Dummheit ohne Grenzen: Gender-Kinder spielen Wissenschaft

Genderisten und denen, die an Gender Studies und dem Drumherum von Gender Mainstreaming verdienen, geht momentan der A… Hintern auf Grundeis. Die Angst, nach der nächsten Bundestagswahl nicht mehr die üppige öffentliche Finanzierung vorzufinden, die notwendig ist, um die vielen Gender-Mäuler zu stopfen, sie geht um.

Und deshalb wird das vorhandene Geld mit zwei Händen aus dem Fenster geworfen. Gerade haben die Rosa-Luxemburg und die Heinrich-Böll-Stiftung eine Broschüre veröffentlicht, die schon den zukunftsweisenden Titel „Gender Raus!“ trägt, da hat sich auch die Friedrich-Ebert-Stiftung in die Reihe derer eingereiht, die der Welt erklären wollen, warum Genderismus und Gender Studies so unglaublich wichtig für die Menschheit sind und die mit diesem Versuch so erbärmlich scheitern.

Das Märchen von der Gender-Verschwörung“, so haben Dorothee Beck und Barbara Stiegler ihr Pamphlet genannt, mit dem sie „Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft“ liefern wollen. Aber vielleicht nehmen wir das mit den Argumenten auch zu ernst. Die Aufmachung des Pamphlets spricht eher für eine Zielgruppe, die man im Kindergarten oder unter Vorschulkindern vermuten muss. Wenn es der Stiftung, die den Namen eines Mannes trägt, der ernst zu nehmen war, darum geht, die FES der Lächerlichkeit preis zu geben, dann ist dies mit „Das Märchen von der Gender-Verschwörung“ gelungen. Es macht den Eindruck als sei es von noch nicht Erwachsenen für Kinder geschrieben, die zwar Lesen, aber nicht verstehen können.

Deshalb hatten wir keine Lust, diesem infantilen Pamphlet mehr als zwei Stunden zu widmen, zwei Stunden, in denen wir uns die Seiten 32 bis 35 vorgenommen haben, Seiten, auf denen eigentlich, um den Untertitel zu zitieren, „Argumente“ gemacht werden sollen, und zwar dafür, dass Gender Studies ein wichtiges Fach an Hochschulen darstellen.

Es werden aber keine Argumente gemacht, wenngleich man goutieren muss, dass die Autorinnen versuchen, Argumente zu machen. Umso mehr Mitleid muss man ob des kompletten Scheiterns dieses Versuchs haben.

Immerhin können wir den Autorinnen attestieren, dass sie es in nur wenigen Sätzen schaffen, sich zu widersprechen, eine Leistung, die man als rationaler Mensch kaum wiederholen kann. So steht geschrieben auf Seite 35:

„Die gesamte Wissenschaft wurde über Jahrhunderte nur von Männern betrieben. Fehlt es da nicht dem gesamten wissenschaftlichen Fundament unserer Zeit an Objektivität?“.

Diese Aussage tätigen die Autorinnen, nachdem sie gerade in weit spationierten Lettern festgestellt haben: „Objektivität hängt nicht vom Geschlecht der Forschenden ab, sondern von deren Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion.“

Der Satz offenbart natürlich ein vollkommen falsches Verständnis von Wissenschaft. Aber zunächst steht er in Gegensatz zur Relevanz, die der Feststellung, dass „[die] gesamte Wissenschaft über Jahrhunderte nur von Männern betrieben“ wurde, beigemessen wird. Wenn es nicht auf das „Geschlecht der Forschenden“ ankommt, dann ist es wurscht, wer in den letzten Jahrhunderten die wissenschaftlichen Fortschritte zu verantworten hat, die wir heute genießen und selbstverständlich voraussetzen.

Davon abgesehen, ist die Fähigkeit zur Reflexion sicher nützlich, hat aber gar nichts mit dem, was wir als regulative Idee der Wissenschaft bezeichnen, zu tun. Objektivität ist, anders als die Autorinnen meinen, nicht erreichbar, auch nicht durch „(Selbst-)Reflexion“. Deshalb haben sich Wissenschaftler spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts darauf geeinigt, eine Wahrheitstheorie zu verwenden, für die Alfred Tarski hauptverantwortlich ist (ein Mann, aber wir legen keinen Wert auf Geschlecht), symbolisiert in dem Satz, dass der Schnee genau dann weiß ist, wenn er weiß ist. Links vom sprachlichen Gleichheitszeichen steht die sprachliche Behauptung über die Realität, rechts davon die Überprüfung der Aussage an der Realität.

Nun kann sich die Überprüfung, die heute richtig war, morgen, im Licht neuer Ergebnisse und trotz aller Reflexion, ja selbst trotz aller (Selbst-)Reflexion als falsch erweisen, was dummerweise Konsequenz hat, dass wir Objektivität nicht erreichen können bzw. dann, wenn wir Objektivität tatsächlich erreicht hätten, nicht wissen könnten, dass wir sie erreicht haben. Deshalb sind Objektivität oder Wahrheit regulative Ideen. Wir Wissenschaftler streben danach, wohlwissend, dass wir beides nicht erreichen können bzw. nie wüssten, dass wir es erreicht haben. Das hat mit dem Induktionsproblem zu tun, aber das führt jetzt zu weit. Es reicht, wenn wir feststellen, dass die Autorinnen von Wissenschaft keine Ahnung haben.

Vielleicht haben sie deshalb ihr Pamphlet mit Fingerfarben erstellt.

Wie immer, wenn Personen sich in Diskurse einmischen, von denen sie auch nicht die Spur einer Ahnung haben, versuchen sie, mit allerlei Fehlschlüssen und Immunisierungen, Einfluss zu gewinnen. Wie immer, scheitern sie dann jämmerlich, wenn sie auf Wissenschaftler treffen.

Beispiel 1:
„In der Geschlechterforschung geht es darum, Ungleichheit, Diskriminierung und Ausgrenzung in der Gesellschaf zu untersuchen und abzubauen. Zweifel am Sinn der Geschlechterforschung werden vor allem von jenen geäußert, die genau daran kein Interesse haben“.

Fehlschluss der hastigen Generalisierung
Um eine solche Aussage zu machen, muss man eine Vollerhebung all derer haben, die die Geschlechterforschung kritisieren. Die Autorinnen haben mit Sicherheit keine Vollerhebung (schon weil sie mit ziemlicher Sicherheit gar nicht wissen, wie man so etwas, auch als Meta-Analyse bezeichnet und in Cohrans Q gemessen, macht.)

