Drittes Reich Slang: Gewerkschaftler von Sinnen

Von den Juden „die sich wie verzehrende Heuschrecken unter uns verbreiten”, war 1819 in einem Flugblatt die Rede. Eva Brücker zitiert in ihrem Beitrag “Konzentrationslager und Erinnerungen: Ergebnisse”, die folgende Passage aus dem Schrifttum der 1920er Jahre: “Nach dem Krieg ergossen sich die Heuschreckenschwärme der Ostjuden über das Deutsche Reich. Sie trugen ihren zersetzenden Einfluss in die Kreise des deutschen Handels …”.  Im Jahre 1965 hat der Historiker Alexander Beim einen Beitrag in den “Vierteljahresheften für Zeitgeschichte” veröffentlicht, in dem er die Semantik der Judenfrage im Dritten Reich unter der Überschrift “Der jüdische Parasit” analysiert.

Klemperer LTI“Der jüdische Parasit”, der den deutschen Volkskörper schädigt und aussaugt, der mit dem jüdischen Finanzkapital den ehrlichen deutschen Händler schädigt, dieses Bild vom jüdischen Parasiten, es spielt eine zentrale Rolle in der Semantik, der Rethorik , der Mythologie des Dritten Reiches.

Etwa so:

“Diese Heuschrecken nutzen die Not der Unternehmen und Staaten aus”.

“Es darf sich nicht durchsetzen”, und “es darf nicht geduldet werden, dass” diese Heuschrecken, “eine ganze Nation regelrecht erpressen, so dass Millionen arbeitende Menschen durch Profitgier in Armut Elend und Verzweiflung gestürzt werden. Unfassbar, dass weder die Politik, noch Gerichte, noch die Staatengemeinschaft diesen Machenschaften einen Riegel vorschieben”.

Solche Heuschrecken “richten weltweit Unheil an und müssen deshalb an die Leine”.

“Es darf nicht … passieren … dass die armen Bevölkerungsschichten die Zeche für Spekulation der Heuschrecken zahlen müssen”.

Es ist, wie der Linguist Victor Klemperer für die Sprache des Dritten Reiches herausgearbeitet hat, eines ihrer Markenzeichen, “daß jene Worte, die früher in beschreibendem, logischem oder semantischem Sinne gebraucht wurden, jetzt als magische Worte gebraucht werden, die bestimmt sind, gewisse Wirkungen hervorzubringen und gewisse Affekte aufzurühren” (Bein, 1965: 122-123).

Die Zitate zeigen diesen Versuch, “gewisse Affekte aufzurühren” in Reinkultur und in einer unsäglichen Nähe zu religiösem Mystizismus, der Unheil, vermutlich biblischen Ausmaßes über die Staatengemeinschaft hereinbrechen sieht, wenn es nicht gelingt, dieses Ansturms einer der sieben Plagen des Alten Testaments Herr zu werden. Von Erpressern und Profitgier, deren Weg von Armut, Elend und Verzweiflung gepflastert ist, ist die Rede, von Folgen, die weder Gesetz noch Politik verhindern, vielleicht, weil sie jüdisch unterwandert sind, wie dies die NSDAP-Rhetorik im Dritten Reich behauptet hat.

Nur: Die Zitate sind gar nicht aus der Zeit des Dritten Reiches.

DGB Hasspredigt

DGB Hassprediger im Original

Sie sind neueren Datums.

Sie wurden am 31. Juli in die Welt geschrieben, und zwar von Stefan Körzell, seines Zeichens DGB-Vorstandsmitglied.

Wer deratigen Hass in Sprache verbreitet, der ist nicht tragbar. Eine derartige sprachliche Entgleisung, so kann man nur mit den Worten von Herrn Körzell sagen, die der DGB stolz über seine Webpage verbreitet, kann “sich keine Nation, keine Regierung, und auch nicht die Weltgemeinschaft gefallen lassen”.

Und auch wenn wir Zweifel daran haben, dass die Weltgemeinschaft auch nur Notiz von Herrn Körzell nimmt, so sind wir dennoch der Meinung, dass er Recht hat, was die Nation und die Regierung angeht. Es wird uns daher freuen, seinen Rücktritt, wegen Untragbarkeit und zu großer Nähe zum Rassismus des Dritten Reiches vernehmen zu können.

P.S.

Die Hasspredigt, die der DGB online gestellt hat, richtet sich gegen einen der Fonds, wegen dessen Forderungen sich Argentinien in die Staatspleite geflüchtet hat. Der Leiter des Fonds, Paul Singer, ist übrigens Jude, was für die Erzählung, nach der das jüdische Finanzkapital die Welt in den Ruin treibt, eine Erzählung, die uns der DGB wohl als nächstes auftischen will, sicher von Bedeutung ist.

Wie immer, wenn Hassprediger am Werk sind, ist die Hassnachricht mit Behauptungen gespickt und enthält keinerlei Belege. Im vorliegenden Fall ist die Hasspredigt zudem in eine Darstellung der Wirklichkeit gepackt, die man einfach nur als Lüge bezeichnen kann.

Und nur einmal so als Idee unter die Leser geworfen: Wäre es nicht an der Zeit, dass sich anständige Deutsche von Personen wie Herrn Körzell distanzieren? Man weiß ja nie, was die Weltgemeinschaft zur Kenntnis nimmt und muss fürchten, dass sich in der Weltgemeinschaft die Gewissheit setzt, dass man sich solche Deutsche nicht noch einmal leisten kann.

