„Fast jeden Tag ein Anschlag?“, nein, fast jeden Tag eine öffentlich-rechtliche Manipulation

Wer zum Lügen zu feige ist, der versucht es mit der Suggestion. Ziel: anderen das als Gedanken nahelegen, was man, weil es eine Lüge wäre, selbst nicht aussprechen will.

So geht’s.
ARD Tagesschau von heute.
Folgendes Bild:

Folgende Schlagzeile:
„Fast jeden Tag ein neuer Anschlag“.

211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte habe es in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 gegeben. Die Tagesschau berichtet das mit Bezug auf die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Die Tagesschau hat die Daten der NOZ zweitverwertet.

Wenn man Bild, Schlagzeile, das Wort „Anschlag“ und die „211 Attacken“ in eine Reihe stellt, dann ergibt sich ein konsistentes Bild entsteht, bei dem eine Gleichsetzung von 211 Attacken, die zu Anschlägen werden, die – wie im Bild dargestellt – ausgebrannte Asylbewerberunterkünfte zurücklassen.

Nun muss man wissen, dass in den Lageberichten des Bundeskriminalamt, aus dem die Zahlen, die die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet und die Tagesschau mit dem Ziel arglistiger Täuschung übernimmt, zwischen Straftaten gegen Asylunterkünfte und Gewalttaten gegen Asylunterkünfte unterschieden wird. Die 211 Attacken, sind nämlich keine Attacken und schon gar keine Brandstiftungen, wie ein boshafter Redakteur, dem es zu wenig ausgebrannte Flüchtlingsunterkünfte zu geben scheint, nahelegen will. Letzteres muss man daraus schließen, dass die Neue Osnabrücker Zeitung, auf die sich die Tagesschau bezieht noch ganz andere Zahlen veröffentlicht hat, nämlich:

„Seit Jahresbeginn (Stand 23. Oktober) registrierte das Bundeskriminalamt bundesweit 226 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Mindestens 213 dieser Übergriffe hatten laut BKA einen rechtsradikalen Hintergrund, bei einigen weiteren Taten wird das vermutet. Bei den meisten Taten handelte es sich um Sachbeschädigung (74) , Schmierereien und Propaganda (71) sowie Überfälle und Gewaltdelikte (32). Es waren aber auch 12 Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen darunter.”

Ursprünglich war bei der Neuen Osnabrücker Zeitung auch von 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte die Rede. Diese Information, im ersten Abschnitt des Textes, ist die einzige Information, die der Tagesschau-Redakteur aufgenommen zu haben scheint. Reicht wohl, um das eigene Mütchen zu kühlen.

Bei der NOZ werden aus 211 Attacken innerhalb von drei Absätzen erst 226 Übergriffe, die dann zu mindestens 213 Übergriffen mit rechtsradikalem Hintergrund mutieren.

Die Attacken der Tagesschau, die mit Anschlägen bebildert und gleichgesetzt werden, transformieren bei der NOZ innerhalb weniger Abschnitte von Attacken zu Übergriffen, die sich bei genauem Hinsehen in 74 Sachbeschädigungen und 71 Propaganda-Delikte, also in der Regel Hakenkreuzschmierereien, verwandeln. Man tut den Begriffen der Attacke und des Anschlags doch arge Gewalt an, wenn man Schmierereien oder eingeworfene Fenster als solche bezeichnet.

Von den 211 Attacken, die für die Tagesschau auch allesamt Anschläge sind, die – wie die Bebilderung nahelegt – Brandstiftung zum Gegenstand haben, bleiben 12 Straftaten, bei denen es sich tatsächlich um Brandstiftungen handelt, übrig. Wenn man auf Grundlage von 7% der Straftaten, die man tatsächlich als Anschlag bezeichnen kann, eine Aussage macht, die 93% der „Straftaten gegen Asylunterkünfte“ zu Anschlägen und Attacken umdeutet, dann ist das kriminelle Energie, die ihrerseits in den nächsten Lagebericht des Bundeskriminalamts eingehen könnte. Titel des Lageberichts: Straftaten gegen die Wahrheit, Volksverhetzung und vorsätzliche Irreführung der Allgemeinheit.

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Meinungsmache durch Staatsfunk? Die Lügenpresse ist in der Mitte angekommen

Lügenpresse, Staatsfunk, Volkserzieher, diese Begriffe der politischen Rechten, so Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft in Tübingen, „verminten das Gelände“ für richtige Medienkritik und führten dazu, dass richtige Medienkritiker sich nicht mehr trauten, die Medien zu kritisieren, aus Angst, zu den falschen Medienkritikern gezählt zu werden.

Pörksen hat sich in der ZEIT aufgemacht zu beklagen, dass „der Verdacht, von den öffentlich-rechtlichen Medien und vermeintlich übermächtigen Journalisten manipuliert zu werden – vom rechten Rand bis in die Mitte der Gesellschaft“ gewandert sei. Da es letztlich für die Frage, ob Kritik berechtigt ist oder nicht, irrelevant ist, von wo sie kommt, weckt Pörksen hier schon Zweifel an seiner intellektuellen Unabhängig- und Kritikfähigkeit.