Arthur Schopenhauer hat den Kunstgriff, sich selbst eine über alle Maßen positiv konnotierte Position zu zugestehen und diejenigen, die Kritik an der eigenen Position üben, entsprechend zu diffamieren, schon vor mehr als 100 Jahren in seinem kleinen Brevier „Die Kunst, Recht zu behalten“ als eine der primitiveren, brachialeren Methoden dargestellt. Der Versuch der Autorinnen hat daran, dass diese Strategie nur mit Debilen funktioniert, nichts geändert. Oder: Den Kritikern der Gender Studies geht es um Nützlichkeit, Ehrlichkeit, Sinnhaftigkeit, Manipulationsfreiheit, was noch, …, vielleicht: Lauterkeit. Zweifel am Sinn der Kritik an Gender Studies werden vor allem von jenen geäußert, die genau daran kein Interesse haben.

Beispiel 2:
„Die Geschlechterforschung hat sich von einem Kind der Frauenbewegung zu einer wissenschaftlichen Disziplin entwickelt, die international etabliert ist. Sie ist durch die Wissenschaftsfreiheit in Art. 5 (3) des Grundgesetzes geschützt.“

Hier haben wir wirklich laut gelacht.
Man kann etwas nicht dadurch belegen, dass man das, was es zu belegen gibt, voraussetzt. Wenn Gender Studies durch Wissenschaftsfreiheit geschützt sein sollen, müssen sie Wissenschaft sein. Es wäre also zunächst zu zeigen, dass Gender Studies Wissenschaft sind, bevor man Wissenschaftsfreiheit reklamieren kann. Oder. Die Alchemie hat sich als wissenschaftliche Disziplin der Magie entwickelt. Sie genießt Wissenschaftsfreiheit.

Geschlechterforschung ist natürlich auch kein Kind der Frauenbewegung. Schon vor Jahren hat Dr. habil. Heike Diefenbach darauf hingewiesen, dass wir keine Lehrstühle für Gender Hokus Pokus brauchen, weil alles, was diese Lehrstühle an Erkenntnis verbreiten, längst in anderen Bereichen der Sozialwissenschaft stehendes Wissen ist. Schon Emile Durkheim hat in seinem Buch über den Selbstmord, das 1897 erstmals erschienen ist, z.B. Tabelle 4 „Anteil der Geschlechter an der Gesamtzahl der Selbstmorde“ abgedruckt: Intersektionalität und Geschlechterforschung in einem. 1897! Lange bevor die Genderisten die Kreuztabelle entdeckt und missverstanden haben. Lange bevor sie dachten, sie seien die ersten, die auf die Idee gekommen sind, zwei Variablen miteinander in Verbindung zu bringen.

Nein, hier kommt abermals nur die schreiende Unkenntnis der Autorinnen zum Ausdruck, die sich mit ihren Fingerfarben in Zukunft an Fenstern versuchen sollten …

Beispiel 3:

Die Gender Studies, so behaupten die beiden Ahnungslosen munter weiter, hätten u.a. die „Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern“ entdeckt. Wir fürchten, den Autorinnen steht ein Schock bevor.

Die Entgeltlücke wurde nicht von Genderisten entdeckt, das kann sie deshalb schon gar nicht, weil es die Entgeltlücke in der Weise, in der die Autorinnen dies denken, gar nicht gibt. (Selbst-)Reflexion hätte diesen Gedanken nahegelegt. Nein, der Wage Gap, er wurde von, Achtung jetzt kommt es: Ö K O N O M E N beschrieben, von M Ä N N L I C H E N Ö K O N O M E N. Er geht auf eine Idee von Gary Becker zurück, die fast zeitgleich von Ronald L. Oaxaka (1973) und Alan Blinder (1973) umgesetzt wurde.

Man nehme einen Unterschied im Aggregat z.B, in der Entgeltverteilung zwischen Kurzatmigen und Langatmigen und untersuche, ob dann, wenn alle Variablen, die ein Entgelt beeinflussen, also Arbeitszeit, Arbeitsbranche, Überstunden, Qualifikation, Arbeitserfahrung, Humankapital, Motivation usw. heraus gerechnet werden ein unerklärter Teil der Entgeltlücke bleibt. Also etwa so:

Gibt es einen unerklärten Teil, dann kann es sein, dass eine Diskriminierung von z.B. Langatmigen vorliegt oder dass man eine Variable vergessen hat. Tatsächlich verschwindet das Gender Pay Gap dann, wenn man für die oben genannten Variablen kontrolliert. Insofern haben wir den Gender Studies nicht die Entdeckung der „Entgeltlücke“ zu verdanken, sondern die der Wirklichkeit ins Gesicht schlagende Behauptung, es gebe eine Entgeltlücke und dieselbe sei auf Diskriminierung von Frauen zurück zu führen.

Eine Behauptung aufrecht zu erhalten, obwohl die Realität die entsprechende Behauptung als falsch erwiesen hat, ist jedoch das Kennzeichen einer Ideologie. Entsprechend sind Gender Studies eine Ideologie und die Autorinnen belegen dies einmal mehr mit ihrem Beispiel der „Entgeltlücke“, das sie als herausragende Errungenschaft der Gender Studies reklamieren.

Man fragt sich, ob Misteln auch derart wenig Kenntnisse über den Baum haben, von dem sie leben.

Einmal mehr demonstrieren Genderisten, eine erschreckende Unkenntnis von Wissenschaft, wissenschaftlichen Methoden, von Wissenschaftsgeschichte und von dem, was Wissenschaft insgesamt ausmacht. Deutlicher als die Autorinnen ihre Unkenntnis in Dingen der Wissenschaft demonstrieren, kann man sie nicht mehr demonstrieren. Dass ein derart vollkommener Blödsinn wie „Das Märchen von der Gender-Verschwörung“ von Steuerzahlern finanziert werden muss, ist einer der Skandale, an die man sich im Deutschland des Jahres 2017 (fast) schon gewöhnt hat.

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“Gender raus!” Von Steuerzahlern finanzierte Armseligkeit: Heinrich-Böll-„Stiftung“ beatmet Leichnam

Stellen Sie sich vor, Sie wollen eine neue Küche. Die alte Küche ist eben genau dies: alt. Etwas Neues, Modernes soll her. Sie gehen, wie Sie glauben, zu einem entsprechenden Spezialisten und bestellen das Modernste vom Modernen, geben dem vermeintlichen Spezialisten freie Hand und fahren in Urlaub, um der Baustelle im eigenen Haus zu entgehen.

Bei Ihrer Rückkehr erkennen Sie ihre Küche nicht wieder. Mitten im Raum, der einmal eine Küche war, thront ein Misthaufen. Um den Misthaufen herum sind Mülltonnen in unterschiedlichsten Farben angeordnet, der Abfluss erfolgt nicht mehr über Rohre sonder offen, über einen entsprechenden Tümpel, in dem sich bereits wenig appetitlich riechende Flüssigkeit angesammelt hat … Belassen wir es dabei. You got the general idea?!