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38 Responses to Drittes Reich Slang: Gewerkschaftler von Sinnen

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  2. Es ist eine Täuschung, die Knödelsprache des Gewerkschafters, mit Nazisprache gleichzusetzen. Die Nazis hetzten gegen Menschen, der Knödler Körzell – in beiden Backen einen Semmelknödel – hetzt gegen Hedgefonds. Letzten Endes stehen dahinter zwar auch Menschen, nämlich Anleger und Manager, dennoch sind sie hierbei anonymisiert und entpersönlicht. Es ist der Fond und nicht der Mensch gemeint. Das aber war schon immer ein Trick der Knödler und Hetzer: die Entmenschlichung des Gegners, um ihn leichthin vernichten zu können. Hier gibt es durchaus eine Parallele; schließlich sprach der Nazi auch von „dem Juden“ in institutionalisierter nämlich rassistischer Weise und nicht vom Menschen mosaischen Glaubens.

    In jedem Fall ist Körzells Rede Populismus und Hetze, ja schlicht Dreck. Zudem ist es dummes Zeug, was Körzell von sich gibt – wie Sie schon bemerkten affektiver Sprechdurchfall. Schlimm ist, dass Körzell mit seinem Text auf breite Zustimmung stößt. Aber das ist wiederum die Eigenheit der Populisten, dem Volk die Brocken vorkauen, um ihm dann bequem nach dem Maul zu sprechen.

    Hedgefonds zocken, und haben deswegen hohe Gewinne und gelegentlich hohe Verluste. Dass Verluste seltener als Gewinne realisiert werden, liegt an der weitsichtigen Risikoeinschätzung der Zocker und ihrer Risikoverteilung. So war der Einsatz bei Argentinien für den Fond relativ überschaubar. Der mögliche Gewinn jedoch beachtlich.

    • Zwei Anmerkungen: (1) Wenn hinter Hedefonds, wie Sie schreiben, Anleger und Manager stehen, also Menschen und ihre Ausführungen über die Benutzung “des” Juden im Dritten Reich stimmen, was soweit ich sehe, der Fall ist, dann ist es keine Täuschung, die “Knödelsprache des Geschwerkschaftler mit Nazisprache gleichzusetzen”, sondern es ist wichtig, die Parallelen aufzuzeigen.

      (2) Knörzells Rede ist kein Populismus. Populismus lebt davon, glaubwürdig zu sein und eine breite Mehrheit in einer Gesellschaft anzusprechen, kann entsprechend selbst nicht abgrundtief dumm sein. Körzell ist nach meiner Ansicht einer derjenigen, die Bildungsinstitutionen durchlaufen haben und deshalb denken, sie seien klug, klüger als die Mehrheit der Menschen, die sie verachten, vor allem dann, wenn sie in Gewerkschaften organisiert sind, denn wie sehr muss man Gewerkschaftsmitglieder verachten, wenn man denkt, sie seien durch einen derartigen Unsinn zu überzeugen. Das kann man nur denken, wenn man selbst dermaßen inkompetent ist, dass man sich eine Grandeur verleiht, die ungefähr der entspricht, die sich der oberste Irre im Irrenhaus zubilligt.

    • Als langjähriges Gewerkschaftsmitglied (27 Jahre) denke ich, die Denke und Gemütslage der hauptamtlichen Kollegen zu kennen. Aus dieser Einschätzung heraus behaupte ich, dass Körzell nur mit dem Klischee von Hedgefonds polemisierte, im Gegensatz zu Nazis, die mit dem Stereotyp des Juden hetzten. Zugegeben, der Unterschied zwischen beiden Ausfällen ist marginal, aber dennoch qualitativ.

      Hinsichtlich Punkt 2 gehe ich mit Ihnen d’accord. Körzell verhält sich gemäß dem Dunning-Kruger-Effekt.

      Zudem ärgert es mich häufig, dass sich die Gewerkschaften im Gegensatz zu Arbeitgeberverbänden über ihre berufspolitischen Ziele hinaus eindeutig rotgrüne Parteiinteressen vertreten und deren gesellschaftspolitischen Ziele übernehmen. Diese Anbindung war immer wieder nachteilig für Gewerkschaftsmitglieder. Außerdem spiegelt diese Haltung nicht die politische Position der Mitglieder wieder. Hier behaupten Gewerkschaften für sich ein Mandat, dass sie nicht eindeutig nicht haben; was mit ein Grund für den schwachen Organisationsgrad der Arbeitnehmer ist.

      • Ich hoffe, die derat Verleumdeten teilen Ihre Feinunterscheidung und fühlen sich entsprechend besser als die Juden im Dritten Reich.

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        @Matthias Mala,

        wenn Sie die “Denke” – ich vermute, Sie meinen damit das kognitive Funktionieren dieser Leute, nicht den Prozess logischen Denkens – und “Gemütslage” der hauptamtlichen “Kollegen” kennen, und wenn ich davon ausgehe, dass Sie vernunftbegabt sind und im Laufe Ihrer Zeit als Gewerkschaftsmitglied, also 27 (!) Jahren, mit diesen Kollegen und ihrer überaus irritierenden und unanständigen Rhetorik einige Erfahrung erworben haben, dann kann ich mich nur fragen, wie Sie es mit sich vereinbaren konnten und können, sich mit dieser Vereinigung samt ihren Strategien der Selbstbereicherung unter Schädigung der allgemeinen Bevölkerung zuidentifizieren.

        • Liebe Frau Diefenbach,

          ich identifiziere mich nicht mit irgendwas oder irgendwem, außer mit mir. Insofern kann ich Ihre selbstbezügliche Frage nicht beantworten. Sofern Sie allerdings wissen wollen, warum ich trotz Widerspruch zu den gesellschaftpolitischen Zielen und Handlungen der Gewerkschaft nach wie vor Gewerkschaftsmitglied bin, so kann ich sagen, dass ich mich in berufspolitischer Hinsicht durch den Verband deutscher Schriftsteller in ver.di entsprechend vertreten fühle und für die Solidarität der Kollegen in der Gewerkschaft dankbar bin und mich dementsprechend auch verpflichtet fühle.

