Lügen sind im ZDF wie weit verbreitet? ZDF-Politbarometer: Schade um die Forschungsgruppe Wahlen

Manfred Berger ist tot.

Dieter Roth und Wolfgang Gibowski sind ausgeschieden.

Von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ist nicht viel geblieben. Einst war die Forschungsgruppe das Aushängeschild der Wahlforschung in Deutschland, die Hochrechnungen nach den Landtags- und Bundestagswahlen waren regelmäßig besser als die der Konkurrenz von Infas oder Infratest. Die Befragungen waren in Methodik und Umsetzung mit das Beste, was man an Wahlforschung in Deutschland bekommen konnte. So gut, dass selbst Redaktionsangehörige von ScienceFiles ihre Magisterarbeit mit den Daten der Forschungsgruppe Wahlen bestritten haben

Das ist lange her.

Heute ist die Forschungsgruppe Wahlen zum Lieferanten gewünschter Ergebnisse geworden. Das ZDF bestellt, die Forschungsgruppe liefert. Das ZDF bestellt die Einschätzung, dass die AfD rechtsextrem ist, die Forschungsgruppe liefert. Anders als über einen solchen Ablauf lässt sich die folgende abgrundtief dumme Frage, die gegen jeden Grundsatz der empirischen Sozialforschung verstößt, nicht mehr erklären:

“Was meinen Sie: Rechtsextremistische Ansichten sind in der AfD sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?”

Es genügt bereits zwei eherne Grundsätze der empirischen Sozialforschung anzuführen, um zu zeigen, dass diese Frage einzig und allein der Stimmungsmache (oder Hetze?) gegen die AfD dient.

Grundsatz 1:

Fragen müssen einen klar benennbaren und eindeutigen Gegenstand haben, vom dem sicher ist, dass ihn die meisten Befragten kennen.

Grundsatz 2:

Fragen müssen vollständig sein.

Fangen wir hinten an.

Vollständigkeit

Die Forderung nach Vollständigkeit soll u.a. ausschließen, dass Ergebnisse von Befragungen manipuliert werden können. Aber das ist nur sekundär. Primär soll Vollständigkeit gewährleisten, dass man auf Grundlage der eigenen Ergebnisse auch etwas aussagen kann.

Das ist im vorliegenden Fall nicht möglich.
Die Frage ist vergleichbar mit dem Versuch, die Position eines Schiffes mitten im Ozean dadurch zu bestimmen, dass man ein Lineal ins Wasser wirft. Auf Grundlage der Antworten kann man KEINE relevante Aussage machen. Damit man eine relevante Aussage machen kann, benötigt man eine Vergleichsgruppe. Die Vergleichsgruppe kann man z.B. dadurch schaffen, dass man fragt:

Was meinen Sie: Rechtsextremistische Ansichten sind in der CDU sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Oder:

Was meinen Sie: Rechtsextremistische Ansichten sind in der SPD sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Zu Vergleichszwecken muss man mit funktionaler Äquivalenz zu arbeiten:

Was meinen Sie: Linksextremistische Ansichten sind in der LINKE sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Oder

Was meinen Sie: Linksextremistische Ansichten sind bei Bündnis90/Grüne sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Wer eine Frage wie die stellt, die die Forschungsgruppe Wahlen gestellt hat, hat einzig und allein die Diskreditierung des Frageobjekts zum Ziel.

Oder ein anderes Beispiel: Was meinen Sie: Gewaltbereitschaft ist in der LINKE sehr weit, weit, nicht so weit, gar nicht verbreitet?

Als Ergebnis der Antworten auf diese Frage können wir dann die LINKE als gewaltbereite Nachfolgepartei der SED, die ja auch schon gewaltbereit war, darstellen. Dass wir das können, ist jetzt schon sicher. Es ist Ergebnis der Art und Weise der Frageformulierung und der Unvollständigkeit der Frage.

Punkt 2:

Eindeutigkeit

Was nutzen Fragen oder Items in Befragungen, bei denen man nicht weiß, was damit gemessen wird? Sie nutzen natürlich dem, der die Vagheit seiner Fragen ausnutzen will, um allen Befragten seine Interpretation dessen, was gefragt wurde, unterzuschieben. Sie nutzen dem, der manipulieren will.

Rechtsextremismus.
Was ist Rechtsextremismus?

  • Ist Rechtsextremismus die NSDAP?
  • Ist Rechtsextremismus die NPD?
  • Ist Rechtsextremismus, wenn man Ausländer nicht mag?
  • Ist Rechtsextremismus, dass man Linke nicht mag?
  • Ist Rechtsextremismus, dass man denkt, manche Menschen seien, weil sie mehr leisten, mehr wert als andere, die weniger leisten?
  • Ist Rechtsextremismus dasselbe wie “Neoliberalismus”?
  • Ist Rechtsextremismus die extreme Variante von Rechtsradikalismus, die Gewaltbereitschaft voraussetzt?
  • Ist Rechtsextremismus eine andere Bezeichnung für Patriotismus?
  • Ist Rechtsextremismus alles, was nicht Linksextremismus ist?

