Rosenbrock ein Schläger? Eine kurze Anmerkung

Hinrich Rosenbrock ist den Lesern von ScienceFiles als derjenige bekannt, der bei Ilse Lenz eine Magisterarbeit über die Männerbewegung geschrieben hat, die nicht einmal rudimentärsten Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit gerecht wird. Er ist ihnen zudem bekannt, weil diese Magisterarbeit von der Heinrich-Böll-Stiftung mit Steuerzahler-Mitteln aufgekauft und als eigene vermeintliche Expertise ausgegeben wurde. Wir haben darüber ausführlich berichtet und das Werk von Rosenbrock als den unwissenschaftlichen Unsinn dargestellt, der es nun einmal ist.

Nun geht derselbe Hinrich Rosenbrock einmal mehr durch die Blogosphere und durch Foren. Dieses Mal nicht als der Lieblings-Schüler der Feministen, nein, dieses Mal als böser Mann.

RosenbrockArne Hoffmann hat darauf hingewiesen, Hadmut Danisch hat sich bereits ausführlich mit “der Schlammschlacht unter Feministen” beschäftigt. Entsprechend wollen wir es bei zwei Anmerkungen belassen, die bislang aus unserer Sicht zu kurz gekommen sind:

Auch für Rosenbrock gilt die Unschuldsvermutung

Ausgangspunkt der Anschuldigungen ist ein Blogpost des Autonomen FrauenLesbenreferats Marburg, in dem es wie folgt heißt (Fehler finden sich im Original):

“Vor über einem Jahr schilderte uns eine Frau*, dass ihr durch den Soziologen Hinrich Rosenbrock Gewalt angetan wurde. Sie hatten als Mitbewohner*innen für einige Wochen eine persönlich enge Beziehung zueinander. Die Gewalt äußerte sich sowohl physisch, in Form von Schlägen und Tritten, als auch psychisch, durch extrem sexistische bzw. misogyne Beleidigungen sowie absichtsvoll und gezielt verletzende verbale Angriffe auf ihre Person, auf ihre Weiblichkeit.”

Der Ladenhüter liegt also seit einem Jahr beim FrauenLesbenreferat, und dort hat man sich jetzt entschieden, Rosenbrock an den Pranger zu stellen. Warum ausgerechnet jetzt, und wieso ohne dem Angeschuldigten die Möglichkeit einer Stellungnahme zu geben? Dafür war immerhin ein ganzes Jahr lang Zeit.

Wir leben nach wie vor in einem Rechtsstaat, auch wenn manche Feministen wie Ilse Lenz, (ja, die Ilse Lenz von Rosenbrock) die die Unschuldsvermutung abschaffen will, es gerne anders hätten. Und deshalb ist Folgendes erstaunlich (Fehler sind im Original):

“Neben ihrer bei der Polizei erstatteten Anzeige liegen Zeug*innenaussagen, ärztliches Attest und Fotos vor, die ihre Angaben bestätigen. Und selbst wenn sie all dies nicht der Fall wäre: Sie hat noch ihre eigene Stimme. Doch offenbar wird Frauen*, die Opfer häuslicher Gewalt sind, in feministischen Zusammenhängen, nicht mehr geglaubt. Und das macht uns wütend, deshalb ist dies ein wütender Text!”

AutonmelesbenmarburgWenn dem so ist, wieso hat die Polizei dann innerhalb von einem Jahr nichts getan? Gibt es ein Ermittlungsverfahren, oder ist die angebliche Straftat schlicht eingestellt worden? Das Ganze macht mehr den Eindruck eines publicity stunts oder einer gezielten Verunglimpfung von Hinrich Rosenbrock. Obwohl wir keinerlei Sympathien für Rosenbrock haben und ihm Heike Diefenbach schon vor Jahren geraten hat, er solle sich vorsehen, mit wem er sich abgibt, so gilt doch: Bis zum Beweis des Gegenteils ist Rosenbrock als unschuldig anzusehen.

Denn: auch wenn man beim FrauenLesbenreferat scheinbar der Ansicht ist, allein, dass eine Frau etwas sagt, beweise die Wahrheit des Gesagten, dem ist nicht so: Es gibt Frauen die lügen. Ziemlich viele. Und deshalb bedarf es der Beweise, der unabhängigen Zeugenaussagen, die man als Beleg der Kampagne des FrauenLesbenreferats erwartet hätte, schon damit das Ganze nicht in den Ruch kommt, eine geplante Rufmordkampagne zu sein.

Auch Frauen haben Hände!

Überhaupt, was ist das für eine Mitbewohnerin, die nicht in der Lage ist, sich zu wehren?

Wer Rosenbrock jemals gesehen hat, der hat eh Schwierigkeiten, hinter dem Buben einen Schläger zu entdecken. Aber selbst wenn man sich Rosenbrock als Schläger denkt und sich eine entsprechende Interaktion vorstellt, dann ist es doch verwunderlich, dass das vermeintliche Opfer nicht in der Lage ist, sich zu wehren, z.B. die Hände, die es von Geburt aus mitbekommen hat, zu verwenden.

Also: Entweder die Mitbewohnerin hat sich gewehrt, wie ein normaler Mensch das tun würde, dann hat es mit dem ganzen Affärchen sein Bewenden. Oder die Mitbewohnerin hat sich nicht gewehrt, dann muss man sich tatsächlich fragen, ob das passive Erdulden von Rosenbrockscher Gewalt, so es sie überhaupt gegeben hat, auf eine Form masochistischer Veranlagung zurückzuführen ist.

Die freiwillige Adaption der Opferrolle, die Feministen so gerne propagieren, hat weder mit der normalen Welt noch mit normalem Verhalten von Säugetieren etwas zu tun. Letztere setzen sich zur Wehr, wenn ihnen Gefahr droht, der sie sich nicht entziehen können.

Dies führt zurück zur Frage, was das FrauenLesbenreferat Marburg jetzt, also ein Jahr nach dem angeblichen Vorfall, mit dieser Veröffentlichung bezweckt.