          Dass die „Vereinigung“ Strategien der Selbstbereicherung betreibt kann ich nicht erkennen. Im allgemeinen verfolgen Menschen Strategien. Selbstbereicherung ist zudem ein personaler und kein institutioneller Vorgang.

          Herzlichen Gruß M. M.

          • Och Herr Mala,

            warum denken Sie, dass es Institutionen gibt? Das sind keine Vereinigungen von selbstlosen Zeitopferern, sondern Vereinigungen von ganz und gar nicht altruistischen Selbstbereicherern, wie sie schon erkennen können, wenn Sie ihr Gehalt/Einkommen und ihre Arbeitsbelastung/Leistung mit der eines Funktionärs der Gewerkschaft vergleichen. Und wenn das nicht reicht, dann fragen Sie sich, für welche Kompetenzen Funktionäre die Gehälter/Entgelte beziehen, die sie beziehen, und welche Kompetenzen Sie mitbringen müssen, um Ihr Gehalt/Entgelt zu erzielen.

          • Lieber Herr Mala,

            ich kann nur sagen, dass ich einigermaßen verwundert darüber bin, dass Sie in 27 Jahren nur Solidarität und keine Vorteilsnahme, keine Grüppchenbildung, keine Unaufrichtigkeiten etc. bei ver.di erlebt haben sollen – immerhin existieren Gewerkschaften ja, um die INTERESSEN IHRER MITGLIEDER und nicht die von anderen Menschen oder gar der Menschheit zu vertreten. Sie müssten also zumindest akzeptieren, dass die Solidarität, die Sie erfahren haben mögen, andere Leute schädigt oder zumindest nicht zu deren Vorteil waren. Und glauben Sie, dass das immer und in jedem Fall in 27 Jahren dem entsprochen hat, was viele, wenn nicht die meisten Leute als Gerechtigkeitsregel akzeptieren würden?

            Falls das aber wirklich so gewesen sein sollte und Ihre Wahrnehmung Sie nicht getäuscht haben sollte, dann kann ich nur sagen, dass Sie mit einer Art Himmel auf Erden gesegnet sein müssen. Anders kann ich mir das nicht erklären, denn wenn das stimmen sollte, würde das allem widersprechen, was die soziologische und anthropologische Theoriebildung und Forschung hervorgebracht hat.

            Aber sei’s drum: wenn Sie meinen, dass Selbstbereicherung ein personaler und kein institutioneller Vorgang sei, wie erklären Sie dann, dass sich PERSONEN in ORGANISATIONEN und INSTITUTIONEN zusammenfinden? Glauben Sie, dass sie das tun, um angesichts ihres personalen Nutzensterbens eine Art Sühne zu zeigen und in der Gruppe zu einem besseren Menschen zu werden?

            Das klingt vielleicht ironisch, aber ich meine es gar nicht so. Ich meine einfach, dass Sie ein ziemlich großes Erklärungsproblem haben:

            wie erklären Sie sich, dass – sagen wir der Einfachheit halber – schlechte Menschen gute Institutionen hervorbringen. Warum sollten sie das tun? Und warum sollten sich nicht schlechte Menschen von vielleicht anfänglich guten und gut gemeinten Institutionen angezogen fühlen, um sie für ihre Zwecke zu missbrauchen, z.B. durch Oligarchiebildung?

            Und Sie haben, glaube ich, noch ein anderes Erklärungsproblem bzw. ein Konsistenzproblem:

            wenn nur Personen Selbstbereicherung betreiben, aber niemals Organisationen und Institutionen, dann können mit “Heuschrecken” schwerlich Hedgefonds gemeint sein; dann muss man logisch notwendig davon ausgehen, dass mit “Heuschrecken” sich selbst bereichernde Menschen gemeint sind. Das wiederum wirft einige Fragen auf, z.B. diese: ist es akzeptabel, wenn Menschen so und – per Implikationsbeziehung – als eine Plage bezeichnet werden? Und wie verhält es sich logisch zu Ihrer Überzeugung vom guten Kollektiv, wenn eine ganze Gruppe von Leuten, z.B. Hedgefond-Verwalter, als Heuschrecken bezeichnet werden? Ist das legitim? Gibt es eben doch böse oder schlechte Kollektive? Ich dachte, das sei ausgeschlossen ….

            Und man könnte fragen, wann Selbstbereicherung akzeptabel ist und wann nicht bzw. in welchem Maß und in welchem Maß nicht (mehr) etc. Ich persönlich finde, dass die Selbstbereicherung von jemandem, der mit seinem Geld ein Risiko eingeht und dabei Verluste, aber eben auch große Gewinne macht oder machen kann, weit vorzuziehen ist gegenüber derjenigen, die dadurch erzielt wird, dass man – wie Gewerschaftsfunktionäre es leider sehr häufig tun – an den Neid und die Missgunst anderer Leute appelliert und die Welt in Gute und Böse teilt und dabei selbst keinerlei Risiko eingeht – im Gegenteil, der eigene Posten existiert ja nur, weil man das tut.

            Herzliche Grüße zurück!

    • @Matthias Mala

      Sie schreiben:
      “Es ist eine Täuschung, die Knödelsprache des Gewerkschafters, mit Nazisprache gleichzusetzen”

      und begründen dies damit, dass Körzell gegen Hedgefonds hetze und nicht gegen Menschen.