Wir könnten die Reihe der Frage fast endlos fortsetzen, aber der Punkt ist gemacht: Jeder von uns hat eine Vorstellung davon, was Rechtsextremismus ist. Die wenigsten von uns werden übereinstimmen. Tatsächlich ist es so, dass nicht einmal Politikwissenschaftler in der Frage, was unter Rechtsextremismus verstanden werden soll, übereinstimmen.

Rechtsextremismus ist als Begriff demnach vollkommen unbestimmt. Jeder hat seine eigene Vorstellung davon, was Rechtsextremismus ist. Die wenigsten wären in der Lage, diese Vorstellung in konkrete Begriffe zu fassen.

Und nun werden 1000 Befragte gefragt, ob etwas, von dem sie keine genaue Vorstellung haben in der AfD weit verbreitet, verbreitet usw. ist. Sie werden also, um den manipulativen Unsinn auf die Spitze zu treiben, aufgefordert, eine Einschätzung auf Basis einer Vollerhebung zu machen, einer Vollerhebung über die Mitglieder der AfD, Funktionsträger der AfD, die kleinen und großen Anfragen der AfD im Sächsischen Landtag, die Rede von von Meuthen in Regensburg usw. Wer Befragte vor eine solche Aufgabe stellt, hat offensichtlich kein Interesse daran, eine sinnvolle und brauchbare Frage zu stellen. Sein Interesse besteht darin, eine Frage zu formulieren, deren Ergebnisse sich gegen das Befragungsobjekt verwenden lassen.

Das hat nichts mit empirischer Sozialforschung, ja nicht einmal mit Umfrageforschung zu tun. Es ist Manipulation auf Grundlage einer Ideologie, Manipulation mit dem Ziel, eine politische Partei zu diskreditieren.

Und was misst die Frage letztlich? Ob es gelungen ist, Rechtsextremismus zu einer Art Catch-All-Begriff zu machen, mit dem man Objekte, Parteien, Personen, die ideologisch nicht passen, etikettieren und negativ bewerten kann.  Letztlich wird gemessen, ob wir fähig sind, an einem Sprachspiel teilzunehmen: Wir reden über etwas, von dem wir keine Ahnung haben, und behaupten, es sei in einer Partei, von der wir nur wissen, was uns die Medien präsentieren, vorhanden. Was man also misst ist, ob die Indoktrination durch öffentlich-rechtliche Medien in Deutschland erfolgreich war.

Es ist schade und eine Schande, was aus der Forschungsgruppe Wahlen geworden ist.

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Es GIBT KEINEN Frauen diskriminierenden GENDER PAY GAP (Post wider die Dummheit)

Es ist wirklich nicht mehr zum Aushalten.

Immerhin hat es sich schon herumgesprochen, dass die 21%, die der Bruttostundenlohn von Männern über dem Bruttostundenlohn von Frauen liegt, keine Diskriminierung darstellen, nichts mit Diskriminierung zu tun haben, sondern schlicht ein Unterschied sind, der sich ergibt, wenn man die Bruttostundenlöhne (übrigens nicht die Nettostundenlöhne – warum wohl nicht?) für Frauen und Männer aggregiert und miteinander vergleicht.

Sozialdemokratische Lügen

Nun, es hat sich bei allen herumgesprochen, die sich nicht mehr lächerlich machen wollen. Es hat sich bei denen, die entweder zu dumm oder zu bösartig sind, um einzusehen, dass ein Unterschied zwischen zwei Variablen keine Diskriminierung darstellt, scheinbar nicht herumgesprochen. Seltsamerweise sind gerade Grüne oder SPD-Mandatsträger dann, wenn sie ihr Gehalt beziehen, das viel mehr als 21% über dem eines produktiven Werktätigen liegt, der z.B. Kartons bei Lidl auspackt, nicht so begriffsstutzig (Warum wohl nicht?).

Aber, man lese und staune, bei der ARD hat es sich herumgesprochen, dass das mit den 21% eine Ente ist, nichts mit Diskriminierung zu tun hat. So schreibt Andrej Reisin vom NDR: „Ein Problem bei der Debatte um den [das] Gender Pay Gap ist, dass die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern umstandslos mit dem Ausmaß an Entgeltdiskriminierung gleichgesetzt werde“.

Das ist doch immerhin einmal ein Lernprozess. Fast, dass man wieder an die Intelligenz als Eigenschaft von Menschen zu glauben anfängt. Mehr noch: Reisin weiß, dass es einen unbereinigten und einen bereinigten Gender Pay Gap gibt.