Nun, die Antwort ist offenkundig und findet sich in der immer selben Inszenierung der Opferrolle, die auf einem Weltbild basiert, das primitiver nicht sein könnte. Dem Weltbild nach gibt es Männer, die agieren und gewalttätig sind, und es gibt Frauen, die nicht agieren können und passiv sind. Und weil Männer agieren, müssen Sie einen Willen haben, der durch Intelligenz angeleitet wird. Und weil Frauen nicht agieren können, können sie keinen Willen haben, was die Frage nach der Intelligenz gleich mitbeantwortet. Dass sich Personen, die derartige Prämissen mit sich herumtragen, Feministen nennen, ist eine der Absurditäten, die die Moderne produziert hat.

Und so lesen sich die eben dargestellten Prämissen beim FrauenLesbenreferat (Fehler im Original):

Inquisition2“Wir müssen wachsam sein und uns gegenseitig wertschätzen! Feminismus muss wieder ein Synonym für Solidarität werden, sonst macht kein Kampf mehr Sinn. Hinrich Rosenbrock ist ein gewalttätiger Mann. Er ist gefährlich und darf der Welt nicht erzählen, was Feminismus bedeutet. Wir appellieren hier an alle Menschen und erst recht an Feminist*innen: Duldet keine Gewalt gegen Frauen* und zeigt euch endlich solidarisch mit den Betroffenen!”

Dazu können wir nur feststellen: Wir leben nicht mehr im Mittelalter und nicht mehr im Dritten Reich. Die Zeiten, in denen eine Behauptung ausgereicht hat, um den Adressaten der Behauptung in die Fänge inquisitorischer Folterer oder ins Konzentrationslager zu schicken, sind vorbei. Ein Grund dafür ist die Unschuldsvermutung, und die gilt auch für Rosenbrock. Und bei aller Häme angesichts des Feministen-Paulus, der zum Saulus degradiert wurde, sollte das nicht vergessen werden.

Wie Sauerbier oder: wie Wikipedia als Propaganda Plattform gegen die Männerrechtsbewegung missbraucht wird

Die Heinrich-Böll Stiftung scheint ein Marketingproblem zu haben. Trotz vieler Anstrengungen, die aus Hinrich Rosenbrocks Magisterarbeit gezimmerte hauseigene Publikation “Die Antifeministische Männerrechtsbewegung” populär zu machen, hat sich bis auf wenige Mainstream-Medien kaum jemand bereit gefunden, über die “Studie” zu berichten, noch weniger haben sich bereit gefunden, positiv darüber zu berichten (die Ausnahme ist hier Spiegel-Online, aber das war vermutlich auch nicht anders zu erwarten). Aus Sicht des Marketing ist die Studie ein Ladenhüter oder in der Sprache der Boston Consulting Group ein “poor dog”, und zudem war die Studie nie etwas anderes als ein “poor dog”.

Um dem Ladenhüter Beine zu machen, hat man zwischenzeitlich eine Art Wanderzirkus zusammengestellt, in dem nicht nur Hinrich Rosenbrock auftreten darf, sondern auch Rolf Pohl, der allem Anschein seiner Homepage nach zu urteilen, Psychologe mit einem Hang zum Mystischen, nämlich zur Psychoanalyse ist und seit 2001 nach eigenen Angaben einen Lehrstuhl an der Universität Hannover “verwaltet”. Gastiert hat der Wanderzirkus indes erst einmal in den Räumlichkeiten der Heinrich-Böll-Stiftung in Hannover und geht man nach einem Beitrag in der Hildesheimer Zeitung, den Prof. Günter Buchholz zur Grundlage seines Beitrags auf Cuncti gemacht hat, dann war die Wanderzirkus-Kritik wiederum nicht im Sinne des Veranstalters. Statt die Angst vor der “rechtsextremen Männerbewegung”, die Rosenbrock und Pohl verbreiten wollen, in alle Welt zu tragen, hat Karl-Ludwig Baader in seinem Beitrag in der Hildesheimer Zeitung die Legitimation von Pohl und Rosenbrock, das zu verbreiten, was sie verbreiten, in Frage gestellt. Günter Buchholz hat dies zum Anlass genommen, sich der Frage zu widmen, ob die Heinrich-Böll Stiftung sich eigentlich der Volksverhetzung schuldig macht, eine Frage, die ich an dieser Stelle nicht weiterverfolgen will.

Vielmehr will ich hier eine kleine Analyse anstellen, die sich mit den in der marxistisch-leninistischen Welt so gebräuchlichen Hintertüren der Meinungsbeeinflussung beschäftigt. Mit Hintertüren der Beeinflussung meine ich den Versuch, Lesern in vermeintlich neutralen Medien eine Bewertung, zuweilen auch eine Diffamierung, unterzuschieben, um sie in die “richtig” Richtung zu beeinflussen (product placement nennt man das im Marketing).  Propaganda-Experten aller Generationen haben sich auf entweder die Kraft der Suggestion oder die der verdeckten Manipulation verlassen, deren Zweck darin besteht, eine bestimmte Bewertung, z.B. die Männerrechtsbewegung ist rechtsextrem, als normal, als gesellschaftlich geteilte Bewertung erscheinen zu lassen. Das Mittel der verdeckten Manipulation ist ein perfides, ein feiges Mittel, es stellt eine wissentliche Fehlinformation dar und bewegt sich außerhalb der Moral. Diese Bewertung, meine Bewertung, sei dem nun Folgenden vorangestellt.