      Das halte ich – gelinde gesagt -. für haarspalterisch. Glauben Sie im Ernst, dass Körzell gegen Hedgefonds hetzt, aber natürlich überhaupt nichts gegen diejenigen hat, die sie betreiben und die an ihnen verdienen (oder Verlust machen, was es ja durchaus geben soll, wenn auch nicht im Rahmen von Körzells geistigem Horizont)? Ich kann nicht glauben, dass Sie das im Ernst meinen, ganz davon abgesehen, dass Sie und ich und Körzell wissen, dass Hedgefonds nicht zur natürlichen Umwelt auf dieser Erde gehören, sondern von Menschen erdacht, gemacht und betrieben wurden/werden.

      Auch die Nazis haben gewöhnlich auch nicht gegen Menschen gehetzt, sondern “bloß” gegen das “Ungeziefer”, das die jüdische Wissenschaft und die jüdische Weltverschwörung trägt – damit waren, soweit ich weiß, Menschen jüdischen Glaubens gemeint.

      Wenn Körzell Ihrer Meinung nach nicht gegen Menschen hetzt, sondern gegen “Heuschrecken”, dann stellen Sie sicherlich in Rechnung, dass die “Heuschrecken” diejenigen sind, die sich zur kapitalistischen Wirtschaftsordnung bekennen und sie zum Nutzen derer, die in diesem Zusammenhang (und nicht im Zusammenhang mit Biologie oder Landwirtschaft) von Heuschrecken sprechen, aufrechterhalten.

      Damit bin ich eindeutig zu den Heuschrecken zu zählen, und Sie dürfen mich zukünftig als solche bezeichnen – schon weil ich Geld in einen Hedgfonds investiert habe und gedenke, davon finanziell zu profitieren, denn von dem, was der Staat mir als staatliche Rente zukommen zu lassen gedenkt, nachdem er mir das x-fache davon abgezogen hat, werde ich im Alter kaum leben können.

      Ich würde dann meinerseits meine Definition von “Parasit”, die ich bislang hatte, überdenken müssen….

  3. A.S. says:

    Es ist eine bedenkliche Entwicklung in dt. (vielleicht auch in ganz Europa??), dass die Gesellschaft(en) nahezu blind für Menschenhass sind. Männerhass bei den Genderisten, Reichen-, Unternehmer- und Bankerhass bei den Linken, Judenhass bei Moslems und Linken. Das sind Hassphänomene die seit Jahren mehr oder weniger offen zutage liegen und selten thematisiert werden. Irgendwie ist die deutsche Mehrheitsgesellschaft zur Wahrnehmung von Hass nur dann in der Lage, wenn dieser Hass irgendwie eine braune Farbe hat.
    Bestes Beispiel ist der NSU-Skandal. Was war das für ein Rauschen im Blätterwald. Als noch vermutet wurde dass eine türkische Bande Landsleutemordend durchs Land zieht gab es keine Empörung. Kaum waren die Täter Braun kochte die Volksseele über. Nicht die Taten haben Empörung ausgelöst, sondern die Motive der Täter.

    • Martin says:

      Ich würde sogar noch weitergehen. Es waren auch nicht -jedenfalls nicht alleine- die Motive der Täter. Hätten türkische “graue Wölfe” aus rechtsextremen Motiven die Morde begangen, es hätte ebenfalls wenig Empörung gegeben.
      Hätte aber gar ein jüdischer Israeli extreme arabische Falafelbudenbesitzer umgebracht – oje. Die selbstgerechte “Empörung” hätte weltkriegsartige Ausmaße angenommen.
      Es hängt nicht vorweg am Motiv. Es hängt daran, ob ein “böser” Mensch (Jude, Israeli, nicht-erzlinksgrüner Westler) die Taten begeht.

      • A.S. says:

        „Es hängt daran, ob ein “böser” Mensch (Jude, Israeli, nicht-erzlinksgrüner Westler) die Taten begeht.“

        Damit haben Sie völlig recht, das meinte ich auch und hab mich ungeschickt ausgedrückt. Mit Motiven meinte ich eher die Tätergruppe bzw. was diesen unterstellt wird.

    • karstenmende says:

      Zum Thema “NSU”: verwechseln Sie hier nicht Medien mit Mehrheitsgesellschaft? Der “NSU” ist ein reines Medienereignis, dass in der Gesellschaft selbst überhaupt nicht debattiert wird! Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Medien diese ominösen drei Buchstaben präsentiert haben, wurde in der Gesellschaft sehr wohl von und über die “Döner-Morde” gesprochen. Das brach abrupt ab, als von den Medien dieses Kürzel, dass sehr medienwirksam konstruiert erscheint, ins Spiel gebracht wurde. Selbst unter Linksextremisten war noch Jahre nach den “NSU”-Morden nichts von diesem Kürzel bekannt. Heute wird in den Medien und bei den Linken so getan, als wäre es immer schon klar gewesen, dass “die NSU” diese Attentate begangen hat. Lächerlich ist, dass sich nicht einmal Gazetten und TV-Dummschwätzer(innen) auf den richtigen Artikel dieses Phantoms verständigen können, da einigen möglicherweise die Bedeutung des “U” in diesem Buchstaben-Konstrukt nicht bewusst ist. Nicht die Volksseele kocht bei diesem Thema über, sondern die Medien und Linken. Das ist nicht mit der Volksseele gleichzusetzen.

      • A.S. says:

        Ja und nein. Natürlich war der NSU primär ein Medienereignis. Wenn Sie trennen zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung ist ihr Einwand richtig.
        Aber relevant ist nicht eine schweigende Mehrheit, sondern der Teil, der sich erfolgreich Gehör verschafft.
        Wenn ich zudem an die Proteste und Mahnwachen denke, scheint mir schon, dass es einen Teil der Gesellschaft und nicht nur die Medien aufgerüttelt hat. Die Proteste gab es nunmal erst, nachdem die Täter braun wurden, nicht vorher. Das schein mir ein permanentes Prinzip der Gutmenschen zu sein, dass deren Interesse an Opfern sich ausschließlich nach den Tätern richtet.
        Aktuelles Beispiel: Wenn Palästinenser in GAZA sterben ist das linken Lager empört. Die Palästinenser, die gleichzeitig in Syrien sterben interessieren nicht, oder rufen mindestens keine Empörung hervor. Das ist nur zu erklären durch die “Täter-Hypothese”.

