Professoren anpinkeln. Das neue Hobby der vermeintlichen Intelligentia

Was ist niedriger, als sich gegenüber Leuten, die in einer Zeit lebten, die man nur vom Hörensagen kennt, die mit Randbedingungen konfrontiert waren, die man nicht einschätzen kann und die vor allem eines sind: mausetot, und das schon seit Jahren, posthum an den Karren zu fahren, sie anzupinkeln und selbst aus dem ekligen Unterfangen ethische Erhabenheit zu saugen?

Wir leben im Zeitalter des Professorenpinkelns und beginnen damit, ein Epitaph aus dem Spiegel des Jahre 1969 zu zitieren:

Ludiwg HeilmezerLUDWIG HEILMEYER, 70. Er war ein unorthodoxer Pontifex, urig lärmend, Weltmann aus dem Jugendstil-München, betriebsam und ein Boß — der deutsche Papst der Inneren Medizin. Im Trümmer-Deutschland, als andere Ordinarien Notbaracken bauten, ließ der Experte für Blut und Blutkrankheiten moderne Kliniken errichten und verschaffte der medizinischen Fakultät in Freiburg internationales Renommee. Als er im Pensionsalter zum Gründungsrektor der Ulmer Universität berufen wurde, machte sich der als Klinik-Chef alten Schlages gefürchtete Heilmeyer mit Vehemenz stark für Studienreform, Kollegialsystem und gegen die Pfründen-Wirtschaft. Burschikos noch als Präsident des Internistenkongresses, gab er — mit quicken Blicken durch eine knorrig schwarze Brille jedes Auditorium bezwingend — seine Losung aus: „Medizin wird Naturwissenschaft sein, oder sie wird nicht sein.“

Tatsächlich hat Heilmeyer eine lange Liste der Verdienste angehäuft (z.B. neue Verfahren zur Behandlung von Leukämie und in der Nuklearmedizin), eine Liste, von der noch heute die Namensgebung von Tumorzentren oder Einträge im Atlas der Klinischen Hämatologie und Cytologie künden.

Seine Verdienste sind unbestritten.
Niemand bestreitet sie.
Eigentlich.

Uneigentlich hat Florian Steger, ein Ulmer Medizinhistoriker, gerade in einem Vortrag zur Rolle von Ludwig Heilmeyer, dem Gründungsrektor der Universität Ulm, gehalten. Zu welcher Rolle? Na zu der im Nationalsozialismus. Was könnte im Jahre 72 nach dem Ende des Tausendjährigen Reiches und im Jahre 48 nach dem Tode von Ludwig Heilmeyer wichtiger sein, als in dessen vielleicht brauner Vergangenheit zu wühlen?

Deutschland hat keine Probleme.

Und Deutschlands angebliche Intellektuelle haben so wenig eigene Ideen, dass sie sich Selbstbewusstsein und moralische Erhabenheit dadurch zu verschaffen trachten, dass sie Personen, deren, wie Steger sagt, „Verdienste … unbestritten“ sind, in den braunen Dreck treten wollen.

Und das ist die posthume Anklageliste gegen Ludwig Heilmeyer:

  • Nationale Gesinnung
  • Mitglied im Freikorps Epp (so etwas wie die Anti-Antifa der Weimarer Republik)
  • Mitglied im Stahlhelm (Organisation der Deutschnationalen Volkspartei)
  • Anführer des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes (Rund 1/3 der Universitätsdozenten war Mitglied, vor allem Dozenten aus den Sozialwissenschaften, die  für Extremismus damals wie heute offenbar besonders anfällig sind, damals NSDDB, heute Gender Studies…)
  • KEIN Mitglied in der NSDAP
  • Bekanntschaft mit Hans Frank und Hans Eppinger (beide böse)
  • Verschweigen der Mitautorenschaft von Hans Hirschfeldt (Jude)

Das Urteil, das der Medizinhistoriker Florian Steger, von dem wir nicht wissen, ob und wenn ja welche unbestreitbaren Verdienste er für sich reklamieren kann, über den unbestreitbar Verdienstvollen Ludwig Heilmeyer spricht, ist das folgende:

„Ludwig Heilmeyer hat sein Fortkommen fest im Blick. Dabei überschreitet er auch Grenzen, was ethisch kritisch zu beurteilen ist. Er wurde bereits von Zeitgenossen als Opportunist bezeichnet“.

Das ist nun ein bemerkenswerter Satz, denn die moralische Verurteilung von Heilmeyer, dem strebsamen Maximierer des eigenen Nutzens, der auch Grenzen überschreitet, was heute natürlich niemand, schon gar kein Medizinhistoriker tun würde (dass man heute vergisst, die Leistung Dritter an dem zu würdigen, was man gerade als Eigenleistung verkaufen will, ist undenkbar – oder? Schließlich sind wir eine moralisch so hochentwickelte Kultur, dass wir die Nazis brauchen, um unsere Überlegenheit zu dokumentieren.), diese Verurteilung, sie wird gestützt vom Urteil der „Zeitgenossen“ wie Steger sich ausdrückt. Die Zeitgenossen, sie teilen sein Urteil, stützen es, sollen dem Urteil Verlässlichkeit verleihen.

Wer sind nun diese Zeitgenossen?

Scrollen wir in der Pressemeldung zurück und lesen:

„War Ludwig Heilmeyer also ein überzeugter Nationalsozialist? Steger zeichnete das Bild eines Opportunisten, dem bereits 1934 in einem Briefwechsel hohe Funktionäre der NDSAP ein „krankhaft großes Ich-Bedürfnis“, „Geltungsdurst“ und „ungeheuerlichen Opportunismus“ attestierten.“

Freikorps Epp marschMit anderen Worten, Steger stützt sein Urteil über Heilmeyer auf ein Urteil von hohen Funktionären der Nationalsozialisten. Nicht, dass es ausgeschlossen wäre, dass Nationalsozialisten Personen richtig zu beurteilen im Stande sind. Aber es ist schon mehr als peinlich, wenn man Ludwig Heilmeyer als Opportunisten, der sein Fähnchen in den Wind der Nationalsozialisten gehängt hat, darstellen will und dies ausgerechnet dadurch tut, dass man eben diese Nationalsozialisten zitiert, die Heilmeyer unter anderem nicht in der NSDAP mitmachen lassen, weil er aus ihrer Sicht sein Fähnchen in den Wind der Nationalsozialisten hängt, weil er auf Deutsch KEIN ÜBERZEUGTER NAZI war.

Während wir für Heilmeyer somit feststellen müssen, dass er kein überzeugter Nazi war, müssen wir für Steger feststellen, das er die überzeugend findet, die er diskreditieren will: Nazis.

Beim Pinkeln stört das scheinbar nicht.
Wie heißt noch das St. Florian Prinzip: Lieber Gott verschon mein Bein, pinkel andere an?

Intelligenztest für Bundestagsabgeordnete: Sind sie so dumm, wie man im BMFSFJ zu glauben scheint?

Das Bundesministerium für FSFJ, die zentrale Vergabestelle für Mittel, die angeblich dem „Kampf gegen Extremismus“ dienen, hat einen Bericht „über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention“ vorgelegt, den man nicht anders bezeichnen kann als als Versuch, Bundestagsabgeordnete für dumm zu verkaufen, wobei man beim BMFSFJ offensichtlich der Ansicht ist, dass es sehr einfach ist, Bundestagsabgeordnete für dumm zu verkaufen.

Demokratie-lebenUm den systematischen Versuch der Abgeordneten-Verdummung offenzulegen, haben wir uns einmal mehr der Methoden qualitativer Dokumentenanalyse bedient und die entsprechende „Unterrichtung“ im Hinblick auf den Zweck der „Unterrichtung“, nämlich den Nachweis von Arbeit und vor allem von Wirksamkeit der Bundesprogramme analysiert.

Der Klarheit halber unterteilen wir die Bundesprogramme in abgeschlossene und laufende Programme. Zu ersteren zählen u.a. die beiden Programme „Vielfalt tut gut“ und „kompetent für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“, zu Letzteren all der Zinnober, der unter den (Haushalts-)Titeln „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ oder „Initiative Demokratie stärken“ oder „Demokratie leben!“ derzeit veranstaltet wird.

Da Programme einem Zweck dienen, ist es letztlich nicht so wichtig, wie genau sich ihre Arbeit gestaltet, wichtiger ist, ob der Zweck, zu dessen Erreichung die Programme aufgelegt und Millionen von Steuereuro ausgegeben wurden, auch erreicht wurden. Kurz: Die Frage ist: Sind Programme, die Toleranz fördern wollen, die Extremismus vermeiden wollen, die Demokratie leben sollen, zweckmäßig, sind sie wirksam und erfolgreich?

Obwohl die letzte Frage die Frage ist, die allein interessant ist, wenn es darum geht, den Einsatz von Steuergeldern zu rechtfertigen, besteht die Unterrichtung aus dem Hause „BMFSFJ“ zu rund 95% aus Beispielen dafür, was in den Projekten, die Steuerzahler finanziert haben, so gemacht wurde. Was dadurch erreicht wurde, dazu finden sich keine Angaben, d.h. die Wirksamkeit der Projekte wird, anders als im Titel der Unterrichtung behauptet, nicht belegt oder überhaupt zu belegen versucht. Statt dessen wird versucht, Abgeordnete für dumm zu verkaufen.

Diese Strategie, die dazu dient, der Frage „“Welchen Nutzen haben die ganzen Steuermillionen erbracht?“ auszuweichen, sie im Keim zu ersticken, findet einen ersten Niederschlag auf Seite 4 in der folgenden Formulierung:

„Die zentrale Funktion von Bundesprogrammen liegt nicht allein und in erster Linie in der flächendeckenden Bekämpfung des politischen Extremismus und der Förderung von Demokratie, sondern in der beispielhaften Entwicklung und Erprobung von Konzepten, Strategien und Arbeitsformen zur Extremismusprävention und Demokratieförderung. Bundesprogramme sind in diesem Sinne vorrangig als „exemplarische Feldexperimente, in denen stellvertretend für den jeweiligen Bereich Erfahrungen insbesondere mit innovativen Ansätzen gesammelt werden“

In Deutsch: Bundesprogramme zur Bekämpfung von Extremismus dienen nicht der Bekämpfung von Extremismus, also der Rettung von von Extremismus bedrohter Seelen jugendlicher Opfer. Statt dessen dienen sie dazu, denen, die gerne retten würden, den Projektnehmern des BMFSFJ,die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln, Erfahrungen dazu, wie es ist, wenn man sich als Extremismus-Präventeur verdingt. Diese Erfahrungen, so hofft man im BMFSFJ, werden dann in Zukunft vielleicht dazu beitragen, Extremismus zu verhindern. Dazu kommen wir gleich noch.

In geradezu kunstvoller Wortakrobatik wird sodann versucht, die Abgeordneten um den Verstand zu schreiben, den sie vielleicht haben, indem die „interne“ und die „externe Nachhaltigkeit“ eingeführt werden:

„Für die politische Bewertung der Programme ist dies von entscheidender Bedeutung. Denn vor diesem Hintergrund wäre es missverständlich, die Bundesprogramme und ihre Wirksamkeit allein daran zu beurteilen, in welchem Umfang sie dazu beigetragen haben könnten, den politischen Extremismus vor Ort zu reduzieren und demokratisches Handeln anzuregen – u. U. auch noch gemessen an den Wahlergebnissen extremistischer Parteien oder an den Zahlen politisch motivierter Straftaten. Stattdessen ist der Erfolg der Programme daran zu beurteilen, inwiefern es ihnen gelungen ist, der entsprechenden Fachpraxis neue und bewährte Strategien und Arbeitsformen zur Prävention gegen politischen Extremismus und zur Demokratieförderung zur Verfügung zu stellen, neue Zielgruppen für die Themen zu sensibilisieren und zu erreichen und nachhaltig die Ansätze in den Regelsystemen wie Schule und Ausbildung zu verankern.“

Nuts in BedlamOb Bundesprogramme, die der Prävention von Extremismus dienen, ihrem Zweck, also der Prävention von Extremismus, auch dienen, kann, so steht hier zu lesen, nicht dadurch entschieden werden, dass analysiert wird, ob die Programme, die zur Prävention von Extremismus dienen auch Extremismus verhindert oder gar verringert haben. Das ist zu schnöde, denn die Bundesprogramme, die dem Zweck dienen, Extremismus zu bekämpfen, sind nur sehr mittelbar mit diesem Zweck befasst, dienen in erster Linie dazu, Personen, die gerne bekämpfen würden, in ihrem Ansinnen zu unterstützen und ihnen die Gelegenheit zu geben, Erfahrungen zu machen und sich zu überlegen, was man denn tun könnte, um Extremismus zu bekämpfen. Kurz: Ziel von Bundesprogrammen ist es nicht, Extremismus zu bekämpfen, selbst dann nicht, wenn das ihr erklärter Zweck ist, Ziel und Zweck ist es, Kämpfer gegen Extremismus zu gewinnen und zu bezahlen, unabhängig davon, ob die Kämpfer auch bekämpfen, was sie bekämpfen wollen. Das wird im Hinblick auf die bereits erwähnte „externe“ und „interne Nachhaltigkeit“ besonders deutlich:

„Dabei kann zwischen „interner“ und „externer“ Nachhaltigkeit unterschieden werden. Während „interne Nachhaltigkeit“ (Verstetigung) sowohl die problemadäquate Entwicklung und Etablierung von Strukturen und Verfahren beim Projektträger umfasst, bezeichnet „externe Nachhaltigkeit“ (Übertragung) die Diffusion der implementierten Innovation in den externen Umweltbereich des Trägers (Multiplikator- und Modellwirkung).“

Interne Nachhaltigkeit ist dann geschaffen, wenn es gelungen ist, ein Netzwerk von Nutznießern, die ihren Lebensunterhalt auf Kosten von Steuerzahlern mit dem Entwickeln von Ideen zur Bekämpfung von Extremismus bestreiten, Ideen, die etwas bringen oder eben nichts bringen, aufzustellen. Externe Nachhaltigkeit ist dann erreicht, wenn die Ideen, die ein solcher Kämpfer entwickelt hat, von einem anderen Kämpfer für so gut gehalten wird, dass er sie aufgreift und ebenfalls umsetzt, abermals unabhängig davon, ob die Idee auch nur im Entferntesten dem Erreichen des Zwecks dient, für den die Steuerzahler gemolken werden.

