Denn: Armut hat mit Kriminalität NICHTS zu tun.
Arme Menschen.
Linke haben sie schon seit langem als Objekte entdeckt, die man ideologisch missbrauchen kann.
Arme Menschen werden von ihrer Armut zur Kriminalität getrieben, so eine der falschen Behauptungen, die man derzeit wieder in endemischem Ausmaß von Shitstream-Medien verbreitet finden kann.
In Frankreich sei die Armut so groß, dass Jugendliche sich vermummen müssen, um einerseits (fast) wahllos Läden zu zerstören und andererseits vor allem die Güter zu stehlen, die in westlichen Gesellschaften nach wie vor als Luxusgüter gelten.
Nichts liegt offenkundig näher.
Wir kommen aus armen Verhältnissen.
Unsere Eltern waren nicht reich, gehörten zur Arbeiterklasse, also in die soziale Schicht, die linke Ideologen nicht erst heute mit ihren paternalistischen Bemühungen heimsuchen. Dessen ungeachtet sind wir bis heute nie auf die Idee gekommen, wir könnten uns vermummen und Läden plündern, um unsere Armut zu bewältigen.
Der Zusammenhang zwischen „Armut“, also ökonomischer Deprivation und Kriminalität, für uns gilt er offenkundig nicht. Und die meisten, die eine ähnliche soziale Abstammung teilen, wie wir sie haben, werden aus eigener Anschauung wissen, dass er (für sie auch) nicht gilt.
Dessen ungeachtet lancieren Shitstream-Medien einen Auswurf nach dem nächsten, in dem – man kann es nicht anders sagen: (vermutlich gekaufte) Idioten dabei zu bewundern sind, wie sie Verständnis für die armen Kinder und Jugendlichen heucheln, die so arm seien, dass sie Läden plündern müssten, um zu überleben, vorzugsweise Juweliere, Apple-Shops, Niederlassungen von Dior, Chanel und anderer Marken, die ins Luxussegment gehören.
Der Gipfel der Dummheit ist im folgenden Video aus öffentlich-rechtlicher Kaderschmiede erklommen, in dem eine „gebürtige Französin“, für die offenkundig auf Basis von Abstammung Ahnung suggeriert werden soll, darüber sinniert, wie furchtbar es sei, dass die armen Jugendlichen Läden plündern müssten, um über die Runden zu kommen.
Idiotie im Extrem von Leuten, deren geheuchelte „Sorge“ zum einen schnell verfliegen würde, wären sie selbst Gegenstand von Plünderung geworden, zum anderen die bei Linken so beliebte Verkehrung der Realität durchzusetzen versucht, aus Tätern, aus Scum in meinen Worten, Opfer machen will.
Das ist toxisch und steht im eklatanten Widerspruch nicht nur zu Rationalität, sondern auch zu allem, was kriminologische Forschung über den Zusammenhang zwischen Ökonomischer Deprivation / Armut und Kriminalität zusammengetragen hat. Abgesehen davon belegt schon die Sorge um die Täter, bei der die Ladenbesitzer, die in wenigen Stunden das verloren haben, wofür viele von Ihnen ein Leben lang gearbeitet haben, nicht vorkommen, dass wir es entweder mit einem von einer Agentur gekauften Darsteller zu tun haben, der sagt, was ihm geskripted wurde oder mit einem Nitwit, dessen Heuchelei nur von seiner eigenen Dummheit übertroffen wird.
Armut und Kriminalität. Das sagt die Forschung:
Unser kurzer Überblick beginnt mit dieser Studie:
Sariaslan, Amir, Henrik Larsson, Brian D’Onofrio, Niklas Långström, and Paul Lichtenstein (2014). Childhood family income, adolescent violent criminality and substance misuse: quasi-experimental total population study.“ The British Journal of Psychiatry 205(4): 286-290.
Eine pfiffige Studie aus Schweden, die für Finnland und mit dem selben Ergebnis replliziert wurde.
Sariaslan, Amir, Janne Mikkonen, Mikko Aaltonen, Heikki Hiilamo, Pekka Martikainen, and Seena Fazel (2021). No causal associations between childhood family income and subsequent psychiatric disorders, substance misuse and violent crime arrests: a nationwide Finnish study of> 650 000 individuals and their siblings. International journal of epidemiology 50(5): 1628-1638.