Das Beste: Auf Ihre irritierte Nachfrage erklärt ihnen der “Spezialist”, man verfolge einen vom vorherrschenden Küchendesign abweichenden Ansatz und leiste einen ganz eigenen Beitrag zur Produktion von Essbarem.

Den Misthaufen in der Küche und die Ansammlung von Mülltonnen, die als Küche durchgehen sollen, nehmen wir jetzt und übertragen sie im Analogieschluss auf den neuesten Versuch aus dem Hause „Heinrich-Böll-Stiftung“, die Gender Studies zu retten. Die Heinrich-Böll-Stiftung ist natürlich keine Stiftung, sondern ein politischer Verein, den die Grünen gegründet haben und der von Steuergeldern lebt. Ohne die Steuergelder gäbe es die angebliche Stiftung nicht: Stiftungskapital ist Fehlanzeige.

Der Analogieschluss bezieht sich aber nicht auf die HB-Fake-Stiftung. Der Analogieschluss bezieht sich auf die mit Steuergeldern finanzierte Broschüre „Gender raus! 12 Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender Kritik“. Für den meisten Text, der in dieser Broschüre zusammengetragen ist, zeichnet eine Franziska Schutzbach verantwortlich, deren wissenschaftliche Meriten in Google Scholar schnell zusammengetragen sind (4 Einträge seit 2007; siehe Abbildung).

Es wird immer schwieriger für die HB-Fake-Stiftung, Willige zu finden, die naiv oder dumm genug sind, sich vor den räderlosen Karren des Genderismus spannen zu lassen. Die Qualität der Erzeugnisse, die von den entsprechenden No-Names erstellt werden, zeugt von diesen Schwierigkeiten.

Nein, die Analogie mit dem Misthaufen bezieht sich auch nicht auf die HB-Fake-Stiftungs-Broschüre, die Steuerzahler bezahlen mussten (Kosten für die Erstellung vermutlich irgendwo bei 30.000 Euro, Druck und Verbreitung noch mal soviel).

Unsere Analogie bezieht sich auf den Versuch, die „Gender Studies“ als Wissenschaft zu verkaufen, eine angebliche Richtigstellung, die sich auf den Seiten 16 und 17 der Broschüre findet. Nun ist die Kritik, die z.B. wir an Gender Studies vorbringen, ja nicht unerheblich. Wir haben an dieser Stelle schon häufiger auf die 30 Fragen hingewiesen, die wir an Gender Studierte verschickt haben, ohne dass wir bislang eine Antwort erhalten hätten. Da es sich dabei um Fragen handelt, die jeder Wissenschaftler im Schlaf beantworten können sollte, Fragen nach seinem Erkenntnisinteresse, seiner Epistemologie, seiner Methode, seiner Herangehensweise usw. muss man nach all der Zeit (immerhin sind zwischenzeitlich mehr als zwei Jahre vergangen) den Schluss ziehen, dass Gender Studierte die entsprechenden Fragen nicht beantworten können.

Aber halt, so haben wir gedacht: Die Richtigstellung, die Steuerzahler finanziert haben, sie enthält vielleicht Antworten zu den Fragen nach den Theorien, den Methoden, dem Erkenntnisinteresse, die die Gender Studies auszeichnen. Man mag sich unser Belustigung vorstellen, als wir Folgendes zu lesen bekommen haben:

“Richtig ist Die Frauen- und Geschlechterforschung sowie die Gender Studies arbeiten mit wissenschaftlichen Methoden und Theorien. Diese Forschungsrichtungen sind entstanden, weil die vorherrschende Wissenschaft oft nur die Geschichte und das Leben von Männern untersucht, also nicht objektiv forscht, sondern einseitig. Die Gender Studies beschäftigen sich mit (historischen) Fragen und mit Menschen, die oft vergessen oder ausgelassen wurden, und tragen auf diese Weise gerade zu mehr Objektivität bei.”

Kann man die vollkommene Ahnungslosigkeit und das vollkommene Fehlen einer wissenschaftlichen Methode besser auf den Punkt bringen als hier geschehen? Auf die Frage nach den wissenschaftlichen Methoden und Theorien der Gender Studies wird nicht etwa damit geantwortet, dass die entsprechenden Methoden und Theorien benannt werden, sondern mit der Behauptung, dass die „Gender Studies mit wissenschaftlichen Methoden und Theorien“ arbeiten. Wenn dem so wäre, dann wären Gender Studierte mit Sicherheit in der Lage, die entsprechenden Methoden und Theorien zu benennen. Dass sie es nicht sind, ist bezeichnend.

Die Behauptung, dass “die vorherrschende Wissenschaft oft nur die Geschichte und das Leben von Männern untersucht, also nicht objektiv forscht, sondern einseitig“ sei, kann man nicht anders als als Beleg für das Scheitern jeglichen Versuches, wissenschaftliches Leben in den Körper des Verfassers einzuhauchen, auffassen.

Fangen wir mit den offensichtlichen Fehlern an:

  • Eine einseitige Betrachtungsweise ist nicht das Gegenteil von Objektivität.
  • Das Gegenteil von Objektivität ist Subjektivität.
  • Deshalb kann eine einseitige Betrachtungsweise durchaus ein objektives Bild ergeben.
  • Wissenschaft strebt aber gar nicht danach, Objektivität festzustellen, sondern danach, sich der Objektivität, die gewöhnlich als regulative Idee der Wahrheit gefasst wird, zu nähern (Dazu Kapitel 5.1).
  • Dazu ist es notwendig, das, was man als Erkenntnis zu haben meint, an der Wirklichkeit zu prüfen.
  • Die Überprüfung von Hypothesen an der Wirklichkeit hat nun wiederum nichts mit dem Geschlecht des Testenden zu tun.
    Wenn Eis bei 30 Grad im Schatten schmilzt, dann tut es dies unabhängig davon, ob die Eistüte von einem Mann oder einer Frau gehalten wird.
  • Derartig genetische Fehlschlüsse sind bezeichnend für Halbgebildete, die der Ansicht sind, Forschungsergebnisse würden über Intentionen bestimmt und die Intentionen von Männern und Frauen seien unterschiedlich.
  • Zwar geben derartige Vorstellungen gut Auskunft über das, was im Kopf dessen, der sie hat, mit Bezug auf Wissenschaft falsch läuft, aber sie sagen absolut nichts über den Wissenschaftsprozess aus.
  • Letzterer wird nämlich durch die Anwendung wissenschaftlicher Methoden begründet. Wissenschaft ist eine Methode, eine Methode, Erkenntnis dadurch zu gewinnen, dass man Aussagen über die Wirklichkeit aufstellt und diese Aussagen an der Wirklichkeit überprüft.
  • Bislang gibt es kein anderes Verfahren, mit dem es möglich wäre zu testen, ob Aussagen über die Realität richtig sind oder nicht, als die entsprechenden Aussagen an der Realität zu testen. Insofern ist die „vorherrschende Wissenschaft“ die einzig mögliche Wissenschaft. Alles anderes ist Humbug.
  • Wenn Frau Schutzbach der Ansicht ist, man könne Wissenschaft auch intuitiv oder unter Auslassung des empirischen Tests oder auf Basis von Behauptungen, die man glauben muss, aber nicht testen kann, betreiben, dann ist dies der Punkt, an dem die eingangs gemachte Analogie zutrifft.
  • Wissenschaft hat nichts mit Intuition, Esoterik, Einbildung, ideologischem Quatsch wie Gleichstellung oder inhaltlichen Wunschvorstellungen und nicht prüfbaren Behauptungen zu tun. Wissenschaft und Gender Studies sind unvereinbar – inkompatibel. So wie Wissenschaft und Islamismus unvereinbar sind.