Netzwerke bestehen aus miteinander verbundenen Akteuren. Analysen von Netzwerken haben entsprechend u.a. zum Ziel, Verbindungen unter den Akteuren aufzuzeigen. Netzwerkanalysen sind regelmäßig langweilig und schwierig zu lesen. Deshalb habe ich mich entschlossen, prosaische Qualitäten, die ich neu an mir entdeckt habe und von denen bislang nur ich weiß, in einer Art Theaterstück zu verarbeiten. Wie jedes Theaterstück, so beginnt auch mein Theaterstück, das eine Misere in drei Akten beschreibt, mit den Darstellern und wie immer gilt bei Theaterstücken, dass Übereinstimmungen mit der Wirklichkeit statistisch wahrscheinlich, aber dennoch zufällig sind:

  • Hinrich Rosenbrock, Autor einer Magisterarbeit, die keinen wissenschaftlichen Kriterien standhält,
  • Andreas Kemper, Herausgeber eines Buches, zu dem Hinrich Rosenbrock einen Beitrag geleistet hat und Autor von Texten auf Wikipedia, dort unter dem Pseudonym “schwarze Feder”.
  • Fiona Baine/SanFranFarmer/Finn – ein oder mehrere Autoren, die/der auf Wikipedia schreiben und “schwarze Feder” kennen.
  • Heinrich-Böll-Stiftung, nutzt das Geld von anderen, um politische Propaganda zu betreiben. Hat die Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock bezahlt und mit großen, zwischenzeitlich deutlich reduzierten Hoffnungen verbunden.
  • Rolf Pohl, Psychoanalytiker, der die Schauspieler meines Theaterstücks betreut, wenn er nicht gerade mit sich selbst beschäftigt ist.

Erster Akt: The Merchandise

Fiona Baine/Finn/SanFranFarmer hat/haben von der Existenz der Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock erfahren. Vermutlich ist “schwarze Feder” an der Weitergabe der heiklen Informationen nicht ganz unschuldig. Heikel ist die Magisterarbeit von Rosenbrock deshalb, weil sie niemand lesen will. Der Inhalt ist langweilig. Wissenschaftlich interessant ist die Magisterarbeit bestenfalls, wenn man darüber lehren will, wie man eine Magisterarbeit nicht schreibt, kurz: die Magisterarbeit ist ein Ladenhüter, und dies sehr zum Missfallen der Heinrich-Böll-Stiftung, die ein eigenes Interesse daran hat, die Magisterarbeit zu verbreiten, wird darin doch Schreckliches behauptet: Die Männerrechtsbewegung ist rechtsextrem. Aber: Nicht einmal mehr eine solche Behauptung reisst noch jemanden vom Hocker. Entsprechend ist guter Rat teuer, aber nicht unbezahlbar, denn: Fiona Baine/Finn/SanFranFarmer wären unter Umständen bereit, ihre Kontakte zur unbedarften Wikipedia, die zwar nicht gerade als Aushängeschild der richtigen Information bekannt ist, aber immerhin einen entsprechenden Anspruch verfolgt und von manchen auch so wahrgenommen wird, zu nutzen, um die Magisterarbeit von Rosenbrock in der Wikipedia zu verbreiten. Ob und welche Anreize und Motivatoren die Heinrich-Böll Stiftung über Mittelsmänner oder wie auch immer verteilt hat, der Handel ist zu Stande gekommen und Fiona Baine/Fin/SanFranFarmer gehen ans Werk. Rosenbrock und das, was er behauptet, wird nunmehr lanciert.

Zweiter Akt: The Work

Das Problem mit meinem zweiten Akt besteht darin, dass subversive Tätigkeiten nicht öffentlich sind. Entsprechend ist es in meinem Theaterstück, wie bei der Wikipedia, bei der Personen, deren Qualifikation und sonstige Tätigkeit unbekannt sind, sich anonym als Autoren über andere auslassen  können: Die Urheber bleiben im Dunkeln. Man muss sich somit eine Bühne vorstellen, auf der nur ein großer Bildschirm zu sehen ist, auf dem dann nacheinander, die folgenden Punkte erscheinen:

  • Wikipedia-Stichwort: Männerrechtsbewegung: Hier stellt “der Soziologe Hinrich Rosenbrock … fest, dass Männerrechtler das Internet zur Mobilisierung nutzen und dabei besonders aggressiv vorgehen”, wirft ihnen eine “gefährliche Offenheit zum Rechtsextremismus” vor und verweist auf Links aus Foren der Männerrechtsbewegung auf Seiten, die Rosenbrock für rechtsextrem hält. Verantwortlich für den Text: Fiona Baine
  • Wikipedia-Stichwort: MANNdat: Hier ist der nunmehr “Sozialwissenschaftler” Hinrich Rosenbrock der Ansicht, MANNdat lügt über die Anzahl seiner Mitglieder und weist darauf hin, dass MANNdat in der Männerrechtsbewegung gut vernetzt ist, auch zu bedenklichen Vereinigungen, also solchen die Rosenbrock für bedenklich hält, gebe es Verbindungen. Verantwortlich für den Text: Fiona Baine
  • Wikipedia-Stichwort: Gerhard Amendt: Zu Gerhard Amendt weiß der jetzt zum “Sozialpsychologen und Sozialanthropologen” mutierte Hinrich Rosenbrock, zu sagen, dass er eine der Schlüsselfiguren der “deutschen antifeministischen Männerrechtsbewegung” ist: “Amendts Forschungen” sind nach Ansicht von Rosenbrock, durch methodische Fehler geprägt und “zeichneten sich durch ihren antifeministischen und teilweise essentialistischen und homophoben Gehalt aus”. Verantwortlich für den Text: Fiona Baine
  • Wikipedia-Stichwort: Arne Hoffmann: Für nun nur noch “Hinrich Rosenbrock” ist Arne Hoffmann ein “‘populistischer Medienmacher’, der zwar nicht als rechter Ideologe bezeichnet werden könne, seine Bündnispartner für die Männerrechtsbewegung jedoch vor allem nach dem von ihm gesehenen Nutzen für diese und weniger nach deren demokratischen und ethischen Grundlagen auswähle”. Verantwortlich für den Text: Fiona Baine

Nachdem das Publikum die geballten Vorwürfe und die schändlichen Organisationen und Personen, die entweder mit bedenklichen anderen Organisationen verbunden sind oder denen gleich jegliche menschliche Qualifikation abgesprochen wird, weil sie entweder homophob sind oder skrupelose Menschen, die mit dem Teufel paktieren, wenn sie sich einen Vorteil davon versprechen, zugemutet bekommen hat, geht es in die Pause, damit sich die Besucher für den dritten Akt stärken können.