        • karstenmende says:

          Ich betrachte die “NSU-Mahnwachen” ebenfalls als Medienereignis, da sie keine Reaktion auf die Morde, sondern eine Reaktion auf die Medienberichte sind. Auch dass diese Aufmärsche medial überbewertet werden ist ebenfalls Teil der Inszenierung, genau wie der Umstand, dass überdurchschnittlich viele Gutmenschen an solchen Veranstaltungen teilnehmen. Das hat jedoch immer noch nichts mit einem “Aufkochen der Volksseele” zu tun. Diese Inszenierungen laufen nach dem Prinzip: “von oben nach unten verordnet”. Eine aufkochende Volksseele verhält sich jedoch genau anders herum. Das ist der entscheidende Unterschied.

  4. Es ist schon erstaunlich, dass es Menschen gibt, die immer und jederzeit, die ganz normale deutsche Sprache mit Nazis des dritten Reiches in Verbindung bringen möchten. Wo soll den dies hinführen….soll ein Grossteil der deutschen Sprache verboten werden….oder durch Neudeutsch ersetz, nur weil Nazis ähnliches oder gleiches schon einmal gesagt haben.?

    Im übrigen was die Geierfonds betrifft kann ich dem Gewerkschafter nur zustimmen…..solche psychopathische Vereinigungen die sich an der Not von Staaten aufgeilen und bereichern, gehören nicht nur an die Leine genommen, sondern verboten.

    • Na wenn Sie mit all dem kein Problem haben, dann darf ich Sie Heuschrecke in Zukunft bitten, unkritische Blocks abzugrasen, denn die kritische Gemeinschaft auf ScienceFiles kann sich den pseudo-intellektuellen Einwand ohne Argument auf Dauer nicht leisten – es steht zu befürchten, dass unser aller Intellekt darunter leidet.
      Aber es ist immer wieder interessant zu sehen, wie manche Gehirne funktionieren, wenn ich es einmal so nennen darf: Wir schreiben von Übereinstimmungen in der Wortwahl: Juden als Parasiten und Heuschrecken bei den Nazis, Hedge Fonds und ihr jüdischer CEO bei der Gewerkschaft und sie konstruieren daraus, dass jemand die Benutzung von Begriffen verbieten will. Das nenne ich überbordende Phantasie und ich kann hier wiederum nur Ihnen zustimmen und feststellen, dass solche psychopathischen Phantasmen, die das geschriebene Wort nur benutzen wollen, um sich daran aufzugeilen, an die Leine genommen und institutionalisiert gehören.

      • (1) Bin ich heute nicht in der Laune, mich von anonymen Wichten, die sich nicht ans Tageslicht trauen, beleidigen zu lassen.
        (2) Bin ich nicht in der Laune, mich auf Basis Ihrer Unfähigkeit, das, worum es im Beitrag geht, zu erfassen und zu verstehen, beleidigen zu lassen.
        (3) Gehen Sie zu Ihresgleichen.

        Michael Klein

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      Es ist schon erstaunlich, dass es Existenzen gibt, die immer und jederzeit unfähig sind, eine geistige Transferleistung zu erbringen, wie sie die menschliche Spezies eigentlich auszeichnet:

      Wo soll das denn hinführen, wenn vor lauter ideologischem Geschwafel nicht mehr klar ist, dass man Menschen – auch nicht Gruppen von Menschen – als tierische Plagen bezeichnet, und dass man das nicht einmal richtig finden kann und einmal nicht, ganz nach Belieben, denn die Nazis waren Leute wie Sie, die fanden, dass das in diesem Fall doch ganz und gar angebracht ist – genau wie Sie das heute finden.

      Das ist also dasselben Phänomen, Wie gesagt muss man eine Übertragungsleistung erbringen, um das zu verstehen, und vielleicht ist Ihnen das ja nicht möglich.

      Im übrigen zeugt es von großen sprachlichen Mängeln, wenn man sich der deutschen Sprache nicht anders bedienen kann als durch Rückgriff auf “Heuschrecken” oder “Geier”. Ich z.B. könnte doch einfach zur Bezeichnung von psychopathischen Vereinigungen, die sich am billigen Neid auf Leute, die persönliche Risiken eingehen und manchmal Glück haben und Gewinne für ihre Investitionen verbuchen können, aufgeilen und sich selbst bereichern, indem sie auf gut bezahlten Funktionärspöstchen den Neid schüren und Mitgliedsbeiträge einstreichen, einfach als Körzell-Bande bezeichnen. Und wäre ich wie Sie, dann würde ich sie verboten sehen wollen,

      Glücklicherweise bin ich nicht im mindesten wie Sie! Zumindest kann ich Deutsch und respektieren die Rechte anderer Leute.

  5. rofllol says:

    Ich lach mit tot… Kritik an Hedgefonds-Heuschrecken soll jetzt also antisemitisch sein rofl… kommt ihr eigentlich noch klar?

    • ich lach mit tot

      Immer diese leeren Versprechen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      Ich hoffe sehr, es ist Ihnen inzwischen gelungen, sich totzulachen!

      Wenn man nicht mit den Anschauungen anderer Menschen klar kommt, dann ist es sicherlich das beste, wenn man sich totlacht und sich selbst und anderen Menschen weiteres Leid erspart. Und schließlich gibt es durchaus schlimmere Arten, sein Leben zu beenden als sich totzulachen. Insofern sei’s Ihnen gegönnt!