Was es damit auf sich hat, ist leicht erklärt. Wenn man Müllmänner mit Grundschullehrerinnen vergleicht, dann ergibt sich ein Gender Pay Gap von Müllmännern, das knapp 50% beträgt. Grundschullehrerinnen erhalten also fast doppelt so viel Gehalt wie Müllmänner. Darüber hinaus arbeiten Müllmänner mehr und länger und haben ein höheres Gesundheitsrisiko, erhalten weniger Rente als Grundschullehrerinnen und weniger Urlaub und insgesamt sterben Müllmänner, vermutlich nichtzuletzt auf Grund ihrer anstrengenden Tätigkeit im Durchschnitt viel früher als Grundschullehrerinnen. Komischerweise regt sich niemand über dieses Pay Gap auf. Komischerweise schreibt niemand, dass dieses Gender Pay Gap Diskriminierung darstelle. Warum wohl nicht?

Stattdessen gibt es öffentlich-rechtlich bezahlte angebliche Journalisten, die einerseits gelernt haben, dass man mit der Lüge von den 21% Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern nicht mehr durchkommt, andererseits nun das Lamento anstimmen, dass Frauen häufiger als Männer in Berufen arbeiten, in denen sie „Verantwortung für das Wohlergehen anderer Menschen“ übernehmen und dafür auch noch schlechter bezahlt werden. Einmal davon abgesehen, dass dieser Blödsinn gerade durch unser Beispiel mit den Müllmännern entsorgt wurde, denn Müllmänner übernehmen eine herausragende Verantwortung für die Gesundheit in einer Gesellschaft und werden dennoch viel schlechter bezahlt als Grundschullehrerinnen: Niemand zwingt Frauen sich in schlecht bezahlten Berufen zu verdingen. So wie niemand Frauen dazu zwingt, Kinder in die Welt zu setzen.

Kinder werden nun ausgepackt, nein instrumentalisiert, um die angebliche Ungerechtigkeit der Entlohnung aufzuzeigen: Frauen kümmern sich mehr um Kinder als Männer. Frauen arbeiten deshalb weniger als Männer, bekommen deshalb weniger Gehalt als Männer und zwangsläufig weniger Rente als Männer. Es ist ja alles so ungerecht, wenn man unberücksichtigt lässt, dass eben diese Frauen mit Witwenrenten von ihren Männern versorgt werden und letztere in der Regel um mindestens fünf Jahre überleben. Um es noch einmal zu wiederholen: Wenn zwei sich entscheiden, Kinder zu bekommen, dann wissen sie, worauf sie sich damit einlassen. Wer es nicht weiß, der ist sowieso nicht fit, um Kinder in die Welt zu setzen. Trotzdem wird gejammert. Warum wohl?

Haben Sie schon einmal einen Piloten gesehen, der über seine Flugangst klagt und deshalb von der Gesellschaft für die Wahl seines Berufes entschädigt werden will? Eben. Und das obwohl ein durchschnittlicher Piloten im Verlauf seiner Karriere einen größeren Mehrwert für seine Gesellschaft schafft als die durchschnittliche Mutter mit der Erziehung des durchschnittlichen Kindes. (Man stelle sich nur vor, alle die er im Verlauf seiner Karriere nach Mallorca fliegt, hätten nach Mallorca laufen müssen oder wären z.B. in Bad Dürkheim eingefallen, um dort Urlaub zu machen!)

Figure 7: This figure gives the productivity for women with children compared to men and women without children compared to men over time.  

Produktivität von Frauen mit und ohne Kinder als Anteil der Produktivität von Männern (Parity bei 1).

Weil es in Deutschland niemanden gibt, der Frauen dazu zwingt, Kinder in die Welt zu setzen, weil es niemanden gibt, der sie in Teilzeit zwingt und niemanden, der sie verpflichtet, ihren Beruf auszusetzen, nur weil sie ein Kind in die Welt gesetzt haben, deshalb gibt es in Deutschland auch keine Lohnungerechtigkeit, die sich in einem Gender Pay Gap manifestieren würde. Mit den Müllmännern und den Grundschullehrerinnen ist das schon anders.

Und weil dem so ist, ist, was Reisin zum Ende seines Beitrags schreibt, vollkommener Unsinn, der zeigt, dass es ihm mit seinem Beitrag um das Gender Pay Gap nicht darum geht, seine Leser aufzuklären, sondern darum, seine Leser hinter das Licht zu führen. Er schreibt: „Von echter Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern ist Deutschland – bei aller Komplexität der Debatte – weit entfernt“.

Wenn man wie Reisin keine Argumente hat, die die eigene Position stützen, dann muss man zu faulen Tricks greifen und z.B. eine „echte“ Lohngerechtigkeit einführen. Worin sich die echte von der falschen Lohngerechtigkeit unterscheidet, wird sein Geheimnis bleiben, ebenso wie es sein Geheimnis bleiben wird, was es mit der „Komplexität der Debatte“ auf sich hat – aber vermutlich meint er damit, dass die Gegenseite im Gegensatz zu ihm selbst Argumente zur Stützung ihrer Position anführen kann.

