Linke endemische Dummheit

Zwei scheinbar unverbundene Ereignisse des gestrigen Tages haben uns wieder einmal zu einer Frage geführt, bei der wir uns regelmäßig finden, wenn wir versuchen, Sinn aus bestimmten Ereignissen zu machen. Die Frage lautet: Kann man so dumm sein?

Das erste Ereignis ist ein Satz, der sich in einem Coursebook der University of Gloucestershire findet und lautet: “change means uncertainty”. Es ist dies ein Satz, der stutzig macht – oder? Das nächste Ereignis findet sich auf Facebook, wo wir gestern einem Kommentatoren begegnet sind, dessen eigene Überzeugung einerseits fragil ist, anderseits mit einem Persönlichkeitssystem verbunden ist, das keinerlei Zweifel zulässt, so dass er sich letztlich um Kopf und Kragen redet ohne es zu merken. Beides hat uns letztlich zu der Frage geführt, die wir eingangs gestellt haben.

Peoples_Dice_of_EqualityBeginnen wir mit dem Wandel, der Unsicherheit bedeutet. Gibt es wirklich Menschen, die glauben, Wandel sei nicht mit Unsicherheit verbunden, so dass man die Verbindung betonen muss? Ein einfacher Gedanke zeigt, dass Wandel immer Unsicherheit sein muss, denn Wandel ist auf die Zukunft gerichtet und bislang ist es noch niemandem gelungen, zum einen in die Zukunft zu blicken und zum anderen das, was er gesehen hat, zu kontrollieren.

Beide Illusionen, die Illusion der Planbarkeit der Zukunft ebenso wie die Illusion der Kontrolle der Ereignisse halten sich jedoch hartnäckig, ja sind weit verbreitet. Die Ideologie der Linken, der Sozialismus basiert ausschließlich auf diesen beiden Illusionen, ein Umstand, den Karl Popper in seiner offenen Gesellschaft  thematisiert hat, und zwar im Hinblick auf die mehr als naive Lehre des historischen Materialismus, jenes vermeintlich evolutionären Gesetzes, das Karl Marx aufgestellt hat, um die Weltgeschichte zu erklären und dessen einzige Variablen jeweils zwei antagonistische Klassen sind.

Friedrich A. Hayek hat in seiner Road to Serfdom gezeigt, dass Sozialismus unausweichlich in den totalen Staat führt, und zwar u.a. deshalb, weil Planung weitere Planung erforderlich macht und weil Sozialismus zur Folge hat, dass privates Engagement, das allein wirtschaftlichen Fortschritt hervorbringen kann, in all der Planung erdrosselt wird. Ludwig von Mises hat schließlich gezeigt, dass auch eine Politik, die “midlle-of-the-road” ist und die nur Zugeständnisse an sozialistische Planung macht, in den totalitären Staat führen muss, eben weil niemand in die Zukunft sehen kann, nicht einmal Sozialisten.

Road to serfdom

Schnellkurs durch die Road to Serfdom

Dennoch planen und wurschteln Sozialisten am täglichen Alltag von Gesellschaften herum. Dennoch laufen ihre Chefideologen durch die Welt und behaupten, ein Allheilrezept für gesellschaftliche Probleme zu kennen. Und da sind wir wieder bei der Frage: Kann man so dumm sein? Gibt es wirklich Menschen, die glauben wollen, linke Politiker, also alle Politiker die umfassende planerische Eingriffe in die Gesellschaft vornehmen wollen, sei es durch einen Eingriff in die Märkte, sei es durch Vorgabe der vermeintlich richtigen Lebensweise, sei es durch die Schaffung kollektiver Zwangssysteme wie Renten- und Krankenversicherung, seien tatsächlich in der Lage, die Zukunft in ihrem Sinne zu gestalten, linke Politiker seien in der Lage, unbeabsichtigte Folgen der entsprechenden Planung, und unvorhersehbare Ereignisse, die die gewünschten Planungsergebnisse beeinflussen, auszuschließen?