Aber: in dubio pro reo!
Betrachten wir also, was nach Ansicht von Pörksen den derzeitigen Diskurs über die deutschen Medien vergiftet. Es ist das Folgende:

  • Medien würden durch „Schmähvokabeln wie ‚Staatsfunk‘ zu Marionetten der Politiker gemacht. Es werde nahegelegt, dass Journalisten keine unabhängigen Akteure, sondern Lakaien der Politiker seien und entsprechend berichten würden, was Letztere sich wünschen.
  • Journalisten würden unter Rechtfertigungsdruck stehen und ständig betonen, dass sie nicht aus dem Bundeskanzleramt angerufen und auf Linie getrimmt worden seien.
  • Medien würden als „autoritäre Gatekeeper“, die „letztlich bestimmen, was sagbar und politisch durchsetzbar“ sei, beschrieben. Es werde behauptet, sie wären darauf ausgerichtet, ihren Konsumenten bestimmte Weltsichten zu vermitteln und sie gleichzuschalten.

Alle drei Vorwürfe, die Pörksen in seinem Beitrag auflistet, findet er moralisch verwerflich. Für keinen davon führt er den Beleg, dass er falsch ist. Dass politischer Druck auf Journalisten ausgeübt werde, um Journalisten zur genehmen Berichterstattung zu bewegen, ist für ihn ein ebenso absurder Gedanke, wie die Vorstellung, öffentlich-rechtliche Medien würden bewusst Inhalte verzerren und nicht objektiv berichten: die ganze Schar der Journalisten wäre also darin einig, die Position als Selegierer von Information für den Versuch zu nutzen, die Empfänger der Informationen durch entsprechende Aufbereitung oder Auslassung, durch leichte Verdrehung oder offene Bewertung zu manipulieren.

Das erscheint Pörksen lächerlich.
Natürlich kann das Kanzleramt nicht bei allen deutschen Journalisten anrufen. Natürlich sind vermutlich nicht alle Journalisten dem gemeinsamen Ziel, die Konsumenten ihrer Nachrichten zu manipulieren oder es doch zumindest zu versuchen, verpflichtet.

Ergo, so schließt Pörksen, seien die Vorwürfe an die Adresse der öffentlich-rechtlichen Medien unangebracht, ideologisch motiviert, mit rechtem Stallgeruch belastet und deshalb falsch.

Hier irrt Pörksen, und man weiß nicht wirklich, ob er aus gutem Glauben irrt oder deshalb irrt, weil er mit seinen drei Punkten einen Strohmann aufgebaut hat, den er vor der Meute abbrennen kann, um anschließend zu behaupten, er habe den Teufel getötet. In jedem Fall ist sein Beitrag von einem Bruch durchzogen: Die Aussagen, die er macht, werden von seiner Argumentation nicht getragen.

Man braucht seine Annahmen und die Beschreibung der Absurditäten, die angeblich hinter der Rede von der Lügen- oder Lückenpresse stehen sollen, nämlich gar nicht, um dennoch zu demselben Ergebnis zu kommen, dem Ergebnis, dass öffentlich-rechtliche Medien einen politischen Bias haben, bestimmte Nachrichten unterdrücken, einseitige Bewertungen vornehmen und insgesamt der politischen Agenda, wie sie von der Einheitsfront der linken Politiker, die von linksaußen bis in die CDU reicht, verpflichtet sind.

Um zu erklären, warum öffentlich-rechtliche Medien einen Bias haben und man eben nicht davon ausgehen kann, dass sie im Allgemeinen korrekt oder am Kriterium der objektiven Berichterstattung ausgerichtet berichten, reichen zwei Feststellungen:

  • Parteineigung von Politik-Journalisten in Deutschland

    Die meisten Journalisten ordnen sich selbst eher links ein. Der Anteil der Journalisten, die eine linke Ideologie pflegen ist höher als der derer, die liberale oder rechte Überzeugungen haben.

  • Journalismus ist ein Beruf, der wie der Beruf des Lehrers oder der des Hochschullehrers entprofessionalisiert wurde. Die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen von Zeitungen und bei öffentlich-rechtlichen Medien führen nicht dazu, dass die Besten sich dort einfinden. Vielmehr finden sich durchschnittliche, wenig imaginative und vor allem kaum mit Phantasie oder Kreativität belastete Durchschnittsjournalisten ein, die die Redaktion verwalten.

Diese beiden Annahmen, reichen aus, um den derzeitigen (ideologischen) Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien zu erklären. Man braucht dazu keinerlei Annahmen darüber zu machen, dass Journalisten absichtlich die Konsumenten ihrer Nachrichten belügen (obwohl dies sicherlich vorkommt).

Amos Tversky und Daniel Kahneman haben ebenso wie Leon Festinger in vielen Studien belegt, dass Menschen Informationen eher aufnehmen, wenn sie in einem positiven Verhältnis zum eigenen Überzeugungssystem stehen. Das Kriterium für die Auswahl von Informationen ist entsprechend nicht deren Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, sondern deren Übereinstimmung mit der Überzeugung dessen, der die Informationen auswählt.