Das steht sehr offen im Verdummungsversuch für Bundestagsabgeordnete:

„Interne Nachhaltigkeit liegt also vor, wenn die Maßnahme bzw. Teile der Maßnahme des (ehemaligen) Modellprojekts beim Träger fortgesetzt werden […];
Externe Nachhaltigkeit liegt damit vor, wenn die Maßnahme bzw. Teile der Maßnahme des (ehemaligen) Modellprojekts von anderen Trägern fortgesetzt werden…“

Der Zweck der Förderung von Projekten, die der Bekämpfung von Extremismus dienen, ist somit dann erreicht, wenn die Projekte oder Teile der Projekte bei dem Träger, der sie angeboten hat, weitergeführt werden, was sie dann werden, wenn sie weiterhin vom BMFSFJ gefördert werden (interne Nachhaltigkeit). Ob das Zynismus ist oder dafür spricht, dass man im BMFSFJ Bundestagsabgeordnete für geistig behindert hält oder beides, wissen wir nicht. Externe Nachhaltigkeit ist dann erreicht, wenn ein anderer Träger das Projekt kopiert und eine entsprechende Förderung, vermutlich wieder vom BMFSFJ erhält. Wenn jemand nach einem sich selbst erhaltenden System gesucht hat. Hier ist eines!

Naja, es ist ein sich fast selbsterhaltendes System, denn die Qualität der Ideen, die in den Projekten zur Bekämpfung des Extremismus, die gar nicht dem Zweck der Bekämpfung von Extremismus dienen, entwickelt werden, ist so schlecht, dass selbst das Füllhorn im BMFSFJ zuweilen die Ausschüttung verweigert:

„Insgesamt gingen von den in VIELFALT TUT GUT geförderten Modellprojekten nachhaltige Effekte aus. Dies gilt in erster Linie für die Verbreitung von Ergebnissen und Erfahrungen, und zwar sowohl trägerintern als auch extern. Auch die Fortführung von Maßnahmen oder Teilen von Maßnahmen, die im Rahmen von Modellprojekten entwickelt wurden, gelingt häufig, insbesondere intern, aber auch für die trägerexterne Weiterführung durch Dritte. [Einen Satz weiter folgt der Widerspruch:] Eine eher geringe Weiterverbreitung zeigt sich bei der Frühen Prävention bezüglich der internen Fortführung und in der Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen bezogen auf die externe Fortführung.“

In Deutsch: Am Ende jedes Projekts steht ein Projektbericht voller Erfahrungen, der potentiell gelesen werden kann, in der Regel aber nicht gelesen wird und in einem Archiv verschwindet. Zuweilen gelingt es dem Träger eines Projekts, die Weiterförderung des Projekts zu erreichen, durch das BMFSFJ, dann ist nach der Nomenklatur aus diesem Ministerium interne Nachhaltigkeit erreicht, was eine gewisse Logik hat, denn die Projektmitarbeiter werden weiterhin von Steuerzahlern ausgehalten, auch wenn weiterhin keinerlei benennbarer Effekt auf tatsächlich existierenden Extremismus ausgeht. Dritte lassen sich nicht für eine unabhängige Finanzierung der Projekte gewinnen, so dass die „externe Nachhaltigkeit“ (Weiterführung durch andere Träger) wohl nur dann gewährleistet ist, wenn die anderen Träger durch ein anderes Ministerium (z.B. das für Justiz) oder das BMFSFJ gefördert werden.

idiotentestExtremismus im Bericht des BMFSFJ meint natürlich vornehmlich Rechtsextremismus. Zwar gibt es 14 Modellprojekte, die sich dem „Themenbereich ‚Linksextremismus‘“ gewidmet haben, diese sind jedoch auf Schwierigkeiten gestoßen, da Linksextremisten wohl im Gegensatz zu Rechtsextremisten nicht als Linksextremisten bezeichnet werden wollen, während Rechtsextremisten wohl nichts dabei finden, als Rechtsextremisten bezeichnet zu werden oder bislang noch keinerlei Kontaktaufnahme in den mehr als 400 Projekten gegen Rechtsextremismus mit Rechtsextremisten erfolgt ist, weil die Schwerpunkte ja auf interner und externer Nachhaltigkeit und nicht auf Prävention von Extremismus liegen. Wie beim Rechtsextremismus so gibt es zwar auch für Linksextremismus keine fertigen Rezepte zu dessen Prävention. Im Gegensatz zu Rechtsextremismus stellt die Prävention von Linksextremismus jedoch Neuland dar, denn es gibt keine Meute von Organisationen, die sich seit Jahren ein Auskommen auf Kosten der Steuerzahler dadurch verschafft, dass sie zwar nicht Extremismus bekämpft, aber interne und externe Nachhaltigkeit für die Stellen, die den eigenen und den Lebensunterhalt der Kumpel sichern, schafft. Diese nepotistischen Strukturen gibt es für die Bekämpfung von Linksextremismus noch nicht. Deshalb wird Neuland betreten, vor allem dadurch dass überlegt wird, wie man das Neuland betreten könnte, wenn man es denn betreten wollte, wobei das Ergebnis vorzuweisen ist, dass es besser ist, von „linksaffinen Jugendkulturen“ als von Linksextremisten zu sprechen. Wer es nicht glaubt, der möge auf Seite 16 nachlesen.

Schließlich gibt es noch 22 Modellprojekte zu Islamismus. Was dort geschieht, kann niemand wirklich sagen. Irgendwie geht es um irgendetwas, wobei das Irgendetwas durch irgendwelche Bezüge zu einem Programmgegenstand gemacht wird. Im O-Ton:

„Ausgehend von dieser Ausgangssituation nahmen die geförderten Projekte sowohl in den Problembeschreibungen als auch in der pädagogischen Praxis auf verschiedene Weise und in unterschiedlicher Intensität auf islamistischen Extremismus Bezug. Im Hinblick auf die je individuelle Problemaneignung bewegten sich die Projekte im Wesentlichen auf einem Kontinuum zwischen der direkten Bezugnahme auf den durch das Programm vorgegebenen Programmgegenstand („islamistischer Extremismus“) einerseits und einer (unterschiedlich stark ausgeprägten) Modifikation desselben andererseits.“

Selbst Habermas hätte Schwierigkeiten, diesen Quatsch mit Sinn zu füllen.

Diese Unterrichtung der Bundestagsabgeordneten durch das BMFSFJ ist ein Härtetest. Wenn man Bundestagsabgeordneten verkaufen kann, dass Bundesprogramme zur Prävention von Extremismus (also Rechtsextremismus) nicht dazu dienen, Extremismus zu verhindern, sondern dazu, interne Nachhaltigkeit (die Projektnehmer können mehrere Jahre von dem Projekt leben) und externe Nachhaltigkeit (die Projektnehmer und andere Projektnehmer können mehrere Jahre von dem Projekt leben) zu schaffen und wenn man ihnen sprachlichen Unsinn wie den gerade zitierten unterschieben kann, ohne dass sich ein Sturm der Entrüstung erhebt, dann muss man wohl feststellen, dass Bundestagsabgeordnete dumm sind und weit unter dem Durchschnitt rangieren, der für eine Gesellschaft im Hinblick auf die Verteilung von Intelligenz normal ist.

Rossi EvaluationEvaluationsforschung als wissenschaftliche Disziplin, die mit der Wirkung von Maßnahmen oder Interventionen, von Projekten beschäftigt ist, hat bislang eine Vielzahl von Operationalisierungen zur Messung von Erfolg bzw. Misserfolg der entsprechenden Projekte gesammelt: Eine Reduzierung des Interventionsgegenstands oder dessen Vermehrung, eine Veränderung im Hinblick auf einen Maßnahmegegenstand, eine irgendwie geartete Veränderung in der Realität, die einen DIREKTEN BEZUG zum Maßnahmegegenstand aufweist, das sind die Variablen, die Wissenschaftlern einfallen, wenn es darum geht, die Effizienz und Wirksamkeit von Projekten zu analysieren. Dass man deren Wirksamkeit auch danach bemessen könnte, ob die Zahl der Günstlinge, die von den Projekten leben, gestiegen ist und ob es Best Practice Projekte gibt, auf deren Grundlage gleich ganze Rudel von Günstlingen in den Genuss einer Förderung aus Steuergeldern gelangen können, ist eine Idee, auf die man wohl nur kommen kann, wenn politische Korruption zur Normalität geworden ist.


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Wollt Ihr den Totalen Grünen Staat?: Grüne verbreiten Lügen in Bundestags-Drucksache 18/12644

Theodor Adorno, dessen Name aufgrund historischer Zufälle ausgerechnet mit einer quantitativen Studie, deren Ziel die Erklärung der Unterstützung, wie sie extremistische Organisationen wie die NSDAP darstellen, verbunden ist, wird deshalb unweigerlich genannt, wenn es um die Autoritäre Persönlichkeit geht.

Studien AdornoDie Autoritäre Persönlichkeit, das ist eine defizitäre Persönlichkeit, deren Versuch, eine soziale Bindung zu finden und nach außen als Persönlichkeit zu erscheinen, regelmäßig in den Armen der Anbieter von Extremismus endet. Für Adorno, Frenkel-Brunswick, Levinson und Sanford waren diese Anbieter vornehmlich auf der rechten Seite des politischen Spektrums zu finden.

Eine falsche Überzeugung, wie sich in der Folge gezeigt hat (nicht nur durch die Untersuchungen von Milton Rokeach). Extremismus finden sich auf der linken Seite des politischen Spektrums mindestens so häufig wie auf der rechten Seite des politischen Spektrums, vermutlich findet er sich häufiger und daher kann man begründet annehmen, dass die Anzahl autoritärer Persönlichkeiten auf der linken Seite größer ist, als auf der rechten Seite.

Ein Aspekt, der autoritären Persönlichkeiten besonders auszeichnet, ist eine kognitive Störung, die man unter Rückgriff auf Festinger als Ausschlussverfahren für Informationen, die der eigenen Überzeugung widersprechen, bezeichnen kann. Das Alleinstellungsmerkmal, das nach unserer Ansicht in diesem Punkt Linke von Rechten trennt, besteht darin, dass Rechte Informationen passiv konsumieren und Informationen, die von ihrer Überzeugung abweichen, schlicht ignorieren, während Linke, ihrem intellektuellen Anspruch entsprechend, versuchen, abweichende Informationen zu beseitigen, entweder dadurch, dass sie die Verbreiter abweichender Informationen mundtot oder anderweitig sozial tot machen oder dadurch, dass sie ein gesellschaftliches Klima zu etablieren versuchen, in dem abweichende Informationen gar nicht erst auftauchen können.