Jeder, der schon eimal geplant hat, einen ungestörten Abend im eigenen Wohnzimmer zu verleben und dennoch nur den Krach aus der Nachbarwohnung genießen konnte, weiß um der Dinge, die sich außerhalb seiner Kontrolle befinden. Jeder, der schon einmal geplant hat, im Lotto zu gewinnen, weiß um die Wirkung von Wahrscheinlichkeit, die letztlich den Erfolg seiner Planung beeinflusst. Dennoch sind viele nicht in der Lage, die entsprechenden Erfahrungen auf die Planungsversprechen von Politikern zu übertragen und dieselben als entweder Unsinn oder glatte Lüge zu entlarven. Kann man so dumm sein?

Oder ist die Dummheit ein Ergebnis von glauben-wollen, ein Ergebnis einer fragilen Persönlichkeit, die nach Sicherheit im Leben Ausschau hält, weil sie den Wandel, der schon Heraklit entnervt hat, nicht ertragen kann, einer Persönlichkeit, die jeden Ast greift, der ihr mit dem Versprechen von Sicherheit hingehalten wird, um nicht im Meer der Unsicherheit selbst schwimmen zu müssen?

Gestern sind wir auf Facebook einem Kommentatoren begegnet, der es nicht ertragen kann, dass Heike Diefenbach auf eine Petition hinweist, die zum Widerstand gegen die Tötungs-Pläne des Jyllands Park Zoos aufruft. Die Verantwortlichen des Zoos haben bereits damit Schlagzeilen gemacht, dass sie eine Giraffe getötet haben. Nunmehr wollen sie eine zweite 7jährige Giraffe töten, weil das Tier ein männliches Tier ist und einem weiblichen Tier Platz machen soll. Wir wollen an dieser Stelle überhaupt keine moralischen Fragen aufwerfen, sondern fragen, warum jemand einen bloßen Hinweis bereits als Gefährdung der eigenen fragilen Persönlichkeit auffasst.

GiraffeDie Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Heike Diefenbach hat die geplante Tötung als Mord bezeichnet und tatsächlich erfüllt die Tötung alle Indikatoren eines Mordes: Sie ist geplant, also intentional, sie basiert auf Kalkulation, denn die eine männliche Giraffe wird getötet um einer anderen weiblichen Giraffe Platz zu machen. Diese Bezeichnung “Mord” für die Tötung eines Tieres missfällt unserem Kommentatoren, dessen geistige Welt auf der angenommen Überlegenheit von Menschen über Tieren basiert. Aus dieser Überlegenheit wird dann das Recht abgeleitet, über andere Lebewesen bzw. das Leben anderer Lebewesen frei verfügen zu können. Abermals könnte man eine moralische Diskussion anfangen, abermals wollen wir keine moralischen Argumente machen, lediglich auf die Bedeutung dieser Annahme eigener Überlegenheit hinweisen.

Diese Prämisse ist der Fels im eigenen Leben, der das eigene Handeln legitimiert und letztlich auch planbar macht. Legitimiert wird z.B. unbewusster Fleischkonsum, planbar wird der eigene Umgang mit anderen Lebewesen und planbar werden die Erwartungen, die an den Umgang anderer mit anderen Lebewesen gestellt werden. Und dann kommt Heike Diefenbach, nimmt sich die Freiheit eigener Gedanken und bezeichnet die geplante Tötung einer Giraffe als Mord. Das bringt offensichtlich alle Sicherheit und Planbarkeit, alles System im Leben unseres Kommentatoren zum Einsturz, und deshalb er man sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass sich hier ein Wandel, z.B. in der Behandlung anderer Lebewesen einstellt oder ankündigt.

Hier nun ist die Verbindung zur Unfähigkeit vieler Linker einzusehen, dass man die Zukunft nicht planen kann, dass es bestenfalls möglich ist, eine Absicht für die Planung der Zukunft zu formulieren und mit einiger Wahrscheinlichkeit zu hoffen, dass die Absicht vielleicht umgesetzt werden kann. Diese einfach Wahrheit ist für fragile Persönlichkeiten erschreckend. Die Vorstellung, man könne nicht planen, müsse sich täglich aufs Neue auf die Umstände einstellen, die einem begegnen, scheinen nicht nur der Lebenspraxis zu widersprechen, sondern auch zu selbst-gefährlich, um überhaupt erwogen zu werden.