Journalismus hat die Auswahl von Informationen zum Gegenstand. Die Idee einer objektiven Berichterstattung ist ähnlich abstrus wie die Idee von Leben auf der Sonne. Natürlich ist Journalismus selektiv. Guter Journalismus versucht, die vorhandene Selektivität dadurch zu beherrschen, dass er sich am Kriterium einer möglichst umfassenden Berichterstattung ausrichtet. Da man nicht umfassend berichten kann, besteht der einfachste Weg, dem Kriterium nahezukommen darin, den berichteten Gegenstand von mehreren Seiten, auf Basis mehrerer Aspekte zu analysieren oder im einfachsten Fall beide Seiten zu Wort kommen zu lassen. „Guter Journalismus“, von dem Pörksen schreibt, für den er aber kein Kriterium nennen kann, besteht z.B. darin, nicht nur Gegner von Donald Trump zu Wort kommen zu lassen, sondern Trump die Möglichkeit zur Reaktion auf Vorwürfe einzuräumen. Guter Journalismus wäre auch dann gegeben, wenn Einordnungen erfolgen, wenn z.B. das Unglück von Fukushima nicht zum Anlass genommen worden wäre, um ausschließlich die Risiken der Kernenergie zu beklagen, sondern auch dazu, die Vorteile der Technologie mit der Tatsache zu verweben, dass nicht einmal ein Tsunami letztlich in der Lage war, eine großflächige atomare Katastrophe auszulösen.

Ideologische Überzeugungssysteme, so haben Tversky und Kahneman gezeigt, beeinflussen die Wahrnehmung von Fakten, beeinflussen die Auswahl von Fakten. Davor ist niemand gefeit, weshalb es notwendig ist, sich selbst zu kontrollieren oder sich in einem kritischen Umfeld zu bewegen, um gegebenenfalls auf einen vorhandenen Bias zugunsten der eigenen Überzeugung hingewiesen zu werden. In einem Markt sorgen die Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage dafür, dass Anbieter von Nachrichten, die sich durch einen zu starken Bias auszeichnen, die die Wahrheit zu sehr in einem ihnen genehmen Licht darstellen bzw. verzerren oder gänzlich einseitig darstellen, vom Markt verschwinden, denn es gibt alternative Anbieter, die keinen oder nur einen geringen Bias haben. Nun gibt es keinen Markt für Nachrichten in Deutschland, schon weil es keinen Wettbewerb zwischen Journalisten gibt, der den Namen verdient, schon weil Angestellte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten unabhängig von der Nachfrage nach ihren Nachrichten sind. Im Extremfall können öffentlich-rechtliche Anbieter auch dann überleben, wenn niemand mehr ihre Texte oder Sendungen konsumiert. Egal, was sie schreiben, ihr Einkommen ist gesichert. Die Motivation, sich an Kriterien guten Journalismus‘ wie wir sie oben genannt haben, zu halten, ist daher gering. Die Versuchung, politisch-korrekte und vor allem unkritische Beiträge zu verbreiten, die letztlich die Sicht derer widerspiegeln, die im Aufsichtsrat der Sender sitzen und von denen Journalisten meinen, sie hätten die Schlüssel zu beruflichem Aufstieg und Nebenverdienst in der Tasche, ist somit groß, denn: Die Loyalität von öffentlich-rechtlichen Journalisten ist nicht bei den Konsumenten ihrer Nachrichten, sondern bei denen, die sie für relevant im Hinblick auf die eigenen Karriere ansehen. Bei ihnen dienen sie sich an. Mit welcher ideologischen Überzeugung sie sich andienen, das dürfte angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Journalisten sich politisch auf der linken Seite des Spektrums einordnet, offensichtlich sein.

Doch warum gibt es nicht zwischen Sendern oder zwischen verschiedenen Medien Unterschiede in der Berichterstattung? Warum sieht man sich als Konsument öffentlich-rechtlicher Medien einer Nachrichten-Einheitsfront gegenüber, die mit der Neugier und dem Engagement, der Suche nach Neuem, die man den Mitgliedern der menschlichen Spezies so gerne attestiert, nicht in Einklang zu bringen ist?

Die Antwort darauf gegen DiMaggio und Powell mit ihrem Konzept der Isomorphie.

Neues zu publizieren, etwas anders zu machen, sich zu exponieren, das alles sind Tätigkeiten, die mit einem Risiko verbunden sind. Wenn sich das Neue bei der eigenen Bezugsgruppe, den Vorgesetzten, den Kollegen nicht bewährt, das Andere abgelehnt wird und man sich dafür exponiert hat, dann kann es passieren, dass die eigene Karriere beendet ist, man anstelle der Produktion von Sendungen Archivarbeit leistet. Ein derartiges Risiko gehen in der Regel nur Menschen ein, die hoch motiviert sind und die davon überzeugt sind, dass ihre abweichenden Ideen zum Erfolg werden. Solche Menschen sind keine durchschnittlichen Standardjournalisten. Sie ragen aus der Menge heraus, machen eine entsprechende Karriere oder werden dann, wenn die Organisation Neues oder Anderes nicht toleriert, aus der Organisation entfernt oder sie wandern ab, z.B. in soziale oder alternative Medien.

Bei öffentlich-rechtlichen Medien scheint Letzteres der Fall zu sein. In jedem Fall kann man feststellen, dass ein akuter Mangel an herausragenden, an guten Journalisten vorhanden ist, dass alles im Durchschnitt versinkt. Das wiederum führt dazu, dass die Atmosphäre in öffentlich-rechtlichen Medienanstalten risikofeindlich ist. Mitarbeiter versuchen, Neues und Anderes zu vermeiden. Sie trampeln ausgetretene Pfade entlang, um auf Nummer sicher zu gehen – oder wie ein Leipziger Handwerker einmal gesagt hat: Mach‘ nichts anders, dann kommst Du auch in nichts hinein.