Die Mittel der rekonstruktiven Sozialforschung, die Ralf Bohnsack in seinem kleinen Bändchen mit eben diesem Titel beschreibt, insbesondere seine dokumentarische Methode, sind geeignen, um darzustellen, wie die Grünen die Wahrheit unterdrücken, wie sie lügen, um ihre Überzeugung als einzig richtige Überzeugung hinstellen zu können.

logo_bundestagDie entsprechende Methode der grün autoritären Persönlichkeiten, wie man wohl feststellen muss, sind in der „Kleinen Anfrage der Abgeordneten Monika Lazar, Özcan Mutlu, Luise Amtsberg, Volker Beck (Köln), Katja Keul, Renate Künast, Irene Mihalic, Dr. Konstantin von Notz, Tabea Rößner, Elisabeth Scharfenberg, Ulle [kein Tippfehler] Schauws, Hans-Christian Ströbele und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN“ verewigt.

Die Anfrage ist ein Paradebeispiel dafür, wie linke autoritäre Persönlichkeiten versuchen, Informationen und Handlungen, die ihnen nicht gefallen, auszuschalten, um sich ihre eigene kleine faschistische Welt zu bauen, in der sich nur Klone von ihnen finden.

Die Anfrage hat „Mixed-Martial-Arts (MMA)“, also Kampfsport zum Gegenstand und somit etwas, was Grünen nicht passt. Wer sich die Grünen Abgeordneten zu Gemüt führt, hat sicher keine Probleme festzustellen, warum die entsprechenden Abgeordneten an dem Ausdruck, den Maskulinität und Körperbeherrschung in Mixed-Martial-Arts finden, keinen Gefallen finden können.

Nun belassen es linke autoritäre Persönlichkeiten nicht dabei festzustellen, dass Mixed-Martial-Arts eben nicht ihr Ding sind. Nein, linke autoritäre Persönlichkeiten wollen nicht, dass es etwas, was nicht ihr Ding ist, gibt. Entsprechend versuchen sie, die Mixed-Martial-Arts zu diskreditieren.

Wie tut man das heute?

ultimate fighting

Mixed-Martial Arts

Indem man behauptet oder besser: insinuiert, denn zu mehr reicht gewöhnlich der Mut nicht, dass Mixed-Martial-Arts vornehmlich, ausschließlich oder doch in weiten Teilen von Rechtsextremen betrieben werden.

Warum sollen ausgerechnet Rechtsextreme sich mit Kampfsport beschäftigen, der im fernen Asien entwickelt wurde, also durch und durch „undeutsch“ ist?

Die Antwort, abermals insinuiert, findet sich im Kleinen Antrag der Grünen in der Aussage, dass das „Ziel bei MMA ‚anders als in allen anderen Kampfsportarten, offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ sei.

Können Sie das autoritäre Gehirn bei der Arbeit sehen? Es darauf anzulegen, andere zu verletzten, Kampfsport, Ziel: Den Gegner zu schädigen. Das kann nur rechts sein. Denn Rechtsextreme wollen vor allem Menschen körperlich verletzten. Das ist das Narrativ, das Grüne gerne durchsetzen würden:

Mixed-Martial-Arts-Sportler sind Rechtsextreme, die ihren Kampfsport erlernen, um im Straßenkampf die Grünen und die anderen Linken zu verprügeln und an der Gesundheit zu schädigen. Und auch wenn ein einfacher Blick auf Grüne den Schluss zur Folge hat, dass man kaum Martial-Arts kundig sein muss, um Grüne zu verprügeln, hat dieses Narrativ, dass Rechte extra Kampfsport lernen, um Linke und Grüne zu verprügeln, etwas, was das Ego von Grünen Anfrageschreibern scheinbar wachsen lässt.

Wir halten fest: Die Kleine Anfrage beginnt damit, dass Grüne, wie sie die Welt so durchwühlen, auf etwas treffen, was ihnen nicht gefällt: Mix-Martial-Arts. Weil ihnen Mixed-Martial-Arts nicht gefallen (Stimulus), folgt die Feststellung (Reflex) auf dem Fuße, dass es sich bei Mixed-Martial-Arts um eine rechtsextreme Betätigung handeln müsse, insbesondere, weil Mixed-Martial Arts „anders als“ alle „anderen Kampfsportarten … offen und ausschließlich auf die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ ausgerichtet seien.

Offensichtlich hängt das Grüne Weltbild daran, dass man Mixed-Martial-Arts Kämpfer als Rechtsextreme disqualifizieren kann. Und diese Disqualifikation bedarf der Feststellung, dass Mix-Martial-Arts „ausschließlich auf die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ ausgerichtet sind, eine Behauptung, die die Grünen im Bundestag der Bundesärztekammer zuschreiben. 2010, so schreiben die Grünen, hätte die Bundesärztekammer diese Aussage getätigt, diese Aussage, die so gut zu den Vorurteilen passt, die die Grünen gerne in Mixed-Martial-Arts objektivieren würden.

Und so liest sich die Grüne Behauptung im Original:

„MMA ist umstritten. 2010 forderte die Bundesärztekammer ein Verbot aller „Ultimate Fighting“-Events (Kampfserie eines US-MMA-Verbandes) in Deutschland, da das Ziel bei MMA „anders als in allen anderen Kampfsportarten, offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben“ sei (vgl. http://www.welt.de/sport/article145458446/Nichts-fuer-Assis-die-Rentnerins-Koma-pruegeln.html). Die bayerische Landeszentrale für neue Medien verbot 2010 eine Übertragung im deutschen Fernsehen. Dieses Verbot wurde 2014 gerichtlich gekippt.”

Alles Lüge; wie ein wenig Recherche zu Tage fördert, denn die Bundesärztekammer war genötigt, die entsprechende Aussage zu widerrufen, öffentlich und mit der folgenden Stellungnahme:

Baerztekammer Unterlassungserklaerung„Auf den Internetseiten der Bundesärztekammer (www.bundesaerztekammer.de) unter der Rubrik „113. Deutscher Ärztetag“, im Beschlussprotokoll zum 113. Deutschen Ärztetag sowie im Rahmen einer Pressemitteilung vom 14. Mai 2010 fordert die Bundesärztekammer gestützt auf eine Entschließung des Deutschen Ärztetags im Rahmen des Antrags Drucksache V – 128 das „Verbot der „Ultimate Fighting“-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung“.

In diesen Dokumenten sind die nachfolgenden Behauptungen enthalten, die hiermit als unwahr widerrufen werden. Zudem wird die Entschließung des 113. Deutschen Ärztetages zur Drucksache V 128 „Verbot der „Ultimate Fighting“-Veranstaltungen und ihrer TV-Übertragung“ insoweit aufgehoben.

Die unwahren Tatsachenbehauptungen sind im Einzelnen, dass:

• das Ziel von „Ultimate Fighting“ Veranstaltungen – anders als in allen Kampfsportarten – offen und ausschließlich die Verletzung des Gegners an Körper, Gesundheit und Leben ist;

• ein Kampf in der Regel solange weitergeführt wird, bis ein Kämpfer regungslos liegen bleibt;

• es sich bei UFC-Veranstaltungen um Kampfveranstaltungen handelt, bei denen es ausschließlich darum geht, dem Gegner Verletzungen an Körper, Gesundheit und Leben zuzufügen, bis er regungslos am Boden liegt;

• die Abgrenzung zu anderen Sportarten anhand der Frage, ob eine Betätigung auf die Körperverletzung abzielt, klar zu treffen ist;

• bei derartigen Veranstaltungen in der Regel schwere Verletzungen des Kopfes, innerer Organe und des Bewegungsapparates herbeigeführt werden;

• Todesfälle in der Folge derartiger Kämpfe vielfach aufgetreten sind;

• sich die Kämpfer in der Regel schwere Verletzungen des Kopfes, der inneren Organe und des Bewegungsapparates zufügen – oft auch bis zum Tod;

• es in Deutschland bislang nur vereinzelte Versuche, solche Veranstaltungen abzuhalten gegeben hat, die bis auf eine von den Ordnungsbehörden verhindert werden konnte;

• die Bayerische Landesmedienzentrale am 19.3.2010 dem Sender DSF die Genehmigung entzogen hat, weiter solche Veranstaltungen auszustrahlen;

• der Deutsche Ärztetag in derartigen Aufführungen die zielgerichtete und absichtliche Herbeiführung eines sog. Polytraumas sieht, die auch nicht durch eine zuvor erklärte Einwilligung des Verletzten in seine eventuelle Verletzung erlaubt sein kann; sowie

• gerade die in der Rechtssprechung zum ärztlichen Heileingriff entwickelten Anforderungen an die notwendige Aufklärung es ausschließen, dass den Kämpfern zuvor die möglichen Verletzungsfolgen (z. B. Blindheit, Querschnittslähmung) hinreichend deutlich gemacht worden sein können.“

Es ist schon erstaunlich, welche Lügenwerke auf Ärztetagen als Entschließung verabschiedet werden.

tennessee-williams-dramatist-the-only-thing-worse-than-a-liar-is-aWer die Unterlassungserklärung genau liest, stellt fest, dass alle zitierten Aussagen, die die oben genannten Grünen in der aktuellen Bundestagsdrucksache 18/12644 machen, falsch sind. Die Bundesärztekammer hat die von den Grünen als wahr zitierte Aussage öffentlich widerrufen und als unwahr gekennzeichnet und die Aussage, nach der die bayerische Landesmedienzentrale eine Übertragung von Mixed-Martial Arts im Deutschen Fernsehen verboten hat, ist ebenfalls eine Lüge.

Der Antrag der Grünen zum brennenden Thema der Mixed-Martial-Arts enthält somit zwei Lügen. Scheinbar heiligen Lügen als Mittel den Grünen Zweck.

Ganz nebenbei geben die Grünen noch einen tiefen Einblick, in ihren autoritär Persönlichkeitsabgrund. „Dieses Verbot wurde 2014 gerichtlich gekippt“, so lautet die verräterische Formulierung, in der alle grüne Verachtung für richterliche Entscheidungen, die den grünen Überzeugungen widersprechen, zum Ausdruck kommt.

Wer also bei der Bundestagswahl Grüne wählt, der kann sicher sein, dass kein Bereich seines Lebens mehr vor Grünen Übergriffen, die auch mit Lügen gerechtfertigt werden, sicher ist.

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1.3 Millionen Euro in Wertpapieren: Verstößt Amadeu-Antonio-Stiftung gegen Steuerrecht?

Stolz präsentiert die Amadeu-Antonio-Stiftung auf ihrer Webseite den Bescheid des Finanzamts Weinheim vom 19. September 2016, auf dem die Gemeinnützigkeit der Stiftung anerkannt und die daraus folgende Steuerbegünstigung festgestellt wird.

Etwas zusammensuchen muss man sich die rudimentären Angaben, die die Stiftung als Bilanz bezeichnet und jährlich von der Breiler und Schnabel OHG in Frankfurt am Main absegnen lässt. Eigentlich hätten wir die verstreuten Rudimentär-Bilanzen gar nicht zusammengesucht, wäre nicht ein ärgerlicher Leser mit dem folgenden Tweet zu uns gekommen:

 

Die Stiftungs-Tweeter wollen also den Anschein erwecken, sie würden nicht am Tropf der Steuerzahler hängen. Dieser Versuch, Fake-Tweets zu verbreiten, ist schnell beseitigt, steht doch bei der AAS-Stiftung zu lesen:

„Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zahlungen mehr als 10 Prozent des Gesamtjahresbudgets ausmachen
– Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: http://www.bmfsfj.de
– Dreilinden – Gesellschaft für gemeinnütziges Privatkapital mbH: http://www.dreilinden.org
– Freudenberg Stiftung: http://www.freudenbergstiftung.de“

aas_geld-oder-bustDer alte Trick der Buchhalter, die Herkunft von Mitteln hinter „mehr als“ zu verschleiern und den Wert von „mehr als“, sehr tief zu setzen, hat zur Folge, dass man die Mittel, die vom BMFSFJ an die AAS-Stiftung überwiesen werden, nur als irgendwo zwischen 11% und 78% des Gesamtbudgets bestimmen kann. Aber das reicht, um die Stiftung als eine, die am Tropf der Steuerzahler hängt, zu identifizieren und die Stiftungs-Tweeter, was die Herkunft des Geldes angeht, das benutzt wird, um sie zu unterhalten, aufzuklären.

Wie wir so durch die Bilanzen gescannt haben, also das, was als Bilanz gelten soll, ist uns zum einen aufgefallen, dass das Stiftungskapital seit 2009 um 47% angewachsen ist, nämlich von 343.700 Euro im Jahr 2009 auf 504.700 Euro im Jahr 2015, dem letzten Jahr, für den ein Nachweis vorliegt.