Man kann die Debatte ganz kurz führen: Wer von einem Gender Pay Gap von 21% redet und dieses Gap als Indiz für Diskriminierung angibt, ist entweder dumm oder ein Lügner. Wer zudem behauptet, dass Frauen strukturell benachteiligt würden, weil sie im Vergleich zu Männern die einfacheren, wenngleich schlechter bezahlten Jobs im sozialen Sektor, dessen Entlohnung übrigens weitgehend von Gesetzen geregelt oder vom Staat bereitgestellt wird, einfinden, der ist entweder dreist oder dumm oder beides.

Schließlich ist am Gender Pay Gap nichts Komplexes.
Deshalb erklären wir es hier ganz kurz:

Wenn man den jeweiligen Bruttostundenlohn von Frauen und Männern addiert und einen Durchschnitt bildet, dann ist der Bruttostundenlohn von Männern um rund 21% höher als der von Frauen.

Wenn man nun diesen Unterschied zwischen beider durchschnittlichem Bruttostundenlohn zu erklären versucht, durch Variablen wie: Arbeitszeit, geleistete Überstunden, Berufserfahrung, Zeit mit dem selben Unternehmen, Branchenzugehörigkeit, Produktivität der ausgeführten Arbeit, formale Ausbildung, Nachfrage nach der Tätigkeit, dann lässt sich der Unterschied zwischen dem Bruttostundenlohn von Männern und Frauen damit (fast) vollständig erklären.

Daraus folgt: Es gibt keinen Gender Pay Gap.

Wer das Vorhandensein eines Gender Pay Gap behauptet, lügt, will andere hinters Licht führen, versucht, seine Klientel gegenüber der Mehrheitsbevölkerung besser zu stellen oder ist einfach nur dumm.

Selbst wenn 2% oder 6% des Unterschieds zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Männern und von Frauen unerklärt bleiben, wie dies in den Modellen des Statistischen Bundesamts oder des Instituts der deutschen Wirtschaft der Fall ist, bedeutet dies nicht, dass Diskriminierung vorliegt. Es bedeutet, dass 2% oder 6% des Unterschieds bislang nicht erklärt werden konnten. Wollte man behaupten, dass die 2% oder die 6% auf Diskriminierung zurückgeführt werden müssen, dann müsste man Belege dafür bringen: Frauen, die bei gleicher Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Diese Belege hat bislang noch niemand erbracht.

Warum wohl?

Eben!

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Wählen macht Schule? Oder sind es eher Betrug und Manipulation, die Schule machen?

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Idee. Das soll ja vorkommen, dass man eine Idee hat. Die Idee besteht darin, auf die Wahlbeteiligung wetten und den Wetteinsatz einer Grundschule zugute kommen zu lassen. Kommen genug Wetteinsätze für eine Grundschule zusammen und liegt die Wahlbeteiligung im Wahlkreis der Grundschule um 6% höher als bei der letzten Bundestagswahl, dann gibt es Geld, wenn nicht, geht der Wetteinsatz in einen Jackpot, der unter allen Schulen, auf die gewettet wurde, aufgeteilt wird.

Soweit die Idee.
Nun zur Umsetzung.
Sie benötigen Mitstreiter.
Sie benötigen einen Webauftritt.
Sie benötigen Publicity, denn die Aktion lebt davon, dass viele sich daran beteiligen.
Sie benötigen Geld.

Wie stellen Sie es an, mit Ihrer Idee einen Hund vor hinter dem Ofen hervorzulocken?
Seltsamerweise gelingt es manchen Ideen, und seien sie noch so verschroben, innerhalb kürzester Zeit in Medien zu gelangen. So ist es der Aktion „Wählen macht Schule“ schnell gelungen, bei SZ-Online, Deutschlandfunk, Berliner Woche und Weser Kurier kostenlose Werbung zu erhalten. Auch die Webpräsenz ist schnell zusammengestellt, die entsprechenden Programmierer und Gestalter waren wohl bei der Hand und Kosten kein Problem. Mitstreiter sind auch schnell gewonnen, sieben an der Zahl. Und damit sind wir in der Realität angekommen, denn die Idee, von der wir berichtet haben, sie ist in die Tat umgesetzt. Man kann sie hier bewundern.