Dieses Bemühen um die Vermeidung von Unsicherheit trifft sich mit der Tatsache, dass die Mehrzahl der Journalisten einer linken Ideologie anhängt und führt im ersten Schritt dazu, dass in öffentlich-rechtlichen Medien ein linker Bias vorhanden ist. Mitarbeiter von ARD und ZDF bewegen sich in einem links-dominierten Nachrichtenfeld. Ihre Auswahl von Nachrichten und ihre Bewertung von Nachrichten erfolgt in diesem Rahmen. Die Einseitigkeit mancher Berichterstattung und die Auslassung von Informationen ist somit nicht hauptsächlich das Ergebnis des Vorsatzes, die Konsumenten der Nachrichten zu manipulieren, sondern Ergebnis des Versuches, Risiko zu vermeiden. Unter Wölfen ist es besser mit der Meute zu heulen als das Schaf zu geben.

Das Bemühen, mit der Auswahl von Nachrichten bzw. der eigenen Form von Journalismus kein Risiko einzugehen, hat noch drei weitere Effekte, die DiMaggio und Powell als koersive, mimetische und normative Isomorphie bezeichnet haben. Das Risiko, mit einer nicht-konformen Berichterstattung aufzufallen, kann dadurch minimiert werden, dass man kopiert, was andere berichtet haben und von dem bekannt ist, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Karriere des berichtenden Journalisten hatte. Das ist mimetische Isomorphie. Das Risiko nicht-konformer Berichterstattung kann auch dadurch verringert werden, dass man sich dem anpasst, was es als Klima in einer Redaktion gibt. Mehrheitlich ist dies ein linkes Klima. Schließlich kann auch Zwang ausgeübt werden, um eine abweichende Berichterstattung zu verhindern, z.B. von der Gewerkschaft im Sender, die Handreichungen verfasst, auf denen dargelegt wird, wie man bei Kollegen „falsche“ Einstellungen entdecken kann oder ein verdecktes Mitglied der AfD in der Redaktion enttarnen kann.

Alle drei Mechanismen führen zur Isomorphie, also zur Angleichung von Handlungen, Aussagen und letztlich Medienberichten.

Damit wäre der Zustand der öffentlich-rechtlichen Medien, wie er in Begriffen wie Lückenpresse, Lügenpresse oder Staatsfunk pointiert beschrieben wird, erklärt, ohne auch nur auf eine der Annahmen über geheime Verschwörungen, einen direkten Einfluss von Politikern auf Journalisten oder sonst etwas, das den Strohmann von Pörksen ausgemacht hat, zurückgreifen zu müssen.

Dass öffentlich-rechtliche Medien in dem bedauernswerten Zustand sind, in dem sie nun einmal sind, ergibt sich als logische Folge aus der Tatsache, dass die meisten Journalisten eine linke Überzeugung haben, sich entsprechend ein linkes Klima in Redaktionen ausbreitet, in Redaktionen, die mit durchschnittlichen Journalisten bevölkert sind, die nicht auffallen und nichts politisch Unkorrektes schreiben wollen und deshalb kopieren, was andere schreiben, sich an das Meinungsklima in der Redaktion anpassen und ansonsten versuchen, in nichts hinein zu kommen. Dass am Ende dann Berichte stehen, die ideologisch gefärbt sind, von Auslassungen und einseitigen Bewertungen durchzogen sind, ist Ergebnis der beschriebenen Faktoren und der Tatsache, dass Menschen aus Informationen eher diejenigen auswählen, die zu ihrer eigenen Überzeugung passen. Die Lückenpresse wäre somit das Ergebnis vorhandener Strukturen in öffentlich-rechtlichen Institutionen im Zusammenwirken mit Journalisten, die so durchschnittlich sind, dass sie nicht einmal damit ein Problem haben, dass sie nicht auffallen. Letztlich kann eine selegierte Population wie mehrheitlich linke Journalisten, die im eigenen Saft braten, eben keine Nachrichtenbreite anbieten, die der Diversität der Gesellschaft, die dieselbe in Redaktionen um ein Vielfaches übersteigt, gerecht wird. 

Selbst wenn man keine der von Pörksen genannten Aussagen zum Ausgangspunkt nimmt, keine direkte Einflussnahme der Politik, keine absichtlichen Versuche der Manipulation, kommt man somit zum selben Ergebnis: Deutsche Medien haben einen ideologischen Bias, der in Lücken, Auslassungen und Lügen resultiert, um die eigene Agenda zu befördern. Nun wissen wir natürlich, dass es gezielte Einflussnahmen gibt. Parteivertreter sitzen in Rundfunkräten. Ministerien versuchen, über allerlei Auftrags- und Legitimationsforschung und die nachfolgenden Pressemeldungen, die Berichterstattung zu beeinflussen. Politische Gefallen werden gegen Beiträge in Medien gehandelt. Die personellen Überlappungen zwischen Politik und Medienwirtschaft sind zu groß, als dass man nicht davon ausgehen müsste, dass die gemeinsame Sache gegen die Konsumenten der Nachrichten nicht an der Tagesordnung wäre. Die SPD unterhält einen Medienkonsern. Warum wohl? Zudem haben wir auf ScienceFiles viele Belege für falsche oder einseitige oder ideologisch verdrehte Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien zusammengetragen, so dass man auch annehmen muss, dass einige (?), manche (?), viele (?) Journalisten das Ziel der Manipulation von Nachrichtenkonsumenten verfolgen.

Wie man es dreht und wendet, es kommt ein Bias, eine Lücken-, eine Lügenpresse dabei heraus.


DiMaggio, Paul J. & Powell, Walter W. (1983). The Iron Cage Revisited: Institutional Isomorphism and Collective Rationality in
Organizational Fields. American Sociological Review 48(2): 147-160.