Offene GesellschaftUnd dennoch ist es so. Denn auch die Sicherheit und Planung im täglichen Leben ist häufig eine Illusion. Wie oft ist die Planung, zur Arbeit zu fahren, gescheitert, weil die S-Bahn nicht gekommen ist? Wie oft ist die Planung, einen heißen Kaffee zum Frühstück zu trinken, gescheitert, weil der Kaffee leer war, weil der Strom ausgefallen ist oder weil man vergessen hat, Wasser aufzusetzen? Die Sicherheit im eigenen Leben resultiert zum großen Teil daraus, dass wir uns entscheiden, all die kleinen Dinge, die täglich nicht klappen, die sich unserer Planung entziehen oder der akribischen Planung ein Schnippchen schlagen, zu ignorieren.

Diese Entscheidung hat praktische Gründe, denn sie erleichtert das tägliche Leben, sie wird aber da, wo es um Fragen geht, die über den individuellen Lebensbereich hinausreichen, gefährlich, denn die Anzahl der möglichen intervenierenden Variablen ist einfach zu groß, als dass man noch von erfolgreicher Planung ausgehen könnte. Dennoch haben viele ein Befürfnis, von dieser Sicherheit auszugehen. Mit diesem Bedürfnis spielen Politiker, die planen und regeln wollen, deren psychologische Sicherheit es erfordert, andere zu bevormunden.

So erklären wir uns die Attraktivität linker Ideologien. Rational betrachtet, sind linke Ideologien eine Ansammlung von Unsinnigkeiten und empirischen Unmöglichkeiten. Aber sie gaukeln Menschen, die nach Sicherheit suchen, Sicherheit vor. Sie geben manchen Menschen den festen Sinn im Leben, den sie selbst so vergeblich gesucht haben. Sie stellen in einer vermeintlich säkularen Gesellschaft den Halt bereit, den im Mittelalter die katholische Kirche mit ihren Lehren und Mythen bereitgestellt hat.

Somit lässt sich unsere eingangs gestellte Frage nunmehr beantworten: Kann man so dumm sein? Ja, man kann. Und die entsprechende Dummheit ist das Ergebnis einer Unwilligkeit (und vielleicht auch einer Unfähigkeit), die sich ständig wandelnde Welt als solche, eben sich ständig wandelnde Welt anzunehmen. Sie entspringt dem Bedürfnis nach Stabilität und nach Planbarkeit des eigenen Lebens und der Zukunft. Linke Parteien befriedigen dieses Bedürfnis dadurch, dass sie unhaltbare Behauptungen über die Planbarkeit des eigenen Lebens und der Zukunft aufstellen und im Meer der Sicherheitsbedürftigen fischen.

Unsere Erklärung steht im Gegensatz zu nahezu allen Erklärungen, die die Politikwissenschaft für z.B. die Wahlentscheidung oder Parteibindung anbietet. Sie steht auch im Gegensatz zu Erklärungen, die eine rationale Wahl zur Grundlage von Entscheidungen machen. Am ehesten lässt sie sich mit den Ergebnissen von Tversky und Kahneman vereinbaren, die gezeigt haben, dass Menschen falsche Heuristiken benutzen, um sich durch ihr Leben zu schlagen.

Dass wir unsere Darstellung auf linke Dummheit bezogen haben, heißt nicht, dass es rechts keine Dummheit gibt. Dazu mehr in einem der nächsten Posts. Nur so viel: Linke Dummheit scheint sich von rechter Dummheit darin zu unterscheiden, dass Erstere nach außen gerichtet ist, während Letztere nach innen gerichtet ist. Was das letztlich bedeutet, das zeigen wird demnächst.

©ScienceFiles, 2014

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30 Responses to Linke endemische Dummheit

  1. jck5000 says:

    Zur Frage, ob man wirklich so dumm sein kann, habe ich folgendes gelesen:
    1. Überlege dir, wie dumm der Durchschnittsmensch ist.
    2. Jetzt realisiere, dass die Hälfte der Menschen noch dümmer ist.

  2. Pingback: Linke endemische Dummheit | waltraudblog

  3. heureka47 says:

    Vom Ursprung des Wortes, dem Wortsinn, her ist “dumm” typischerweise das – noch UNWEISE – Kind.
    In gesunden Gesellschaften / Verhältnissen soll der Wechsel zwischen Kindsein und Erwachsensein, zwischen “dumm” sein und “weise” sein stattfinden im “Übergangsritual”, dem Wechsel der Bewußtseins-Ebene, vom “Niederen Selbst” / “Ego” zum “Höheren / wahren Selbst”.