Dritter Akt: The Arrival of the Aliens

Der dritte Akt beginnt damit, dass Rolf Pohl im Traum eine Vision hat, den er, nach reiflicher psychoanalytischer Deutung und nach einem Selbstgespräch von zwei Stunden nicht anders deuten kann als als “bedenklich”. Derart ins Grübeln verfallen sitzt er am Rande der Bühne, im Pavillon, und harrt der Dinge, die da kommen, und die Dinge, die da kommen, sind Alien, Wesen von einem anderen Planeten, Wesen vom Planeten Ratio in der ultrafernen Galaxie der Vernunft, die in einer Sprache sprechen, die weder Hinrich Rosenbrock noch Fiona Baine/Fin/SanFranFarmer verstehen, denn sie reden von Anstand, von Moral, davon, dass man fremden Menschen mit Empathie und nicht mit Hass begegnet, davon, dass, egal, was die Heinrich-Böll Stiftung sagt, nichts eine Rechtfertigung dafür sein kann, dass man seinen Hass über andere ausgießt und versucht, sie öffentlich zu diskreditieren und zu erniedrigen.

Aber, so die Alien vom Planeten Ratio in der ultrafernen Galaxie der Vernunft, wenn man schon andere diskreditieren will, dann solle man das mit Argumenten und begründet tun. So betrachtet seien alle Versuche, die Männerrechtsbewegung und ihre Vertreter zu diskreditieren, unnützt, ja dilettantisch, wirkten wie das verzweifelte Suchen nach Belegen für die eigenen Antipathien. Nirgends, so die Alien, sei ersichtlich, warum wer als Beleg gewählt wurde, nach welchen Kriterien überhaupt Belege gesammelt worden seien, noch sei ersichtlich, wem, außer den eigenen niedrigen Motiven die vielen Worte auf den Seiten von Wikipedia dienten. An dieser Stelle zeigen die Alien sich als Befreier, die gekommen sind, um das “löbliche Unterfangen” der Wikipedia vom Unrat, den die ideologisch Blinden verbreiten, zu befreien. Das Theaterstück hat ein happy end. Es endet damit, dass Fiona Baine/Finn/SanFranFarmer und Hinrich Rosenbrock jeweils auf eine einsame Insel verbannt werden, auf der sie es und in Ermangelung profilgebender ideologischer Feinde einfach nur mit sich selbst aushalten müssen. Was aus Rolf Pohl wird, wissen wir nicht, ihm ist nicht habhaft zu werden, da unbekannt ist, auf welcher Bewusstseinsebene er gerade wandelt. Die Heinrich-Böll Stiftung wird weiterhin Steuergelder in politische Propaganda transformieren und, ja, stimmt, Andreas Kemper ist gar nicht vorgekommen, aber einmal ehrlich, haben Sie ihn vermisst?

End Game

Das war der amüsante Teil des Missbrauchs von Wikipedia. Der weniger amüsante Teil in Form eines offenen Briefes an Jimmy Wales, den Gründer von Wikipedia, folgt demnächst.

Bildnachweis:
Pogo Blog
Images Wikia

Zwergenaufstand – Neues aus dem Genderisten-Zirkus

Wieder einmal ist ein Versuch von Genderisten, wissenschaftlichen Kriterien gerecht zu werden,  gescheitert

Seit die Heinrich Böll Stiftung die Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock als Expertise präsentiert hat, ist bekannt, dass Männerrechtler miteinander reden, nicht nur untereinander, nein, sie reden auch über die Grenzen der “Bewegung” hinweg, denn im Gegensatz zu den “linken Genderisten” sind die rechten Männerrechtler ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens, also nicht des ideologisch eingebildeten Lebens, sondern des täglichen Lebens. Entsprechend redet man mit seinem Bäcker, seinem Bekannten im Fussballverein, seinem Zahnarzt oder seinem Postboten. Das hat den Vorteil, dass die für linke Genderisten so typische Verengung der Wahrnehmung der Wirklichkeit vermieden wird. So ist nun auch mir aus dem “Männernetzwerk” eine Rezension von einem Sebastian Scheele in einer “Zeitschrift für Männer und Jugendarbeit (Switchboard – Die Zeitschrift wirkt auch wie ein Switchboard – viele lose Enden und keine Verbindung zu irgend etwas…)” “zugespielt” worden.

Dieser Sebastion Scheele bespricht in dieser Zeitschrift “Switchboard” die Magisterarbeit von Hinrich Rosenbrock. Er schreibt eine Rezension und verbindet seine Rezension mit einem wissenschaftlichen Anspruch. Zu Unrecht, wie sich bereits nach wenigen Zeilen herausstellt, denn Sebastian weiß nicht, wie man eine Rezension schreibt. Deshalb habe ich mich, schon weil ich in der Rezension auch namentlich angesprochen bin, bereit gefunden, Sebastian Nachhilfe zu erteilen.

Beginnen wir mit der Zielsetzung einer Rezension. Eine Rezension will dem Leser der Rezension einen Eindruck des rezensierten Werkes vermitteln. Dazu ist es notwendig, (1) den Inhalt des rezensierten Werkes in groben Zügen zu skizzieren, (2) den Inhalt in den Korpus bereits vorhandener Forschung einzureihen und (3) den Erkenntnisgewinn, der durch das rezensierte Werk ermöglicht (bzw. verunmöglicht) wird, zu bewerten. Kurz: Es geht um eine kritische Würdigung des rezensierten Werkes (sofern es etwas zu würdigen gibt).