Lünenborg, Magreth & Berghofer, Simon (2010). Politikjournalistinnen und -journalisten. Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus. Berlin: Freie Universität Berlin, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Arbeitsstelle Journalistik.

Tversky, Amos & Kahneman, Daniel (1986). Rational Choice and the Framing of Decisions. Journal of Business 59(4): S251-S278.

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Abnormal: Sind Tagesschau Redakteure bösartig oder dumm oder beides?

Ein Beispiel für gruppenbezogenen Menschenhass konnte man gestern bei der Tagesschau bewundern: “Die Frau kocht, der Mann futtert” [Apodiktische Formulierungen wie diese weisen bereits auf eine autoritäre, also gestörte Persönlichkeit hin, die dem Zwang unterlieg, Gruppen zu homogenisieren], so die Überschrift eines Textes, der alle Hinweise darauf trägt, dass der, der für den Text verantwortlich ist, entweder bösartig oder dumm oder beides, in jedem Fall aber nicht geeignet ist, um auf Leser losgelassen zu werden.

Die Überschrift will der ungenannte Schreiberling aus einer Online-Publikation von Eurostat entnommen haben, so wie die folgenden weiteren Erkenntnisse, die er gewonnen haben will:

“Die Frauen machen die Hausarbeit, die Männer essen dafür umso lieber – und trinken auch gern mal einen über den Durst: Eine neue Statistik der EU zeigt die Unterschiede im Leben von Frauen und Männern in Europa auf.
Tägliche Hausarbeit: 79 Prozent der Frauen
Große Gehaltsunterschiede”

Männer, wie sie hier erscheinen, sind Säufer, Frauen, die Heimchen am Herd, die 79 Prozent der Hausarbeit machen und ansonsten unter großen Gehaltsunterschieden leiden.

Es wird Zeit, die Redakteure bei der ARD auf ihre geistige Gesundheit hin zu untersuchen, für den Fall, dass noch mehr Redakteure derart auffällige Zeichen einer vorhandenen Psychose, die schnell zu einer Psychopathologie werden kann, zeigen.

Sicher, die Arbeit eines Journalisten besteht darin, aus vorhandenem Material eine Auswahl zu treffen. Man kann nicht alles veröffentlichen, was an Informationen vorhanden ist. Und genau deswegen ist es für Wissenschaftler so einfach, den Bias von Medien aufzuzeigen (oder wäre es, wenn sich die institutionalisierten Wissenschaftler darum kümmern würden), und genau deshalb kann man für den vorliegenden Fall sagen, dass der verantwortliche Redakteur ein psychopathologischer Blindgänger ist, der keinerlei Interesse daran hat, seine Leser zu informieren.

Dazu muss man nur nachsehen, was Eurostat da veröffentlicht hat und aus welchen vorhandenen Informationen der wahrscheinliche ARD-Psychopath seinen Text zusammengebaut hat.

Die Online-Publikation von Eurostat trägt den Namen „Das Leben von Frauen und Männern in Europa“, ein sehr prätentiöser Name, denn natürlich kann man mit statistischen Daten, die auf einem Aggregatniveau zusammengefasst sind, keinerlei Aussagen über das Leben von Frauen und Männern in Europa machen. Man kann die Randbedingungen dieses Lebens für manche, vielleicht auch viele beschreiben, aber nicht das Leben selbst.

Sei’s drum.

Die Online-Publikation zeichnet sich dadurch aus, dass sie in einer wenig herausfordernden, fast schon infantilen Art und Weise ein paar statistische Informationen bereitstellt, die drei ausgewählte Phasen des menschlichen Lebens abbilden. Für die drei Phasen gibt es je drei Themenbereiche, und zu jedem Themenbereich gibt es etwas Information, so aufbereitet, dass man kaum Zeit investieren muss, um das Wenige an Information, das vorhanden ist, aufzunehmen.

Nun wissen auch die Euro-Statistiker, dass dann, wenn man will, dass öffentlich-rechtliche Journalisten über etwas berichten, man diese Journalisten nicht mit viel Text überfordern darf. Deshalb gibt es fettgedruckte Zwischenüberschriften, die Journalisten nur noch kopieren und in ihren Text einfügen müssen (quasi wiederkäuen müssen). Und aus der Auswahl, die Journalisten aus diesen fettgesetzten Zwischenüberschriften treffen, kann man ein sehr gutes Bild, über ihren geistigen Zustand, ihre ideologische Ausrichtung und eventuell den Grad ihrer psychischen Störung gewinnen. Und auf Grundlage der Auswahl, die der Redakteur der ARD getroffen hat, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass er ein psychopathologischer Misandriker ist.

