Bundesnachrichtendienst: Projekt RAHAP

Edward Snowden erhält den alternativen Nobelpreis. Das wurde heute in Stockholm bekannt gegeben.

Snowden erhält den Preis für seine Enthüllungen, die zeigen, wie u.a. die NSA ihre Verbündeten ausspioniert, vom Handy von Angela Merkel bis zu den Datenströmen bei Telekom. Die Enthüllungen sind kunstvoll benutzt worden, um die Bemühungen deutscher Nachrichtendienst, die zumindest FOKUS im Jahre 1993 noch kannte, dem Vergessen anheim zu stellen (Recht auf Vergessen).

BND!Wenn im öffentlichen Diskurs der schwarze Peter vergeben wird, dann ist es wichtig, dass man sich selbst mit weißer Weste präsentiert, wichtig, um die Naiven, die doch tatsächlich glauben, Geheimdienste, deren Aufgabe darin besteht, Geheimnisse auszuspionieren, würden vor Freunden halt machen.

Nicht einmal der BND, Geheimdienst im Land der Geheimnis-Altruisten, die niemals einen Freund und Verbündeten ausspähen würden, hat jemals von diesem moralischen Verbot gehört.

Gibt es doch das Projekt RAHAB, ein Cyber-Spionage Projekt, das von Frankfurt aus betrieben wurde (oder wird) und sich auf das Ausspähen von Wirtschaftsinformationen spezialisiert hatte. Krude Wirtschaftsspionage also:

“Project Rahab uses SIGINT — intel­li­gence based on inter­cep­tion of sig­nals, con­ver­sa­tions and elec­tronic com­mu­ni­ca­tions — to gather infor­ma­tion on for­eign busi­ness com­pe­ti­tion that can ben­e­fit Ger­man com­pa­nies. BND offi­cers have pen­e­trated com­puter net­works and data­bases in coun­tries includ­ing Rus­sia, the United King­dom, Japan, France, Italy, and the United States.”

Das kommt einem irgendwie bekannt vor – oder?

In einem Beitrag für die Public Administration Review zieht Edwin Fraumann vom Federal Bureau of Investigation das folgende Fazit:

“The Germans have been very active and quite successful in the field of economic espionage through the utilization of a top secret computer facility outside Frankfurt, which has allowed the Federal Intelligence Service to enter both data networks and databases of companies and governments around the world. This computer espionage operation, code named RAHAB, involves the systematic entry into computer databases. It has accessed computer systems throughout the United States and the world, targeting electronics, optics, avionics, chemistry, computers, and telecommunications” (Fraumann, 1997: 306)

Hat irgend jemand einen Zweifel daran, dass der BND auch heute noch Industriespionage betreibt und Verbündete ausspäht?

RAHAB ist übrigens eine Hure aus dem Buch Josua, die dabei behilflich ist, Jericho zu zerstören.

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About Michael Klein

… concerned with and about science

4 Responses to Bundesnachrichtendienst: Projekt RAHAP

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Bundesnachrichtendienst: Projekt RAHAP | netzlesen.de

  2. Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    A´zafpt isses aber, woll? Und was machen wir dagegen? Die BRD GmbH stellt ja nicht Reich´s-Deutsche ein, sondern CIA-Privat-Banden, Glück, Auf, meine Heimat!

  3. Pingback: Wistleblowing auch für Beamte | ScienceFiles; Kritische Wissenschaft - Critical Science

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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