Verantwortlich dafür ist Jan Peter Schemmel, der wiederum ein Angestellter des Bundes ist, wenn er nicht gerade Fellow der „Stiftung Neue Verantwortung“ ist, ist er nämlich Direktor der internationalen Klimainitiative, die beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beheimatet ist. Zudem ist Schemmel Projektträger bei der GIZ, einer anderen Bundesbehörde, die eigentlich die internationale und nicht die nationale Zusammenarbeit im Namen trägt und beim Ministerium für ebensolche angesiedelt ist. Man sieht, eine Hand wäscht hier die andere und vielleicht ist das der Grund dafür, dass zwei der sieben Mitstreiter bei Wählen macht Schule, ebenfalls mit der GIZ in einem Vertragsverhältnis stehen. Ob dieses Vertragsverhältnis die Entwicklung der Wahlbeteiligung in Deutschland umfasst, konnten wir auf die Schnelle nicht prüfen, können daher nur feststellen, dass es etwas anrüchig ist, wenn öffentliche Bedienstete auf Basis von unklarer Finanzierung ein Projekt in die Welt rufen, dessen Ziel darin besteht, eine Wettbörse zur Erhöhung der Wahlbeteiligung zu betreiben. Dieser unzweideutige Anflug, dieses Bouquet von Korruption hat uns veranlasst, die Gründe dafür, die Wahlbeteiligung durch Wetten zu erhöhen, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Hier die Gründe:

“• Wer wählen geht, setzt ein Zeichen für unsere Demokratie und Gleichberechtigung.
• Nur wer wählt, nimmt Einfluss auf seine Zukunft. Sonst tun es andere.
• Bei Wahlen kann jede/r mitentscheiden, wohin sich das Land entwickeln soll und seinen / ihren Vorstellungen einer lebenswerten Zukunft Ausdruck verleihen.
• Wahlergebnisse haben erhebliche Auswirkungen auf unser tägliches Leben, denn sie entscheiden, wofür unsere Steuergelder eingesetzt werden.
• Wahlen tragen zur Kontrolle der Regierenden bei und stellen sicher, dass der Wille der Wahlbürger/innen auch umgesetzt wird.
• Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt unsere Demokratie, denn sie gibt der Regierung ein starkes Mandat – zuhause und in der Welt.”

Sechs Gründe, keiner davon korrekt.

(1) Wer wählen geht, mag für sich ein Zeichen setzen, vielleicht auch für Demokratie, aber mit Sicherheit nicht für Gleichberechtigung, denn Gleichberechtigung hat mit Wählen nichts zu tun. Die Wahl ist frei und gleich, nicht gleichberechtigt.

(2) Es gibt unendlich viele Lobbyisten, Politiker und Bürokraten, nichtzuletzt in Brüssel bei der EU, die mit Sicherheit mehr Einfluss auf das Leben von Hans S. in K. nehmen, als er mit der Teilnahme an allen Wahlen, die in seinem volljährigen Leben anfallen, je Einfluss auf sein Leben nehmen könnte.

(3) Das ist die einzige ansatzweise richtige Behauptung: Jeder kann seinen Präferenzen Ausdruck verleihen. Ob allerdings das Kreuz auf einem Zettel dazu führt, dass nach der Wahl auch die Interessen dessen, der das Kreuz gemacht hat, berücksichtigt werden, ist eine andere Frage, eine ganz andere Frage.

(4) Wenn Wahlergebnisse einen Einfluss auf die Verwendung von Steuergeldern hätten, dann wäre mit Sicherheit im Verlauf der rund 70 Jahre Bonner und Berliner Republik einmal jemand auf die Idee gekommen, die Steuern zu senken. Tatsächlich hat die Steuerbelastung stetig zugenommen, was zeigt, die Besteuerung ist vollkommen unabhängig davon, ob gewählt wird oder nicht bzw. wer gewählt wird oder nicht.

(5) Die Kontrolle der Regierung erfolgt nicht durch Wahlen, sondern durch den Bundestag und den Bundesrat. Wahlen sind gerade das Vehikel, die Regierung zu bestimmen, nicht, sie zu kontrollieren.

(6) Können Sie sich noch erinnern? Damals, als Michail Gorbatschow Helmut Kohl gefragt hat, wie hoch die Wahlbeteiligung war und mit welcher Legitimation er entsprechend an den zwei plus vier Verhandlungen teilnehmen will? Wir auch nicht. Die Behauptung ist Quatsch. Das einzige, was eine hohe Wahlbeteiligung nach sich zieht, ist eine Regierung, die bei jeder Entscheidung, die auf Opposition in der Bevölkerung stößt, auf ihre Legitimation durch eine hohe Wahlbeteiligung hinweisen kann.

Wir haben somit ein Projekt, das von Angestellten des Bundes ins Leben gerufen wurde, und zwar mit dem Ziel, die Wahlbeteiligung positiv zu beeinflussen. Es liegt damit der Verdacht nahe, dass eine Bundesbehörde mit finanzieller oder immaterieller Unterstützung das tut, was ihr eigentlich verboten ist: In die freie Meinungsbildung der Bevölkerung einzugreifen und zu versuchen, den Ausgang einer Wahl in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Der Geruch politischer Korruption, er wird stärker. Das Bouquet wird zur Geruchsbelästigung.