  6. Habnix says:

    Selbst wenn es den Leuten peinlich ist, die Lohnabhängigkeit bleibt bestehen und wenn ein neuer Adolf Hitler käme, so würden sie ihm rein aus Lohnabhängigkeit folgen.

    Und wenn irgend einer kam und sagte: “Wie konntet ihr nur Adolf Hitler folgen?”, dann hätte die Antwort lauten müssen: “Ihr doch auch!”

    Ohne Lohntüte und nur ein Konto bei einer Bank ohne Bankgeheimnis, ist das so als wenn mein Portmonnaie bei der Bank irgend ein X-beliebigen Dritter hat, den ich nicht kenne und jeder Gangster sieht rein ob noch was zu holen ist.

    Wenn also der Portmonnaie-Besitzer in der Bank sagt: spring, dann springst du und wenn er sagt: spring in den Rhein, dann springst du in den Rhein.

    Wen wundert da noch eine Banken und Wirtschaftskriese ?

    Wenn damals nur mit der Lohnabhängigkeit A. H. alles machte, um wieviel mehr lässt sich mit der Kontoabhängigkeit für Regierungen erreichen?

    Wir hatten wohl alle zugesehen wie wir unser Portmonnaie abgeben mussten und keiner hat ohne wirkliche Bedrohung etwas dagegen getan. Sind wir nicht mehr ganz Dicht?

    Nicht die Gewerkschaft und nicht die Kirche oder sonstwer. Keiner hat was dagegen gemacht.

    Was werdet wir tun ohne unser Portmonnaie – fort laufen? Euch in den nächsten Zug und auf das nächste Schiff flüchten das uns in Sicherheit bringt? Wir Lohnabhängige(Sklaven) die wir unser Portmonnaie bei der Bank abgegeben haben, können nicht mehr fort laufen.Es ist zu spät.

    Die Zukunft und die Gegenwart in der die Katastrophe schon längst läuft.Werden wir uns verdammt noch mal bewusst das wir unsere Portmonnaie abgegeben haben wie ein Kind es den Eltern abgibt.Nur Regierungen sind keine Eltern.Regierungen haben kein Gewissen und daher werfen sie auch mit Atombomben wie im Zweiten Weltkrieg 1945 auf die Japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki und sie tun noch vielmehr,weil ohne Gewissen.Hinter allem der angebliche höhere Zweck der Konzern Lobbyisten und der Finanz Konzerne die auf Wachstum hoffen und den Menschen dafür dem Mamon opfern .

    Das beste wäre jetzt ein Streik und zumindest die Lohntüte zu fordern.Lohntüte ist Bargeld.Und dann muss jeder bestrebt sein sich zum Selbstversorger zu machen so gut es geht.Strom und Nahrung so gut es geht, um aus der Lohnabhängigkeit heraus zu kommen und um künftige Tragödien erheblich zu erschweren bis unmöglich zu machen

    Es ist klipp und klar hiermit gesagt.Wer hier schon ohne Widerstand alles mitgemacht hat also sein Portmonnaie abgegben hat, der macht auch den Rest mit,weil er jetzt keine Wahl mehr hat.Wir sollten uns dessen so sicher sein wie das Amen in der Kirche.

  7. lol ey says:

    Dass Hedgefonds Heuschrecken sind, ist erwiesen. Die Metapher ist griffig und trifft auf den Punkt. Das hat nix mit Nazislang zu tun…

    • Ist das wirklich erwiesen? Wie macht man das, wie erweist man, dass Menschen Heuschrecken sind, denn Hedge Fonds als solche gibt es nicht, sie werden von Anlegern und Fonds-Managern betrieben. Aber wenn das bewiesen ist, dann sind Sie sicher in der Lage, anzugeben, wer es wo und wann bewiesen hat. Im übrigen gab es im Dritten Reich genügend Deutsche, die der Meinung waren, Juden seien Parasiten. Wenn Ihre Unbildung in deser Hinsicht so groß ist, dass Sie das nicht wissen, dann empfehle ich Ihnen die Lektüre entsprechender historischer Abhandlungen, die sich mit der verbalen Behandlung von Juden im Dritten Reich, für die sich sicher sehr viele Zeigenossen wie sie gefunden haben, die gemeint haben, das sei so schon in Ordnung, denn dass Juden den deutschen Volkskörper zersetzen, sei doch erwiesen, befassen. Eine solche Abhandlung, die eingängig und gut gemacht ist und den Intellekt der Betrachter nicht überfordert, ist diese:

      The Nazis: A Warning From History

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @lol ey

      “Dass Hedgefonds Heuschrecken sind, ist erwiesen” – LOL!!! Ist das ein Quatsch, ey!

      Sie wissen es vielleicht nicht, aber Hedgefonds sind Hedgefonds, und Heuschrecken sind Heuschrecken. Heuschrecken sind eine Tierspezies, Hedgefonds sind Organisationen und keine lebendigen Wesen. Schon deshalb können Hedgefonds keine Heuschrecken sein.

      Anscheinend haben Sie davon ja auch eine vage Ahnung, denn Sie schreiben im anschließenden Satz ja selbst, dass das eine Metapher sei.

      Also – was denn nun? Vielleicht versuchen Sie einmal, den Blödsinn in Ihrer Hirnschale auszuräumen – und wenn ich das schreibe, ist das “griffing und trifft auf den Punkt”. Das hat nix mit unverschämten Äußerungen von meiner Seite zu tun …

      Merken Sie jetzt irgendetwas, oder sind Sie geistig irgendwie beeinträchtigt?