Noch dramatischer fällt das Anwachsen der Wertpapierguthaben und des Anlagevermögens der gemeinnützigen Stiftung aus, die zwar Gewinn in beschränktem Maße machen darf, für die jedoch das Gebot der zeitnahen Mittelverwendung gilt: § 55 Abs. 1 Nr. 5 der Abgabenordnung besagt, dass gemeinnützige Körperschaften wie die AAS-Stiftung ihre Mittel zeitnah ausgeben müssen, wobei zeitnah in der Regel mit gut einem Kalenderjahr übersetzt wird. Dass eine Stiftung in Wertpapiere, also Aktien, Fonds, Obligationen, Swaps, Futures oder sonstige Spekulationsinstrumente investiert, um einen Gewinn zu machen, ist nicht wirklich in § 55 Abs. 1 Nr. 5 AO vorgesehen. Ebenso wenig ist vorgesehen, dass eine Stiftung, die als gemeinnützig anerkannt ist, ein finanzielles Fettpolster ansammelt, wie dies die AAS-Stiftung getan hat.

Wir haben die Daten für die letzten sieben Jahre zusammengesammelt. Die folgende Abbildung ist das Ergebnis:

AAS-Stiftung Finanzanlagen

Wie es mit § 55 Abs. 1 Nr. 5 der Abgabenordnung vereinbar sein soll, dass die AAS-Stiftung seit nunmehr 7 Jahren rund 400.000 Euro als Grundbestand in Finanztiteln angelegt hat, ist eine Frage, die die Weinheimer Finanzbeamten beantworten müssen.

Eine andere Frage lautet: Wie kann es sein, dass eine gemeinnützige Stiftung sich als Bank betätigt, und Ausleihungen vornimmt, Ausleihungen, die im Jahr 2014 offensichtlich aufgelöst und in Wertpapieren angelegt wurden? Das Verleihen von Geld über fünf Jahre ist kaum mit dem Status einer gemeinnützigen Stiftung in Einklang zu bringen. Die Ausleihung über fünf Jahre kaum mehr als zeitnahe Verwendung von Stiftungsgeldern anzusehen. Und ein Guthaben von 1.3 Millionen in Wertpapieren und ein Guthabenanstieg von 115% im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 ist ebenfalls mit Blick auf den § 55 Abs. 1 Nr. 5 AO nicht unproblematisch.

Aber, wie gesagt, darüber, ob hier Steuerhinterziehung vorliegt, muss ein Weinheimer Finanzbeamter befinden. Wir können nur auf die entsprechenden Fragwürdigkeiten bei der Stiftung hinweisen, deren Budget in großen Teilen aus Steuermitteln bestritten wird und deren Finanzanlagen vermutlich zu einem guten Teil auf Grundlage von Steuermitteln gebildet wurden. Insofern ist es wohl nicht nur die Tatsache, dass die AAS-Stiftung am Tropf der Steuerzahler hängt, die verschleiert werden soll …


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Deutschlandfunk: Alle Ossis sind Rechtsextreme

Ein Meisterstück gruppenbezogener Menschfeindlichkeit, das der Deutschlandfunk schon vor einigen Tagen veröffentlicht hat, ist uns heute auf den Schreibtisch gekommen. Es stammt aus der Feder von Christoph Richter, der sich offensichtlich intellektuell und kompetent genug fühlt, um alle Ossis für rechtsextrem zu erklären.

Weil sein Text wirklich ein hervorragendes Beispiel eines Journalisten ist, der von nichts eine Ahnung haben, aber dennoch Aussagen in einer Unbekümmertheit und Reichweite trifft, die die Leser ob ihrer Falschheit atemlos zurücklassen, nehmen wir uns seinen Text absatzweise vor.

junk_scienceAbsatz 1:
„Kaum war die Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zum Rechtsextremismus in Ostdeutschland verbreitet – mit dem Tenor: Der Rechtsextremismus hat ein ostdeutsches Gesicht – da waren die Abwiegler, die Relativierer zur Stelle. Es folgten die üblichen politischen Reaktionen: Nicht alle Ostdeutschen sind rechtsextrem, heißt es. Der Westen solle sich hüten, jetzt mit dem Zeigefinger auf die Ostdeutschen zu zeigen, als seien sie Schmuddelkinder, als würden in den Neuen Bundesländern permanent Flüchtlingsunterkünfte brennen.“

Die Prämisse des Absatzes lautet: Die Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung verkündet die Wahrheit über die Ostdeutschen. Sie sind alle rechtsextrem. Rechtsextremismus ist ein ostdeutsches Phänomen. Das behauptet Richter allen Ernstes (dazu kommen wir noch). Weil die Wahrheitsstudie aus Göttingen sofort „Abwiegler“ und „Relativierer“ auf den Plan gerufen hat, die darauf hingewiesen haben, dass „[n]icht alle Ostdeutschen rechtsextrem“ sind, muss man logisch schließen, dass Richter der Überzeugung ist, „Alle Ostdeutschen sind rechtsextrem“. Wäre er nicht dieser Überzeugung, er würde diejenigen, die darauf hinweisen, dass nicht alle Ostdeutschen rechtsextrem sind, nicht als Abwiegler und Relativierer bezeichnen. Richter relativiert nichts. Seine Überzeugung ist apodiktisch: Alle Ostdeutschen sind rechtsextrem. Und der Deutschlandfunk stellt Richter ein Forum bereit, um seinen Extremismus über die Ostdeutschen zu verbreiten. Denn Aussagen, die eine ganze Gruppe (die Ostdeutschen) abwerten, stellen „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ dar. Wenn es Richter nicht glaubt, er kann es bei der Amadeu-Antonio-Stiftung oder bei Andreas Zick, dem Spiritus Mentor der AAS-Stiftung nachlesen. Apodiktische Aussagen wie „alle Ostdeutschen sind rechtsextrem“, sind übrigens das Kennzeichen dummer Menschen. Intelligente Menschen wissen, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Allaussagen sich als falsch erweisen, sehr hoch ist, sehr sehr hoch. Deshalb würden wir nie behaupten, kein Mitarbeiter des Deutschlandfunks ist willens oder in der Lage, seinen Job als Journalist zu machen. Wir würden zunächst von „manchen“ sprechen.

Nächster Absatz.
„Nein, das ist nicht so. Hat auch keiner gesagt. Aber man will auch denen, die sich sofort wie Ritter für die Ostdeutschen in die Bresche schlugen, vor Augen halten, dass der Alltagsrassismus im Osten sehr verbreitet ist, auf fruchtbaren Boden fällt.“

Das „hat auch keiner gesagt“, bezieht sich auf den Konjunktiv, „als würden in Ostdeutschland permanent Flüchtlingsunterkünfte brennen“. Immerhin ist Richter bereit, zuzugestehen, dass unser aller Eindruck, nachdem in Ostdeutschland nicht ständig Flüchtlingsunterkünfte brennen, richtig ist. Allerdings ändert das nichts an seiner apodiktischen Aussage, nach der alle Ostdeutschen rechtsextrem sind. Alltagsrassismus, nennt er den Rechtsextremismus nun. Und wer anderer Ansicht ist, als Herr Richter, der ist ein Ritter, der sich für die Ostdeutschen in die Bresche schlägt. Wir (und der Duden) dachten bislang, dass man für andere in die Bresche springt. Aber das ist Deutsch. Beim Deutschlandfunkt gilt eben ein anderes, sagen wir ein falsches Deutsch.

Und weiter geht es:
„So ist es immer wieder höchst irritierend, zu beobachten, mit welcher Nonchalance auf den Straßen in Magdeburg, Dresden oder Schwerin von Asylanten, Kanaken, gar von Fidschis gesprochen wird. Warum kleiden sich ostdeutsche junge Männer gern mit der neuesten Kollektion von Thor Steinar – einem bekannten Neonazi-Label? Warum tragen beispielsweise die Mitarbeiter eines Magdeburger Wurstimbiss T-Shirts auf denen in Frakturschrift Dönerjäger steht? Soll wohl ein Scherz sein, ist aber nicht lustig. Ganz im Gegenteil.“

Fidschis, Dönerjäger und Thor Steinar in Madgedurg, Dresen oder Schwerin sind für Richter die Insignien eines ostdeutschlandweiten Rechtsextremismus. Die Thor Steinar Litanei kommt regelmäßig als Indikator für rechts, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der Eigentümer von Thor Steinar seit 2008 das Unternehmen Al-Zarooni Tureva mit Sitz in Dubai ist, oder wie es bei Wikipedia heißt: „Am 4. November 2008 wurde die MediaTex GmbH an die Al Zarooni Tureva mit Sitz in Dubai verkauft. Seitdem wird die Marke von mehreren Neonazi-Gruppen boykottiert.“

Fidschis ist übrigens die Bezeichnung für Vietnamesen, die in der DDR gängig war, denn in der DDR gab es etliche Migranten aus sozialistischen Bruderländern. Das weiß Herr Richter auch nicht (wenn man den Ostdeutschen hier etwas vorwerfen kann, dann ihre sozialistische Unbildung, die Fidji und Vietnam verwechseln lässt). Die Marke aus Dubai, die DDR-Bezeichnung für Vietnamesen und ein t-Shirt mit dem Aufdruck „Dönerjäger“ sind für Christoph Richter der Beleg dafür, dass es in Ostdeutschland eine „Überhöhung des Eigenen“ gibt, wie er im nächsten Absatz schreibt. Nun wissen wir, wie es zu derart unsäglichen Artikeln, wie dem von Richter beim Deutschlandfunk kommt. Diese Artikel stellen eine Überhöhung des Eigenen dar. Richter ist tatsächlich der Ansicht, er sei nicht nur kompetent, sondern auch intellektuell in der Lage, etwas über Rechtsextremismus in Ostdeutschland zu schreiben. Derartige Überhöhungen eigener Fähigkeiten müssen notwendig ins Unheil führen. Und so kommt es auch:

„An diesen Beispielen kommt die „Überhöhung des Eigenen“, wie die Forscher in der Studie ausführen, deutlich zum Ausdruck. Sie sagen: Der Rechtsextremismus ist ein Erbe der DDR, wo es keine Migranten gab, weshalb die Ostdeutschen mit Fremden nicht klar kommen beziehungsweise für extreme Tendenzen anfällig sind: Kein gerade neuer Befund, eine allseits bekannte Zustandsbeschreibung. Die x-te Studie zum Thema.”

sinus-studie“Der Rechtsextremismus als solcher ist ein Erbe der DDR, wo es keine Migranten gab, weshalb die Ostdeutschen mit Fremden nicht klar kommen …“ Das muss man sich nach rund 60 Jahren westdeutscher Rechtsextremismus-Forschung, bei der schon Ende der 1970er Jahre verkündet wurde, dass 5 Millionen WESTDEUTSCHE ihren Führer wiederhaben wollten, auf der Zunge zergehen lassen, vor allem, weil Westdeutsche, die mangels ostdeutscher Beschuldigter, so lange die DDR in situ war, der einzige Gegenstand der Forschung für westdeutsche Rechtsextremismuskundige waren: Westdeutschland mit seinen vielen Gastarbeitern, die damals als Ursache für den westdeutschen Rechtsextremismus angegeben wurden; Westdeutscher Rechtsextremismus schien den damals Forschenden gerade ein Ergebnis davon zu sein, dass es „Migranten gab“, mit denen Westdeutsche nicht klar kamen.

Aber wir lernen von Christoph Richter, dass es den westdeutschen Rechtsextremismus nie gegeben hat. Denn der Rechtsextremismus, er ist ein DDR-Erbe. Und es gibt Rechtsextremismus nur dort, wo man keine Fremden kennt, in Ostdeutschland. X-Studien, von denen Richter keine einzige nennen kann, haben dies angeblich gezeigt. Wir tendieren mit x Studien dazu, apodiktische Aussagen als Ergebnis einer Geisteskrankheit zu betrachten, auch ohne Quellenangabe.

Warum schreibt ein angeblicher Journalist wie Christoph Richter einen derartigen Blödsinn? Warum gibt ein Sender, der von Steuerzahlern, auch von ostdeutschen Steuerzahlern finanziert wird, Richter ein Forum, um für alle sichtbar zu machen, dass er das hat, was Milton Rokeach ein „closed mind“ genannt hat?

