Wieder einmal ist ein Versuch von Genderisten, wissenschaftlichen Kriterien gerecht zu werden, gescheitert
Dieser Sebastion Scheele bespricht in dieser Zeitschrift „Switchboard“ die Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock. Er schreibt eine Rezension und verbindet seine Rezension mit einem wissenschaftlichen Anspruch. Zu Unrecht, wie sich bereits nach wenigen Zeilen herausstellt, denn Sebastian weiß nicht, wie man eine Rezension schreibt. Deshalb habe ich mich, schon weil ich in der Rezension auch namentlich angesprochen bin, bereit gefunden, Sebastian Nachhilfe zu erteilen.
Beginnen wir mit der Zielsetzung einer Rezension. Eine Rezension will dem Leser der Rezension einen Eindruck des rezensierten Werkes vermitteln. Dazu ist es notwendig, (1) den Inhalt des rezensierten Werkes in groben Zügen zu skizzieren, (2) den Inhalt in den Korpus bereits vorhandener Forschung einzureihen und (3) den Erkenntnisgewinn, der durch das rezensierte Werk ermöglicht (bzw. verunmöglicht) wird, zu bewerten. Kurz: Es geht um eine kritische Würdigung des rezensierten Werkes (sofern es etwas zu würdigen gibt).
Betrachten wir die „Rezension“ von Sebastian anhand dieser Kriterien, die eigentlich jedem, der ein Studium hinter sich hat und sich aufschwingt, eine von anderern verfasste Monographie oder einen Sammelband zu besprechen, geläufig sein sollten. Um den Erkenntniszugewinn für Sebastian zu maximieren, spiele ich das, was eine Renzension ausmacht, die als wissenschaftliche Rezension gelten will, nunmehr am Beispiel von seiner Rezension, als Rezension der Rezension durch.
Inhalt
Einordnung und Bewertung
Die „Renzension“ von Scheele ist keine wissenschaftliche Rezension. Zunächst fehlt eine grobe Darstellung des Inhalts der „Studie“ von Rosenbrock, so bleibt die Fragestellung, die Rosenbrock bearbeitet zu haben vorgibt, in der Rezension von Scheele unbekannt, so dass man sich als Leser unmittelbar die Frage stellt, wozu die Rezension geschrieben wurde. Dies leitet über zum zweiten Problem dieser Rezension. Sie hat nicht einmal den Anspruch, objektiv zu sein: Scheele wählt aus, was „er besonders erkenntnisreich“ fand (ohne anzugeben, warum er es besonders erkenntnisreich fand), er berichtet, was er „wertvoll“ findet (ohne anzugeben, warum er es wertvoll findet), er gibt an, was er für „extrem griffig“ hält. Dies alles hat in einer Rezension nichts zu suchen, denn eine Rezension ist kein Ort, an dem man seinen persönlichen Geschmack ausbreitet und sich vor der Lesergemeinde mit seinem guten oder schlechten Geschmack exhibitioniert, eine Rezension ist ein Ort, an dem man argumentativ deutlich macht, welchen Anspruch das rezensierte Werk verfolgt, wie der Anspruch umgesetzt wird, wie sich der Anspruch in den Korpus vorhandener Forschung einordnen lässt und wie der Anspruch eben vor diesem bereits vorhandenen Korpus im Hinblick auf den erreichbaren Erkenntnisgewinn beurteilt werden muss. Dazu ist es allerdings notwendig, Argumente zu formulieren und seine Argumente zu begründen. Scheele formuliert keine Argumente, er formuliert Geschmacksaussagen und versucht, „Einwände“, die gegen die „Studie“ von Rosenbrock vorgebracht wurden, ein Wissenschaftler hätte hier von Kritik gesprochen, dadurch zu diskreditieren, dass er behauptet, er könne keine Berechtigung dieser Einwände erkennen und die Quelle der Kritik sei gegen Genderismus. Kurz: Scheele verlangt von seinen Lesern, dass sie seinen Geschmack gut finden und seiner Einschätzung vertrauen, so wie der Führer eines Kultes von seinem Gefolge unbedingten Gehorsam im Hinblick auf seine Person verlangt. Im Gegensatz zu Scheele hat ein Kultführer aber etwas zu bieten, zumindest eine Vision von der Zukunft oder persönliches Charisma, von beidem ist bei Scheele indes keine Spur.
Eines kann man der Betriebsamkeit im Netzwerk linker Genderisten jedoch entnehmen: die Angst vor einer Messung ihrer textualen Ausflüsse mit dem Methoden der Wissenschaft, denen sie bislang noch nie standgehalten haben. Und da Genderismus ohne eine finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung und mit den Mitteln der Steuerzahler schnell verschwunden wäre (wer würde schon für Genderismus bezahlen wollen, anders formuliert: außerhalb des Netzwerkes der Genderisten gibt es keine Nachfrage nach ihren Innenbetrachtungen), ist die Legitimation der genderistischen Aneinanderreihungen von Worten und Sätzen als „wissenschaftlich“ von besonderer Bedeutung. Anders formuliert: Im Netzwerk linker Genderisten scheint die blanke Existenzangst zu grassieren, der schwarze Peter „Arbeitslosigkeit“ geht um, und die Drohung mit Arbeitslosigkeit hat schwache Existenzen mit sozialisierter Persönlichkeit noch immer zur Konformität mit den geforderten Inhalten des jeweiligen Kults geführt.
Bildnachweis:
Rise and Rule