    In Gesellschaften / Verhältnissen, wo dieser Wechsel nicht mehr – oder nicht richtig / vollständig – vollzogen wird, bleiben die Menschen ohne Verbindung zur höheren / göttlichen Weisheit und also unweise = “dumm”. Das kann man dann als “pathologische Unreife / Unweisheit” bzw. als “pathologische Dummheit” bezeichnen.

    Und genau diese Störung wird der zivilisierten Gesellschaft schon seit recht langer Zeit diagnostiziert. Die ältesten Belege fand ich in den Schilderungen der Bibel:
    1. Bei Moses beim “Tanz um das Goldene Kalb”. Das “Kalb” ist hier Symbol für die Unreife.
    2. Bei Jesus, wo er am Kreuz sagt: “…denn sie wissen nicht, was sie tun”.
    3. Im Johannes-Evangelium: “…hat ihre Augen verblendet und ihre Herzen verstock, auf dass sie nicht sehen und ich sie heile”.
    Letzteres ist schon sehr auch die Beschreibung der Symptome von NEUROSE, und insofern scheinen mir auch die modernen Bezeichnungen zutreffend, die dieser Störung den Namen “Kollektive Neurose” oder “Gesellschaftsneurose” oder ähnlich geben.

    Die grundlegende Heilung ist in jedem Einzelfall möglich.

  4. dentix07 says:

    Scheint off-topic, aber mir fällt dazu Isaac Asimovs – den man aus meiner Sicht bezüglich Gesellschaftskritik häufig unterschätzt – „Das Ende der Ewigkeit“ ein.
    Eine Organisation, „Die Ewigkeit“, beherrscht die Zeitreise und greift in allen Zeitaltern ein um Katastrophen und unliebsame Entwicklungen zu verhindern oder rückgängig zu machen, produziert dabei „sichere“ und mittelmäßige (Mittelmaß!) Lebens- und Entwicklungsbedingungen für die gesamte Menschheit und muß am Ende feststellen, daß sie damit das Ende der Menschheit verursacht, weil diese dadurch den Sprung zu den Sternen verpaßt und andere Zivilisationen ihr zuvorkommen konnten.
    Natürlich darf die Liebesgeschichte nicht fehlen, aber es stellt sich heraus, daß die Anführer der Organisation, genauso wie der Protagonist, die Regeln brechen um persönlicher Vorteile (hier die Rettung der Geliebten oder den Schutz eigener Nachkommen) willen.
    Sozialismus, Sozialisten, die Beschränktheit von Planung und die Ergebnisse im Science-Fiction- Gewand.

    • heureka47 says:

      Danke für den Hinweis!
      Die Weisheit hinter solchen und ähnlichen / anderen Geschichten (Sagen, Legenden, Märchen usw.) will uns sagen, daß sich das höchste Prinzip (des Seins / Universums) nicht “aushebeln” oder umgehen läßt.
      Einer Population, die langfristig überleben will, bleibt nur, dieses Prinzip zu erkennen, anzuerkennen und sich mit ihm zu identifizieren.

    • Roland Krast says:

      Dazu passt auch die Aussage von Elias Canetti in seinem Buch “Masse und Macht” (verkürzt, aber sinngemäss dargestellt) : “Eine Masse (Menschen) ist genau so intelligent wie ihr dümmstes Mitglied”. Was dies im Hinblick auf Beeinflussung usw. bedeutet, kann sich jeder ganz leicht selbst vorstellen………

    • Christopher says:

      Das gibt es auch bei Stanislaw Lem, Star Diaries, 20th Voyage … muß ein altes, sehr beliebtes Thema sein …

  5. stefanolix says:

    In den europäischen Zoos werden fast schon routinemäßig Huftiere getötet und an Raubtiere verfüttert – zumindest nach den Aussagen von Zoodirektoren und Zoo-Experten in der Presse. Ursachen für die Tötung können sein: Platzmangel, mangelnde Eignung für die Nachzucht, Aggressivität oder Alter des Tieres.

    Gibt es Daten, aus denen man herauslesen könnte, ob es dabei eine Diskriminierung männlicher oder weiblicher Tiere gibt? Vermutlich nicht: Die Zootiere sind für die Verantwortlichen eine »Verfügungsmasse« und es wird wohl keine Statistik darüber geführt.