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Qualitätspresse? Anbiederungspresse! Presse der Ahnungslosen! Untertanenpresse!

Der Begriff der Qualitätspresse taucht in der Regel im Zusammenhang mit FakeNews auf. Bei der Qualitätspresse, so heißt es, da sei man vor FakeNews sicher. Bei der Qualitätspresse, so wird gesagt, da gebe es ein Impressum und ausgebildete Journalisten. Beides gewährleiste Qualität. Bei der Qualitätspresse, da stehe der Versuch, objektiver Berichterstattung an erster Stelle… Und so weiter.

Das Ziel besteht natürlich darin, Qualitätspresse als eine Art „Gütesiegel“ zu vergeben, das die Konsumenten von vermeintlicher Qualitätspresse dazu veranlasst, weniger kritisch oder gar nicht kritisch dem gegenüber zu stehen, was ihnen von dieser Qualitätspresse aufgetischt wird. Ein anderes Ziel, z.B. Konsumenten als zu eigenständigen Gedanken und unabhängigem Urteil fähige Menschen zu akzeptieren, kann sich mit dem Begriff der „Qualitätspresse“ nicht verbinden, denn Menschen, die sich eigenständige Gedanken machen und ein unabhängiges Urteil bilden, tun dies unabhängig von der Behauptung, das, was sie gerade lesen, wäre ein Ergebnis von „Qualitätsjournalismus“.

Kurz: Wer den Begriff der Qualitätspresse oder des Qualitätsjournalismus benutzt, will in der Regel manipulieren, zeigt damit, das er auch nicht weiß, warum das, was er so bezeichnet, Qualität sein soll, hat also keine stützenden Argumente für seine Qualitätsbehauptung und zudem begeht er den logischen Fehler der voreiligen Verallgemeinerung und den des argumentum ad auctoritatem.

Gestern haben wir von einem Versuch aus dem Hause DIW berichtet, ein neues Pay Gap auf keinerlei vorhandener empirischer Basis in die Welt zu reden. Die Junk-Studie, die die Grundlage der Behauptung bildet, dass homosexuelle Männer schlechter bezahlt werden als heterosexuelle Männer, haben wir hier besprochen. Jeder, der auch nur ein wenig Ahnung von empirischer Sozialforschung hat, muss beim Lesen der Junk-Studie sofort merken, dass die Datenbasis keinerlei allgemeine Aussagen, wie sie ein Sexuality Pay Gap darstellt, zulässt. Und wer noch etwas mehr als wenig Ahnung hat, muss schnell merken, dass die Autoren aktiv versuchen, die Leser über die Anzahl der Schwulen, auf die sie ihre Behauptung gründen, zu täuschen.

Tatsächlich wäre diese Junk-Studie in jedem anderen Land der Gegenstand heftiger Kritik in Medien und von Kollegen, wäre die Junk Studie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift erschienen, sie wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgezogen worden. Aber: In Deutschland gehen die Uhren anders. Hier verbreitet ein öffentlich finanziertes Institut wie das DIW munter Studien, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind und baut aktiv an einem neuen Mythos: Dem, dass homosexuelle Männer schlechter bezahlt werden als heterosexuelle Männer und vor allem soll suggeriert werden, sie würden schlechter bezahlt, WEIL sie homosexuell seien.

Kurz: Das DIW verbreitet Lügen, Lügen, die von der angeblichen Qualitätspresse nur zu willig aufgenommen werden.

Wir muten unseren Lesern nun einen repräsentativen Ausschnitt (jedes deutsche Printmedium hatte dieselbe Chance, in unserer Auswahl zu landen) der Realität deutscher Qualitätspresse zu.

Das Handelsblatt:

Quelle: https://giphy.com

„Schwule verdienen weniger Geld: Einen „Pay Gap“ gibt es nicht nur beim Thema Geschlecht…. Schwule ]verdienen] sogar 2,64 Euro weniger.”

Deutschlandfunk

„Schwule Männer verdienen weniger als heterosexuelle: Homosexuelle Männer werden in Deutschland schlechter bezahlt als heterosexuelle. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung beträgt die Differenz beim realen Stundenlohn etwa zwei Euro.“

Berliner Kurier

„Sexuality Pay Gap“ Schwule verdienen weniger, Lesben mehr als Heteros. Berlin Schwule Männer bekommen auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Schnitt einen geringeren Stundenlohn als heterosexuelle. Die Differenz beim realen Brutto-Stundenlohn betrage rund 2,14 Euro, heißt es in einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin vorstellt.”