Zur Auswahl standen die folgenden Zwischenüberschriften:

  • In allen Mitgliedsstaaten verlassen Frauen das Elternhaus früher als Männer, …
    heiraten früher …
    und leben länger als Männer.
  • Männer haben eine höhere Sterberate bei Krebs, Herz- und Kreislaufbeschwerden;
  • Männer und Frauen sind gleichermaßen mit ihrem Leben zufrieden;
  • Frauen sind häufiger hochqualifiziert als Männer.
  • Je mehr Kinder, desto größer ist der Unterscheid in der Beschäftigungsquote von Frauen und Männern;
  • Fast ein Drittel der erwerbstätigen Frauen arbeitet Teilzeit;
  • Ein Drittel der Führungskräfte sind Frauen;
  • Frauen verdienen im Durchschnitt 16% weniger als Männer

Dieser Zwischenüberschrift folgt eine lange Erklärung dafür, warum diese 16% weniger Verdienst keine Diskriminierung darstellen, eine Erklärung, die man nur überlesen kann, wenn man bösartig oder dumm oder beides ist:

„Als unbereinigter Indikator bietet der geschlechtsspezifische Verdienstabstand ein Gesamtbild der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern bei den Stundenverdiensten. Ein Teil der Verdienstunterschiede lässt sich durch bestimmte Strukturmerkmale erwerbstätiger Männer und Frauen erklären sowie durch geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Branchen- und Berufswahl. So gibt es mehr Männer als Frauen in bestimmten Branchen/Berufen mit durchschnittlich höheren Verdiensten als in anderen Branchen/Berufen. Der Verdienstabstand ist daher mit einer Reihe kultureller, rechtlicher, sozialer und wirtschaftlicher Faktoren verknüpft, die weit über den Einzelaspekt „gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“ hinausgehen.“

  • Mehr Männer als Frauen in der EU trinken Alkohol und rauchen …
    und sie treiben regelmäßiger Sport …
    sind aber dennoch häufiger übergewichtig.
  • Frauen lesen mehr als Männer …
    nutzen im Internet häufiger soziale Netzwerke;
    Männer lesen häufiger Online-Nachrichten als Frauen;
    Frauen kaufen häufiger online Kleidung …
    Männer häufiger Elektronikartikel.

Bei der ARD ist aus all diesen Zwischenüberschriften die Aussage geworden, dass Männer häufig einen „über den Durst trinken“, während Frauen mit der Hausarbeit beschäftigt sind: [O-Ton:] “Das Kochen übernehmen in Europa nach wie vor überwiegend Frauen, aber den dickeren Bauch futtern und trinken sich eher Männer an”. Außerdem ist dem Redakteur noch bemerkenswert, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

Diese Auswahl lässt nach unserer Ansicht auf einen bedenklichen geistigen Zustand bei dem, der sie getroffen hat, schließen. Und einmal ehrlich, gibt es jemanden unter den Lesern, der diesen Redakteur noch als normal bezeichnen würde?

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Vom mündigen Bürger zum Reiz-Reaktions-Deppen: Spiegel/BENTO macht‘s möglich

Seit Verlage wie der Spiegel die Manipulations-Möglichkeiten die „online“-Echtzeitbefragung bieten, entdeckt haben und seit Civey angetreten ist, auch noch den Rest Glaubwüridgkeit zu beseitigen, den die Meinungsforschung auf welchen Wegen auch immer und gegen alle Wahrscheinlichkeit hat retten können, ist es vorbei mit der Glaubwürdigkeit und der Meinungsforschung. Beide sind im Maelstrohm der politischen Instrumentalisierung verschwunden und haben den Leumund der empirischen Sozialforschung mitgerissen.

Das neueste Beispiel eines so brachialen Versuchs der Meinungsmanipulation durch eine Meinungsabfrage stammt von BENTO, dem Spiegel-Ableger, der die 18- bis 30jährigen zur Zielgruppe hat, und wenn es diese Zielgruppe ist, die BENTO liest und nicht etwa die 6- bis 11jährigen, dann sagt dies einiges über den Infantilisierungsgrad von Teilen der deutschen Bevölkerung.

Im Zusammenhang mit den unsäglichen Ereignissen um den Antaios-Verlag auf der Deutschen Buchmesse, in deren Zusammenhang sich u.a. der deutsche Börsenverein als das rückwärtsgewandte, ewig-gestrige, sozialen Wandel bekämpfende Gremium von Pop-Oligarchen entpuppt hat, das er nun einmal ist, hat auch BENTO einen Beitrag, vermutlich auch mehrere Beiträge veröffentlicht. Zum Ende eines dieser Beiträge findet sich die folgende Meinungsabfrage, die Don Alphonso aufs Twitter –Korn genommen hat und in der er den Ausgang der Abfrage beklagt.

Und so schlimm das Ergebnis dieser „Meinungsabfrage“ auch sein mag, wir beklagen nicht das Ergebnis, wir beklagen die Tatsache, dass man das Klientel von BENTO offensichtlich mit den einfachsten Manipulations-Mitteln im Arsenal der Meinungsabfrage manipulieren kann.

Wir sprechen deshalb von Meinungsabfrage, weil dies mehr den Impetus der Schule mit sich bringt. Meinungsabfragen interessieren sich im Gegensatz zu Meinungsumfragen nicht dafür, welche Meinung die Befragten haben, sondern dafür, ob die Indoktrination dazu geführt hat, dass die abgefragte auch die politisch korrekte Meinung ist. Es ist wie in der Schule, der Lehrer (BENTO) prüft, ob seine Lehrinhalte (Indoktrination) von den Schülern (Lesern von BENTO) auch auswendig gelernt und aufgesagt werden können.

Die brachiale Manipulation, die in dieser Abfrage offenkundig ist, sie ist von Civey zu verantworten, einem Berliner Start-Up, das wohl angetreten ist, Meinungsumfragen zu erledigen und endgültig in Meinungsmanipulationen, die z.B. belegen, dass die meisten BENTO-Leser sich nicht einmal auf dem Entwicklungsstand von Pawlows Hund befinden, denn der hat ohne materielle Belohnung nichts getan, umzuformen.