In beiden Studien baden die Autoren geradezu in Daten. Im ersten Fall basieren ihre Analysen auf 526.167 Kindern und Jugendlichen, Geschwister oder Cousins, die über Jahrzehnte verfolgt wurden, Jahrzehnte, in denen sich die wirtschaftliche Situation ihrer Familien, deren Einkommen, verändert hat. Daraus machen die Autoren ein quasi-experimentelles Design und untersuchen den Zusammenhang zwischen Kriminalität und ökonomischer Deprivation für Kinder aus denselben Familien, die derselben Erziehung, dem selben Umfeld, aber unterschiedlichen ökonomischen Bedingungen ausgesetzt waren.
Auf Ebene der Haushalte ergibt sich das Bild, bei dem Linke gemeinhin stehenbleiben, weil es ihnen in den Kram passt: Kinder aus den ärmsten Familien haben ein um 7 Mal höheres Risiko, wegen einer Straftat verurteilt zu werden als Kinder aus den reichsten Familien. Indes, der Zusammenhang verschwindet vollständig, wenn Geschwister miteinander verglichen werden, die in denselben Familien von denselben Eltern aufgewachsen sind und erzogen wurden, aber mit unterschiedlichen ökonomischen Randbedigungen konfrontiert waren. Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass Armut / ökonomische Deprivation nichts mit Kriminalität zu tun hat, dass andere Faktoren, die in Familien konstant und unabhängig von der ökonomischen Situation sind, dafür verantwortlich sein müssen.
Die Ergebnisse der Studie wurden auf Basis von rund 650.000 finnischen Kindern repliziert. Leider endet mit der finnischen Studie die bisherige Rezeption, was angesichts der Verseuchung von Hochschulen mit wokem Mist kein Wunder ist (und das reimt sich sogar).
Die gerade besprochenen Ergebnisse basieren auf Individualdaten und nutzen ein quasi-experimentelles Design, das die Autoren geschaffen haben. Die folgenden Studien basieren auf Aggregatdaten und nutzen ein natürliches experimentelles Design, das sich als Folge der Finanzkrise von 2008/09 ergeben hat.
Granath, Jacob (2021). Economic Crises and Crime: The Effects of the Great Recession on Swedish Crime Rates. Uppsala University.
Kim, Seonghoon, Kanghyock Koh, and Jaeha Lee (2026). When the Economy Slows, So Does Crime? The Great Recession’s Lasting Effects on Crime. The Great Recession’s Lasting Effects on Crime (SSRN).
Wolff, Kevin T., Joshua C. Cochran, and Eric P. Baumer (2014). Reevaluating foreclosure effects on crime during the “Great Recession. Journal of Contemporary Criminal Justice 30(1): 41-69.
Drei Studien aus einer Vielzahl entsprechender Studien, die prüfen, was Linke so gerne behaupten, weil man die Behauptung nutzen kann, um Steuergelder in die eigenen Taschen zu kanalisieren: Wenn Armut zu Kriminalität führt, dann würde man erwarten, dass die Finanzkrise, die in den USA Arbeitslosigkeit von 5% auf 10% verdoppelt hat, viele Hausbesitzer zu Sozialmietern gemacht hat und zudem mit einem Emporschnellen der Haushalte, die in Armut leben, verbunden war, zu einer ebensolchen Explosion von Kriminalität geführt hat.
Indes: Das Gegenteil ist der Fall.
Selbst in Gebieten, in denen Raub und Eigentumsdelikte auf hohem Niveau bereits vor der Finanzkrise vorhanden waren, sinken die Fallzahlen, geht die Kriminalität zurück. Ein Ergebnis, das wieder und wieder repliziert wurde und wird. Granath (2021) zeigt für Schweden, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen ökonomischer Deprivation und Kriminalität gibt, Wolff et al. (2014) finden dasselbe Ergebnis für die USA. Das sind drei aus vielen entsprechenden Studien.
Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen Armut und Kriminalität. Es gibt eine Korrelation, die Linke nutzen, um ihren ideologischen Bullshit zu verbreiten.
Was erklärt Kriminalität?