  8. josua says:

    Herr Klein, ihre Schreibe hat ein “Gschmäckle”, wollen sie diese Praktiken (Agentinen usw) verteidigen? Wei weit gehen sie? Haben sie ein Gewissen der Menschheit gegenüber – oder nur einer bestimmten Gruppe?
    Nebenei – meinen sie, dass obiger Gedankengang Widerhall fidet in der Gesellschaft? Viel Vergnügen.

    • Josua,

      “meine Schreibe hat kein Geschmäckle” – jedenfalls habe ich an keiner Stelle einen Zweifel daran gelassen, dass ich in der Tat Hedge Fonds und ihre Betreiber für in diesem Fall Helden halte, die durch ihr Einschreiten dafür sorgen, dass (1) Staaten nicht Schulden machen können, wie sie wollen, (2) Staaten nicht einfach Geld stehlen können und Ihre Bedingungen diktieren können, ob und wenn ja wieviel des geliehenden Kapitals sie zurückzuzahlen bereit sind, (3) Anstand wiederherstellen, denn an Bondmärkten sind viel zu viele unanstände staatliche Akteure unterwegs, die leihen, was das Zeug hält, um zuhause politische Gefallen zu verteilen, und dann, wenn es ans Rückzahlen geht, versuchen, die Kreditgeber erpressen.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Josua,

      haben Sie gerade ein Bad in Weihwasser genommen, oder wandeln Sie immer wie die Selbstgerechtigkeit in Person einige Zentimeter über der Erde (bis Ihr Chef Ihnen sagt, was Sie heute zu tun haben und wie Sie es zu tun haben)?

      Wenn Sie sich einmal kurz auf die Ebene von uns normalen Menschen zu begeben belieben:

      Wollen Sie ernsthaft Praktiken verteidigen wie die, völlig unbeeinträchtigt von jedem Gedanken an vernünftiges Wirtschaften Schulden anzuhäufen, insbesondere durch staatliche Institutionen,die Geld herauspulvern, um sich durch kleine Geldgeschenke und Zuwendungen, vor allem an Staatsangestellte, Stimmen zu kaufen, um auf dem gut bezahlten Pöstchen zu bleiben und sich dort fett und rund zu sitzen – und ansonsten zu denken: nach mir die Sintflut, und wenn alles danebengeht, dann sag’ ich meinen Gläubigern einfach, dass ich kein Geld habe, und dann müssen die mich entschulden und sehen, wo sie selbst bleiben, und dann kann ich in Ruhe weiterwursteln?

      Sind Sie sicher, dass Sie – trotz Ihres salbungsvollen Tons – so etwas wie ein Gewissen der Menschheit gegenüber haben? Und meinen Sie, dass “in der Gesellschaft” noch lange geduldet werden wird, dass Leute auf Staatspöstchen und Funktionärspöstchen andere Leute, die für ihr Geld arbeiten oder schlicht Risiken eingehen, um ihr Leben zu fristen, ausbeuten?

      Aber das nur nebenbei, und viel Vergnügen in Ihrer Welt der Nicht-Heuschrecken, in denen jeder gerne nur das Eigene fressen würde – wenn man es ihm nur lassen würde, statt es beim Staat und bei Funktionären abliefern zu müssen!

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      P.S. “Josua”

      Wir haben keine “Schreibe”, sondern wir schreiben Texte.

      “Geschmäckle” scheint Schwäbisch für “Geschmack” zu sein, und Geschmack ist normalerweise eine Eigenschaft von Speisen oder Getränken.

      Ich finde, dass es eine gute Übung zur Förderung der geistigen Klarheit ist, wenn man versucht, eine Sprache gemäß der semantischen Wortbedeutungen zu meistern – dann kann man tatsächlich begreifen, dass es ziemlich fragwürdig ist, wenn man Menschen als “Heuschrecken” bezeichnet, ganz davon abgesehen, dass man Gefahr läuft, nicht ernstgenommen zu werden, wenn man signalisiert, dass man sich nicht den normalen Standards entsprechend ausdrücken kann – sei es aus sprachlichem oder geistigem oder psychologischem Unvermögen.

      Da Sie so viel Wert auf Moral legen, sollte sich Ihnen auch auf anderer als der semantischen oder logischen Ebene erschließen, dass und warum die verbalen Ausfälle von Körzell inakzeptabel sind und die meisten Leute, andere Leute, die nicht anständig sprechen können, lieber schweigen hören würden. In jedem Fall sollten Sie sich – anders als Körzell – um eine anständige Sprache bemühen, damit Sie zumindest Ihren eigenen moralischen Ansprüchen genügen können.

  9. lololol says:

    Danke für die Nicht-Veröffentlichung sämtlicher Kommentare, die es anders sehen als der Autor. Daumen hoch für so viel “kritische Wissenschaft”. rofl

    • Da Ihre hochwertigen, zumeist aus einer einzigen Behauptung bestehenden Kommentare, die ich nicht als kritisch, sondern als dumm ansehe, und die nachweisbar (darauf legen Sie ja so viel Wert) Falsches behaupten, mittlerweile freigeschaltet sind, will ich die Gelegenheit nutzen, das zusammenzufassen, was Sie als Erlerntes repetitieren sollten:

      (1) Dass Sie offensichtlich an einem Samstag nichts Besseres zu tun haben, als ständig sinnlose Kommentare abzusondern, heißt nicht, dass es allen anderen auch so geht. Die Betreiber von ScienceFiles (übrigens ein privates Blog) hatten zum Beispiel besseres zu tun.
      (2) Der Druck, den sie empfinden, ihre Kommentare veröffentlicht zu sehen, zeigt, dass sie nicht in der Lage sind, Gratifikationen aufzuschieben. Sie gehören entsprechend zu denen, die besonders anfällig für die Übernahme von Glaubensinhalten sind und sollten sich z.B. dadurch, dass Sie nach Informationen suchen, davor schützen, sich der Lächerlichkeit preis zu geben.
      (3) Ihre Aussage dass “sämtliche[r] Kommentare, die es anders sehen”, nicht veröffentlicht werden, ist (a) blanker Unsinn, denn, woher wollen Sie wissen, wie viele Kommentare, die es anders sehen, eingegangen und wie viele davon wird nicht veröffentilcht haben. Dass selbst ihre stumpfsinnigen Kommentare, die keinerlei Aussage enthalten, veröffentlicht wurden, sollte Ihnen zumindest anzeigen, dass Sie mit Ihrer Behauptung daneben liegen, (b) sie meinen vermutlich nicht “alle” , sondern nur ihre Kommentare, was Sie als dem zugehörig ausweist, was Adorno et al. die autoritäre Persönlichkeit nennt, Personen, die nicht zu dem stehen können, was sie zu wissen glauben, die sich ständig versichern müssen, nicht alleine zu sein, weil die eigene Meinung davon abhängig ist, dass andere sie auch haben, nicht davon, dass sie richtig ist.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      lololol

      Anthropologisch gesehen ist Lachen u.a. eine Reaktion auf Dinge, die zu erfassen der eigene geistige Horizont nicht erlaubt. Dass Sie gleich so viel lachen müssen, ist vor diesem Hintergrund bezeichnend!

      Aber vielleicht können Sie dennoch die Tatsache erfassen, dass unser blog ein blog ist, der von wenigen Leuten in Privatinitiative betrieben wird, die – anders als Sie, der Sie anscheinend rund um die Uhr in Ihrem ideologischen Dampfbad sitzen (Hilfestellung: das war jetzt eine Metapher!) – am Wochenende noch ein Leben jenseits dieses blogs haben.

      Aber wir freuen uns, dass unser blog für Sie so fesselnd ist, dass Sie gar nicht abwarten können, dass Sie sich hier und öffentlich verbal erleichtern können – egal, ob Wochenende ist oder nicht, und egal, wie peinlich Sie dann in der Öffentlichkeit dastehen!

      Das nenne ich Engagement für die eigene Ideologie – oder auch nur Psychohygiene – lolololol! (Ich lache, weil diese psychische Not zu erfassen, außerhalb meines Horizonts ist, versteht sich.)

  10. Pingback: Gesucht: Ein Depp vom Dienst | Kritische Wissenschaft - critical science

  11. Sven H. Schillings says:

    Es ist schon interessant, wie diese Diskussion verläuft.
    Ausgangspunkt ist eine Presseveröffentlichung eines Gewerkschaftsfunktionärs zur Staatspleite in Argentinien, in der er einen Hedgefonds nicht nur für diese Staatspleite verantwortlich macht, sondern in der Wortwahl in der Tat sich einer Hass-Sprache bedient, die fatal an das NS-Regime erinnert.
    Michael Klein führt dies m.E. sehr fundiert und objektiv aus.
    Nunmehr liegen uns Kommentare von “lol Ey” , “josua” und “Lolol” vor, in denen es lediglich noch darum geht, das Hedgefonds natürlich die Bösen sind, die den armen argentinischen Staat in die Pleite getrieben haben. Keiner der Drei macht sich die Mühe, die platten Aussagen mit Argumenten und Belegen zu unterlegen ( “Dass Hedgefonds Heuschrecken sind, ist erwiesen” ) .
    Fakt ist, das die argentinische Regierung sich verschuldet hat ( Anleihen ausgegeben ) , und zwar bewusst nach US-amerikanischem Recht, um bei den Anleihekäufern ( meistens einfache Sparer, nicht nur Fondsgesellschaften ) eine höhere Bonität zu erlangen.Sinn eines solchen Geschäftes ist es nunmal, das der Anleihegeber das Geld zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzahlt. Dies hatte Argentinien aber nicht vor. Ein Unterschied zwischen dem Hedgefonds und privaten Gläubigern besteht darin, das der Hedgefonds mehr juristische und finanzielle Möglichkeiten hat, die Schuld des entsprechenden Staates einzufordern. Übrigens ist Argentinien nunmehr zum 8. Mal in die Staatspleite gegangen. Deutschland hat nebenbei bemerkt deswegen ein AAA in der Bonität, weil es kaum Zweifel daran gibt, das es seine Schulden (Anleihen) zurückzahlt.
    Fazit: ich bewundere die Geduld und Nachsicht von Michael Klein und Heike Diefenbach, mit der sie die Beiträge dieser drei beantworten, die ihre Weisheiten wahrscheinlich der grün-links-orientierten Presse entnommen haben. Man mag aber Nachsicht mit den drei haben, denn das Thema Hedgefonds wird vom Mainstream unserer Journalisten regelmäßig falsch dargestellt, und durch die regelmäßigen Wiederholungen glauben nun auch lol Ey , Josua und Lolol diese Mär.
    Jedenfalls vielfachen Dank an Michael Klein für diesen informativen Beitrag.

  12. A.S. says:

    Es ist immer wieder mal faszinierend zu sehen, was so alles aus den Löchern gekrabbelt kommt wenn jemand in den Giervorwurf nicht mit einstimmt, sondern das ganze einfach mal rechtlich und moralisch hinterfragt ohne Gewinne von vornherein als „böse“ zu definieren.

    Typen wie „rofllol“, „vlol ey“, „josua“, „dragonnordestinooNordestino“ sind anscheinend weder in der Lage die durchaus schlüssige Argumentation in den Artikeln zu verstehen, noch argumentativ darauf zu antworten.

    Frau Diefenbach und Herr Klein, ihre Geduld ist manchmal echt bewundernswert.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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