Stadium der Inkubation: Gender-Trash an deutschen Universitäten

Vielleicht sind wir auch nicht ganz unschuldig daran, dass man zuweilen den Eindruck gewinnt, in Deutschland seien alle Universitäten von Gender Studies infiltriert und mit Gender-Trash inkubiert. Sicher, man muss die Versuche der Kultusministerien und vor allem des Bundesministeriums für Bildung und Forschung einrechnen, die über eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche versuchen, Universitäten mit Gender Mainstreaming gleichzuschalten. Nimmt man jedoch den härtesten Indikator dafür, wie weit es bislang gelungen ist, Gender-Trash an deutschen Universitäten als festen Posten im Vorlesungsverzeichnis zu etablieren, dann ergibt sich ein erfreulicheres Bild.

An 26 Universitäten, also an 31,7% der deutschen Universitäten finden sich Gender Studies und entsprechende, indoktrinale Schwerpunkte im Vorlesungsverzeichnis. Das sind einerseits 31,7% zuviel, andererseits bleiben 68,3% Universitäten, denen man mit Hinblick auf die Inkubation mit Gender Studies eine „clean bill of health“ ausstellen kann.

Ein genauerer Blick auf die Verbreitung der Gender Studies zeigt klare lokale Schwerpunkte, die sich vor allem an der Ruhr-Universität in Bochum, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Bremen, der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg und der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität finden, wie wir gestern in unserem Gender-Trash-Ranking für das Jahr 2017 gezeigt haben.

Richtet man den Blick auf die Ebene der Bundesländer, dann ergibt sich das folgende Bild [In der folgenden Abbildung haben wir die Anzahl der Professuren für Gender Studies in einem Bundesland mit der Anzahl der Universitäten gewichtet):

Von drei Brückenköpfen aus, versuchen Gender Studies die deutsche Universitätslandschaft zu inkubieren. An erster Stelle ist der Wissenschaftsstandort Berlin zu nennen. Berlin weist den dichtesten Befall mit Gender Studies auf und strahlt bereits in das brandenburgische Umland aus. Bedenklich mit Blick auf das Ausmaß der Inkubation ist auch Bremen, das nur kurz hinter Berlin rangiert. Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gehören zu den Ländern, in denen sich Gender Studies bereits an bestimmten Universitäten festsetzen konnten, vornehmlich an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg, der Ruhr-Universität Bochum und der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt.

Anderen Bundesländer weisen erste Anzeichen eines Befalls mit Gender Studies auf, der bislang jedoch lokal begrenzt werden kann. Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg gehören zu diesen Bundesländern. In allen anderen Bundesländern, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig Holstein, Hamburg und dem Saarland finden sich bislang keine Professuren mit der Denomination „Gender Studies“, sie können also noch als Gender-Studies frei bezeichnet werden.

Die Erklärung für dieses Muster der Infiltration von Universitäten durch Gender Studies findet sich vermutlich durch ein Zusammenspiel institutioneller und individueller Faktoren sowie seltsamer Vereinbarungen, die mit Hochschulen getroffen wurde: So ist die Tatsache, dass Berlin den höchsten Befall mit Gender Studies aufzuweisen hat, sicher eine Funktion der linken Regierungen Berlins in Verbindung mit der Installation von Susanne Baer als Brückenkopf an der Humboldt-Universität auf die sich die Universität eingelassen hat, weil das BMFSFJ die Professur von Baer finanziert hat. Hadmut Danisch hat diese unappetitliche Verquickung von Politik und Universität eingehend aufgearbeitet. Dass die Universität Bremen unter den Universitäten zu finden ist, die einen hohen Befall mit Gender Studies aufzuweisen haben, ist vermutlich ebenfalls über eine Mischung von rotem Sumpf, wie er nach Jahrzehnten linker Regierungen in Bremen entstanden ist, dem daraus resultierenden Absturz der allgemeinen Schulbildung (dokumentiert durch den regelmäßig letzten Platz Bremer Schüler in egal welcher Schulleistungsstudie) und der Konsequenz einer sukzessiven Reduktion universitärer Standards, zu erklären.