Eine Studie hat wie kaum eine andere Licht in das Dunkel gebracht, das die psychologischen Ursachen von Kriminalität betrifft. Obschon ich aus der Rational-Choice-Welt komme, in der Kriminalität als Funktion von Gelegenheit, Fähigkeit, Strafwahrscheinlichkeit und Strafhöhe angesehen wird, die vier Variablen bilden einen Möglichkeitsraum, in dem Akteure dann handeln, komme ich immer mehr zu der Ansicht, dass ohne Berücksichtigung psychologischer Variablen wenig erklärt werden kann.
Das bringt mich zur angesprochenen Studie:
Moffitt, Terrie E., Louise Arseneault, Daniel Belsky, Nigel Dickson, Robert J. Hancox, HonaLee Harrington, Renate Houts et al. (2011). A gradient of childhood self-control predicts health, wealth, and public safety. Proceedings of the national Academy of Sciences 108(7): 2693-2698.
Nach Angabe von Google Scholar wurde dieser Beitrag seit Veröffentlichung 7.765 Mal zitiert. Man sollte also denken, die Ergebnisse der darin berichteten Studie seien Allgemeingut. Moffitt et al. (2011) haben 1.037 Kinder, die 1972/1973 geboren wurden, bis ins Alter von 32 Jahren „verfolgt“. Regelmäßige und sehr umfangreiche Bestandsaufnahmen erfolgten im Alter von 3, 5, 7, 9 und 11 Jahren, danach im Abstand von 10 Jahren. Informationen wurden aus eigener Beobachtung, Berichten von Eltern und Lehrern und später Selbsteinschätzungen der Kinder und Jugendlichen gewonnen, wobei die hohe Konsistenz zwischen den jeweiligen Einschätzung besonders erstaunlich ist. Alle Kinder und Jugendlichen enstammen einer Geburtskohorte aus Dunedin in Neuseeland. Deshalb ist die Studie als Dunedin-Study in die kriminologische und psychiatrische Geschichte eingegangen – denkt man.
Gefunden haben die Autoren, dass weder IQ, noch soziale Lage, Armut, ökonomische Deprivation eine Erklärung für Kriminalität darstellen. Die Erklärung, die sie gefunden haben, lautet: SELBSTKONTROLLE. Kinder, die zwischen 3 und 11 Jahren Selbstkontrolle gelernt hatten, wurden signifikant seltener delinquent, wobei sich Selbstkontrolle in der Dunedin-Study aus den folgenden Indikatoren zusammensetzt:
- eine geringe Frustrationstoleranz, wie sie z.B. vorliegt, wenn Kinder sich als Anrechteinhaber, als kleiner König ansehen, dem seine Umwelt zu Diensten sein muss, eine Haltung, die in
- geringer Aufmerksamkeit und Unwilligkeit, zu warten, ihren Niederschlag findet, ergänzt um
- mangelnde Ausdauer, die Unfähigkeit, an einer Sache zu bleiben;
- Überaktivität und Unruhe, die es weitgehend unmöglich machen, sich ein Urteil über Dinge zu bilden, was wiederum
- in Impulsivität mündet, dem Handeln ohne zu denken und von
- mangelnder Gewissenhaftigkeit abgerundet wird.
Das liest sich wie eine Beschreibung derzeitiger Erziehungsmethoden in Kindertagesstätten und Schulen. Kriminalität ist somit kein Ergebnis ökonomischer Deprivierung. Letztere mag als Legitimation angeführt werden. Tatsächlich ursächlich scheint indes eine psychologische Disposition zu sein, die Disposition, die Sie und uns Abstand davon nehmen lässt, den Laden um die Ecke zu plündern, eine Disposition, die parallel zu einer moralischen Entwicklung verläuft. Zwei Entwicklungen, ein Ergebnis: Du sollst nicht stehlen.
Linke mögen solche Ergebnisse nicht, denn solche Ergebnisse bedeuten, dass sie mit ihren Lebenslügen und ihrem ideologischen Kauderwelsch, der dazu dient, andere zu schädigen und sich selbst zu bereichern, andere zu objektivieren und sich selbst zu bereichern, nicht landen können.
Dessen ungeachtet ist es der Stand der Wissenschaft: Armut / ökonomische Deprivation ist nicht kausal für Kriminalität. Indes bin ich mir nicht sicher, ob nicht eine Affiliation mit linker Ideologie kausal zumindest für deviantes Verhalten, das Kriminalität und Perversion umfasst, ist.