Dem kurzen Absatz oben, der – man mag es gar nicht schreiben -, der dazu gedacht ist, die Kritik an der Wissenschaftlichkeit der Gender Studies zu entkräften, folgen mehrere längere Absätze, in denen die Autorin ihrer Phantasie darüber, was Kritiker der Gender Studies gegen die Gender Studies vorbringen würden, freien Lauf lässt. Die Phantasie reicht von der Unterstellung primitiver Induktionsschlüsse, bis zur absurden Behauptung, wer naturwissenschaftlich argumentiere, könne Machtstrukturen und soziale Bedingungen nicht berücksichtigen, die nur noch dadurch übertroffen wird, dass Schutzbach Biologie und naturwissenschaftliche Argumentation gleichsetzt. Zur Erklärung, Schutzbach scheint mit “naturwissenschaftlicher Argumentation” ein formales deduktives Modell zu meinen. Entsprechend irrsinnig ist die Verbindung dieser formalen Methode des Schlussfolgerns mit dem Gegenstandsbereich der Biologie. Schutzbach ist ein würdiger Vertreter der Gender Studies: wenig Ahnung, aber keine Skrupel, die eigene Ahnungslosigkeit in die Welt zu posaunen.

So viel Ahnungslosigkeit hat aber nicht einmal die HB-Fake-Stiftung verdient. Okay, die haben es verdient. Jeder bekommt, was der Markt so hergibt, und der Markt der Gender Studies gibt, nun ja, Schutzbach her.

Das mangelnde Angebot in wissenschaftlicher Kompetenz, mit dem sich diejenigen konfrontiert sehen, die seit Jahren ein üppiges Auskommen dadurch gefunden haben, dass sie Steuerzahler für ihre Gender(-Wahn)-Phantasien bezahlen lassen, hat auf die Mannen der HB-Fake-Stiftung einen tiefen Eindruck hinterlassen. Und so kommt es, dass wir diese Besprechung des neuesten misslungenen Versuchs, die Gender Studies vom Stroh-Standard zum Gold-Standard zu alchemisieren, mit einer positiven Meldung abschließen können:

Den Genderisten bläst nach wie vor der Wind ins Gesicht.
Den Genderisten steht das Wasser bis zum Hals.
Die Steuergelder, die zur Förderung von Genderismus missbraucht werden, drohen zu versiegen.
Genderismus ist zum Ladenhüter geworden, den niemand mehr haben will, nicht einmal die willigen Käufer aus der Politik.
Entsprechend sehen sich die Genderisten in der HB-Fake-Stiftung in die Ecke gedrängt, am Rande, am linken Rande der Gesellschaft zusammengepfercht´, randständig in ihrer Subkultur, die heftige Anzeichen eines vollständigen intellektuellen Meltdowns – wie in „Gender raus!“ – zeigt.
Der Beleg für diese Aussagen, stammt aus dem Vorwort zu „Gender raus!“, in dem das Jammern, das vielleicht die einzige Methode ist, die Genderisten wirklich als Alleinstellungsmerkmal reklamieren können, zur folgenden Selbstbeschreibung der Randständigkeit von Genderisten geführt hat:


“Gender-Kritik und Anti-Gender-Hetze bilden eine Art Dach, unter dem sich sehr unterschiedliche, teils gegensätzliche Akteur*innen, Organisationen, Parteien und Gruppierungen bündeln und oft auch gemeinsam agieren. In Deutschland sind das unter anderen die extreme Rechte, die AfD, Pegida, verschiedene Männerrechtsgruppen, christlich-fundamentalistische Kreise sowie manche Journalist*innen, Publizist*innen und Wissenschaftler*innen. Gender‑Kritik ist auch in der bürgerlichen Mitte verbreitet und generell ein fester Bestandteil öffentlicher Debatten.”

Kritik an Genderisten kommt demnach von

  • Wissenschaftlern,
  • Publizisten,
  • Journalisten,
  • der Öffentichkeit,
  • Parteien,
  • Gruppierungen,
  • der AfD,
  • der Pegida,
  • der extremen Rechten,
  • von Männerrechtsgruppen,
  • aus christlich-fundamentalistischen Kreisen,
  • aus der gesellschaftlichen Mitte.

Es bleibt nicht mehr viel Platz für die Jünger des Genderheils. Wenn man die genannten Kritiker von der Bevölkerung subtrahiert, dann kommt man auf einer gedachten Normalverteilung am linken Rand an, bei den dort Randständigen. Das wiederum gibt der Schutz(bach)-Behauptung, nach der Gender Studies sich mit Menschen beschäftigen, die „oft vergessen oder ausgelassen“ würden, eine ganz neue Bedeutung, verweist darauf, dass Genderisten sich vornehmlich mit sich und ihren Problemen, psychischen wie physischen, befassen. Damit wäre auch der Ort, an dem Genderismus seine Berechtigung hat, eindeutig benannt: Institutionen, die auf Therapie und Behandlung von der gesellschaftlichen Normalität abweichender Individuen spezialisiert sind.

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Von Ideologen dominiert: An der TU-Dortmund ist Wikipedia-Nutzung verboten

Ist heute der Tag der Erinnerung?

Manche Dinge brauchen eben ihre Zeit…

Es ist schon ein paar Jahre her, da haben wir gemeinsam mit Arne Hoffmann einen Offenen Brief geschrieben, in dem wir auf die ideologische Unterwanderung der Wikipedia hinweisen.

Der Brief, er ist heute so aktuell wie damals.

wikipedia-de-sEin paar Jahre später, hält die Erkenntnis, dass es sich bei der deutschen Wikipedia um ein ideologisches Machwerk handelt, das u.a. von linken Genderista unterlaufen ist, die es für ihre Zwecke missbrauchen, auch in der deutschen Wissenschaft Einzug.