Die Antwort kommt im nächsten Absatz:
„Was es jetzt braucht, ist ein umfassendes Integrationsprogramm für die Ostdeutschen. Insbesondere auf dem platten Land fühlen sich die Ossis abgehängt, vergessen. Die Bahn, die Sparkasse, die Post, die Polizei, der Bäcker: Alle haben sich zurückgezogen. Gemeinden werden durch Gebietsreformen zu gesichtslosen Stadtgebilden, mit denen sich kaum einer identifizieren kann. Das Ergebnis: Der Politikverdruss greift um sich. Die Menschen öffnen sich den Extremisten, die da kommen und sagen, wir sind jetzt die Kümmerer.“

Die Ossis sollen für die offizielle Kümmer-Industrie als Behandlungsmasse erschlossen werden. Platt ausgedrückt könnte man sagen: Der Verdacht liegt nahe, dass der Deutschlandfunk oder Mitarbeiter des Deutschlandfunks von Vertretern der Kümmer-Industrie geschmiert wurden, um ihnen das ostdeutsche El-Dorado zu erschließen. Projekte, Maßnahmen, Aktionen, Schulungen, Tagungen, Selbsthilfegruppen, Studien, Interviews, Crash-Kurse und Workshops, das Herz der Kümmer-Industriellen es schlägt höher bei dem Gedanken, man könne alle Ostdeutschen zur Behandlungsmasse erklären, die man vom DDR-Erbe Rechtsextremismus entwöhnen müsse. Die Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg, sie ist Peanuts dagegen.

„Die Bahn, die Sparkasse, die Post, die Polizei, der Bäcker“, sie sich übrigens auch im Westen vom Land zurückgezogen. Aber das ist Richter nicht der Erwähnung wert. Er ist auf der Suche nach Dingen, die seine Überzeugung bestätigen und seinen Hass auf Ostdeutsche begründen können. Die Frage, ob denn der behauptete Einfluss, der erdachte Zusammenhang überhaupt vorhanden ist, sie interessiert ihn nicht. Er pickt ihm Passendes, nicht Korrektes. Er sucht nach Bestätigung, nicht nach Begründung. Er kommt gar nicht auf die Idee, seine angeblichen Einsichten einer Prüfung zu unterziehen. Er will nicht wissen. Er will diskreditieren!

Und dann kommt der letzte Absatz in diesem Marketing-Artikel für die Kümmer-Industrie, deren Masche darin besteht, Probleme zu erfinden, die erfundenen Probleme groß zu reden und dann Horden von Kümmerern lozuschicken, um die Probleme nicht nur flächendeckend zu verbreiten, sondern auch die Notwendigkeit dafür zu demonstrieren, dass man sich kümmert, denn: Die Probleme sind nun flächendeckend. Früher hat man das Schmarotzen genannt, heute ist es Einsatz für die Zivilgesellschaft.

Damit ist der Richter aber noch nicht am Ende.
Einen hat er noch:

„Die Landeszentralen für politische Bildung haben an dieser Stelle komplett versagt. Weshalb man jetzt auch kein weiteres Programm für Weltoffenheit und Toleranz braucht. Sondern eine groß angelegte Offensive für ein lebendiges Miteinander in der Provinz. Indem die Schulen vor Ort erhalten und nicht geschlossen werden, indem der Bus öfter als zweimal am Tag fährt. Egal ob in Tröglitz, Anklam oder Heidenau. Und da sind alle Kommunal-, und Landespolitiker gefragt, aber auch der Bund: Um aus leb- und gesichtslosen Ortschaften, aus strukturschwachen Regionen lebendige und bunte Zentren zu machen. Nur so können letztlich blühende Landschaften auch in den Herzen der Ostdeutschen entstehen.“

Wussten Sie, dass die Landeszentralen für Politische Bildung in Ostdeutschen gegründet wurden, um die Ossis vom DDR-Rechtsextremismus zu entwöhnen und sie an Fremde zu gewöhnen?

Wir auch nicht.
Savage chicken CatsScheinbar hat Richter seine ureigene Vorstellung vom Zweck der Landeszentralen für Politische Bildung. Sie sind nach seiner Ansicht Mittel zur Indoktrination. Agenten, die das, was die Richters Deutschlands für richtig halten, denen, die sich auf dem ostdeutschen Land verkrochen haben, in die Köpfe hämmern, denn das Volk ist eine tumbe Masse, die darauf wartet, von den Richtern der Welt geschröpft, beschimpft und dann behandelt zu werden, vor allem in den strukturschwachen Regionen.

Tatsächlich gibt es keinerlei Untersuchung, in der sich jemand gefragt hätte, welche Wirkung Landeszentralen für Politische Bildung überhaupt haben, sofern sie eine haben. Deshalb gibt es auch nicht einmal den Funken eines Beleges für das, was Richter hier so apodiktisch feststellt, dass Landeszentralen „komplett versagt“ hätten, und zwar im Hinblick auf eine Aufgabe, die sie gar nicht haben.

Wenn man also etwas feststellen muss, dann dass die Auswahlprozesse beim Deutschlandfunk komplett versagt haben. Dass Personen wie Richter ein Platz eingeräumt wird, an dem sie ihre Unkenntnis und ihre nicht vorhandene Kompetenz anderen apodiktisch als Wahrheit verkaufen können, ist eines der größten Versagen der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft, deren Aufgabe die Verbreitung von zuverlässiger Information, nicht von FakeNews ist und auch nicht die Belehrung oder Erziehung ihrer Konsumenten.

Die Studie aus Göttingen, die Richter zum Aufhänger nimmt, ist eine Junk Studie, wie wir hier und hier begründet haben. Sie ist zudem eine Studie, bei der man über kurz oder lang den Verdacht bekommt, dass nicht alle Interviews geführt wurden, wie die Autoren es behaupten. Aber es ist eine Studie, die Vorurteile, die bei Christoph Richter so tief eingegraben sind, dass sie keiner Veränderung zugeführt werden können, bestätigt. Deshalb findet er die Studie gut und nicht etwa, weil er über Urteilsvermögen verfügen würde, das es ihm erlaubt, die entsprechende Studie aus Göttingen nach wissenschaftlichen Kriterien zu beurteilen. Hätte er dieses Urteilsvermögen, er würde sich in der Öffentlichkeit nicht positiv auf diese Junk Studie beziehen.


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Boykottiert Ben und Jerry’s und Unilever! Gelebte Konsumentenmacht

Ein Leser von ScienceFiles hat auf die Zusammenarbeit (oder soll man nicht besser sagen: Konspiration) von Ben und Jerry’s, also von Unilever, mit der Amadeu Antonio Stiftung auf eine – wie wir finden – sehr konstruktive Art und Weise reagiert.

War es nicht ein besonderes Lieblingskind der Linken, über Boykotte zu versuchen, auf Unternehmen Einfluss zu nehmen oder Unternehmen wie BP dafür abzustrafen, dass ihnen eine Bohrinsel in die Luft geflogen ist?

Arbeitet nicht Greenpeace bis heute mit dem Drohmittel „Boykott“, um gegen Unternehmen vorzugehen, die die Ideologie von Greenpeace nicht teilen?

Nun, es ist Zeit, eine neue Seite aufzuschlagen und darauf hinzuweisen, dass diejenigen, die von Ben und Jerry’s gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung im besten Fall erzogen und im schlechtesten Fall verleumdet werden, über Konsumentenmacht verfügen. Da mit einer nicht-linken politischen Einstellung einhergeht a) seltener von Hartz-Iv zu leben, b) häufiger einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, c) regelmäßig ein über dem Durchschnitt liegendes Verdienst sowie d) eine höhere Bildung und e) eine höhere Kaufkraft zu haben als mit einer linken Einstellung, ist es an der Zeit, diese Markt- und Konsumentenmacht auch zu nutzen.

Ben und Jerry AAS

Deshalb unterstützen wir die Initiative unseres Lesers Andreas Damm: Boykottiert Ben und Jerry’s Eis, so lange das Unternehmen versucht, wie ein verhinderter Social Justice Warrior seine Konsumenten zu erziehen und solange das Unternehmen mit der Amadeu Antonio Stiftung konspiriert und erweitert den Boykott gleich auf Unilever, for good measure, also den Hersteller von Lipton Tea, von Dove, Bertolli, Carte d’Or, Knorr, Magnum, Coral und so weiter.

Nutzen Sie, was in der Forschung als six-degree of Separation bekannt ist. Sechs Bekannte reichen, um einen Brief in den USA über Bekannte von der Ost- and die Westküste zu übermitteln. Das klassische Experiment von Stanley Milgram zeigt, wie gut vernetzt Menschen sind und wie weit die Kreise sind, die ein Aufruf wie der von Andreas Damm in kurzer Zeit ziehen kann!

Und hier die Initiative von Andreas Damm, die wir zur Nachahmung empfehlen, im Original:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie machen jetzt gemeinsame Sache mit der Amadeu-Antonio-Stiftung?

Mit diesem Stasi-Verein?

Dann habe ich das letzte Mal Ihr Eis gegessen.
Denn davon bekomme ich jetzt nur noch Brechreiz.

Um zu verstehen, warum das jetzt so ist, untersuchen Sie mal, was die Amadeu-Antonio-Stiftung genau macht, und mit wem sie gemeinsame Sache macht, und wer ihr vorsteht:

Fragen Sie sich doch einmal, ob Meinungen, die vom Mainstream (was ist das eigentlich in Deutschland? Das sind von der Regierung ausgegebene Parolen, mit denen der gemeine Bürger nicht immer in Übereinstimmung stehen muß, die aber über die Staatssender ARD/ZDF/DLF und fast alle Print-Medien in Deutschland als die „EINZIGE“ Wahrheit ausgegeben werden) abweichen, sofort pauschal als „rechtsextremistisch“ kategorisiert werden und deren Urheber als „Nazis“ verunglimpft und beleidigt werden.

Im Gegenzug dazu werden Autos und Eigentum der Menschen, welche sich als Bürgerliche „outen“ und sich dazu bekennen, daß sie nichts mit linken Werten anfangen können, von linksextremen Antifa-Mitgliedern abgebrannt und zerstört.

Unter diesen bürgerlichen „Abweichlern“ (von linkem Gedankengut) macht sich mittlerweile Verunsicherung und Angst breit. – Wollen Sie das???
Dazu hört man von der Amadeu-Antonio-Stiftung NICHTS!

Solange Sie also diese unsägliche Organisation weiter unterstützen, werde ich meine Familienmitglieder, meine Freunde, Verwandten und Kollegen bitten, keine Eiskrem aus Ihrem Haus mehr zu konsumieren.

In der vagen Hoffnung, daß Sie es sich noch einmal überlegen und sich umorientieren,

verbleibe ich

mit freundlichem Gruß,

Andreas Damm

In Gier vereint? Linke Aktivisten und multinationaler Konzern wollen Gesetzgebung beeinflussen

Wenn sich Unternehmen wie z.B. Telekom instrumentalisieren lassen, um politische Ziele des Staatsfeminismus durchzusetzen, dann ist Gefahrenstufe I erreicht.

Wenn Unternehmen anfangen, sich in das Leben von Menschen einzumischen, in dem sie z.B. gegen Rechtsextremismus kämpfen und versuchen, sich als Saubermänner zu inszenieren, dann ist Gefahrenstufe II erreicht.

Wenn Unternehmen gemeinsam mit politischen Aktivisten, die von Ministerien ausgehalten werden, versuchen, die Gesetzgebung eines Landes zu beeinflussen, dann ist Gefahrenstufe III erreicht, und es ist an der Zeit, den entsprechenden Unternehmen (und den politischen Aktivisten) das Handwerk zu legen.

Es gibt die seltsamsten Allianzen.

Ben und Jerry AASDa verbünden sich linke Aktivisten mit einem multinationalen Konzern, um „für Toleranz zu werben“, um Deutsche für Flüchtlinge einzunehmen, sich für „demokratische Kultur und eine inklusive Gesellschaft“ einzusetzen und gegen den Rechtsextremismus oder –populismus und alle, die der derzeitigen Politik kritisch gegenüber stehen, Position zu beziehen.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat in diesem Sinne gemeinsam mit dem Eishersteller „Ben und Jerry’s“, eine Sommertour „One Sweet World“ durch deutsche Städte organisiert, offensichtlich in der Annahme, dass dann, wenn man sich mit einem multinationalen Konzern verbündet, man einerseits leichter Zugang zu viel Geld hat, andererseits leichter auf Seelenfang gehen kann, wenn man die beabsichtigten Opfer zuerst mit Eis abfüttert, Eis von Ben und Jerry’s, dem multinationalen Konzern, den Linke normalerweise bekämpfen, als Inbegriff von Neoliberalismus sehen.

Aber, der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, und Gier scheint jeden Graben zu überwinden, so auch den zwischen einer vermeintlichen Stiftung, die auf Kosten der Steuerzahler lebt und einem multinationalen Konzern. Und plötzlich ist beider Marketing identisch, sind beide der Ansicht, ihr jeweiliger Absatz werde durch ihre Allianz befördert.

