, dass bei einem Klassenfoto niemand behauptet, das Foto sei nicht gestellt.

 

CNN hat aber behauptet, die gezeigten Muslime würden spontan und von sich aus demonstrieren. Eine offensichtliche Lüge.

Wie verteidigt man eine offensichtliche Lüge?
Keine leichte Aufgabe für den Faktenfinder Wichmann.

Man versucht, denjenigen, der die schlechte Nachricht überbracht hat, zu diskreditieren, also im vorliegenden Fall denjenigen madig zu machen, der das Video vom gestellten CNN-Take im Internet veröffentlich hat.
Gepostet hat das Video ein Nutzer von Twitter: @markantro.

Gegen @markantro weiß Wichmann nichts vorzubringen. @markantro ist einer von vielen Twitter-Nutzern. Sein Video ist offensichtlich authentisch. Was also tun? Bevor es die sozialen Netzwerke gab, wäre es nicht notwendig gewesen, etwas zu tun, denn die geschlossene Einheitsfront der Staatsmedien hätte eine Veröffentlichung des Videos verhindert.

Nun gibt es aber z.B. Twitter. Und Videos wie das von @markantro finden Verbreitung. Wenn man die Verbreitung eines authentischen Videos nicht verhindern kann, dann muss man denjenigen, der das Video bekannt gemacht hat, diskreditieren und hoffen, dass dann, wenn man denjenigen, der Überbringer der Nachricht vom CNN-Fake ist, diskreditiert hat, CNN automatisch rehabilitiert wurde und niemand mehr an den Fake des Senders denkt.

Also schreibt Wichmann:
„Kurz darauf griff der amerikanische Blogger und Socialmedia-Aktivist Mike Cernovich das Video auf. Cernovich beschreibt sich selbst als “amerikanischer Nationalist” und nutzte seine reichweiten-starken Socialmedia-Kanäle zuletzt vor allem für eine Pro-Trump-Berichterstattung im vergangenen US-Präsidentenwahlkampf.

Cernovich veröffentlichte Kopien des Videos auf seinen Accounts bei Facebook, YouTube und Twitter. Auf der Website medium.com fasste er die Kritik an CNN in einem kurzen Blogeintrag zusammen.“

Wie wir alle wissen, werden Begriffe wie „amerikanischer Nationalist“ oder “Pro-Trump-Berichterstattung” benutzt, um Personen zu diskreditieren, in der Hoffnung, ein argumentum ad hominem, also die Diskreditierung der Person führe dazu, auch die Informationen, die die entsprechende Person verbreitet, zu diskreditieren.

Logik f dummiesSelbstverständlich wäre die Frage, ob das Video, das Cernovich verbreitet hat, authentisch ist, auch dann völlig unabhängig von der Person Cernovichs, wenn sich Cernovich als „deutscher Lügner im Auftrag öffentlich rechtlicher Sender“ oder als „geistiger Massenmörder auf der Gehaltsliste von Hamid al-Rashid“ bezeichnen würde. Cernovich bezeichnet sich übrigens als „journalist, documentary filmmaker and best-selling author of Gorilla Mindset“, aber das nur nebenbei.

Wenn Wichmann also so viel Wert darauf legt, die Person Cernovichs durch den Hinweis auf dessen angebliche Selbstbezeichnung „amerikanischer Nationalist“ zu diskreditieren, dann geschieht dies in der Hoffnung, auf diese Weise auch das Video über die Fake-News von CNN zu diskreditieren, an dessen Authentizität es keinen Zweifel gibt.

Das also ist Faktenfinden bei der ARD.

Nun belässt es Wichmann nicht bei dem Versuch, Cernovich zu diskreditieren, er versucht auch, einen positiven Teil zu ergänzen, Pseudo-Belege dafür, dass der CNN-Fake kein CNN-Fake ist.

Raphael Satter, ein AP-Fotograf, bei dem es Wichmann nicht wichtig war, dessen politische Gesinnung zu betonen, schon deshalb nicht, weil Wichmann sich Satter zu bedienen gedenkt, hat ein Foto gemacht, auf dem die Bühnen-Muslime zu sehen sind, die schon CNN gefilmt hat. An anderer Stelle, wie Wichmann betont. Und weil  Satter die Bühnen-Muslime an einer Stelle fotografiert hat, an der CNN sie nicht gefilmt hat, deshalb behauptet Wichmann, dass die für jeden erkennbar gestellte Aufnahme von CNN kein Fake sei.

Wäre er auch nur rudimentär in Logik und kritischem Rationalismus kundig, er wüsste, dass seinem Syllogismus der Mittelterm fehlt. Deshalb ist sein Schluss ein Schluss, den man nicht machen kann, denn die Tatsache, dass CNN seine Aufnahmen gestellt hat, ist unabhängig davon, dass die Bühnen-Muslime auch an anderer Stelle fotografiert wurden. Man könnte aus dem Bild von Satter auch den Schluss ziehen, dass nicht nur CNN, sondern auch AP die Bühnen-Muslime benutzt hat. Und allein diese Möglichkeit ergänzt den Fehlschluss der Bejahung des Konsequens zu Faktenfinder Wichmanns bisherigen Fehlschlüssen.

Schließlich folgt der ultimative Beleg dafür, dass CNN die Aufnahmen nicht gestellt hat: CNN habe die Vorwürfe, die Aufnahmen seien gestellt, als Unsinn zurückgewiesen. Der Fehlschluss ad auctoritatem rundet das Bild des Faktenfinders Wichmann, von dem wir der Ansicht sind, dass er die Fakten nicht einmal erkennen würde, wenn man sie ihm auf einem Blatt Papier und um einen Backstein gewickelt auf die Nase hauen würde, ab.

Faktenfinden bei der ARD besteht demnach aus:
Dem Versuch der Diskreditierung von missliebigen Personen;
Schlüssen, die durch Logik und Fakten nicht gedeckt sind;
Dem Fehlschluss ad hominem;
Dem Fehlschluss ad auctoritatem;
Dem Fehlschluss der Bejahung des Konsequens.

Wenn CNN und ARD Faktenfinder zusammentreffen, dann kommt ein großer Misthaufen dabei heraus, unter dem die Fakten begraben werden sollen.

Fehlt noch der Quellennachweis für das Zitat „Big Pile of Manure“, um den ARD-Faktenfindern das Suchen nach den Fakten zu erleichtern.

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