An der deutschen Wissenschaft kann man Theorien der Adaption von Innovationen, z.B. die Diffusionstheorie von Everett Rogers deutlich machen. Letztere unterscheidet Phasen der Adaption. Um eine Innovation, ein neues Produkt, eine neue Erkenntnis übernehmen zu können, muss man (1) von seiner Existenz wissen, (2) von der positiven Wirkung der Innovation überzeugt sind (oder von der Richtigkeit der neuen Erkenntnis), (3) eine Entscheidung treffen, die Innovation zu nutzen bzw. sich die neue Erkenntnis zu eigen zu machen, (4) die Entscheidung umsetzen und (5) sich mit der Umsetzung von der Nützlichkeit der Innovation bzw. der neuen Erkenntnis überzeugen.

Menschen sind bekanntlich unterschiedlich.

wikipedia-en-s

Manche sind mutig, andere feige. Manche sind offen, andere eher an tradierten Rollen orientiert. Manche suchen Wissen, manche fürchten es eher usw. Da Wissenschaftler auch Menschen sind, gilt dies auch für Wissenschaftler, so dass sich die mutigen, offenen und an Erkenntnis Interessierten unter Ihnen, zu First Movern qualifizieren, die bestimmte neue Erkenntnisse oder Innovationen aufnehmen, noch bevor andere überhaupt Kenntnis davon oder den Mut gefasst haben, sich das Neue zu eigen zu machen.

  • Walter Krämer ist ein solcher First Mover.
  • Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Fakultät für Statistik der TU-Dortmund.
  • Und Walter Krämer warnt vor der Benutzung der deutschen Wikipedia.
  • Er warnt nicht nur davor, er spricht ein Nutzungsverbot der deutschen Wikipedia für Abschlussarbeiten aus, die bei ihm erstellt werden. Wer in seiner Abschlussarbeit bei Krämer die deutsche Wikipedia zitiert, ist raus.

Warum?

Na weil die deutsche Wikipedia anders als die englische Wikipedia von Ideologen dominiert wird.

Arne Hoffmann und wir haben es schon vor Jahren gesagt.

Nun ist es auch in der Wissenschaft angekommen.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis es sich an andere Universitäten herumgesprochen hat.
Gut Ding will eben Weile haben, aber die Zeit hat noch alle ideologischen Projekte beendet.

TU Dortmund Kraemer Wikipedia


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Ein “Vater zweier Kinder” schreibt mir – Himmel hilf!

Beim letzten post hat es mich erwischt: Ein Kommentar von einem, der Vater ist, und offensichtlich nur Vater, denn er spricht “[a]ls Vater zweier Kinder”, jemand, der sich im Gegensatz zu “Nichteltern” sieht, weil er “[a]ls Vater” und nur “[a]ls Vater” unterwegs ist. Eigentlich ist er auch Pädagige, aber sprechen tut er nur “[a]ls Vater”. Also dieser hauptberufliche Vater und nebentätige Pädagoge hat mir einen sehr sehr langen Kommentar geschrieben, an dem man ein psychologisches Exempel statuieren könnte.

Es ist einer dieser “Ich habe nichts gegen Ausländer, aber”-Kommentare. In meinem Fall fängt der Kommentar an mit: “Hallo Michael[,] hier fliegst Du meiner Meinung nach zu weit übers Kuckucksnest, weil Du selbst starrsinnig polemisiert, in Deinem Kampf gegen feministischen Starrsinn. Einige dieser bisherigen Artikel habe ich trotz ihrer leicht arrogant wirkenden populärwissenschaftlichen Glossgkeit doch gerne gelesen und genossen”.

getting-your-work-life-balanceSelbst beim Tippen kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Es ist schon lustig, wie einem per Ferndiagnose in einem Satz Starrsinnigkeit und Irrsinn attestiert wird (der über das Kuckucksnest flog, war bekanntlich im Irrenhaus). Eigentlich habe ich mir vorgenommen, Regel 1 dieses blogs, Kommentare, die mit einer Beleidigung beginnen, gleich zu löschen, aber dieser Kommentar von “Geschlechterrechtler” aus Berlin (Was um aller Götter willen ist ein Geschlechterrechtler”?) ist eine derat gute Charakterstudie, dass ich eine Aussnahme mache.

Aber ich bin natürlich sehr getroffen davon, dass ich die Gunst und Zuneigung von Geschlechterrechtler verloren habe, weil ich ihn “[a]ls Vater” verärgert habe, und ich werde eine Gedenkminute einlegen, ob der Tatsache, dass ich es Geschlechterrechtler zugemutet habe, die Texte, die er liest und “genießt” mit “arrogant wirkender populärwissenschaftlicher Glossigkeit” zu füllen. Wieso denken manche, Sie seien der Nabel der Welt und könnten andere durch die Aneinanderreihung von Worten einschüchtern, die sie selbst für furchtbar halten? Und welche Qualifikation rechtfertigt diese Einordnung? Ist es die Qualifikation “[a]ls Vater”?

Geschlechterrechtler ist, wie ich bereits Eingangs festgestellt habe, in erster Linie, wenn nicht ausschließlich “Vater” und “linker Vater” dazu, wie gleich zu sehen sein wird. “Als Vater” hat er Probleme mit dem letzten Post, womit weiß ich nicht so richtig, aber affektive Ausbrüche, wie der Kommentar von Geschlechterrechtler sind natürlich auch affektiv verursacht und insofern entziehen sie sich einer rationalen Erklärung. Das einzige, was man mit Ihnen machen kann, ist sie psychologisch zu analysieren.

“Als Vater zweier Kinder, die aller politischen Wahrscheinlichkeit nach auch Dich in Deinen schwächeren letzten Jahren miternähren und -pflegen werden, bekomme ich bei der Halbaussage [“Staaten kümmern sich darum, dass die private Entscheidung, ein Kind in die Welt zu setzen, von allen finanziert wird.”] doch einen Hals.”

Child free zoneJa, Geschlechterrechtler, das merke ich, aber der Hals, den Sie bekommen, ändert nichts an den Tatsachen. Und Sie, “[a]ls Vater zweier Kinder” werden sich mit der Tatsache anfreunden müssen, dass die Vergünstigungen, das Kindergeld, die unentgeltlichen schulischen Einrichtungen uvm. von allen, die arbeiten und Steuern bezahlen, finanziert werden. Da kann man jetzt einen Hals bekommen, ob dem eigenen anderen auf der Tasche liegen, aber “aller politischer Wahrschneinlichkeit nach”, kann man es nicht ändern. Es sei denn, man macht es wie ich, und macht sich unabhängig von staatlicher deutscher Rentenfinanzierung und wandert aus, entweder, (1) weil man nicht in einem Land leben will, in dem man die Kinder von Leuten finanzieren soll, die so in der Defensive und so wenig selbstwirksam sind, dass sie haarige Behauptungen aufstellen müssen wie: ihre Kinder würden irgendwann meine Rente bezahlen oder (2) weil man die “Nachhaltigkeit” des Rentensystems für nicht verlässlich einschätzt, insbesondere nicht mit Blick auf nachwachsende Steuerzahler.