Betrachten wir die “Rezension” von Sebastian anhand dieser Kriterien, die eigentlich jedem, der ein Studium hinter sich hat und sich aufschwingt, eine von anderern verfasste Monographie oder einen Sammelband zu besprechen, geläufig sein sollten. Um den Erkenntniszugewinn für Sebastian zu maximieren, spiele ich das, was eine Renzension ausmacht, die als wissenschaftliche Rezension gelten will, nunmehr am Beispiel von seiner Rezension, als Rezension der Rezension durch.

Inhalt

Sebastian Scheele bespricht die “gut 170seitige Studie” von Hinrich Rosenbrock und beginnt seine Rezension gleich damit, die Studie als zu umfangreich zu bezeichnen, um besprochen zu werden. Aus der von ihm wahrgenommenen Komplexität der Studie leitet Scheele die Notwendigkeit ab, die Studie nur in den Teilen zu besprechen, die er “besonders erkenntnisreich fand”. Er will “Leseempfehlungen” geben. Die Leseempfehlungen betreffen eine Typisierung auf Grundlage von Geschlecht, Gleichheit und Frauen, der Scheele einen großen Orientierungswert attestiert, da sie die Heterogenität rechter Männerrechtler zeige und die integrierende Funktion deutlich mache, die der Antifeminismus spiele. “Wertvoll” findet Scheele eine weitere Typisierung, die “extrem griffige” Begriffe wie “populistische[r] Medienmacher” und “antifeministische[r] Internet-Fundamentalist” umfasst, wobei sich Scheele hier offensichtlich vertan hat, denn die Begriffe sind nicht “griffig”, sie sind diskreditierend gemeint und stellen somit Verleumdungen dar, entsprechend wäre ihre nicht vorhandene wissenschaftliche Objektivität zu bemängeln gwesen.  Scheele  bemängelt statt dessen die fehlende “Tiefenstruktur” in der Rosenbrockschen Analyse der “Stellungnahmen” der “einzelnen Gruppen”, ist aber dennoch der Ansicht, die Typisierung gebe jedem, der sich über “schräge Anfragen” oder “schockierende Internetkommentare” wundere, die Möglichkeit, “schlechte Laune” zu vermeiden. Schließlich setzt sich Scheele mit den Reaktionen auf die “Studie” von Rosenbrock auseinander und identifziert zwei “häufige Einwände”: (1) die Rosenbrocksche “Studie” stigmatisiere die Männerbewegung als rechts und (2) die Rosenbrocksche “Studie” sein unwissenschaftlich. Der erste Einwand ist Scheele nach der Lektüre des “entsprechenden Kapitels” der Rosenbrockschen Studie, in dem der “Akteur … wgvdl” besprochen wird, nicht nachvollziehbar. Der zweite Einwand ist, wie Scheele befindet, eine durchsichtige Ausweichstrategie, die auf sciencefiles.org zurückgeht, einem blog, dem “es hauptsächlich um die Diskreditierung des angeblich zum Totalitarismus führenden ‘Genderismus’ geht”.

Einordnung und Bewertung

Die “Renzension” von Scheele ist keine wissenschaftliche Rezension. Zunächst fehlt eine grobe Darstellung des Inhalts der “Studie” von Rosenbrock, so bleibt die Fragestellung, die Rosenbrock bearbeitet zu haben vorgibt, in der Rezension von Scheele unbekannt, so dass man sich als Leser unmittelbar die Frage stellt, wozu die Rezension geschrieben wurde. Dies leitet über zum zweiten Problem dieser Rezension. Sie hat nicht einmal den Anspruch, objektiv zu sein: Scheele wählt aus, was “er besonders erkenntnisreich” fand (ohne anzugeben, warum er es besonders erkenntnisreich fand), er berichtet, was er “wertvoll” findet (ohne anzugeben, warum er es wertvoll findet), er gibt an, was er für “extrem griffig” hält. Dies alles hat in einer Rezension nichts zu suchen, denn eine Rezension ist kein Ort, an dem man seinen persönlichen Geschmack ausbreitet und sich vor der Lesergemeinde mit seinem guten oder schlechten Geschmack exhibitioniert, eine Rezension ist ein Ort, an dem man argumentativ deutlich macht, welchen Anspruch das rezensierte Werk verfolgt, wie der Anspruch umgesetzt wird, wie sich der Anspruch in den Korpus vorhandener Forschung einordnen lässt und wie der Anspruch eben vor diesem bereits vorhandenen Korpus im Hinblick auf den erreichbaren Erkenntnisgewinn beurteilt werden muss. Dazu ist es allerdings notwendig, Argumente zu formulieren und seine Argumente zu begründen. Scheele formuliert keine Argumente, er formuliert Geschmacksaussagen und versucht, “Einwände”, die gegen die “Studie” von Rosenbrock vorgebracht wurden, ein Wissenschaftler hätte hier von Kritik gesprochen, dadurch zu diskreditieren, dass er behauptet, er könne keine Berechtigung dieser Einwände erkennen und die Quelle der Kritik sei gegen Genderismus. Kurz: Scheele verlangt von seinen Lesern, dass sie seinen Geschmack gut finden und seiner Einschätzung vertrauen, so wie der Führer eines Kultes von seinem Gefolge unbedingten Gehorsam im Hinblick auf seine Person verlangt. Im Gegensatz zu Scheele hat ein Kultführer aber etwas zu bieten, zumindest eine Vision von der Zukunft oder persönliches Charisma, von beidem ist bei Scheele indes keine Spur.

