Kategorie: Dr. habil. Heike Diefenbach

Das Paradox der Zensur

Zensur nimmt viele verschiedene Formen an und ist überall am Werk: Wir alle kennen die angeblichen Richtigstellungen, die Leute, die sich zu „Fakten-checkern“ stilisieren wollen, auf ihren eigenen Webseiten oder in den mainstream-Medien zum Besten geben. Wir alle kennen die Einblendungen mit Hinweisen auf Stellungsnahmen der staatlichen Gesundheitsdienste, wenn wir auf einen (kritischen) Artikel oder

Flaschenpost-Spiele für Erwachsene: Wie “Misinformations-Ökosysteme” Probleme schaffen

Im Winter 2020 haben Gabriel-Alexandru Toma und Adina-Gabriela Scripcariu in einem Artikel, der im Journal of Comparative Research in Anthropology & Sociology veröffentlicht wurde, das Konzept der „Misinformation ecosystems“, d.h. der Misinformations-Ökosysteme, vorgeschlagen „… to make sense of the contemporary fake news phenomenon” (Toma & Scripcariu 2020: 65). Sie definieren“Misinformations-Ökosysteme” als “… interconnected chains of

LPC-Lex: Sprache und Stil „links-populistischer Verschwörungsdiskurse“

Teil 2 von „RPC-Lex: Eine Hit-Liste gegen „rechtspopulistische Verschwörungserzählungen“ Vor einigen Tagen haben wir den Versuch von Puschmann et al. (2022) vorgestellt, eine Art Lexikon „rechtspopulistischer Verschwörungsdiskurse“ anzufertigen, das diese Autoren in einer für die Gegner-Beobachtung, wie sie neuerdings in Deutschland gepflegt wird, geeigneten, übersichtlichen Liste zusammengefasst haben. Und am Ende unseres – zugegebnermaßen, aber

Vom Bürger zum Untertanen: Globalisierung und das Sterben des Bürgers

Die meisten unserer Leser sind deutsche Staatsbürger. Was bedeutet das? Wie würden Sie diese Frage beantworten? Würde man die Frage aufgrund einer kurzen Recherche im Internet beantworten wollen, u.a. auf der Basis dessen, was Politik für Kinder, leichtgemacht, oder die Bundeszentrale für politische Bildung dem Leser bieten, dann würde man meinen, Bürger von Deutschland zu

Wissenschaftsgaukelei: Woran man Wissenschaftsimitationen erkennen kann – ein kurzer Leitfaden

Schon seit Jahren beobachten wir, dass sich sozialwissenschaftliche Fachdisziplinen wie die Politikwissenschaft und leider auch die Soziologie insgesamt gesehen zunehmend vom Anspruch auf Wissenschaftlichkeit entfernen. Das bedeutet nicht, dass es in diesen Fachdisziplinen nicht Leute gäbe, die nach wie vor versuchen, ihre Sozialwissenschaft als Wissenschaft zu betreiben. Was bedeutet das? Sozialwissenschaft als Wissenschaft zu betreiben,

Normalisierung des Entsetzlichen

Es ist seltsam: Geht es um physische Erkrankungen, dann ist es Ärzten zumeist vollkommen egal, ob sich A gut fühlt. Das Röntgenbild zeigt Krebs, ergo ist er krank, egal, wie er sich fühlt. Geht es um psychische Erkrankungen, dann wird das Subjektive dessen, der sich nun krank fühlt, mangels biologischer oder messbarer Basis überhöht, ganz

Nasenspray statt Impfung: Neues Präparat macht SARS-CoV-2-frei nach spätestens 48 Stunden [Was MS-Medien unterschlagen]

Es wurde von der in Vancouver, Kanada, ansässigen Biotechnologie-Firma SaNotize Research and Development entwickelt. Bei seiner Entwicklung spielten Labortests des Antiviral Research Institut an der Utah State University in den USA eine große Rolle. Klinische Studien mit ihm wurden im Rahmen der zweiten Testphase bereits im Jahr 2021 in Krankenhäusern des NHS hier im Vereinigten

Verhaltensveränderung, „nudging“, persuasive Technologie: Wissenschaft im Einsatz, um Sie zum „richtigen“ Verhalten zu bringen – Teil 5

Wir haben sie nicht vergessen, unsere kleine Reihe von Texten zum Thema „nudging“, das sich inzwischen auch in Politik und öffentlicher Verwaltung großer Beliebtheit erfreut und dort strukturell verankert ist (wie in Teil 3 der Reihe gezeigt wurde), aber gerade in diesem Bereich einige Besonderheiten aufweist, die das „nudging“ ethisch besonders fragwürdig machen (s. hierzu

Des Irrsinns neue Blüte: Freiheit ist eine Idee weißer Suprematisten

Der folgende Kommentar von Dr. habil. Heike Diefenbach, ist eigentlich ein Post, ein Text, der zu wichtig ist, als dass er in einem Thread verbleiben könnte: Die Leute in Kanada demonstrieren für ihre Freiheit. Aber genau das, die Idee der Freiheit selbst, wird neuerdings in Mißkredit zu bringen versucht. Wie? Mir wäre absolut keine Möglichkeit

Transparenz in der Diskussion um Impfstoffe

oder: Warum es falsch ist, nicht offen über die Gefahren der Impfung gegen Covid-19 zu sprechen. Wir alle wissen, dass Regierungen die Gefahren, die mit Impfstoffen gegen Covid-19 verbunden sind, in der Regel nicht selbst thematisieren und dann, wenn sie von anderen thematisiert werden, diese Gefahren möglichst kleinreden, sofern sie sie nicht sofort als Ausdruck einer

Kulturkampf: Geschwätzige gegen arbeitende Klasse

“Die Verortung in der Mittelschicht erfolgt m.E. also vorrangig – und vor dem Hintergrund eines Mangels an materiellen und immateriellen Ressourcen – dadurch, dass man sich über Andere, gewöhnlich als „die Menschen“ Bezeichnete, charakterisierend und bewertend äußern zu können glaubt und dass man die reale eigene Abhängigkeit von „den Menschen“ möglichst vollständig ausblendet und sie

Die un-ethischen Empfehlungen des sogenannten Deutschen Ethikrates:

Eine ethische Beurteilung des Papiers zur „[e]thischen Orientierung zur Frage einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht“ Vom 22. Dezember 2021 stammt ein neunzehn Seiten umfassender Text, in dem der sogenannte Deutsche Ethikrat seine „[e]thische Orientierung zur Frage der allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht“ darstellt. Die Mitglieder des sog. Deutschen Ethikrates qualifizieren dieses Papier im Untertitel als „Ad-hoc-Empfehlung“, aber sie

Covid-19-Maßnahmen erzeugen Reaktanz und den Zielen entgegenstehende Verhaltensabsichten: Forschungsergebnisse aus Deutschland und aus den USA

Covid-19 war und ist ein Glücksfall nicht nur für die Pharma-Industrie, allen voran Pfizer/BioNTech, sondern auch für Akademiker, die an Universitäten oder irgendwelchen Instituten mit irgendeinem fachlichen Bezug (im weiten Sinn) angestellt sind, geben Covid-19 als biologisches bzw. medizinisches Phänomen und die im Zusammenhang mit ihm getroffenen staatlichen Maßnahmen als soziales Phänomen doch einen reichen