Überhaupt ist Eishersteller Ben und Jerry’s der Held der Linken, der Toleranten und Aufgeschlossenen, die immer dann in Jubel ausbrechen, wenn man sie mit ihren eigenen Überzeugungen ködert. So bejubelt Bento, das „Jugendportal des Spiegel“, eine Aktion von Ben und Jerry’s, mit der Druck auf deutsche Parlamentarier ausgeübt werden soll, um die Ehe für alle durchzusetzen:

Ben und Jerry ehe„Kaum zu glauben, dass Deutschland immer noch hinterherhinkt in Sachen Gleichberechtigung, Freiheit und Gerechtigkeit. Höchste Zeit das endlich zu ändern! Deshalb mach mit! Fordere auch deine Abgeordneten auf, noch vor der Wahl zu handeln und eine offene Abstimmung im Bundestag durchzuführen. In weniger als 30 Sekunden kannst du einen großen Unterschied für viele Liebende machen, indem du direkt die Entscheidungsträger bei diesem Thema zum Handeln aufforderst.
Wir unterstützen die Initiative EHE FÜR ALLE und haben darum ihren Messenger auf unserer Seite eingebaut. Mach jetzt mit und sag “Yes, I Dough” zur Ehe für alle.“

Ob der Jubel bei Bento genau so groß wäre, wenn Ben und Jerry’s Lobbyisten im Bundestag bezahlen würde, deren Zweck darin besteht, die Steuern, die der Konzern, zu dem Ben und Jerry’s gehört, in Deutschland zahlt, zu reduzieren? Vermutlich nicht. Vermutlich würde der Jubel zur Empörung. Das Beispiel zeigt, wie einfach es ist, den deutschen Michel durch die Manage zu führen und das Marketing mit einfachen Mitteln so zu strukturieren, dass es dem Zeitgeist entspricht. So gelingt es Ben und Jerry’s gemeinsame Sache mit politischen Aktivisten zu machen und naive Linke, naive junge Menschen und gierige Stiftungen vor den eigenen Karren zu spannen.

Und so kommt es, dass das Bundesministerium für FSFJ eine Stiftung finanziert, die das Marketing für Ben und Jerry’s übernommen hat, um der Marke Glaubwürdigkeit als Social Justice Warrior zu verleihen und Zugang zum Markt der Naiven zu verschaffen, zu jenem Markt, auf dem man behaupten muss, man sei tolerant, für Homosexuelle, für Flüchtlinge, gegen Rechte, um positiv bewertet und gekauft zu werden.

Ben und Jerry’s, das Unternehmen, das sich so gerne als Zweimann-Gründung aus Vermont in den USA darstellt, es gehört seit 2000 dem Unilever-Konzern, einem multinationalen Konzern mit einem Umsatz von 52,7 Milliarden Euro. Unilever ist nicht nur ein multinationaler Konzern, Unilever hat auch eine Marketingabteilung, die weiß, welche Überzeugungen man mit welchen Produkten bedienen muss, um Absatz zu finden.

Ben und Jerry’s ist für Toleranz zuständig.
Dove Men für richtige Männer.
Und Cif reinigt ganze Länder von der gesellschaftlichen Verschmutzung,

Marketing bei Unilever:

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Amadeu-Antonio-Stiftung und ARD: Eine „unheilige“ Verbindung zur Dämonisierung Andersdenkender

Es liegt ganz offenkundig nach Ansicht der Redakteure der ARD im Auftrag des Senders, seine Leser, Seher und Hörer zu erziehen. Der öffentlich-rechtliche Sender maßt sich einen Erziehungsauftrag an. Im Zentrum steht: Der Umgang im Netz, nicht etwa der Umgang der ARD-Mitarbeiter mit denen, die sie bezahlen, sondern der Umgang, genauer der Umgangston Letzterer untereinander und mit den ARD-Mitarbeitern.

Der Umgangston, so tönt es seit Monaten aus den öffentlich-rechtlichen Lautsprechern, er sei rüde, nicht mehr zu tolerieren, sei Hate Speech.

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Hate Speech, so erklärt die ARD ihren Kunden unter Rückgriff auf die Amadeu-Antonio-Stiftung, sei eine Abwertung von Menschen wegen Religion, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht und Sexualität, ganz so, als hätte es solche Abwertungen vor der Erfindung der Hate Speech gar nicht gegeben. Wenn demnach Kai Küstner vom Wutschrei der weißen Männer schreibt, die von der Globalisierung vergessen wurden, um auf diese Weise die Wähler von Donald Trump oder diejenigen, die im UK für einen Brexit gestimmt haben, abzuwerten, dann handelt es sich hierbei nach der Definition der ARD um Hate Speech.

Nur: Kai Küstner hat seine Hate Speech in der ARD verbreitet.

Vielleicht sollte man bei der ARD noch einmal in sich gehen und überlegen, ob die versuchte Belehrung und der Versuch der Erziehung der Zwangskunden der richtige Weg sind.

Aber nicht nur deshalb, weil die Definition von Hate Speech, die die ARD verbreiten will, den öffentlich-rechtlichen Erziehern auf die eigenen Füße fallen könnte, ist Denken angesagt, auch, weil die von der Amadeu-Antonio-Stiftung zusammengestellten Beispiele für Hate Speech an Dummheit nicht zu übertreffen sind, so dass man geneigt sein könnte zu denken, wer versucht mit einem derartigen Unsinn seine Kunden zu erziehen, der kann nicht alle Tassen im Schrank haben.

Vier Formen der Abwertung von anderen haben die Spezialisten der Amadeu-Antonio-Stiftung identifiziert, Spezialisten, die so spezialisiert sind, dass niemand ihre Qualifikationen angeben kann:

Dämonisierung: „Muslime sind das größte Übel der Welt“;
Verallgemeinerung: „Alle Griechen sind faul“;
Unterstellung: „Migranten willkommen, wenn sie sich an das Gesetz halten“;
Sprache; „Schwuchtel, Schlitzauge“;

Das sind nun vier Begriffe, die an Allgemeinheit kaum zu überbieten sind, wobei insbesondere die Dämonisierung in letzter Zeit als Begriff eine Art „Trend“ geworden ist.

Teufelspakt_Faust-Mephisto,_Julius_NisleDämonisierung liegt dann vor, wenn man einer Gruppe oder einer Person mystische Eigenschaften zuschreibt. Weil nach dem Stereotyp, dem bei der Amadeu-Antonio-Stiftung gehuldigt wird, ein Dämon immer nur Böses im Schilde führen kann, ist Dämonisierung die Zuschreibung mystischer negativer Eigenschaften. Vorbild für diese doch etwas enge Definition von Dämonisierung ist offensichtlich der Ausspruch von Heinrich von Treitschke: „Die Juden sind unser Unglück“, den der Stürmer Jahre später übernommen hat. Die moderne Variante einer solchen „Dämonisierung“ wie die AAS-Stiftung meint, lautet: „Muslime sind das größte Übel der Welt“.

Nun sind beide Sätze keine Dämonisierung, sondern eine Zuschreibung, die völlig ohne mystische Elemente auskommt. Dämonisierung unterstellt eine entsprechende diabolische Absicht, einen Hintergedanken, wie ihn Mephisto gehabt haben mag, als er Faust den bekannten Deal angeboten hat. Dagegen ist die Aussage „Muslime sind das größte Übel der Welt“, eine deskriptive Aussage, die man prüfen kann, einfach dadurch, dass „Übel der Welt“ operationalisiert und messbar gemacht wird, z.B. als Anzahl von Todesopfern, die im Namen einer Religion begangen werden. Mit dieser Vorgehensweise wird man schnell feststellen, dass nicht Muslime, sondern manche Muslime ein Übel darstellen, so wie manche Christen ein Übel darstellen, wobei der Unterschied darin besteht, dass niemand dann, wenn ein Deutscher einen Mord begeht, auf die Idee kommt, zu fragen, ob der entsprechende Deutsche Katholik war, um dann nach einer gewissen Häufung von sagen wir 50 Mordopfern katholischer Täter festzustellen, dass Katholiken das größte Übel der Welt sind. Tatsächlich handelt es sich bei der zitierten Aussage „Muslime sind das größte Übel der Welt“, weder um eine Dämonisierung noch um Hate Speech. Es handelt sich um eine Einschätzung, eine Meinungsäußerung, eine, die man leicht als problematisch wenn nicht falsch aufzeigen kann, warum man die entsprechende Meinung als Hate Speech abkanzeln, ja dämonisieren muss, ist eine Frage, die man wohl nur beantworten kann, wenn man das durch Steuergelder angefeuerte Hysterielevel der Mitarbeiter der AAS-Stiftung, deren Qualifikationen zur Volkserziehung immer noch nicht bekannt sind, erreicht hat.

Spiegel 2007 Islamisierung„Alle Griechen sind faul“. Nach Ansicht der ARD und dem Spiritus Rector der ARD, der AAS-Stiftung, ist die Aussage, „Alle Griechen sind faul“, Hate Speech, eine Verallgemeinerung. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Stereotyp, das nach Ansicht der meisten Sozialpsychologen, die Stereotype erforschen, erst dann ein Problem darstellt, wenn es zu einem Vorurteil über Griechen wird. Letzteres ist nicht veränderbar, während Stereotype leicht angepasst werden können, wenn z.B. ein Überzeugter von der Faulheit aller Griechen, einen fleißigen Griechen trifft. Das ist das Schöne an Allaussagen, sie sind leicht zu prüfen und bereits ein Gegenbeispiel reicht, um sie zu widerlegen. Lässt ein Überzeugter der Faulheit der Griechen auch dann nicht von seiner Überzeugung ab, wenn er mit etlichen fleißigen Griechen konfrontiert ist, dann verhält er sich wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, die alle Mitglieder der AfD über den gleichen rechtspopulistischen Kamm schert und auf diese Weise verallgemeinert. Abermals stellt sich die Frage, warum man auf Aussagen mit einer askriptiven Hysterie reagieren soll und mit Begriffen wie Hate Speech auf Stereotype und Vorurteile reagieren soll, die die Menschheit begleiten, so lange es sie gibt.

Der größte Blödsinn findet sich unter der Überschrift „Unterstellung“: Migranten willkommen, wenn sie sich an das Gesetz halten“, so lautet das Beispiel für die Hate Speech durch Unterstellung. Will die AAS-Stiftung insinuieren, dass Migranten sich nicht an Gesetze halten müssen und dennoch willkommen sind, so fragt man sich? Nein, die AAS-Stiftung will Aussagen wie die genannte verbieten, weil sie nach Ansicht der AAS-Spezialisten, deren Qualifikation als nicht vorhanden zu erkennen ist, eine Unterstellung darstellen. Wer sagt: „Migranten willkommen, wenn sie sich an das Gesetz halten“, der unterstellt, dass Migranten per se Straftäter sind, so lautet die kranke Phantasie der AAS-Mitarbeiter, die die ARD nur zu willig an ihre Kunden weiterreicht.

Spiegel 2015 unsere GriechenNun gut, dann müssen wir ab sofort die Vorauszahlung von Steuern beenden, denn durch ihr Bestehen auf Vorauszahlung unterstellen die staatlichen Finanzämter, dass Steuerzahler bei nachträglicher Bezahlung weniger versteuern würden als bei Vorabzug tun. Schilder wie: „Betreten verboten: Eltern haften für ihre Kinder“, sind völlig undenkbar, unterstellen sie doch, dass Kinder Orte betreten würden, an denen sie nichts zu suchen haben. Strafgesetze sind ebenso zu streichen, unterstellen sie doch, in Deutschland gäbe es Kriminelle. Schließlich muss die Katholische Kirche geschlossen werden, die Menschen seit Jahrtausenden unterstellt, sie seien Sünder. Angesichts dessen, was aus der AAS-Stiftung kommt und von der ARD verbreitet wird, finden wir keine adäquaten Begriffe mehr. Blödsinn und Wahnsinn treffen es nicht mehr.

Schließlich sollen auch Worte wie Schwuchtel oder Schlitzauge aus dem Sprachschatz als Hate Speech entfernt werden.