Somit stellt sich zum Abschluss der Nachhilfe die Frage, warum hat Sebastian Scheele diese Sätze über die Studie von Hinrich Rosenbrock aneinander gereiht, die für jeden, der nicht seinen Geschmack teilt und ihn für einen nicht vertrauenswürdigen Zeitgenossen hält, reine physische Erleichterung darstellen. Motive sind bekanntlich ididosynkratisch und können nur auf Grund von Randbedingungen aggregiert werden. Die Randbedingungen, die bei Sebastian Scheele wohl eine Rolle spielen, sind seine frühere Aktivität für die Heinrich-Böll-Stiftung (vielleich auch seine (alte) “Verbundenheit” mit der Stiftung), seine ehemalige Beschäftigung im GenderKompetenzZentrum der Humboldt Universität und die Tatsache, dass die “Zeitschrift”, in der er seine “Renzension” veröffentlicht hat, dem näheren Umfeld des BMFSFJ (und vermutlich auch der entsprechenden Begünstigtenliste) zuzurechnen ist. Dieses Netzwerk “linker Genderisten” deutet auf die eigentliche Zielsetzung der “Rezension”, die der Diskreditierung, denn wie anders kann man einen Beitrag werten, der kein einziges Argument enthält, aber eine Vielzahl von Wertungen und Unterstellungen?

Eines kann man der Betriebsamkeit im Netzwerk linker Genderisten jedoch entnehmen: die Angst vor einer Messung ihrer textualen Ausflüsse mit dem Methoden der Wissenschaft, denen sie bislang noch nie standgehalten haben. Und da Genderismus ohne eine finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung und mit den Mitteln der Steuerzahler schnell verschwunden wäre (wer würde schon für Genderismus bezahlen wollen, anders formuliert: außerhalb des Netzwerkes der Genderisten gibt es keine Nachfrage nach ihren Innenbetrachtungen), ist die Legitimation der genderistischen Aneinanderreihungen von Worten und Sätzen als “wissenschaftlich” von besonderer Bedeutung. Anders formuliert: Im Netzwerk linker Genderisten scheint die blanke Existenzangst zu grassieren, der schwarze Peter “Arbeitslosigkeit” geht um, und die Drohung mit Arbeitslosigkeit hat schwache Existenzen mit sozialisierter Persönlichkeit noch immer zur Konformität mit den geforderten Inhalten des jeweiligen Kults geführt.

Bildnachweis:
Rise and Rule

Religiöse Schriften aus der Böll-Stiftung: Ode an den Feminismus

Kennen Sie auch die Ansichten eines Clowns? Diesen unsäglichen Roman über einen suizidalen Clown, dessen trübe Stimmung dem regnerischen Wetter in nichts nachsteht? Überhaupt regnet es bei Böll immer, wenn die Helden seiner Romane gerade einmal Trübsal blasen. Öde Langeweile in fahle Bilder gegossen. Die Böll-Stiftung hat sich dies zum Vorbild genommen und bemüht sich nach Kräften, öde Langeweile zu vertreiben und bedruckte Seiten unter Menschen zu bringen, die auch ohne die entsprechenden Schriften hätten gut, vermutlich sogar besser, leben können. Das neueste Werk aus der Böllschen Langeweile-Reihe trägt den Titel, “Die Antifeministische Männerrechtsbewegung”. Und obwohl man in dem Werk viele Bekannte und Sympatieträger der Männerrechtsbewegung findet, Arne Hoffmann, Eugen Maus oder Gerhard Amendt, mag so richtig beim Leser kein Interesse aufkommen – dazu ist das Werk zu nichtssagend, zu belanglos.

Dies widerspricht dem Klappentext, wie er sich bei der Böll-Stiftung findet. Eine Expertise sei das von Hinrich Rosenbrock zusammengeschusterte Allerlei, und es inkorporiere alle Bestandteile eines guten Romans, “hate speech”, “Antifeminismus”, “Männer als Opfer” und “Polarisation”. So motiviert, nimmt man die 175 Seiten zur Hand und – gähn – Langeweile allenthalben.  Doch dazu im Einzelnen.

Gleich vorweg, das ist keine Wissenschaft, was der Herr Rosenbrock da zusammen geschrieben hat. Wissenschaft ist eine Methode, methodisches Vorgehen. Davon scheint Rosenbrock überhaupt noch nie etwas gehört zu haben, denn ein Methodenkapitel fehlt in seiner 175seitigen “Expertise” völlig. Er schreibt einfach drauf los. Er gibt nicht an, wie er seine Forschungsgegenstände ausgewählt hat, warum er genau die ausgewählt hat, die er ausgewählt hat, er beschreibt nicht, welche Methode er nutzt, um seinen Forschungsgegenstand zu analysieren, kein Wort etwa von qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring, 2008), Inhaltsanalyse (Früh, 2007, Rössler, 2005), von dokumentarischer Methode (Bohnsack, 1999), objektiver Hermeneutik (Oevermann, 1986), Medieninhaltsforschung (Bonfadelli, 2002),  Grounded Theory (Glaser & Strauss, 2006) oder etwa “Content Analysis of the World Wide Web (Weare & Lin, 2000) .

Nun ist es ein bekanntes Phänomen, dass Genderisten zumeist Angst vor Zahlen und quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung haben (zu männlich!), aber dass Rosenbrock offensichtlich bar jeglicher Kenntnis auch über die Grundlagen qualitativer Sozialforschung ist, und daher nicht weiß, dass man nicht einfach in die Welt gehen kann, Eindrücke sammeln und dann schreiben, was einem in den Sinn kommt, legt den Schluss nahe, dass er besser “Methoden der empirischen Sozialforschung” als “Gender Studies” belegt hätte. Einfach losziehen und darüber palavern, was ihm in den Sinn kommt, das konnte sich nur Eichendorffs Taugenichts leisten. Aber der Taugenichts war auch kein Wissenschaftler, und deshalb war es für ihn nicht notwendig, die eigenen Ergebnisse anderen nachvollziehbar zu machen. Notwendig ist das, wenn man für sich in Anspruch nimmt, zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt beizutragen. Daher führt das Fehlen jeglicher Methode auf den 175 Seiten Text von Rosenbrock dazu, dass der Text schlicht kein wissenschaftlicher Text ist. Er ist eine Ansammlung von willkürlich gesammelten Eindrücken, von denen niemand, außer dem Autor weiß, warum sie wichtig sein sollen. Das Fehlen jeglichen wissenschaftlichen Standards schließlich führt dazu, dass  angenommen werden muss, dass es Rosenbrock in seinem Text nicht darum geht, Erkenntnisse über “die Männerrechtsbewegung” zu gewinnen, sondern darum, “die Männerrechtsbewegung” zu diskreditieren.