    Der Mensch trifft dabei sicher Entscheidungen, die in der Natur zum Teil anders ausfallen würden. Aber die eigentliche Ordnung der Natur (große Raubtiere fressen Huftiere) wird dabei nicht außer Kraft gesetzt. Die Verfütterung lebender Tiere an Raubtiere in Zoos ist aus bestimmten Gründen verboten. An den restlichen Tagen des Jahres bekommen die Raubtiere Fleisch aus dem Schlachthof …

    Meine persönliche Meinung: Die meisten Großstadt-Zoos können den Tieren keine vernünftigen Bedingungen bieten. Ich würde die Anzahl der Tiere pro Flächeneinheit stark reduzieren und die Zoos am liebsten aus den Städten heraus verlegen. Tiere brauchen Platz. Wenn weniger Tiere pro Quadratkilometer gehalten würden, müssten viel weniger Tiere getötet werden.

    Die F.A.Z. schreibt heute, dass einige Zoos von der »Personalisierung« der Tiere mit Namen wieder abrücken, ihnen also nur noch Nummern geben. Man hat mit benannten Tieren in einigen Fällen wohl große Mengen an Besuchern angelockt, aber insgesamt steigen die Besucherzahlen sehr langsam (jährlich im Schnitt wohl um 1 % pro Jahr).

  6. Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Die Zukunft planen

  7. Tobias Jünemann says:

    Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.
    Und Mord ist:
    StGB § 211. Mord
    (1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
    (2) Mörder ist, wer
    – aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
    – heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
    – um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
    einen Menschen tötet.

  8. Norbert says:

    Euer “Antimarxismus” ist halt schon ein Stück weit polemischer Popanz, wenn es nicht gar ein Zeichen von Dummheit ist, sich den Gegner so primitiv wie möglich zu denken, auf dass bei der Erledigung ja alles gut geht. Sportlich wäre es, anzuerkennen, dass der historische Materialismus mehr als zwei Variablen hat, dass es sich dabei um einen geisteswissenschaftlichen und nicht um einen naturwissenschaftlichen Ansatz handelt und dass der ganze Kram historisches Wissen ist. Demnächst werdet ihr Recken gegen die byzantinische Metaphysik losgehen und ihr mit gutem Recht vorhalten, dass sie überholt sei (…) Nichts für ungut und schöne Grüße an die ansonsten verdienstvollen Autoren!

    • Wenn der histoMat mehr als zwei Variablen hat, dann können Sie die doch bestimmt nennen – oder?
      Und wenn etwas ein geisteswissenschaftlicher und kein naturwissenschaftlicher Ansatz ist, dann darf es ruhig primitiv sein – verstehe ich Sie da richtig?

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      WAS? Irgendwie habe ich den Eindruck aus Ihrem Kommentar, dass Ihnen etwas an diesem Atikel nicht passt und Sie sich anscheinend als Recke für den Marxismus oder historischen Materialismus begreifen, aber ich habe einige Schwierigkeiten aus Ihrem Kommentar irgendeinen hierüber hinausgehenden Sinn zu extrahieren. Ihr Orakel über unsere zukünftigen Tätigkeiten dürften wohl kaum als sinnvoll durchgehen. Aber nichts für ungut, demnächst werden Sie vielleicht noch Kommentare, die irgendwelche sinnvollen Aussagen enthalten, formulieren!? Schöne Grüße zurück von einer ansonsten verdienstvollen Autorin.

  9. Bilbo Im TakaTuka Land says:

    Was’n los? Frühstücksei zu hart?

    Dieses ganze links rechts Gefasel ist doch eine Chimäre. Was man der einen Seite zuschreibt macht die andere in nichts anders, nur der Etikettenschwindel hat eine andere Farbgebung .

    Unbestritten ist hoffentlich das es diese Begrifflichkeiten an Definitionsschärfe mangelt das Sie Propagandabegriffe für Denkfaule sind und das ihre eigentliche Funktion darin besteht Eigenständigkeit zu Institutionalisieren und in die Hände anderer (der Profiteure) zu legen.