Also mit der Feststellung, dass alle die Kinder derjenigen finanzieren, die sie haben, bin ich dem geschlechterrechtlichen Vater auf die Füße getreten, und zwar so sehr, dass er gleich ein Mehrheitsargument ob seiner eigenen Erschütterung und zur eigenen Selbstversicherung ins Feld führt. Eltern sind “immer noch die Mehrheit der Deutschen” so erklärt er uns, obwohl es niemand bestritten hat. Und dann folgt ein Lamento der “besondere[n] Bedarfe”, die Eltern haben. Warum schreibt der Geschlechterrechtler “[a]ls Vater”, von diesen Bedarfen, wenn nicht, um die Zahlungen aller Steuerzahler an Eltern zu rechtfertigen? Abermals zeigt sich, wie sehr er sich in der Defensive sieht.

Kinderfrei“Als Vater” ist Geschlechterrechtler offensichtlich ein Profiteur der größeren Flexibilisierung am Arbeitsplatz und sieht sich in Rechtfertigungszwang. Anders kann man seine nunmehr folgenden Tiraden darüber, dass Flexibilisierung von Arbeitszeit gut und wichtig ist, nicht mehr erklären. Übrigens kann ich mich nicht erinnern, in meinem Text die Flexibilisierung von Arbeitszeit in Frage gestellt zu haben, ich habe die ideologische Begründung derselben und den damit einhergehenden Zwang und Eingriff in die unternehmerische Freiheit in Frage gestellt. Das ist dem Geschlechterrechtler, der “[a]ls Vater” leider über die entscheidenden Sätze hinwegliest, weil er seine Affekte ausleben muss, entgangen. Es ist ihm vor allem deshalb entgangen, weil er “linker Vater” ist, der den Eingriff in die Freiheitsrechte anderer, so lange es ihm selbst nutzt, durchaus mitträgt.

Entsprechend erregt er sich auch über meine kleine Spitze, dass nur verzichtbare Mitarbeiter in “Work-Life-Balance”-Regelungen aufgenommen werden. Und wie es unter Linken und “[a]ls Vater” wohl üblich ist, wird das Problem, dass es nun einmal nicht die wichtigen Arbeitnehmer sein können, die Handarbeiter, die Müllfahrer, die Lkw-Fahrer, die Krankenwagenfahrer, die flexiblere Arbeitszeiten und Wickelplätze am Arbeitsplatz eingerichtet bekommen, sondern die Schicht von “Dienst”leistern, die sprachlich auf ihre Wichtigkeit hinweisen müssen, weil man sie tatsächlich nicht feststellen kann, behilft er sich ob fehlender Argumente mit blabla, wie QED wohl sagen würde:

“Wenn Dein Blick [also meiner] nicht von einer Wut auf die Leben-und-Arbeit-Ausgleicher vernebelt wäre. würdest Du erkennen, dass es mehr und weniger zeitlich festgelegte Tätigkeiten gibt, dass die zeit-strukturelle Koppelung der Arbeitenden unterschiedlichen Freiheitsgraden unterliegt”.

Das ist mein Leersatz des Monats. Einmal davon abgesehen, dass vor und nach dem Komma identische Dinge stehen, nämlich, dass es Tätigkeiten gibt, die verzichtbar sind, Tätigkeiten, bei denen es egal ist, ob sie am Morgen oder am Abend verrichtet werden, bestätigt dieser Schwall, was ich gesgat habe: Der Unfallarzt, der sich in Bereitschaft befindet, oder der Maurer am Bau haben eines gemeinsam: Sie sind von einer Work-Life-Balance ebenso ausgenommen, wie der Nachtwächter oder der Müllfahrer. Flexibilität hat etwas mit Wichtigkeit der Arbeit zu tun.

Die bisherigen Ausführungen beziehen sich auf die ersten beiden Seiten eines erregten und viel zu langen und vor allem ermündend redundanten Kommentars, und ich muss zugeben, ich habe den Kommentar nicht ganz gelesen, ich habe schlicht das Interesse verloren. Aber eine Schote will ich den Leser doch nicht vorenthalten. Sie findet sich in der Mitte dieses Traktats eines erregten Vaters

Logik f dummiesEr zitiert ([a]ls Vater?) die folgende Stelle: “Mit anderen Worten: Die Flexibilisierung von Arbeitszeit hat eine psychologische Wirkung auf die Mütter, die sich nach eigener Ansicht adäquater um ihre Kinder kümmern können, wobei die Betonung auf “können” liegt, denn sie tun es nicht.” Um den aus dem Zusammenhang gerissenen Satz einzuordnen, ist es notwendig, darauf zu verweisen, dass “sich adäquat um Kinder kümmern” ein quantitatives Maß ist, das sich auf die tatsächlich mit Kindern verbrachte Zeit bezieht. Und nun Geschlechterrechtler zum genießen:

“Das ist ein Fehlschluss!”

Was soll man angesichts einer solchen, wie soll ich sagen, Logik-Legastenie schreiben. Vielleicht fange ich vorne an: Der zitierte Satz enthält keinen Schluss, sondern er beschreibt Ergebnisse der Autoren. Das kann einem nicht passen. Man kann ob der Ergebnisse “einen Hals” bekommen, aber ändern kann man die Ergebnisse nicht. Ich versuchs mal so: Vor der Arbeitszeitflexibilisierung sagen Mütter: Sie haben zu wenig Zeit, um sich um ihre Kinder zu kümmern, und sie kümmern sich 4 Stunden pro Tag und im Durchschnitt um die Kinder. Nach der Arbeitszeitflexibilierung sagen Mütter: Sie haben nun ausrechend Zeit, um sich um ihre Kinder zu kümmern, und sie kümmern sich 4 Stunden pro Tag um ihre Kinder. Dieses Ergebnis, das die von mir zitierten Autoren in ihrem Daten gemessen haben, habe ich beschrieben – nicht mehr und nicht weniger. Wo man hier einen Fehlschluss finden will, weiß ich nicht, aber ich will diesen Text konstruktiv beenden und dem Vater etwas mit auf den Weg geben:

Zwei Sätze:

Frauenleben ohne KinderDie meisten Menschen, die sich affektiv von Texten angegriffen Fühlen, können nicht mehr rational argumentieren und behaupten z.B., etwas sei ein Fehlschluss, was gar kein Fehlschluss, nicht einmal ein Schluss ist, sondern eine empirische Beobachtung z.B. um sich mit logischen Begriffen zu schmücken und mehr vorzustellen als intellektuel vorhanden ist.

Geschlechterrechtler ist “[a]ls Vater” hat nach eigener Aussage “einen Hals”, wegen meines Textes. Geschlechterrechtler macht eine Reihe von logischen Fehlern und zeigt an mehreren Stellen, dass er nicht mehr rational denken kann.