Civey ist entsprechend unser Klassifikation somit als Junk-Institut anzusehen, und zwar aus folgenden Gründen:


Wollte man fragen, ob Leser der Ansicht sind, dass die Buchmesse nur bestimmten Verlagen zugänglich gemacht werden soll, dann würde man fragen:

Soll die Frankfurter Buchmesse für alle Verlage offen sein?

Wenn man, aus welchen Gründen auch immer, wissen will, ob Leser radikale Verlage nicht auf der Buchmesse haben wollen, dann ist es ein methodischer Fehler, der zum Himmel schreit, wenn man diese Leser mit einem Stimulus ködert ohne ein Gegengewicht zu setzen, etwa so:

Sollen radikale (z.B. links- oder rechtsradikale) Buchverlage auf der Frankfurter Buchmesse zugelassen werden?

Wer seine Frage auf genau eine Seite des politischen Spektrums beschränkt ohne das Gegenstück des Linksradikalismus zu erwähnen, suggeriert damit, dass sich diese Frage überhaupt nur für rechtsradikale Verlage stellt, d.h. der wichtigste Stimulus in der Frage ist das Adjektiv „rechts“.

Das Adjektiv „rechtsradikal“, das hier anstelle von rechtspopulistisch oder rechtsextrem steht, kommt indes in der Frage gar nicht vor. In der Frage ist schlicht von „rechte[n] Verlage“ die Rede. Erst die Antwortmöglichkeiten:

“Ja, radikales Gedankengut hat in unserer Gesellschaft keinen Platz bzw.
Nein, auch rechtsradikale Meinungen müssen ausgehalten werden,”

stellen die Verbindung von „rechts“ und „radikal“ her. Sie tun das auf eine besonders perfide Weise, die in der positiven Antwort nahelegt, es gäbe nur einen Radikalismus der Rechten, was uns Liberale herzlich amüsiert und einmal mehr zeigt, wie borniert linke Manipulateure doch sind. Zudem wird „radikales Gedankengut“ mit „rechtsradikaler Meinung“ gleichgesetzt und da wir bereits wissen, dass „radikales Gedankengut“ nur von Rechts kommt, ist auch klar, dass BENTO hier abfragt, ob es gelungen ist, die eigenen Leser zu stupiden Aufsagern der indoktrinierten Meinung zu machen. Es gelingt trotz des verzweifelten Einsatzes all der brachialen Methoden für nur 67% der BENTO-Leser:

67% (von 20?) sind der Ansicht, dass radikales Gedankengut in unserer Gesellschaft keinen Platz habe, eine nette Absurdität, denn diese 67% vertreten hier natürlich überaus radikales Gedankengut, das auf eine 1000jährige Geschichte zurückblicken kann. Daraus, dass 67% nichts dabei finden, eine solche Absurdität als ihre Meinung auszugeben, kann man wiederum schließen, dass sie nicht darüber nachgedacht haben, was sie hier als ihre Meinung abgeben, sondern auf den Reiz „radikales Gedankengut“ im Zusammenhang mit „rechts“ reagiert haben. Rechts sowieso, aber besonders in Verbindung mit „radikal“ löst bei den 67% der Leser von BENTO, die entsprechend abgestimmt haben, eine, dem Speichelfluss von Pawlows Hund vergleichbare Reaktion aus, die dazu führt, dass sie ohne zu zögern und zu denken, alle Errungenschaften der modernen Demokratie über Bord werfen und sich in eine Reihe mit den Vätern des Ermächtigungsgesetzes stellen.

Wenn es die Absicht von BENTO ist, einen Teil seiner Leser zu affektiven Marionetten zu erziehen, die sich, wie es wohl die Leser von Streichers Stürmer getan haben, daran ergötzen, wenn der auserkorene Feind in welcher Form auch immer diskreditiert wird, wenn ihm demokratische Grundrechte verweigert werden, wenn er zum Aussätzigen erklärt und am besten interniert, in jedem Fall aber aus dem öffentlichen Leben entfernt wird, dann hat BENTO bei 67% (von 20?) Erfolg – ob man darauf stolz sein kann, formal betrachtet (und vermutlich auch inhaltlich) in einer Reihe mit Streichers Stürmer zu stehen, das ist eine andere Frage.

Bleibt abschließend noch festzustellen, dass diejenigen, die diese Frage zu verantworten haben, eine Schande für alle sind, die sich wirklich mit der Erforschung von Meinungen beschäftigen. Wenn Civey, wie wir begründet vermuten, für diese Frage verantwortlich ist, dann ist auch klar, welcher Agenda die Gründung und der schnelle Aufstieg dieses Berliner Instituts folgt.

Die Schleimscheißerei (Warum soll man etwas nicht beim Namen nennen?) „Du hast eine sehr differenzierte Meinung, wie sehen das Deine Freunde?“, mit der denjenigen unter den BENTO-Lesern, die besonders minderbemittelt sind, Honig ums Maul geschmiert werden soll, um auf diese Weise Zugriff auf ihre Facebook- und Twitter-Freunde zu erhalten, dient natürlich nur dazu, die von Cambridge Analytica erfundene Methode, so genannte BIG DATA zu sammeln, umzusetzen. Vermutlich sind die Informationen, die Civey auf diese Weise von den einfältigsten unter den BENTO-Lesern sammelt, bares Geld wert, wenn es darum geht, für andere Kunden Marketing-Kampagnen zu zimmern. Dies erklärt dann auch, warum Marketing-Konzeptze so häufig versanden und Geld kosten, aber nichts bringen, denn deren Zuschnitt basiert auf den Angaben von Einfältigen, die zum Glück immer noch eine Minderheit in der Gesellschaft sind.