Die ZEIT (wie immer mit dem dümmsten Titel:)

„Homosexuelle Männer werden beim Gehalt benachteiligt:
Ökonomen haben in einer Studie einen sogenannten Sexuality-Pay-Gap identifiziert: Schwule verdienen in Deutschland demnach weniger pro Stunde als heterosexuelle Männer.“

Die Welt

“Schwule Männer verdienen weniger als Heteros. Weniger Geld für die gleiche Leistung – das betrifft offenbar nicht nur Frauen, sondern auch schwule Männer. Sie entscheiden sich bei der Berufswahl zudem weit häufiger als Heteros für ganz bestimmte Branchen.”

Neues Deutschland

Quelle: https://giphy.com

“Schwule bekommen schmaleren Lohn:
Schwule erhalten im Mittel einen Stundenlohn von 16,40 Euro brutto, während ihre heterosexuellen Kollegen auf rund 18 Euro kommen, heißt es in der Studie, die DIW-Ökonomen am Donnerstag vorstellten. Berücksichtigt man, dass Schwule häufig eine höhere Schulbildung haben, dann beläuft sich die Differenz sogar auf über zwei Euro. Das DIW spricht deswegen von einem »Sexuality Pay Gap«, analog zum »Gender Pay Gap«, der Lohnkluft zwischen Frauen und Männern.”

Der Spiegel

“Schwule verdienen weniger als Heteros
Frauen verdienen weniger als Männer. So weit, so bekannt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet nun vor: Auch homosexuelle Männer werden benachteiligt.”

Der Tagesspiegel

“Weniger Gehalt trotz besserer Bildung: Von wegen konsumfreudig und hedonistisch – Lesben, Schwule und Bisexuelle verdienen in Deutschland deutlich weniger Geld als Heterosexuelle. Das hat ein Wissenschaftlerteam des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW in Berlin herausgefunden.”

FAZ

“Schwule haben geringeren Stundenlohn
Homosexuelle Männer verdienen laut einer neuen Studie schlechter als Heteros. Im Durchschnitt ist ihr Stundenlohn 2,14 Euro niedriger.”

Augsburger Allgemeine

“Studie: Homosexuelle Männer verdienen weniger als Heterosexuelle. Der Stundenlohn unterscheidet sich einer Studie zufolge brutto um etwa zwei Euro: Welche Rolle spielt die sexuelle Orientierung bei der Bezahlung?”

Und so weiter.

So entstehen Mythen.

So verbreiten sich FakeNews.
Es beginnt mit einer Pressemeldung eines Instituts, das am Tropf der Steuerzahler hängt und sich regelmäßig als politisch korrektes Institut bei Politikern andient. Darin wird behauptet, es gäbe ein Pay Gap zwischen homosexuellen Männern und heterosexuellen Männern.
Dass die Grundlage dieser Behauptung keine derartige Verallgemeinerung zulässt, dass in der angeblichen Studien die Fallzahl, auf der das behauptete Pay Gap basiert, absichtlich verheimlicht wird, das steht natürlich nicht in der Pressemeldung. Um dies auf einen Blick zu sehen, müsste man in die Studie schauen. Aber das macht natürlich keiner der angeblichen Qualitätsjournalisten. Ob bei Spiegel, ZEIT, FAZ, Welt oder Augsburger Allgemeine beschäftigt, sie kupfern nur das ab, was in der Pressemeldung des DIW verkündet wird.

Sie machen sich zum Mittäter bei der Verbreitung von FakeNews.

Warum kommt keiner der angeblichen Qualitätsjournalisten auf die Idee, die Aussagen in der Pressemeldung zu prüfen? Warum interpretieren die angeblichen Qualitätsjournalisten ihren Beruf dahingehend, Sprachrohr für institutionelle Pressemelder zu sein?

Quelle: https://giphy.com

Drei Antworten:
Die vermeintlichen Qualitätsjournalisten sind keine Qualitätsjournalisten, sondern ahnungslose Dilettanten, die verbreiten, was man ihnen auftischt, weil sie über keinerlei Urteilsvermögen verfügen, das es ihnen ermöglichen würde, zu beurteilen, was man ihnen auftischt.

Die vermeintlichen Qualitätsjournalisten sind autoritäre Persönlichkeiten, die nie auf die Idee kommen würden, die Pressemeldung einer Institution zu kritisieren, die sie – weil sie von Ministerien finanziert wird – der Obrigkeit zuordnen. Eher machen sie sich in die Hosen, als dass ihnen der Gedanke, man könne den Inhalt von Pressemeldungen prüfen, schlimmer noch: Der Beruf „Journalist“ verlange, dass man den Inhalt von Pressemeldungen prüft, um sich nicht zum Helfershelfer bei der Verbreitung von Mythen, Lügen und Falschmeldungen zu machen, in den Kopf käme.