Und spätestens hier zeigt sich, dass unter dem Mantel des Kampfes gegen Hate Speech eine New Speech entwickelt werden soll, deren Ziel darin besteht, alle Meinungen, die dem politischen Zeitgeist, wie er z.B. bei AAS-Stiftung, ZEIT oder Stern gepflegt wird, nicht entsprechen, die avers dazu sind. Die Tatsache, dass Meinungsaussagen, die sehr leicht auf Übereinstimmung mit der Realität geprüft werden können, verboten bzw. aus dem öffentlichen Diskurs entfernt werden sollen, macht dies nur allzu deutlich. Als Kollateralschaden dieser sprachlichen Säuberung wird die Kritik an Politiken, an denen die Gutmenschen bei AAS-Stiftung und in der ARD besonders hängen, getilgt werden, denn nahezu jede Aussage kann als Dämonisierung oder Verallgemeinerung oder Unterstellung mit abwertender Absicht diskreditiert werden. Wenn man das Korrektiv, das eine empirische Prüfung für jede Aussage darstellt, aufgibt und statt dessen willkürlich Aussagen aus dem öffentlichen Diskurs ausschließt, dann hat dies nichts mit dem Umgangston oder der Beseitigung von Hate Speech zu tun, sondern mit der Unterdrückung abweichender Meinungen. Dass dem so ist, ergibt sich schon daraus, dass hier ein Krieg um Einstellungen geführt wird.

Spiegel 2008 AnsturmWas ist so schlimm daran, wenn in Leipzig-Gohlis jemand wohnt, der glaubt, alle Griechen seien faul? Was ist schlimmes daran, wenn er diese Meinung kundtut? Wollen die AAS-Mitarbeiter ohne angebbare Qualifikation und ihr ARD-Durchlauferhitzer dafür sorgen, dass im öffentlichen Diskurs nur noch gesagt werden darf, was in jeder Hinsicht als politisch unbedenklich einzuordnen ist, und entsprechend in keinerlei kritischem Verhältnis zum herrschenden Heil steht, das regelmäßig von den Kanzeln einzelner Parlamente verkündet wird? Das wäre dann der Gipfel der Heuchelei, kommt es doch von Leuten, die keinerlei Probleme damit haben, ein paar tausend Mitglieder der AfD und Mitläufer der Pegida pauschal zu dämonisieren, nämlich als Gefahr für die Demokratie in Deutschland, sie zu Rechtspopulisten und Rechtsextremisten zu verallgemeinern, ihnen zu unterstellen, dass sie Deutschland in eine Re-Inkarnation des Dritten Reiches verwandeln wollen und sie ansonsten mit Sprache als Wutbürger oder Problembürger abzusondern.

Diejenigen, die ein Problem mit Hate Speech haben, sie haben tatsächlich eines mit Hate Speech, denn sie unterstellen all die miesen Absichten und Fiesheiten, die ihnen in den Sinn kommen, denen, die sie als ihre politischen Gegner ausgemacht haben.


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Aggressiv und unterwürfig: Was Links- und Rechtsextremisten auszeichnet

Teil 2 der ScienceFiles-Serie:

Eineiige Zwillinge: Was unterscheidet „Rechte“ von „Linken“?

Antworten aus neueren empirischen Studien

Systematische sozialwissenschaftliche Extremismusforschung gibt es seit den 1950er-Jahren und kann zu einem großen Teil als Reaktion auf das nationalsozialistische Regime in Deutschland bzw. den Zweiten Weltkrieg gelten. Sie war von Anfang an stark geprägt von der Beschreibung der sogenannten autoritären Persönichkeit, die Theodor W. Adorno et al. im Jahr 1950 vorgelegt hatten. Adorno hat über diese Studie später geschrieben:

Studien Adorno„Our intention, similar to that of psychoanalysis, was to determine present opinions and dispositions. We were interested in the fascist potential. In order to be able to work against that potential, we also incorporated into the investigation, as far as was possible, the genetic dimension, that is, the emerging of the authoritarian personality” (Adorno 1998: 235; Hervorhebungen im Original).

Die autoritäre bzw. faschistische Persönlichkeit wurde durch Adorno und Kollegen mit Hilfe der sogenannten F-Skala – das „F“ steht für „fascist“ oder „fascism“ bzw. „Faschismus“ – identifiziert, und sie zeichnet sich aus durch: Konventionalismus, Unterwerfung unter (idealisierte) Autoritäten, Aggression gegenüber Menschen, die konventionelle Normen überschreiten oder sich Autoritäten nicht unterwerfen (wollen), Anti-Intrazeption, soll heißen: die Abwehr alles Nach-Innen-Gewandten wie Sensibilität oder Phantasie, durch Aberglaube und stereotypes Denken, ein Denken in Dimensionen von Macht und Herrschaft und die Demonstration des Ichs als stark und robust, durch Destruktivität und Zynismus, durch Projektivität, d.h. die Projektion unbewusster, den Trieben entstammender Impulse auf die Außenwelt, und durch eine übertriebene Beschäftigung mit Sexualität (Adorno et al. 1950; eine kurze, aber informative, Zusammenfassung bietet Nelson 2007).

Obwohl es schon seit (und in) den 1950er-Jahren einzelne Forscher – allen voran Eysenck (1954) und Rokeach (1960) – gab, die darauf hinwiesen, dass es Extremisten auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums gab, die also eher „… ideological structure rather than content” (Rokeach 1960: 6) betonten, war die Extremismusforschung bis vor sehr kurzer Zeit in der Regel tatsächlich keine Extremismusforschung, sondern eine Forschung über Rechtsextremismus oder genauer: über rechtsextreme Einstellungen. Die Einstellungen, die als mit Rechtsextremismus verbunden betrachtet wurden, wurden gleichzeitig als Ausdruck problematischer Persönlichkeitsstrukturen oder als Ergebnisse mangelhafter oder problematischer psychologischer Prozesse angesehen, aber gewöhnlich wurde beides, politische Einstellungen oder Einstellungen zu gesellschaftspolitisch relevanten Fragen und Persönlichkeitsmerkmale, nicht unabhängig voneinander gemessen (ganz so, wie auch die F-Skala Adorno und Kollegen dazu diente, lediglich das „faschistische Potenzial“ zu messen, das sie aus dem Vorhandensein bestimmter Persönlichkeitsmerkmale (eben der autoritören Persönlichkeit) ableiteten).

Bis heute ist diese Praxis weit verbreitet. Was sich verändert hat, ist, dass immer mehr Forscher die Vorstellungen von Eysenck und Rokeach & Hanley aufnehmen und sich dementsprechend für die Vorstellung öffnen, dass rechts- und linksextreme Persönlichkeitsmerkmale teilen, die sie von Nicht-Extremen Personen (gleich, welcher politischer Orientierung) unterscheiden.

Drei dieser Forscher sind Alain Van Hiel, Bart Duriez und Malgorzata Kossowska, die im Jahr 2006 einen Bericht veröffentlicht haben, in dem sie über ihre Studienergebnisse zu der Frage „[…] are [there] any „true left-wing authoritarians‘ among the adherents of the various ideological groups [?]“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 785) und die Frage nach dem Verhältnis zwischen „left-wing authoritarianism (LWA)“ und „right-wing authoritarianism (RWA)“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 769) berichten.

Hitler in LandsbergZur Beantwortung dieser Fragen entwickelten die Autoren zunächst eine eigene Skala zur Messung von Linksextremismus mit insgesamt acht Aussagen, zu denen die Befragten auf einer Fünf-Punkte(-Likert-)Skala Stellung nehmen können. Vier der Aussagen sollten die Aggressionsdimension von (hier: Links-/)Extremismus messen, die anderen vier die Unterwerfungsdimension von (hier: Links-/)Extremismus. Zur Messung von Rechtsextemismus verwendeten die Autoren eine elf Aussagen umfassende Skala, der sie ihre Linksextremismus-Skala zugrundlegten, aber dort, wo sich Aussagen in der Linksextremismus-Skala auf „das Establishment“ bezogen, Substantive einsetzen, die für Rechtsextreme als typisch geltende Fremdgruppen bezeichnen, also „linke Revolutionäre“ oder „Anarchisten“. Auf diese Weise haben Van Hiel, Duriez und Kossowska eine für Links- und Rechtsextreme annähernd äquivalente Skala entworfen. Darüber hinaus haben die Autoren eine Skala zur Messung von „Right-wing Authoritarianism (RWA)” (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 777) verwendet, die von Altemeyer (1981) formuliert wurde und elf Aussagen umfasst.

Die Qualität der von den Autoren selbst entwickelten Skalen wurden anhand einer flämischen Stichprobe von 208 „ordinary voters” getestet, die von Studenten der Politikwissenschaft rekrutiert wurden, indem die Studenten Erwachsene in ihrer Nachbarschaft um Teilnahme an der Studie baten. Diese Stichprobe diente also allein dazu, die Reliabilität der neu entwickelten Skalen zu testen, d.h. zu testen, inwieweit die Skalen zuverlässige Messungen erbringen (weshalb mit Bezug auf die Zusammensetzung der Stichprobe lediglich sicherzustellen war, dass sie heterogen ist). Mit Werten für Cronbachs alpha von .77 und .76 erwies sich die Zuverlässigkeit der Skalen zur Messung von Links- und für Rechtsextremismus als akzeptabel.

Weil bei der Befragung der „ordinary voters“ auch die neu geschaffene Skala zur Messung von Rechtsextremismus Skala zur Messung von „Right-wing Authoritarianism von Altemeyer vorgelegt wurde, war es möglich, den Zusammenhang zwischen dieser Skala und der neu geschaffenene Skala zur Messung von Rechtsextremismus zu überprüfen. Im Ergebnis zeigte sich, dass diese beiden Skalen statistisch stark miteinander korrelierten, was wiederum die Vermutung nahelegt, dass „… our LWA items sufficiently tap the authoritarianism concept“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 780)“, also „Autoritarismus“ durch die von den Autoren neu geschaffenenen Skalen zur Messung von Links- und Rechtsextremismus mit den beiden Dimensionen „Aggression“ und „Unterwerfung“ erfasst wird.

Weil in der Stichprobe der „ordinary voters“ keine Personen gefunden werden konnten, die auf der Linksextremismus-Skala (bei einem Mittelpunkt von 3.0) einen höheren Testscore als 3.38 aufwiesen, und weil diese Skala nur als Gesamtskala zuverlässige Messergebnisse erbrachte, aber nicht für die Dimensionen „Aggression“ und „Unterwerfung“ getrennt betrachtet, führten Van Hiel, Duriez und Kossowska eine zweite Untersuchung anhand einer anderen Stichprobe durch. Wieder wurden „ordinary voters“ auf die oben beschriebene Weise rekrutiert – diesmal waren es 264 –, aber zusätzlich wurden nun 69 politische Aktivisten rekrutiert. Sie waren „… militants of various political movements“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 782): 20 Kommunisten, von denen vierzehn der stalinistischen “Partij Van De Arbeid” (PVDA) angehörten und sechs der neo-marxistischen Kommunistischen Partei, 21 Anarchisten, die sich selbst als solche bezeichneten und in der anarchistischen Bewegung aktiv waren, elf Unterstützer des als rechtsextrem eingestuften „Vlaams Blok“ und 17 „Moderate“, die verschiedenen Parteien (den Christdemokraten, Sozialisten, Gründen …) angehörten.

Es zeigte sich, dass „… the total LWA scale is internally consistent. However, the aggression and submission facet scales can be used as valid indicators in the political activist sample, but not in the voter sample”. Während in der Stichprobe der “ordinary voters” wieder keine Linksextremen identifiziert werden konnten, war das in der Stichprobe der politischen Aktivisten der Fall: die Kommunisten hatten statistisch signifikant höhere Testwerte auf der Linksextremismus-Skala als Anarchisten, die ihrerseits statistisch signifikant höhere Testwerte auf dieser Skala erreichten als die anderen Gruppen politischer Aktivisten (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 785). Bei getrennter Betrachtung der Dimensionen der Linksextremismus-Skala, „Aggression“ und „Unterwerfung“, zeigte sich, dass Kommunisten statistisch signifkant höhere Testwerte als Moderate und Rechtsextreme auf beiden Dimensionen erreichten.

Echte linksextreme Autoritäre konnten die Autoren unter den Kommunisten und den Anarchisten identifizieren: von den 20 Kommunisten waren es dreizehn, die Testwerte oberhalb des Mittelpunktes der Linksextremismus-Skala erreichten, von den 21 Anarchisten erreichten sechs Personen Testwerte oberhalb des Mittelpunktes der Linksextremismus-Skala. „In sharp contrast, not one single left-wing authoritarian was detected among the 16 moderates and the 11 right-wing extremists. However, rather surprisingly, six participants in these groups obtained a score equal to or higher than 3.00 for the submission facet scale” (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 785-786).

Die Frage“… are [there] any „true left-wing authoritarians‘ among the adherents of the various ideological groups [?]“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 785) müssen die Autoren aufgrund ihrer Daten also positiv beantworten: „It has been shown that LWA does exist and should not be considered a myth, …” (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 789).