Nachtrag:
Ein Leser hat uns darauf hingewiesen, dass die Junk-Abfrage nach seiner Ansicht nicht von Civey, sondern von Opinary ist. Das macht es nicht wirklich anders. Letzteres ist ein Klon von Ersterem und verantwortlich wären entsprechend nicht “Gerrit, Janina, Oliver, Lian oder Adam, sondern Cornelius Frey, Pia, Max und Stephen.

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Der Betrug mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen

Man muss fraglos anerkennen, dass die Erzählung, nach der Sozialversicherungsbeiträge zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden, eine der erfolgreichsten Manipulationen der Öffentlichkeit darstellt, die es derzeit gibt.

Gewerkschaften und nicht nur linke Politiker lieben es, sich als diejenigen auszugeben, die für Arbeitnehmer in den Ring steigen und die unwilligen Arbeitgeber darin so lange verprügeln, bis letztere bereit sind, die Arbeitgeberbeiträge zur Arbeitslosenversicherung, zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung usw. in gleicher Höhe wie die Arbeitnehmer zu entrichten.

Es ist eine schöne Erzählung.

Politiker und Gewerkschaftler lieben sie.

Aber die Geschichte ist von vorne bis hinten gelogen.

Sie ist Betrug.

Denn die Arbeitgeber zahlen nicht die Abgaben für die Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer zahlen ihren und den Anteil der Arbeitgeber.

Für Arbeitgeber sind die Kosten, die die Anstellung eines Arbeitnehmers bereitet, eine einzige Zahl, sagen wir, die Lohnkosten (ohne indirekte Lohnkosten für Material etc.) betragen für einen Arbeitnehmer 5000 Euro im Monat.

Einem Arbeitnehmer stünden somit 5000 Euro Lohn zu, ginge es nach dem Arbeitgeber. Aus diesen 5000 Euro könnte der Arbeitnehmer dann seine Sozialabgaben und Steuern bezahlen. Ginge es nach dem Arbeitgeber.

Aber es geht nicht nach dem Arbeitgeber.

Die Politiker, die sich für Parlamentarier halten, bestimmen in ihrer Mehrheit die Spielregeln. Sie beschließen z.B., dass Arbeitnehmer 18,7% zur Sozialversicherung und 3% zur Arbeitslosenversicherung beitragen sollen. Von den Lohnkosten des Arbeitgebers gehen somit 21,7% direkt in die Taschen des Staates. Anstelle von 5000 Euro erhielte der Arbeitnehmer nur 3.915 Euro, 1085 Euro gehen an den Staat.

Damit der Staat in seiner Raffgier nicht allzu offensichtlich seinen Niederschlag auf dem Lohnzettel des Arbeitnehmers findet, wurde die Erzählung von den Arbeitgeberbeiträgen zu den Sozialversicherungen erfunden. Die Kosten für die Beiträge, so die Erzählung, die tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam.

Die Lohnkosten für den Arbeitgeber sind immer noch 5000 Euro. Doch nun wird der Arbeitgeber genötigt, die Lohnkosten unterschiedlich zu bezeichnen. Aus den 5000 Euro, die ihn ein Arbeitnehmer kostet, werden so Lohnkosten und der Arbeitgeberanteil an den Sozialabgaben. Und doch sind die Kosten nichts anderes alsd ie 5000 Euro, die ein Arbeitgeber von Anfang an als den Betrag festgesetzt hat, der dem Wert der Arbeit des Arbeitnehmers entspricht.

Von diesen 5000 Euro gehen nunmehr sofort die 10,85% Arbeitgeberanteil an Arbeitslosen- und Rentenversicherung ab (542,50 Euro), so dass 4.457,50 Euro an Lohn für den Arbeitnehmer übrig blieben. Von diesen 4.457,50 Euro geht nun sein Anteil an Arbeitslosen- und Rentenversicherung ab, also weitere 542,50 Euro. Es bleiben abermals 3.915 Euro. Es werden also keine Kosten geteilt, sondern Kosten, die dem Arbeitnehmer entstehen, umbenannt, so dass es den Anschein hat, Arbeitnehmer wären nicht diejenigen, die die Kosten zu tragen und unter staatlichen Abgaben zu leiden haben, wären nicht diejenigen, deren Lohn die Arbeitgeberanteile in voller Höhe zu gute kämen, würden sie nicht in die Taschen des Staates umgeleitet.

Wie man es dreht und wendet, die Raffgier des Staates wird voll von Arbeitnehmern getragen und nicht nur zur Hälfte. Die Erfindung der Arbeitgeberbeiträge ist eine gelungen Manipulation der Öffentlichkeit, die es Gewerkschaftlern und (nicht nur) linken Politikern erlaubt, sich als diejenigen zu profilieren, die für die Rechte von Arbeitnehmern kämpfen, während sie dieselben Arbeitnehmer durch Steuern und Abgaben bestehlen.

Niemand hat diese Illusion, es gäbe einen „Free Lunch“ besser zerlegt als Milton Friedman. Die kürzeste Darstellung des beschriebenen Mythos und anderer Mythen, die von der politischen Linken gepflegt werden, um Arbeitnehmer an der Nase herum zu führen, finden sich in dem folgenden Ausschnitt aus einem Vortrag, den Friedman gehalten hat.

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