Die vermeintlichen Qualitätsjournalisten sind Opportunisten, die jede Gelegenheit nutzen, um ihre Anpassung an den Mainstream und das, was als politisch-korrekt gilt, deutlich zu machen. Am liebsten signalisieren sie durch Meldungen, mit denen man sich nicht nur bei der Lobby der gesellschaftlichen Gruppen andienen kann, die gerade In sind, ihre Fähigkeit, zum Kriechen und produzieren sich im gleichen Moment, dadurch, dass sie auf eine vermeintliche Diskriminierung hinweisen, als ein Social Justice Warrior, der im Gegensatz zu Don Quichotte nicht einmal eine Windmühle benötigt, um seine Lanze der Gerechtigkeit gegen seine Einbildung zum Einsatz zu bringen.

Diese Schreiber von der traurigen Gestalt kann man kaum als Qualitätsjournalisten bezeichnen. Man kann sie entweder nur bemitleiden, weil sie das willige Werkzeug in der Hand geübter Manipulateure sind oder verachten, weil ihre Loyalität nicht mit bei ihren Lesern liegt, sondern bei denen, die sie als ihre Obrigkeit ansehen.

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Nach Brexit: Deutscher Ansturm auf britische Staatsbürgerschaft

Vor einigen Monaten waren die deutschen Zeitungen voll von Meldungen darüber, dass der Brexit dazu führe, dass Briten Deutsche werden wollen. Geschrieben in der Regel mit dem Duktus, da seht ihr, ihr Briten, was ihr vom Brexit habt, Euch laufen die Bürger davon, erfindet z.B. der MDR einen „Brexit-Effekt“, der darin besteht, dass seit dem Brexit, 10 Briten in Dresden eine deutsche Staatsangehörigkeit beantragt haben. In Chemnitz und Leipzig, so heißt es im gleichen Bericht, sei der Andrang von Briten auf die deutsche Staatsbürgerschaft fast genau so hoch.

„Nach dem Austritt aus der Europäischen Union wollen Briten unbedingt Deutsche werden“, so weiß man bei der WELT und berichtet von 60 Briten in Berlin, 280 in Hamburg und 140 in Frankfurt am Main, die die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt haben.

Beim RBB wollen immer mehr Briten Deutsche werden, von 45 auf 175 führt der sprunghafte Anstieg der entsprechenden Anträge in Berlin dieses Mal. Natürlich wollen die Antragsteller nur deshalb Deutsche werden, weil sie Teil der EU bleiben wollen. Der RBB weiß das.

Bei der ARD weiß man noch mehr

„Der geplante Ausstieg der Briten aus der EU macht sich auch bei den Einbürgerungen bemerkbar: Im vergangenen Jahr haben sich so viele Briten wie nie zuvor für einen deutschen Pass entschieden. 2865 Briten ließen sich einbürgern, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das seien 2243 mehr als im Jahr zuvor, als sich lediglich 622 Briten einbürgern ließen.“

Wie sehen: Der Brexit hat zur Folge, dass Briten, die in der EU bleiben wollen, Deutsche werden wollen. Das haben die Briten nun davon. Ihnen laufen die EU-liebenden Bürger davon.

Nehmt Sie.

Ein beliebtes Mittel der Manipulation besteht darin, Daten nur zur Hälfte auszuweisen, um auf diese Weise eine Kausalität vortäuschen zu können, die es gar nicht gibt. Denn: Wenn der Brexit ausschließlich für das Vereinigte Königreich mit Nachteilen verbunden ist, ganz so wie er in den deutschen Medien dargestellt wird. Wenn wegen des Brexit Großbritannien nur Nachteile hat und dem Land die Bürger, die es können, davon laufen, dann dürfte es keine Bewegung in die andere Richtung geben, denn der furchtbare Brexit und das Land der Brexitiere, Großbritannien, sie sind natürlich für niemanden, für gar niemanden interessant oder gar das Ziel ihrer Auswanderung aus Deutschland.

Und doch:

Das Britische Home Office berichtet, dass die Zahl der Anträge auf eine britische Staatsangehörigkeit, die von EU-Bürgern gestellt werden, seit dem Brexit sprunghaft gestiegen sei. 28.502 Anträge hat man beim Home Office von Juli 2016 bis Juli 2017 gezählt. Von Juli 2015 bis Juli 2016 waren es nur 12.631 EU-Bürger, die Briten werden wollten.

Besonders explodiert ist die Zahl der Deutschen, die die deutsche durch die britische Staatsangehörigkeit ersetzen wollen: 2.338 Anträge von Deutschen sind im Zeitraum von Juli 2016 bis Juli 2017 bei Her Majesty‘s Visa and Immigration eingegangen, 193,4% mehr als von Juli 2015 bis Juli 2016 als 1.209 Anträge eingingen. Man sieht, der Brexit hat zur Folge, dass Deutschland die Bürger davonlaufen, in Richtung der freiheitlichen Insel.

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