    Hayeks Schriften haben den Charme das Sie Folgerichtig sind und in ihren proof of concept in realiter bewiesen haben. Nachteil ist wie bei allen diesen tollen Theorien das jede Münze nun mal 2 Seiten, alles Licht und Schatten von jeder Wahrheit auch das Gegenteil wah und sowieso alles Ying und Yang ist.

    So besteht seine “unsichtbare Hand des Marktes” leider nicht nur aus den Informationen die anderes nicht zu erheben sind / Wirkung entfalten sondern im wesentlichen aus Raub Erpressung Betrug und Gewalt bis hin zum Mord.

    Ein Mangel an Regeln bevorzugt die rücksichts- und erbarmungslosen die korrupten und das ganze Kroppzeug das bei Begriffen wie Anstand und Empathie anfängt nach dem Wörterbuch zu suchen.

    Das politische Stellvertretergefasel (nichts andres sind rechts/links Metaphern) ist für die Trutchen Müller und Heinz Elmann. Von einer “Wissenschaftsseite” ist besseres erwarten.

    • Ich kann diesem ganzen langen Kommentar wirklich keinerlei Inhalt entnehmen – was um aller Götter Willen wollen Sie sagen?

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        Ja, das Problem habe ich auch, und ich hatte es gerade schon mit einem anderen inhaltsleeren Kommentar. Irgendwie scheint das Thema Emotionen auszulösen, die sich nicht in rationale Aussagen transferieren lassen, sondern nur in Wortergüsse kanalisieren lassen, die irgendwie Unwohl auslösen.

        Müssen wir so ‘was eigentlich veröffentlichen und unseren Lesern zumuten?

        Würden unsere Leser von einem Wissenschaftsblog nicht Besseres erwarten dürfen als inhaltsleere Emissionen von emotional Bewegten?

        Michael, wir müssen uns überlegen, ob wir mit Kommentaren dieses Typs nicht genauso verfahren sollten wie mit beleidigenden Kommentaren und sie in den Mülleimer wandern lassen! Schließlich ist das alles gleichermaßen ohne Nutzen….

  10. karstenmende says:

    Ist dieser Artikel etwa ein Plädoyer für Planlosigkeit? Ich hoffe doch nicht. In der Praxis ist ein gewisses Maß an Planung absolut unerlässlich. Diese dient der Vorbereitung und der Reduktion von unangenehmen Überraschungen. Es mag wohl sein, dass die Zukunft nicht zu 100 % planbar. Aber vollkommen planlos in den Tag hinein zu leben (vor allem zu arbeiten) kann, meines Erachtens, nicht der goldene Weg sein.

  11. rugay says:

    Gab es da vor nicht allzulanger Zeit eine Meldung , dass die von uns aus als eher primitiv betrachtete Bananenrepublik Costa Rica (mit Urlaubs-Traumziel-Bonus) Zoos ganz allgemein abschafft ? Und zwar mangels Ethik freilebende Wildtiere hinter Käfigdraht und Sicherheitsglas zum Begaffen abzustellen ?

    Damit sich die aufrechtgehenden Primaten stets darüber freuen können “wie gut” sie es doch haben in “Freiheit ” die “Unfreiheit” von “niederen Lebewesen” betrachten zu dürfen (so wie aktuell Syrer und Ukrainer oder organisatiionsunfähige Olympia-Russen) ?
    Fragt sich allerdings, wie frei man wirklich sein kann, wenn man seine eigene Freiheit stets in Relation zur mangelnden Freiheit anderer setzen muss, um unter Beweis zu stellen wie (relativ) unglaublich frei man dann ja zu sein wollen hat..äh…muss ?

    Das alles scheint aber das nach aussen projizierte Sicherheitsbedürfnis resultierend aus kindlich-emotional-traumatisierter Verunsicherung des durchschnittlichen Costa Ricaners nicht im Geringsten zu tangieren.