StalinZwar beeilen sich die Autoren zu betonen, dass „…these results also make it clear that the presence of LWA in Western societies seems to be limited to very specific political movements that do not elicit much support in the mass public. As such, LWA is a marginal phenomenon in political life that is not easily found in convenience samples. Moreover, some left-wing extremists (6 out of 20) did not obtain score higher than the neutral point indicating that even among left-wing extremists there are a number of nonauthoritarians” (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 787), aber inwieweit sich dasselbe auf der Basis ihrer Daten mit Bezug auf Rechtsextemismus sagen lässt, berichten die Autoren nicht. Und weil – wie die Autoren selbst festhalten – gilt: “… almost by definition, “extremists” are not that numerous and they have also been reported to be unwilling to participate in empirical studies as well …” (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 791), müsste man es als methodischen Fehler werten, wenn Rechtsextreme in den Stichproben der Autoren oder anderen Stichproben nicht ebenso selten wären wie Linksextreme.

Was die zweite Frage nach dem Zusammenhang zwischen Links- und Rechtsextremismus betrifft, so halten die Autoren fest: „One of the most disturbing findings in the present voter samples as well as in Altemeyer (1996) is the positive correlation between LWA and RWA“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 790; Hervorhebung d.d.A.), die mit r = .22 (p ˂ .001) statistisch betrachtet zwar als nur schwache Korrelation gelten kann, aber für all diejenigen bestürzend sein muss, die meinten, Links- und Rechtsextermismus hätten nichts gemeinsam, oder sogar, dass es unter „ganz normalen Wählern“ schlicht keinen Linksextremismus geben könne, sondern nur Rechtsextremismus, der angeblich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei (und dann gar kein Extremismus im quantitativen Sinn wäre).

Die gleichzeitige Beobachtung der Autoren, nach der in der Stichprobe der politischen Aktivisten ein mittelstarker negativer Zusammenhang zwischen Links- und Rechtsextremismus (r = -.45, p ˂ .001) bestand, legt die Vermutung nahe, dass Links- wie Rechtsextremismus gleichermaßen auf eine autoritäre Persönlichkeit und auf vorhandene Aggressionsbereitschaft aufsetzen und erst in aktivistischen Netzwerken und durch entsprechende Schulung Inhaltlich (in mehr oder weniger entgegengesetzte Richtungen) geformt werden.

Dafür, dass diese Vermutung zutrifft, spricht auch, dass die Autoren feststellten, dass in der Aktivisten-Stichprobe eine starke Korrelation zwischen Linksextremismus und wirtschaftlicher Progressivität, die ebenfalls anhand einer Skala gemessen wurde, bestand, aber nicht in der Stichprobe der „ordinary voters“ (Van Hiel, Duriez & Kossowska 2006: 787).

Literatur:

Adorno, Theodor W., 1998: Critical Models: Interventions and Catchwords. New York: Columbia University Press.

Adorno, Theodor W., Frenkel-Brunswik, Else, Levinson, Daniel J. & Nevitt, Sanford, 1950: The Authoritarian Personality. New York: Harper & Brothers.

Altemeyer, Bob, 1981: Right-Wing Authoritarianism. Winnipeg: University of Manitoba Press.

Eysenck, Hans J., 1954: The Psychology of Politics. London: Routledge & Kegan Paul.

Nelson, Noelle M., 2007: Authoritarian Personality. In: Baumeister, Roy F. & Vohs, Kathleen D. (eds.): Encyclopedia of Social Psychology, Volume 1.Thousand Oaks: Sage, pp. 81-83.

Rokeach, Milton, 1960: The Open and Closed Mind: Investigations into the Nature of Belief Systems and Personality Systems. New York: Basic Books.

Van Hiel, Alain, Duriez, Bart & Kossowska, Malgorzata, 2006: The Presence of Left-Wing Authoritarianism in Western Europe and Its Relationship with Conservative Ideology. Political Psychology 27(5): 769-293.

Teil 1 der Reihe: Eineiige Zwillinge: Was unterscheidet „Rechte“ von „Linken“

©Heike Diefenbach, 2017; ScienceFiles


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Studie: Universitätsangehörige – linksextrem, prekär-neidisch und Deutsche hassend

Um die Überzeugung zu bestätigen, dass die Angehörigen deutscher Universitäten, also diejenigen, die ihr Brot in öffentlichen Anstalten verdienen müssen, linksextrem sind, aufgrund der schlechten Bezahlung in prekären Verhältnissen leben und deshalb neidisch auf neoliberal Erfolgreiche blicken und ansonsten Deutsche, vor allem weiße Deutsche hassen, haben wir eine Studie konzipiert, die im Design exakt der Studie „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland“ folgt.

Diese vom Institut für Demokratieforschung durchgeführte Studie war überaus erfolgreich im Versuch, die Überzeugungen der Wissenschaftler, die die Studie durchgeführt haben, anderen unterzuschieben und als deren Überzeugungen zu verkaufen, und zwar an die Bundesbeauftrage für die neuen Bundesländern, deren nicht vorhandene Kenntnisse in empirischer Sozialforschung sie zu einem lohnenden Ziel macht, wenn es um die Finanzierung von Überzeugungsfinder Studien geht.

Da wir einen Betrag in mehrstelliger Höhe vorgestreckt haben, um unsere Studie zu konzipieren, hoffen wir, von der Bundesbeauftragten refinanziert zu werden, denn unsere Studie produziert mit Sicherheit genauso wertvolle und weitreichende Ergebnisse wie die der Göttinger.

greenberg414Um die oben genannte Überzeugung zu bestätigen gehen wir wie die Göttinger von Überlegungen aus, die Quent (2015) einst angestellt hat. Die Überlegungen sind in die Unterscheidung von drei Analyseebenen gemündet, die so allgemein und nichtssagend sind, dass sie sich hervorragend für Studien eignen, deren Ziel darin besteht, die Überzeugung der Forscher zu bestätigen. Entsprechend unterscheiden wir mit Quent zwischen A) Kontextfaktoren, das ist alles, was um uns und alle anderen herum ist, B) Angebotsstrukturen des organisierten Linksextremismus, das ist alles, was es gibt, um Linksextremismus (be)lohnend zu machen, also z.B. Hartz IV, Bafög, Fördergelder vom BMFSFJ usw. und C) linksextreme Geländegewinne, worunter Manifestationen des Linksextremismus an Universitäten zu verstehen sind, also Manifestationen wie die Asten der Hochschulen, die Juso-Hochschulgruppen, Gender Studies Lehrstühle und dergleichen.

Als Kontextfaktoren erheben wir die Einstellung der Bevölkerung zu linksextremen Forschungsergebnissen, wie sie regelmäßig von Mitarbeitern der Hochschulen im Rahmen der Legitimationsforschung für Ministerien veröffentlicht werden. Als Angebotsstrukturen des Linksextremismus untersuchen wir die vielfältigen Möglichkeiten, den politisch-linksextremen Kampf an Universitäten auf Kosten von Steuerzahlern zu führen sowie die Verbreitung organisierter linksextremer Strukturen in AStA und politischen Hochschulgruppen, sowie deren Vernetzung ins linksextreme Unterstützerfeld der Parteien von Grünen und LINKE sowie in die Hausbesetzer und Molotowbauerszene. Schließlich analysieren wir die Geländegewinne als Provokationsgewinne und als Räumungsgewinne. Erstere sind gegeben, wenn Studenten (noch) nicht linksextreme Professoren überwachen, deren Veranstaltungen stören, die Professoren denunzieren und ihre Autos anzünden. Letztere sind gegeben, wenn die Angebote von wissenschaftlichen Veranstaltungen an Hochschulen verschwinden und von Ideologien wie Genderismus und Sozialismus ersetzt werden.

Um unsere Überzeugung zu bestätigen, wenden wir exakt dasselbe Forschungsdesign an, das auch die Forscher der Universität Göttingen angewendet haben. Da sie mit diesem Design eine öffentliche Finanzierung erreicht haben, rechnen wir uns auch gute Chancen aus, finanziert zu werden.

Demnach führen wir Experteninterviews mit Personen, die sich im Hinblick auf die Linksextreme Szene auskennen, wir führen Fokus-Gruppen Diskussionen durch, analysieren Material und nutzen das Mittel der teilnehmenden Beobachtung, um linksextreme Strukturen an Hochschulen aufzudecken.

Die Experteninterviews, also die, mit Personen, die sich in der Linksextremen Szene auskennen und sie gemäß unserer Überzeugungen, die wir – wie dies in der Göttinger Studie auch der Fall war – bestätigt haben wollen, bewerten, führen wir mit:

  • Abgeordneten der AfD im Abgeordnetenhaus von Berlin;
  • Mitgliedern der Identitären Bewegung;
  • Aussteigern aus der Linksextremen Szene;
  • Arbeitsberatern der Jobcenter;
  • Mitgliedern der NPD;
  • Polizeibeamten, die anonym bleiben wollen, weil sie befürchten, dass ihre Wohnungen von der Antifa zerstört werden;
  • Den Zeugen Jehovas;
  • Dem Verein für die Erhaltung der deutschen Sprache;
  • Experten, die beim Landeskriminalamt in führender Stellung sind;
  • Dem Kollegen im Zimmer nebenan, der schon einmal über Linksextremismus gearbeitet hat;
  • und Horst Mahler, der kein Problem hat, namentlich genannt zu werden

durch.

Für die Fokusgruppen rekrutieren wir Dozenten der Alice-Solomon Hochschule und der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie Dozenten von einem Lehrstuhl an der Hochschule Merseburg, der vom BMBF finanziert wird, aber ebenso wie alle anderen Teilnehmer anonym bleiben will. Insgesamt rekrutieren wir bis zu 8 Mitglieder pro Fokusgruppe. Die Kriterien, nach denen wir die Teilnehmer ausgewählt haben, bleiben ebenso anonym, wie sie das in der Göttinger Studie geblieben sind.

Teilnehmende Beobachtungen finden statt

  • in Szenekneipen in Berlin;
  • in Berlin Kreuzberg;
  • bei Veranstaltung der HU-Berlin;
  • bei Veranstaltungen an der Alice Solomon Hochschule;
  • bei Sitzungen der Fakultätsräte an beiden Hochschulen;
  • bei Studentenparlamenten beider Hochschulen;
  • auf Berliner Arbeitsämtern;
  • in der ewigen Studierberatung;
  • in Vorstandssitzungen der Unterbezirke der SPD;
  • in der Hausbesetzerszene;

Linksextremismus, prekariat, Neid und DeutschenhassWas wir von der teilnehmenden Beobachtung lernen, wissen wir ebenso wenig wie die Göttinger Forscher. Ob wir überhaupt etwas lernen, ist eine Frage, die wir nicht beantworten können und wollen. But, Hey, It’s fun.

Schließlich analysieren wir Material, irgendwelches Material, das wir u.a. auf Blogs wie Pi-News, Tichy’s Einblicke und in den Akten des Nationalsozialistischen Untergrunds finden werden, um unsere Überzeugung, nach der die Angehörigen deutscher Universitäten, also diejenigen, die ihr Brot in öffentlichen Anstalten verdienen müssen, linksextrem sind, aufgrund der schlechten Bezahlung in prekären Verhältnissen leben und deshalb neidisch auf neoliberal Erfolgreiche blicken und ansonsten Deutsche, vor allem weiße Deutsche hassen, zu bestätigen.

Die auf diese Weise gesammelten Daten werten wir mit dem Programm „Conviction-Finder“ nach der No-Methods Methode aus, um auf diese Weise sicherzustellen, dass am Ende auch die Überzeugung herauskommt, von der wir wissen, dass sie am Ende herauskommen wird. Die Ergebnisse, die durch die Interviews und Fokus-Gruppen-Diskussionen an den beiden Berliner Hochschulen und dem Lehrstuhl in Merseburg gewonnen werden, verbinden wir mit den Ergebnissen der teilnehmenden Beobachtung, und zwar irgendwie, da, wo es halt passt, und ergänzen das, was noch fehlt, mit dem, was wir aus der Materialanalyse entnommen haben. Dann verallgemeinern wir Ergebnisse unser Interviews mit 20 Personen und unserer Fokusgruppen mit 24 Personen von insgesamt drei Hochschulen und kommen zu dem Ergebnis, dass alle deutschen Universitätsangehörigen linksextrem sind, in prekären Umständen leben, weshalb sie neidisch auf erfolgreiche Neoliberale sind, was sich wiederum in einem latenten Deutschenhass entlädt.

Quod erat demonstrandum!
Eine solche Forschung muss die Bundesbeauftrage für die neuen Länder einfach fördern – oder?

Um diesen Text einordnen zu können, ist es sinnvoll, den Beitrag „Der rechtsextrem fremdenfeindliche Ossi: Junk Science trifft journalistische Ahnungslosigkeit“ zu kennen.