Warum ergibt sich der Schluss, dass Geschlechterrechtler, wenn er “[a]ls Vater” schreibt, nicht mehr Herr seiner Sinne ist, quasi von selbst?

Ich habe den Kommentar von Väterrechtler nicht freigeschaltet. Er ist zu lang (wir sind ein blog, keine Therapieanstalt, in der man stundenlang labern kann) und bringt nicht wirklich einen Gewinn. Wer sich gerne durch den Kommentar kämpfen will, der kann den Kommentar hier herunterladen.

Und eines bin ich noch schuldig: Ich habe von Geschlechterrechtler als “linkem Vater” gesprochen. Dass dem so ist, ist offenkundig, denn er wendet sich massiv gegen meinen Gebrauch von Staatsfeminismus und führt seine Verteidigung der Work-Life-Balance aus einer egoistischen Perspektive, die bar jeglicher Empathie für diejenigen ist, die die Work-Life-Balance zu tragen bzw. zu ermöglichen haben: Arbeitgeber und in den Worten von Geschlechterrechtler: “Nichtväter”, die die Work-Life-Balance zu ermöglichen und zu finanzieren haben. Wer nur für seinen Vorteil argumentiert und keinerlei Bedenken der Gegenseite zulässt, wer darüber hinaus der Ansicht ist, sein eigener Lebensstil müsse über Rechte gegenüber Dritten abgesichert wrden, ist Linker, da halte ich jede Wette.

Generation KinderlosUnd noch eines zum Schluss: Ich und ich vermute sehr viele Kinderlose wollen sich nicht länger sagen lassen, der schlecht erzogene Sprößling hauptberuflicher Väter würde ihre Rente oder Pflege finanzieren. Deshalb mein Vorschlag: Wir streichen alle kinderbezogenen Vergünstigungen (außer der Bildung, denn wir Kinderlose sind bekanntlich großzügig, ganz im Gegensatz zu manchen Eltern), lösen die gesetzliche Rentenversicherung auf und lassen jeden, sein Alter selbst finanzieren. Dagegen kann Geschlechterrechtler ja nichts einzuwenden haben – oder?

Unsinn der Woche: Nicht direkt aus dem Irrenhaus – aber fast

Wahnsinn oder Unzurechnungsfähigkeit wurde über Jahrhunderte dadurch bestimmt, dass er/sie  gegen die boschgesellschaftliche Normalität  verstoßen hat (eine weiche Formulierung) oder sich in irrationalen, nicht nachvollziehbaren Handlungen  niedergeschlagen hat, die für andere Externalitäten und häufig auch den Schaden dessen, der die entsprechenden Handlungen ausgeführt hat, nach sich gezogen haben. Unsere “modernen” Zeiten zeichnen sich dadurch aus, dass die Klasse des Wahnsinns oder der Unzufrechnungsfähigkeit diversifiziert und in einer Unmenge spezifischer Störungen aufgelöst wurde. Ein Beispiel sind Psychosen. Zimbardo schreibt zu Psychosen:

“Psychosen (psychotische Störungen) unterscheiden sich von Neurosen qualiatativ und kategorial, nicht einfach im Schweregrad. Psychose ist die allgemeine Kategorie für eine Reihe schwerer psychischer Störungen, bei welchen Beeinträchtigungen der Wahrnehmung, des Denkens, und der Emotionalität auftreten. Eine Person, die als psychotisch beschrieben wird, leidet an einer gravierenden organischen oder psychischen Dysfunktion, weshalb sie auf sehr abweichende Art fühlt, denkt und/oder handelt” (Zimbardo, 1995, S.612).

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine kollektive Psychose, die Personen erfasst, die sich alle in einem Raum befinden oder die denselben Beruf teilen oder sich häufig sehen müssen, nicht ausgeschlossen ist.

spd_logo_neuDie Drucksache 17/13478 des Deutschen Bundestages wurde am 14. Mai 2013 veröffentlicht. Sie hat einen Antrag der Abgeordneten Ulla Schmidt (Aachen), Siegmund Ehrmann, Angelika Krüger-Leißner, Petra Ernstberger, Iris Gleicke, Ute Kumpf, Christine Lambrecht, Caren Marks, Thomas Oppermann, Dr. h.c. [!sic] Wolfgang Thierse, Brigitte Zypries, Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Fraktion der SPD zum Gegenstand. Der Antrag ist überschrieben mit:

Für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern auch im Kunst-, Kultur- und Medienbereich.

Die langatmige Einleitung zu diesem bemerkenswerten Extrakt eines zumindest nicht auf den ersten Versuch (und auch nicht auf den zweiten) nachvollziehbaren Assoziierens will ich mir weitgehend sparen, bis auf den Hinweis, dass trotz aller Versuche, die deutsche Sprache allen Sinns zu entleeren, Gleichstellung auf Ergebnisgleichheit zielt und entsprechend nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat. Und auch wenn es den Genossen nicht in den Kopf zu gehen scheint, eine ungleiche Verteilung hat per se nichts mit Nachteilen, nichts mit Benachteiligung und sozialer Ungleichheit zu tun. So sitzen im Bundestag deutlich mehr Lehrer und Juristen und deutlich weniger Arbeiter als ihrem Anteil in der Gesamtbevölkerung entsprechen würde. Dennoch fällt keinem Abgeordneten ein, nicht-Juristen, nicht-Lehrer oder gar Arbeiter gleichstellen zu wollen, weil nämlich die Idee, dass die eigene Anwesenheit im Bundestag ungerecht gegenüber z.B. Arbeitern sein könnte und deren direkte Benachteiligung zeigt, keinem noch so engagierten Bundestagsabgeordneten bislang in den Sinn gekommen ist. Vielleicht verstehen die Genossen den Unterschied zwischen einer ungleichen Verteilung und einer Benachteiligung ja auf diese Weise.

Nun zum Antrag, die Kultur gleichzuschalten (gab’s auch schon mal, wenn ich mich richtig erinnere). Der Antrag beinhaltet bemerkenswerte Feststellungen und Forderungen. Meine Lieblingsfeststellung ist die folgende:

Zimbardo“2011 hat der Bundesverband bildendender Künstlerinnen und Künstler (BEK) eine Umfrage zur wirtschaftlichen und sozialen Lage bildender Künstlerinnen und Künstler vorgelegt, der auch für diesen Bereich die vor allem wirtschaftlich nachweisbar schlechtere Situation der bildenden Künstlerinnen offenkundig macht. Neben den vergleichsweise geringeren Einkünften, der häufiger prekären Beschäftigung und der sogar bei der Größe der Ateliers feststellbaren Benachteiligung von Frauen ist es vor allem die heute schon drohende Altersarmut vieler Frauen, die erkennbar ist.