    Der hat dann wohl eine andere simple deutsche Weisheit längst erfolgreich verinnerlicht:

    „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“

    • waldbaer says:

      Ich zitiere mal aus Gunter Duecks Buch “Verständigung im Turm zu Babel”:

      “Einer der Größten Irrtümer der Menschheit steckt in dem universalen Ratschlag: ‘Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.’ – Oder: ‘Behandele jeden, wie du selbst behandelt werden willst.’
      Ich erhelle das an zwei Beispielen: Sehr schüchterne Menschen mögen keinen Smalltalk. Sie möchten nicht ohne wichtigen Grund angesprochen werden. Also sprechen sie Ihrerseits niemanden ohne wichtigen Grund an, insbesondere grüßen sie andere kaum. Das nehmen ihnen die Extrovertierten übel. Diese möchten nämlich liebend gerne angesprochen werden, deshalb sind sie ihrerseits so nett, alle anderen anzusprechen, weil sie glauben, das tue allen anderen gut. Wenn sie aber nun einen Schüchternen ansprechen, nimmt der das übel. In der Folge trennt sich das stark Extrovertierte vom stark Introvertierten. Sie bilden heimlich zwei verschiedene ‘Völker’, die sich tendenziell nicht so recht mögen.”

      IMHO ein insgesamt sehr lesenswertes Buch. -> amazon

      P.S. SCNR
      Wieviele Tiere werden wohl ermordet werden müssen, damit die armen Löwen nicht verhungern? ;o)

      • heureka47 says:

        “trennt sich das stark Extrovertierte vom stark Introvertierten. Sie bilden heimlich zwei verschiedene ‘Völker’, die sich tendenziell nicht so recht mögen.”:

        In der zivilisierten Gesellschaft handelt es sich bei diesen BEIDEN “Typen” höchstwahrscheinlich um Menschen, die von der “Kollektiven (Zivilisations-)Neurose” (KZN) befallen und beeinträchtigt sind und nur verschiedene Symptome zeigen. Außer den beiden hier beschriebenen Typen gibt es noch eine sehr große Anzahl weiterer. So ziemlich ALLE “Typen” (Vertreter der unterschiedlichsten psychischen / psychosomatischen Störungen) sind Symptomträger der KZN.

        Die zwei verschiedenen “Völker”, die wir seit Ausbruch der KZN auf diesem Planeten haben, sind quasi die “Kains” und die “Abels”. Die ersteren sind die Kranken, die die letzteren infizieren und letztlich werden nicht nur die Abels, sondern auch die Kains aussterben – es sei denn, der Weg der grundlegenden Heilung dieser Krankheit würde beschritten werden.

        *

        “Einer der Größten Irrtümer der Menschheit steckt in dem universalen Ratschlag: ‘Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.’ – Oder: ‘Behandele jeden, wie du selbst behandelt werden willst.’:

        Dieser Spruch – die Umkehrung der “Goldenen Regel” – ist NICHT der Irrtum; sondern der Irrtum eines Teils der Menschheit kommt durch die KZN. Denn unter dem Einfluß dieser Krankheit funktioniert die “Goldene Regel” nicht mehr, wie erwartet.
        Diese Regel besagt:
        “Was du willst, das dir die Menschen tun sollen, das tue ihnen zuerst / zuvor”.
        Darin steckt nämlich ein universelles / geistiges Gesetz; das sehr ähnlich auch ausgedrückt wird durch den Spruch:
        “Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es zurück”.

        Das heißt, ich kann bei meinem Gegenüber die Schwingung / Frequenz seines Bewußtseins hervorlocken, in der ich selbst ihm begegne, ihn anspreche, behandle.
        Je gesünder der Mensch, je weniger entfremdet / abgetrennt, desto besser sind die Chancen, daß das auch wirklich funktioniert.

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“ ist eines der besten Prinzipien, die man an sein Handeln anlegen kann. Abweichungen hiervon können rechtfertigbar sein, aber sie erfordern prinzipiell eine positive Begründung. Wenn jemand schüchtern ist und nicht (nochmals) angesprochen werden will, dann kann er das, wo er doch ohnehin schon angesprochen wirde, sagen, und dann ist das zu respektieren.

        Entschuldigen Sie, aber wegen solchem Tand ein so grundlegend wichtiges ethisches Prinzip in den Wind schreiben zu wollen, halte ich für vollständig verantwortungslos.

        Und das alles, um den Mord an wehrlosen und plötzlich unerwünschten Tieren zu rechtfertigen?!?

        Was die Löwen betrifft: nun, in der allseits beliebten freien Wildbahn gehören Menschen durchaus auf die Speisekarte von Löwen ….