Die Reduktion universitärer Standards ergänzt durch finanzielle Köder, scheint das Haupteinfallstor für Gender Studies zu sein. Ist die Fähigkeit, wissenschaftlich zu denken, das Wissen um die wissenschaftliche Methode und damit um den Unterschied zwischen Wissenschaft und Ideologie erst einmal verschwunden oder so verwässert, dass es nicht mehr erkennbar ist, dann ist das Feld für die Gender Studies und ihren betont anti-wissenschaftlichen Ansatz, ihre ideologische Zielsetzung und ihren politischen Aktivismus bereitet. Dass Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg, die in Schulleistungsstudien oder im Bildungsmonitor des INSM regelmäßig am besten abschneiden, zu den Ländern gehören, die keinen oder einen sehr geringen Befall mit Gender Studies zu verzeichnen haben, ist vor diesem Hintergrund wahrscheinlich kein Zufall: Wer Wert auf Bildung legt, kann keine Gender Studies an seinen Universitäten dulden.

Denn, und damit kommen wir zu der Frage, warum wir Gender Studies beschreiben wie einen Virus: Gender Studies sind ein Virus. Sie zersetzen das, was an wissenschaftlicher Erkenntnis und Methode vorhanden ist, das, was Wissenschaft ausmacht und zerstören damit die Grundlage dessen, was man als Basis all der zivilisatorischen und technischen Errungenschaften ansehen kann, derer wir uns heute so selbstverständlich bedienen. Gender Studies haben politischen Aktivismus zum Ziel, müssen entsprechend die Gender Lehre als Wahrheit ansehen und alle, die ihren Glauben nicht teilen als Feinde. Weil Gender Studierte meinen, die Wahrheit erblickt zu haben, sind sie an keiner empirischen Forschung interessiert und vor allem nicht daran, die eigenen Aussagen zu prüfen, denn alles, was Gender Studies Inkubierte verbreiten, ist ja aus ihrer Sicht die Wahrheit.

Damit ist eine Sekte beschrieben, die an Universitäten nicht geduldet werden kann. An Universitäten herrschen wissenschaftliche Methode, wissenschaftliche Standards der Nachvollziehbarkeit, der Kritik und der empirischen Prüfung. Wer sich diesem Kanon nicht anschließt, ist qua definitionem kein Angehöriger der Scientific Community. Wer einen anderen als diesen Kanon durchsetzen will, ist eine Gefahr für die Wissenschaft, ein Virus, der den Erkenntnisfortschritt behindert, wenn nicht bekämpft, denn so wie ein Virus einen Organismus befällt, um von diesem zu leben und ihn langfristig zu zerstören, so befallen Gender Studies Universitäten, um von öffentlichen Geldern zu leben, während sie die Grundlagen der Wissenschaft zerstören.

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Recht auf Dummheit? Gender Studies Tag bei ScienceFiles

Manchmal traut man sich gar nicht, nach ein paar lazy days die Mailbox aufzurufen. Wir haben sehr viele aktive Leser… Ganz zu schweigen von unseren Korrespondenten, die sich mit Themen ihrer Vorliebe befassen, wie z.B. unser Peter Trier, der sich zum Professorinnenprogramm-Spezialisten entwickelt hat (dazu bald mehr). Allen, die uns regelmäßig oder ab und zu mit Informationen versorgen, gilt einmal mehr unser herzliches Dankeschön.

Ein Hinweis, der schon seit ein paar Tagen etwas Schimmel angesetzt hat, hat einen Beitrag in der taz zum Gegenstand. Eine Katja Sabisch, die an der Ruhr-Universität einen Le(e)(h)rstuhl [Unzutreffendes streichen] für Gender Studies besetzt, hat einen Beitrag unter der Überschrift „Hier wird Stimmung gemacht“ für die taz geschrieben. Wir haben den Beitrag gelesen und: Von Stimmung keine Spur. Von wegen, hier wird Stimmung gemacht. Ein leeres Versprechen. Statt Stimmung gibt es Gejammer. Statt dass etwas gemacht wird, wird etwas beklagt. Gendersita wie sie eben so sind, immer passiv, immer weinerlich, immer Opfer und immer an nichts schuld. Woran auch? Die machen ja nichts.