Rosenbrock schreibt folglich seinen Katechismus. Rosenbrocks Glaubensbekenntnis bezieht sich auf den Feminismus. Feminismus ist gut, heilig und steht über jeder Kritik, wenngleich Rosenbrock mehrfach eingesteht, dass es “den Feminismus” nicht gibt. Dessen ungeachtet gibt es nichts daran zu deuteln: Feminismus ist Katholizismus unserer Zeit, wer ihn kritisiert, wird mit der gesammelten finanziellen Macht der Stiftungen von SPD, Grünen und GEW belegt. Sie alle versuchen, “medialen Einfluss zu gewinnen, z.B. durch Aktionen und Pressemitteilungen, aber auch durch eine massive Verzerrung der Realität” (Rosenbrock, 2012, S.123). Dieses Zitat habe ich mir freilich von Rosenbrock geliehen, denn er sieht – wie es scheint – die beschriebenen Aktivitäten, mit denen im Vorfeld z.B. in der TAZ und durch eine Pressemitteilung der Böll-Stiftung die Werbetrommel für seine 175 Seiten gerührt wurde, nur dann als verwerflich an, wenn die Werbetrommel für Inhalte gerührt wird, die er nicht für gut befindet, die seinem Glauben widersprechen.

Dass seine 175seitige Ode an den Feminismus ein Glaubensbekenntnis ist, zeigt sich auch daran, dass an keiner Stelle auch nur ein Versuch unternommen wird, die Kritik, die er bei Männerrechtlern ausmacht, mit Praktiken des Feminismus zu konfrontieren, um einmal zu prüfen, ob die Kritik vielleicht zutrifft. Für Rosenbrock ist Kritik des Teufels, und entsprechend schreibt er Sätze wie den folgenden: “Pauschale Unterstellungen und Diffamierungen (‘Frauen prügeln soviel oder mehr als Männer’) in den Medien oder Internetforen gilt es richtig zu stellen” (Rosenbrock, 2012, S.156). Wer dem Feminismus und damit Frauen wie Rosenbrock in der hier dargestellten Weise heilig spricht, dem entgeht, dass die Aussage, die als Beleg für die Verwerflichkeit anderer angeführt werden soll, eine empirische Aussage ist, also weder eine pauschale Unterstellung noch eine Diffamierung.

Damit aus Herrn Rosenbrock vielleicht doch noch ein Wissenschaftler wird und damit die Steuergelder, die bislang in seine Ausbildung investiert wurden, nicht völlig umsonst waren, will ich Herrn Rosenbrock einmal in einer Sprache erklären, die selbst er verstehen sollte, warum das, was er für diffamierend hält, weil es seinem Glauben widerspricht, nicht diffamierend ist. Also: die Aussage, “Frauen prügeln soviel oder mehr als Männer” ist eine empirische Aussage. Sie sagt etwas über die Realität aus. Man kann sie prüfen. Und weil schon viele Studien zu Gewalt, weiblicher wie männlicher Gewalt, durchgeführt haben und sich dabei gezeigt hat, dass auch die von Rosenbrock heilig gesprochenen Frauen, zuschlagen können, wäre es spannend zu untersuchen, wer nun mehr prügelt. Da ich kein biologisches Weltbild habe, würde ich vermuten, dass beide Geschlechter gleichermaßen prügeln, dass es die reine gewaltlose Magd, der Rosenbrock huldigt, also nicht gibt. Da die Prügel-Aussage empirisch prüfbar ist, ist sie ganz offensichtlich keine Diffamierung und auch keine Pauschalisierung.

Eine Diffamierung ist eine gezielte Verleumdung Dritter, also eine absichtlich lancierte unwahre Aussage (z.B. im Rahmen so genannter “Expertisen)  mit dem Ziel, z.B. seinen politischen Gegner in ein schlechtes Licht zu rücken. Wenn also jemand behaupten würde, dass Hinrich Rosenbrock einen 175seitigen Text nur deshalb geschrieben hat, weil er für Geld alles tut und derselbe jemand ihn dann mit ganz unheiligen Frauen die an Straßenrändern stehen und auf Nachfrager ihrer Dienste warten, vergleichen würde, dann wäre dieser Vergleich, dann, wenn Rosenbrock die 175 Seiten nicht wegen des Geldes, sondern z.B. aus intrinsischer Motivation heraus geschrieben hätte, möglicherweise eine Diffamierung, in ähnlicher Weise wäre die Aussage, Rosenbrock habe keine Ahnung von Wissenschaft, dann eine ungerechtfertigte Pauschalisierung, wenn er in seinem 175seitigen Text methodische Erwägungen angestellt hätte.

Ansonsten findet sich auf den 175 Seiten nichts, was neu wäre. Der Autor stellt fest, dass Argumente, die von denen, die er als Männerrechtler bezeichnet, genutzt werden, auch von denen genutzt werden, die er als “Neue Rechte” einstuft, und er – schrecklich, schrecklich – findet ähnliche Aussagen wie sie von besagten Männerrechtlern gemacht werden, im Schrifttum des norwegischen Attentäters Anders Breivik. Besser kann man sein Unverständnis darüber, was Wissenschaft ist, nicht dokumentieren als mit diesem ad hominem, über dessen Verwendung sich bereits Aristoteles (in griechisch) aufgeregt hat. Herr Rosenbrock, ein Argument wird nicht dadurch richtig, dass es eine bestimmte Person (also z.B. Sie) ausspricht, und es wird auch nicht dadurch falsch, dass es eine bestimmte Person (z.B. Breivik) ausspricht. Ein Argument ist dann falsch, wenn es an der Realität scheitert, d.h. falsifiziert wurde. Der Wahrheitswert einer Aussage ist völlig unabhängig von der Person dessen, der die Aussage trifft. So schwierig zu verstehen ist das doch eigentlich nicht – oder?