  12. Ich freue mich schon auf den Beitrag zu den rechten Ideologien.

    Anmerken möchte ich jedoch, dass ich die Verwendung des Begriffes “Dummheit” für unangebracht halte. Erstens hat die Prämisse einer pauschalen menschlichen Dummheit in einer Abhandlung mit wissenschaftlichem Anspruch wenig verloren und verfällt einer polemischen Handlung, Des Weiteren kann die soziale Realität wohl kaum durch “das Dumme” erklärend verstanden werden.
    Abschließend gilt es noch daran zu erinnern, dass besonders bei ideologischen Themen klar zwischen Analyse und Werturteilen getrennt werden muss.

    • heureka47 says:

      “…dass besonders bei ideologischen Themen klar zwischen Analyse und Werturteilen getrennt werden muss.”:

      “Dummheit” ist kein Werturteil, sondern
      1. bei Kindern der gesunde entwicklungsbedingte Zustand vor Erlangen der Reife / Weisheit
      bzw.
      2. bei Menschen ab der Pubertät, die den Prozeß des geistig-seelischen / spirituellen Erwachsenwerdens – noch – nicht vollzogen haben, ein pathologischer Zustand.

      Also alles völlig sachlich. Wer etwas anderes hineindeutet, ist selbst dafür verantwortlich.

      *

      “…hat die Prämisse einer pauschalen menschlichen Dummheit in einer Abhandlung mit wissenschaftlichem Anspruch wenig verloren und verfällt einer polemischen Handlung,…”:

      Es ist keine “pauschal menschliche” Dummheit, sondern die pathologische Dummheit der großen Mehrheit der zivilisierten Gesellschaft. Das ist der Soziologie der letzten Jahrzehnte gut bekannt. Der meistverwendete Begriff ist nach meinen Wahrnehmungen dort (die) “Kollektive Neurose”.

      *

      “…kann die soziale Realität wohl kaum durch “das Dumme” erklärend verstanden werden.”:

      Die Realität der Gegenwart und der Vergangenheit bis in das Dunkel der Zeit vor der Geschichtsschreibung ist NUR durch “das Dumme”, die “pathologische Dummheit”, die “Kollektive Neurose” zu verstehen. Denn darauf gründet die Zivilisation, die “Normalität” der zivilisierten Gesellschaft.

      *

      “Ich freue mich schon auf den Beitrag zu den rechten Ideologien.”:

      Ob rechts, links oder Mitte: Das “Übel” steckt überall drin! Siehe den vorigen Punkt.

      Herzlichen Gruß!

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      Wenn Sie so pauschal erklären, Dummheit habe in einer Abhandlung mit wissenschaftlichen Anspruch nichts zu suchen, dann kenne ich jede Menge Leute und ganz wissenschaftliche Theorien und Forschungstraditionen, die sich ausbitten würden, von Ihrer Erklärung abweichen zu dürfen: Michael Klein, Heike Diefenbach, Charles Spearman, Amos Tversky, Daniel Kahneman, Gerd Gigerenzer und und und. Ob Sie Dummheit als einen niedrigen Wert bei einer IQ-Messung operationalisieren oder als Häufigkeit, mit der statt auf logische Schlussfolgerungen auf Heuristiken zurückgegriffen wird,wenn es etwas zu entscheiden gilt, ist eine Frage, über die man sich auseinandersetzen kann, aber dass es für Dummheit in der Wissenschaft keinen Platz geben sollte und dass all die Forscher, die ihr Lebenswerk in der Erforschung verschiedener Varianten von Dummheit geleistet haben, so völlig auf dem Holzweg waren, das hatte ich nun wirklich noch nicht gehört!

      ich denke dagegen, dass Sie völlig auf dem Holzweg sind, wenn Sie meinen, die “soziale Realität [könne] wohl kaum durch “das Dumme” erklärend verstanden werden”. “Das Dumme” ist integraler Bestandteil sozialer Realität, und häufig ist dieselbe gar nicht anders zu erklären als durch die Existenz und die Wirkung des Dummen. Vielleich macht Ihnen das ein Blick in unsere Kategorie “Unsinn der Woche” deutlich.

      Wenn das anders wäre, hätten wir auf unserem blog deutlicher weniger zu schreiben, denn dann könnten wir nur über das Falsche schreiben (was dann nicht dumm wäre), aber viel Falsches basiert zumindest teilweise auf Dummem.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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