Nichts?

Fast nichts!

Denn: Sie machen Wissenschaft lächerlich. Z.B. nach der Methode Sabisch. Die Methode Sabisch besteht darin, gelehrt daher zu schwätzen, Worte zu gebrauchen, die gut und gelehrt klingen, Worte wie „Erkenntnistheorie“. Gender Studies so behauptet Sabisch, Gender Studies seien eine Erkenntnistheorie und als solche „mindestens so voraussetzungsvoll wie Astrophysik“. Voraussetzungsvoll soll bedeuten, dass nicht jeder Trottel Gender Studies betreiben kann, sondern nur wenige Eingeweihte, die die hohen Anforderungen, die mindestens so hoch sind, wie die für Astrophysik erfüllen. Er muss die Gender Studies Erkenntnistheorie beherrschen.

Die kennen Sie nicht, die Gender Studies Erkenntnistheorie?

Hier kommt Sie: „… der wissenschaftliche Blick [darf] nicht vor dem vermeintlich Natürlichen Halt machen“, denn: „alle Phänomene sind kulturell situiert“. Na, wie klingt das? Mehr? Sie haben es nicht anders gewollt: „Vielmehr werden sie [also alle Phänomene] mit bestimmten Bedeutungen aufgeladen, die historisch zwar variabel, aber sozial wirksam sind. Geschlecht ist daher immer noch ein gesellschaftlicher Platzanweiser“.

Das also ist die Erkenntnistheorie der Gender Studies: Phänomenen wird eine gesellschaftliche Bedeutung zugewiesen, die sich über Zeit ändert, aber [Warum aber?] sozial wirksam ist, und Geschlecht ist ein solcher gesellschaftlicher Platzanweiser, wie es z.B. Professor war, bevor es Gender Studies gab. Seither muss man differenzieren, zwischen richtigem Professor und Gender-Professor. Die Differenzierung beschreibt den Wandel und der Wandel, er ist sozial wirksam. Früher konnte man sagen: „Ich bin Professor“. Heute muss man sagen: „Ich bin Professor für Astrophysik“, um Mutmaßungen zuvor zukommen, Mutmaßungen, wie der, dass heute jeder Knilch Professor für irgendetwas Belangloses werden kann, etwas so Belangloses z.B. wie die Gender Studies, deren Erkenntnistheorie darin besteht, dass Begriffe soziale Konventionen sind, die eine soziale Bedeutung an Objekte und Phänomene herantragen.

Die Wissenschaft hat, nachdem es nur wenige Tausend Jahre her ist, dass u.a. Aristophanes auf diese Bedingtheit der Erkenntnis hingewiesen hat, geradezu darauf gewartet, dass Gender Studierte entdecken: „Hey, Begriffe haben eine Bedeutung und zuweilen eine soziale Bedeutung.“

Nun mag diese Erkenntnis im Einzelfall als großer intellektueller Durchbruch gefeiert werden, aber das macht aus der nachholenden Erkenntnis wissenschaftlicher Gemeinplätze keine Erkenntnistheorie. Warum nicht? Weil eine Erkenntnistheorie mehr ist, als eine Behauptung über etwas, wie Sabisch meint. Erkenntnistheorie beginnt da, wo eine Methode ersonnen wird, um für andere nachvollziehbar und überprüfbar zu begründen, warum Begriffe soziale Bedeutung tragen, woran man die soziale Bedeutung erkennt, wie man sie misst, wie man sie erklärt, wo sie relevant ist, und vor allem beginnt die Erkenntnistheorie da, wo der Gegenstand des Interesses von der Theorie über die Erkenntnismöglichkeiten getrennt wird. Zu behaupten, dass Begriffe sozial überformt sind, ist also keine Erkenntnistheorie, nicht einmal eine tiefgreifende Erkenntnis, sondern eine Trivialität:

Damit Katja Sabisch eine Idee davon erhält, was eine Erkenntnistheorie ist und was der Gegenstand einer Erkenntnistheorie ist, hier ein kurzer Beitrag, in dem Karl Raimund Popper seine Erkenntnistheorie beschreibt:

 

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