Weiter  findet sich die alte Kamelle des Gender Pay Gaps und die langsam nervtötende Repetition der Behauptung, Jungen seien keine Bildungsverlierer. Allerdings muss man Rosenbrock zu Gute halten, dass er den Gegenstand der Bildungsnachteile von Jungen auf eine neuartige und in Zynismus kaum zu überbietende Art und Weise angeht: “So erreichen 20 Prozent der Jungen die allgemeine Hochschulreife und sind sicher keine Bildungsverlierer” (Rosenbrock, 2012, S.78).  Ja dann! Wen kümmert es schon, dass Jungen deutlich seltener die Hochschulreife erreichen als Mädchen, wen kümmert es, dass deutlich mehr Jungen auf Sonderschulen und Hauptschulen zu finden sind als Mädchen, und wen kümmert es, dass deutlich mehr Jungen als Mädchen ganz ohne Schulabschluss bleiben?  Nebenbei bemerkt ist “Verlierer” ein relativer Begriff, den man nicht einfach absolut in den Raum stellen kann (oder Pauschalisieren kann…). Um ihn mit Sinn zu füllen, wäre es daher notwendig, die Gewinner zu nennen – trauen Sie sich, Herr Rosenbrock, wenn Sie wirklich glauben, dass Frauen nicht prügeln.

Bevor Rosenbrock der Sekte der Genderisten beigetreten ist, hat er Sozialpsychologie studiert, und entsprechend sollten ihm die Gefahren einer In-Group-Bildung bekannt sein. Diese Gefahren haben eine ganze Reihe von Kriminologen im Rahmen einer Subkultur-Theorie beschrieben (Shaw & McKay, 1972, Trasher, 1927, Yablonski, 1962;): Die In-Group entwickelt eigene Gruppennormen, schließt sich gegen die Außenwelt ab, gewinnt Status daraus, dass gegen die Normalität der Außenwelt verstossen wird und vieles mehr. Gender-Lehrstühle und Gender-Graduierten-Kollege, die erste Adresse, wenn es darum geht, Verschleißmaterial für den ideologischen Krieg zu rekrutieren, scheinen mir alle Kriterien einer Subgruppe, wenn nicht gar Sekte zu erfüllen. Vertreter dieser Ingroup finden nichts dabei, öffentlich ihr Unwissen im Hinblick auf wissenschaftliches Arbeiten zur Schau zu stellen (sie merken nichts mehr), sie finden nichts dabei, sich als Vasallen vor einen Karren spannen zu lassen, auch wenn sie nicht die Kraft haben, den entsprechenden Karren zu ziehen und auch nichts dabei, dass nachdem sie die Kraft verlassen hat und sie am Wegrand zusammengebrochen sind, sie von ihren Kutscherinnen beseite geschubst werden (Frauen treten nicht), und sie nehmen ihre komplette Persönlichkeit daraus, dass sie sich dem entsprechenden Genderisten-Lager, dem Lager der Guten, den Erwählten zuordnen. Dass ausgerechnet aus einem derart beschriebenen totalitären Lager anderen der Vorwurf gemacht wird, sie seien extrem, ist einerseits eine Ironie der Geschichte, andererseits eine Tragödie, die man nur bedauern kann.

Bleibt zum Abschluss noch zu fragen, wie die Böll-Stiftung auf die Idee kommt, die 175 Seiten Text, die Rosenbrock verfasst hat, würden sich als “Expertise” qualifizieren, seien mehr als eine willkürliche Ansammlung persönlicher Ansichten und Bewertungen und damit etwas anderes als ein Roman von Heinrich Böll. Für den Fall, dass der Böll-Stiftung eine Antwort auf diese Frage einfällt, schlage ich vor, die Pressekonferenz, die sich mit der Beantwortung beschäftigt, der Tristesse des Gegenstands angemessen an einem Regentag stattfinden zu lassen.

Wie immer hat mich Dr. habil. Heike Diefenbach durch lebhafte Diskussionen und viele Hinweise und Anregungen bei der Abfassung dieses Textes unterstützt.

Literatur

Bohnsack, Ralf (1999). Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in Methodologie und Praxis qualitativer Forschung. Opladen: Leske & Budrich.

Bonfadelli, Heinz (2002). Medieninhaltsforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Konstanz: UVK.

Mayring, Philipp (2008). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim: Beltz.

Früh, Werner (2007). Inhaltsanalyse. Konstanz: UVK.

Glaser, Barney G. & Strauss, Anselm L. (2006). The Discovery of Grounded Theory: Strategies for Qualitative Research. New Brunswick: Aldine.

Oevermann, Ulrich (1986). Kontroversen über sinnverstehende Soziologie – Einige wiederkehrende Probleme und Mißverständnisse in der Rezeption der ‘objektiven Hermeneutik’. In: Aufenanger, Stefan & Lenssen, Margit (Hrsg.). Handlung und Sinnstruktur. München: Kindt, S.19-83.

Rössler, Patrick (2005). Inhaltsanalyse. Konstanz: UVK.

Shaw, Clifford R. & McKay, Henry D. (1972). Juvenile Delinquency and Urban Areas. Chicago: University of Chicago Press.

Trasher, Frederic M. (1927). The Gang. Chicago: Chicago University Press.

Weare, Christopher & Lin, Wan-Ying (2000). Content Analysis of the World Wide Web – Opportunities and Challenges. Social Science Computer Review  18(3): 272-292.

Yablonski, Lewis (1962). The Violent Gang. London: Macmillan.

Und der religiöse Text:
Rosenbrock, Hinrich (2012). Die antifeministische Männerbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung. Berlin: Heinrich Böll Stiftung

Bildnachweis:
Blueberrymuffins

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