Nicht nur haben die Genossen von der SPD den unglaublichen Umstand offengelegt, dass fiese, vermutlich männliche Vermieter schöner und großzügiger Ateliers nicht an Frauen vermieten oder gar verkaufen wollen, denn anders ist die Benachteiligung “sogar bei der Größe der Ateliers” nicht zu erklären, nein, die Genossen können auch in die Zukunft sehen, und was sie sehen ist Altersarmut, Altersarmut, die sich einstellen muss, weil die bildenden Künstlerinnen offensichtlich Versager, nein Versagerinnen sind, die ohne die Hilfe der SPD keinen Fuß auf den Boden und natürlich weder großes Atelier noch üppige Rente erreichen können. Ohne die SPD, das muss man sich einmal vorstellen, wären die bildenden Künstlerinnen gezwungen, einen gut verdienenden bildenden Künstler zu heiraten, um über den Umweg der Witwenrente der Altersarmut zu entgehen.

Den Feststellungen folgen die Forderungen, deren Erfülluung die Genossen für notwendig ansehen, um “die tatsächliche Gleichstellung von Frauen im Kunst-, Kultur- und Medienbereich … umzuseten”.

Die erste Forderung zur Umsetzung von Gleichstellung betrifft den vom Ministerium für Familie und so weiter mit 20.000 Euro finanzierten “Gabriele Münter Preis”. Er soll auch weiterhin finanziert werden. Sie kennen den Gabriele Münter Preis nicht? Nun ich auch nicht. Betreiben wir also gemeinsam Weiterbilduung:

“Der Gabriele Münter Preis für Bildende Künstlerinnen ab 40 ist mit 20.000 Euro dotiert und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im dreijährigen Turnus in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK) und dem Frauenmuseum in Bonn ausgelobt. Neben der Einzelausstellung der Preisträgerin werden Arbeiten von 39 ausgewählten Künstlerinnen aus dem Wettbewerb um den Gabriele Münter Preis 2010 vorgestellt.”

Für die SPD-Fraktion im Bundestag, das kann man an dieser Stelle feststellen, besteht “tatsächliche Gleichstellung” in Kunst usw. darin, dass ausschließlich Frauen über 40 gefördert werden. Auch eine Form der Diskriminierung und für alle Frauen unter 40 und alle Männer aller Altersklassen dann, wenn es um die Wahlentscheidung geht, sicher eine wichtige Information. Damit niemand hinterher kommen und sagen kann, er hätte etwas nicht gewusst.

Punkt 2c der Notwendigkeiten “tatsächlicher Gleichstellung” ist auch nicht schlecht:

Hier wollen die Genossen, dass “… beim Ankauf von Werken der Bildenden Kunst durch die Bundesrepublik Deutschland der Aspekt der Gleichstellung stärker als bisher berücksichtigt wird”.

Jonker Ramp and his SweetheartLeider haben die Genossen vergessen zu sagen, was sie damit meinen. Dürfen nur noch Skulpturen von Hanne Breker oder Bilder von Viola van Gogh gekauft werden oder muss darauf geachtet werden, dass der vielleich sogar erkennbare Gegenstand der Bildenden Kunst, das “Kunstobjekt” gleich zwischen den Geschlechtern verteilt ist. Und wieso kauft die Bundesrepublik Bildende Kunst? Haben Sie die Bundesrepublik entsprechend beauftragt?

Weiter geht’s mit dem, auf das wir alle bereits gewartet haben, denn wie jeder weiß, der sich immer einmal wieder mit dem beschäftigt, was unter dem Rubrum der Gleichstellung abgesondert wird, sind die Gleichsteller allesamt der Meinung es bei Frauen durch die Bank mit kleinen Dummchen zu tun zu haben, die aus eigener Kraft nichts zu Stande bringen. Entsprechend dürfen auch im SPD-Antrag zur Kunst Coaching-Programme, vermutlich zum Gegenstand: wie sichere ich mir ein großes Atelier, und die Förderung von Existenzgründungen (mit der SPD zum großen Atelier!) und die Vernetzung (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer bildender Künstlerinnen) nicht fehlen.

Und wo ich gerade bei dem bin, was nicht fehlen darf.

Was fehlt noch?

Worauf haben sie bislang umsonst gewartet?

Richtig!

Für die SPD-Fraktion sind Frauen, auch dann, wenn sie bildende Künstlerinnen sind, in erster Linie einmal zur Fortpflanzung fähiges Material, und entsprechend darf natürlich nicht fehlen, woran alle Frauen ab ihrer Jugend und dann ständig denken: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch bildende Künstlerinnen dürfen ihren Canvas nicht einfach herausholen und malen wann und wo sie wollen, nein, sie haben das Pinselschwingen mit der Familie zu vereinbaren, und damit sie das können, müssen nach Ansicht der SPD ein familienfreundliches Klima, ein verbessertes Angebot zur Kinderbetreuung und die Förderung von Freistellungsphasen her. Jetzt ist auch klar, warum die Grüße des Ateliers der bildenden Künstlerinnen für die SPD so entscheidend ist, denn im Atelier muss nicht nur Platz für Familienplanung sein, sondern auch Raum fü einen Betriebskindergarten.

How-to-MiroEs handelt sich bei diesem Antrag der SPD-Fraktion um keine Satire, und wer nun denkt, der Antrag und vor allem der Inhalt des Antrags zeige alle Hinweise auf eine vorhandene psychotische Störung, dem will ich an dieser Stelle nicht widersprechen. Statt dessen will ich darauf hinweisen, dass es schon erstaunlich ist, um welche Klientel sich die SPD-Fraktion zu kümmern müssen glaubt. Man erinnere sich, die SPD galt einst als Arbeiterpartei. Davon ist die SPD so weit entfernt, wie die Erde vom Andromeda Nebel. Die heutige SPD ist eine Partei der Mittelschicht, der vermeintlich kunstbeflissenen, die zwar keinen Franz Marc von einem Frans Hals unterscheiden können, aber denken, wenn sie einen Juan Miro Kunstdruck im Treppenhaus hängen haben, dann seien sie als Kenner der Materie erkannt. Und natürlich ist die SPD eine Partei der Fortpflanzung, des Paternalismus und der Gleichstellung, Gleichstellung = ganz wichtig, Gleichstellung ist das beherrschende Motiv, der Fixpunkt, das, was das Fühlen, Denken und Handeln der SPD-Parlamentarier derart beherrscht, dass keine Zeit mehr bleibt für schnöde Dinge des Alltags normaler Menschen, normaler Arbeiter und Arbeiterinnen natürlich.

Zimbardo, Philip (1995). Psychologie. Berlin: Springer.

Weil es noch nicht reicht: SPD fordert Frauenquote für Talkshows. Ob man Wahnsinn noch steigern kann? Wer noch über weitere Facetten des Gender-Wahnsinns, der die gesamte SPD erfasst zu haben scheint, beizutragen weiß, nur zu!

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